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Full text of "Braunbuch BRD"

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BRAUNBUCH 



KRIEGS- UND NAZIVERBRECHER IN DER 
BUNDESREPUBLIK UND IN WESTBERLIN 

STAAT • WIRTSCHAFT • VERWALTUNG • ARMEE 
JUSTIZ • WISSENSCHAFT 



1 



Kriegs-und 

Nazi- 
verbrecher 

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2 



Hinweis 

Dieses hier vorgestellte Buch stammt aus dem Jahr 1968. Viele der aufgeführten Personen 
sind in der Zwischenzeit verstorben, auch wenn dies in dem Buch nicht angegeben ist. 



Herausgeber 

Nationalrat der Nationalen Front des Demokratischen Deutschland 
Dokumentationszentrum der Staatlichen Archivverwaltung der DDR 

Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik 
Berlin 1968 

Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik 
ES 6 B 3 • VLN 610/62 • 134/68 DDR 

Lektor: Otfried Schmack 
Technischer Redakteur: Gisela Ostberg 
Hersteller: Gerhard Kurth 
Typografie: Günter Woinke 
Satz, Druck und Bindearbeit: Karl-Marx-Werk Pößneck V 15/30 

EVP: 5,80 



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VORWORT ZUR DRITTEN AUFLAGE 

Am 2. Juli 1965 war das Braunbuch auf einer internationalen Pressekonferenz von Prof. 
Albert Norden der Öffentlichkeit übergeben worden. Es hat seitdem in der ganzen Welt 
großes Aufsehen erregt. Die Nachfrage nach diesem umfassenden Nachschlagewerk, in dem 
erstmals das ganze Ausmaß der Renazifizierung Westdeutschlands offenkundig gemacht 
wurde, wuchs von Jahr zu Jahr und machte wiederholte Nachauflagen und die Übersetzung 
ins Englische, Französische und Spanische erforderlich. 

Während die Verbreitung dieses Dokumentarwerkes im Ausland nicht behindert wurde, 
versuchten es allein die Behörden in der westdeutschen Bundesrepublik durch ungesetzliche 
Beschlagnahmung, rechtswidrige Verbote und skandalöse Gerichtsbeschlüsse in Acht und 
Bann zu tun. Die Bonner Hexenjagd auf dieses Buch wirft ein bezeichnendes Licht auf die 
Haltung der Regierung der Bundesrepublik zur Bewältigung der unseligen 
Nazivergangenheit. Während die Deutsche Demokratische Republik im Interesse der 
Sicherheit und des Friedens in Europa und eingedenk der Verpflichtungen des Potsdamer 
Abkommens alles tut, um die Wahrheit über jenen im westdeutschen Staat fortwuchernden 
Nazismus und Neonazismus aufzudecken, geht die Regierung der Bundesrepublik mit 
Polizeigewalt gegen die Wahrheit vor und stellt sich schützend vor die Nazi- und 
Kriegsverbrecher. 

Ein Kommentator des niederländischen Fernsehens zog am 12. Oktober 1967 aus der Bonner 
Hetzjagd auf das Braunbuch eine Schlußfolgerung, die inzwischen in immer mehr Ländern 
der Welt zu einer wichtigen politischen Erkenntnis geworden ist: „Es gibt zwei Deutschlands 
- ein linkes und ein rechtes, ein antifaschistisches und ein neonazistisches, ein sozialistisches 
und ein imperialistisches. " 

Die Bonner Regierung hat selbst dafür gesorgt, daß durch ihre Haltung in der Nazi- und 
Kriegsverbrecherfrage und durch ihre aggressive Innen- und Außenpolitik aller Welt 
klarzuwerden beginnt: Die Fälle Lübke und Kiesinger, Globke und Oberländer, Fränkel und 
Krüger, die Hitlergeneräle in den Führungsstäben der Bundeswehr, die Blutjuristen der 
nazistischen Ausnahmegerichte in der westdeutschen Justiz, die Ribbentrop-Diplomaten im 
Brandt-Ministerium und die Wehrwirtschaftsführer an den Schalthebeln der Wirtschaft waren 
und sind nicht Einzelfälle, sondern sind der Fall Bonn. Die Experten des verbrecherischen 
Nazi-Regimes, die nach 1945 in Westdeutschland gebraucht wurden, um die alten 
Machtverhältnisse zu restaurieren, gehören heute zu den aktivsten Gehilfen des westdeutschen 
Monopolkapitals bei der Durchsetzung seiner verschärften Expansionspolitik. 



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Zugleich mit dem durch Bonner Amnestiegesetze und das sogenannte 131er Gesetz 
ermöglichten Wiedereinrücken schwerbelasteter Nazi in die Schlüsselstellungen des 
westdeutschen Staates, seiner Wirtschaft und Justiz verstärkten sich die Angriffe gegen die 
Nürnberger Prinzipien und das Potsdamer Abkommen, die aggressiven Forderungen nach 
atomarer Bewaffnung der Bundeswehr, nach Veränderung der europäischen Grenzen und 
nach Liquidierung der DDR. 

Die innere Kontinuität der Innen- und Außenpolitik des heute in Westdeutschland 
herrschenden Regimes mit der Politik des Nazi-Staates hatte die Verwendung des gleichen 
Personals zur Folge. Deshalb auch wurden die Hauptverantwortlichen der Kriegs- und 
Naziverbrechen in der Bundesrepublik zu keiner Zeit ernsthaft verfolgt. Die Haftverschonung 
des KZ-Adjutanten von Auschwitz, Mulka, die Entlassung der Angeklagten im Essener KZ- 
DORA-Prozeß aus der Untersuchungshaft, die Freilassung des „Polizeichemikers" Albert 
Widmann, dem 97000facher Mord zur Last gelegt wurde, der Freispruch des Mörders von 
Warschau, Reinefarth, „mangels Beweises" und viele andere Beispiele machen sichtbar, daß 
in Westdeutschland schon heute eine schleichende Generalamnestie der SS- und KZ-Henker 
praktiziert wird. 

In über 20 Jahren ihrer Tätigkeit prägten die im Braunbuch beispielhaft genannten 
schwerbelasteten Nazi den Charakter dieses Bonner Staates. Sie taten alles, um große Teile 
der nachrückenden Generation von Politikern, Juristen, Diplomaten, Offizieren, 
Wirtschaftlern und Beamten im gleichen Ungeist zu erziehen. 

Inzwischen mußten auf Grund der Enthüllungen des Braunbuches und unter dem Druck der 
weltweiten Proteste gegen die Renazifizierung im westdeutschen Staat in den letzten 3 Jahren 
mehr als 300 Nazi- und Kriegsverbrecher aus ihren Ämtern entfernt werden. Viele von ihnen 
erhalten jetzt hohe Pensionen aus Steuergeldern. Dennoch hat sich die Zahl der heute 
namentlich bekannten, aus der Nazi-Zeit belasteten Personen in den Schlüsselstellungen des 
westdeutschen Staates nicht verringert, sondern erhöht. Das hat seine Ursache darin, daß sich 
die Konzentration von NS-Belasteten in den leitenden Stellungen einiger westdeutscher 
Ministerien in den letzten Jahren durch Beförderungen noch verstärkt hat. Außerdem sind 
durch jüngste Nachforschungen viele Hunderte weiterer schwerbelasteter Nazi im Bonner 
Staatsapparat und im öffentlichen Leben Westberlins bekannt geworden. Entsprechende 
Angaben und 517 Namen sind in dem neu eingefügten Kapitel „Verstärkte Renazifizierung 
unter Kiesinger" dieser Neuauflage enthalten. Danach amtieren heute noch immer weit über 
2300 Nazi- und Kriegsverbrecher und NS-Belastete in Machtpositionen des Staates und der 
Wirtschaft. 

Gestützt auf diesen tiefbraunen Machtapparat, will Finanzminister Franz- Joseph Strauß, der 
starke Mann in der Kiesinger-Regierung, die expansionistischen Ansprüche des 
westdeutschen Rüstungs- und Finanzkapitals durchsetzen, die er in seinen programmatischen 
Forderungen nach einer „Neuordnung Europas vom Atlantik bis zum Bug und zum Schwarzen 
Meer" formuliert hat. 

Auf diesem Nährboden ist in Westdeutschland der organisierte Neonazismus in Gestalt der 
NPD üppig gediehen, was in aller Welt Bestürzung und Empörung ausgelöst hat. Die alten 
Nazi- Aktivisten schützen und fördern die Neonazi von Staats wegen. Der westdeutsche 



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Kanzler Kiesinger und prominente CDU/CSU-Politiker erklärten sich ausdrücklich gegen ein 
Verbot dieser Partei. Die Bonner Minister Strauß (zugleich Vorsitzender der CSU) und Heck 
(zugleich Generalsekretär der CDU) sowie Bundestagspräsident Gerstenmaier (CDU) 
bezeichneten sogar eine künftige Koalition mit der NPD als nicht ausgeschlossen. In der 
Bundeswehr gilt jeder vierte Soldat und jeder zweite Offizier als potentieller Wähler der 
Thadden-Partei. 

Die Stadtverwaltung von Nürnberg hatte den Neonazi auf Grund der Proteste der 
Bevölkerung im Mai 1967 die Genehmigung zur Durchführung eines NPD-Parteitages in 
städtischen Gebäuden entziehen müssen. Westdeutsche Gerichte verurteilten sie daraufhin zur 
Zahlung von 20000 DM „Entschädigung" an die NPD. Aus Kreisen des Großkapitals und 
auch aus Staatsgeldern fließen diesen Neonazi erhebliche Beträge zu: Allein aus der 
Schleswig-Holsteinischen Landeskasse erhielten sie zur „Erstattung von Wahlkampfkosten" 
184000 DM. 

Solche Art staatlicher Förderung erleichterte es der neonazistischen Partei, bisher 61 Mandate 
in 7 westdeutschen Landtagen zu erringen. 38 davon erhielten sie nach Eintritt 
sozialdemokratischer Minister in das Bundeskabinett, deren Partei dafür 28 
Abgeordnetensitze einbüßte. Die Mitgliederzahl der NPD stieg von 1200 im Februar 1965 auf 
36000 im Februar 1968. Sie hat offen das Erbe der Hitler-Partei angetreten, indem sie die 
Wiederherstellung der Grenzen von 1939 verlangt und Gebietsansprüche an 10 Staaten 
Europas stellt. 

Die Funktion dieser Partei im westdeutschen Staat besteht einerseits darin, die 
revanchistischen Forderungen des westdeutschen Imperialismus in doppelter Lautstärke zu 
vertreten, um es der Bonner Regierung zu ermöglichen, die gleichen Ansprüche in gedämpfter 
Lautstärke, aber um so hartnäckiger erheben zu können. Andererseits soll sie die 
Wählerstimmen derjenigen in der westdeutschen Bundesrepublik auffangen, die mit der 
Politik der großen Koalition unzufrieden sind. 

Eine große Verantwortung für das Aufkommen des Neonazismus in der westdeutschen 
Bundesrepublik tragen die sozialdemokratischen Minister im Bonner Kabinett. So, wie die 
sozialdemokratischen Führer vor 1933 durch ihre Politik des „kleineren Übels" und des 
Antikommunismus, durch ihr Paktieren mit der Monopolbourgeoisie das Zustandekommen 
einer antifaschistischen Einheitsfront verhinderten und das Aufkommen der Nazi-Diktatur 
objektiv begünstigten, verhalten sie sich im Prinzip auch heute. Seit ihrem Eintritt in die 
Regierung der großen Koalition wird das besonders deutlich. Sie tragen heute die volle 
Mitverantwortung für die Renazifizierung in allen Bereichen des westdeutschen Staates und 
der Bonner Regierungspolitik. Sie traten in eine Regierung ein, an deren Spitze mit dem 
aktiven Nazi-Propagandisten Kiesinger als Kanzler ein aus der Nazi-Zeit schwer belasteter 
Mann steht, ganz zu schweigen vom KZ-Baumeister Lübke, dem derzeitigen Präsidenten der 
westdeutschen Bundesrepublik, den auch SPD-Führer gegen die Anklagen der 
Weltöffentlichkeit immer wieder in Schutz genommen haben. 

Unter den sozialdemokratischen Ministern hat sich die Konzentration von Nazi- und 
Kriegsverbrechern und schuldbeladenen Nazi-Experten in den Ressorts, für die sie zuständig 
sind, sogar noch verstärkt. Die sozialdemokratischen Minister Schiller, Schmid und Lauritzen 
sind aus der Hitlerzeit selbst belastet. 

Vor allem aber machen sich die sozialdemokratischen Minister im Kiesinger-Kabinett zu 
eifrigen Verfechtern der vom neonazistischen und revanchistischen Ungeist getragenen 



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Politik der Veränderung des Status quo in Europa, der aggressiven 
Alleinvertretungsanmaßung gegen die DDR und des verschärften Vorgehens gegen die 
demokratische Opposition im Innern. 

Während die neue Nazi-Partei staatlich gehegt und gepflegt wird, ist die Kommunistische 
Partei Deutschlands, deren Mitglieder am konsequentesten gegen Nazismus und Krieg, 
Neonazismus und Kriegsvorbereitung kämpften und kämpfen, nach wie vor verboten. SPD- 
Minister Heinemann bekräftigte jüngst, daß er nicht gewillt sei, daran etwas zu ändern. Schon 
die Popularisierung des neuen Programms der KPD wird in Westdeutschland mit allen 
polizeistaatlichen Mitteln unterdrückt und verfolgt. 

Der für die westdeutsche Bevölkerung gegenwärtig gefährlichste Ausdruck des Neonazismus 
ist die Notstandsverfassung. Diese Neuauflage des Hitlerschen Ermächtigungsgesetzes 
bedroht die Grundrechte jedes Bundesbürgers. Die Notstandsgesetze wurden ausgearbeitet 
von im Braunbuch namentlich benannten Naziverbrechern in der Bonner 
Ministerialbürokratie, sie sollen praktiziert werden von SS- und Gestapo-Leuten in der 
Bonner Notstandsexekutive, deren Namen gleichfalls in diesem Braunbuch zu finden sind. 

Die Bonner Notstandsverfassung ist angesichts der gegenwärtig in Westdeutschland 
wachsenden inneren Widersprüche vor allem auf die Knebelung der außerparlamentarischen 
Opposition und die Unterdrückung aller demokratischen Bestrebungen gerichtet. Sie 
gefährdet zugleich den europäischen Frieden und die Sicherheit der Völker Europas, denn mit 
ihr sollen die inneren Voraussetzungen für die Bonner Expansions- und Revanchepolitik, für 
die Verwirklichung des Anspruchs des westdeutschen Imperialismus auf Vorherrschaft in 
Europa geschaffen werden, wofür der „starke Mann" in der Bonner Regierung, der jetzige 
Finanzminister Strauß, in seinem Buch „Entwurf für Europa" die strategische und taktische 
Grundkonzeption geliefert hat. 

Den Völkern wurde von der UNO-Vollversammlung mit der Resolution 2331 (XXII. vom 18. 
Dezember 1967) über „zu ergreifende Maßnahmen gegen Nazismus und Rassismus " eine 
wichtige Waffe in die Hand gegeben. Diese Resolution fordert alle Staaten auf, wirksame 
Maßnahmen gegen Nazismus und Rassismus zu ergreifen, damit nicht neues Unheil über die 
Völker kommt. (Weitere wichtige Dokumente siehe dazu auszugsweise am Ende dieses 
Kapitels) Dem gleichen Ziel, nämlich zu verhindern, daß auf deutschem Boden ein neuer 
Faschismus sein Haupt erheben und einen neuen Krieg entfesseln kann, dient die Staatspolitik 
der Deutschen Demokratischen Republik. 

Dieser antifaschistische, sozialistische deutsche Staat, in dem sich alle antifaschistischen 
Kräfte fest verbunden haben, hat dem westdeutschen Neonazismus und Militarismus durch 
seine Existenz, seine unaufhaltsam erstarkende sozialistische Gesellschaftsordnung und seine 
konsequente Friedenspolitik einen festen Riegel vorgeschoben. In ihrer neuen sozialistischen 
Verfassung bekräftigt die DDR, daß sie niemals eine Aggression unternehmen noch ihre 
Streitkräfte gegen die Freiheit eines anderen Volkes einsetzen wird. Sie macht damit ihre 
gegen Neonazismus und Revanchismus gerichtete Politik, ihr Streben nach Sicherheit in 
Europa und nach einer stabilen Friedensordnung in der Welt zum staatsrechtlichen Grundsatz. 

Das Braunbuch über die Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik will mit der 3., 
überarbeiteten und erweiterten Auflage erneut und eindringlich vor dem fortschreitenden 
Prozeß der Renazifizierung in diesem Staat warnen. Es ist sein Grundanliegen, allen 
verantwortungsbewußten Menschen in der westdeutschen Bundesrepublik und im Ausland 



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diese gefährliche Entwicklung bewußt zu machen und sie zum rechtzeitigen und aktiven 
Handeln aufzurufen. 

Berlin, im Mai 1968 

Die Herausgeber 

Auszug aus der Resolution der XXII. Tagung 

der UNO-Vollversammlung vom 18. Dezember 1967 

ZUR FRAGE DER BESTRAFUNG VON KRIEGSVERBRECHERN UND VON 
PERSONEN, DIE VERBRECHEN GEGEN DIE MENSCHLICHKEIT BEGANGEN 
HABEN (Resolution 2338 [XXII]) 

Die Vollversammlung... 

feststellend, daß keine der feierlichen Erklärungen, Beschlüsse oder Konventionen in bezug 
auf die Verfolgung und Bestrafung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die 
Menschlichkeit eine Verjährung vorsieht, 

ausgehend davon, daß Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu den 
schwersten Verbrechen im internationalen Recht gehören,. . . 

feststellend, daß die Anwendung innerstaatlicher Verjährungsfristen für gewöhnliche 
Verbrechen auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit die . . . 
Verfolgung und Bestrafung von Personen verhindert, die für jene Verbrechen verantwortlich 
sind, . . . 

5. empfiehlt, daß bis zur Annahme einer Konvention durch die Vollversammlung keine 
gesetzliche oder andere Maßnahme ergriffen wird, die den Grundsätzen und Zielen einer 
Konvention über die Nichtverjährung von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die 
Menschlichkeit zuwiderlaufen könnte . . . 

* 

Auszug aus der Resolution der XXIV. Tagung der UNO-Menschenrechtskommission vom 8. 
März 1968 

ÜBER MASSNAHMEN, DIE GEGEN NAZISMUS UND RASSENHASS ZU ERGREIFEN 
SIND (Resolution 15 [XXIV]) 

Die Kommission für Menschenrechte ... 

5. ersucht den Wirtschafts- und Sozialrat, der Vollversammlung die Annahme folgenden 
Resolutionsentwurfs zu empfehlen: 

Die Vollversammlung... 



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1 . verurteilt erneut mit Entschiedenheit den Nazismus, die Apartheidpolitik und alle ähnlichen 
Ideologien und Praktiken, die sich auf Rassenhaß und Terror gründen,. . . als eine Bedrohung 
des Weltfriedens und der Sicherheit der Völker, 

2. fordert alle Staaten dazu auf, unverzüglich. . . gesetzgeberische und andere positive 
Maßnahmen zu treffen, um Gruppen und Organisationen, die für den Nazismus, die Politik 
der Apartheid und andere Formen des Rassenhasses Propaganda betreiben, zu verbieten und 
gerichtlich zu verfolgen, 

3. fordert alle Staaten und Völker sowie nationale und internationale Organisationen dazu auf 
für die unverzügliche und unwiderrufliche Ausmerzung der nazistischen und ähnlicher 
Ideologien und Praktiken, einschließlich der Apartheid, die sich auf Rassenhaß und Terror 
gründen, zu wirken. . . 



EINFÜHRUNG 

Im Mai 1968 jährt sich zum 23. Male der Tag der Befreiung der Menschheit von den 
Schrecken des zweiten Weltkrieges und der faschistischen Barbarei. 

Der opferreiche Kampf der in der Antihitlerkoalition vereinten Völker, dessen Hauptlast die 
Sowjetunion trug, endete mit der völligen Niederlage des faschistischen Aggressors, mit dem 
totalen Zusammenbruch eines Systems, das durch eine Kette von Angriffsakten und 
militärischen Überfällen, durch eine Herrschaft des Terrors und der Willkür, durch 
Massenmorde und schwerste Kriegsverbrechen den Tod von 55 Millionen Menschen 
verschuldete. 

Der Begriff „Kriegs- und Naziverbrechen" war zum Synonym für Völkermord, Barbarei und 
Sadismus geworden, und die Regierungen der Antihitlerkoalition drückten das Empfinden 
und die Forderungen der ganzen friedliebenden Menschheit aus, als sie in der Krim- 
Deklaration verkündeten: 

„Es ist unser unbeugsamer Wille, den deutschen Militarismus und Nationalsozialismus zu 
zerstören und dafür Sorge zu tragen, daß Deutschland nie wieder imstande ist, den 
Weltfrieden zu stören. Wir sind entschlossen, alle Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen 
und einer schnellen Bestrafung zuzuführen... " 

Die DDR machte die Ziele der antifaschistischen Widerstandsbewegung und der 
Antihitlerkoalition, die im Potsdamer Abkommen ihren Ausdruck fanden, zur Richtschnur 
ihres Handelns. Aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens wurden jene Kräfte entfernt, die 
den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und die Völker Europas in Krieg und Elend stürzten. Das 
lag sowohl im Interesse des Friedens und der Sicherheit der europäischen Nachbarvölker als 
auch im Interesse des deutschen Volkes. 

Die DDR erfüllte den Auftrag des deutschen Volkes und der Völker der Welt, alle Kriegs- 
und Naziverbrechen zu ahnden und gerecht zu sühnen. In der Zeit von Mai 1945 bis Ende 
1967 wurden in der sowjetischen Besatzungszone und in der DDR insgesamt 



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16583 Personen wegen Beteiligung an Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit 
und wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Davon wurden 

12818 verurteilt, 

1578 freigesprochen. Die Verfahren gegen 

2187 Angeklagte wurden wegen Abwesenheit, Tod oder auf Grund des von der Sowjetischen 
Militär-Administration erlassenen Amnestiebefehls Nr. 43/48 vom 18. März 1948 eingestellt, 
da keine höhere Freiheitsstrafe als ein Jahr zu erwarten war. 

Von den 12807 gerichtlich zur Verantwortung gezogenen Personen wurden 119 zum Tode, 
239 zu lebenslangem Zuchthaus und 5090 zu einer höheren Freiheitsstrafe als 3 Jahre 
verurteilt. 

23 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus, 23 Jahre nach dem Beginn des Nürnberger 
Völkertribunals gegen die Hauptkriegsverbrecher steht die Welt jedoch vor der Tatsache, daß 
in der westdeutschen Bundesrepublik zu Tausenden Verantwortliche für Nazi- und 
Kriegsverbrechen nicht nur unbestraft blieben, sondern führende Positionen in Wirtschaft und 
Staat, in Bundeswehr und Polizei, in Bildungseinrichtungen sowie in Verlagen und in den 
Massenmedien einnehmen. Die westdeutsche Regierung setzte sich rigoros über die gerechten 
Forderungen aller Völker hinweg, mißachtete das Potsdamer Abkommen und die Nürnberger 
Rechtsprechung, stellte die Verfolgung der Kriegsverbrecher unmittelbar nach Gründung der 
Bundesrepublik fast völlig ein und beförderte Hauptschuldige und Hintermänner der 
schlimmsten Naziverbrechen in entscheidende Staatsstellungen. 

Die widerrechtliche Übernahme von Gesetzen des Bonner Staates durch Westberlin, das nicht 
zur Bundesrepublik gehört und bekanntlich auf dem Territorium der DDR liegt, hat dazu 
geführt, daß auch hier in zunehmendem Maße schwerbelastete Faschisten in hohen Positionen 
der Verwaltung, Justiz und Polizei Wiederverwendung gefunden haben. Diese Kräfte sind es 
in erster Linie, die als Stützen der Bonner Machthaber in Zusammenarbeit mit den 
Spionagezentralen und Diversantengruppen durch Provokationen an der Staatsgrenze der 
DDR, durch Menschenraub und andere Terrorakte ständig eine Verschärfung der Lage 
anstreben und alle Verhandlungsbemühungen der DDR zur Normalisierung des Verhältnisses 
zwischen dem Senat von Westberlin und der Regierung der DDR zu torpedieren versuchen. 

Obwohl nach 1945 der weitaus größte Teil der Kriegs- und Naziverbrecher in die westlichen 
Besatzungszonen flüchtete, wurden in der westdeutschen Bundesrepublik, deren 
Bevölkerungszahl dreimal so groß ist wie die der DDR, bis zum 1. Januar 1964 nur 12457 
Personen angeklagt. Bis März 1965 wurden von den Gerichten der Bundesrepublik nur 5234 
Personen rechtskräftig verurteilt, in über 7000 Fällen erging Freispruch, wurde das Verfahren 
eingestellt oder die Hauptverhandlung gar nicht erst eröffnet. In den Fällen aber, in denen eine 
Verurteilung erfolgte, standen die Urteile in der Regel in keinem Verhältnis zur Straftat. Von 
5234 verurteilten Naziverbrechern und Massenmördern wurden nur 80 zur Höchststrafe (9 
zum Tode, 71 zu lebenslangem Zuchthaus) verurteilt! (Die Zahlen sind der letzten offiziellen 
Veröffentlichung des Bundesjustizministeriums entnommen. Hinsichtlich der rechtskräftig 
Verurteilten hat sich bis heute nichts Wesentliches verändert.) 

Wenn in den letzten Jahren - nach langer Pause - in der Bundesrepublik wieder einige 
Verfahren gegen Nazi-Massenmörder stattfinden, so muß dazu festgestellt werden: Erstens 
erfolgen sie unter dem Druck der Enthüllungen durch die DDR und nur in solchen Fällen, in 



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denen die internationale Empörung der westdeutschen Justiz keine andere Möglichkeit läßt. 
Zweitens richten sie sich fast ausschließlich gegen die untersten Chargen der SS- und KZ- 
Mörder, während die in exponierten Stellungen tätig gewesenen Schreibtischmörder und 
Hintermänner verschont bleiben. Drittens schließlich ergehen in diesen Verfahren 
haarsträubend milde Urteile, so daß sogar Eichmann-Mitarbeiter, wie die SS-Führer Hunsche 
und Krumey, die an der Deportation und Ermordung von Hunderttausenden ungarischer 
Juden mitwirkten, 1964 in Frankfurt a. M. freigesprochen beziehungsweise mit 
Bagatellstrafen belegt wurden. Diese Verfahren ändern nichts daran, daß Westdeutschland 
heute ein Paradies für Nazi- und Kriegsverbrecher ist. 

Dieses Braunbuch enthält - als unvollständige Zusammenfassung - die Namen von 2300 
führenden Nazi-Funktionären und Kriegsverbrechern, die sich heute ungehindert in 
entscheidenden Stellungen des westdeutschen Staatsund Wirtschaftsapparates betätigen oder 
aber hohe Staatspensionen für ihre „verdienstvolle" Tätigkeit im „Dritten Reich" beziehen. 

Das Braunbuch weist nach: Zu den Stützen der Hitlerdiktatur, den Wegbereitern und 
Nutznießern der Judenverfolgung, den Organisatoren und Kommandeuren der Überfälle auf 
fast alle Länder Europas, zu den überführten Mördern von Antifaschisten und 
Widerstandskämpfern, die heute in Westdeutschland wieder tätig sind, zählen: 

• der Bundespräsident, 

• 20 Angehörige des Bundeskabinetts und Staatssekretäre, 

• 189 Generale, Admirale und Offiziere in der Bundeswehr oder in den NATO- 
Führungsstäben sowie Beamte im Kriegsministerium, 

• 1118 hohe Justizbeamte, Staatsanwälte und Richter, 

• 244 leitende Beamte des Auswärtigen Amtes, der Bonner Botschaften und Konsulate, 

• 300 Beamte der Polizei und des Verfassungsschutzes sowie anderer 
Bundesministerien. 

Als höchster Repräsentant der Bundesrepublik fungiert mit Heinrich Lübke ein KZ- 
Baumeister der Nazi und Vertrauensmann der Gestapo. Als Beauftragter für 
Arbeitskräfteeinsatz bei geheimen Rüstungsvorhaben des „Dritten Reiches" zeichnet er 
mitverantwortlich für das verbrecherische System der Vernichtung durch Arbeit. 

In der Person des Kurt-Georg Kiesinger setzte sich ein leitender Ribbentrop-Mitarbeiter und 
Goebbels-Journalist an die Spitze der Bundesregierung, der maßgeblichen Einfluß auf die 
nazistische Propaganda ausübte, nachweislich die Pogromhetze gegen Juden im Ausland 
lenkte und die 5. Kolonne Hitlers über den Äther organisieren half. 

Dieses Braunbuch enthält ausschließlich die Namen solcher Personen, die durch ihre führende 
Tätigkeit bei der Vorbereitung und Durchführung der nazistischen Verbrechen und 
Aggressionsakte tatsächlich belastet sind beziehungsweise unmittelbar an Massenmorden 
teilgenommen, dafür die Befehle erteilt oder sie als intellektuelle Urheber vorbereitet haben. 
Es wurde bewußt darauf verzichtet, auch solche durchaus nicht unbelasteten Personen 
aufzunehmen wie den CSU- Vorsitzenden und Finanzminister Franz- Josef Strauß, obwohl er 
als NS-Führungsoffizier das Hitlerregime aktiv unterstützt hat. Selbstverständlich enthält das 
Braunbuch keine Namen nomineller Mitglieder der NSDAP. Die DDR hat immer konsequent 
zwischen der Millionenzahl ehemaliger Mitglieder der Nazi-Organisationen unterschieden, 
die selber irregeführt und betrogen wurden, und jener abscheulichen Gruppe von 
Hintermännern, Initiatoren und Profiteuren der Naziverbrechen. Wir denken nicht daran, 
irgend jemandem, der einmal einen politischen Irrtum beging, inzwischen aber längst seinen 



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Fehler erkannt und einen neuen Weg beschütten hat, aus seiner Vergangenheit einen Vorwurf 
zu machen - schon gar nicht 23 Jahre danach. 

Schließlich muß daraufhingewiesen werden, daß die Bonner Regierung die hier aufgeführten 
Naziverbrecher nicht etwa in Unkenntnis, sondern im Gegenteil in voller Kenntnis ihrer 
Vergangenheit in ihre gegenwärtigen Stellungen berief. Im Braunbuch wird anhand vieler 
Beispiele exakt nachgewiesen, seit wieviel Jahren die Belastungsmaterialien über den 
Betreffenden in Bonn bekannt sind. 

Die DDR hat es stets als ihr Recht und ihre Pflicht angesehen, die Öffentlichkeit über die 
gefährliche Entwicklung in Westdeutschland zu informieren und ihren Teil dazu beizutragen, 
daß die Vergangenheit in ganz Deutschland bewältigt wird. Seit 1955 nannte die DDR auf 
zahlreichen Pressekonferenzen die Namen von insgesamt 1583 ehemaligen Juristen der 
nazistischen Ausnahmegerichte, die in Westdeutschland wieder zu Amt und Würden kamen. 
Den westdeutschen Justizbehörden wurden seit 1959, nachdem sie sich jahrelang dagegen 
sträubten, über 2000 Todesurteile übermittelt, an denen in Westdeutschland tätige Juristen 
während der Nazi-Zeit mitwirkten. Ferner wurden 8000 Dokumente, Personalakten usw. über 
andere Nazi- und Kriegsverbrecher übergeben oder übersandt. In über 200 Prozessen gegen 
Nazi- und Kriegsverbrecher in Westdeutschland leistete die DDR mit Dokumenten, Zeugen 
und Sachverständigen Rechtshilfe, um zur Aufdeckung der vollen Wahrheit beizutragen. 

Die Ursache für die Nichtverfolgung und Wiederverwendung von Kriegs- und 
Naziverbrechern in Westdeutschland besteht also nicht darin, daß den Bonner Behörden die 
Belastungsdokumente unbekannt wären oder vorenthalten würden. Die Nichtverfolgung und 
Wiederverwendung von Nazi- und Kriegsverbrechern ist auch kein Zufall. Sie ist vielmehr 
Bestandteil der Politik der Bonner Regierung, die auf die Revision der Ergebnisse des zweiten 
Weltkrieges, auf die Veränderung der Grenzen gerichtet ist. Die letzte Ursache für die 
Wiederverwendung der Nazi- und Kriegsverbrecher liegt darin, daß im westdeutschen Staat 
die gleichen verhängnisvollen Kräfte der Rüstungsindustrie Politik und Wirtschaft in den 
Händen haben, die Hitler zur Macht brachten, den zweiten Weltkrieg vorbereiteten und heute 
Revanche für ihre Niederlage nehmen und erneut die Grenzen der Nachbarstaaten überrennen 
wollen. Weil diese Kräfte heute die gleiche verderbliche Politik wie zur Zeit des Faschismus 
zu betreiben versuchen, bedienen sie sich der gleichen faschistischen Verbrecher. Weil die 
gesellschaftlichen Wurzeln des Faschismus, die Machtkonzentration in den Händen der 
Rüstungsmonopole, in Westdeutschland nicht beseitigt wurden, deshalb werden die 
Naziverbrecher rehabilitiert. 

Das ist der Grund, weshalb durch das berüchtigte 131er Gesetz den westdeutschen Behörden 
seit 1951 die Wiedereinstellung der ehemaligen Nazi-Beamten auf allen Ebenen zur Pflicht 
gemacht wurde. 

Das ist der Grund, weshalb Bonn schon am 8. Mai 1960 die Masse der Nazi- und 
Kriegsverbrechen als „Totschlags"-V erbrechen wegen „Verjährung" außer Strafverfolgung 
gesetzt hat. 

Das ist der Grund, weshalb die Bundesregierung den Beschluß faßte, daß auch die 
schlimmsten Nazi-Massenmorde am 8. Mai 1965 verjähren sollten, was nur durch die 
internationale Protestbewegung verhindert wurde. 



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Das ist schließlich der Grund für den Beschluß des Bonner Bundestages vom 25. März 1965, 
ungeachtet der Weltproteste die Verjährung der Nazi-Mordtaten lediglich um 4 Jahre zu 
verschieben. 

Die Verantwortlichen für die Verbrechen des Faschismus sind heute Haupteinpeitscher der 
Bonner Revanchepolitik. 

Die Verantwortlichen für die Verbrechen des Faschismus erarbeiteten und praktizieren die 
Notstandsgesetze, die zur Vorbereitung der Aggression nach außen die demokratischen 
Rechte im Innern vernichten sollen. 

Die Verantwortlichen für die Verbrechen des Faschismus fordern heute Mitspracherecht und 
Verfügungsgewalt über Atomwaffen, um andere Mächte in ihre Kriegsabenteuer gegen die 
DDR und die anderen sozialistischen Länder hineinzuziehen. 

Die Verantwortlichen für die Verbrechen des Faschismus entfesseln heute in der 
Bundesrepublik eine Welle des Nationalismus und Chauvinismus, um die Bevölkerung für 
diese Pläne reif zu machen. 

Das Braunbuch beweist: Hunderte von Kriegs- und Naziverbrechern, deren Beteiligung an 
gemeinen und blutigen Verbrechen bekannt und dokumentarisch belegt ist, sind in der 
Bundesrepublik nicht zur Verantwortung gezogen worden. Hunderte von Kriegs- und 
Naziverbrechern nehmen exponierte Stellungen im Staatsapparat und im gesellschaftlichen 
Leben Westdeutschlands ein. Die Herrschaft dieser Kräfte in Bonn, die keine Lehren aus der 
Vergangenheit gezogen haben, ist eine Gefahr für den Frieden der Welt. 

Der Kampf für die gerechte Bestrafung aller Nazi- und Kriegsverbrecher, für die Entfernung 
ehemals führender Faschisten aus leitenden Positionen des westdeutschen Staatsapparates ist 
deshalb ein untrennbarer Bestandteil des Kampfes für Frieden und Entspannung. Wem 
Frieden und Sicherheit am Herzen liegen, der fordert gemeinsam mit allen demokratischen 
und antifaschistischen Kräften der ganzen Welt: 

Anerkennung des völkerrechtlichen Prinzips der Nichtverjährung von Nazi- und 
Kriegsverbrechen durch die Bonner Regierung! 

Gerechte Bestrafung aller Nazi- und Kriegsverbrecher entsprechend der Schwere ihrer Tat! 

Ausschaltung der schuldbeladenen Kräfte der Vergangenheit aus den führenden Positionen in 
Politik und Wirtschaf t der westdeutschen Bundesrepublik! 

Schluß mit der Bonner Politik der Grenzforderungen, der Notstandsgesetze und der atomaren 
Kriegsvorbereitung ! 

Auch in Westdeutschland muß die Befreiung vom Faschismus und Militarismus, die am 8. 
Mai 1945 eingeleitet, aber dort wieder rückgängig gemacht wurde, endlich verwirklicht 
werden. 



13 



Braunbuch 

Die Rüstungsmonopole erneut am Hebel 
der Macht 

• Auftraggeber und Nutznießer des Hitlerregimes 

o Hitler zur Macht verholten 

o An der „Arisierung" bereichert 

o Angriffskrieg vorbereitet 

o Fremde Völker ausgeplündert 

o Zur Sklavenarbeit verschleppt 

o „Segensreiche Freundschaft" mit der SS 

o Vernichtung durch Arbeit 

o Kriegsprofite - Millionenprofite 

o Das Urteil der Völker 

• Sie bestimmen im Bonner Staat 

o 94 Männer beherrschen die Wirtschaft 

o Wieder im Rüstungsgeschäft 

o Haupteinpeitscher des Revanchismus 

o Ambras. Otto: Freund und Förderer der SS 

o Bütefisch. Heinrich: Ranggleich mit dem Auschwitz-Kommandanten 

o Sohl. Hans-Günther: Organisator der faschistischen Kriegswirtschaft 

o Abs. Hermann: Sowjetische Kinder zu Tode geschunden 

o Flick. Friedrich: Kommissionär Görings 

o Friedrich. Otto Andreas: Reichsbeauftragter der Hitlerregierung 

• Handlanger der Monopolherren 

o Lflbke. Heinrich: KZ-Bauführer 

o Westrick. Ludger: „Bewährter" Wehrwirtschaftsführer 

o Blessing. Karl: Freund Himmlers 

o Viaion. Karl Friedrich: Buchhalter der SS-Mörder 

o Hettlage. Karl-Maria: SS-Hauptsturmführer und Rüstungsexperte 

• Nazi-Rüstungsexperten - Machthaber Bonns (Namenliste) 



14 



Auftraggeber und Nutznießer des Hitlerregimes 

Um viele Jahrzehnte eines glücklichen Lebens ist das deutsche Volk betrogen worden. Immer 
wieder wurde es in den Teufelskreis Konjunktur-Krise-Krieg hineingetrieben. Im Verlauf der 
letzten 50 Jahre gingen von deutschem Boden zwei verheerende Kriege aus, in denen 65 
Millionen Menschen den Tod fanden. 

Wer brachte der Welt solches Unheil? Wer trägt die Hauptschuld an den millionenfachen 
Verbrechen? 

Dieses Unheil kommt auf das Konto des eroberungswütigen deutschen Imperialismus. Die 
Rüstungsmonopole und Großbanken - IG-Farben, Flick, Thyssen, AEG, Siemens, Krupp, 
Haniel, die Deutsche Bank, die Dresdner Bank, die Commerz-Bank und andere -, sie 
bestimmten maßgeblich die Politik des Hitlerregimes und sind hauptverantwortlich für die 
Kriegs- und Naziverbrechen. 

HITLER ZUR MACHT VERHOLFEN 

Von den Herren der Banken und Konzerne erhielt die Nazi-Bewegung Millionenbeträge zur 
Finanzierung ihrer Wahlen, zur Unterdrückung der Arbeiterbewegung und aller 
demokratischen Kräfte durch faschistische Terrorbanden. Als Gegenleistung erwarteten sie 
von Hitler lohnende Rüstungsgeschäfte. 

Lange vor 1933 bereiteten die Rüstungsmonopole die Hitlerdiktatur vor. Emil Kirdorf, 
Gründer und langjähriger Leiter des Rheinisch- Westfälischen Kohlesyndikats, schrieb am 31. 
Januar 1934 in der „Preußischen Zeitung": 

„Im Jahre 1927 bin ich zum ersten Male mit dem Führer zusammengekommen ...In der 
Erkenntnis, da$ nur die Politik Adolf Hitlers zum Ziele führen werde, habe ich mich in der 
Folgezeit ganz seiner Bewegung zur Verfügung gestellt. Kurz nach der Münchener 
Unterredung landen dann als Auswirkung der vom Führer vertagten und von mir verbreiteten 
Broschüre mehrere Zusammenkünfte des Führers mit leitenden Persönlichkeiten des 
Industriereviers statt, in denen dann Adolf Hitler in knappen und klaren Worten seine Ansicht 
darlegte. " 

Das Ergebnis der Übereinkunft mit Hitler: Die Kohlesyndikate führten fünf Pfennig vom 
Verkaufserlös jeder Tonne Kohle an die Nazi-Partei ab. Durch diese Zahlungen erhielt die 
Hitlerpartei schon vor 1933 jährlich 6150000 RM allein vom Kohlesyndikat! 

Das starke Interesse, das die Konzernherren an der Errichtung der faschistischen Diktatur 
hatten, wurde auch bei der Zusammenkunft Hitlers mit den Rhein- und Ruhrindustriellen im 
Industrieklub Düsseldorf am 27. Januar 1932 deutlich. Über diese Zusammenkunft schrieb 
Fritz Thyssen in seinem 1941 erschienenen Buch „Ich bezahlte Hitler": 



15 



„ ...praktisch führte ich die Verbindung zwischen Hitler und den maßgeblichen rheinisch- 
westfälischen Industriellen herbei. Es ist allgemein bekannt, daß am 27. Januar 1932 - ein 
Jahr, bevor er die Macht ergriff- Adolf Hitler eine zweieinhalbstündige Rede vor dem 
Industrieklub Düsseldorf hielt. Diese Rede machte einen tiefen Eindruck auf die 
versammelten Industriellen, und als Ergebnis floß eine Zahl von bedeutenden Zuwendungen 
aus den Quellen der Schwerindustrie in die Kassen der NSDAP ...In den letzten Jahren vor 
der Machtergreifung leisteten die großen industriellen Verbände laufend Kontributionen. " 

Als die KPD bei den Reichstagswahlen am 6. November 1932 einen Sieg errang (rund sechs 
Millionen Stimmen), die NSDAP jedoch 2 Millionen Wähler verlor, schrieb Schacht am 12. 
November 1932 an Hitler: 

„Es unterliegt für mich gar keinem Zweifel, daß die gegenwärtige Entwicklung der Dinge nur 
das eine Ende haben kann, und das ist Ihre Kanzlerschaft. Es scheint, als ob unser Versuch, 
eine Reihe von Unterschriften aus der Wirtschaft dafür zu bekommen, doch nicht ganz 
umsonst ist... " (Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen 
Militärgerichtshof Nürnberg, 42 Bände, Nürnberg 1947-1949, Bd. I, S. 196, im folgenden: 
IMT) 

In gleichlautenden Schreiben forderten mehrere Großindustrielle und Bankherren noch im 
gleichen Monat vom damaligen Reichspräsidenten Hindenburg, Hitler zum Kanzler zu 
ernennen. ( Siehe Tafel 1 . Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Büro des 
Reichspräsidenten, Akte Nr. 47) 

Nachdem die großen Monopole Hitler an die Macht gebracht hatten, flössen noch größere 
Beträge in die Kassen der Nazi-Partei und ihrer Gliederungen. Unter der Bezeichnung „Adolf- 
Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" ( Siehe Tafel 2 . Archiv des VEB Filmfabrik Wolfen) 
stellten die kapitalistischen Unternehmer auf Initiative der großen Konzerne - insbesondere 
von Krupp, IG-Farben, Flick, Thyssen und anderen - der faschistischen Partei von 1933 bis 
1945 jährlich über 60 Millionen RM zur Verfügung. Allein die Dresdner Bank zahlte im Jahre 
1934 über 120000 RM für die Nazi-Partei. ( Siehe Tafel 2 . Archiv der Deutschen Notenbank 
Dresden, Bestand: Dresdner Bank) 

Außer den Zahlungen für die „Hitler-Spende" machten die Rüstungsmonopole große 
finanzielle Zuwendungen an die SS und andere Organe des nazistischen Terrorapparates. 

Zu den eifrigsten Geldgebern und Förderern der Nazi-Partei zählte Friedrich Flick. Neben 
ständigen Zahlungen an den sogenannten Freundeskreis Himmler - sie machten jährlich über 
100000 RM aus - zahlte Flick große Summen zur „Hitler-Spende" sowie an die örtlichen 
Stellen der Nazi-Partei. So überwies z. B. das zu seinem Konzern gehörende Stahlwerk Riesa 
in der Zeit vom 24. Februar 1933 bis Ende 1934 über 34000 RM an örtliche SA- und SS- 
Verbände. Nach der Unterzeichnung des Münchner Abkommens am 30. September 1938 
sicherte der Vorstandsvorsitzende der IG-Farben, Hermann Schmitz, Hitler weitgehende 
finanzielle Unterstützungen zu: 

„ Unter dem Eindruck der von Ihnen, mein Führer, erreichten Heimkehr Sudetendeutschlands 
ins Reich, stellt Ihnen die IG-Farbenindustrie Aktiengesellschaft zur Verwendung für das 
sudetendeutsche Gebiet einen Betrag von einer halben Million Reichsmark zur Verfügung. " 
(Nürnberger Prozeß, Fall VI, Prozeß gegen Carl Krauch und andere Vertreter des IG- 
Farben-Konzerns, Dok. NI 2795, im folgenden NG, IG-Farben-Prozeß, siehe Tafel 3) 



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Insgesamt stellte der IG-Farben-Konzern (ohne Tochtergesellschaften) der Hitlerclique in den 
Jahren von 1933 bis 1945 über 84 Millionen RM zur Verfügung. 

Die Einflußnahme der Rüstungsmonopole beschränkte sich aber keineswegs auf finanzielle 
Zuwendungen an das Nazi-Regime. Sie fand ihre Krönung in der engen personellen 
Verflechtung der Monopol- und Bankbeauftragten mit dem faschistischen Staat. Vertreter der 
mächtigsten Konzerne waren in allen zentralen Regierungsstellen zu finden. Sie nahmen dort 
Schlüsselstellungen ein. 

So war der Aufsichtsratsvorsitzende der IG-Farben-Industrie AG, Carl Krauch, gleichzeitig 
„Generalbevollmächtigter für Sonderfragen der chemischen Erzeugung" und Leiter des 
„Reichsamtes für Wirtschaftsausbau". In dieser Funktion war er praktisch der staatliche 
Befehlshaber über die gesamte chemische Industrie Hitlerdeutschlands. Führende IG- 
Direktoren nahmen ebenfalls Funktionen im faschistischen Machtapparat ein, z. B. in der 
Deutschen Arbeitsfront (Christian Schneider), im Auswärtigen Amt (von Maltzan), im 
Ostministerium (Felix Prentzel), im OKW Abwehr Inland (Christian Schneider, 
Hauptwehrbeauftragter der IG-Farben), im Rüstungsministerium (Ambros, Bütefisch und 
Wurster), in der Reichsbank (Schmitz), in der Reichsgruppe Industrie (Schmitz), im 
Wirtschaftsministerium (E. R. Fischer), im Länderausschuß für Afrika und Sowjetunion (W. 
R. Mann als Vorsitzender), im Sonderausschuß für Südost-Europa und Ungarn (ligner und 
Reithinger als Vorsitzender), im Wehrwirtschaftsstab Thomas (Krüger und Erich von der 
Hey de). 

Dazu kam eine große Anzahl mittlerer und unterer IG-Farben- Angestellter, die in 
verschiedenen Staats- und Parteidienststellen Hitlerdeutschlands sowie in den besetzten 
Gebieten bei den Militärbefehlshabern und Reichskommissaren die Interessen dieses 
Mammutkonzerns durchsetzten. (Vgl. NG, IG-Farben-Prozeß, Dokumentenbuch der Anklage, 
Nr. 62, S. 253 ff.) 

AN DER „ARISIERUNG" BEREICHERT 

Die einflußreichsten Konzernunternehmen begingen gemeinsam mit der Hitlerclique das 
große Verbrechen der „Arisierung" Deutschlands. Die sogenannte Arisierung jüdischer 
Handwerksbetriebe, Geschäfte und Unternehmen wurde dazu benutzt, sich das persönliche 
Hab und Gut der jüdischen Bevölkerung zu eigen zu machen. Wer „arisieren" und sich auf 
diese Weise bereichern konnte, das bestimmten die Monopolgewaltigen. Sie selbst sicherten 
sich den Löwenanteil. Für die jüdischen Bürger bedeutete das: Entziehung jeglicher 
Existenzgrundlage, Raub des letzten Eigentums, Isolierung vom gesamten öffentlichen Leben, 
Heranziehung zur Zwangsarbeit und später Zentralisierung in Ghettos und ihre vollständige 
Ausrottung. 

Der Mannesmann-Konzern „arisierte" z. B. die acht eisenverarbeitenden Werke der Firma 
Wolf, Netter & Jacobi und andere Betriebe. Krupp nutzte die Judenverfolgung dazu aus, um 
sich Reedereien anzueignen. Friedrich Flick raubte die Betriebe Rawack und Guenfeld AG, 
Berlin, und das Hochofenwerk Lübeck AG. 

Hauptinitiatoren bei der Aneignung jüdischen Vermögens waren die großen Banken, die ihre 
Stammkunden aus den Kreisen der Rüstungswirtschaft regelmäßig über die 
Vermögensbeschlagnahme von „Staatsfeinden" und sogenannten Nichtariern informierten. 
( Siehe Tafel 4 . Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Deutsche Länderbank Nr. 196). 
Schon lange vor der berüchtigten Kristallnacht zum 9. November 1938 - dieser Pogrom war 



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der Auftakt zu Verfolgungen größten Ausmaßes - beschaffte sich die Deutsche Bank einen 
genauen Überblick über Vermögenswerte, um dann bei der Großaktion gegen das jüdische 
Eigentum sofort dabeizusein. ( Siehe Tafel 5 . Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: De- 
Di-BankNr 261) 

Der faschistische Staatsapparat und die Konzerne arbeiteten Hand in Hand. Die von dem 
späteren Staatssekretär in der Bonner Regierung, Globke, mitverfaßten und kommentierten 
Nürnberger Rassengesetze wurden auf Intervention Friedrich Flicks um den Erlaß der 
Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens vom 3. Dezember 1938 
(Reichsgesetzblatt I, S. 1709) erweitert. Flick wurde dadurch ermöglicht, sich wesentlich an 
den Braunkohlengruben des daraufhin arisierten Ignaz-Petschek-Konzerns zu bereichern. 

ANGRIFFSKRIEG VORBEREITET 

Im Januar 1944 bestätigte Gustav Krupp von Bohlen und Halbach in einer Rede, daß die 
deutschen Rüstungsmonopole unmittelbar nach dem verlorenen ersten Weltkrieg damit 
begannen, die wirtschaftlichen Voraussetzungen für ein neues Völkermorden zu schaffen. 
Krupp erklärte: 

„ Es ist das große Verdienst der gesamten deutschen Wehrwirtschaft, daß sie in diesen 
schlimmen Jahren nicht untätig gewesen ist, mochte auch aus einleuchtenden Gründen ihre 
Tätigkeit dem Lichte der Öffentlichkeit entzogen sein. In jahrelanger stiller Arbeit wurden die 
wissenschaftlichen und sachlichen Voraussetzungen geschaffen, um zu gegebener Stunde 
ohne Zeit- und Erfahrungsverlust wieder zur Arbeit für die deutsche Wehrmacht 
bereitzustehen... Nur durch diese verschwiegene Tätigkeit deutschen Unternehmertums ... 
konnte nach 1933 unmittelbar der Anschluß an die neuen Aufgaben der 
Wiederwehrhaftmachung erreicht, konnten dann auch die ganz neuen vielfältigen Probleme 
gemeistert werden. " (IMT, Bd. I, S. 203 f.) 

Nachdem Hitler an die Macht gebracht worden war, begannen die Großindustriellen mit der 
direkten Orientierung auf den Angriffskrieg. Aus den Monopolen wurden Experten in die 
staatlichen Rüstungsgremien lanciert. Hier schufen sie gemeinsam mit den Militärs im 
Interesse ihrer Gesellschaften die Aggressionspläne. 

So wurde z. B. der „Wehrwirtschaftsstab beim Oberkommando der Wehrmacht" von General 
Thomas, einem Aufsichtsratsmitglied des Rheinmetall-Borsig-Konzerns, geleitet. Dieser 
„Wehrwirtschaftsstab" war das staatliche Instrument zur Vorbereitung des „totalen Krieges" 
sowie des Raubes und Abtransportes der Industrieanlagen, Rohstoffe und Lebensmittel aus 
den besetzten Ländern. 

„Generalbevollmächtigter für Sonderfragen der chemischen Erzeugung" und Leiter des 
„Reichsamtes für Wirtschaftsausbau" wurde Carl Krauch, Aufsichtsratsvorsitzender der IG- 
Farben-Industrie AG. Leiter des Sonderausschusses „Chemische Kampfstoffe" beim 
„Beauftragten für den Vierjahresplan", Göring, wurde Otto Ambros, Vorstandsmitglied der 
IG-Farben-Industrie AG, der außerdem als Leiter des „Hauptausschusses für Pulver und 
Sprengstoffe" beim Rüstungsamt fungierte. In diesen Positionen wirkten die 
Monopolvertreter unmittelbar an der Vorbereitung und Organisation des Angriffskrieges mit. 

Der Leiter des Wehrwirtschaftsstabes, General Thomas, beteiligte sich bereits 1940 an der 
Ausarbeitung des „Barbarossa-Planes". In einer Aktennotiz über eine Besprechung mit seinen 



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Mitarbeitern, die er am 28. Februar 1941 zur Vorbereitung des bevorstehenden Überfalls auf 
die Sowjetunion durchführte, heißt es: 

„ ...Hauptaufgabe der Organisation werde in der Erfassung von Rohstoffen und in der 
Übernahme aller wichtigen Betriebe bestehen. Für die letztere Aufgabe würden 
zweckmäßigerweise von Anfang an zuverlässige Persönlichkeiten deutscher Konzerne 
eingeschaltet werden, da nur mit Hilfe ihrer Erfahrungen von Beginn an eine erfolgreiche 
Arbeit geleistet werden könne. " (IMT, Bd. XXVII, Dok. 1317 -PS, S. 170 ff.) 

Der IG-Farben-Konzern schuf Anfang 1935 eine eigene IG-„Vermittlungsstelle W" 
(Wehrmacht), die mit dem „Wehrwirtschaftsstab bei OKW" die wirtschaftlichen 
Kriegsvorbeitungen und Mobilisierungspläne zu organisieren hatte. Allen IG-Direktoren 
wurde schon 1935 von der „Vermittlungsstelle W" mitgeteilt, daß diese Instanz folgende 
Aufgaben habe: 

„ ... die zentrale Bearbeitung der Mobilmachungspläne, die Fragen der Umstellung der 
Produktion und der Verlegung der Produktion, die Sicherstellung von Rohstoffen, die Fragen 
der Lagerhaltung, Transportfragen, Sicherstellung bzw. Verschiebung von Arbeitskräften. " 
(Archiv des VEB Elektrochemisches Kombinat Bitterfeld, Dok. vom 28. August 1935) 

Bereits am 23. Oktober 1935 informierte die IG-„Vermittlungsstelle W" die Konzernleitung 
über den Wehrwirtschaftsmechanismus und dessen Arbeitsweise im Kriegsfalle. 

Die Rüstungsindustriellen bestimmten maßgeblich die Ziele des hitlerfaschistischen Raub- 
und Vernichtungskrieges. Noch ehe z. B. Hitlerdeutschland mit der französischen Vichy- 
Regierung den für Frankreich schmachvollen Waffenstillstandsvertrag von Compiegne 
schloß, hatte die IG-Farben begonnen, Pläne für die Einverleibung der chemischen Industrie 
des ganzen europäischen Kontinents auszuarbeiten. Am 21. Juni 1940 lud Georg von 
Schnitzler, der Vorsitzende des Kaufmännischen Ausschusses, einen auserwählten Kreis zu 
einer Tagung nach Frankfurt a. M. ein. Und noch bevor die faschistische Kriegsmaschine 
ganz Europa okkupiert hatte, wurde hier über die „ im künftigen Friedensvertrag zu 
verankernde Ordnung der gesamten europäischen Belange auf dem Chemie-Sektor" beraten 
und über die chemischen Industrien der mit Hitlerdeutschland im Kriege befindlichen, aber 
auch der neutralen und verbündeten Länder entschieden. 

Auch für den Überfall auf Großbritannien lieferte IG-Farben dem Faschismus die 
entsprechenden Kriegsziele. Bereits bei der Ausarbeitung der „Operation Seelöwe" legte man 
fest, welche Industriebetriebe Englands von den IG-Farben nach Abschluß der militärischen 
Operationen okkupiert werden sollten. 

Von Schnitzler sah sich am 8. August 1945 zu dem Eingeständnis gezwungen: 

„Durch diese Handlungsweise übernahm die IG eine große Verantwortung und stellte eine 
wesentliche und auf dem chemischen Gebiet entscheidende Hilfe für Hitlers Außenpolitik, die 
zum Krieg und zu Deutschlands Ruin führte. So muß ich den Schluß ziehen, daß die IG 
weithin für Hitlers Politik verantwortlich ist. " (NG, IG-Farben-Prozeß, Dok. NI 5196) 

Die Forderung der IG-Farben war eindeutig: Europäischer Großraum unter Führung 
Hitlerdeutschlands, auf dem Gebiet der chemischen Produktion unter Führung der IG-Farben. 



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Krupp, Flick, Thyssen, Siemens, AEG und andere Konzerne forderten den Führungsanspruch 
für die Kohle-, Stahl- und Elektroindustrie in Europa. 

FREMDE VÖLKER AUSGEPLÜNDERT 

Der imperialistische Krieg und die damit gebotene Chance, sich auf Kosten der europäischen 
Völker zu bereichern, befreite die Rüstungsindustriellen von den letzten Hemmungen. Im 
Sommer 1942, als die Hitlerfaschisten ihren Sieg über die Völker in greifbarer Nähe glaubten, 
sagte Propagandaminister Goebbels triumphierend, daß Hitlerdeutschland den Krieg nicht um 
schöne Ideale führe, sondern um materielle Dinge. Es gehe um das ukrainische Getreide, um 
Kohle und Erz und das kaukasische Erdöl. Hitlerdeutschland werde sich in der Ukraine, im 
Kubangebiet und im Kaukasus gesundstoßen. 

Schon bevor die faschistische Wehrmacht die auszuplündernden Gebiete erobert hatte, 
präsentierte die Rüstungsindustrie ihre speziellen Ansprüche. In einem Schreiben der 
Wirtschaftspolitischen Abteilung der IG-Farben vom 15. Juli 1940 an den Direktor des 
Konzerns, Otto, forderte der IG- Abwehrbeauftragte des „Büros Berlin NW 7" die Direktoren 
auf, Adressen von Patentämtern, Konstruktionsbüros, Forschungsinstituten usw. zu nennen, 
die nach der geplanten Besetzung Großbritanniens für die IG zu beschlagnahmen seien. 
Besonders weitreichende Pläne entwickelten die großen Rüstungsmonopole zur 
Ausplünderung der Sowjetunion. Kennzeichnend dafür ist, daß z. B. die IG-Farben schon 
wenige Tage nach dem Überfall eine umfassende Liste der sowjetischen Chemiebetriebe 
vorlegte, die ihrem Machtbereich einverleibt werden sollten. Auch die AEG war zur Stelle. 
Für den Beutezug in die Sowjetunion gründete sie eigens die „AEG Ostlandwerk G.m.b.H.". 

Aus einem als „Staatsgeheimnis" deklarierten Schreiben der Wirtschaftspolitischen Abteilung 
der IG-Farben vom 17. Januar 1945 über den „Stand der deutsch-ungarischen 
Wirtschaftsbeziehungen" geht hervor, daß die Konzernherren noch angesichts der totalen 
Niederlage fieberhaft bemüht waren, Industrieanlagen und Wirtschaftsgüter für den deutschen 
Imperialismus zu rauben. ( Siehe Tafel 6 . Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: IG- 
Farben, Nr. 1080) 

ZUR SKLAVENARBEIT VERSCHLEPPT 

Über 20 Millionen Menschen aus nahezu allen Ländern Europas wurden von den deutschen 
Faschisten als Arbeitssklaven nach Hitlerdeutschland verschleppt, viele Hunderttausend von 
ihnen geschunden, erschlagen, erschossen und vergast. Das umfangreiche Beweismaterial 
über die schrankenlose Ausbeutung und Unterdrückung ausländischer Zwangsarbeiter durch 
die deutschen Konzerne veranlagte den Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zu der 
Schlußfolgerung: „Die Verschleppung zur Sklavenarbeit war vielleicht das schrecklichste 
und größte Sklavenunternehmen der Geschichte. " (IMT, Bd. II, S. 164) 

Für die ungeheuren Verbrechen der Massendeportation von Millionen Menschen wurde 
Reichsstatthalter Fritz Sauckel, Gauleiter und General der SS, „Generalbevollmächtigter für 
den Arbeitseinsatz", als einer der Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg vor Gericht gestellt und 
zum Tode verurteilt. Die Rüstungsindustriellen jedoch, die sich am Einsatz von 
Zwangsarbeitern maßlos bereicherten, wurden nicht zur Verantwortung gezogen. 

In vielen Betrieben bestand die Mehrheit der Belegschaft aus Zwangsarbeitern. So betrug der 
Anteil der ausländischen Arbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen in den 
Mitteldeutschen Stahlwerken (Flick-Konzern) 52 Prozent der gesamten Belegschaft. Bei der 



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AEG Hennigsdorf waren es sogar 61 Prozent. Das Krupp-„Familienunternehmen" beutete in 
seinen Betrieben insgesamt 97952 ausländische Zivilarbeiter, Kriegsgefangene und KZ- 
Häftlinge aus. Unter Bruch des Artikels 13 der Genfer Konvention wurden viele 
Kriegsgefangene zur Sklavenarbeit in der Rüstungsindustrie eingesetzt. 

In allen Großbetrieben glichen sich die mörderischen Ausbeutungsmethoden sowie die 
Lebensbedingungen der Deportierten und Kriegsgefangenen. In seiner eidesstattlichen 
Erklärung vor dem Nürnberger Tribunal schilderte Dr. W. Jäger die Lage der französischen 
Kriegsgefangenen in den Betrieben des Kriegsverbrechers Krupp: 

„Das französische Kriegsgefangenenlager in der Nöggerathstraße war durch einen 
Luftangriff zerstört worden, und die Insassen wurden für fast ein halbes Jahr in Hundehütten, 
Pissoiren und alten Backöfen untergebracht. Die Hundehütten waren l m hoch, 3 m lang und 
2 m breit. Fünf Mann schliefen in einer jeden Hütte. Die Gefangenen mußten auf allen Vieren 
in diese Hundehütten hineinkriechen. In diesem Lager gab es keine Tische, Stühle oder 
Schränke. Es waren auch nicht genügend Decken vorhanden. Im ganzen Lager gab es kein 
Wasser. Die ärztlichen Untersuchungen, die stattfanden, mußten im Freien vorgenommen 
werden." (IMT, Bd. III, S. 497) 

Von den ausländischen Zwangsarbeitern gehörten die sowjetischen und polnischen Menschen 
zu den Ausländergruppen, die der größten Diskriminierung ausgesetzt waren. Sie wurden so 
wie alle jüdischen Menschen gezwungen, ein diskriminierendes Kennzeichen zu tragen. Die 
Auffassung der Rüstungsindustriellen, daß die slawischen Völker nur „minderwertige 
Rassen" darstellen und diese Menschen noch weit mehr ausgebeutet werden können als die 
aus den westlichen europäischen Ländern verschleppten Zwangsarbeiter, spiegelt sich 
besonders in einer von den IG-Farben erlassenen Weisung wider: 

„ Russische Frauen können ohne weiteres an Männerarbeit gestellt werden, wie überhaupt 
irgendwelche Rücksichten auf Schutzbestimmungen der Arbeitszeit oder Gewerbeordnung 
unangebracht sind. " (Archiv des VEB Filmfabrik Wolfen, Bestand: IG-Farben) 

Nach der Niederlage der Hitlertruppen im Dezember 1941 vor Moskau wurde der Schrei der 
Konzernherren nach Arbeitskräften immer lauter. Die deutschen Imperialisten machten sich 
jetzt Gedanken, wie sie die Arbeitskraft der sowjetischen Menschen, insbesondere der 
Kriegsgefangenen, besser ausnutzen könnten. 

In einem Aktenvermerk des Ministerialdirektors des Reichsarbeitsministeriums, Dr. 
Mansfeld, vom 20. Februar 1942 heißt es: 

„Die gegenwärtigen Schwierigkeiten im Arbeitseinsatz wären nicht entstanden, wenn man 
sich rechtzeitig zu einem großzügigen Einsatz russischer Kriegsgefangener entschlossen 
hätte. Es standen 3, 9 Millionen Russen zur Verfügung. Davon sind nur noch 1, 1 Millionen 
übrig. " (Beweisdokumente für die Spruchgerichte in der Britischen Zone, 15. Mai 1946, Dok. 
Nr. 84) 

Über die Auswirkungen der grausamen Ausbeutung sowjetischer Menschen in den Krupp- 
Werken sagte Dr. W. Jäger in Nürnberg unter Eid aus: 

„ Der Versorgungsplan schrieb eine kleine Menge Fleisch pro Woche vor. Dafür durfte nur 
Freibankfleisch verwendet werden, welches entweder pferdetuberkulöses oder vom Tierarzt 
verworfenes Fleisch war... Flecktyphus war auch unter diesen Arbeitern verbreitet. Läuse, 



21 



die Träger dieser Krankheit, zusammen mit unzähligen Flöhen, Wanzen und anderem 
Ungeziefer plagten die Insassen dieser Lager. Als Ergebnis der schmutzigen Zustände in 
diesen Lagern hatten fast alle Ostarbeiter Hautkrankheiten. Die mangelnde Ernährung 
verursachte Fälle von Hunger-Ödem, Nephritis und Shighekruse. " (IMT, Bd. III, S. 495) 

Mit welchen bestialischen Methoden ausländische Zwangsarbeiter von Rüstungsindustriellen 
zu Tode geschunden wurden, kam auch in den von ihnen angewandten Strafsystemen zum 
Ausdruck. Das vom Graetz-Konzern während des zweiten Weltkrieges entwickelte und 
praktizierte betriebseigene Strafsystem ermöglichte dem Konzern die Ausplünderung der 
Zwangsarbeiter und Juden bis zur völligen physischen Erschöpfung. Folgende Strafen 
wendete dieser Konzern, dessen „Betriebsführer" Erich Graetz von Hitler zum 
„Wehrwirtschaftsführer" ernannt worden war und in dessen Aufsichtsrat die Deutsche Bank 
vertreten war, an: 

„ Ordnungsübung nach der Arbeitszeit, Zuteilung zum Straftrupp nach der Arbeitszeit, 
Entziehung der Mittagsverpflegung bis zu 3 Tagen, Dunkelhaft bei Wasser und Brot ohne 
Schlafgelegenheit, Verbot von ärztlicher Betreuung. " (Archiv des VEB Werk für Signal- und 
Sicherungstechnik, Berlin-Treptow, Bestand: Graetz-Konzern) 

Oftmals griffen die Rüstungsindustriellen zur Prügelstrafe, um die ausländischen 
Zwangsarbeiter einzuschüchtern. Außerdem waren diese Arbeiter der „ ... ständigen Aufsicht 
der Gestapo und der SS unterworfen, und wenn sie versuchten, ihre Arbeitsstellen zu 
verlassen, wurden sie in Erziehungs- oder Konzentrationslager überführt". (IMT, Bd. 1, S. 
276) 

Der Hescho-Konzern in Hermsdorf/Thür., dessen Belegschaft zu 53 Prozent aus 
ausländischen Zwangsarbeitern bestand, übergab ständig deutsche und ausländische Arbeiter 
der Gestapo, um die „Betriebsruhe" zu wahren und jeden Willen zum Widerstand zu brechen. 
Die Rüstungsindustriellen fürchteten die Solidarität der deutschen mit den ausländischen 
Arbeitern. In Betriebsbekanntmachungen drohten sie deutschen Arbeitern mit Schwerststrafen 
und in vielen Fällen sogar mit der Todesstrafe. ( Siehe Tafel 7 . Archiv des VEB Galvanik 
Leipzig, Bestand: Langbein Pfanhauser Werke AG und Archiv des VEB Keramische Werke 
Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern) 

Die Großindustriellen schreckten nicht davor zurück, auch Kinder nach Hitlerdeutschland zu 
deportieren, um sie der Rüstungsproduktion nutzbar zu machen. Weil das faschistische 
Regime für polnische und russische Kinder einen Kinderschutz ausschloß, wurde die 
Kinderarbeit zum lukrativsten Geschäft überhaupt. Viele Konzerne forderten Kinder an und 
führten sie unter Angabe ihrer Tätigkeitsbereiche in den Personalakten. So befanden sich z. B. 
beim Hescho-Konzern, der aufs engste mit der Deutschen Bank liiert war, Kinder im Alter 
von acht Jahren. Für sie wurde ein Stundenlohn von 1 1 Pfennig festgelegt. ( Siehe Tafel 8 . 
Archiv des VEB Keramische Werke Hermsdorf, Bestand: Hescho-Konzern) Der Reingewinn 
des Hescho-Konzerns erhöhte sich auf diese Weise von 774 000 RM im Jahre 1938 auf 10,4 
Millionen RM im Jahre 1942. 

Viele Kinder, die mit ihren Müttern oder auch getrennt von ihren Eltern nach Deutschland 
deportiert waren, wurden Opfer der deutschen Konzernherren. Sie starben an den Folgen 
unmenschlicher Ausbeutung und Mißhandlung. 



„SEGENSREICHE FREUNDSCHAFT" MIT DER SS 



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Ein besonders enges Verhältnis hatten die deutschen Rüstungsindustriellen zur SS, die vom 
alliierten Militärgerichtshof in Nürnberg zur „verbrecherischen Organisation" erklärt wurde. 
Der „Freundeskreis des Reichsführers SS", der auf ihre Initiative geschaffen wurde, vereinte 
unter anderem Vertreter folgender Konzerne: 



• Siemens- Schuckert- Werke AG, 

• IG-Farben-Industrie AG, 

• Mitteldeutsche Stahlwerke (Flick-Konzern), 

• Wintershall AG, 

• Vereinigte Stahlwerke AG, 

• Portland-Zement AG, 

• Braunkohle-Benzin AG, Berlin, 

• Robert-Bosch-Konzern, Stuttgart, 

• Rheinmetall Borsig, 

• Ilseder Hütte, 

• Deutsch-amerikanische Petroleum-Gesellschaft, 

• Hamburg-Amerika-Linie, 

• Norddeutscher Lloyd, Bremen, 

• Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft, Dessau, 

• Deutsche Bank, 

• Dresdner Bank, 

• Commerz- und Privatbank AG, Berlin, 

• Bankhaus Stein. 



Die im „Freundeskreis" zusammengeschlossenen Konzerne und Banken überwiesen „für 
besondere Aufgabengebiete" jährlich über eine Million RM an die SS. Sie unterstützten diese 
Verbrecherorganisation beim Aufbau ihrer Vernichtungslager und bei der Ausrottung der 
politisch und rassisch Verfolgten. 

Über den „Freundeskreis", der monatlich unter Leitung Himmlers zu „zwanglosen 
Unterhaltungen" zusammentraf, sicherten sich die Bank- und Konzernherren die Kontrolle 
und den Einblick in die geheimsten Sphären der Hitlerdiktatur. Die Zusammenarbeit zwischen 
den Rüstungsmonopolen und der SS charakterisierte der frühere SS-General Karl Wolff in 
seiner eidesstattlichen Erklärung: 

„Das Verhältnis zwischen Himmler und den Mitgliedern des Freundeskreises, solange ich an 
den Zusammenkünften des Freundeskreises teilgenommen, war so ein gutes, und Himmler 
nahm die Herren öfters auf Führung mit, um sie mit der Arbeit und den Problemen der SS 
vertraut zu machen und ihnen zu zeigen, wofür ihre Geldspenden verwendet werden. Ich 
glaube, es war 1937, als Himmler die Mitglieder des Freundeskreises zu einer Besichtigung 
seiner Porzellanfabrik Allach und des Konzentrationslagers in Dachau einlud." (NG, IG- 
Farben-Prozeß, Dokumentenbuch der Anklage, Nr. 91, S. 23 f.) 

Die Konzernherren konnten nicht oft genug hervorheben, daß sich ihre „Freundschaft mit der 
SS sehr segensreich auswirkt" (IG-Farben- Vorstandsmitglied Otto Ambros in einem Brief), 
und dabei lobend erwähnen, daß die Wünsche der Monopole von der SS voll befriedigt 
wurden. 



Großbetriebe gingen dazu über, Gestapo-Gefängnisse zur eigenen Verwendung einzurichten. 
In einem Schreiben der AEG, Apparatewerke Treptow, vom 14. September 1944 heißt es 
unter anderem: 



23 



„Mit Einverständnis des Herrn Kommissar Refeldt haben wir zur Entlastung der Geheimen 
Staatspolizei im Lager Johannisthal zwei Zimmer eingerichtet, eins für Männer, eins für 
Frauen, die wir zu erzieherischen Zwecken unserer ausländischen Arbeitskräfte benötigen" 
(Archiv des VEB Elektroapparate- Werke, Berlin Treptow, Bestand: AEG-Konzern) 

Die großen Konzerne errichteten in den Jahren des Krieges sogar betriebseigene 
„Arbeitserziehungslager", die den Konzentrationslagern ähnlich waren. Auf der 
Direktionssitzung des IG-Farben-Konzerns in Ludwigshafen am 5. Juni 1943 wurde zur 
Einrichtung betriebseigener „Arbeitserziehungslager" mitgeteilt: 

„Im Einvernehmen mit der Gestapo wurde im Laufe dieser Woche ein 

Arbeitserziehungslager, vorläufig für Gefolgschaftsmitglieder ausländischer Nationalitäten, in 
Betrieb genommen, von dem wir uns nach den Erfahrungen aus anderen Werken ein 
wirksames Abstellen von Verstößen gegen die Arbeitsordnung versprechen." (Archiv des 
VEB Filmfabrik Wolfen, Bestand: IG-Farben) 

Den Rüstungsmonopolen genügte selbst der Terror der Gestapo gegenüber den 
Zwangsarbeitern nicht. So beschwerte sich das IG-Farben- Werk Auschwitz (!) über das zu 
„schlappe" Auftreten der Gestapo und forderte schärferes Durchgreifen. 

VERNICHTUNG DURCH ARBEIT 

Eine Aktennotiz des IG-Farben-Konzerns über eine Besprechung der Gestapo mit Direktoren 
Berliner Konzernbetriebe am 9. Februar 1942 beweist, daß die Monopolherren schon einige 
Tage nach der berüchtigten Wannsee-Konferenz eingehend über die bevorstehenden 
Maßnahmen der Gestapo unterrichtet wurden. (Auf der Tagung am 20. Januar 1942 in Berlin- 
Wannsee beschlossen führende Faschisten - unter ihnen der 1962 in Jerusalem hingerichtete 
Massenmörder Eichmann und der in Nürnberg abgeurteilte Globke -Vorgesetzte, 
Staatssekretär Stuckart - die sogenannte Endlösung der Judenfrage, d. h. die Ermordung von 
1 1 Millionen Juden.) 

In Treblinka, Belzec und Auschwitz begann die systematische Ausrottung von Kindern, 
Frauen und Greisen. Die mächtigsten Monopole stiegen sofort in dieses verbrecherische 
Geschäft ein. Sie erdachten und praktizierten die Methode „Vernichtung durch Arbeit". In 
unmittelbarer Nähe der Vernichtungslager errichteten sie riesige Werke. Hier wurden die 
Juden ohne Entlohnung, bei schlechtester Verpflegung und völlig unzureichenden sanitären 
Einrichtungen zur Arbeit getrieben. 

Der KZ-Kommandant von Auschwitz, Rudolf Höß, nannte in seiner eidesstattlichen 
Erklärung (NG, IG-Farben-Prozeß, NI 034) unter anderem folgende Monopole, die in 
umfangreichem Maße KZ-Häftlinge auf das unmenschlichste ausbeuteten: IG-Farben, 
Siemens & Halske, Krupp, Daimler-Benz und Henschel. 

Eine besonders schändliche Rolle bei der Ausplünderung der jüdischen Häftlinge spielten die 
IG-Farben. Für den Ausbau des KZ Auschwitz zum größten Massenvernichtungslager gaben 
sie der SS Geld und Baumaterialien. Die Konzernherren wollten massenhaft KZ-Häftlinge in 
Auschwitz unterbringen, um die durch Arbeit Vernichteten ständig ersetzen zu können. 

In der Regel wurden die arbeitsfähigen Häftlinge von den IG-Farben in drei bis sechs 
Monaten zugrunde gerichtet. Anschließend wurden die Opfer, auf Veranlassung der 



24 



Monopolherren, als ungeeignete Arbeitskräfte zur Vernichtung in die Gaskammern der SS 
abgeschoben. 

Die deutschen Monopole, und hier in besonderem Maße wieder die IG-Farben, verdienten 
aber auch an den Sterbenden: Sie wurden mit dem in den Laboratorien der IG-Farben 
entwickelten Giftgas „Zyklon B" ermordet. 

Den Monopolen der pharmazeutischen Industrie bot die „Endlösung" noch weitere 
gewinnbringende Möglichkeiten. Um kostenintensive und langwierige pharmakologische 
Untersuchungen zu vermeiden, wurden mit wenig oder nicht erprobten Medikamenten 
Experimente an Häftlingen vorgenommen. Zu diesem Zweck versandten die IG-Farben 
massenweise „Medikamente" an die KZ-Ärzte. Die Versuche führten zum qualvollen Tod 
vieler Häftlinge. 

KRIEGSPROFITE-MILLIONENPROFITE 

Das Aufrüstungsprogramm der Hitlerregierung und der imperialistische Raubkrieg brachten 
den großen Konzernen in den Jahren 1933 bis 1945 riesige Profite. So heißt es z. B. im 
Vorstandsbericht des Konzernbetriebes Elbtalwerk (EAG), Heidenau, und seiner Zweigwerke 
vom 30. Dezember 1943 (Tochtergesellschaft des Mansfeld-Konzerns): 

„ Zunächst die Umsätze, rückschauend auch auf die vorausgegangene Zeit seit Beginn des 
Krieges: 



Gesamtumsatz 1939 


5246000 RM 


Gesamtbelegschaft 


648 


Gesamtumsatz 1940 


6463000 RM 


Gesamtbelegschaft 


747 


Gesamtumsatz 1941 


8382000 RM 


Gesamtbelegschaft 


1000 


Gesamtumsatz 1942 


13414000 RM 


Gesamtbelegschaft 


1434 


Gesamtumsatz 1943 


27000000 RM 


Gesamtbelegschaft 


2581 



Bei einem Durchschnittsumsatz von 3 Millionen pro Monat, den wir unbedingt zu halten 
hoffen, werden wir bei dem gegenwärtigen Auftragsbestand etwa 2 bis 2Vi Jahr voll zu tun 
haben " (Archiv des VEB Elbtalwerk, Heidenau, Bestand: Elektrizitäts-AG) 

Die IG-Farben wiesen von 1932 bis 1943 folgende Gewinnentwicklung in Millionen RM aus: 

1932 1937 1939 1943 

48 231 363 822 

(Nach Berechnungen des Komitees zum Studium der gesellschaftlichen Verhältnisse und 
ihrer Veränderungen in Westdeutschland.) 

Jahresumsatz der IG-Farben in Millionen RM: 



1933 1938 1939 1943 



25 



894,3 1645,4 1988,0 3115,6 

Das Aktienkapital der IG-Farben wurde von 720 Millionen RM im Jahre 1938 auf 1400 
Millionen RM bis zum Jahre 1942 erhöht. Die in Bilanzen ausgewiesenen Reserven stiegen 
von 292,3 Millionen auf 440,2 Millionen RM. 

Der Siemens-Konzern hielt, ebenso wie die meisten anderen Großunternehmen, in den 
Kriegsjahren seine Umsätze geheim; allein von 1933 bis 1938 stiegen sie durch seine 
Beteiligung an der Aufrüstung von 329 Millionen auf 964 Millionen RM. Die ausgewiesenen 
Reserven erhöhten sich von 204,7 Millionen RM Ende 1938 auf 280,3 Millionen RM Ende 
1942. Das Aktienkapital vergrößerte sich in dieser Zeit sogar von 227,1 Millionen auf 640 
Millionen RM. 

Die Aufrüstung Hitlerdeutschlands sicherte auch dem Krupp-Konzern riesige Profite. Nach 
den Angaben des USA-Hauptanklägers im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß, 
Jackson, stiegen in den Jahren 1935 bis 1941 die offiziell ausgewiesenen, in Wirklichkeit aber 
wesentlich höheren Gewinne nach Abzug der Steuern, Geschenke und Reserven auf fast das 
Doppelte an, und zwar von 57 Millionen auf 111 Millionen RM. 

Beim Mannesmann-Konzern wuchsen die Umsätze von 88,7 Millionen RM im Jahre 1933 auf 
466 Millionen RM im Jahre 1943. Die aus den veröffentlichten Bilanzen nach Vornahme aller 
Sonderabschreibungen zu errechnenden Reingewinne erhöhten sich in den gleichen Jahren 
von 1 1,3 Millionen auf 83,6 Millionen RM. 

Die Bilanzsumme des AEG-Konzerns stieg in den Jahren des Krieges von 598 Millionen auf 
1,2 Milliarden RM. 

Ähnlich sah es auch bei den anderen Konzernen aus. 

DAS URTEIL DER VÖLKER 

Das Unheil, das vom Hitlerregime der Rüstungsmonopole und Großbanken über Deutschland 
und die anderen Länder gebracht wurde, ist unermeßlich. Es war ein Glück für die 
Menschheit, ein Glück besonders für das deutsche Volk, daß die Armeen der 
Antihitlerkoalition - vor allem die Truppen der Sowjetarmee - Deutschland von der 
faschistischen Schreckensherrschaft befreiten. Einmütig forderten die Völker, alle Schuldigen 
an den Verbrechen gegen den Frieden und gegen die Menschlichkeit gerecht zu bestrafen. 

Diese entschlossene Forderung zwang auch die westlichen Alliierten, die Anklage auf einen 
Teil der Rüstungsgewaltigen auszudehnen. Auf sie traf das Urteil des Internationalen 
Militärgerichtshofes in erster Linie zu: 

„Die Diktatur, hinter der sich diese Menschen zu verschanzen suchten, war ihre eigene 
Schöpfung. Von dem Wunsche getrieben, sich selbst eine Machtstellung zu schaffen, haben 
sie das System aufgebaut, von dem sie ihre Befehle empfingen. Der Fortbestand dieses 
Systems hängt von ihrer dauernden Unterstützung ab." (IMT, Bd. XIX, S. 515) 

Auch das Potsdamer Abkommen enthielt die Forderung, die Machtkonzentration des 
deutschen Monopolkapitals zu beseitigen. Es wurde festgelegt: 



26 



„In praktisch kürzester Frist ist das deutsche Wirtschaftsleben zu dezentralisieren mit dem 
Ziel der Vernichtung der bestehenden Konzentration der Wirtschaft, dargestellt insbesondere 
durch Kartelle, Syndikate, Truste und Monopolvereinigungen. " (Das Potsdamer Abkommen 
und andere Dokumente, Kongress-Verlag, Berlin 1950, S. 18) 

Das Urteil der Völker war eindeutig und klar: 

Die Monopolgewaltigen, die die Politik des Hitlerregimes maßgeblich bestimmten und 
hauptverantwortlich für die Kriegs- und Naziverbrechen sind, müssen entmachtet und bestraft 
werden. Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Entwicklung Deutschlands zu einem 
einheitlichen, friedlichen und demokratischen Staat, die wichtigste Voraussetzung dafür, daß 
von deutschem Boden nie wieder ein Krieg ausgeht. 



Sie bestimmen im Bonner Staat 

Über 20 Jahre sind seitdem vergangen. Was geschah mit den Auftraggebern und Nutznießern 
des Hitlerregimes? Wurden sie entmachtet und bestraft? Und wurde in ganz Deutschland, im 
Herzen Europas, mit dem Streben nach Eroberung anderer Länder, nach Herrschaft über 
andere Völker, mit Völkerhaß und Aggression für alle Zeiten Schluß gemacht? 

„ Wir haben in der Deutschen Demokratischen Republik, also dort, wo die Werktätigen das 
Heft in der Hand haben, die Grundsätze der Anti-Hitler-Koalition für die Gestaltung der 
deutschen Nachkriegsverhältnisse konsequent entwickelt. Wir haben in jeder Beziehung die 
Lehren des zweiten Weltkrieges beherzigt. Der preußisch-deutsche Militarismus, Geißel der 
Deutschen und Geißel anderer Völker, wurde mit der Wurzel gerodet. Jedem Drang nach 
Eroberungen, jedem Streben nach Raub und Beute, nach dem Territorium anderer Völker 
wurde der Boden entzogen. 

Bei uns gilt der Revanchismus als Verbrechen, das gerichtlich geahndet wird. Kriegs- und 
Naziverbrecher wurden entmachtet und bestraft. Bei uns gibt es keine Fabrik, kein Werk, kein 
Büro, kein Stück Boden, die den Interessen von Kriegs- und Rüstungsgewinnlern dienen. Wer 
bei uns gegen andere Völker hetzt, wer zum Krieg auffordert, wird als Feind des Volkes 
angesehen. 

Die Grundforderungen der deutschen Arbeiterbewegung, die menschlichsten Ideen aller 
großen deutschen Humanisten: Frieden, sozialer und kultureller Fortschritt, internationale 
Zusammenarbeit und Völkerverständigung sind die Grundlage der Staatsdoktrin der 
Deutschen Demokratischen Republik. " (Aus dem von der Volkskammer der DDR am 5. Mai 
1965 einmütig gebilligten „Manifest an das deutsche Volk und an die Völker und 
Regierungen der Welt", Neues Deutschland, Berlin, 6. Mai 1965) 

94 MÄNNER BEHERRSCHEN DIE WIRTSCHAFT 

In Westdeutschland wurde das Urteil der Völker, die Monopolgewaltigen zu entmachten, 
nicht vollstreckt. Die Festlegungen des Potsdamer Abkommens wurden unter der 



27 



Schutzherrschaft vor allem der amerikanischen Besatzungsmacht gebrochen. Die 
Monopolgesellschaften - die Konzerne, Kartelle, Trusts -blieben erhalten. 

Nach der separaten Währungsreform in Westdeutschland 1948 waren die meisten Konzerne in 
der Lage, die durch die Kriegsgewinne enorm erhöhten Reichsmark- Aktien zu günstigen 
Bedingungen in neue DM-Aktien umzutauschen. So erhielten, um nur ein Beispiel zu nennen, 
die Aktionäre der Vereinigten Stahlwerke, insbesondere die Familie Thyssen, für eine alte 
Aktie im Nominalwert von 1000 RM neue Aktien im Nominalwert von mehr als 3000 DM. 
Wenn man noch die Reserven mit einrechnet, erhöhte sich das Gesamtkapital dieses Konzerns 
von 731,5 Millionen RM im Jahre 1938 auf nun 3655,3 Millionen DM; bei der 
„Ausgründung" seiner 18 Nachfolgeunternehmen im Bonner Staat ist es durch seine 
Kriegsprofite nahezu verfünffacht worden. 

Die IG-Farben konnten ebenfalls ihre Kriegsgewinne voll und ganz realisieren. Die Badische 
Anilin- und Sodafabrik AG, Ludwigshafen (BASF), - eine der drei Nachfolgegesellschaften 
der IG-Farben - zahlte für das Wirtschaftsjahr 1963 eine Dividende von 18 Prozent und wies 
in der Bilanz einen Gewinn von 144 Millionen DM aus. 

Die Farbwerke Hoechst AG zahlten 139 Millionen und die Farbenfabriken Bayer AG 150 
Millionen DM an ihre Aktionäre. 

Die aus den Bilanzen zu errechnende Mindestsumme der wirklichen Reingewinne betrug nach 
den Angaben des Deutschen Wirtschaftsinstituts allein bei den drei großen 
Stammgesellschaften der IG-Farben im Jahre 1963 1782 Millionen DM. Somit stecken die 
gleichen Konzernherren, die unter Hitler Milliarden Profite zusammenrafften, auch heute 
Milliarden in die Taschen. 

Der Einfluß und die Macht dieser Konzernherren haben einen Grad erreicht, den die 
westdeutsche regierungstreue bürgerliche Wochenzeitung „Christ und Welt" als „Die totale 
Macht der hundert Männer" charakterisiert, die voll des sozialen Sprengstoffs ist: 

„Zusammengerechnet sind es 94 Männer, die in der kombinierten Funktion als Vorstände und 
Aufsichtsräte den Kern der westdeutschen Wirtschaft beherrschen. Sie sind als Kollektiv nur 
sich selbst verantwortlich.." (Christ und Welt, Stuttgart, 4. September 1964) 

Fragt man, wer diese Männer sind und wie sie heißen, so erhält man eine erschreckende 
Antwort: Es sind zum überwiegenden Teil die gleichen Personen wie vor 1945, ja, es sind 
jene Kriegsverbrecher, die nach dem Urteil der Völker entmachtet und bestraft werden 
sollten. 

Nur einige der Rüstungsindustriellen wurden vom amerikanischen Militärgericht zu geringen 
Strafen verurteilt, die sie dank der Fürsprache der Bonner Regierung nicht einmal abzusitzen 
brauchten. Heute gehören die Hauptverantwortlichen für die Kriegs- und Naziverbrechen, die 
IG-Farben-Direktoren, Flick, Krupp und andere Rüstungsindustrielle, zu den mächtigsten 
Männern Westdeutschlands. Über die von ihnen dirigierten Unternehmerverbände bestimmen 
sie maßgeblich die revanchistische und aggressive Innen- und Außenpolitik des Bonner 
Staates. Ohne ihre Zustimmung erfolgt keine wesentliche Entscheidung der westdeutschen 
Regierung. 

Im Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Nachfolge-Organisation des 
faschistischen „Reichsverbandes der Deutschen Industrie", sind 38 Spitzenverbände vereinigt. 



28 



Zu ihnen gehören rund 400 Fachverbände. Präsident des BDI ist Fritz Berg, ein mittlerer 
Unternehmer Westfalens, der 1949 seinen Namen hergeben mußte, um die damals bereits 
perfekte Restaurierung der Herrschaft der Rüstungsmonopole zu verschleiern. Zu den 
Vizepräsidenten zählen Wilhelm Alexander Menne, Vorstandsmitglied der Farbwerke 
Hoechst AG (IG-Farben), Otto A. Friedrich, Geschäftsführer der Friedrich-Flick KG, 
Düsseldorf, und Aufsichtsrat der Benzin-Petroleum GmbH, sowie Hans-Günther Sohl, 
Vorstandsvorsitzender der August-Thyssen-Hütte AG und Aufsichtsrat der Deutschen Bank. 

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) vereinigt 55 
„sozialpolitische" Fachspitzen- und Landesverbände. Ihnen gehören mehr als 850 
Arbeitgeberverbände der Industrie, des Handels, der Banken und Versicherungen, des 
Verkehrs und anderer Branchen an. 

Von 1953 bis 1964 fungierte hier Hitlers Wehrwirtschafts führer H. C. Paulssen als Präsident - 
ein ehemaliger Prominenter der faschistischen Rüstungsindustrie, Vertreter der Deutschen 
Bank und Generaldirektor der Aluminiumindustrie Singen AG. Sein Nachfolger wurde der 
IG-Farben-Beauftragte, Atomminister a. D. und Strauß-Intimus Siegfried Balke. Allein von 
den 22 Präsidiumsmitgliedern des Verbandes vertreten 14 die nach dem zweiten Weltkrieg als 
Kriegsverbrecher-Konzerne bezeichneten Rüstungsmonopole. 

Die Ziele der Verbände sind dementsprechend die gleichen wie die vor 50 Jahren. Die 
Rüstungswirtschaft, mit anderen Worten die Kriegsvorbereitung, wurde von ihnen bereits 
1955 offiziell organisiert. Im BDI-Geschäftsbericht 1955/56, Seite 178, heißt es: 

„In der Überzeugung, daß es erforderlich und zweckmäßig ist, den Träger des 
Rüstungspotentials so früh wie möglich in alle verteidigungswirtschaftlichen Angelegenheiten 
einzuschalten und den Sachverstand der Industrie nicht ungenutzt zu lassen, hat er seine 
verteidigungswirtschaftlichen Organe den maßgeblichen Stellen zur Verfügung gestellt und 
diesen damit wertvolle Unterlagen für ihre Entscheidungen geliefert." 

WIEDER IM RÜSTUNGSGESCHÄFT 

Die Untersuchungen des Deutschen Wirtschaftsinstituts Berlin (DWI -Berichte Nr. 9/1963 und 
Nr. 2/1964) ergaben, daß Ende 1964 bereits 109 westdeutsche Unternehmen an der 
unmittelbaren Rüstungsproduktion beteiligt waren. Zu diesen Unternehmen gehört der mit der 
IG-Farben-Gruppe liierte Rheinstahl-Konzern, der heute am stärksten in der Rüstung 
engagierte Stahlkonzern Westdeutschlands. 

Die Produktion von chemischen Kampfstoffen, Sprengstoffen und Spezialtreibstoffen 
(Düsen- und Raketentreibstoffen) ist die Domäne der Nachfolger des IG-Farben- 
Kriegsverbrecher-Konzerns (BASF, Bayer und Höchst), des Flick-Konzerns (Dynamit Nobel 
AG) und des Krupp-Konzerns (Wasag-Chemie AG und Nitrochemie GmbH). 

In der Forschung und Produktion auf dem Gebiet der chemischen Kampfstoffe arbeitet die 
IG-Farben-Nachfolgegesellschaft Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen, eng mit 
amerikanischen Firmen und militärischen Stellen zusammen. Nach den internationalen 
Abmachungen, insbesondere der Genfer Konvention über Kampfstoffe, ist es 
Westdeutschland untersagt, chemische Kampfstoffe zu produzieren. Die Bayer AG entzieht 
sich den Verpflichtungen des Völkerrechts, indem sie den Hauptteil ihrer Arbeiten auf diesem 
Gebiet direkt in den USA durchführt, da die USA die Genfer Konvention über Kampfgase 
nicht ratifiziert haben. Zu diesem Zweck gründete die Bayer AG 1951 eine amerikanische 



29 



Tochtergesellschaft, die Chemagro Corporation in Kansas City im Staate Missouri. Diese 
Gesellschaft verfügt über die umfangreichen, in zwei Weltkriegen gewonnenen Erfahrungen 
ihres Stammhauses und liefert gegenwärtig Kampfgase an die US-Armee. 

Die Chemagro Corporation, bei der neben den amerikanischen auch westdeutsche 
Spezialisten tätig sind, arbeitet eng mit dem US Army Chemical Corps zusammen und 
beeinflußt die chemische Strategie der amerikanischen Armee unmittelbar. Auf diesem Weg 
leistet die westdeutsche Bayer AG einen direkten Beitrag zum chemischen Krieg der USA 
gegen das vietnamesische Volk. Außer den finanziellen Vorteilen, die die Bayer AG aus dem 
Verkauf von Patenten und Lizenzen an die USA erzielt, bringt ihr die praktische Anwendung 
der Kampfgase Nutzen für die Erprobung ihrer theoretischen Entdeckungen. 

Unter der Leitung der Spezialisten Dr. Schräder und Dr. Wirth führt die Bayer AG auch in 
Westdeutschland Forschungen, Versuche und Entwicklungen chemischer Waffen unter dem 
Aushängeschild des Pflanzenschutzes und der Insektenbekämpfung durch. In den Labors der 
Bayer AG in Wuppertal-Elberfeld und des Biologischen Instituts in Leverkusen werden zur 
Zeit unter strenger Geheimhaltung Phosphorverbindungen erprobt, die eine hohe Giftwirkung 
auf das Nervensystem warmblütiger Wesen ausüben. Gegenwärtig sind die Fabriken für 
Insekten- und Unkrautbekämpfungsmittel der Bayer AG bereits in der Lage, chemische 
Kampfstoffe herzustellen, die - an ihrer Wirkung gemessen - das berüchtigte Zyklon B 
vielfach übertreffen. Die Umstellung auf die Giftgasproduktion erfordert im Höchstfall einen 
Tag. (Siehe auch France Nouvelle, Paris, 30. Juni 1965) 

Zum Bereich des Flick-Konzerns gehörten nach dem Stand vom 31. Dezember 1962 15 
Aktiengesellschaften, 89 Gesellschaften mit beschränkter Haftung und sechs Gesellschaften 
anderer Rechtsformen, die zusammen ein Kapital von 993,3 Millionen DM repräsentieren und 
etwa 7500 Millionen DM Jahresumsatz erzielen. 

Neun der bedeutendsten Unternehmen des Flick-Konzerns widmen sich fast ausschließlich 
der Rüstungsproduktion. Dieser Konzern liefert unter anderem Kraftfahrzeuge, Dieselmotore 
und Panzermotore, Panzer, Infanteriewaffen, Munition, Sprengstoffe und Raketentreibsätze 
an die Bundeswehr. 

Der Flick-Konzern besitzt staatliche Konzessionen für die wichtigsten Uranerzvorkommen in 
Westdeutschland, deren Abbau für Kriegszwecke immer mehr beschleunigt wird. Diese 
Vorkommen gelten unter anderem als Rohstoffbasis für die geplante eigene Atomrüstung des 
westdeutschen Staates. 

Mit der Gründung der KRT Kernreaktorteile GmbH, Großwelzheim, durch den AEG- 
Rüstungskonzern in Frankfurt a. M. und der General Electric, einem der größten USA- 
Atomrüstungsunternehmen, im Juni 1965 wurde die rüstungswirtschaftliche Zusammenarbeit 
zwischen den USA und dem Bonner Staat außerordentlich vertieft. Der AEG- 
Kriegsverbrecherkonzern, der bereits auf dem Gebiet der Plutonium-Gewinnung - dem 
Grundstoff zur Herstellung atomarer Waffen - mit der General Electric zusammenarbeitet, ist 
mit 55 Prozent an der neuen Gesellschaft beteiligt. 

Nach dem Stand vom 31. Dezember 1962 gehören zum Krupp-Konzern 24 
Aktiengesellschaften, 72 Gesellschaften mit beschränkter Haftung und sieben Gesellschaften 
anderer Rechtsformen, die ein Kapital von 632,8 Millionen DM repräsentieren. Ihr 
Jahresumsatz beläuft sich auf etwa 5900 Millionen DM. 



30 



Vier bedeutende Unternehmen des Konzerns sind direkt in der Rüstungsproduktion engagiert. 
Der Konzern liefert unter anderem Spiegelantennen für das NATO-Radarsystem, 
Raketentreibstoffe und Sprengkörper und ist an den Flugzeugbauprogrammen für Starfighter 
und Transall-C-160 beteiligt. 

HAUPTEINPEITSCHER DES REVANCHISMUS 

Die westdeutschen Monopole geben sich mit den Kriegsgewinnen und den heutigen 
Rüstungsprofiten nicht zufrieden. Seit Jahren führen sie in den Geschäftsberichten ihre 
„Ostwerte" auf. In den Jahresberichten sprechen die Vorstände der heutigen westdeutschen 
IG-Nachfolgegesellschaften davon, „daß die Liquidierung erst mit der Wiedervereinigung 
abgeschlossen werden kann". 

Die westdeutschen Konzerne streben danach, etwa tausend Betriebe in der DDR, der 
Volksrepublik Polen, der CSSR und im Bereich der Sowjetunion zurückzugewinnen. Die 
Rüstungsgewaltigen sind die Hintermänner der Revanchistenverbände, deren Führer ihre 
Handlanger. Sie sind auch die Geldgeber der revanchistischen Einrichtungen und bestimmen 
maßgeblich die Politik des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland" sowie der eigens im 
Dienste des Revanchismus stehenden Ministerien und anderer Revancheorganisationen. 

Der Revanchistenführer und Bundesminister Seebohm z. B. ist ein alter Vertrauter der IG- 
Farben. Seine Familie leitete die Einverleibung der chemischen Industrie der CSR in den IG- 
Farben-Konzern. 

Siegfried Balke, IG-Farben-Repräsentant, ist als Präsident der Bundesvereinigung der 
Arbeitgeber-Verbände Mitglied des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland" und vertritt hier 
die Interessen der IG-Farben und der anderen Rüstungskonzerne, deren Ziel ein atomarer 
Revanchekrieg gegen die DDR und das sozialistische Lager ist. 

Im IG-Farben-Prozeß vor dem amerikanischen Gerichtshof in Nürnberg lautete die Anklage 
gegen die leitenden Angestellten der IG-Farben-Industrie auf: Planung, Vorbereitung, Beginn 
und Führung von Angriffskriegen und Einfallen in andere Länder; Plünderung und Raub; 
Versklavung und Massenmord; Mitgliedschaft in der SS; gemeinsamer Plan und 
Verschwörung. Die Verbrechen sind noch ungesühnt, die Hauptverantwortlichen der IG- 
Farben aber sind heute in den einflußreichsten Positionen der westdeutschen chemischen 
Industrie zu finden. 

Ambros, Otto 

FREUND UND FÖRDERER DER SS 

heute: 

Einflußreiches Mitglied zahlreicher Aufsichtsorgane großer Chemie- und anderer Konzerne, 
z. B. der Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen Buer, der Feldmühle Papier- und 
Zellstoffwerke AG, Düsseldorf, der Vereinigten Industrie Unternehmen AG (Viag), 
Bonn/Rhein. 

Prof. Otto Ambros war Mitglied des Vorstandes des Technischen und des Chemikalien- 
Ausschusses der IG-Farben-Industrie AG. Er gehörte zu den prominenten 
Wehrwirtschaftsführern des faschistischen Staates. Neben seinen Leitungsfunktionen in der 
IG fungierte er als Sonderbeauftragter für Forschung und Entwicklung beim „Beauftragten für 



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den Vierjahresplan", Göring, als Leiter des Sonderausschusses „Chemische Kampfmittel" und 
des Hauptausschusses „Pulver und Sprengstoffe" beim Rüstungssamt. 

Als Buna-Spezialist war Ambros hauptverantwortlich für den Bau des 4. Buna- Werkes der 
IG-Farben in Auschwitz. Von ihm wurde das Gelände ausgewählt, das er für die barbarische 
Ausbeutung von KZ-Häftlingen und ausländischen Zwangsarbeitern am zweckmäßigsten 
fand. Anläßlich der Gründungssitzung des Werkes Auschwitz besiegelte Ambros die enge 
Zusammenarbeit mit der Leitung des Konzentrationslagers. In einem Brief nannte er die 
„neue Freundschaft mit der SS", die mindestens 370000 Opfer allein im Buna-Werk 
Auschwitz und in den dazugehörigen IG-Nebenbetrieben forderte, „sehr segensreich". 

Ambros traf mehrmals mit dem KZ-Kommandanten Höß zusammen, koordinierte die 
Zusammenarbeit mit der SS und besichtigte das Konzentrationslager Auschwitz. Er ließ dem 
Konzentrationslager umfangreiche finanzielle Mittel, Baumaterialien usw. zufließen, die 
dessen Ausbau zum größten Massenvernichtungslager ermöglichten. 

Als Hauptbetriebsführer und Mitglied des Technischen Ausschusses bestätigte Ambros die 
Kreditanforderungen für den Bau eines IG-eigenen Konzentrationslagers in Monowitz sowie 
für die Errichtung von Gefängnis- und Gestapo-Gebäuden auf dem Gelände des Auschwitzer 
Buna-Werkes. Ihm ging der gesamte Schriftwechsel des Werkes Auschwitz zu. Ambros hatte 
Kenntnis von den unmenschlichen Arbeits- und Lebensbedingungen der Häftlinge, für die die 
IG-Farben verantwortlich waren. Er wußte vom Einsatz der Häftlinge auch in den IG- 
Nebenbetrieben um Auschwitz und vom Handel mit der Habe vergaster Juden im Buna-Werk. 
Er reiste zu Himmler und vereinbarte mit ihm, den Einsatz von Häftlingen noch weiter 
auszudehnen. Ambros selbst gestand in Nürnberg unter Eid (NG, IG-Farben-Prozeß, NI 
9542), bereits im Frühjahr 1942 von Häftlingsverbrennungen Kenntnis gehabt zu haben. 

Auch bei der Ausplünderung fremder Völker hatte Ambros seine Hände im Spiel. Als 
Mitglied des Vorstandes und des Technischen Ausschusses war er mitverantwortlich für die 
Einverleibung der polnischen, tschechischen und französischen chemischen Industrie in den 
Herrschaftsbereich der IG-Farben. 

Für diese „Verdienste" wurde er von den Faschisten mit dem „Ritterkreuz zum 
Kriegsverdienstkreuz" dekoriert. 

Ambros, der vom amerikanischen Militärgericht in Nürnberg als Kriegsverbrecher verurteilt 
worden war, wurde auf Intervention der Bonner Regierung sehr bald wieder freigelassen, weil 
er als Rüstungsexperte zur Militarisierung Westdeutschlands unbedingt gebraucht wurde. 

Bütefisch, Heinrich 

RANGGLEICH MIT DEM AUSCHWITZ-KOMMANDANTEN 

heute: 

Als Aufsichtsratsmitglied der bundeseigenen Ruhrchemie AG und anderer chemischer 
Großunternehmen ein bedeutender Wirtschaftsexperte des Bonner Staates. In der „ Woche der 
Brüderlichkeit" im März 1964, die der Bonner Staat alljährlich veranstaltet, um angeblich 
insbesondere der jüdischen Opfer der Nazi-Barbarei zu gedenken, wurde Bütefisch durch den 
westdeutschen Bundespräsidenten Lübke das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der 
Bundesrepublik Deutschland verliehen. Erst nachdem Prof. Jürgen Kuczynski aus der DDR 
am 19. März 1964 als Gutachter im Frankfurter Auschwitz-Prozeß die maßgebliche 



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Mitschuld Bütefischs an der Ermordung vieler Tausend jüdischer Menschen nachwies, und 
auf Grund der Massenproteste im In- und Ausland wurde die Verleihung am 25. März 1964 
rückgängig gemacht. 

Dr.-Ing. Heinrich Bütefisch gehörte zu den einflußreichsten IG-Farben- Vertretern im 
faschistischen Staat. Er war Mitglied des Vorstandes und des Technischen Ausschusses, 
Stellvertreter des Leiters der Sparte I der IG-Farben (Chemikalien, Spreng- und Kunststoffe). 
Bütefisch vertrat den IG-Farben-Konzern in den Aufsichtsräten und Vorständen zahlreicher 
in- und ausländischer Unternehmen auf dem Gebiet der chemischen Bergwerksindustrie. 

Im faschistischen Staatsapparat fungierte er als Mitarbeiter des Generalbevollmächtigten für 
die chemische Erzeugung und als Produktionsbeauftragter für Öl des faschistischen 
Rüstungsministeriums . 

Als SS-Obersturmbannführer, ranggleich mit dem KZ-Kommandanten von Auschwitz, Höß, 
vertrat Bütefisch den IG-Farben-Konzern im „Freundeskreis des Reichsführers SS". In dieser 
Eigenschaft führte er, der gleichzeitig hauptverantwortlich für den Syntheseteil des IG- 
Farben- Werkes Auschwitz war, die grundlegenden Verhandlungen mit dem SS- 
Obergruppenführer Wolff über die Bedingungen des Häftlingseinsatzes in Auschwitz. So 
legten sie beispielsweise den Preis für den gelernten Häftling auf vier RM und für den 
ungelernten auf drei RM fest. ( Siehe Tafel 9 ) 

Als Verantwortlicher für den Syntheseteil des IG- Werkes besuchte Bütefisch Auschwitz 
mehrmals. Er erhielt Kenntnis von allen das Auschwitzer Werk betreffenden 
Angelegenheiten. In seiner Erklärung unter Eid (NG, IG-Farben-Prozeß, NI 4182) bestätigte 
er, daß die Programme über die Errichtung des IG-eigenen KZ Monowitz von ihm bestätigt 
und weitergereicht wurden. Er war ebenfalls über die umfangreiche finanzielle und materielle 
Unterstützung des KZ Auschwitz durch die IG informiert. 

Hitler ernannte ihn 1939 zum Wehrwirtschafts führer und verlieh ihm später das „Ritterkreuz 
zum Kriegs verdienstkreuz". 

Im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß des amerikanischen Militärtribunals gegen die IG- 
Farben erhielt er lediglich eine sechsjährige Gefängnisstrafe, die auch er auf Fürsprache der 
Bonner Regierung nur zum Teil zu verbüßen brauchte, um als Rüstungsfachmann in der 
bundeseigenen Ruhrchemie AG zur Verfügung zu stehen. 

Sohl, Hans-Günther 

ORGANISATOR DER FASCHISTISCHEN KRIEGSWIRTSCHAFT 

heute: 

Vorsitzender des Vorstandes der August-Thyssen-Hütte AG, Duisburg-Hamborn, 
Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, Vizepräsident des 
Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Aufsichtsratsfunktionen in zahlreichen 
westdeutschen Konzerngesellschaften. 

Hans-Günther Sohl begann seine Laufbahn als Rüstungsexperte beim Krupp-Konzern. Als 
Abteilungsdirektor der Friedrich Krupp AG sowie als Vorstandsmitglied der Vereinigten 
Stahlwerke AG, Düsseldorf, und als Aufsichtsratsmitglied weiterer Großunternehmen half er 
tatkräftig mit, das Rüstungsprogramm der Hitlerregierung zu verwirklichen. Nach der 



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Entfesselung des faschistischen Aggressionskrieges zum Wehrwirtschaftsführer ernannt, 
wurde ihm im Jahre 1942 die Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen (RVE) 
übertragen. In dieser Eigenschaft nahm er mit den Wehrwirtschaftsführern Friedrich Flick, 
Alfried Krupp, Paul Pleiger, Ernst Poensgen, Walter Rohland, Hermann Röchling und 
Wilhelm Zangen an Beratungen der Zentralen Planung im Reichsministerium für Rüstung und 
Kriegsproduktion (Speer-Ministerium) über den rücksichtslosen Einsatz von Menschen und 
Material aus Deutschland und allen von der Hitlerclique eroberten Gebieten teil. 

Die Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen unter Sohl und Beck hatte nicht nur einen 
bestimmenden Einfluß bei der zwangsweisen Heranschaffung ausländischer Arbeitskräfte für 
die deutsche Rüstungsindustrie, sondern sie unterstützte die Gestapo und SS auch bei der 
Aussonderung von „politisch Verdächtigen" unter den sowjetischen Kriegsgefangenen, deren 
weiteres Schicksal damit besiegelt war. So heißt es in einem Rundschreiben der 
Geschäftsführung der Reichsvereinigung Eisen vom 16. September 1943 an die Außenstellen, 
daß alle angeschlossenen Betriebe „russische Kriegsgefangene mit Goldplomben im Gebiß" 
den „zuständigen Abwehrstellen" (Gestapo) zu melden haben. 

Ein besonderes Geschäftsinteresse und eine rege Tätigkeit entwickelte Hitlers 
Wehrwirtschaftsführer Hans-Günther Sohl auch bei der Ausplünderung der von der Nazi- 
Wehrmacht besetzten jugoslawischen Gebiete. Als bewährter Organisator der wirtschaftlichen 
Kriegführung erlangte er schließlich einen solchen Einfluß, daß er zu den engsten Vertrauten 
von Göring, Sauckel und Speer zählte und zu ihren geheimen Beratungen hinzugezogen 
wurde. So gab Sohl z. B. in einer Besprechung, die am 17. März 1937 bei Göring stattfand, 
Anregungen, wie in den nächsten Jahren die Erzgruben Schwedens in die 
Kriegsrüstungspolitik Hitler-Deutschlands einbezogen werden könnten. Gemeinsam mit 
diesen Spitzen der Nazi-Führung entschied Sohl über Fragen des „totalen Krieges", über 
Leben und Tod von Millionen Menschen, die dem faschistischen Aggressionskrieg zum Opfer 
fielen. 

Abs, Hermann 

SOWJETISCHE KINDER ZU TODE GESCHUNDEN 

heute: 

Generaldirektor, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Bank, des IG-Farben- 
Nachfolgekonzers Badische Anilin- und Sodafabrik AG und des Krupp-Konzerns, 
Vizepräsident des Verwaltungsrates der Deutschen Bundesbahn, stellvertretender 
Verwaltungsratsvorsitzender der Kreditanstalt für den Wiederaufbau, Vorsitzender und 
Mitglied in über 40 Vorständen und Aufsichtsräten, exponierter Vertreter in unzähligen 
Unternehmerverbänden und sonstigen Organisationen in Westdeutschland. Gilt als „Bonns 
ungekrönter Finanzminister ". 

In den Betrieben, in denen Dr. h. c. Hermann Abs vor 1945 im Aufsichtsrat saß - Abs war 
damals Direktor der Deutschen Bank -, wurden die ausländischen Zwangsarbeiter besonders 
rücksichtslos ausgebeutet. Welches Ausmaß die Menschenschinderei in diesen Betrieben 
erreichte, zeigt z. B. die Behandlung von sowjetischen und polnischen Kindern, die dort durch 
Zwangsarbeit zu Tode gequält wurden. So protestierte selbst der Lagerarzt Dr. Römer von der 
Vereinigten Glanzstoff-Fabrik AG., Wuppertal-Elberfeld, Werk Elsterberg, entschieden gegen 
die Weiterbeschäftigung eines zehnjährigen unterernährten Mädchens, weil sein weiterer 
Einsatz, wie er schrieb, Kindesmord bedeuten würde. Hermann Abs, den Vorsitzenden des 



34 



Aufsichtsrates dieses Betriebes, interessierte nicht, wieviel Kinder zugrunde gingen. 
Hauptsache, der Profit konnte durch Kinderarbeit gesteigert werden. 

„Abs war der spiritus rector der niederträchtigen Deutschen Bank, die eine ungewöhnliche 
Konzentration wirtschaftlicher Macht mit aktiver Teilhaberschaft an der verbrecherischen 
Politik des Naziregimes verband. Die Deutsche Bank des Hermann Abs handelte wie eine 
Spitzeninstitution der deutschen Regierung und diente der wirtschaftlichen Durchdringung der 
Satellitenstaaten und der in Europa besetzten Länder. . . Abs setzte seine ganze Kraft ein zur 
Ausdehnung der Herrschaft Deutschlands über Europa." (OM GUS-Office of Military 
Gouvernement of the USA, Bericht vom November 1946, S. 2, 5, 51, 171 f., Einheit, Berlin 
1951, Heft 17, S. 1235 f.) 

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Hermann Abs in Jugoslawien in Abwesenheit zu 15 
Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er hat seine Strafe nicht verbüßt. Als geschätzter 
„Finanzberater" in britisch-amerikanische Obhut genommen, konnte er bereits 1950 als 
Mitglied des wirtschafts-technischen Ausschusses in der Schuman-Plan-Kommission wieder 
offiziell internationale staatliche Aufgaben ausführen. 

In den folgenden Jahren widmete er sich als Chef der größten westdeutschen Monopolbank 
der Restauration des deutschen Finanzkapitals und gilt als der ungekrönte westdeutsche 
Finanzminister. Bezeichnenderweise wurde die westdeutsche Delegation bei der Londoner 
Schuldenkonferenz 1951/52 nicht vom westdeutschen Finanzminister, sondern von Hermann 
Abs geleitet. 

Dieser Kriegsverbrecher wurde bereits im Jahre 1953 für seine Tätigkeit zur 
Wiederherstellung und Festigung der Macht des deutschen Finanzkapitals in der 
Bundesrepublik mit einer der höchsten Auszeichnungen Westdeutschlands, dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern, dekoriert. 

Auch das Franco-Regime verlieh 1960 Hermann Abs für seine „Verdienste" um das 
faschistische Spanien einen hohen Orden. 

Flick, Friedrich 

KOMMISSIONÄR GÖRINGS 

heute: 

Einer der einflußreichsten Monopolisten des deutschen Imperialismus, der seine Macht nach 
dem faschistischen Raubkrieg wesentlich erweitern konnte. Flick ist heute erneut führend an 
der Rüstungsproduktion Westdeutschlands beteiligt. Er erwarb rechtzeitig staatliche 
Konzessionen für die wichtigsten Uranerzvorkommen in Westdeutschland, um sich das 
Geschäft einer geplanten westdeutschen Atomrüstung nicht entgehen zu lassen. 

Friedrich Flick raubte schon vor Jahrzehnten durch hemmungslose Spekulationen auf Kosten 
des deutschen Volkes ein ungeheures Vermögen zusammen. Er unterstützte stets die 
reaktionärsten Gruppen der deutschen Politik mit hohen Geldbeträgen. Schon im November 
1932 überwies Flick dem „Sonderfonds Himmler" einen Vorschuß von 100000 RM „für 
besondere Zwecke". Gleichzeitig unterzeichnete er mit den deutschen Großindustriellen und 
den Bankherren ein Schreiben an Hindenburg, in dem die Ernennung Hitlers zum 
Reichskanzler gefordert wurde. 



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Als „Kommissionär Görings", wie sich Flick selbst bezeichnete, bereicherte er sich 
hemmungslos an den Arisierungsmaßnahmen der Faschisten. Während des zweiten 
Weltkrieges übernahm er in den okkupierten Ländern zahlreiche „Treuhänderschaften". In 
einem Schreiben an Göring vom 1. November 1940 forderte Flick einen großen Teil der 
Lothringischen Eisenindustrie, den er dann auch von Göring bereitwilligst erhielt. 

Bei der „Ausschlachtung" ukrainischer Hüttenwerke, wie der Flick-Konzern-Beauftragte 
Hüttner diesen Raub in der Sowjetunion bezeichnete, war Flick mit von der Partie. In den 
Betrieben des Flick-Konzerns waren über 40000 ausländische Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge 
und Kriegsgefangene eingesetzt. 

Die Millionen, die ihm die Inflation nach dem ersten Weltkrieg eingebracht hatte, wurden im 
zweiten Weltkrieg zu Milliarden. Als Wehrwirtschaftsführer und Mitglied des 
„Freundeskreises" Himmlers machte er seine schmutzigen Geschäfte mit dem Blut der 
Völker. 

Nach Kriegsende stand Flick unter der Anklage, als Ausbeuter von Sklavenarbeitern 
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben. Flick wurde 
zwar zu sieben Jahren Haft verurteilt, doch wurde ihm während der Haft gestattet, 
Vorstandssitzungen abzuhalten! Bereits am 25. August 1950 wurde Flick ebenfalls auf 
Fürsprache der Bonner Regierung wieder entlassen. 

Friedrich, Otto Andreas 

REICHSBEAUFTRAGTER DER HITLERREGIERUNG 

heute: 

Geschäftsführer und persönlich haftender Gesellschafter der Friedrich-Flick-KG, Düsseldorf, 
durch zahlreiche Schlüsselfunktionen einer der einflußreichsten Vertreter der westdeutschen 
Unternehmerverbände. 

Otto Andreas Friedrich erwarb sich schon frühzeitig das Vertrauen führender deutscher 
Rüstungskonzerne. Nachdem er zunächst als Vorstandsmitglied und Direktor der Harburger 
Phoenix-Gummiwerke seine Bereitschaft zur Wiederaufrüstung Deutschlands unter Beweis 
stellte, wurde er als Geschäftsführer des Reichsverbandes der deutschen Kautschukindustrie 
und Leiter der Reichsstelle Kautschuk sowie gleichzeitig als Mitarbeiter des faschistischen 
Reichswirtschaftsministeriums eingesetzt. Friedrich nutzte seine Machtfülle, um die 
faschistische Kriegsmaschine auf Hochtouren zu bringen. Die von ihm erlassenen 
Anweisungen zur rücksichtslosen Ausplünderung der von der Nazi- Wehrmacht besetzten 
europäischen Länder entsprachen in jeder Weise den Erwartungen der deutschen 
Rüstungskonzerne. Selbst als der faschistische Aggressionskrieg sich seinem Ende näherte, 
veranlagte Friedrich vor dem Rückzug der faschistischen Wehrmacht den Ausbau und den 
Transport ganzer Industrieanlagen aus Italien und Polen nach Deutschland. 

Diese Tatsachen waren auch dem amerikanischen Militärgerichtshof in Nürnberg bekannt. 
Während jedoch der Leiter des Planungsamtes im Reichsministerium für Rüstung und 
Kriegsproduktion, das Mitglied des „Freundeskreises des Reichsführers SS, Himmler", Hans 
Kehrl, wegen seiner maßgeblichen Mitwirkung an der Deportation von Ausländern und an der 
Ausplünderung der besetzten Gebiete im sogenannten Fall XI zu 15 Jahren Gefängnis 
verurteilt werden mußte, blieb Friedrich, der als „Entlastungszeuge" geladen war, 



36 



ungeschoren. Ihm wurde sehr bald wieder die Möglichkeit gegeben, seine Erfahrungen in der 
Rüstungswirtschaft westdeutschen Konzernen nutzbar zu machen. 

Als Geschäftsführer und Gesellschafter des Flick-Konzerns übte er bereits kurze Zeit nach 
Kriegsende wieder einen maßgeblichen Einfluß in der westdeutschen Wirtschaft aus. Er ist 
Vizepräsident und Schatzmeister im Bundesverband der Deutschen Industrie, Köln, Mitglied 
des Präsidiums der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände, Köln, Vorstandsmitglied im 
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V., Essen, Mitglied des Wissenschaftsrates 
der Deutschen Kommission für Weltraumforschung, Mitglied des Ausschusses für 
verteidigungswirtschaftliche Angelegenheiten im BDI, des Personalgutachterausschusses für 
westdeutsche Streitkräfte und des Kuratoriums „Unteilbares Deutschland", Vorsitzender des 
Vorstandes der Stiftung „Die Welt" im Springer-Konzern, Mitglied des Aufsichtsrates der 
Siemens AG, der Phoenix-Gummiwerke AG, Hamburg, sowie zahlreicher weiterer 
Gesellschaften. 

Diese vielfältigen Schlüsselpositionen kennzeichnen ihn als einen der einflußreichsten 
Monopolherren Westdeutschlands. Zusammen mit dem Chef des Konzerns, Friedrich Flick, 
gehört Friedrich zu den aggressivsten und reaktionärsten Kräften des westdeutschen 
Imperialismus. 

Die Bundesregierung überreichte Friedrich in „Anerkennung seines Wirkens in 
Vergangenheit und Gegenwart" das „Große Verdienstkreuz mit Stern" und den 
„Verdienstorden" der BRD. 



Handlanger der Monopolherren 

Die engsten Vertrauensleute der Kriegsverbrecher-Konzerne aus dem faschistischen Staats- 
und Wirtschaftsapparat übernahmen hohe Regierungsfunktionen im Bonner Staat. 



Lübke, Heinrich 

KZ-BAUFÜHRER 

heute: 

Präsident der Bundesrepublik. 



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Jahrelang konnte sich Dr. Heinrich Lübke der westdeutschen Bevölkerung als Verfolgter des 
Naziregimes präsentieren, bis im Jahre 1965 von der DDR an Hand von Originaldokumenten 
der ehemaligen Gestapo-Leitstelle Stettin vor der internationalen Presse nachgewiesen werden 
konnte: Heinrich Lübke war zumindest seit 1940 Vertrauensmann der Gestapo. Als 
Stellvertreter des Leiters der „Baugruppe Schlempp" - zu Kriegsbeginn ein Rüstungsbaustab 
des „Generalbauinspekteurs für die Reichshauptstadt", später des NS-Rüstungsministers 
Speer innerhalb des sogenannten Jägerstabes - war Lübke an der Errichtung eines 
„Sonderlagers der Geheimen Staatspolizei Peenemünde" beteiligt. Er drohte, arbeitsunwillige 
Belegschaftsmitglieder dorthin einzuweisen. Die Gestapo-Leitstelle notierte dazu, „daß in der 
weiteren Bearbeitung des Vorganges besonders ... auf Lübke zurückgegriffen werden kann ". 
( Siehe Tafel 10 ) 

1934 wurde Lübke auf Grund eines faschistischen Gesetzes über die Gewährung von 
Straffreiheit erstmals Nutznießer des Hitlerregimes. Eine Strafkammer beim Landgericht 
Berlin beschloß, ein Strafverfahren gegen Lübke und Komplicen wegen „ Veruntreuung, 
Urkundenbeseitigung und anderen groben Unredlichkeiten" einzustellen. Dabei wurde jedoch 
ausdrücklich betont, daß „ das Verfahren weder ihre Unschuld ergeben noch dargetan hat, 
daß gegen sie ein begründeter Verdacht nicht vorliegt. " ( Siehe Tafel 11 . Mecklenburgisches 
Landeshauptarchiv, Bestand: Mecklenburgisches Staatsministerium, Siedlungsgesellschaft 
Bauernland AG, S. 47) 

Seit dieser Zeit gehört Lübke zu denen, die den Faschismus bis zur bedingungslosen 
Kapitulation ebenso bedingungslos unterstützten. 

Als Organisator geheimster und kriegswichtigster Rüstungsvorhaben der faschistischen 
Führung war Lübke maßgeblich am massenweisen Einsatz von KZ-Häftlingen beteiligt. Er 
arbeitete als stellvertretender Leiter der „Baugruppe Schlempp" beim Aufbau der 
Produktionsstätten der berüchtigten V-Waffen. Im Raum von Peenemünde leitete er 40 
Baustellen persönlich! 

1944 wurde Lübke der Aufbau der Außenlager Leau und Neu-Staßfurth des 
Konzentrationslagers Buchenwald, eine besonders wichtige und äußerst geheime Aufgabe, 
übertragen. Um den verheerenden Verlusten der faschistischen Luftwaffe zu begegnen, war 
im Frühjahr 1944 ein sogenannter Jägerstab gebildet worden. Der „Jägerstab" erhielt von 
Kriegsverbrecher Speer die Aufgabe, die Rüstungsbetriebe der Flugzeugindustrie aus den 
bombengeschädigten oder gefährdeten Betrieben in unterirdische Produktionsstätten zu 
verlagern und die Produktion mit allen Mitteln auf Hochtouren zu bringen. Ihm wurde auch 
die „Baugruppe Schlempp" mit ihrem stellvertretenden Leiter Lübke zugeteilt. 

Hierzu forderte Lübke als oberster Bauführer dieser Baugruppe 2000 KZ-Häftlinge aus dem 
KZ Buchenwald an, die in Peißen bei Bernburg schwerste Betonierungs- und 
Transportarbeiten unter Tage in zwei Schichten zu je 12 Stunden ausführen mußten. Die 
ersten Häftlinge wurden Ende August 1944 in Zelten untergebracht. Die katastrophalen 
Verhältnisse begünstigten eine Ruhrepidemie. Viele Häftlinge starben. Für die weiteren 
Häftlinge wurde ein Konzentrationslager in 400 Meter Tiefe angelegt. Hier siechten 500 
Menschen unter grausamen Bedingungen dahin. Anläßlich einer Besprechung auf dem 
Gelände des KZ Leau, Anfang September 1944, die Lübke leitete, wurde mit Genugtuung 
festgestellt, daß „ die Arbeiten nunmehr auf breitester Front sichtbare Fortschritte machen ". 
( Siehe Tafel 12 . Archiv des VEB Kaliwerk Bernburg, Bestand: Kali- Werk Friedenshall) Die 
in dem Dokument über diese Besprechung genannte Firma ATG Leipzig gehörte dem 
Kriegsverbrecher Flick. 



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Die vorliegenden Dokumente, deren Echtheit von dem amerikanischen Sachverständigen 
Howard Hearing überprüft wurde, beweisen eindeutig: Lübke plante und leitete den Bau von 
Konzentrationslagern. Es gehörte zu seinen Aufgaben, das Jägerprogramm durch 
Sklavenarbeit von KZ-Häftlingen, Kriegsgefangenen und Zwangsverschleppten zu 
verwirklichen. Lübke war mitverantwortlich für die mörderischen Arbeits- und 
Lebensbedingungen, denen Hunderte Polen, Franzosen, Italiener, Sowjetbürger und Deutsche 
zum Opfer fielen. Bisher sind aus Listen des KZ Buchenwald die Namen von 267 ermordeten 
politischen Häftlingen bekannt, für deren Tod Lübke in hohem Maße verantwortlich ist. ( Vgl. 
Tafel 13 ) 

Westrick, Ludger 

„BEWÄHRTER" WEHRWIRTSCHAFTSFÜHRER 

heute: 

Bundesminister a. D. und ehemaliger Leiter des Bundeskanzleramtes. In dieser 
Schlüsselposition wirkte er in der Regierung Erhard als Nachfolger des in der Deutschen 
Demokratischen Republik zu lebenslangem Zuchthaus verurteilten Judenmörders Dr. Globke 
bis September 1966. Er benutzte die Krise der Bonner Regierung, um noch vor dem Rücktritt 
Erhards als Bundesminister und Leiter des Bundeskanzleramtes auszuscheiden, und 
übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates der Honeywell GmbH, der Tochtergesellschaft eines 
amerikanischen Meß- und Reglertechnik-Konzerns. 

Kurz vor dem Machtantritt des Faschismus war Dr. Ludger Westrick für einen der größten 
Förderer des Faschismus, den nachmaligen Kriegsverbrecher Krupp, als Verkaufsleiter des 
Vereinigten Stahlwerke-Konzerns in Südosteuropa tätig. 

Nach 1933 wurde Westrick Generaldirektor der Vereinigten Aluminiumwerke AG Berlin 
(VAW), die zur Vereinigten Industriewerke AG (VIAG) gehörte, und übernahm damit die 
Leitung einer für die faschistische Aufrüstung, vor allem für die Luftwaffe, außerordentlich 
wichtigen Industrie. In der Folgezeit hat sich Westrick durch nicht weniger als 27 Vorstands- 
bzw. Aufsichtsratsposten, unter anderem bei der Vereinigte Industriewerke AG, Berlin, 
Reichskreditgesellschaft AG, Berlin, und Vereinigte Deutsche Metallwerke AG, Frankfurt a. 
M., bei der erst geheimen, später offenen Kriegsvorbereitung besonders hervorgetan. Für 
diese „Verdienste" wurde Westrick von Hitler zum Wehrwirtschaftsführer ernannt und kam 
als Mitglied in den zehnköpfigen Industrierat für die Entwicklung von Luftwaffengerät, der 
Göring unterstand. 

Im November 1941 schreibt Westrick voll Pathos in der Zeitung „Der Deutsche Volkswirt": 
„ Solange noch die Kriegsfanfaren dröhnen, hat die deutsche Leichtmetallindustrie nur eine 
Aufgabe und ein Ziel, worauf alle Maßnahmen ausgerichtet sind und sein müssen: 
Deutschlands Endsieg! " 

Kurz darauf nahm Westrick an einer Besprechung beim Stellvertreter Görings, 
Generalfeldmarschall Milch, teil, wobei es um die Aufteilung der europäischen 
Interessengebiete auf die einzelnen Aluminium-Interessenten ging. In den Jahren 1941/42 
forderte er in Verhandlungen mit Bevollmächtigten Frankreichs und Ungarns, die 
Rohstoffvorkommen völlig den Interessen des deutschen Imperialismus unterzuordnen. 
Brutalster Behandlung waren die ausländischen Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen in dem 
von Westrick geleiteten VAW-Konzern ausgesetzt. Ihr Anteil machte im Verlauf des Krieges 
über 75 Prozent der Gesamtstärke der Belegschaft aller VAW- Werke aus. Wie aus einem 



39 



Schreiben des Lagerarztes des Lautawerkes der VAW vom 28. August 1942 hervorgeht, 
wurden dort ausländische Kinder im Alter von 13 Jahren und ausländische Frauen von 60 bis 
62 Jahren zur Zwangsarbeit gepreßt. Sie litten an chronischen Krankheiten und vegetierten 
unter unmenschlichsten Arbeitsund Lebensbedingungen. 

Diesem Terror fielen unzählige Menschen zum Opfer. Wie aus dem Sterberegister des 
Standesamtes Lauta hervorgeht, wurden dort Hunderte Sterbefälle beurkundet. Als 
Todesursache ist neben der zynischen Formulierung „allgemeine Körperschwäche" 
Selbstmord infolge Überfahrenlassens durch die Werkeisenbahn, „Schädelbruch", 
Tuberkulose und andere Infektions- und Mangelkrankheiten verzeichnet. Bei einem 
französischen Zwangsarbeiter ist als Todesursache „wegen Widerstand von einem 
Gendarmeriebeamten erschossen" vermerkt. In den Totenlisten sind Menschen aus fast allen 
europäischen Nationen aufgeführt. ( Siehe Tafel 14 . Totenlisten des Standesamtes der Stadt 
Lauta) Bei dem Lautawerk handelt es sich nur um ein Werk unter vielen anderen Aluminium- 
Werken, die Westrick verantwortlich unterstanden. 

Nach 1945 wurde Kriegsverbrecher Westrick gleich wieder als Wirtschaftskapitän von den 
Monopolen verwendet. Bereits 1951 lancierten die Rüstungskonzerne ihn auf den Posten des 
Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium. 1963 trat Westrick die Nachfolge Globkes 
im Bundeskanzleramt an. Seit September 1966 ist er wieder in der westdeutschen Wirtschaft 
tätig. 

Blessing, Karl 

FREUND HIMMLERS 

heute: 

Präsident der Deutschen Bundesbank. 

Karl Blessing gehörte vor 1945 zum berüchtigten „Freundeskreis" Himmlers und wurde von 
Hitler zum Wehrwirtschaftsführer ernannt. 1933 bei der Deutschen Reichsbank tätig, ging er 
1934 als Generalreferent in das faschistische Reichswirtschaftsministerium. 1937 wurde er 
Mitglied des Reichsbankdirektoriums und später Mitglied des engeren Beirats der Deutschen 
Reichsbank. In dieser Vertrauensstellung war Blessing maßgeblich an der Finanzierung, 
Vorbereitung und Durchführung der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung beteiligt. 

Unter seiner Mitwirkung gründete Schacht als Reichsbankpräsident bereits im Mai 1933 in 
Berlin - mit Beteiligung der Reichsbank mit den Rüstungskonzernen Krupp, Siemens, 
Rheinmetall und Deutsche Werke die Metallurgische Forschungs-GmbH (Mefo). Sie war eine 
Scheinfirma, die eine weitgehende Tarnung der damals noch geheimen Aufrüstung 
ermöglichte. 

Durch die exponierte Stellung hatte Blessing damals engste Bindung zur IG-Farben-Industrie 
AG. Die IG-Farben charakterisierten Blessing in einem Schreiben an eine südafrikanische 
Firma „ als eine der führenden Persönlichkeiten im Reichswirtschaftsministerium und einen 
der engsten Mitarbeiter von Schacht" und wiesen damit auf die bedeutende Rolle Blessings 
im Nazi-Staat hin. 

Blessing wurde ständig zu Beratungen führender Gremien der Faschisten hinzugezogen, so 
auch zu der Besprechung Görings über die „Rückgliederung Österreichs" am 1 1. März 1938. 
Auf der Tagesordnung dieser Besprechung, an der Blessing in seiner Eigenschaft als 



40 



Generalreferent für Angelegenheiten des Landes Österreich im Reichsbankdirektorium 
teilnahm, stand unter anderm die Arisierungspolitik in Österreich. In einer weiteren Sitzung, 
von Göring als die wichtigste im Rahmen des Vierjahresplanes eingeschätzt, referierte 
Blessing zu Fragen der Mineralölversorgung im „A-Falle". Im Dezember 1939 fand beim 
Oberkommando der Wehrmacht unter Leitung von General Thomas eine Beratung über 
Rüstungsfragen statt. Hier sprach Blessing in der Diskussion zu Fragen des Verkehrsproblems 
und zur Rohstoffbeschaffung und brüstete sich damit, an der Einrichtung eines 
Überwachungssystems selbst beteiligt zu sein. 

Im Januar 1944 beauftragte der Leiter des Planungsamtes des Generalbevollmächtigten für 
Rüstungsaufgaben die Dresdner Bank mit „ ... der laufenden Beobachtung und Prüfung der 
wirtschaftlichen Verhältnisse in Schweden; der Erkundung über die spezielle 
handelspolitische Lage; der Unterrichtung über ausländische Persönlichkeiten " und anderes 
mehr. Der Beauftragte weist dann die Dresdner Bank an: „Die laufende Fühlungnahme mit 
Ihnen und die Zusammenarbeit im einzelnen erfolgt über Herrn Direktor Karl Blessing, 
Continentale OelAG, der die Koordinierung und Auswertung der Vorschläge und Berichte 
der einzelnen Mitarbeiter in meinem Auftrage übernommen hat. " (NG, Fall XI, Akte Nr. 422, 
Dok.NI2031) 

Blessing beteiligte sich aber nicht nur aktiv an der Versklavung und Ausplünderung der 
okkupierten Länder, sondern er half auch bei der Vorbereitung von geplanten Aggressionen 
auf neutrale Länder. 

Nach Kriegsende wurde Blessing - für kurze Zeit interniert - von den westdeutschen 
Monopolen mit offenen Armen empfangen und bereits 1957 auf den Posten des 
Bundesbankpräsidenten lanciert. 

Viaion, Karl-Friedrich 

BUCHHALTER DER SS-MÖRDER 

heute: 

Bonner Staatssekretär a. D. im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit, zuvor 
Ministerialdirektor im Bundeskanzleramt und Berater Adenauers in Wirtschafts- und 
Finanzfragen. Mit der Bildung der Großen Koalition am 1. Dezember 1966 „ in Ehren " aus 
der Regierung ausgeschieden. 

Karl Friedrich Viaion begann seine Karriere bei der faschistischen Justiz. Zuletzt war er 
Landgerichtsrat beim Oberlandesgericht in Karlsruhe. Dann wechselte er zum 
Reichsfinanzministerium über. Zu Anfang des zweiten Weltkrieges half er als 
Oberregierungsrat mit, das okkupierte Elsaß auszuplündern. Nach dieser „Bewährung" wurde 
er Regierungsdirektor und Leiter der Finanzabteilung des Reichskommissariats für das 
Ostland in Riga. Hier hat Viaion unverwischbare Spuren hinterlassen, die ihn schwerster 
Verbrechen überführen. 

In seinem Wirkungsbereich, den estnischen, lettischen, litauischen und bjelorussischen 
Gebieten, wurde die sogenannte Endlösung unter führender Beteiligung Viaions am 
perfektesten durchgeführt. Es gelang kaum einem der jüdischen Bürger, mit dem Leben 
davonzukommen. Nach Angaben im „Einsatzgruppen-Prozeß" 1947/48 in Nürnberg wurden 
allein im estnischen, lettischen und litauischen Raum 1 18430 jüdische Menschen ermordet. 
Dazu kommen annähernd eine halbe Million Opfer aus den bjelorussischen Gebieten. Viaion 



41 



besorgte die Ausplünderung dieser Unglücklichen. Er sammelte das Vermögen und die Habe 
der Ermordeten und machte sie dem faschistischen Regime für die Durchführung neuer 
Mordtaten nutzbar. 

Am 16. März 1943 wies Viaion in einem Geheimerlaß - er betraf die „Ablieferung der durch 
die Polizei beschlagnahmten jüdischen Vermögenswerte " - den Generalkommissar in Minsk 
an, „ daß die Zahlstellen des Befehlshabers der Sicherheitspolizei und des SD " die 
beschlagnahmten Wertgegenstände und Gelder an die Amtskassen der Generalkommissare 
abzuführen haben. Schon am 2. Mai 1943 rügte Viaion den Befehlshaber der 
Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes Ostland dafür, daß „die in Aussicht gestellte 
Ablieferung beschlagnahmter Vermögenswerte in Höhe von über einer Million Reichsmark ... 
noch nicht eingegangen sei". Er verlangte zu wissen, wann mit der Ablieferung „an meine 
Hauptkasse gerechnet werden kann ". (Zentralarchiv der Lettischen SSR, Riga, Bestand: 
Reichskommissariat für das Ostland - siehe auch Tafel 15 ) 

Viaion organisierte nicht nur den Raub jüdischen Vermögens, er war auch an der „Endlösung 
der Judenfrage" beteiligt. Am 31. Juli 1943 ordnete er an: „Die Leitung dieses zu 
errichtenden Konzentrationslagers soll nach meinem Wunsch vom Generalkommissar Riga 
übernommen werden... Der finanzielle Ertrag soll, wie bisher, meinem Haushalt zufließen. " 
f Siehe Tafel 16 ) 

Im April 1942 bewilligte er, um den Widerstand der lettischen, estnischen und bjelorussischen 
Bevölkerung gegen die faschistische Zwangsherrschaft zu brechen und neue Arbeitssklaven 
zusammenzutreiben, dem „Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes 
Ostland" nicht weniger als 25000 RM für die sogenannte Bandenbekämpfung. Der 
„Befehlshaber" hatte diese Summe bei Viaion für die „zusätzliche Betreuung der zur 
Bandenbekämpfung eingesetzten... Hilfskräfte" beantragt. Diese Terroraktionen gegen die 
Partisanen, die für die Befreiung ihrer Heimat kämpften, bedeuteten: Aussiedlung, 
Evakuierung der Bewohner zur Zwangsarbeit, Abbrennen von Dörfern, öffentliche 
Exekutionen. Viaion wußte nicht nur von der Ermordung sowjetischer Partisanen, er 
organisierte sie als Leiter der Finanzabteilung mit seinen Haushaltsmitteln. 

1963 leistete Viaion wider besseres Wissen einen Meineid, als er in einem Strafverfahren 
gegen den SS-Massenmörder Hausser aussagte: „Ich verneine ausdrücklich die Frage nach 
meinem Wissen von Judenvernichtungsaktionen. " 

Trotz neuen Belastungsmaterials und der bereits vor Jahren veröffentlichten Dokumente 
wurde Viaion nicht zur Verantwortung gezogen. 

Hettlage, Karl-Maria 

SS-HAUPTSTURMFÜHRER UND RÜSTUNGSEXPERTE 

heute: 

Staatssekretär für Sonderaufgaben im Bundesfinanzministerium und Mitglied der Hohen 
Behörde der Montanunion. 

Prof. Dr. Karl-Maria Hettlage avancierte 1934 zum Stadtkämmerer von Berlin. In den 
folgenden Jahren setzte er seinen ganzen Ehrgeiz daran, die faschistische Aufrüstung durch 
rigorose Eintreibung von Steuern zu forcieren. Im August 1935 gab er die Weisung, „daß die 
Steuergesetze nach nationalsozialistischer Weltanschauung auszulegen sind". Vorher hatte er 



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erklärt: „Die Sicherheit der Nation auf die Wehrkraft neu zu gründen, ist das Werk des 
Führers und Ziel unser aller Bemühungen. " In dieser Zeit wurde Hettlage SS- 
Hauptsturmführer (SS-Nr. 276909) und enger Mitarbeiter des vom Nürnberger Militärtribunal 
verurteilten Kriegsverbrechers Speer. Dieser holte Hettlage später in sein Ministerium für 
Rüstung und Kriegsproduktion. 

In einer eidesstattlichen Erklärung vor dem Nürnberger Militärtribunal nannte der später 
hingerichtete SS-Obergruppenführer und Leiter des SS-Wirtschaftsverwaltungshauptamtes, 
Pohl, auf die Frage, mit welchen Personen er im Laufe seiner Amtstätigkeit persönliche 
Berührung hatte, auch den Namen Hettlage und stellte fest: „Dr. Hettlage von der 
Commerzbank war der Finanzmann von Speer. " 

Das entsprach den Tatsachen; denn Hettlage wurde auf Vorschlag des Kriegsverbrechers 
Speer Aufsichtsratsvorsitzender der Montanindustrie GmbH. Am 31. März 1942 betreute 
dieses Mammutunternehmen 52 Firmen mit 122 Werken, rund drei Milliarden RM 
treuhänderisch verwaltetem - also geraubtem -Anlagevermögen und einer Belegschaftsstärke 
von 178970 Arbeitern, Angestellten, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Zu den 
Mitgliedern des Aufsichtsrates zählte auch der Kriegsverbrecher Flick. 

Im Mai 1943 fand im Auswärtigen Amt eine Besprechung über deutschschweizerische 
Wirtschaftsverhandlungen statt. Im Verlauf dieser Besprechung erklärte Hettlage, „ daß die 
Auftragsverlagerung nach der Schweiz einen zu kleinen Prozentsatz des deutschen 
Gesamtrüstungsumfanges ausmacht, als daß zu ihrer Erzwingung Druckmittel angewandt 
werden sollten, die zu Schwierigkeiten mit Italien führen könnten... Unter diesen Umständen 
erscheine es zweckmäßig, als Druckmittel nötigenfalls zunächst die Sperre der 
schweizerischen Ausfuhr und sodann die Verhinderung der Einfuhr (Durchfuhr) ins Auge 
zufassen. " (Deutsches Zentralarchiv Potsdam) 

Im Herbst 1943 fand eine Sitzung des Interministeriellen Ausschusses für italienische 
Angelegenheiten statt, an der, neben dem Schreib tischmörder Globke, auch Hettlage 
teilnahm. In dieser Besprechung taten sich beide durch chauvinistische Reden hervor. 

Im April 1944 gab Hettlage in Vertretung des Kriegsverbrechers Speer einen Erlaß über die 
Umsetzung von Betrieben und Betriebsstellen heraus, in dem es unter anderm heißt: „ ... habe 
ich die Stillegung von Fertigungen, die zur Fortsetzung des Krieges nicht zwingend benötigt 
werden, und die Umsetzung der dadurch freigewordenen Arbeitskräfte zu Gunsten 
vordringlicher Fertigungen angeordnet. " (Ebenda) 

Bis zur letzten Minute setzte sich Hettlage für die Fortführung und Unterstützung des totalen 
Krieges ein und propagierte den faschistischen „Endsieg". Nachdem er 1945 in 
Westdeutschland kurz untergetaucht war, ließen ihn die Monopolvertreter 1956 wieder zum 
Ministerialdirektor aufsteigen. Wenig später vermittelte Hettlage seine Erfahrungen aus der 
Nazi-Zeit als Staatssekretär bei der Finanzierung der Aufrüstung. 

Nachdem er wegen der Übernahme dieses Ressorts durch Minister Dahlgrün als 
Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums für kurze Zeit pausieren mußte, holte ihn Franz- 
Josef Strauß mit Billigung der Koalitionsregierung im Herbst 1967 erneut als Staatssekretär 
für Sonderaufgaben in das Bundesfinanzministerium zurück. 



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Die Rüstungsmonopole erneut am Hebel 
der Macht 

Nazi-Rüstungsexperten - Machthaber Bonns 

Liste bedeutender Rüstungsexperten und Wehrwirtschaftsführer des Hitlerregimes, die heute 
einflußreiche Machtpositionen im Bonner Staat ausüben. 

Abs, Hermann, Dr. 

vor 1945: Vorstand: Deutsche Bank, Berlin, Böhmische Union-Bank, Prag; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates: Deutsche Überseeische Bank, Berlin, Schlesische Bergwerks- und Hütten AG, 
Beuthen, Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Elberfeld- Wuppertal u.a.; Stellvertretender 
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Generalbank Luxemburg AG, Luxemburg, Deutsch- 
Asiatische Bank, Schanghai/Berlin u. a.; Aufsichtsrat: Deutsche Solvay- Werke AG, 
Bernburg, IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M., und Aufsichtsratsmandate in zahlreichen 
anderen Unternehmen 

nach 1945: Als Kriegsverbrecher verurteilt, jedoch als „Finanzberater" in Obhut der britisch- 
amerikanischen Besatzungsbehörden genommen; Vorsitzender des Aufsichtsrates der 
Deutschen Bank AG, Frankfurt a. M.; Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen 
Überseeischen Bank, Hamburg/Westberlin; Vorsitzender des Aufsichtsrates: BASF Badische 
Anilin-Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen (Rhein), Daimler Benz AG, Stuttgart, Vereinigte 
Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal-Elberfeld, und weitere Aufsichtsratsmandate in 
zahlreichen Unternehmen; Vorsitzender des Verwaltungsrates: Kreditanstalt für 
Wiederaufbau, Frankfurt a.. M.; Deutsche Bundesbahn u. a. 

Achter, Wilhelm 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Vorstand der Gladbacher- Wollindustrie AG, vormals L. Josten, 
Mönchengladbach (Henkel-Konzern); Stellvertretender Vorsitzender des Vereins der 
Unternehmer der Textilindustrie 

Albert, Werner, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Vorstand der Kronprinz AG, V Solingen (Mannesmann-Konzern) 
Ambros, Otto, Dr. 



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vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt 
a. M.; Mitglied des Technischen Ausschusses; Verantwortlicher für den gesamten Buna- 
Sektor der IG-Farben; Betriebsführer der IG-Farben-Industrie AG, Werk Auschwitz (bis 
1942); Stellvertretender Geschäftsführer der Buna- Werke GmbH, Schkopau; Leiter des 
Sonderausschusses C (Chemische Kriegsführung); ausgezeichnet mit dem Ritterkreuz zum 
Kriegsverdienstkreuz 

nach 1945: Vom amerikanischen Militärgericht im Nürnberger IG-Farben-Prozeß als 
Kriegsverbrecher verurteilt; Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Süddeutschen 
Kalkstickstoff- Werke AG, Trostberg; Aufsichtsratsmitglied: Telefunken-AG, Westberlin, 
Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG (VIAG), Bonn und Braunschweig, 
Bergwerksgesellschaft Hibernia AG, Herne, Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen; 
Verwaltungsrat der Berliner Handelsgesellschaft (BHG), Westberlin/Frankfurt a. M. 

Andreae, Christoph 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter einer Fachuntergruppe der Wirtschaftsgruppe 
Maschinenbau und der Arbeitskammer Rheinland 

nach 1945: Inhaber der August Hoenig Feuerwehrgeräte fabrik und Filigranstahlbau, Köln- 
Nippes; Vorsitzender: Ausschuß des Industrieschutzes des BDI, Luftschutzgemeinschaft der 
Spitzenverbände der gewerblichen Wirtschaft; ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz 
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Benning, Bernhard, Dr. 

vor 1945: Direktor der Reichs-Kredit-Gesellschaft AG, Berlin; initiativ bei der Aufrüstungs- 
und Kriegsfinanzierung beteiligt; Vertrauensperson der Gestapo und des OKW- 
Wehrwirtschaftsstabes 

nach 1945: Bankdirektor; Mitglied des Zentralbankrates und des Direktoriums der Deutschen 
Bundesbank 

Bergemann, Günther, Dr. 

vor 1945: Ministerialdirigent im Reichswirtschaftsministerium; wirkte maßgeblich an der 
Ausplünderung der okkupierten Länder Frankreich, Norwegen und Jugoslawien mit 

nach 1945: Stand auf der jugoslawischen Kriegsverbrecherliste Nr. 56/51; Staatssekretär im 
Bundesministerium für Verkehr a. D.; Geschäftsführer der Margarine -Union GmbH, 
Hamburg, (Unilever-Konzern); Mitglied der Geschäftsleitung der westdeutschen Unilever- 
Gruppe (inzwischen verstorben) 

Berning, Alfred 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter der Fachuntergruppe Schuh- und Lederindustrie- 
Maschinen der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau; Leiter der Fachabteilung Eisen- und 
Kurzwarenindustrie der Wirtschaftsgruppe Werkstoffverfeinerung 

nach 1945: Inhaber der Firmen: Gustav Rafflenbeul, Schwelm/Westfalen und 
Frankenberg/Eder, und Motorenbau Alfred Berning, Schwelm/Westfalen 



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Biedenkopf, Wilhelm 

vor 1945: Direktor der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.; Mitwisser des 
millionenfachen Verbrechens in Auschwitz (Oswiecim) 

nach 1945: Vorstand: DECHEMA Deutsche Gesellschaft für chemisches Apparatewesen, 
Frankfurt a. M., Dynamit Nobel AG, Troisdorf (Flick-Konzern), Arbeitsring der 
Arbeitgeberverbände der Westdeutschen Chemischen Industrie e. V., Wiesbaden 

Birrenbach, Kurt, Dr. 

vor 1945: Auslandsvertreter Krupps; 1939 mit Empfehlungsschreiben des IG-Farben- 
Konzerns nach Buenos Aires geschickt, wo er mit den V-Leuten und Mitarbeitern der 
faschistischen „Fünften Kolonne" zusammentraf und wirkte; 1933 NSDAP und SA 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates: August Thyssen-Hütte AG, Duisburg/ Hamborn, 
Vorsitzender des Kuratoriums der Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln; Zentralbeirat der Dresdner 
Bank; Mitglied: Gemeinsame Versammlung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und 
Stahl, Europäisches Parlament; Sonderbeauftragter der Bonner Regierung zur Herstellung 
diplomatischer Beziehungen mit Israel; Mitglied der Bundestagsfraktion der CDU 

Blessing, Karl 

vor 1945: Generalreferent im Reichswirtschaftsministerium; Reichsbankdirektor; Mitglied 
des „Freundeskreises des Reichsführers SS"; Geschäftsführer der Margarine-Verkaufsunion 
GmbH, Berlin (Unilever-Konzern); Vorstand der Aktiengesellschaft für Fettindustrie, Wien, 
Continentale Oel AG, Berlin; Vorsitzender des Aufsichtsrates der „Nordsee" Deutsche 
Hochseefischerei AG, Wesermünde, und Inhaber weiterer Aufsichtsratsmandate; Mitglied des 
engeren Beirates der Reichsbank 

nach 1945: Präsident der Deutschen Bundesbank; Deutscher Gouverneur im Internationalen 
Währungsfonds, Washington; Mitglied des Verwaltungsrates der Bank für internationalen 
Zahlungsausgleich, Basel 

Blohm, Rudolf 

vor 1945: Persönlich haftender Gesellschafter Blohm&Voß, Hamburg; Leiter des 
Hauptausschusses Kriegsschiffe beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Blohm & Voß AG, Hamburg (inzwischen verstorben) 

Boden, Hans Constantin, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstand der AEG, Berlin; Aufsichtsratsmitglied der AEG- 
Union, Wien, und in weiteren Konzerngesellschaften 

nach 1945: War 1956 bis 1962 Chef des AEG-Konzerns; wurde mehrmals von der Bonner 
Regierung bei internationalen Verhandlungen eingesetzt; Ehrenvorsitzender des 
Aufsichtsrates der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft (AEG), Westberlin/ Frankfurt a. M.; 
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kernreaktor Finanzierungsgesellschaft mbH, Frankfurt 



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a.M.; Aufsichtsratsfunktionen in weiteren Gesellschaften des AEG-Konzerns; 
Aufsichtsratsmitglied: Mannesmann- AG, Düsseldorf, Dresdner Bank AG, Frankfurt a. M.; 
Vorsitzender des Außenhandelsausschusses beim Bundesverband der Deutschen Industrie; 
Ehrenpräsident der Internationalen Handelskammer, Paris; Mitglied: Außenhandelsbeirat 
beim Bundeswirtschaftsminister, Beirat für Entwicklungshilfe; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 

Boeder, Erich, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Aufsichtsratsmitglied der Hafen-Dampfschiffahrt AG, Hamburg; Mitglied der 
Hamburger Bürgerschaft 1957; bis 1957 Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der 
Deutschen Shell AG; von der Bonner Regierung mit der Koordinierung der Energiepolitik im 
Rahmen der EWG für die Bundesrepublik beauftragt; Berater der westdeutschen 
Mineralölindustrie bei der OECD und des Bundeswirtschaftsministeriums im Ölausschuß der 
OECD, Paris; Vorsitzender des Landesausschusses der CDU für Wirtschaftspolitik; 
ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik 
Deutschland 

Burkart, Odilo, Dr. jur. Dr. rer. pol. 

vor 1945: Generalbevollmächtigter der Friedrich Flick KG, Berlin 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste ; Vorsitzender des 
Vorstandes: Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte AG, Sulzbach-Rosenberg (Flick- 
Konzern) 

Bütefisch, Heinrich, Dr. 

vor 1945: Vorstandsmitglied der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.; Mitglied des 
Technischen Ausschusses; Geschäftsführer des Ammoniakwerkes Merseburg GmbH, Leuna- 
Werke; verantwortlich für den Leuna-Teil der IG-Farben-Industrie AG, Werk Auschwitz; 
Vorstandsmitglied der Braunkohle-Benzin AG, Berlin, und weiterer in- und ausländischen 
Unternehmen; Mitglied des „Freundeskreises des Reichsführers SS"; ausgezeichnet mit dem 
Kriegsverdienstkreuz I. und II. Klasse und dem Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; Aufsichtsratsvorsitzender der 
Kohle-Öl-Chemie GmbH, Gelsenkirchen; Aufsichtsrat der Ruhrchemie AG, Oberhausen- 
Holten; Leiter des Technischen Expertenkomitees der Internationalen Konvention der 
Stickstoffindustrie 

Claussen, Wilhelm, Dr. 

vor 1945: Leiter der Wirtschaftspolitischen Abteilung der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt 
a. M.; Militäroberverwaltungsrat beim Generalbevollmächtigten für die Wirtschaft Serbiens; 
leitete die wirtschaftliche Ausplünderung des Landes und organisierte ein System der 
Sklavenarbeit 



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nach 1945: Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung; 
ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der 
Bundesrepublik Deutschland 

Dahlgrün, Hans-Georg, Dr. 

vor 1945: Oberregierungsrat beim Chef der Zivilverwaltung im okkupierten Lothringen; 
arbeitete unmittelbar mit dem damaligen Referenten für Lothringen, Elsaß und Luxemburg im 
Reichsministerium des Innern, Globke, zusammen 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Zentralbankrates der Deutschen 
Bundesbank; Präsident der Landeszentralbank in Rheinland-Pfalz, Mainz; Finanzminister von 
Rheinland-Pfalz a. D. 

Dahlgrün, Rolf 

vor 1945: Justitiar der Phoenix-Gummiwerke AG; Mitglied verschiedener Ausschüsse der 
Fahrzeugindustrie; Teilnehmer an Geheimbesprechungen über Fragen der Ausplünderung der 
okkupierten Länder und über den Einsatz von Zwangsarbeitern; von Göring zum 
Stellvertretenden Gaujägermeister ernannt; 1933 NSDAP (Nr. 2957575); BNSDJ (49050) 

nach 1945: Bundesminister der Finanzen a. D.; Bundesvorstandsmitglied der FDP 

Dichgans, Hans 

vor 1945: Ministerialrat beim Reichskommissariat für die Preisbildung und Leiter eines 
Arbeitsstabes beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Hauptgeschäftsführer, später geschäfts führendes Vorstandsmitglied der 
Wirtschaftsvereinigung Eisen- und Stahlindustrie, Düsseldorf; Bundestagsabgeordneter und 
Mitglied des Finanzausschusses des Bundestages; CDU-Bundestagsabgeordneter 

Dinkelbach, Heinrich, Dr. h. c. 

vor 1945: Vorstand der Vereinigten Stahlwerke AG, Düsseldorf 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste, Aufsichtsratsmitglied der 
Rheinischen Stahlwerke, Essen; ausgezeichnet mit dem Stern zum Großen Verdienstkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (inzwischen verstorben) 

Dörge, Friedrich 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Mitglied des Landesausschusses bei der Zentrale der 
Dresdner Bank, Berlin; Vorsitzen-, der des Rüstungsausschusses III, Berlin 

nach 1945: Geschäftsführer der Mauser-Meßzeug GmbH, Oberndorf; Vorstandsmitglied des 
Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie (1963) 



Dürrfeld, Walther, Dr.-Ing. 



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vor 1945: Oberingenieur der IG-Farben-Industrie AG, Werk Leuna; BetriebsfTihrer der IG- 
Farben-Industrie AG, Werk Auschwitz (ab 1943), Bezirksobmann für Oberschlesien bei der 
Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie 

nach 1945: Wurde als Kriegsverbrecher im Nürnberger IG-Farben-Prozeß angeklagt; 
Vorstandsmitglied der Scholven-Chemie AG, Gelsenkirchen-Buer; Aufsichtsrat: 
Phenolchemie GmbH, Gladbeck i. W., Friesecke & Hoepfner GmbH, Erlangen (inzwischen 
verstorben) 

Eisfeld, Kurt, Dr. 

vor 1945: Verantwortlicher Chemiker der IG-Farben-Industrie AG, Werk Auschwitz; trieb 
dort Schleichhandel mit Wertgegenständen der Ermordeten 

nach 1945: Vorstand der Dynamit Nobel AG, Troisdorf (Flick-Konzern); Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Chemischen Werke Witten GmbH, Witten/Ruhr (Flick-Konzern) 

Eychmüller, Karl 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Stellvertretender Leiter der Wirtschaftsgruppe 
Metallindustrie, Berlin 

nach 1945: Generaldirektor, Vorsitzender des Vorstandes der Wieland Werke AG, Ulm 
(Donau); Ehrensenator der Technischen Hochschule Stuttgart und Universität Tübingen; 
ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 

Fahr, Otto, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Fachgruppenleiter in der Wirtschaftsgruppe Maschinenbau; 
leitender Mitarbeiter im Fachamt Eisen und Metall der Reichsleitung der Deutschen 
Arbeitsfront (DAF) 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Maschinenfabrik Fahr AG, Gottmadingen 
(Großaktionär der Familie Fahr und im Klöckner-Konzern); Stellvertretender Vorsitzender 
des Beirates der Deutschen Bank, Bezirk Württemberg; Aufsichtsrat: Daimler-Benz AG, 
Stuttgart (Flick-Konzern), Württembergische Metallwarenfabrik, Geislingen (Röchling- 
Konzern); Ausschußmitglied für internationale Beziehungen beim Bundesverband der 
Deutschen Industrie (BDI); ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Faust, Max 

vor 1945: Stellvertretender Betriebsführer und Bauleiter der IG-Farben-Industrie AG, Werk 
Auschwitz; mitverantwortlich für die Vernichtung von 370000 KZ-Häftlingen durch 
Sklavenarbeit 

nach 1945: Mitarbeiter der Keram-Chemie, Siershahn/Westerwald 

Fieseier, Gerhard 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 



49 



nach 1945: Geschäftsführer der Gerhard Fieseier Werke GmbH, Königstein (Taunus) 
Fischer, Ernst Rudolf, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Direktor der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.; 
Stellvertretender Geschäftsführer des Ammoniak- Werkes Merseburg GmbH, Leuna- Werke; 
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Oberschlesischen Hydrierwerke AG, 
Blechhammer/Oberschlesien; Leiter der Wirtschaftsgruppe Kraft-Stoffindustrie, Berlin; 
Abteilungsleiter im Reichswirtschaftsministerium, Abteilung Mineralöl, und im 
Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion; Vorsitzender des Verwaltungsrates: 
Continentale Öl AG, Berlin; Mitglied im Verwaltungsrat der Dynamit Nobel AG, 
Preßburg/Slowakei (Bratislava) 

nach 1945: Langjähriger Vorsitzender des Vorstandes der Dynamit Nobel AG, Troisdorf; 
Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dynamit Nobel Genschow GmbH, Köln, Chemische Werke 
Witten GmbH, Witten/Ruhr (Flick-Konzern), Mitteldeutsche Sprengstoffwerke GmbH, 
Langelsheim; Beirat der Deutschen Bank für Köln/ Aachen/Siegen (inzwischen verstorben) 

Fischer-Dieskau, Joachim 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Ministerialrat im Reichsarbeitsministerium 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Wohnungs-AG Salzgitter, 
Salzgitter-Lebenstedt; Funktionen in weiteren Unternehmen und Gremien der Bau- und 
Wohnungswirtschaft; Mitverfasser der Kommentare zum I. und II. Wohnungsgesetz und zum 
Bundesmietrecht ; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik 
Deutschland 

Flick, Friedrich, Dr.-Ing. h. c. Dr. rer. pol. h.c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Persönlich haftender Gesellschafter der Friedrich Flick KG, 
Düsseldorf; Vorsitzender des Aufsichtsrates: Anhaltische Kohlenwerke, Berlin, Eisenwerk- 
Gesellschaft Maximilianshütte, Sulzbach-Rosenberg-Hütte, Essener Steinkohlenbergwerke 
AG, Essen, Harpener Bergbau AG, Dortmund, Mitteldeutsche Stahlwerke AG, Riesa/Elbe, 
Sächsische Gußstahl- Werke Dohlen AG, Freital u.a.; Stellvertretender Vorsitzender des 
Aufsichtsrates: Linke-Hoffmann- Werke AG, Breslau, Waggon- und Maschinenfabrik AG, 
vorm. Busch, Bautzen, u. a.; Aufsichtsratsmitglied: Allgemeine Elektrizitäts-Gesellschaft, 
Berlin, Allianz Versicherungs AG, Berlin, ATG Allgemeine Transportanlagen GmbH, 
Leipzig, Dresdner Bank, Berlin, Dynamit AG, vorm. Alfred Nobel u. Co., Hamburg, 
Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf; Beirat der Deutschen Reichsbank, Berlin 

nach 1945: Hauptangeklagter im Nürnberger Flick-Prozeß; verurteilt wegen 
Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Ausbeutung von 
Sklavenarbeitern; Persönlich haftender Gesellschafter und Geschäftsführer der Friedrich Flick 
KG, Düsseldorf; Vorsitzender des Aufsichtsrates Dynamit AG, vorm. Alfred Nobel & Co., 
Troisdorf; Aktionär oder Mitglied von Aufsichtsorganen einer Vielzahl weiterer Unternehmen 



Frank-Fahle, Guenther, Dr. 



50 



vor 1945: Direktor der IG-Farben-Industrie AG, Vermittlungsstelle W (Wehrmacht); 
Prokurist der Ammoniakwerke Merseburg GmbH, Leuna; Verbindungsmann der IG-Farben 
zu amerikanischen Chemiekonzernen 

nach 1945: Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschen Commerz GmbH, Frankfurt a. 
M.; Geschäftsführer der Continentalen Commerz GmbH, Frankfurt a. M., Beirat der 
Deutschen Bank AG 

Frauendorfer, Max, Dr. 

vor 1945: Langjähriges Mitglied der NSDAP und der SS; Angehöriger des Stabes des 
Reichsführers SS, Himmler; Leiter des Amtes für ständischen Aufbau der NSDAP; 
Hauptabteilungsleiter des Reichsrechtsamtes; Präsident der Hauptabteilung Arbeit des 
„Generalgouvernements"; hier hauptverantwortlich für die Deportation Hunderttausender 
polnischer Bürger 

nach 1945: Direktor: Allianz Lebensversicherungs-AG, Stuttgart, Allianz Versicherungs AG, 
Westberlin-München; stellvertretender Schatzmeister der CSU 

Fremerey, Gustav 

vor 1945: Regierungsdirektor im Reichswirtschaftsministerium; war für die 
Wehrwirtschaftsplanung verantwortlich und hat aktiv bei der Aufrüstung und 
Kriegsvorbereitung mitgewirkt 

nach 1945: Präsident des Bundesamtes für gewerbliche Wirtschaft, dem u. a. die Erfassung 
und Genehmigung des Umgangs mit Kriegswaffen, die Entwicklungshilfe und die 
Untersuchung der Konzentration in der Wirtschaft obliegt 

Freudenberg, Richard, Dr. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank, Berlin 

nach 1945: Gesellschafter der Firma Freudenberg und Co., KG, Weinheim; Aufsichtsrat: 
Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen (IG-Farben-Gruppe), Deutsche Bank AG; Vorstand 
des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) Bonn; Präsident der Industrie- und 
Handelskammer Mannheim; Präsidialmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie; 
1949-1953 Mitglied des Bundestages; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz 
des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Frydag, Karl 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter des Hauptausschusses Flugzeugbau beim 
Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Langjähriger Präsidial-Geschäftsführer im Bundesverband der Deutschen Luft- 
und Raumfahrtindustrie e. V., Bad Godesberg; Aufsichtsrat der Henschel-Flugzeugwerke, 
Kassel 

Gajewski, Fritz, Dr. Dr. h. c. 



51 



vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Mitglied des Vorstandes der IG-Farben-Industrie AG, 
Frankfurt a. M.; Leiter der Sparte III der IG-Farben (Photographica, Kunststoffe, Kunstseide); 
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dynamit AG, Troisdorf; Verwaltungsrat 
der Dynamit Nobel AG, Preßburg/Slowakei (Bratislava); Fachgruppenleiter der 
Wirtschaftsgruppe Chemische Industrie; an Geheimverhandlungen mit der Wehrmacht über 
chemische Kriegsproduktion beteiligt; Mitverantwortlicher für den Einsatz von KZ- 
Häftlingen als Sklavenarbeiter 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; Aufsichtsratsmitglied: Chemie- 
Verwaltungs-AG, Frankfurt a. M., Chemische Werke Hüls AG, Marl, Kreis Recklinghausen; 
Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates: Dynamit Nobel AG, Troisdorf (Flick-Konzern), IG- 
Farben-Industrie AG i. A. Frankfurt a. M.; ausgezeichnet mit dem Großkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik (inzwischen verstorben) 

Gattineau, Heinrich, Dr. 

vor 1945: Direktor der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.; Leiter der 
volkswirtschaftlichen Abteilung und Leiter der wirtschaftspolitischen Abteilung der I. G.; 
Betriebsführer der Dynamit Nobel AG, Preßburg/(Bratislava), und der Donau Chemie AG, 
Wien; Freund Himmlers und Görings; SS-Standartenführer 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; Vorstand: Wasag-Chemie AG, 
Essen (Krupp-Konzern), Guano-Werke AG, Hamburg (Krupp- und Guano-Konzern); 
Aufsichtsrat: Mitteldeutsche Sprengstoffwerke GmbH, Langelsheim u. a. Unternehmen; 
Beirat der Dresdner Bank AG, Düsseldorf 

Goldschmidt, Bernhard, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Aufsichtsrates Th. Goldschmidt AG, 
Essen 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Ehrenpräsident des 
Aufsichtsrates der Th. Goldschmidt AG, Essen; ausgezeichnet mit dem Großen 
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Goetz, Carl 

vor 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dresdner Bank, Berlin 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Ehrenvorsitzender des 
Aufsichtsrates der Dresdner Bank AG, Frankfurt a. M.; ausgezeichnet mit dem Großen 
Verdienstkreuz des Verdienstordens mit Stern (inzwischen verstorben) 

Gräbner, Georg, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter der Reichsstelle für Holz 

nach 1945: Geschäftsführer: Vereinigung der Holzhandelsverbände Hannover, Verband der 
Holzhändler Niedersachsen und Bremen e. V., Hannover 



Graetz, Erich 



52 



vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes und BetriebsfTihrer der Ehrich 
& Graetz AG, Berlin; an der Ausplünderung der Zwangsarbeiter maßgeblich beteiligt 

nach 1945: Fabrikant, Mitinhaber der Graetz KG, Altona/Westfalen; Vorstandsmitglied der 
Graetz AG, Hamburg (1963) 

Häver, Kurt 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Vorsitzender des Vorstandes der Verkaufsvereinigung für Teererzeugnisse AG; 
Vorsitzender der Geschäftsführung der Ruhrkohlen-Beratung GmbH, Essen; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Westfälischen Transport AG, Dortmund (Hoesch- und Hoogovens- 
Konzern); Aufsichtsrat der Essener Steinkohlenwerke AG, Essen (Mannesmann-Konzern) 

Hettlage, Karl, Prof. Dr. 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Stadtkämmerer von Berlin; Generalreferent im 
Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion; Vorstand der Commerzbank AG, 
Hamburg-Berlin; Vorsitzender des Aufsichtsrates: Hansa-Bank, Riga, 
Verwertungsgesellschaft für Montanindustrie GmbH u. a.; Mitglied der Akademie für 
deutsches Recht; Professor für Rechtswissenschaft 

nach 1945: Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums; Mitglied der Hohen Behörde für 
Montanunion; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Vereinigte Elektrizitäts- und 
Bergwerks AG, Hamburg-Bonn; Aufsichtsrat: Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG 
(VIAG), Bonn, Volkswagenwerk AG, Wolfsburg, Kernreaktor Bau- und Betriebsgesellschaft 
mbH, Karlsruhe u. a.; Professor für öffentliches Recht an der Universität Mainz 

Heyne, Hans, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied und Generalbevollmächtigter der AEG 
Berlin; Vorsitzender des Aufsichtsrates der AEG: Leiter des Hauptausschusses 
Flugzeugausrüstung beim Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion; Mitglied des 
Industrierates für die Entwicklung von Luftwaffengeräten; Heyne erhielt wegen seiner 
„Verdienste" um die faschistische Luftwaffe das Ritterkreuz zum Kriegsverdienstkreuz 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates: AEG Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, 
Westberlin/Frankfurt a. M., Telefunken AG, Westberlin (AEG-Konzern), (AEG und 
Telefunken sind durch Beteiligung am Starfighter-Programm und am Hawk-Raketenbau 
maßgeblich für die Aufrüstung Westdeutschlands tätig), Olympia- Werke AG, Wilhelmshaven 
(AEG-Konzern), Osram GmbH, München/Westberlin (AEG, Siemens, General Electric Co.); 
Aufsichtsratsfunktionen in weiteren AEG-Gesellschaften; Aufsichtsrat der Deutschen Bank 
AG; ausgezeichmt mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der 
Bundesrepublik Deutschland 

Hinsel, Paul, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 



53 



nach 1945: Vorstandsmitglied im Verein der Bayrischen Metallverarbeitenden Industrie; 
Ehrensenator der Universität für Wirtschafts- und Sozialwissenschaft Erlangen-Nürnberg 

Hinz, Fritz, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Betriebsführer der Henschel und Sohn GmbH, Kassel; 
Aufsichtsratsmitglied: Oberschlesische Lokomotivwerke AG, Kattowitz (Katowice), Steana 
Motrica Bukarest, Wiener Locomotiv-Fabriks-AG, Wien 

nach 1945: Persönlich haftender Gesellschafter: Hessisches Metallwerk Imfeld&Co., Kassel; 
Ehrenpräsident der Vereinigung Deutscher Lokomotivfabriken, Frankfurt a. M.; 
ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 

Holtz, Wolfgang 

vor 1945: Ministerialdirigent im Reichswirtschaftsministerium; arbeitete eng mit den Kohlen- 
und Stahlkonzernen zusammen 

nach 1945: Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Verteidigungswirtschaft im Bonner 
Kriegsministerium; Aufsichtsrat der Monopol-Bergwerks GmbH, Kamen (Flick-Konzern) 

Hopf, Volkmar 

vor 1945: Landrat in Pommern; dort verantwortlich für die Verschleppung von Antifaschisten 
ins KZ; Kreishauptmann in der CSR, verfolgte tschechische Patrioten 

nach 1945: Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium a. D. (durch die Spiegelaffäre 
zum Rücktritt gezwungen); Präsident des Bundesrechnungshofes; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates: Industrieverwaltungsgesellschaft mbH, Bad Godesberg, Deutsche Revisions- 
und Treuhand AG, Westberlin/Frankfurt a. M., AG für Wirtschaftsprüfung 
Westberlin/Düsseldorf 

Hunke, Heinrich, Prof. Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Präsident des Werberates der deutschen Wirtschaft; 
Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Ausland im Reichsministerium für 
Volksaufklärung und Propaganda; Hauptlektor der parteiamtlichen Prüfungskommission im 
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda u. a. 

nach 1945: Ministerialdirigent im Niedersächsischen Ministerium der Finanzen, Leiter der 
Abteilung II - Vermögen und Finanzhilfen -; Vorsitzender des Aufsichtsrates: 
Niedersächsische Zahlenlotto GmbH, Hannover, Fußballtoto GmbH, Hannover; 
Stellvertretender des Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Niedersächsischen Heimstätte 
GmbH, Hannover u. a. 

Jähne, Friedrich, Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Mitglied des Vorstandes der IG-Farben-Industrie AG, 
Frankfurt a. M.; Mitglied des Technischen und Finanzausschusses der IG; Vorsitzender der 
Technischen Kommission der IG, Mitglied in Aufsichtsräten mehrerer IG-Unternehmen; 
Mitglied des Großen Beirates bei der Reichsgruppe Industrie 



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nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß, verurteilt zu langjähriger 
Gefängnisstrafe; Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates der Farbwerke Höchst AG, Frankfurt a. 
M. - Höchst (IG-Farben-Gruppe); Vorsitzender - des Aufsichtsrates der Adolf Messer GmbH, 
Frankfurt a. M.; ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens 
der Bundesrepublik Deutschland (inzwischen verstorben) 

Kaletsch, Konrad 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Generalbevollmächtigter der Friedrich Flick KG, 
Düsseldorf; Vorstand der Mitteldeutschen Stahlwerke AG, Riesa; Stellvertretender 
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte; 
Aufsichtsratsmitglied in vielen Konzernen 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger Flick-Prozeß; Persönlich haftender Gesellschafter der 
Friedrich Flick KG, Düsseldorf; Geschäftsführer: Mitteldeutsche Stahlwerke GmbH, 
Westberlin, Verwaltungsgesellschaft für Steinkohlenbergbau und Hüttenbetrieb mbH, 
Düsseldorf; Aufsichtsratsmitglied: Daimler-Benz AG, Stuttgart/Untertürkheim, Dynamit 
Nobel AG, Troisdorf, Süd-Chemie AG, München, Eisenwerk-Gesellschaft Maximilianshütte 
mbH, Sulzbach-Rosenberg; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Keyserlingk, Wedig Freiherr von 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Geschäftsführer der Deuta- Werke, vormals Deutsche Tachometerwerke GmbH, 
Bergisch-Gladbach 

Kiehn, Fritz 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Aufsichtsratsmitglied: Deutsche Effekten- und 
Wechselbank, Frankfurt a. M., Berlin, NSU-Werke AG, Neckarsulm; Beirat der 
Reichswirtschaftskammer Berlin 

nach 1945: Gesellschafter und Geschäftsführer der Efka-Werke Fritz Kiehn GmbH, 
Trossingen/Württemberg 

Knieriem, August von, Dr. 

vor 1945: Mitglied des Vorstandes der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M; Leiter des 
IG-Rechtsausschusses (Chefsyndikus); Mitglied des Zentral- und Arbeitsausschusses der IG- 
Farben; Mitglied des Aufsichtsrates der Anorgana GmbH, Frankfurt a. M. (Giftgaswerk der 
IG-Farben) 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; langjähriger Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der IG-Farben-Industrie AG i. L., Frankfurt a. M. 

Knott, Carl, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der Siemens- Schuckert- Werke AG, 
Berlin-Siemensstadt 



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nach 1945: Langjähriger Vorstand der Siemens-Schuckert- Werke AG, Westberlin/Erlangen; 
als Vertreter des Siemens-Konzerns in einer Reihe von Gremien der Atomwirtschaft und 
-forschung, u. a. Präsidium Deutsche Atomkommission, Bonn; Mitglied der Bayerischen 
Atomkommission, München; Beirat Kernenergie beim Wirtschaftsministerium Baden- 
Württemberg; Vorstand des Rationalisierungs-Kuratoriums der Deutschen Wirtschaft (RKW), 
Frankfurt a. M.; Verwaltungsratsmitglied der Siemens Industrie Electrica S. A., Madrid; 
Ehrendoktor, -bürger und -Senator der Universität Erlangen; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Könecke, Fritz, Dr. Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes der Continental Gummi- 
Werke AG, Hannover; Vorsitzender eines Rüstungsausschusses 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Holzindustrie Bruchsal GmbH, Bruchsal; ausgezeichnet mit dem Großen 
Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Kreibich, Emil, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank Berlin; 
Präsident der Industrie- und Handelskammer Reichenberg (Liberec), Leiter der 
Außenhandelsstelle für das Sudetenland, Reichenberg 

nach 1945: Inhaber der Firma Wegena, Dr. Kreibich KG, Westberlin und Hamburg 

Krupp von Bohlen und Halbach, Alfried, Dr.-Ing. h. c. Dr. rer. pol. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Mitglied des Rüstungsrates; Vorstand der Friedrich Krupp 
AG, Essen (bis 1943); Inhaber Friedrich Krupp, Essen (ab 1943); Mitglied des Präsidiums der 
Reichsvereinigung Kohle 

nach 1945: Hauptangeklagter im Nürnberger Krupp-Prozeß; als Kriegsverbrecher vom 
amerikanischen Militärgerichtshof 1948 zu 12 Jahren Gefängnis und Einziehung seines 
gesamten Vermögens verurteilt; seit 1951 auf Betreiben der Bonner Regierung wieder Inhaber 
der Friedrich Krupp, Essen; Vorsitzender des Aufsichtsrates: Aktien-Gesellschaft „Weser", 
Bremen, Siepmann Werke AG, Belecke/Mohne; Aufsichtsratsmitglied der Dresdner Bank 
AG, Frankfurt a. M. (inzwischen verstorben) 

Kugler, Hans 

vor 1945: Direktor der Verkaufsgemeinschaft der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a.M.; 
Mitglied des Südost-Europa-Ausschusses der IG-Farben; hauptverantwortlich an der 
Okkupation und Ausplünderung der französischen Chemie-Industrie beteiligt; Kommissar des 
Reichswirtschaftsministeriums für die Aussig-Falkenau Werke in der CSR 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß, zu Gefängnis verurteilt; 
Vorstandsmitglied: Casella-F arbwerke Mainkur AG, Frankfurt a. M., Riedel de Haen AG, 
Seelze bei Hannover; Mitglied des Hauptausschusses des Verbandes der Chemischen 
Industrie e. V., Frankfurt a. M. 



56 



Küppenbender, Heinrich, Dr.-Ing. Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der Zeiss-Ikon AG, Dresden; 
Betriebsführer der Zeiss-Werke, Jena; erhielt wegen „besonderer Verdienste" für die 
faschistische Kriegsproduktion das „Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern"; 
terrorisierte Tausende von ausländischen Zwangsarbeitern 

nach 1945: Vorstandsmitglied des widerrechtlich von ihm unter Mißbrauch des Namens Carl 
Zeiss errichteten Zeiss-Konzerns. Oberkochen; Vorsitzender des Aufsichtsrates: Voigtländer 
AG, Braunschweig, Zeiss-Ikon AG, Stuttgart und anderer; ausgezeichnet mit dem Großen 
Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Lautz, Julius von 

vor 1945: Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium. Wehrwirtschaftliche 
Abteilung; wirkte bei der Kriegsvorbereitung und Kriegsführung der Faschisten auf dem 
Gebiet der Wirtschaft mit 

nach 1945: Saarländischer Minister der Justiz; Landesvorsitzender der CDU Saarland ,- 
Mitglied des Vermittlungsausschusses des Bundestages und des Bundesrates 

Loew, Gottfried 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Stellvertretender Betriebsführer und Werkleiter des Werkes 
Lemwerder der „Weser" Flugzeugbau GmbH, Bremen 

nach 1945: Geschäftsführer der Vereinigten Flugtechnischen Werke GmbH, Bremen (Krupp, 
United Aircraft Corp.) 

Lübke, Heinrich, Dr. h. c. 

vor 1945: Direktor einer Siedlungsgesellschaft; stellvertretender Leiter der Baugruppe 
Schlempp; V-Mann der Gestapo; entwarf KZ-Baupläne; leitete 1944 den Aufbau von 
Außenlagern des Konzentrationslagers Buchenwald; verantwortlich für den Tod Hunderter 
Polen, Franzosen, Italiener, Sowjetbürger und Deutscher durch Sklavenarbeit 

nach 1945: Präsident der Bundesrepublik Deutschland, zuvor Bundesminister für Ernährung, 
Landwirtschaft und Forsten, Landwirtschaftsminister von Nordrhein- Westfalen 

Lüdinghausen- Wolff, Reinhold Freiherr von 

vor 1945: Vorstand der Böhmischen Escompte-Bank, Prag; Stellvertretender Vorsitzender 
des Verwaltungsrates der Skoda-Werke in Pilsen (Plzn); Präsident der Ungarischen 
Blechemballagenwerke AG, Györ 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Direktor der Dresdner Bank 
AG, Hannover; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Sichel- Werke AG, Hannover-Limmer; 
Inhaber weiterer Aufsichtsratsmandate 



Mahle, Hermann 



57 



vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Kommanditist der Mahle KG, Stuttgart-Bad Cannstadt; Gesellschafter der Mahle- 
Werke GmbH, Fellbach bei Stuttgart u. a. Familien-Unternehmen; Beirat der Deutschen Bank 
AG; Ehrensenator der Technischen Hochschule Stuttgart 

Malaise, Gerhart von, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Vorstandsmitglied der Hamburger Elektrizitätswerke AG, Hamburg; 
Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Porenbeton GmbH, Hamburg; Mitglied des 
Landesausschusses Hamburg der Commerzbank AG 

Martini, Herbert, Dr. 

vor 1945: Ministerialdirigent und Reichskommissar bei der Berliner Börse; an der Arisierung 
verschiedener Banken beteiligt; Experte der Kriegs- und Rüstungsfinanzierung im 
Reichswirtschaftsministerium 

nach 1945: Stellvertreter des deutschen Beraters für den Marshallplan; Vorstandsmitglied der 
Kreditanstalt für den Wiederaufbau Frankfurt a. M.; Aufsichtsrat: Deutsche Effekten- und 
Wechselbank, Frankfurt a. M., Industriekreditbank AG Düsseldorf, Hoesch-AG, Dortmund, 
Hugo Stinnes AG, Düsseldorf, u. a.; Verwaltungsrat der Europäischen Investitionsbank, 
Brüssel, u. a. 

Mauterer, Arthur, Dr. Ing. h. c. 

vor 1945: Vorstand der Dortmunder Union Brückenbau AG, Dortmund; Leiter des 
Hauptausschusses Stahl- und Eisenbau beim Reichsminister für Rüstung und 
Kriegsproduktion 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste, Vorstand der Rheinstahl- 
Union, Maschinen- und Stahlbau AG, Düsseldorf 

Meer, Fritzter, Dr. Dr. -Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied und einer der Großaktionäre der IG- 
Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.,- Mitglied ihres Zentralausschusses; Geschäftsführer der 
Buna-Werke GmbH, Schkopau; Mitglied zahlreicher Aufsichtsorgane in IG-Farben- 
Unternehmen, Tochtergesellschaften und Affiliationen im In- und Ausland; Beauftragter des 
Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion für Italien; hauptschuldig an den 
Verbrechen der IG-Farben in Auschwitz; war führend an der Einverleibung der Chemischen 
Industrie der okkupierten Länder beteiligt 

nach 1945: Hauptbelasteter im IG-Farben-Prozeß in Nürnberg, zu einer langjährigen 
Gefängnisstrafe verurteilt; Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates und des Vorstandes der 
Farbenfabriken Bayer AG, Leverkusen (inzwischen verstorben) 

Merck, Karl, Dr. Dr. rer. nat. h. c. 



58 



vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Mitinhaber und Betriebsführer E. Merck, Chemische 
Fabrik, Darmstadt 

nach 1945: Gesellschafter Emanuel Merck oHG, Darmstadt, Aufsichtsratsmitglied der 
Gothaer Lebensversicherungs AG, Göttingen; Ehrenmitglied verschiedener 
Unternehmerverbände der Chemischen Industrie; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Merker, Otto, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der 
Klöckner-Humboldt-Deutz AG, Köln-Deutz; Leiter des Hauptausschusses Schiffbau beim 
Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Aufsichtsratsfunktionen in verschiedenen in- und ausländischen Gesellschaften 
des Rheinstahl-Konzerns; Mitglied des Vorstandes im Gesamtverband der Metallindustriellen 
Arbeitgeberverbände e. V., Köln; Beirat der Deutschen Bank AG; ausgezeichnet mit dem 
Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Messerschmitt, Willy, Prof. Dr. Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Träger des faschistischen Titels „Pionier der Arbeit", 
Vorstand der Messerschmitt AG, Augsburg; mitverantwortlich für den Einsatz von Häftlingen 
der KZ in Dachau, Mauthausen und Flossenbürg zur Zwangsarbeit 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Beirat des Bankhauses 
Aufhäuser; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Messerschmitt AG, 
Augsburg; Beirat des Bundesverbandes der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie e. V., 
Düsseldorf; ausgezeichnet mit dem Bayerischen Verdienstorden, dem Großkreuz des 
Verdienstordens für die Luftfahrt Spaniens (für den Anteil an der Entwicklung eines 
spanischen Düsenjägers nach Kriegsende 1954 vom Franko-Regime verliehen) 

Michel, Elmar, Dr. 

vor 1945: Ministerialdirigent im Reichswirtschaftsministerium; Generalreferent für 
Rohstofffragen; war maßgeblich an der wirtschaftlichen Vorbereitung und Durchführung der 
faschistischen Aggression, vor allem gegen die westeuropäischen Länder, beteiligt; im 
Verlauf des zweiten Weltkrieges als Militärverwaltungschef beim Militärbefehlshaber in 
Frankreich; Mitinitiator der Maßnahmen zur Ausplünderung, Ausbeutung, Versklavung und 
Verschleppung der französischen Bevölkerung 

nach 1945: Ministerialdirektor im Bundeswirtschaftsministerium a. D.; Vorsitzender des 
Vorstandes der Salamander AG, Kornwestheim/Württemberg; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Cornelius Heyl AG, Worms/Rhein u. a.; Vorsitzender des Arbeitskreises 
für verteidigungswirtschaftliche Fragen des Deutschen Industrie- und Handelstages, Bonn 

Mittelstraß, Fritz, Dr. 

vor 1945: Abwehrbeauftragter und V-Mann der Gestapo im Reichsministerium für Rüstung 
und Kriegsproduktion; vorher im Reichswirtschaftsministerium tätig 



59 



nach 1945: Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium; langjähriger Leiter des 
Aufgabenbereiches Wirtschaftspolitische Grundsatzfragen der zivilen und militärischen 
Verteidigung; beteiligt an der Ausarbeitung der geplanten, z. T. bereits vom Bonner 
Bundestag sanktionierten Notstandsgesetzgebung auf dem Gebiet der Wirtschaft 

Möhlenbeck, Wilhelm 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter der Fachgruppe Ledererzeugende Industrie; 
Vorsitzender des Centraivereins der Deutschen Lederindustrie Berlin 

nach 1945: Inhaber der Firma Wilhelm Möhlenbeck KG, Wolfenhausen/Taunus 

Nallinger, Fritz, Prof. Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Vorstandsmitglied und Chefingenieur der Daimler-Benz AG, 
Stuttgart/Untertürkheim; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Auto-Union, 
Düsseldorf; Mitglied: Deutsche Atomkommission, Luftfahrtbeirat beim Bundesminister für 
Verkehr; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens 
der Bundesrepublik Deutschland 

Neef, Fritz 

vor 1945: Volkswirt im Reichswirtschaftsministerium; war für die wirtschaftlichen 
Maßnahmen der totalen Kriegsführung mitverantwortlich 

nach 1945: Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten 
Oehme, Adolf 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Langjähriges Vorstandsmitglied der Firma Voigtländer AG, Braunschweig 
Pierburg, Alfred, Dr.-Ing. h. c. Dr. h. c. 
vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Allgemeiner Geschäftsführer und Kommanditist: Deutsche Vergaser GmbH & Co 
KG, Neuss (Rhein), A. Pierburg, Auto- und Luftfahrt-Gerätebau KG, Neuss (Rhein), 
Deutsche Vergaser Gesellschaft (KG), Westberlin; Kommanditist: Bankhaus C. G. Trinkaus, 
Düsseldorf; Vorstandsmitglied des Verbandes der Automobilindustrie e. V., Frankfurt a. M. 

Pohle, Wolfgang, Dr. 

vor 1945: Direktor und Generalbevollmächtigter der Mannesmann AG; engster Mitarbeiter 
des Generaldirektors Zangen 

nach 1945: Übernahm im Nürnberger Prozeß die Verteidigung der angeklagten 
Konzernherren Krupp und Flick und setzte sich für die Rehabilitierung der Großindustriellen 



60 



ein; Geschäftsführer und Persönlich haftender Gesellschafter der Friedrich Flick KG, 
Düsseldorf; Vorsitzender des Aufsichtsrates des IGT International Computers and Tabulators 
GmbH, Düsseldorf; Vorsitzender der Ständigen Kommission für deutsch-spanische 
wirtschaftliche Zusammenarbeit; Vorsitzender bzw. Mitglied verschiedener Ausschüsse des 
BDI und des Deutschen Industrie- und Handelstages (DIHT) sowie der 
Wirtschaftsvereinigung Stahl und Eisen; 1953 bis 1957 Bundestag, CDU-Fraktion; CDU- 
Bundestagskandidat 1965 und Vertrauensmann von Strauß 

Prentzel, Felix-Alexander, Dr. 

vor 1945: Prokurist der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt a. M.; leitender Mitarbeiter der 
Wirtschaftspolitischen Abteilung und Ressortleiter der Direktionsabteilung der IG-Farben; 
Mitarbeiter im Reichsamt für Wirtschaftsausbau 

nach 1945: Ministerialdirigent im Bundeswirtschaftsministerium a. D., u. a. für die 
„Entflechtung" der IG-Farben-Gruppe verantwortlich; Vorsitzender des Vorstandes Deutsche 
Gold- und Silber-Scheideanstalt, vormals Roessler (Degussa), Frankfurt a. M.; Aufsichtsrat: 
Metallgesellschaft Frankfurt a. M., Farbwerke Höchst AG, Frankfurt a. M., u. a.; Mitglied: 
Direktionskommission für die Verwendung von Atomenergie bei der OECD, Verwaltungsrat 
beim Institut für Entwicklungsländer; Vizepräsident des Verbandes der Chemischen Industrie 

Reuleaux, Otto, Dr.-Ing. Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Langjähriger Vorsitzender des Vorstandes der Kali Chemie Engelhard- 
Katalysatoren GmbH, Hannover; Vorsitzender des Geld-, Kredit- und Währungsausschusses 
des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Köln; Aufsichtsratsfunktionen im Solvay- 
Konzern; Vorsitzender des Beirates der Deutschen Bank, Hannover; Aufsichtsratsmitglied des 
Gerling-Konzerns, Lebensversicherungs-AG, Köln; ausgezeichnet mit dem Großen 
Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Reuter, Franz, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Aufsichtsratsmitglied: Hütten- und Bergwerke Rheinhausen AG, Rheinhausen 
(Krupp-Konzern), Kronprinz AG, Solingen-Ohligs (Mannesmann-Konzern); Mitglied des 
Beirates des Bundesministeriums für Wirtschaftlichen Besitz des Bundes; Herausgeber der 
Zeitschrift „Der Volkswirt", dem Scharfmacherorgan der Unternehmer; Vorsitzender des 
Wirtschaftsausschusses der FDP 

Rienäcker, Waldemar 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Gauamtsleiter im Amt für Technik Niederschlesien, 
Schlesische Elektrizitäts- und Gas AG, Gleiwitz (Gliwice); Mitglied der Zulassungsstelle für 
Wertpapiere an der Schlesischen Börse zu Breslau (Wroclaw) 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Rheingau-Elektrizitätswerk AG, Eltville; 
Aufsichtsratsmitglied der Elektrizitäts AG, vorm. Lahmeyer & Co, Frankfurt a. M.; Beirat der 
Dresdner Bank, Hessen 



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Rinn, Hans 

vor 1945: Direktor der Dresdner Bank, Berlin; war maßgeblich an der sogenannten 
Arisierung, vor allem jüdisch-holländischen Eigentums, beteiligt 

nach 1945: Vorstandsmitglied der Dresdner Bank AG, Westberlin; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Prix- Werke AG, Hamburg, und weiterer 6 Aktiengesellschaften; 
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Bank für Handel und Industrie AG, 
Westberlin, Deutsche Hypothekenbank, Bremen, u. a. 

Rohland, Walter, Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Leiter des Hauptausschusses Panzerwagen beim 
Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion; Geschäftsführer des Industrierates des 
Oberkommandos des Heeres; Vorstand der Vereinigten Stahlwerke AG, Düsseldorf 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Mitinhaber der Stahlwerk 
Mannheim AG, Mannheim-Rheinau, und weitere Aufsichtsratssitze im Thyssen-Konzern; 
Beirat der Bergischen Stahl-Industrie, Remscheid 

Rothe, Leo S., Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer, Vorsitzender des Vorstandes der Junkers Flugzeug- und 
Motorenwerke AG, Dessau 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Köln-Deutz; Inhaber 
zahlreicher Aufsichtsratsmandate; Ehrenpräsident des Bundesverbandes der Deutschen Luft- 
und Raumfahrtindustrie e. V., Bad Godesberg; Vorstandsmitglied des BDI 

Sander, Hermann 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Betriebsführer der Firma Carlshütte-Maschinen- und 
Stahlbau GmbH, Waldenburg-Altwasser/Schlesien (Walbrzych); Stellvertretender 
Vorsitzender des Aufsichtsrates der „Glückauf AG für Braunkohlenverwertung, Lichtenau, 
Bezirk Liegnitz (Legnica) 

nach 1945: Vorstandsmitglied der Firma Ehrhardt & Sehmer Maschinenfabrik AG, 
Saarbrücken; Präsidialmitglied des Verbandes der Eisen- und Metallverarbeitenden Industrie 
des Saarlandes 

Saur, Karl-Otto 

vor 1945: Hauptdienstleiter und Amtschef im Reichsministerium für Rüstung und 
Kriegsproduktion; Chef des „Jägerstabes" und Stellvertretender Leiter des Rüstungsstabes; in 
Hitlers Testament zum Nachfolger von Speer bestimmt 

nach 1945: Leiter des technischen Büros in München-Pullach; beteiligt an der westdeutschen 
Raketenproduktion 



Schattenberg, Horst-Henner 



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vor 1945: Stellvertretender Polizeipräsident von Koblenz; Oberregierungsrat im 
Reichsinnenministerium; Abteilungsleiter beim Reichsstatthalter in Posen (Poznan) 

nach 1945: Ministerialrat im Bundeswirtschaftsministerium; langjähriger Leiter des 
Aufgabenbereiches Vorsorge und Notstände; Ministerialdirigent und Leiter der 
Unterabteilung H/A im Bundesministerium für „Gesamtdeutsche Fragen" 

Schirner, Karl 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Erdöl AG, 
Berlin; Aufsichtsratsmitglied: Deutsche Bank, Berlin, Continental Oel AG, Berlin; 1933-1939 
Vorsitzender des Vorstandes: Vereinigte Aluminium- Werke, Berlin, und Vereinigte Industrie- 
Unternehmungen AG, Berlin 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Vereinigten Aluminium- Werke AG, Bonn; 
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Deutsche Erdöl AG (DEA), Hamburg, 
Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG (VIAG), Bonn, Ilseder Hütte AG, Feine; 
Aufsichtsratsmitglied: Farbwerke Höchst AG, Frankfurt a. M.; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland 

Schlosser, Hermann 

vor 1945: Vorsitzender des Vorstandes der Deutschen Gold- und Silber-Scheideanstalt vorm. 
Roessler (Degussa), Frankfurt a. M.; Produktionsbeauftragter für die Chemische Industrie des 
Reichsministers für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Ehrenvorsitzender des 
Aufsichtsrates der Degussa, Frankfurt a. M.; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Schmid-Lossberg, Heinz 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Geschäftsführer des Rüstungskontors im 
Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion 

nach 1945: Generalbevollmächtigter der Berliner Handels-Gesellschaft, Westberlin - 
Frankfurt a. M.; Vorstandsmitglied der Berliner Handelsbank AG, Westberlin; Vorsitzender 
des Aufsichtsrates: Frankfurter Kredit-Bank GmbH, Frankfurt a. M., Berliner AG für 
Vermögensverwaltung, Westberlin; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: 
Kabelwerke Wilhelminenhof AG, Westberlin, Neckermann Versand KG, Frankfurt a. M., u. 
a. 

Schneider, Christian, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt 
a. M.; Hauptabwehrbeauftragter und Hauptbetriebsführer der IG-Farben; Betriebsführer der 
Ammoniakwerke Merseburg GmbH, Leuna-Werke 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; Aufsichtsratsmitglied: 
Süddeutsche Kalkstickstoff- Werke AG, Trostberg, (Hauptaktionär der IG-Farben-Gruppe und 
Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG) 



63 



Scholz, William, Dr.-Ing. h. c. 
vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Aufsichtsrat: Deutsche Werft AG, Hamburg (AEG- und Haniel-Konzern). 
Germanische Lloyd, Hamburg, Vorstand der Kernenergie-Studiengesellschaft, Hamburg; 
Beirat der Deutschen Bank, Hamburg/Schleswig-Holstein ; Fachausschuß „Kernenergie für 
Schiffe" der Deutschen Atomkommission, Bonn; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (inzwischen 
verstorben) 

Schulze-Fielitz, Günter 

vor 1945: Staatssekretär im Reichsministerium für Rüstung und Kriegsproduktion; 
Stellvertreter Speers; Generalinspekteur für Wasser und Energie 

nach 1945: Regierungs-Baumeister a.D.; Vorstandsmitglied der Hochtief AG für Hoch- und 
Tiefbauten, Essen; Beirat der Deutschen Bank, Essen/Dortmund/Duisburg 

Schwede, Walter 

vor 1945: Vorstand der Vereinigten Stahlwerke AG, Düsseldorf 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Ehrenvorsitzender des 
Aufsichtsrates der Handelsunion AG (Thyssen-Konzern), Düsseldorf; ausgezeichnet mit dem 
Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (inzwischen 
verstorben) 

Siemens, Hermann von 

vor 1945: Chef des Siemenskonzerns 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Aufsichtsrat der Siemens 
AG, Westberlin/München; ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz des 
Verdienstordens mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 

Ter-Nedden, Wilhelm, Dr. 

vor 1945: Ministerialrat; „Ostspezialist" im Reichswirtschaftsministerium; später im 
Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete als Stellvertretender Leiter des 
Wirtschaftsstabes Ost, Chefgruppe W tätig; an der Ausplünderung der okkupierten Länder 
beteiligt 

nach 1945: Ministerialdirektor und Leiter der Abteilung Allgemeine Verkehrspolitik und 
Verkehrswirtschaft im Bundesverkehrsministerium 

Thalau, Karl, Prof. Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 



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nach 1945: Geschäftsführer der Ernst Heinkel Flugzeugbau GmbH, Speyer und München; 
Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke 
AG, München 

Thiedemann, Richard 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Direktor der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG, 
Dessau 

nach 1945: Langjähriges Vorstandsmitglied der Henschel Flugzeugwerke AG, Kassel, jetzt 
Aufsichtsratsmitglied 

Tix, Arthur, Dr.-Ing. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer, Vorstand des Bochumer Vereins für Gußstahlfabrikation 
AG, Bochum; Leiter des Hauptausschusses Warfen beim Reichsminister für Rüstung und 
Kriegsproduktion; Mitglied des Industrierates des Oberkommandos des Heeres; Träger des 
Ritterkreuzes 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Vorstand des Bochumer 
Vereins für Gußstahlfabrikation AG (Krupp-Konzern), Bochum; ausgezeichnet mit dem 
Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland 

Tüngeler, Johannes 

vor 1945: Reichsbankrat im Reichswirtschaftsministerium; Abwehrbeauftragter; 
Verbindungsmann zur Gestapo und zum SD 

nach 1945: Bankdirektor und Direktoriumsmitglied der Deutschen Bundesbank und 
Zentralbank, Frankfurt a. M. 

Viaion, Karl, Prof. Dr. 

vor 1945: Landgerichtsrat beim Oberlandesgericht Karlsruhe; Oberregierungsrat beim 
Reichsfinanzministerium; half mit, das okkupierte Elsaß auszuplündern; Regierungsdirektor 
und Leiter der Finanzabteilung des Reichskommissariats für das Ostland in Riga, beteiligte 
sich an der „Endlösung der Judenfrage" nicht nur durch den Raub jüdischen Vermögens und 
der Habe der Ermordeten, sondern organisierte als Leiter der Finanzabteilung die Errichtung 
von Konzentrationslagern und die Durchführung von Terroraktionen gegen die lettische, 
estnische und bjelorussische Bevölkerung 

nach 1945: Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit; zuvor 
Ministerialdirektor im Bundeskanzleramt und Berater Adenauers in Wirtschafts- und 
Finanzfragen 

Vits, Ernst-Hellmuth, Dr. Dr. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes und Betriebsführer: 
Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG, Wuppertal/Elberfeld, Österreichische Glanzstoff- 
Fabriken AG, St. Polten, Glanzstoff-Fabrik Lobositz AG (Sudetenland); Aufsichtsratsmitglied 
der Algemeene Kunstzijde Unic, Arnhem/Holland 



65 



nach 1945: Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigten Glanzstoff-Fabriken AG, 
Wuppertal/Elberfeld (AKU-Konzern) u. a. Aufsichtsratsfunktionen in verschiedenen 
Gesellschaften des Konzerns; Aufsichtsrat: Deutsche Erdöl AG (DEA), Hamburg, 
Zellstoffabrik Waldhof, Mannheim, Hamburg-Amerika-Linie, Hamburg; Vorsitzender: 
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Präsidium Deutsche Forschungsgemeinschaft, 
Beirat Fritz Thyssen-Stiftung; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern 
der Bundesrepublik Deutschland 

Voith, Hanns, Dr.-Ing. h. c. Dr. rer. pol. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Geschäftsführer der Firma J. M. Voith GmbH, Heidenheim (Brenz); 
ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der 
Bundesrepublik Deutschland 

Wagner, Alfons 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigten 
Oberschlesischen Hüttenwerke AG, Gleiwitz (Gliwice); Vorsitzender des Beirates der 
Schlesischen Montan GmbH, Breslau (Wroclaw); Beirat der Deutschen Bank, Berlin 

nach 1945: Stand auf der polnischen Kriegsverbrecherliste Nr. 10/185; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Warsteiner Eisenwerke AG Warstein; Aufsichtsrat: Eisenwerk-Gesellschaft 
Maximilianshütte mbH, Sulzbach-Rosenberg (Flick-Konzern), Gerling-Konzern, 
Lebensversicherungs-AG, Köln u. a., ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz 
der Bundesrepublik Deutschland 

Waldschmidt, Herbert 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer 

nach 1945: Geschäftsführer Knorr-Bremse GmbH, München; Vorstand der Süddeutschen 
Bremsen AG, München; Aufsichtsrat: Knorr-Bremse KG, München, Motoren-Werke 
Mannheim AG, Mannheim 

Walz, Hans 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; SS-Hauptsturmführer; Mitglied des „Freundeskreises des 
Reichsführers SS"; Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, Stuttgart 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Ehrenvorsitzender des 
Hauses Bosch; ausgezeichnet mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens 
der Bundesrepublik Deutschland 

Weiss, Bernhard 

vor 1945: Generalbevollmächtigter der Friedrich Flick KG, Berlin 



66 



nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Geschäftsführer der Siemag 
Siegener Maschinenbau GmbH, Dahlbusch; Vizepräsident des Bundesverbandes der 
Deutschen Industrie e. V., Köln 

Werner, William 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstand, Direktor und Betriebsführer der Auto-Union AG, 
Chemnitz; Vorsitzender des Technischen Ausschusses der Wirtschaftsgruppe 
Fahrzeugindustrie, Berlin; Reichssausschuß für Leistungssteigerung 

nach 1945: Langjähriger Geschäftsführer und Technischer Leiter der Auto-Union GmbH, 
Düsseldorf-Ingolstadt; Aufsichtsratsmitglied der Zweirad-Union AG, Nürnberg (1963) 

Westrick, Ludger, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorsitzender des Vorstandes der Vereinigten Aluminium 
Werke, Berlin, in deren Werken überwiegend Kriegsgefangene und ausländische 
Zwangsarbeiter tätig waren, die unter den unmenschlichsten Arbeits- und Lebensbedingungen 
zu Hunderten zu Tode geschunden wurden; Vorstandsmitglied Innwerk AG, München; 
Vorsitzender des Aufsichtsrates: E. F. Ohle's Erben AG, Breslau (Wroclaw), Rheinische 
Blattmetall AG, Grevenbroich, Vereinigte Wiener Metallwerke AG, Wien u. a.; Mitglied des 
Industrierates für die Entwicklung von Luftwaffengerät 

nach 1945: Bundesminister und Leiter des Bundeskanzleramtes a. D., zuvor Staatssekretär im 
Bundeswirtschaftsministerium; Vorsitzender des Aufsichtsrates: Bergwerksgesellschaft 
Hibernia AG, Herne, Vereinigte Industrie-Unternehmungen AG, Bonn, Innwerk AG, Töging 
(Inn), Vereinigte Aluminium- Werke AG, Bonn u. a.; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland 

Weydenhammer, Rudolf, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Generaldirektor und Vorsitzender des Vorstandes der 
Österreichischen Magnesit AG, München; Vizepräsident der Forsikringsaktienelskabet 
Nordeuropa, Kopenhagen, Nippon Magnesium Metals Company Ltd., Könau/Japan, Riunione 
Adriatica di securita; Direktionsrat, Wien-Triest; Mitglied der Board of Directors, American 
Magnesium Metals Corporation, Pittsburgh, P.; Beauftragter des Reichsprotektors in Böhmen 
und Mähren 

nach 1945: Präsident und Direktor der Oberrheinischen Handels-AG, Zürich; Ehrensenator 
der Universität München 

Wieland, Walter, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Beirat der Deutschen Bank, Berlin 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates: Omnipetrol GmbH für 
Erdölverwertung, Hamburg, Deutsch-Überseeische Petroleum AG, Hamburg; 
Aufsichtsratsmitglied: Bayerische Rohrhandelsgesellschaft München, IG-Farben-Industrie i. 
L., Frankfurt a. M. 



Winnacker, Karl, Prof. Dr.-Ing. 



67 



vor 1945: Direktor der IG-Farben-Industrie AG, Farbwerke Höchst AG, Frankfurt a. M. 

nach 1945: Vorstandsvorsitzender der Farbwerke Höchst AG, Frankfurt a. M.; 
Aufsichtsratsfunktionen in verschiedenen Gesellschaften der IG-Farben-Gruppe; außerdem 
Aufsichtsrat: Demag AG, Duisburg, Degussa, Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt 
vorm. Roessler, Frankfurt a. M.; Vorsitzender der DECHEMA, Deutsche Gesellschaft für 
chemisches Apparatewesen e. V., Frankfurt a. M.; Vizepräsident Verband der Chemischen 
Industrie; Vorsitzender des Aufsichtsrates der Gesellschaft für Kernforschung mbH, 
Karlsruhe; Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dresdner Bank, AG, 
Frankfurt a. M.; Stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atomkommission; 
ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband der 
Bundesrepublik Deutschland 

Wisselmann, Heinrich 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Generaldirektor der Preußischen Bergwerks- und Hütten- 
AG, Berlin; Leiter der Wirtschaftsgruppe Bergbau, Berlin; Beirat der Deutschen Reichsbank 
Berlin und der Reichsgruppe Industrie, Berlin 

nach 1945: Vorsitzender des Aufsichtsrates der Eisenwerk Weserhütte AG, Bad Oynhausen 
(Otto-Wolff-Konzern); Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Vereinigten 
Kaliwerke Salzdetfurth AG, Hannover( Salzdetfurth-Konzern, Werhahn-Gruppe); 
Aufsichtsrat: Mansfeld AG für Bergbau und Hüttenbetrieb, Hannover (Salzdetfurth-Konzern), 
Klöckner-Werke AG, Duisburg u. a.; ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz 
der Bundesrepublik Deutschland (inzwischen verstorben) 

Witzleben, Wolf-Dietrich von, Dr. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der Siemens- und Halske AG, Berlin, 
Personalchef des Siemens-Konzerns 

nach 1945: Langjähriger Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Siemens- 
Schuckert- Werke AG, Westberlin-Erlangen, Ehrenpräsident der Gesellschaft zur Förderung 
des Unternehmernachwuchses Köln (1963) 

Wurster, Carl, Prof. Dr.-Ing. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Vorstandsmitglied der IG-Farben-Industrie AG, Frankfurt 
a. M.; Leiter der Betriebsgemeinschaft Oberrhein der IG-Farben, Verwaltungsrat der 
Deutschen Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung mbH (DEGESCH), Frankfurt a. M. 
(Vertriebsgesellschaft des „Zyklon B Giftgases", mit dem mehrere Millionen Menschen 
ermordet wurden); mit dem Ritterkreuz zum Kriegs verdienstkreuz ausgezeichnet 

nach 1945: Angeklagter im Nürnberger IG-Farben-Prozeß; Vorsitzender des Vorstandes der 
Badischen Anilin- und Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen/Rhein; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates BASF Badische Anilin- und Soda-Fabrik AG, Ludwigshafen; 
Aufsichtsratsmitglied: Degussa, Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt, Frankfurt a. M., 
Deutsche Bank AG, Frankfurt a. M., Buna-Werke Hüls GmbH, Marl, Vereinigte Glanzstoff- 
Fabriken AG, Wuppertal-Elberfeld; Vorstand des Stifterverbandes für die Deutsche 
Wissenschaft; Mitglied: Präsidium des Verbandes der Chemischen Industrie, Kuratorium der 



68 



Stiftung Volkswagenwerk; Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes mit Stern und 
Schulterband der Bundesrepublik Deutschland u. a. Auszeichnungen 

Zangen, Wilhelm, Dr. h. c. 

vor 1945: Wehrwirtschaftsführer; Generaldirektor des Mannesmann-Konzerns; Mitglied des 
Rüstungsrates und Leiter des Hauptausschusses Wehrmacht beim Reichsminister für Rüstung 
und Kriegsproduktion; Leiter der Reichsgruppe Industrie; wurde von Hitler und Göring als 
„überragende Führerpersönlichkeit" gefeiert; war vor allem für die Ausplünderung der 
ausländischen Industrie verantwortlich; SS- und NSDAP-Mitglied; arisierte verschiedene 
Firmen 

nach 1945: Stand auf der amerikanischen Kriegsverbrecherliste; Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Mannesmann AG, Düsseldorf; Stellvertretender Vorsitzender des 
Aufsichtsrates der Demag AG, Duisburg; Aufsichtsrat: Deutsche Bank, Salzdetfurth AG, 
Hannover, Wasag-Chemie AG, Essen (Krupp-Konzern); ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland 



Gestapo, SS und SD in Staat und Wirtschaft 

• Millionenfache Mörder 

o Anklage von Nürnberg 

o Reichssicherheitshauptamt 

o Verbrechen im Velodrome d'Hiver 

o Einsatzgruppen in Aktion 

o Terrorregime der Gestapo 

o Ordnungspolizei - eine Sadistenhorde 

o Im Bonner Staat herzlich willkommen 

• Amtschefs Himmlers und seine Sonderbevollmächtigten 

o Best. Werner: Mordete dänische Patrioten 

o Streckenbach. Bruno: Bests würdiger Nachfolger 

o Six. Franz: Chef des „Vorkommandos Moskau" 

o Werner. Hans-Ulrich: Taktiker der „Verbrannten Erde" 

o Bilfinger. Rudolf: Spezialist für die „Endlösung der Judenfrage" 

o Krumey. Hermann: Veranlagte „Sonderbehandlung" für die Kinder von 
Lidice 

o Hunsche. Otto: „Juristischer Berater" Eichmanns 

o Thflmmler. Johannes: Gestapo-Chef in Chemnitz und Kattowitz 

o Lammerding. Heinz: SS-Henker von Oradour und Tülle 



69 



o Wolff. Karl: Adjutant Himmlers 

o Winkelmann. Otto: SS- und Polizei-Standortkommandant in Ungarn 
o Skorzeny. Otto: Mussolini-Befreier leitet Flucht von Massenmördern 

• SS-Mörder und Nazi-Führer (Namenliste) 

• Angehörige der Gestapo, des SD und der SS in der Westberliner Polizei 
(Namenliste) 



Millionenfache Mörder 

Der Bonner Verjährungsbeschluß schließt auch die von Angehörigen der „Geheimen 
Staatspolizei" (Gestapo), der SS und des SD begangenen Verbrechen ein, jener 
Organisationen, die in allen Ländern zum Inbegriff für Nazi- und Kriegsverbrechen geworden 
sind. Sie waren das Hauptinstrument des deutschen Faschismus zur Aufrechterhaltung seiner 
Terrorherrschaft und zur Verwirklichung seiner verbrecherischen Ziele. 

Fiel ihnen zunächst die Aufgabe zu, das deutsche Volk brutal zu unterdrücken, die 
antifaschistischen und demokratischen Kräfte in Deutschland durch Konzentrationslager und 
Fallbeil auszumerzen, so erweiterte sich ihr verbrecherischer Wirkungskreis mit der 
Entfesselung des faschistischen Raubkrieges. Gestapo, SS und SD waren es in erster Linie, 
die die „Neuordnung Europas" in den zeitweilig okkupierten Ländern durch Verschleppung 
von Millionen Menschen in die Konzentrationslager, durch Massenerschießungen, 
Exekutionen von Kriegsgefangenen, durch Ausrottung ganzer Volksgruppen zu verwirklichen 
versuchten. 

Buchenwald, Sachsenhausen, Ravensbrück, Auschwitz, Maidanek, Treblinka, Sobibor, 
Bergen-Belsen, Ammersfort, Oradour, Lidice, Marzabotto, Putten, Minsk, Kiew und andere 
Stätten unvorstellbaren Leides sind untrennbar mit den Begriffen Gestapo, SS und SD 
verknüpft. 

Allein in den nazistischen Konzentrationslagern fanden 1 1 Millionen Menschen den Tod. Die 
Gesamtzahl der Frauen, Männer und Kinder, die von Angehörigen der Gestapo, der SS und 
des SD ermordet wurden, ließ sich bis zum heutigen Tage nicht ermitteln. Noch 20 Jahre nach 
Kriegsende werden neue Exekutionsstätten aufgefunden und freigelegt. 

Im sogenannten Einsatzgruppen-Prozeß (Fall IX) sprach das amerikanische Militärgericht von 
grauenvollen Verstößen gegen das Völkerrecht, von Verbrechen nie dagewesener Brutalität 



70 



und unfaßbarer Grausamkeit. Weder das Vorstellungsvermögen noch die menschliche 
Sprache reichen aus, diese barbarischen Verbrechen in Worte zu kleiden. 

Handelte es sich bei diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit um Übergriffe oder 
Ausschreitungen einzelner Angehöriger oder Einheiten dieser Organisationen? Der 
„Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei", Himmler, erklärte in seiner Rede am 
4. Oktober 1943 in Posen (Poznan) vor dem NS-Führerkorps: 

„Wie es den Russen geht, wie es den Tschechen geht, ist mir total gleichgültig. Das, was in 
den Völkern an gutem Blut unserer Art vorhanden ist, werden wir uns holen, indem wir ihnen, 
wenn notwendig, die Kinder rauben und sie bei uns großziehen. Ob die anderen Völker in 
Wohlstand leben oder ob sie verrecken vor Hunger, das interessiert mich nur soweit, als wir 
sie als Sklaven für unsere Kultur brauchen, anders interessiert mich, das nicht. Ob bei dem 
Bau eines Panzergrabens 10000 russische Weiber an Entkräftung umfallen oder nicht, 
interessiert mich nur insoweit, als der Panzergräben für Deutschland fertig wird. . . Von Euch 
werden die meisten wissen, was es heißt, wenn hundert Leichen beisammen liegen, wenn 
fünfhundert daliegen oder wenn tausend daliegen. Dies durchgehalten zu haben und dabei - 
abgesehen von Ausnahmen menschlicher Schwächen - anständig geblieben zu sein, das hat 
uns hart gemacht. Dies ist ein niemals geschriebenes und niemals zu schreibendes 
Ruhmesblatt unserer Geschichte..." (IMT, Bd. XXIX, S. 144) 

ANKLAGE VON NÜRNBERG 

Das in Nürnberg vorliegende erdrückende Beweismaterial veranlaßte das Internationale 
Militärtribunal, Gestapo, SS und SD in ihrer Gesamtheit als verbrecherisch zu 
charakterisieren. In der Begründung führte der Internationale Gerichtshof als hauptsächlichste 
Verbrechen dieser Organisationen an: 

• Grausamkeiten und Morde in den Konzentrationslagern; 

• Verfolgung und Ausrottung der Juden, 

• Terror, Verhaftungen und Massaker in den besetzten Gebieten; 

• Geiselerschießungen; 

• Mißhandlung und Ermordung von Kriegsgefangenen sowie Kriegsverbrechen der 
verschiedensten Art; 

• Massendeportationen und Durchführung des Zwangsarbeiterprogramms. 

Im Artikel 10 des Statuts des Internationalen Militärtribunals heißt es: 

„Ist eine Gruppe oder Organisation vom Gerichtshof als verbrecherisch erklärt worden, so 
hat die zuständige nationale Behörde jedes Signatars das Recht, Personen wegen ihrer 
Zugehörigkeit zu einer solchen verbrecherischen Organisation vor Nationalen-, Militär- oder 
Okkupationsgerichten den Prozeß zu machen. In diesem Falle gilt der verbrecherische 
Charakter der Gruppe oder Organisation als bewiesen und wird nicht in Frage gestellt. " 
(IMT, Bd. I, S. 13) 

Unter Bruch aller völkerrechtlichen Verpflichtungen wurden die Initiatoren und 
Hauptverantwortlichen der von diesen Terrororganisationen begangenen Verbrechen in 
leitende Stellungen des Staates und der Wirtschaft übernommen. „Spezialisten" der Gestapo, 
der SS und des SD schufen den sogenannten Verfassungsschutz zur Unterdrückung der 
demokratischen und fortschrittlichen Kräfte in Westdeutschland. „Spezialisten" der Gestapo, 
der SS und des SD befinden sich an einflußreicher Stelle in der westdeutschen Polizei; sie 



71 



üben heute ihre verbrecherische Tätigkeit im Bundesnachrichtendienst und in Sondereinheiten 
der Bundeswehr aus. 

Die Gestapo-Kommissare und SS-Sturmbannführer treten vor die Schranken des Gerichts, 
nicht als Angeklagte, sondern als Entlastungszeugen. Staatssekretär a. D. Dr. Globke, 
Kommentator der Judengesetze, wurde als Experte für die faschistischen Rassengesetze im 
Treblinka-Prozeß vernommen. Der ehemalige „Kriegsverwaltungschef in Frankreich" und 
„Reichsbevollmächtigte" in dem von den Nazis okkupierten Dänemark, Dr. Werner Best, 
heute Justitiar des Hugo-Stinnes-Konzerns, wurde in Frankfurt a. M. als „Sachverständiger" 
zum Auschwitz-Prozeß geladen. 

Als weitere „Entlastungszeugen" traten in diesem bzw. in anderen Kriegsverbrecherprozessen 
in den Zeugenstand: 

Dr. Emil Finnberg, SS-Sturmbannführer 
heute: Rechtsanwalt in Hamburg; 

Dr. Kurt Nieding, SS-Untersuchungsführer und Gerichtsoffizier in Krakau (Krakow) 
heute: Rechtsanwalt in Wiesbaden; 

Walter Entrich, Gendarmeriehauptmann in der Ukraine 
heute: Polizeihauptkommissar in Neuhaus (Kr. Paderborn); 

Dr. Kurt Uhlenbroock, SS-Sturmbannführer und KZ- Arzt im Lager Auschwitz 
(Oswiecim) 

heute: Arzt in Hamburg; 

Helmut Bartsch, SS-Hauptsturmführer und Mitglied einer Untersuchungskommission 

in Auschwitz (Oswiecim) 

heute: Kriminalhauptkommissar in Krefeld; 

Dr. Johannes Thümmler, SS-Obersturmbannführer und Leiter der Gestapo-Leitstellen 
Chemnitz und Kattowitz (Katowice) 

heute: Leitender Angestellter eines feinmechanisch-optischen Werkes in Oberkochen; 

Joseph Schreieder, SS-Sturmbannführer und Kriminaldirektor im besetzten Holland 
heute: Oberregierungsrat in München; 

Günther Burmeister, SS-Standartenführer und Amtschef im Hauptamt SS-Gericht 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Schleswig; 

Dr. Hans Lauffs, SS-Hauptsturmführer und SS-Richter 
heute: Ministerialrat in Bonn; 

Hans Zentgraf, SS-Obersturmbannführer und Chef eines SS- und Polizeigerichts in 
Riga 

heute: Rechtsanwalt in Aachen; 

Willy Osthues, SS-Hauptsturmführer und Richter am SS- und Polizeigericht in Krakau 
(Krakow) 

heute: Rechtsanwalt in München; 



72 



Gustav Adolf Nosske, (Düsseldorf), SS-Obersturmbannführer und Leiter der Gestapo- 
Leitstelle Düsseldorf; 

Albert Hartl, SS-Sturmbannführer und Gruppenleiter im RSHA; 
heute: Schriftsteller in Braunschweig 

Friedrich Dern, (Offenbach), SS-Standartenführer und Leiter des 
„Reichsführerbegleitbataillons"; 

Dr. Richard Wendler, Gouverneur von Krakau (Krakow); 
heute: Rechtsanwalt in München 

Dr. Horst Barth, SS-Obersturmbannführer und Leiter der Kriminalpolizei in Krakau 
(Krakow); 

Globke, Best, Streckenbach, KZ-Ärzte, SS-Sturmbannführer, SS-Richter und andere 
„Hoheitsträger" des faschistischen Deutschlands werden von den SS- Verteidigern in 
unbegrenzter Zahl aufgeboten, um zu bezeugen, daß die faschistische Gesetzgebung rechtens 
und die Durchführung der Befehle des RSHA eine selbstverständliche Pflicht war, daß 
folglich die angeklagten SS- und Gestapo-Mörder von jeder Schuld freizusprechen seien. 

Und hier die offizielle Stellungnahme der westdeutschen Regierung: In der Bundestagsdebatte 
über die Verjährung von Kriegs- und Naziverbrechen erklärte der ehemalige Bonner 
Justizminister, daß man sich allmählich daran gewöhnen müsse, notfalls mit Mördern unter 
einem Dach zu leben. 

REICHSSICHERHEITSHAUPTAMT 

Im Reichssicherheitshauptamt (RSHA) wurden die zentralen Ämter der Sicherheitspolizei und 
des SD, des Hauptamtes Sicherheitspolizei, des Sicherheitshauptamtes des Reichsführers SS, 
des Geheimen Staatspolizeiamtes und des Reichskriminialpolizeiamtes auf Grund einer 
Verfügung Himmlers am 27. September 1939 zusammengeschlossen. 

Dieser Apparat beschäftigte Tausende hauptamtliche und Zehntausende nebenberufliche 
„freie" Mitarbeiter. Sie entschieden teils auf Weisung, teils aus eigenem Ermessen über Leben 
und Tod in Hitlers und Himmlers Machtbereich. Mit dem RSHA hatte sich eine neue Instanz 
der „Führergewalt" gebildet, die im faschistischen Staat eine fast uneingeschränkte, den 
Interessen der Monopole dienende Macht ausübte. Sie besaß sowohl staatliche als auch 
parteiliche Kompetenzen. 

Zu den Hauptaufgaben des Reichssicherheitshauptamtes gehörte unter anderem die 
„Endlösung der Judenfrage". Auf Befehl des RSHA wurden allein durch die 
„Einsatzgruppen" zwei Millionen und in den faschistischen Konzentrationslagern weitere vier 
Millionen Juden ermordet. Darüber hinaus kommen alle Exekutivmaßnahmen innerhalb und 
außerhalb Deutschlands - von der Einweisung in die Konzentrationslager, der 
Zwangsverschleppung von Ausländern, der Errichtung von Ghettos, der Folterung und 
Entwürdigung von Antifaschisten bis zu Euthanasie- und anderen Verbrechen - auf das Konto 
des RSHA, seiner Amtsleiter und des größten Teils seiner Mitarbeiter. 



VERBRECHEN IM VELODROME D 'HIVER 



73 



Sie tragen die Schuld an der Ermordung von 405 1 jüdischen Kindern, die mit ihren Eltern - 
insgesamt etwa 7000 Menschen - im Juli 1942 bei einer Razziawelle in Paris festgenommen 
worden waren. Im Hof des Velodrome d'Hiver, einer großen Radrennbahn, wurden sie fünf 
Tage lang ohne jegliche Nahrung gefangen gehalten. Trinkwasser gab es nur aus einem 
Hydranten an der Straße. Frauen mußten unter diesen Bedingungen entbinden. 30 Menschen 
starben sofort, viele wurden irrsinnig. 

Am 5. Tage wurden die Eltern von ihren Kindern gerissen und abtransportiert. Sie starben in 
den Gaskammern des Konzentrationslagers Auschwitz. Obwohl die französische Regierung 
sich dafür einsetzte, die zurückgebliebenen 405 1 Kinder in Kinderheimen unterzubringen, 
entschied das Reichssicherheitshauptamt, die Kinder ebenfalls zu vergasen. Ohne jegliche 
Fürsorge wurden sie in Waggons verladen und rollten in den Tod. 

Trotz des Urteils von Nürnberg, die Verbrecher des Reichssicherheitshauptamtes zu bestrafen, 
wo immer sie auftauchen, wurden die meisten dieser Verbrecher, selbst die Amtschefs, nicht 
zur Verantwortung gezogen. Aber gerade sie waren die unmittelbaren Organisatoren der 
Mordtaten, aus ihren Reihen rekrutierten sich die Leiter der sogenannten Einsatzgruppen. 

EINSATZGRUPPEN IN AKTION 

Diese Gruppen wurden auf Grund eines Abkommens zwischen dem RSHA, dem 
Oberkommando der Wehrmacht (OKW) und dem Oberkommando des Heeres (OKH) 
gebildet. Das Abkommen bestimmte, daß den jeweiligen Heeresgruppen oder Armeen ein 
Vertreter des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD zuzuteilen ist, der mobile Einheiten in 
Form einer „Einsatzgruppe" zur Verfügung hat. Die Einsatzgruppen wiederum waren in 
„Einsatzkommandos" und „Sonderkommandos" gegliedert. 

„ Unter dem Vorwand der politischen Sicherung der eroberten Gebiete in den besetzten 
sowohl als auch in den rückwärtigen Gebieten der Wehrmacht sollten die Einsatzgruppen 
rücksichtslos allen Widerstand gegen den Nationalsozialismus liquidieren - nicht nur den 
Widerstand in der Gegenwart, sondern ebenso den der Vergangenheit und der Zukunft. 
Ganze Klassen von Menschen sollten ohne Untersuchung, ohne Mitleid oder Reue getötet 
werden. Die Frauen sollten zusammen mit ihren Männern umgebracht werden, und auch die 
Kinder sollten hingerichtet werden, da sie sonst zu Gegnern des Nationalsozialismus 
aufwachsen würden und sogar den Wunsch hegen könnten, sich an den Mördern ihrer Eltern 
zu rächen. " (NG, Fall IX, S. 32) 

Diese Aufgaben - sie entsprachen einem „Führerbefehl" - erfüllten die Einsatzgruppen mit der 
größtmöglichen Präzision. Sie zogen durch die besetzten Gebiete, jagten Juden, 
Kommunisten, Partisanen, politische Funktionäre, Geisteskranke und „rassisch 
Minderwertige". Die Opfer wurden erschossen, erschlagen, erhängt, wo man sie traf. Zu 
Hunderten und Tausenden füllten ihre Leichen die Massengräber. Die Bevölkerung ganzer 
Dörfer und Ortschaften wurde zusammengetrieben, ermordet oder nach Deutschland zur 
Zwangsarbeit verschleppt. Die Gehöfte wurden niedergebrannt. 

Wie sich solche Schreckensszenen abspielten, geht aus der Schilderung des deutschen 
Bauingenieurs Hermann Grabe hervor, der am 5. Oktober 1942 auf dem Flugplatz Dubno 
folgendes erleben mußte und in seiner eidesstattlichen Erklärung vor dem Nürnberger Gericht 
schilderte: 



74 



„ ...Eine alte Frau mit schneeweißen Haaren hielt das einjährige Kind auf den Armen und 
sang ihm etwas vor und kitzelte es. Das Kind quietschte vor Vergnügen. Das Ehepaar schaute 
mit Tränen in den Augen zu. Der Vater hielt an der Hand einen Jungen von etwa zehn Jahren, 
sprach leise auf ihn ein. Der Junge kämpfte mit den Tränen. Der Vater zeigte mit dem Finger 
zum Himmel, streichelte ihm über den Kopf und schien ihm etwas zu erklären. Da rief schon 
der SS-Mann an der Grube seinem Kameraden etwas zu. Dieser teilte ungefähr 20 Personen 
ab und wies sie an, hinter den Erdhügel zu gehen. Die Familie, von der ich hier sprach, war 
dabei. Ich entsinne mich noch genau, wie ein Mädchen, schwarzhaarig und schlank, als sie 
nahe an mir vorbeiging, mit der Hand an sich herunterzeigte und sagte: ,23 Jahre '. 

Ich ging um den Erdhügel herum und stand vor dem riesigen Grabe. Dicht 
aneinandergedrängt, lagen die Menschen so aufeinander, daß nur die Köpfe zu sehen waren. 
Von fast allen Köpfen rann Blut über die Schultern. Ein Teil der Erschossenen bewegte sich 
noch. Einige hoben ihre Arme und hoben den Kopf, um zu zeigen, daß sie noch lebten. Die 
Grube war bereits dreiviertel voll. Nach meiner Schätzung lagen darin bereits ungefähr 
tausend Menschen. Ich schaute mich nach dem Schützen um. Dieser, ein SS-Mann, saß am 
Rand der Schmalseite der Grube auf dem Erdboden, ließ die Beine in die Grube 
herabhängen, hatte auf seinen Knien eine Maschinenpistole liegen und rauchte eine 
Zigarette. Die vollständig nackten Menschen gingen auf einer Treppe, die in die Lehm wand 
der Grube gegraben war, hinab, rutschten über die Köpfe der Liegenden hinweg bis zu der 
Stelle, die der SS-Mann anwies. Sie legten sich vor die toten oder angeschossenen Menschen, 
einige streichelten die noch Lebenden und sprachen leise auf sie ein. Dann hörte ich eine 
Reihe Schüsse. Ich schaute in die Grübe und sah, wie die Körper zuckten oder die Köpfe 
schon still auf den vor ihnen liegenden Körpern lagen. Von den Nacken rann Blut. 

Ich wunderte mich, daß ich nicht fortgewiesen wurde, aber ich sah, wie auch zwei oder drei 
Postbeamte in Uniform in der Nähe standen. Schon kam die nächste Gruppe heran, stieg in 
die Grube herab, reihte sich an die vorherigen Opfer an und wurde erschossen. Als ich nun 
um den Erdhügel zurückging, bemerkte ich wieder einen soeben angekommenen Transport 
von Menschen. Dieses Mal Kranke und Gebrechliche dabei. Eine alte, sehr magere alte Frau 
mit fürchterlich dünnen Beinen wurde von einigen anderen schon nackten Menschen 
ausgezogen, während zwei Personen sie stützten. Die Frau war anscheinend gelähmt. Die 
nackten Menschen trugen die Frau um den Erdhügel herum. Ich entfernte mich mit 
Moennikes (einem Polier) und fuhr mit dem Auto nach Dubno zurück. 

Am Morgen des nächsten Tages, als ich wiederum die Baustelle besuchte, sah ich etwa 30 
nackte Menschen in der Nähe der Grube, 30 bis 50 Meter von dieser entfernt, liegen. Einige 
lebten noch, sahen mit stierem Blick vor sich hin und schienen weder die Morgenkälte noch 
die da herumstehenden Arbeiter meiner Firma zu beachten. Ein Mädchen von etwa 20 Jahren 
sprach mich an und bat um Kleider und um Hilfe zur Flucht. Da vernahmen wir schon das 
Herannahen eines schnell fahrenden Autos, und ich bemerkte, daß es das SS-Kommando war. 
Ich entfernte mich zu meiner Baustelle. Zehn Minuten später hörten wir einige Schüsse aus 
der Nähe der Grube. Man hatte die Leichen durch die noch lebenden Juden in die Grube 
werfen lassen, sie selbst mußten sich daraufhin in diese legen, um den Genickschuß zu 
erhalten. " (G. Reitlinger, Die Endlösung, Colloquium-V erlag, Westberlin, S. 231 ff.) 

So sah die „politische Sicherung" der besetzten Gebiete aus. Die Aktionen der 
Einsatzkommandos hatten mit einer militärischen Kriegführung nicht das geringste zu tun. Sie 
waren gemeine Massenmorde an unschuldigen Männern, Frauen und Kindern. 



75 



Von den Einsatzgruppen sind besonders die Gruppen A bis D zu erwähnen. Jede hatte eine 
Stärke von 800 bis 1200 Mann und setzte sich aus Angehörigen der Allgemeinen SS, der 
Gestapo, des SD, der Ordnungspolizei und der Waffen-SS zusammen. Die Waffen-SS und die 
Ordnungspolizei stellten mit etwa 47 Prozent den weitaus größten Teil der Mannschaften. 

Von diesen mehreren Tausend Verbrechern wurden im Einsatzgruppenprozeß 1947/48 
lediglich 24 führende Vertreter angeklagt: 

• 6 SS-Generale, 

• 5 SS-Standartenführer, 

• 6 SS-Obersturmbannführer, 

• 4 SS-Sturmbannführer und 

• 3 SS-Offiziere niederen Ranges. 

Gegen 24 Angeklagte wurden 14 Todesurteile ausgesprochen, von denen jedoch lediglich vier 
bestätigt worden sind. Alle übrigen, zu langjährigen Freiheitsstrafen Verurteilten wurden 
bereits 1951 begnadigt und größtenteils aus der Haft entlassen. Darunter befanden sich u. a. 

• der Leiter des „Einsatzkommandos" 1 a, SS-Standartenführer Sandberger; 

• der Leiter des „Einsatzkommandos" 7a, SS-Sturmbannführer Steimle; 

• der Leiter des „Einsatzkommandos" 7b, SS-Sturmbannführer Ott; 

• der Leiter des „Einsatzkommandos" 6, SS-Sturmbannführer Biberstein; 

• der Leiter der „Einsatzgruppe" D, SS-Standartenführer Seibert; 

• der Leiter des „Sonderkommandos" 1 lb, SS-Obersturmführer Schubert; 

• der Leiter des „Einsatzkommandos" 4b, SS-Sturmbannführer Haensch. 

Das Gros dieser bestialischen Mörder lebt heute unbehelligt in Westdeutschland oder im 
Ausland. Nur unter dem äußersten Druck der Öffentlichkeit wurden in einzelnen Fällen 
Verfahren eingeleitet. 

TERRORREGIME DER GESTAPO 

Eine nicht minder verbrecherische Rolle spielten innerhalb des Reichssicherheitshauptamtes 
die Geheime Staatspolizei (Gestapo) und der Sicherheitsdienst (SD). Die Gestapo war aus 
dem Preußischen Geheimen Staatspolizeiamt und der Politischen Polizei der Länder des 
Deutschen Reiches entstanden. Als Himmler 1936 Polizeichef wurde, bildete er aus der 
Gestapo und der Kriminalpolizei die Sicherheitspolizei. Zusammen mit dem SD unterstellte er 
sie dem SS-Führer Heydrich. Der Erlaß Himmlers vom 27. September 1939 zum 
Zusammenschluß im Reichssicherheitshauptamt war somit nur noch ein formeller Akt. 

Die Gestapo und der SD beteiligten sich durch den brutalen Einsatz gegen die revolutionäre 
Arbeiterklasse und andere demokratische Kräfte unmittelbar an der Vorbereitung und 
Durchführung des zweiten Weltkrieges. Die Gestapo und der SD waren es auch, die in den 
Ländern, die von der faschistischen Kriegsmaschine überrollt werden sollten, „5. Kolonnen" 
schufen und den Okkupanten (vor allem in der CSR und Österreich) den Weg bereiteten. 

Auch der „äußere Anlaß" für den Beginn des zweiten Weltkrieges, der Überfall auf den 
Sender Gleiwitz (Gliwice), wurde von der Gestapo organisiert. Dieser fingierte Überfall stand 
unter der direkten Leitung des Gestapo-Chefs Müller. Der mit der Durchführung beauftragte 
SS-Sturmbannführer Naujocks lebte bis Anfang 1967 in Hamburg. Obwohl die von ihm 



76 



begangenen Verbrechen den westdeutschen Justizorganen bekannt waren, wurde erst 1966 ein 
Verfahren wegen eines der Verbrechen eingeleitet. 

Im Innern Deutschlands schuf die Gestapo ein Terrorregime, das nicht seinesgleichen in der 
Welt hat. Zehntausende Kommunisten und Sozialdemokraten, christliche Arbeiter, Juden und 
fortschrittliche Intellektuelle wurden verhaftet. In den Gestapo-Gefängnissen begann ihr 
Leidensweg. Eines der berüchtigtsten war das in der Berliner Prinz- Albrecht-Straße 8. Hier 
richtete die Gestapo wahre Blutbäder an, um Aussagen zu erzwingen. Diejenigen, die die 
Foltern überstanden, wurden in Konzentrationslager verschleppt. 

Für die Einweisung in die Konzentrationslager war allein die Gestapo zuständig. Ihre 
Mitarbeiter hatten sich selbst in diesen Mordhöhlen des Faschismus eingenistet und tragen die 
Schuld am qualvollen Tod Hunderttausender Häftlinge. Die Gestapo wurde vom 
Militärgerichtshof in Nürnberg als verbrecherische Organisation gebrandmarkt. Die sich 
daraus ergebende Verpflichtung, belastete Angehörige der Gestapo und des SD zu verurteilen, 
wurde jedoch in Westdeutschland nicht eingehalten, obwohl die Verbrechen von kaum zu 
überbietender Grausamkeit und von einem nicht zu übersehenden Ausmaß waren. 

„ Die Gestapo und der SD wurden für Zwecke verwandt, die gemäß dem Statut verbrecherisch 
waren; dazu gehören die Verfolgungen und Ausrottung der Juden, Grausamkeiten und Morde 
in Konzentrationslagern, Ausschreitungen in der Verwaltung der besetzten Gebiete, die 
Durchführung des Zwangsarbeiterprogrammes und Mißhandlung und Ermordung von 
Kriegsgefangenen ... Bei der Gestapo schließt der Gerichtshof alle Exekutiv- und 
Verwaltungsbeamten des Amtes IV des RSHA oder solche, die sich mit Gestapo- 
Angelegenheiten in anderen Abteilungen des RSHA befaßten, sowie alle örtlichen 
Gestapobeamten ein, die innerhalb oder außerhalb Deutschlands ihren Dienst versahen " 
(IMT, Bd. I, S. 300) 

Auch der zum SD gehörende Personenkreis wurde in Nürnberg genau festgelegt: 

„ Was den SD anbelangt, schließt der Gerichtshof die Ämter III, VI und VII des RSHA und 
alle anderen Mitglieder des SD ein, unter Einbeziehung der örtlichen Vertreter und Agenten, 
gleichgültig, ob sie ehrenhalber tätig waren oder nicht, und gleichgültig, ob sie nominelle 
Mitglieder der SS waren oder nicht. " (A. a. O., S. 301) 

ORDNUNGSPOLIZEI - EINE SADISTENHORDE 

Die sogenannte Ordnungspolizei war mit der SS eng verbunden. Das zeigte sich besonders 
darin, daß der „Reichsführer SS" bereits 1936 auch „Chef der Deutschen Polizei" wurde. 
Neben ihm übernahmen andere SS-Führer wie Heydrich, Kaltenbrunner und Daluege im 
Polizeiapparat führende Positionen. Gleichzeitig wurden hohe Polizeioffiziere wie Otto 
Winkelmann in die SS übernommen. 

Mit ihren militärisch aufgezogenen Polizeidivisionen, -regimentern und -bataillonen war die 
Ordnungspolizei in gleichem Maße wie die SS an zahllosen Verbrechen beteiligt. So machte 
z.B. das Polizeibataillon Nr. 1 1 aus Kaunas (Litauen) innerhalb von zwei Tagen, am 27. und 
28. Oktober 1942, die Stadt Sluzk „judenfrei". In einem Bericht an den Generalkommissar 
von Minsk heißt es über diesen „Einsatz": 

„ Was im übrigen die Durchführung der Aktion anbelangt, muß ich zu meinem tiefsten 
Bedauern hervorheben, daß letzteres bereits an Sadismus grenzte. Die Stadt selbst bot 



77 



während der Aktion ein schreckenerregendes Bild. Mit einer unbeschreiblichen Brutalität... 
wurde das jüdische Volk, darunter aber auch Weißruthenen, aus den Wohnungen 
herausgeholt und zusammengetrieben. Überall in der Stadt knallte es, und in den Straßen 
häuften sich die Leichen der Juden... Abgesehen davon, daß das jüdische Volk, darunter auch 
die Handwerker, furchtbar roh vor den Augen des weißruthenischen Volkes brutal 
mißhandelt worden ist, hat man das ruthenische Volk ebenfalls mit Gummiknüppeln und 
Gewehrkolben bearbeitet. " 

Die nachfolgenden Dokumente geben Aufschluß über den Terror des 15. Polizeiregiments: 

„O.U., den 22. September 1942 

Einsatzbefehl zur Vernichtung von Ortschaften 

• Batl. vernichtet am 23. 9. 1942 die im Raum nordostwärts von Mokrany 
bandenverseuchten Ortschaften Borki, Zablocie und Borysowka. 

Kp. Nürnberg vernichtet Kortelisy. 

• Es werden eingesetzt: 

9. Kp. - ohne ZugFrohn - mit unterstelltem Gend.-Zug (mot) 16 in Borysowka, 

10. Kp. und 1/7 der Stabswache sowie 3 Kraftfahrer in Borki, 

11. Kp. dazu (Zug) Frohn und 14 Mann Pzkw/10 in Zablocie. 

• Die Kompanien - ohne Verstärkungskräfte - erreichen am 22. 9. bis 18.00 Uhr die 
Ortschaften: 

9. Kp. : im Fußmarsch Dywin, 

10. u. 11. Kp.: mit eigenen Kfz. den Westausgang Mokrany. 

• Verstärkungskräfte werden zugeführt: 

• Gend.-Zug (mot) 16 meldet sich am 22. 9. bis 18.00 Uhr beim Kp. Führer der 9. Kp. 
in Dywin vor dem Gebäude des Kreislandwirts. 

• 1/7 Stabswache, 3 Kraftfahrer, Zug Frohn und 14 Mann Pzkw/10 werden am 22. 9. 
bis 18.00 Uhr der 10. bzw der 11. Kp. in Mokrany zugeführt. 

• Baus. -Reserve: Rest des Gend. -Zuges (mot) 15 und 4 Nachrichtenmänner. 

• Beginn des Unternehmens: 23. 9.1942, 5.30 Uhr. 

Bis 4.35 sind die Ortschaften umstellt (äußere Absperrung). 

• Durchführung des Unternehmens gemäß meiner Anweisung in der 
Offiziersbesprechung vom 21.9. 42. 

• Sicherstellung des Viehbestandes, landw. Geräte, Erntevorräte u. sonstiger 
Wirtschaftsgüter ist gemäß meiner mündlichen Anweisung durchzuführen. 

• Zum Abtransport der in Ziffer 7.) genannten Güter ist von den Kp. ein Treck aus 
Panjefahr zeugen zusammenzustellen und in die Nähe der Einsatzorte zu führen. 
(Mündlich voraus) ... 



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gez. Holling" 

(SZAOR der UdSSR, fonds 7021, Liste 148, Akte 3, Bl. 20) 

„ O. U. Kobryn 22. September 1942 

Aus dem Kriegstagebuch des III. Bataillons des Polizeiregiments 15. 

Das Unternehmen , Dreieck' wird vorübergehend ausgesetzt. Das Batl. erhält den Befehl, mit 
den unterstellten Einheiten und dem zugeteilten Gend.-Zug 16 (mot) die nördlich und 
nordostwärts von Mokrany gelegenen Orte Borki, Zablocie und Borysowka, die als 
Bandenstützpunkte testgestellt worden sind, zu vernichten. Die 9. Komp. erreicht mit dem 
Gend.-Zug 16 (mot) am Abend Dywin; die 10. und 11. Komp. erreichen Mokrany. In jedem 
Stützpunkt bleibt eine Gruppe zurück. Der Batl. -Gefechtsstand wird in Mokrany eingerichtet. 

O. U. Kobryn 23. September 1942 

Batl. -Gefechtsstand Mokrany. Die Aktion beginnt mit der Umstellung der Ortschaften, die in 
den frühen Morgenstunden beendet ist. Bei Tagesanbruch werden die Einwohner 
zusammengeholt und vom SD überprüft. Nach Ausscheiden von einwandfrei zuverlässigen 
Familien werden befehlsgemäß in Borysowka 169 Männer, Frauen und Kinder erschossen. 
Es beginnt sodann die Sicherstellung des Vieh 's, der Geräte und des Getreides. " 

(A. a. O., Akte 4, Bl. 193) 

Solche und ähnliche Beispiele lassen sich von allen Polizeiformationen bringen, die in den 
von den Faschisten zeitweilig besetzten Gebieten wüteten. 

IM BONNER STAAT HERZLICH WILLKOMMEN 

Tausende dieser Verbrecher, zum größten Teil namentlich bekannt und durch unwiderlegbare 
Beweise schwer belastet (vor allem durch Dokumente, die die DDR der Weltöffentlichkeit 
vorlegte und westdeutschen Instanzen zur Verfügung stellte bzw. zur Einsichtnahme anbot), 
leben unbehelligt in Westdeutschland. Mehr noch: Die in Westdeutschland lebenden SS- und 
Polizeiangehörigen erhielten Gelegenheit, sich in sogenannten Traditionsverbänden zu 
organisieren. 

Bereits 1951 wurden die als „Soziale Hilfsgemeinschaft" getarnten SS-Verbände (HIAG = 
Hilfsgemeinschaft auf Gegenseitigkeit ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS) gegründet. 
Ein Jahr später gab es bereits 75 örtliche SS-Gemeinschaften, deren Zahl in den folgenden 
Jahren auf 80 anstieg. Über 40 weitere SS-Traditionsverbände existieren außerhalb der HIAG, 
als „Suchdienst-Verbindungen" des Roten Kreuzes getarnt. Die Führer dieser Verbände sind 
ausnahmslos Personen, die an Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit teilgenommen 
haben. 

Am 29. Juni 1961 beschloß der Bonner Bundestag, daß auch alle Angehörigen der ehemaligen 
SS- Verfügungstruppe, die am 8. Mai 1945 länger als zehn Jahre im Dienste Himmlers und 
Hitlers standen, versorgungsberechtigt sind. Dieser Beschluß öffnete Tausenden 
Judenmördern und KZ-Henkern den Weg in den westdeutschen Staatsapparat. 



79 



Amtschefs Himmlers und seine Sonderbevollmächtigten 

Nach einer Schätzung des ehemaligen stellvertretenden Hauptanklägers der USA im 
Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozeß, Dr. Robert Kempner, leben heute noch rund 10000 
SS- und Naziverbrecher unbehelligt in Westdeutschland. 

Der Bonner Staat zwingt die westdeutsche Bevölkerung, selbst mit den berufsmäßigen 
Henkern des Reichssicherheitshauptamtes unter einem Dach zu leben. 

Die nachfolgenden Beispiele stehen für viele. 
Best, Werner 

MORDETE DÄNISCHE PATRIOTEN 

heute: 

Leitende Tätigkeit als Wirtschaftsjurist beim Hugo-Stinnes-Konzern (Mülheim/Ruhr) und 
Gutachter beim westdeutschen Auswärtigen Amt. 

Dr. Werner Best trat bereits am 1. November 1930 in die NSDAP ein (Nr. 341338). Im Jahre 
1931 verfaßte er das berüchtigte „Boxheimer Dokument". Diese von den faschistischen 
Führern auf dem Boxheimer Hof (Hessen) verfaßte „Regierungsproklamation" nahm den 
Mordterror der Jahre 1933 bis 1945 bereits vorweg. Sie sah vor, daß alle Antifaschisten, die 
eine Nazi-Regierung ablehnten, mit dem Tode bestraft werden sollten. 

Die Autorenschaft an diesem Dokument war natürlich die beste Empfehlung für die 
Verbrecherlaufbahn, die Best 1934 mit seinem Eintritt in den SD des „Reichsführer SS" 
fortsetzte. Man schätzte Best dort als „Polizeirechtler", der einen großen Teil der juristischen 
Grundlagen für das brutale Vorgehen der Polizei und des SD gegen das deutsche Volk, 
insbesondere gegen die Arbeiterklasse, sowie gegen die vom Hitlerfaschismus Überfallenen 
Völker schuf. 

Als Chef des Amtes I des RS HA (bis 1940) und Kriegsverwaltungschef beim 
Militärbefehlshaber in Frankreich, schließlich (1942) als „Bevollmächtigter des Reiches in 
Dänemark" setzte er seine „Theorie" in die Praxis um. Auf seine Anordnung wurden am 
30. Dezember 1943 der Redakteur Christian Damm, am 4. Januar 1944 der bekannte Dichter 
Kaj Münk und im August 1944 der Ingenieur Snog Christensen ermordet. 

Für diese und andere Verbrechen wurde Best in Dänemark zum Tode verurteilt, nach kurzer 
Zeit jedoch auf Drängen der Bonner Regierung begnadigt und schließlich freigelassen. 

Streckenbach, Bruno 

BESTS WÜRDIGER NACHFOLGER 

heute: 

Kaufmännischer Angestellter in Hamburg. 



80 



In Bruno Streckenbach fand Best einen würdigen Nachfolger als Chef des Amtes I im 
Reichssicherheitshauptamt. Streckenbach, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei, 
war bereits vor 1933 Mitglied der NSDAP (Nr. 489972) und der SS (Nr. 14713). Best rief ihn 
aus Polen nach Berlin. In Polen war er für die „Befriedung" durch die SS und Polizei 
verantwortlich und tat sich bei der „Germanisierungspolitik", vor allem bei der Ausrottung 
der Vertreter der polnischen Intelligenz, hervor. 

Auch im RSHA wütete er gegen „Angehörige der Ostvölker". Am 5. November 1942 sandte 
er einen Schnellbrief an alle Sicherheitspolizei- und SD-Dienststellen über die 
„Strafrechtspflege gegen Polen und Angehörige der Ostvölker". Danach sollte auf die 
Durchführung ordentlicher Strafverfahren verzichtet und eine unmittelbare Auslieferung an 
die Henker erfolgen. 

Für seine Verbrechen, vor allem als „Kommandeur der 19. lettischen SS-Grenadierdivision", 
wurde er in der Sowjetunion zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, später als nicht 
amnestierter Kriegsverbrecher an die Bundesrepublik übergeben. Entgegen der 
übernommenen Verpflichtung, ihn weiter in Haft zu halten, ließ der Bonner Staat ihn frei. 

Six, Franz 

CHEF DES „VORKOMMANDOS MOSKAU" 

heute: 

Werbechef der Porsche-Diesel-Motoren-GmbH Friedrichshafen, einer Tochtergesellschaft 
der Mannesmann AG; Agent mit „ besonderen Erfahrungen " beim 
„Bundesnachrichtendienst" (mit 4000 anderen SS-Offizieren und SD-Spitzeln). 

Dr. Franz Six trieb es bereits 1930 in die NSDAP (Nr. 245670) und 1935 in die SS 
(Nr. 107480). Schon am 20. April 1935 wurde er Chef des Amtes II im Sicherheitshauptamt 
der Reichsführung SS, später Leiter des Amtes II und des daraus hervorgegangenen Amtes 
VII des Reichssicherheitshauptamtes. Damit brachte er alle Voraussetzungen eines Chefs des 
„Vorkommandos Moskau" mit. Diesen Posten übernahm er im Jahre 1941. 

Im Verlauf des Einsatzgruppenprozesses (Fall IX), zu deren 24 Angeklagten er zählte, wurde 
unter anderem festgestellt, daß Six und Konsorten der Verbrechen gegen die Menschlichkeit, 
Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in verbrecherischen Organisationen für schuldig 
befunden sind. Sie sind verantwortlich für den Tod von über einer Million Menschen. (Vgl. 
NG, Fall IX, S. 27) 

Als Chef des „Vorkommandos Moskau" kam Six im Juli 1941 in Smolensk an, er blieb dort 
bis Ende August 1941 und kehrte dann nach Berlin zurück. Dieses Kommando sollte, sobald 
die deutschen Truppen in Moskau einträfen, die dortigen Archive und Dokumente 
sicherstellen. Tatsache ist, „ daß das Vorkommando Moskau, während es unter der Leitung 
von Six stand, zur Liquidierungsaktion gebraucht wurde und daß außerdem die 
Sicherstellung von Dokumenten in Rußland nicht aus wirtschaftlichen und kulturellen 
Gründen geschah, sondern in der Absicht, Listen kommunistischer Funktionäre zu erhalten, 
die selbst Kandidaten für die Liquidierung geworden wären". (A. a. O., S. 161) 

„Für besondere Verdienste im sicherheitspolizeilichen Osteinsatz" wurde Six am 9. 
November 1941 zum SS-Oberführer befördert. 



81 



Am 10. April 1948 wurde Six von einem amerikanischen Militärgericht zu 20 Jahren 
Gefängnis verurteilt, jedoch am 3 1 . Januar 195 1 auf zehn Jahre begnadigt und kurze Zeit 
später vorzeitig freigelassen. 

Werner, Hans-Ulrich 

TAKTIKER DER „VERBRANNTEN ERDE" 

heute: 

Kommandeur der Schutzpolizei in Westberlin 

Werner trat 1936 in die Schutzpolizei ein. 1939 hieß es in einer Beurteilung, daß er es 
verstehe, „nationalsozialistisches Gedankengut seinen Untergebenen zu vermitteln und sie zur 
vollen Hingabe zum nationalsozialistischen Staat zu erziehen". Im gleichen Jahr wurde er 
Oberleutnant, 1943 Hauptmann der Gendarmerie und kam als Kompanieführer in den 
Generalbezirk Nord-Kaukasien. 

Die Einheit wurde in der Ukraine als „Einsatzkommando Bürger" für die Massen Vernichtung 
von sowjetischen Bürgern sowie zur Zerstörung von Dörfern und Städten verwendet. Anfang 
1944 wurde das Einsatzkommando nach „Oberitalien Mitte" verlegt und zur Bekämpfung der 
italienischen Widerstandsbewegung eingesetzt. Für „tapfere Teilnahme" an diesen Aktionen 
erhielt er unter anderem das „Bandenkampfabzeichen". Seit 9. August 1944 war er Erster 
Stabsoffizier beim „SS- und Polizeiführer Oberitalien Mitte". Im Januar 1945 wurde er für 
einen Generalstabslehrgang der Polizei und zur Beförderung vorgesehen. Werner war seit 
1941 Mitglied der NSDAP (Nr.8390372) und seit 1942 SS-Anwärter. (Aus 
Personalunterlagen, veröffentlicht in: „Strauß und Brandt mobilisieren die SS", Nationalrat 
der Nationalen Front des demokratischen Deutschland, Berlin, August 1962) 

Ab Herbst 1945 mit Billigung der britischen Besatzungsbehörden in der Polizeischule Hiltrup 
zur Ausbildung von Fachlehrern geschult und eingesetzt; zuletzt Stellvertreter des Schulleiters 
des Polizei-Instituts Hiltrup. Seit 1962 ist er Kommandeur der Schutzpolizei in Westberlin. 

Bilfinger, Rudolf 

SPEZIALIST FÜR DIE „ENDLÖSUNG DER JUDENFRAGE" 

heute: 

Bis vor kurzem Oberverwaltungsgerichtstat beim Verwaltungsgerichtshof Baden- 
Württemberg in Mannheim. Mußte auf Druck der Öffentlichkeit im März 1965 suspendiert 
und im Juni 1965 in den Ruhestand geschickt werden. 

Dr. Rudolf Bilfinger, SS-Obersturmbannführer und stellvertretender Chef des Amtes II im 
Reichssicherheitshauptamt, nahm an allen grundlegenden Besprechungen des RSHA über die 
„Endlösung der Judenfrage" teil. Am 6. März 1942, in einer Nachfolgebesprechung der 
berüchtigten „Wannsee-Konferenz" - sie fand in Eichmanns Referat IV B 4 statt -, wurde die 
Zwangssterilisierung der sogenannten Mischlinge I. Grades behandelt. „Es war keinesfalls 
beabsichtigt, die Mischlinge als dritte kleine Rasse auf die Dauer am Leben zu erhalten ", 
heißt es im Protokoll dieser Besprechung. (R. M. W. Kempner, Eichmann und Komplicen, 
Europa- Verlag, Zürich-Stuttgart- Wien 1961, S. 170) 



82 



Am 27. Oktober 1942 fand am gleichen Ort eine weitere Besprechung statt, die Einzelheiten 
über die Sterilisierung von „Mischlingen I. Grades" festlegte. Danach wurden Kinder eines 
jüdischen Elternteiles vor die „Wahl" gestellt, sich sterilisieren oder in ein 
Konzentrationslager einweisen zu lassen. 

Hervorgetan hat sich Bilfinger auch beim Raub jüdischen Eigentums. Er erarbeitete hierfür 
die „juristischen Grundlagen". Am 14. Mai 1942 sandte er an verschiedene Nazi-Ministerien, 
an die „Höheren SS- und Polizeiführer", die SD-Leitstellen usw. ein Rundschreiben, in dem 
er verfügte: „Juden, die neben der deutschen Staatsangehörigkeit eine fremde 
Staatsangehörigkeit besitzen, verlieren die deutsche Staatsangehörigkeit ... ebenso verfällt ihr 
Vermögen ... zu Gunsten des Reiches. " (A. a. O., S. 257) 

Die Dokumente, die Bilfinger dieser und anderer schwerer Verbrechen überführen, wurden 
von den staatlichen Organen der DDR seit Jahren der westdeutschen Regierung angeboten. 
Bonn zeigte für diese Dokumente kein Interesse. So konnte dieser Blutjurist bis zum März 
1965 als Oberverwaltungsgerichtsrat fungieren. Der Druck der Öffentlichkeit, die sich auf das 
von der DDR erbrachte Beweismaterial stützte, wurde schließlich so stark, daß man Bilfinger 
suspendierte. Er zählt zu jenen „Schreibtischmördern", die bis zum heutigen Tage nicht zur 
Verantwortung gezogen wurden. 

Krumey, Hermann 

VERANLASSTE „SONDERBEHANDLUNG" FÜR DIE KINDER VON 
LIDICE 

heute: 

Nach skandalösem Urteil in Frankfurt a. M. wieder Inhaber einer mit staatlichen Krediten 
eingerichteten Drogerie in Korbach/Hessen. 

Hermann Krumey brachte es bis zum SS-Obersturmbannführer im Reichssicherheitshauptamt. 
Unmittelbar nach dem Überfall der Hitlerfaschisten auf Polen, im November 1939, wurde ihm 
die Leitung der „Umwanderungszentrale, Zweigstelle Lodz", übertragen. Krumey organisierte 
die zwangsweise Aussiedlung und Vernichtung von 12000 jüdischen Menschen allein aus 
diesem Gebiet. Im Sommer 1942 veranlagte er die Einweisung von 88 nach Lodz 
verschleppten Kindern aus Lidice in ein Konzentrationslager; hier wurden sie ermordet. 

Im März 1944 beauftragte ihn Eichmann mit der Deportation aller in Ungarn lebenden Juden. 
In enger Zusammenarbeit mit dem juristischen Berater Eichmanns im Amt IV des RSHA, 
Otto Hunsche, organisierte Krumey den Transport von 400000 Männern, Frauen und Kindern 
in die Vernichtungslager. In Auschwitz wurden innerhalb weniger Monate 300000 dieser 
unglücklichen Menschen ermordet. 

Krumey war der Initiator des Tauschgeschäftes „Blut gegen Ware"; er bot dem Mittelsmann 
Joel Brand das Leben von einer Million Juden gegen die Lieferung von 10000 Lastwagen aus 
dem Ausland an. Krumey drängte auf die Beschleunigung der Verhandlungen mit dem 
Argument: „Jeder Tag kostet 12000 Menschenleben!" 

Diese und andere Tatsachen waren dem Frankfurter Schwurgericht bekannt; als es im Februar 
1965 nach neunmonatiger Verhandlung das Urteil verkündete. Krumey wurde zu einer 
fünfjährigen Zuchthausstrafe verurteilt, die sich mit der bis dahin abgesessenen 



83 



Untersuchungshaft von vier Jahren, neun Monaten fast deckte und demzufolge einem 
Freispruch gleichkam. 

Als Krumey festgenommen wurde, lebte er nicht nur als biederer Geschäftsmann, sondern 
gehörte auch als Abgeordneter der BHE dem Kreistag in Korbach an. 

(Externer Link: Gedenkstätte Lidice ) 

Hunsche, Otto 

„JURISTISCHER BERATER" EICHMANNS 

heute: 

Rechtsanwalt in Datteln/Westfalen. 

In Anerkennung seiner Verdienste als „juristischer Berater" des Deportationsspezialisten 
Adolf Eichmann im Amt IV B 4 des Reichssicherheitshauptamtes wurde SS- 
Hauptsturmführer Dr. Otto Hunsche der Titel eines Regierungsrates verliehen. Zu den 
zahllosen Verbrechen, an denen Hunsche maßgeblichen Anteil hat, gehört die Mitwirkung an 
der Ermordung von 1200 ungarischen Juden aus dem Sammellager Kistarosa. 

Als Angehöriger des Stabes Eichmann begleitete Hunsche SS-Obersturmbannführer Krumey 
Anfang 1944 nach Ungarn. Ihr Auftrag bestand darin, die ungarischen Juden in kürzester Frist 
zum Transport in die Vernichtungslager zusammenzutreiben. Bis zum Einmarsch der 
sowjetischen Truppen in Budapest wurden auf diese Weise 400000 jüdische Menschen 
verschleppt, von denen der größte Teil im Konzentrationslager Auschwitz qualvoll 
umgebracht wurde. 

Erst als Überlebende Anklage erhoben und Beweise vorlegten, wurde Hunsche vor Gericht 
gestellt und im April 1962 in Frankfurt wegen „Beihilfe zum Mord an 600 Menschen" zu fünf 
Jahren Zuchthaus verurteilt. Hunsche war auch diese Strafe noch zu hoch; als „erfahrener 
Jurist" erreichte er, daß das Urteil aufgehoben und ein neues Verfahren eingeleitet wurde. 

Im April 1964 begann die zweite Verhandlung vor dem Frankfurter Schwurgericht, die seine 
Freilassung zur Folge hatte und ihm die Möglichkeit gab, wieder zu praktizieren. 

Thümmler, Johannes 

GESTAPO-CHEF IN CHEMNITZ UND KATTOWITZ 

heute: 

Leitender Angestellter eines Werkes in Oberkochen („Carl-Zeiss-Stiftung"). 

SS-Obersturmbannführer und Oberregierungsrat im RS HA, Dr. Johannes Thümmler, gehörte 
bereits vor 1933 der NSDAP (Nr. 1425547) an. In der SS führte er die Mitglieds-Nr. 323711. 
Nach der Errichtung der Hitlerdiktatur war er zunächst im Polizeipräsidium Dresden und bei 
der Amtshauptmannschaft Schwarzenberg tätig. Hier bewährte er sich bei der rücksichtslosen 
Verfolgung und Unterdrückung der Gegner des Terrorregimes so gut, daß er als Leiter der 
Staatspolizei(leit)stellen Dresden und Chemnitz eingesetzt wurde. 



84 



Während des zweiten Weltkrieges entschied er als Leiter der Gestapo in Kattowitz (Katowice) 
über Leben und Tod polnischer Menschen, die auf seine Anweisung mit dem Hinweis auf 
„Sonderbehandlung" in das Konzentrationslager Auschwitz eingeliefert wurden, da „ohnehin 
Todesstrafe" zu erwarten sei. 

Längere Zeit war er Leiter des Einsatzkommandos 16 der Einsatzgruppe E, die im Südosten 
Europas Massenverbrechen verübte. 

Im November 1964 wurde dem ehemaligen Gestapo-Chef Gelegenheit gegeben, im 
Frankfurter Auschwitz-Prozeß als „Entlastungszeuge" aufzutreten. 

Das Auftreten Thümmlers veranlagte die Rechtsorgane der DDR, den westdeutschen 
Justizbehörden Dokumente über die von ihm begangenen Verbrechen zu übergeben. Ein 
Rechtsverfahren wurde bis zum heutigen Tage nicht eingeleitet, obwohl er während seiner 
Zeugenaussage eingestehen mußte, in einigen hundert Fällen als Standgerichtsvorsitzender 
fungiert zu haben. Thümmler erklärte, daß in diesen Verhandlungen etwa 60 Prozent 
Todesurteile gefällt wurden, der Rest der „Angeklagten" sei ins KZ eingewiesen worden. 

Lammerding, Heinz 

SS-HENKER VON ORADOUR UND TÜLLE 

heute: 

Diplom-Ingenieur und Bauunternehmer in Düsseldorf; führend in der SS-Organisation 
HIAG. 

Heinz Lammerding, der sich frühzeitig der NSDAP (Nr. 722395) und der SS (Nr. 247062) 
angeschlossen hatte, wurde durch Himmler der Rang eines SS-Oberführers und Generals der 
Waffen-SS verliehen. Er befehligte unter anderem die berüchtigte SS-Panzerdivision „Das 
Reich". 

Der Weg dieser SS-Divison durch die von der Hitlerarmee besetzten Gebiete ist durch Galgen 
und Massengräber gekennzeichnet. Am 10. Juni 1944 überfielen die SS-Horden den 
französischen Ort Oradour. 548 Einwohner wurden in der Kirche zusammengetrieben und auf 
Befehl Lammerdings bestialisch ermordet. Die friedliche Ortschaft wurde dem Erdboden 
gleichgemacht. 

Um den wachsenden Widerstand des französischen Volkes gegen die faschistische 
Okkupation mit allen Mitteln zu brechen, ließ SS-Kommandeur Lammerding in Tülle 120 
Franzosen aus der zivilen Bevölkerung öffentlich erhängen. 

Für diese und andere in Frankreich begangenen Verbrechen wurde Lammerding von einem 
Gericht in Bordeaux in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Nachdem er zunächst unter dem 
Namen Braune in Wiesbaden lebte, ließ er sich in Düsseldorf als Bauunternehmer unter 
seinem richtigen Namen nieder. 

Auslieferungsanträgen Frankreichs an westdeutsche Rechtsorgane wurde nicht stattgegeben. 
Wolff, Karl 



ADJUTANT HIMMLERS 



85 



heute: 

Wolff wurde 1 7 Jahre nach Kriegsende in seiner Villa am Starnberger See verhaftet und 
wegen der Ermordung von 300000 Juden zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt - für jeden Mord 
30 Minuten Haft. 

SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS, Karl Wolff, war „Chef des Persönlichen 
Stabes des Reichsführers SS" und „Verbindungsoffizier des Reichsführers zum Führer". Mit 
allen Sondervollmachten ausgerüstet, hatte Wolff einen maßgeblichen Anteil an der 
sogenannten Endlösung der Judenfrage. Er trug die Hauptverantwortung für die Ermordung 
von 300000 polnischen Juden im Vernichtungslager Treblinka. 

Als „Höchster SS- und Polizeiführer" in Italien beging er seit September 1943 zahllose 
Verbrechen. Wolffließ 15000 italienische Männer, Frauen und Kinder umbringen. Auf sein 
Schuldkonto kommen die an Häftlingen im KZ Dachau durchgeführten verbrecherischen 
Experimente. 

Obwohl Wolff unter seinem richtigen Namen lebte und auch in der westdeutschen Presse 
wiederholt auf seine Machtbefugnisse innerhalb der SS-Führung hingewiesen wurde, führte 
erst die Strafanzeige eines israelischen Journalisten zu seiner Festnahme. Das Urteil lautete: 

„ Schuldig des gemeinschaftlichen Mordes an 300000 Juden, mitschuldig an der Ermordung 
von 15000 italienischen Juden und verantwortlich für die medizinischen Experimente im KZ 
Dachau. " 

Winkelmann, Otto 

SS- UND POLIZEI-STANDORTKOMMANDANT IN UNGARN 

heute: 

Ratsherr in Kiel, Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Polizeioffiziere. 

Otto Winkelmann brachte es während des faschistischen Raubkrieges vom Oberstleutnant der 
Schutzpolizei bis zum Generalleutnant der Polizei und SS-Gruppenführer. Seit 1939 war er 
mit der Leitung des „Kommando-Amtes des Hauptamtes Ordnungspolizei" beauftragt, das 
unter anderem für die Aufstellung und Ausrüstung der vorwiegend im Osten eingesetzten 
Polizei-(später SS-Polizei-)regimenter und -bataillone zuständig war. 

Im März 1944, mit dem Einmarsch der faschistischen Truppen im verbündeten Horthy- 
Ungarn, wurde er durch Himmler als Höherer SS- und Polizeiführer in Ungarn eingesetzt. 
Nach Angaben Winkelmanns erklärte ihm Himmler: 

„ Sie sind in Ungarn genauso wie der Militärattache und der Luftattache mein Attache. Sie 
sind mein Verbindungsoffizier zu den ungarischen Stellen und, wenn es sein muß, auch zu 
Gesandten. Sie haben die Aufgabe, für die Koordinierung der Tätigkeit aller in Ungarn 
eingesetzten SS- und Polizeidienststellen zu sorgen... Sie haben ferner die Aufgabe des SS- 
und Polizeistandortkommandanten. " (IMT, Fall XI, Bd. 217, S. 25 653) 

Neben Eichmann trägt Winkelmann die Hauptverantwortung für die Deportierung und 
Ermordung der 400000 Juden aus Ungarn. 

Trotz der ihm nachgewiesenen Verbrechen erhält Winkelmann eine Generalspension. 



86 



Skorzeny, Ott 

MUSSOLINI-BEFREIER LEITET FLUCHT VON MASSENMÖRDERN 

heute: 

Inhaber eines „Ingenieur- und Maklerbüros " in Madrid; Begründer und Chef der 
nazistischen Geheimorganisation „Die Spinne", die von Spanien aus bisher über 500 Kriegs- 
und Naziverbrechern zur Flucht verhalf. 

Otto Skorzeny, SS-Obersturmbannführer, war seit April 1943 Gruppenleiter VI S des 
Reichssicherheitshauptamtes und damit Kommandeur des „Sonderverbandes Oranienburg". 
Die Aufgaben dieses streng geheimen Sonderverbandes bestanden darin, schnellstmöglich 
einen total wirkenden Geheimdienst aufzubauen und ihn global einzusetzen, das heißt: 
Bombenattentate, Diversion, Menschenraub, Sabotage, Mord. Die von Skorzeny 
ausgebildeten und ausgerüsteten Agenten sollten im Iran und in Indien, in England und in den 
USA, vor allem aber in der Sowjetunion die Niederlage der Faschisten aufhalten. 

Am 12. September 1943 organisierte Skorzeny mit seinem „SS-Sonderverband" im Auftrage 
Hitlers die Entführung des italienischen Faschistenführers Mussolini aus der Haft der 
Badoglio-Regierung. Ab Januar 1945 wütete Skorzeny als Führer einer Diversanten-Truppe 
an der Ostfront, die inzwischen die Oder erreicht hatte. 

Nach dem Zusammenbruch blieb auch Skorzeny, was er war - ein führender Faschist und 
Geheimdienst-Chef. Er begann eine vielseitige Tätigkeit, um die Verbindung zwischen den 
ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS wieder herzustellen. Sein Werk ist die Gründung der 
nazistischen Geheimorganisation „Die Spinne", die nicht nur über umfangreiche finanzielle 
Mittel aus dem Raubgut der SS verfügt, sondern sich auch der besonderen Unterstützung 
führender westdeutscher Konzerne erfreut. Sitz dieser Geheimorganisation ist Denia 
(Spanien). Dorthin siedelte Skorzeny 1953 über. 

Gestützt auf die Freundschaft mit Franco und dem spanischen Informationsminister unterhält 
Skorzeny von seiner feudalen Villa im Stadtbezirk Velasques von Madrid aus enge 
Verbindungen zu einflußreichen westdeutschen Kreisen sowie zu seinen früheren SS- 
Kumpanen in der Bundesrepublik und in anderen Ländern. 

Zu den über 500 belasteten Kriegs- und Naziverbrechern, denen die SS- 
Untergrundorganisation „Die Spinne" die Flucht aus Westdeutschland ermöglichte, gehören 
unter anderen die SS- und KZ-Mörder Eisele, Mengele und Zind. 

Obwohl der Bonner Regierung die Verbrechen bekannt sind, die Skorzeny beging, hat sie 
nichts unternommen, ihn aburteilen zu lassen oder zumindest seine neofaschistische Tätigkeit 
zu unterbinden. Im Gegenteil. Die Bonner Regierung duldet die Tätigkeit dieses 
Kriegsverbrechers und unterstützt die „Spinne" durch ihre enge Zusammenarbeit mit dem 
Franco-Regime. 



87 



SS-Mörder und Nazi-Führer 

Listen weiterer SS-, SD- und Gestapo-Mörder sowie Nazi-Führer, die den Staats-, Polizei- 
und Wirtschaftsapparat Westdeutschlands und des besonderen Territoriums Westberlin 
durchsetzen oder angesehene Stellungen im öffentlichen Leben bekleiden. 

Ahlborn, Hermann 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 421625); 1933 NSDAP 

nach 1945: In Norwegen bis 1956 wegen Kriegsverbrechen interniert; 
Polizeihauptkommissar in Hannover 

Albrecht, Benno 

vor 1945: Major der Feldgendarmerie in Litzmannstadt (Lodz); NSDAP 
nach 1945: Gendarmerie-Bezirkschef in Koblenz 
Altmeyer, Josef 

vor 1945: SS -Unterführer in der „Leibstandarte Adolf Hitler" (Nr. 326109) 

nach 1945: Ministerialrat und Leiter der Polizeiabteilung im Innenministerium Rheinland- 
Pfalz 

Amthor, Paul 

vor 1945: SS- und Polizeigebietsführer im besetzten Stalino 
nach 1945: Bezirkshauptmann der Gendarmerie in Bayern 
Appen, Hermann von 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer: Adjutant des SS- und Polizeiführers in Charkow; 
Kommandeur im SS-Polizeiregiment „Todt" und beim SS-Polizeibataillon Dänemark 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 

Auerswald, Heinz 

vor 1945: NSDAP (Nr. 4830479); Oberwachtmeister der Schupo, Unterscharführer der SS 
(Nr. 216399); beteiligt an der Annexion des Sudetenlandes und am Oberfall auf Polen; 1940 
aus der Schutzpolizei ausgeschieden, um in die Zivilverwaltung zu gehen; ab April 1941 
Kommissar des „Warschauer Ghettos", mitverantwortlich für die Vernichtung von über 
300000 Juden 



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nach 1945: Rechtsanwalt in Düsseldorf, Königsallee 40 
Bach-Zelewski, Erich von dem 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 9831) und General der Polizei; NSDAP (Nr. 489101); 
bis 1933 Abschnittsführer des SS-Abschnittes XII, dann Oberabschnittsführer des SS- 
Oberabschnittes Nordost in Königsberg, später des SS-Oberabschnittes Südost in Breslau 
(Wroclaw); 1941 höherer SS- und Polizeiführer in Breslau, später Rußland-Mitte; 1943 von 
Himmler zum „Chef der Bandenkamp fverbände" ernannt; Oktober 1943 bis August 1944 
kommandierender General des Raumes Warschau; übernahm den Auftrag, Warschau dem 
Erdboden gleichzumachen, und führte diesen Auftrag der völligen Zerstörung und der 
Vernichtung bis zum Einmarsch der sowjetischen Truppen durch 

nach 1945: 1951 zu zehn Jahren Sonderarbeit verurteilt; das Urteil wurde aufgehoben und B. 
aus der Haft entlassen; 1960 wegen Mordes aus dem Jahre 1934 (Röhm- Affäre) angeklagt 
und 1961 zu viereinhalb Jahren und 1962 vom Nürnberger Schwurgericht zu lebenslangem 
Zuchthaus verurteilt 

Banneck, Max 

vor 1945: Aktives Mitglied der NSDAP; 1938 SD; für Kolonialeinsatz vorgesehen 
nach 1945: Kriminalobersekretär in Kiel 
Bartmann, Fritz, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 308192); Kriminalrat; NSDAP (Nr. 5919716); Lehrer an 
der Polizeioffiziersschule Berlin-Charlottenburg und der Führerschule in Wien (1941); 
Mitarbeiter des RS HA 

nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Krefeld 
Barz, Heinz 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 45536) bei Einsatzgruppen 
nach 1945: Polizeirat, Kommando V, Schupo-Amt Hamburg 13 
Bauer, Lorenz 

vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeimeister in Amberg 
Beck, Friedrich 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; Kommandeur einer „Bandenkampfschule" 
nach 1945: Polizeirat in Darmstadt 
Benecke, Adolf 



89 



vor 1945: „Osteinsatz" bei der SS-Polizeidivision, 2. Polizeischutzmannschaftsregiment 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Benkmann, Adolf 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Referent im Hauptamt Ordnungspolizei; 
Ordonnanzoffizier beim Befehlsstab des Sonderbeauftragten Minsk 

nach 1945: Leiter des Gendarmeriekreises Oberwesterwald 

Berger, Gottlob 

vor 1945: SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS; Leiter des SS- 
Führungshauptamtes; 1940 Chef des SS-Hauptamtes Erbwesen für die Waffen-SS in Berlin; 
1932 NSDAP (Nr. 426875); 1936 SS (Nr. 275991) 

nach 1945: Vom alliierten Militärtribunal zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt, 1951 jedoch 
entlassen; in Westdeutschland Mitarbeiter der Monatszeitschrift „Nation Europa", Coburg 

Berger, Heinz 

vor 1945: 1931 NSDAP, SA und SS 
nach 1945: Polizeisekretär in Darmstadt 
Besekow, Arno 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer beim SD (Sonderverband Skorzenys) und bei der Gestapo 
Magdeburg 

nach 1945: Kriminalkommissar in Kiel und Leiter der Abteilung I des Kriminalamtes 
Schleswig-Holstein 

Best, Werner, Dr. 

vor 1945: SS-Gruppenführer (Nr. 23377); NSDAP (Nr. 341338); Verfasser des berüchtigten 
„Boxheimer Dokuments"; 1934 beim SD des „Reichsführers SS"; Chef des Amtes I des 
RS HA; Kriegsverwaltungschef beim Militärbefehlshaber in Frankreich; Bevollmächtigter des 
Reiches in Dänemark 

nach 1945: In Dänemark wegen mehrfachen Mordes zum Tode verurteilt, auf Drängen der 
Bonner Regierung begnadigt und freigelassen; leitende Tätigkeit als Wirtschaftsjurist beim 
Hugo-Stinnes-Konzern in Mülheim/Ruhr; Gutachter beim westdeutschen Auswärtigen Amt 

Biberstein, Ernst 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 272692); NSDAP (Nr. 40718); Leiter des 
Einsatzkommandos 6; Biberstein hieß ursprünglich Scymanowsky und war Pfarrer der 
evangelischen Kirche in Kating/Schleswig-Holstein; 1935 trat er in das Reichsministerium für 
kirchliche Angelegenheiten ein und wurde 1936 zum Oberregierungsrat im Staatsdienst, 1940 



90 



zum SS-Sturmbannführer befördert; im Oktober 1940 begann er seine Tätigkeit als Chef der 
Gestapo Oppeln (Opole); vom September 1942 bis Juni 1943 leitete er das 
Einsatzkommando 6 der Einsatzgruppe C in der Sowjetunion. In seiner eidesstattlichen 
Erklärung vom 25. Juni 1947 gab er die Zahl der unter seinem Befehl getöteten Menschen mit 
.zwei- bis dreitausend" an 

nach 1945: 1948 zum Tode verurteilt; 1958 aus der Haft entlassen; lebt heute unbehelligt in 
Westdeutschland 

Bilfinger, Rudolf, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 335627); NSDAP (Nr. 5892661); Stellvertretender 
Chef des Amtes II im RSHA, juristischer Fachmann; maßgeblich beteiligt an der „Endlösung 
der Judenfrage" 

nach 1945: Oberverwaltungsgerichtsrat beim Verwaltungsgerichtshof Baden- Württemberg in 
Mannheim; März 1965 vom Dienst suspendiert, Juni 1965 in den Ruhestand versetzt 

Blankenbach, Johann 

vor 1945: SS -Unterführer, Gestapo Karlsruhe 
nach 1945: Kriminalinspektor in München 
Blings, Josef 

vor 1945: SS-Obersturmführer und Polizeiführer in Lodz; Oberleutnant der Schutzpolizei 

nach 1945: Gendarmerieoberrat im Ministerium des Innern Rheinland-Pfalz und 
verantwortlich für Einsatz und Schulung der Polizei in Rheinland-Pfalz 

Blümlein, Georg 

vor 1945: NSDAP und SS; Bezirksleiter der Gendarmerie in Radom 
nach 1945: Gendarmerie-Oberinspektor in Neustadt a. d. Weinstraße 
Boeddecker, Werner 

vor 1945: SS -Untersturmführer (Nr. 421449) 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Boldt, Berthold 

vor 1945: SS-Obersturmführer, Einsätze im Polizeibataillon 104, Lublin, Polizeiregiment 
„Todt" und Polizei-Freiwilligen-Regiment Schlauders 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 

Borrmann, Ernst 



91 



vor 1945: SS-Obersturmführer und GendarmeriefTihrer im Polizei-Freiwilligenbataillon VIII 
„Kroatien" 

nach 1945: Polizeidirektor in Stuttgart 
Boysen, Carl 

vor 1945: NSDAP seit 1.5.37 (Nr. 5362839); 1942/43 Bataillonskommandeur beim IL/16. 
SS-Polizeiregiment in Litauen und Lettland; anschließend Ia-Offizier beim Befehlshaber der 
Ordnungspolizei in Paris; Major der Schupo 

nach 1945: Bundesministerium des Innern, Abteilung VI, Inspekteur der 
Bereitschaftspolizeien der Länder 

Braschwitz, Rudolf, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 458447); NSDAP (Nr. 2633264); Angehöriger des 
RSHA, Gestapo- Leitstelle Berlin 

nach 1945: Kriminalrat und stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei in Dortmund 
Braunschmidt, Waltet 

vor 1945: 1933 NSDAP; 1938 SS (Nr. 358741); Einsatz beim Höheren SS- und Polizeiführer 
in Shitomir, Nikolajew und in Kirowograd 

nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Aachen 

Brunke, Franz 

vor 1945: SS -Haupts turmfuhrer; Offizier beim SS-Polizeiregiment 3, Niederlande, und beim 
Befehlshaber der Ordnungspolizei Krakau (Krakow) 

nach 1945: Polizeihauptkommissar; Leiter des Polizeiabschnittes Landkreis Braunschweig 
Budenop, Franz 

vor 1945: Polizeigeneral; Polizeichef von Essen; nach der Annexion Österreichs Polizeichef 
in Wien 

nach 1945: Polizeidirektor in Kiel; im Ruhestand 
Busch, Friedrich 

vor 1945: Angehöriger des SS-Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeimeister in Dortmund-Marten 
Cerff, Karl 



92 



vor 1945: SS-Brigadeführer (Nr. 323782); NSDAP (Nr. 30314); gehörte dem „Persönlichen 
Stab Reichsführer-SS" an; 1942 führender Mitarbeiter der Reichspropagandaleitung der 
NSDAP 

nach 1945: 2. Bundessprecher der SS-Organisation HIAG 
Christ, Oskar 

vor 1945: SS -Haupts turmfTihrer; Kommandeur im SS-Polizeibataillon 314 
nach 1945: Polizeioberrat in Wiesbaden 
Christmann, Kurt, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 103057); NSDAP (Nr. 3203399); Oberregierungsrat; 
1934 bereits beim SD des Reichsführers SS, dann Bayrische politische Polizei; 1939 Leiter 
der Staatspolizeileitstelle Salzburg, Leiter des SS-Sonderkommandos 10a 

nach 1945: Immobilienbesitzer in München 

Conring, Hermann, Dr. 

vor 1945: Feldkommandantur Groningen/Holland; Oberkriegsverwaltungsrat; 
Sonderbeauftragter des Nazi-Kommissars Seyß-Inquart (Der niederländische Historiker, Prof. 
Dr. Presser, weist in seinem Dokumentenwerk „Der Untergang" auf S. 402 nach: „Dieser 
Mann dringt schon im Jahre 1942 darauf, daß die Juden aus seinem Gebiet verschwinden. ") 

nach 1945: Bundestagsabgeordneter der CDU seit 1953; Bundestagskandidat 1965; 
ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik 

Cornely, Fritz 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; Kriminalkommissar; 1944 Führer einer Sonderkommission 
im KZ Sachsenhausen 

nach 1945: Kriminalhauptkommissar in Köln 
Debring, Johannes 

vor 1945: la-Offizier und Bataillonsführer des IH./SS-Polizeiregiments 15 in Triest und 
Norwegen 

nach 1945: Polizeirat; Leiter der Polizeiinspektion und stellvertretender Kommandeur der 
Schutzpolizei beim Präsidium des Verwaltungsbezirks Oldenburg 

Deppner, Erich 

vor 1945: 30. Januar 1941 SS-Sturmbannführer (Nr. 177571); NSDAP (Nr. 1254844); als 
Leiter der Gestapo in Holland mitschuldig am Mord von 65 sowjetischen Kriegsgefangenen 
im KZ-Lager Ammersfort (Holland) und an der Deportierung von 1 1000 holländischen Juden 



93 



nach 1945: Tätig als Industrie- und Wirtschaftsberater; Anfang 1964 erfolgte vor dem 
Schwurgericht I, München, der Freispruch wegen „Mangels an Beweisen" 

Dietrich, Josef 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 1 177) und Panzergeneral der Waffen-SS; NSDAP 
(Nr. 89015); Kommandierender General des I. SS-Panzerkorps „Leibstandarte" und Führer 
des SS-Oberabschnittes Spree; unter seiner Führung verübte diese Einheit: Verbrechen gegen 
die Menschlichkeit in der Sowjetunion, in Italien und Frankreich; mitverantwortlich an der 
Ermordung amerikanischer Kriegsgefangener bei Malmedy 

nach 1945: Im Malmedy-Prozeß zu lebenslanger Haft verurteilt; 1955 vorzeitig entlassen; 
wegen Beteiligung an der Ermordung des SA-Stabschefs Röhm wurde er zu 1 8 Monaten Haft 
verurteilt; führend in der SS-Organisation HIAG tätig (inzwischen verstorben) 

Dietz, Wilhelm 

vor 1945: Kriminalkommissar in Konstanz und Tilsit; Teilnehmer an Führerschulungen der 
Sicherheitspolizei und des SD 

nach 1945: Mitarbeiter des Landesamtes für Verfassungsschutz in Stuttgart 
Dippelhofer, Otto, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 77517); NSDAP (Nr. 2243882); Major der Gendarmerie; 
1939 bis 1941 Führer eines Feldgendarmerietrupps im „Fronteinsatz" in Böhmen und 
Mähren, Polen, Holland, Belgien und Frankreich; 1942/43 RMdl Leiter der Untergruppe 1 im 
Hauptamt Ordnungspolizei (SS- und Polizeigerichtsbarkeit); 1944 bis Kriegsende Bataillons- 
und Regimentskommandeur von Polizeieinheiten, die Tausende Slawen und Juden in 
Osteuropa viehisch ermordeten 

nach 1945: Brigadegeneral im Bundesgrenzschutz 

Drescher, Heinz 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Kriminalrat und Referatsleiter im Amt V des RSHA nach 
1945: Kriminalrat im Bundeskriminalamt Wiesbaden 

Dullien, Reinhard 

vor 1945: 1933 NSDAP (Nr. 1853922); 1933 SS; Leiter der Hauptabteilung III im 
Generalkommissariat Wolhynien und Podolien des Reichskommissars Ukraine; die von ihm 
geführte Abteilung war verantwortlich für die wirtschaftliche Ausplünderung des besetzten 
Gebietes; unterstand dem NS-Gauleiter und Kriegsverbrecher Koch 

nach 1945: Chef des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden bis Anfang 1965, wurde dann 
abgelöst und ging in das Versicherungswesen 

Dusenschön, Willi 



94 



vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 10984); NSDAP (Nr. 75582); I. Kommandant der 
KZ Fuhlsbüttel und Papenburg; Kommandeur in der 2. SS-Totenkopfstandarte 
„Brandenburg", der II. SS-Panzerdivision „Das Reich" und in der SS-Gebirgsjägerdivision N 

nach 1945: Im September/Oktober 1962 wurde er vom Schwurgericht Hamburg wegen 
„Mangels an Beweisen" freigesprochen 

Eder, Josef 

vor 1945: SS -Unterführer und Gendarmerieunterführer 
nach 1945: Oberkommissar bei der Grenzpolizei in München 
Eggart, Karl 

vor 1945: Gendarmerie führer und Inspektionsoffizier beim Beauftragten des Reichsführers 
SS, dem „Sonderbevollmächtigten des Deutschen Reiches" in Albanien 

nach 1945: Leiter eines Polizeiabschnittes in Cloppenburg 

Egle, Karl 

vor 1945: SS- und Gendarmerie-Führer in Jugoslawien 

nach 1945: Kriminalhauptkommissar und Leiter der Kriminalpolizei in Freiburg 
Erdmann, Kurt 

vor 1945: SS-Hauptscharführer und Leiter der sogenannten Politischen Abteilung des KZ 
Sachsenhausen 

nach 1945: Kriminalpolizei-Obermeister in Stade 
Espey, Oswald 

vor 1945: Gerichtsoffizier am SS-Polizeigericht II, Düsseldorf; 1941 RSHA; 
Gendarmeriekommandeur in Riga und 1944/45 im Raum Danzig (Gdansk) 

nach 1945: Leiter der Landespolizeischule Niedersachsen in Hannover 

Eweler, Heinrich, Dr. 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 308193) im SD; 1933 NSDAP 
nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Essen 
Fähnrich, Kurt 

vor 1945: Kriminal direktor im RSHA, Amt V 
nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Hameln 



95 



Favorke, Rolf 

vor 1945: 1941 bis 1944 Ib-Offizier beim Befehlshaber der Ordnungspolizei Riga; 
anschließend SS-Polizeiregiment 4 (ehemaliges Mordbataillon 316) 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Baden- Württemberg 

Fermer, Andreas 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo in Weimar; 1942 bis 1943 Osteinsatz bei der 
Einsatzgruppe X des SD; Gestapo-Dienst in Den Haag 

nach 1945: Kriminalkommissar in Dortmund 

Fiehler, Karl 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 91724); Reichsleiter der NSDAP (Nr. 37); 
Oberbürgermeister von München 

nach 1945: Lebt unbehelligt in München 

Fischer, Kurt 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 337725); Major der Schutzpolizei 

nach 1945: Verbarg sich zunächst unter dem Namen Karschner; inzwischen unter seinem 
richtigen Namen Mitarbeiter in der Abteilung VI des Bundesamtes für Verfassungsschutz 

Fleschütz, Eugen 

vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeimeister in Augsburg 
Florian, Friedrich Karl 

vor 1945: NSDAP-Gauleiter von Niederrhein in Düsseldorf; SA-Obergruppenführer und 
Chef der SA-Gruppe Niederrhein 

nach 1945: Sechs Jahre Gefängnis; führendes Mitglied der als Sammelbecken von 
Antikommunisten und Antisemiten bekannten Organisation „Deutsches Kulturwerk 
europäischen Geistes" 

Frank, Johannes 

vor 1945: 1934 Gestapo in Leipzig; zuletzt beim SD in den Niederlanden 
nach 1945: Kriminalsekretär in Essen 
Frees, Friedrich 



96 

vor 1945: 1938 Angehöriger der Gestapo Stuttgart; ab 1940 Gestapo Litzmannstadt (Lodz) 
nach 1945: Polizeiinspektor in Stuttgart 
Furck, Herbert 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 337727); Major der Schupo; Kommandeur des 

III ./Polizeiregiments 16, Riga, und Kommandeur des I./SS-Polizeiregiments 3, Niederlande 

nach 1945: Polizeirat in Kiel 

Geigenmüller, Otto, Dr. 

vor 1945: Regierungsassessor und Leiter der Gestapo in Halle, später Berlin 
nach 1945: Regierungsrat Finanzamt Köln-Land 
Geißler, Kurt 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; Kriminaldirektor im Amt IV RSHA (Gestapo); seit 1933 
Mitarbeiter der Gestapo; Leiter der Gestapo-Stelle Berlin 

nach 1945: Dienststellenleiter der Kriminalpolizei in Köln 

Gemmeker, Albert Konrad 

vor 1945: SS-Obersturmführer und Kommandant des Auffanglagers Westerbork 

nach 1945: Kaufmann in Düsseldorf 

Gerken, Richard 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer 

nach 1945: Regierungsdirektor im Bundesinnenministerium; Leiter der Abteilung IV im 
Bundesamt für Verfassungsschutz; seit 1966 im Ruhestand 

Gerloff, Walter 

vor 1945: Major der Gendarmerie; NSDAP; SS (Nr. 432 435) 

nach 1945: Polizeioberrat, Leiter der Schupo-Schule Hamburg-Alsterdorf 

Gille, Herbert 

vor 1945: SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS (Nr. 39854); NSDAP 
(Nr. 537337); Kommandeur der 5. SS-Panzerdivision „Wiking" 

nach 1945: Mitbegründer der SS-Organisation HIAG; Inhaber einer Versandbuchhandlung in 
Stemmen bei Hannover, die vor allem neofaschistische Literatur vertreibt (inzwischen 
verstorben) 



97 



Gontard, Christoph 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; Mitarbeiter des RSHA; Einsatz in Prag, Paris und Innsbruck; 
NSDAP (Nr. 713377); SA; 1931 SS (Nr. 272 233) 

nach 1945: Leitende Stellung in einem Unternehmen in München 

Görtz, Heinrich, Dr. med. 

vor 1945: Angehöriger des SS-Sonderkommandos 10a, das im Jahre 1941 mehrere Hundert 
Einwohner der sowjetischen Stadt Mariupol (Shdanow) ermordete 

nach 1945: Lebt unbehelligt in Westdeutschland 

Grandke, Fritz 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 323895); NSDAP (Nr. 5 681 746); Kommandeur 
SS-Polizeiregiment 1; später Waffen-SS 

nach 1945: Leiter der Bereitschaftspolizei in Niedersachsen; seit Mai 1965 im Ruhestand 
Grobben, Jakob 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 327406); NSDAP (Nr. 3566691); Major der Schupo; 
Adjutant beim Befehlshaber der Ordnungspolizei Polen; 1944 als SS- und 
Polizeigebietsführer in Kopenhagen 

nach 1945: Oberkreisdirektor und Leiter der Kreispolizeibehörde Jülich 
Grote, Willi 

vor 1945: Untergruppenleiter (Oberregierungsrat) im Hauptamt Ordnungspolizei in Himmlers 
Innenministerium 

nach 1945: Leiter des Referates Sicherheit und Ordnung bei der Landespolizeibehörde 
Güdler, Kurt 

vor 1945: Major der Polizei und Sonderbeauftragter des Chefs der Sicherheitspolizei und des 
SD; NSDAP; SS-Führer z.b.V.; Polizeiberater des als Kriegsverbrecher verurteilten 
slowakischen Innenministers Mach 

nach 1945: Leiter der Polizeidirektion Kiel 

Gustke, Walter 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 421176), 1941 bis 1944 I./SS-Polizeiregiment 24 im 
Raum Minsk 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 



98 



Güttinger, Wilhelm 

vor 1945: Ab 1939 Angehöriger der Gestapo Stuttgart 
nach 1945: Kriminalkommissar in Stuttgart 
Haasche, Erich 

vor 1945: Gendarmeriehauptmann; 1944 Gendarmeriegebietsführer in Luzk; Sondereinsatz 
zur Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 

nach 1945: Leiter des Polizeiabschnittes Norden in Niedersachsen 

Hahn, Ludwig, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; 1930 NSDAP (Nr. 194463); Leiter von Gestapo- 
Dienststellen, Anfang 1940 Kommandeur der Sipo und des SD in Krakau (Krakow); Ende 
1940 Sonderbeauftragter des Reichsführers SS und Chef der Deutschen Polizei beim 
Deutschen Gesandten in Preßburg (Bratislava) 

nach 1945: Handelsvertreter in Hamburg 

Halswick, Gustav, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 337658); NSDAP (Nr. 5850390); Kriminaldirektor 
RS HA; Lehrer an der Reichskriminalschule; beteiligt an Kriegsverbrechen in Polen und der 
Sowjetunion 

nach 1945: Sonderbeauftragter des Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz 

Hamann, Heinrich 

vor 1945: 1931 NSDAP; 1934 SD 

nach 1945: Polizeiobermeister in Wiesbaden 

Haneklau, Alfred 

vor 1945: Einsatzkommando 8 

nach 1945: Polizeimeister in Recklinghausen 

Hanner, August 

vor 1945: Kommandeur des Hl./SS-Polizeiregiments „Todt"; SS-Führer und 
Aufsichtsoffizier für das Schutzmannschaftsbataillon 105 

nach 1945: Polizeirat in Hamburg-Wandsbeck 

Haensch, Walter, Dr. 



99 



vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 272573); NSDAP (Nr. 537265); Angehöriger des 
SD; Leiter des Einsatzkommandos 4b; Stellvertretender Leiter der Gruppe I D des RS HA; 
1942 übernahm er die Führung des Sonderkommandos 4b. Durch dieses Sonderkommando 
wurden im April 1942 im Raum Shitomir aus dem Ort Gayßin 50 Geiseln verhaftet, von 
denen die Hälfte sofort erschossen wurde. Unter der Führung von Haensch stieg der blutige 
Terror in dem Gebiet sprunghaft an, was die Einsatzgruppenberichte beweisen. 

nach 1945: 1948 im Einsatzgruppenprozeß zum Tode verurteilt; 1951 begnadigt; kurze Zeit 
später entlassen; lebt heute unbehelligt in Westdeutschland 

Harster, Wilhelm, Dr. 

vor 1945: SS-Brigadeführer (Nr. 225 932); NSDAP (Nr. 3226954); Generalmajor der Polizei; 
Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Nord- und Mittelitalien (Verona), später in 
Holland; an der Ermordung unschuldiger Menschen beteiligt; mitverantwortlich für die 
Deportierung von 1 1000 holländischen Juden 

nach 1945: 1947 in Holland zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt; 1953 auf Intervention der 
Bonner Regierung freigelassen und sofort im bayrischen Innenministerium als 
Oberregierungsrat eingestellt; 1963 in den Ruhestand getreten. 

Hayler, Franz, Dr. 

vor 1945: SS-Gruppenführer im RS HA (Nr. 64697); NSDAP (Nr. 754133); Staatssekretär im 
Reichswirtschaftsministerium und Vizechef der Militärverwaltung Ost nach 1945: Leiter 
einer Ex- und Import KG in München 

Heißmeyer, August 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 4370); NSDAP (Nr. 21573); General der Waffen-SS 
und der Polizei; Chef des SD-Hauptamtes in der Reichsführung SS; Inspekteur der national- 
politischen Erziehungsanstalten 

nach 1945: Wegen Führung des falschen Namens „Stuckebrode" zu 18 Monaten Gefängnis 
verurteilt; 1949 amnestiert; Direktor einer Coca-Cola-Fabrik in Westdeutschland 

Hellersen, Heinrich 

vor 1945: 1933 NSDAP und SS (Nr. 78005); vom SD für den Kolonialeinsatz vorgesehen 
nach 1945: Kriminalobersekretär in Darmstadt 
Hellmuth, Otto, Dr. 

vor 1945: 1919 beim Volkswehrregiment „Würzburg" gegen die bayrische Räteregierung 
eingesetzt; 1922 an Hitlers Marsch nach Koburg beteiligt; NSDAP-Gauleiter, 1927 von 
Unterfranken und später Mainfranken; Regierungspräsident 

nach 1945: Von einem amerikanischen Militärgericht wegen der Erschießung eines 
amerikanischen Fliegers zum Tode verurteilt; zu 20 Jahren begnadigt und 1955 aus der 



100 



Strafanstalt Landsberg entlassen; erhielt eine Haftentschädigung von über 5000 DM; 
praktiziert als Zahnarzt in Reutlingen 

Herrmann, Günther 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 267283) im RS HA; NSDAP (Nr. 2475252); Leiter 
der Gestapo-Dienststellen in Kiel und Brunn (Brno); Mitarbeiter im Stab des Chefs der 
Sicherheitspolizei und des SD in Österreich; Leiter des SS-Einsatzkommandos Troppau 
(Opava) bzw. Prag sowie der Einsatzkommandos 4b und 12 in der Sowjetunion 

nach 1945: Lebt unbehelligt in Westdeutschland ( Siehe Tafel 17 ) 

Herrmann, Gustav 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 487520) 
nach 1945: Polizeioberkommissar in Leer 
Hersmann, Werner 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 9416); Major der Schutzpolizei; 1930 NSDAP 

(Nr. 298562); 1941 Kommandeur der Schutzpolizei im okkupierten Estland; 1942 Offizier in 

der Einsatzgruppe D, Einsatzkommando 1 lb 

nach 1945: Nach Verbüßung einer geringen Freiheitsstrafe lebt Hersmann als Maschinenbau- 
Ingenieur in Westdeutschland 

Herz, Hermann 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 21 1028); Kriminalrat beim RS HA; NSDAP 
(Nr. 4340641) 

nach 1945: Kriminalrat in Stuttgart 
Hierl, Josef 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Gendarmeriekommandeur in Kroatien 
nach 1945: Polizeiinspektor in Wiesbaden 
Hochgräbe, Hans-Joachim 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Kriminalrat im RSHA 

nach 1945: Stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei in Duisburg 

Hödl, Ludwig 

vor 1945: SS -Untersturmführer; 1941 im „Bandeneinsatz"; Hauptmann im I./Polizeiregiment 
3 



101 



nach 1945: Polizeiamtmann in Rosenheim; Leiter des Kommandos der bayrischen 
Grenzpolizei 

Hofer, Franz 

vor 1945: NSDAP-Gauleiter von Tirol und Vorarlberg; Reichsstatthalter; beteiligt an der 
Ermordung von 600 bis 700 österreichischen Juden und mitschuldig an der Ermordung von 
30 000 Menschen 

nach 1945: Seit 1945 in Österreich wegen Mordes zur Verhaftung ausgeschrieben; wurde von 
den amerikanischen Besatzungsbehörden verhaftet; konnte 1948 fliehen; kehrte unter 
falschem Namen nach Mülheim/Ruhr zurück; lebt dort heute wieder unter seinem richtigen 
Namen als selbständiger Geschäftsmann; konnte in einem UPI-Interview öffentlich erklären: 
„Ich war, ich bin und ich bleibe Nationalsozialist" 

Hoffelder, Johann 

vor 1945: SS- und Polizeigebietsführer 

nach 1945: Gendarmerieamtmann in Kaiserslautern 

Hoffmann, Max, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 34071 1); NSDAP (Nr. 1496604); Regierungsrat und 
Referent im Amt II B/1 des RS HA 

nach 1945: Polizeioberinspektor in Wiesbaden ( Siehe Tafel 18 ) 
Höfling, Wilfried 

vor 1945: Gendarmeriehauptmann und SS-Sturmbannführer 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Wuppertal 
Holzbecher, Helmut 

vor 1945: SS-Obersturmführer; Einsatz im Polizeibataillon 215 in Norwegen und im SS- 
Polizeiregiment 26 in der Sowjetunion und Polen 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 

Horath, Siegfried 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 419861) und Hauptmann der Schutzpolizei; Offizier in 
einer SS-Polizeidivision 

nach 1945: Polizeirat im Innenministerium von Nordrhein- Westfalen 



Hörn, Rudolf, Dr. 



102 



vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 353366); Regierungs- und Kriminalrat im RSHA; 1933 
NSDAP (Nr. 462825) 

nach 1945: Leiter der Landeskriminalpolizeistelle Aurich 
Hucko, Wilhelm 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 375079) im RSHA; NSDAP (Nr. 3512041) 
nach 1945: Stellvertreter des Leiters der Kripo in Köln 
Hudy, Wilhelm 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo in Karlsbad (Karlovy Vary), SS-Führer 
nach 1945: Polizeiinspektor der Polizeidirektion Hannover 
Hunsche, Otto, Dr. 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer im RSHA, Amt IV B 4 (Judenreferat Eichmanns); 
„Juristischer Berater" Eichmanns 

nach 1945: Rechtsanwalt in Datteln/Westfalen 

Huppenkothen, Walter 

vor 1945: SS-Standartenführer (Nr. 126785); Gruppenleiter im Amt IV/E (Gestapo) des 
RSHA; Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau (Krakow) und Lublin; 
NSDAP (Nr. 1950150) 

nach 1945: War in den Jahren 1951, 1952, 1955 und 1956 wegen Mordes an dem 
militärischen Spionagechef Hitlers, Canaris, und anderen Teilnehmern der Verschwörung 
vom 20. Juli 1944 angeklagt; lebt nach Freispruch unbehelligt als Angestellter einer 
Versicherungsfirma in Mannheim 

Hüttemann, Peter 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in 
Frankreich 

nach 1945: Präsident der Wehrbereichsverwaltung III in Düsseldorf (für das Land Nordrhein- 
Westfalen) 

Jost, Heinz 

vor 1945: SS-Brigadeführer (Nr. 36243) und Generalmajor der Polizei; 1928 NSDAP 
(Nr. 75946); Leiter des Amtes VI des RSHA; Leiter der Einsatzgruppe A; Befehlshaber der 
Sicherheitspolizei und des SD „Ostland" in Riga 



103 



nach 1945: 1948 von einem amerikanischen Militärgericht zu lebenslanger Haft verurteilt; 
1951 zu zehn Jahren begnadigt, kurze Zeit danach freigelassen; selbständiger Wirtschaftsjurist 
(inzwischen verstorben) 

Kammer, Heribert 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 205196); SS- und Polizeiführer in Danzig (Gdansk); 
Polizeidirektor; NSDAP (Nr. 501681) 

nach 1945: Leiter des Polizeiamtes Herford 

Kaufmann, Heinz, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 358719); NSDAP (Nr. 824859),- Mitarbeiter des 
Gestapo-Amtes Sachsen; ab 1938 Gestapo-Leitstelle Dresden 

nach 1945: 1948 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet, das mit seiner 
Verurteilung zu einem Jahr und zwei Monaten Gefängnis endete, die durch die Internierung 
als abgeleistet galten 

Kaufmann, Karl 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 119495); 1921 NSDAP (Nr. 95); Reichskommissar für 
den Wehrbereich X und für die Seeschiffahrt; Gauleiter der NSDAP und Reichsstatthalter in 
Hamburg 

nach 1945: Lebt als Kaufmann in Hamburg 
Kehrer, Walter 

vor 1945: Angehöriger des Sonderkommandos 10a; SS-Führer 
nach 1945: Lebt unbehelligt in Westdeutschland 
Keunecke, Fritz, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer im RSHA 

nach 1945: Kriminalrat und stellvertretender Kripo-Leiter in Essen 
Kiehne, Helmut 

vor 1945: Oberleutnant der Schutzpolizei und Offizier in der Polizeireiterabteilung II beim 
Befehlshaber der Ordnungspolizei; in der Ukraine im „Bandeneinsatz" 

nach 1945: 1956 als Kriegsverbrecher an die westdeutsche Regierung übergeben; sofort 
wieder eingestellt als Polizeihauptkommissar in den Hamburger Polizeidienst; Leiter der 
Reiter- und Diensthundeführerabteilung 



Kiehne, Karl 



104 



vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 375136); Kriminalrat im RS HA; Mitglied der NSDAP 
(Nr. 5528055) 

nach 1945: Kriminaloberrat und Leiter der Kriminalpolizei in Köln 
Kocks, Herbert 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer beim Il./SS-Polizeiregiment 24 und Polizei- 
Freiwilligenregiment I in Kroatien 

nach 1945: Polizeirat; Leiter der Inspektion Delmenhorst 
Kölble, Josef, Dr. 

vor 1945: Assessor beim Reichskommissar für Preisbildung; dann Wehrmachtoffizier; seit 
1932 NSDAP 

nach 1945: Ministerialdirigent im BMdl 
Konitzki, Gerhard 

vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeibeamter in Essen 
Koppe, Wilhelm 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 25955) und General der Waffen-SS; NSDAP 
(Nr. 305584); Staatssekretär und „Höherer SS- und Polizeiführer" im okkupierten Polen; 
verantwortlich für die Vernichtung von 350000 polnischen Juden, von 1500 Geisteskranken 
in Ostpreußen, von 20000 Tbc-Kranken im KZ Chelmno und 80 polnischen 
Widerstandskämpfern im KZ Dachau. 

nach 1945: Lebte bis 1960 mit Wissen westdeutscher Behörden unter dem falschen Namen 
„Lohmann" in Bonn; lange Zeit Direktor einer Nebenstelle der Firma Sarotti 

Kordts, Helmut 

vor 1945: NSDAP (Nr. 7040308), Sturmbannführer der SS (Nr. 174902); 1939 an der 
Vorbereitung der Provokation auf den Sender Gleiwitz beteiligt 

nach 1945: Polizeirat in Hamburg; Leiter des Kommandos „Ziviler Bevölkerungsschutz" 
Kösching, Maximilian 

vor 1945: Ab 1938 Gestapo Trier; 1931 SA; später SS 

nach 1945: Leiter des Polizeiamtes in Oberlahnstein-Niederlahnstein 

Kraiker, Hermann 



105 



vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeimeister in Wattenscheid 
Kraiker, Hermann 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 354185); NSDAP (Nr. 1545743); Major der 
Schutzpolizei; Kommandeur von Bataillonen im SS-Polizeiregiment Gieseke und in der 
berüchtigten Kampfgruppe des SS-Obergruppenführers Prützmann ( Siehe Tafel 19 ) 

nach 1945: In leitender Stellung in der Polizeiverwaltung Bochum 

Krüger, Bernhard 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 15249) im RS HA; NSDAP (Nr. 528739); Chef der 
Fälscherzentrale der Gruppe F im Amt VI des RSHA; sorgte für die Ausrüstung von SD- 
Agenten mit falschen Papieren und gefälschten ausländischen Banknoten; verantwortlich für 
die Ermordung der zu dieser Arbeit gezwungenen KZ-Häftlinge des KZ Sachsenhausen 

nach 1945: Standard-Elektrik-Lorenz AG; erst im März 1964 wurde beim Landgericht 
Göttingen ein Ermittlungsverfahren gegen ihn eingeleitet 

Krumey, Hermann 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 310441) im RSHA; Mitarbeiter Eichmanns im 
Judenreferat 

nach 1945: Inhaber einer Drogerie in Korbach/Hessen 
Lammerding, Heinz 

vor 1945: SS-Oberführer (Nr. 247062); General der Waffen-SS; Befehlshaber der SS- 
Panzerdivision „Das Reich"; NSDAP (Nr. 722395) 

nach 1945: Bauunternehmer in Düsseldorf; führend in der SS-Organisation HIAG 
Lauterbacher, Hartmann 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 382406); NSDAP (Nr. 86837); Gauleiter von 
Hannover-Süd, Braunschweig; beteiligt an der Deportierung von Juden zu 
Massenvernichtungen in die Ghettos, Einlieferung von Gegnern des Faschismus in die 
Konzentrationslager, Massenerschießungen von sowjetischen Kriegsgefangenen auf dem 
Seelhorster Friedhof; schickte Kinder und Greise mit Panzerfäusten an die Front und opferte 
sie sinnlos 

nach 1945: Tauchte 1956, nachdem er sich jahrelang versteckt gehalten hatte, wieder offiziell 
in München auf und betreibt seitdem ein lukratives Geschäft mit seiner Firma 
„Laboratoriums-Industrieprojektierungen- Außenhandelsagentur" 

Lindner, Kurt 



106 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 310260); Lehrer an der Führerschule des SD 
nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Duisburg 
Lischka, Kurt 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 195590) im RS HA; NSDAP (Nr. 4583185); leitete 
im Auftrage Himmlers die Untersuchungen gegen die Hitlergegner vom 20. Juli 1944 

nach 1945: Prokurist eines großen Unternehmens in Köln 

Lorenz, Werner 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 6636) und General der Polizei; NSDAP (Nr. 397994); 
Leiter der Volksdeutschen Mittelstelle; Bevollmächtigter des Beauftragten für außenpolitische 
Fragen der NSDAP 

nach 1945: Lebt unbehelligt in Westdeutschland; enge Beziehungen zum Chef des Springer- 
Presse-Konzerns, Hamburg 

Ludwig, Wilhelm, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmführer (Nr. 307478); Offizier der 87. SS-Standarte in Innsbruck 

nach 1945: Regierungsdirektor; Leiter der Abteilung V im Bundesamt für Verfassungsschutz 
in Köln 

Lütgering, Hans 

vor 1945: Adjutant beim Polizeibataillon 1/1 in Prag und beim Polizeiregiment Süd der 
Einsatzgruppe Süd des SD 

nach 1945: Polizeihauptkommissar; Leiter des Polizeiabschnitts Lüneburg 
Marbach, Hubert 

vor 1945: Adjutant und Kompanieführer bei Einsatzgruppen des RS HA, so beim SS- 
Polizeiregiment 2 

nach 1945: Leiter der Landespolizeischule Bonn 
Meier, Paulus 

vor 1945: Bataillonskommandeur des durch seine Massenmorde berüchtigten 
9. Polizeibataillons und des Il./SS-Polizeiregiments 14; Major der Polizei 

nach 1945: Polizeirat in Bonn 

Mengele, Josef, Dr. 



107 



vor 1945: SS -Hauptsturmführer; SS-Lagerarzt in Buchenwald und Auschwitz (Oswiecim); 
war in den genannten Konzentrationslagern an Selektionen und medizinischen Experimenten 
maßgeblich beteiligt 

nach 1945: Nachdem er viele Jahre unbehelligt in Westdeutschland lebte, konnte er sich einer 
Bestrafung rechtzeitig durch die Flucht in einen südamerikanischen Staat entziehen 

Menke, Josef, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 351096); Regierungsrat; Mitarbeiter im Hauptamt 
Sicherheitspolizei, später RS HA; 1933 NSDAP (Nr. 3152619) 

nach 1945: Kriminaloberrat und Leiter der Kripo in Dortmund 

Merveldt, Gisbert Graf von 

vor 1945: Major der Schutzpolizei und Offizier beim Befehlshaber der Ordnungspolizei 
Ukraine in Luzk; Förderer der SA und SS 

nach 1945: Leiter der Landespolizeischule von Rheinland-Pfalz 

Messer, Hermann 

vor 1945: Bezirkshauptmann der Gendarmerie; Angehöriger des Gendarmerie- 
Einsatzkommandos Charkow; zuletzt SS-und Polizeigebietsführer in Gayßin/Ukraine; 1933 
NSDAP 

nach 1945: Polizeihauptkommissar bei der Polizeiverwaltung Stuttgart 
Methfessel, Fritz 

vor 1945: SS-Führer und Gestapo-Beamter; mißhandelte während des Krieges alliierte 
Flieger 

nach 1945: Vom amerikanischen Militärgericht zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt 
dessenungeachtet Leiter der Kriminalpolizei in Grewen/Ems 

Metschullat, Herbert 

vor 1945: SS-Obersturmführer, H./SS-Polizeiregiment 10 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Miethe, Erhard 

vor 1945: Als Hauptmann der Schutzpolizei im Osteinsatz 
nach 1945: Leiter des Landespolizeikommissariats in Reutlingen 
Müller, Balduin 



108 



vor 1945: Angehöriger des Stabes beim SS-Polizeigebietsführer Litzmannstadt (Lodz); 
NSDAP; SS (Nr. 344999) 

nach 1945: Polizeimeister in Düsseldorf 

Müller, Eugen 

vor 1945: Bezirkshauptmann der Gendarmerie; Gendarmerie-Abteilungsführer im Kreis 
Ilkenau im Regierungsbezirk Kattowitz (Katowice); 1943 im Bereich des „Höheren SS- und 
Polizeiführers Rußland-Süd und Ukraine" 

nach 1945: Leiter des Landespolizeikommissariats in Freudenstadt, Polizeioberkommissar 
Nägele, Friedrich 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; NSDAP von 1922-1923; Wiedereintritt 1937 (Nr. 5021878); 
1942 SS- und Polizeigebietsführer in Kaukasien (Pjatigorsk); 1944 Adjutant im Stab des 
Kommandeurs der Ordnungspolizei für die Operationszone Alpenvorland 

nach 1945: Leitender Beamter im Polizeipräsidium Stuttgart 

Neher, Konstantin 

vor 1945: Hauptmann der Gendarmerie und Leiter eines Einsatzkommandos im Osten. 1944 
Angehöriger der 30. Waffen- SS -Grenadierdivision 

nach 1945: Polizeioberkommissar, Leiter des Landespolizeikreiskommissariats 
Ehingen/W ürttemberg 

Noack, Egon 

vor 1945: Im Bereich des RS HA tätig, Angehöriger einer Einsatzgruppe 
nach 1945: Kriminaloberkommissar in Kiel 
Obstfelder, Kurt 

vor 1945: Kommando führer der Feldgendarmerie 

nach 1945: Wegen seiner Kriegsverbrechen gegenüber der Zivilbevölkerung der UdSSR zu 
15 Jahren Zuchthaus verurteilt; Polizeichef von Hannover 

Ochs, Josef, Dr. 

vor 1945: Kriminalkommissar im RS HA, SS-Obersturmführer 
nach 1945: Kriminalrat im Bundeskriminalamt 
Odewald, Walter 



109 



vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 323731); ab 1937 Führungsstab des SD in Paris und 
später in Prag; RSHA 

nach 1945: Oberregierungsrat im Niedersächsischen Landesamt für Verfassungsschutz 
Oehl, Gerhard 

vor 1945: SA-Obersturmführer; Hilfsoffizier beim Kommandeur der Gendarmerie in 
Simferopol/Krim und Leiter der Gendarmerie-Hauptmannschaft an der Adriaküste 

nach 1945: Polizeiobermeister in Stuttgart 

Olbrich, Erhard 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 337745); NSDAP (Nr. 579317); Chef des Stabes 
beim Befehlshaber der Ordnungspolizei, SS-General Daluege; Organisator des faschistischen 
Terrors im okkupierten Ungarn 

nach 1945: Major im Polizeipräsidium Mannheim 

Opitz, Paul 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 332 024); Kriminal- und Oberregierungsrat im 
Amt IV/E 1 (Gestapo) des RSHA 

nach 1945: Mitarbeiter im Bundesamt für Verfassungsschutz in Köln 
Ottersbach, Arnold, Dr. 

vor 1945: Regierungsdirektor, Referent für die Reichsverteidigung und Sachbearbeiter des 
Reichsverteidigungskommissars für den Bereich des Wehrkreises VI in München; NSDAP 
(Nr. 5410609) 

nach 1945: Stellvertretender Leiter der Landespolizeibehörde Münster 
Papenkort, Willi 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 313915); NSDAP (Nr. 206471); Major der Schutzpolizei; 
mitschuldig an Judenerschießungen in der Sowjetunion 

nach 1945: Polizeioffizier in Essen; organisierte im Zusammenhang mit dem „Salzburger 
Kreis" entlastende Zeugenaussagen in Prozessen gegen Angehörige der faschistischen 
Schutzpolizei ( siehe Tafel 19 ) 

Paulat, Bodo 

vor 1945: Oberleutnant der Schutzpolizei; Dienst beim berüchtigten Polizeibataillon 251, 
welches unter anderem im März 1941 in Norwegen stationiert war 

nach 1945: Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeiabschnittes Bad Gandersheim 



110 



Peiper, Joachim 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 132496); Angehöriger der Waffen-SS mit dem 
gleichen Dienstgrad; verantwortlich für die Niederbrennung des Ortes Boves in Italien, die er 
als Kommandeur eines Panzerregiments der SS-Panzerdivision „Leibstandarte Adolf Hitler" 
befahl, und für die Ermordung von 71 unbewaffneten amerikanischen Kriegsgefangenen im 
Dezember 1944 südöstlich von Malmedy 

nach 1945: Von einem amerikanischen Militärgericht zum Tode verurteilt, später zu 

25 Jahren begnadigt und 1956 entlassen; tätig in den Porsche- Werken; zuletzt Werbechef 

eines VW- Autohauses in Reutlingen 

Poethke, Herbert 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Oberleutnant der Schutzpolizei; 1941 bei einem 
Einsatzkommando im Osten 

nach 1945: Polizeioberkommissar in Mönchengladbach 
Pötke, Karl 

vor 1945: Hauptmann der Schutzpolizei und SS-Führer z.b.V.; Führer des II./SS- 
Polizeiregiments 16 und Regimentskommandeur in der Gruppe SS-Polizei-Ost 

nach 1945: Leitender Polizeidirektor; verantwortlich für Schulung und Ausbildung der 
Hamburger Polizei 

Preckel, Erich 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 342786) im RS HA Amt IV (Gestapo); NSDAP (Nr. 1 947 
373) 

nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Opladen 
Priller, Franz 

vor 1945: Kommandoführer des SD im Distrikt Radom, Außenstelle Kielce; Mitglied der 
NSDAP und der SS; tätig beim sogenannten SS-Hilfswerk im KZ Dachau; SD-Beauftragter 
bei der Annexion Österreichs und Mitarbeiter der Gestapo in Oppeln (Opole) 

nach 1945: Leiter eines Kommandos der bayrischen Grenzpolizei 

Pruss, Hans 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 450691); 1933 NSDAP (Nr. 2955038); Major der 
Schutzpolizei; Ordonnanzoffizier in einer SS-Polizeidivision 

nach 1945: Polizeioberrat und Vertreter des Kommandeurs der Schutzpolizei beim 
Regierungspräsidenten Hildesheim; Leiter der Polizeiinspektion Hildesheim 



Puchta, Adolf 



111 



vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 107193); NSDAP (Nr. 3469510); vor 1934 führend in 
der SA; 1931 Reichsführerschule der SA; RSHA; Gestapo in der CSR; Leiter eines 
Einsatzkommandos in Norwegen, später in der Sowjetunion 

nach 1945: Referent im Landesamt für Verfassungsschutz in Bayern; führendes Mitglied des 
revanchistischen „Witikobundes" 

Rabe, Karl-Hermann 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 54628); NSDAP (Nr. 259544); Leiter des 
Einsatzkommandos 7b, das 4000 Männer, Frauen und Kinder ermordete 

nach 1945: Lebte unbehelligt in Westdeutschland; 1965 wurde gegen ihn ein 
Ermittlungsverfahren eingeleitet ( siehe Tafel 20 ) 

Radtke, Albert 

vor 1945: Mitarbeiter des SD-Spionageapparates 

nach 1945: Vizepräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz; seit 1966 im Ruhestand 
Reinefarth, Heinz, Dr. 

vor 1945: SS-Gruppenführer (Nr. 56634) und Generalleutnant der Polizei; NSDAP 
(Nr. 1268933); Führer des SS-Oberabschnittes „Warthe" und Höherer SS- und Polizeiführer 
im Wehrkreis XXI (Warthe); 1933 „Rechtsberater" des SS-Abschnittes XII, dessen Führer 
von dem Bach-Zelewski war; mitverantwortlich für die Mordtaten und Zerstörungen in 
Warschau, besonders bei der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes 

nach 1945: Bis 1962 BHE-Landtagsabgeordneter in Schleswig-Holstein; bis 1963 
Bürgermeister von Westerland/Sylt; das 1961 gegen ihn eingeleitete fünfte Verfahren wurde 
Ende 1966 auf Antrag der Flensburger Staatsanwaltschaft wegen Mangels an Beweisen" 
eingestellt; Zeugenaussagen und Auslieferungsanträge aus der VR Polen blieben 
unberücksichtigt; Anfang 1967 Zulassung als Rechtanwalt 

Reinhard, Hellmuth 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 121 174) im RSHA; NSDAP (Nr. 2382157); 
verantwortlich für die Deportation und den Tod von insgesamt 690 norwegischen Juden, die 
er als leitender Mitarbeiter der Gestapo-Stelle Oslo veranlagte 

nach 1945: Unter seinem früheren Namen Patzschke Redakteur, Chefredakteur und 
schließlich Verlagsleiter in Baden-Baden; im Dezember 1964 verhaftet, wegen Ermordung 
eines norwegischen Patrioten verurteilt 

Remold, Josef 

vor 1945: Regimentskommandeur und SS- und Polizeigebietsführer 
nach 1945: Präsident der Bayrischen Bereitschaftspolizei 



112 



Reuscher, Fedor, Dr. 

vor 1945: Oberregierungsrat; Landrat in Königsberg (Kaliningrad); Stellvertreter des 
Generalkommissars für Weißruthenien, Gauleiter Kube; Vertreter des Regierungspräsidenten 
von Litzmannstadt (Lodz) 

nach 1945: Bundesverwaltungsamt; Leiter der Abteilung III; jetzt im Ruhestand 
Rheindorf, Konrad 

vor 1945: Oberstleutnant; la-Offizier beim Stab des SS-Polizeiregiments 26,- 1943 SS-und 
Polizeigebietsführer in Krakau (Krakow) und Lublin 

nach 1945: Stellvertretender Leiter der Landespolizeidirektion Schwaben 

Riedel, Fritz 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Feldgendarmerieführer in Lettland 
nach 1945: Kriminalkommissar in München 
Riese, Werner 

vor 1945: Taktikoffizier in mehreren SS-Einsatzgruppen, Major der Polizei 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Rippich, Friedrich, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 185093); NSDAP (Nr. 2586731); Regierungsrat im 
RMdl; Landrat des Kreises Sieratz bei der Regierung Litzmannstadt (Lodz); tätigte 
Einweisungen in die Konzentrationslager 

nach 1945: In Argentinien untergetaucht; 1954 auf Grund eines Erlasses des damaligen 
Innenministers Schröder über die Verwendung von ehemaligen SS-Leuten im 
Bundesministerium des Innern eingestellt; jetzt Leiter des Referates I B 5; Ministerialrat 

Röhl, Friedrich 

vor 1945: Zuletzt Hauptmann der Gendarmerie; ab Januar 1943 beim Befehlshaber der 
Ordnungspolizei in Riga; NSDAP 

nach 1945: Polizeiamtmann; stellvertretender Leiter der Landespolizeischule Rheinland-Pfalz 
Rohlfs, Willi 

vor 1945: Hauptmann der Gendarmerie; 1942 im Polizeiregiment 17 in der Sowjetunion 
gewütet 

nach 1945: Polizeihauptkommissar; Leiter des Polizeiabschnittes Wesermünde in 
Bremerhaven 



113 



Rösch, Heinrich 

vor 1945: Bezirkshauptmann der Gendarmerie; 1941 als Gendarmerie-Kreisführer in Grodno, 
Bez. Bialystok, tätig; 1943 beim Kommandeur der Ordnungspolizei in Marseille; 1944 bei der 
Gendarmerie-Einsatzabteilung in Thorn (Torun) 

nach 1945: Leiter der Gendarmerie im Kreis Pirmasens; seit August 1964 im Ruhestand 
Rosendahl, Johannes 

vor 1945: SS -Haupts turmfTihrer; Hauptmann der Gendarmerie 

nach 1945: Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeiabschnittes Landkreis Lüchow- 
Dannenberg ( siehe Tafel 20 ) 

Rottach, Josef 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 263 095); SS-Truppenübungsplatz „Kurmark"; NSDAP 
(Nr. 4458951) 

nach 1945: Polizeiobermeister in Speyer 
Rutz, Horst 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer im ukrainischen Schutzmannschaftsbataillon 61 sowie im 
Schutzmannschaftsregiment 57; SS- und Polizeigebietsführer 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 

Sandberger, Martin, Dr. 

vor 1945: SS-Standartenführer (Nr. 272495); NSDAP (Nr. 774980); Stellvertretender 
Gruppenleiter im Amt I/E des RSHA; Leiter des Einsatzkommandos la der Einsatzgruppe A; 
im Dezember 1941 Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Estland 

nach 1945: 1948 zum Tode verurteilt, später begnadigt und entlassen 

Schäfer, Eugen 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo Meißen und von Einsatzgruppen des SD 
nach 1945: Kriminaloberkommissar in Cuxhaven 
Schäfer, Johannes Robert 

vor 1945: SS -Untersturmführer im RSHA; Kripo-Leitstelle Köln 
nach 1945: Kriminalkommissar in Wiesbaden 
Schaefer, Oswald 



114 



vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 272488); NSDAP (Nr. 1772081); Krimmaldirektor, 
Leiter der Gestapo-Leitstelle München und Nachfolger von Wiebens in der Leitung des 
Einsatzkommandos 9, das über 6500 Männer, Frauen und Kinder ermordete 

nach 1945: Im März 1950 in München vor Gericht; Urteil: Freispruch; im zweiten Urteil 2 
Jahre Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft; im Schwurgerichtsverfahren 1966 
in Westberlin erfolgte erneut Freispruch „wegen Mangels an Beweisen" 

Schatteburg, Wolf gang 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 311870); Hauptmann der Schutzpolizei; zeitweise 
Beisitzer des SS- und Polizeigerichts III in Prag; SS- und Polizeigebietsführer in der Ukraine 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 

Schaub, Julius 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 7); NSDAP (Nr. 81); Adjutant Hitlers 

nach 1945: Drogist in Westdeutschland; 1949 von der Anklage wegen Beihilfe zum Mord 
„wegen Mangels an Beweisen" freigesprochen 

Scheffler, Herbert 

vor 1945: Nachrichtenoffizier im RSHA; 1941 beim Beauftragten des Reichsführers SS für 
die Errichtung von SS- und Polizeistützpunkten im neuen Ostraum 

nach 1945: Polizeidirektor in Recklinghausen 

Schindhelm, Hans Gerhard 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 353427),- NSDAP (Nr. 2452706); nach Bradfisch 
und Richter übernahm er den Befehl über das Einsatzkommando 8 in Mogilew 

nach 1945: Im Juli 1961 fand der Prozeß gegen den Leiter des Einsatzkommandos 8, Dr. Otto 
Bradfisch, statt, der wegen Beihilfe zum Mord in 15 000 Fällen zu zehn Jahren Zuchthaus 
verurteilt wurde; Schindhelm blieb unbehelligt 

Schliefke, Waldemar 

vor 1945: Angehöriger von SS-Einsatzkommandos 

nach 1945: Wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt, später zu 25 Jahren 
Freiheitsentzug begnadigt; 1953 vorfristig entlassen; Polizeihauptkommissar in Hof 

Schloemp, Georg 

vor 1945: SS -Untersturmführer (Nr. 424361); Oberleutnant der Feldgendarmerie 
nach 1945: Polizeihauptkommissar bei der Polizeidirektion Hamburg 



115 



Schioer, Hans Karl 

vor 1945: SS-Obersturmführer; Adjutant des Abschnittskommandanten .Reichswerke 
Hermann Gering" 

nach 1945: Hauptkommissar und Stellvertretender Leiter der Polizeidirektion Neumünster 
Schmidle, Adolf 

vor 1945: Major der Polizei; Stabsoffizier „beim Höheren SS- und Polizeiführer" Hannover; 
NSDAP 

nach 1945: Polizeirat in Düsseldorf 
Scholz, Herbert 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 308265); NSDAP (Nr. 2840674); Major der 
Schutzpolizei; SS- und Polizeigebietsführer in Norwegen und Den Haag 

nach 1945: Polizeidirektor in Augsburg 

Schrübbers, Hubert 

vor 1945: Staatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft Hamm/Westfalen; befaßte sich 
hauptsächlich mit Hochverratsprozessen gegen fortschrittliche Kräfte und sprach hohe 
Zuchthausstrafen aus 

nach 1945: Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz 
Schuler, Anton 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 87344); NSDAP (Nr. 1232958); Major der Schutzpolizei; 
1935 Absolvent der SS- Junkerschule in Braunschweig 

nach 1945: Polizeioberkommissar; Leiter des Landespolizeikreiskommissariats Wolf ach in 
Südbaden 

Schüler, Walter 

vor 1945: Offizier bei SD-Einsatzkommandos in Polen 

nach 1945: Vom polnischen Militärgericht verurteilt, 1953 entlassen; Polizeikommissar in 
Ansbach 

Schutz, Erwin 

vor 1945: SS-Brigadeführer (Nr. 107484); Generalmajor der Polizei; Leiter des Amtes I im 
RSHA; 1941 Leiter des SS-Einsatzkommandos 5 der Einsatzgruppe C; NSDAP 
(Nr. 2902238) 

nach 1945: Kaufmännischer Angestellter in Bremen 



116 



Schulze, Albert 

vor 1945: Angehöriger der „SS-Leibstandarte Adolf Hitler" und der Bewachungsmannschaft 
des KZ Sachsenhausen; Einsatz in der „Bandenbekämpfung" innerhalb einer SS-Brigade 

nach 1945: Regierungsamtmann im Verwaltungsamt der hessischen Landespolizei in 
Wiesbaden 

Schwerdt, Otto 

vor 1945: SS-Obersturmführer; seit 1942 im „Sonderverband Friedenthal", ging im 
Dezember 1943 nach Kopenhagen; organisierte den Terror gegen die dänische 
Widerstandsbewegung, führte die von SS-Obergruppenführer Dr. Best angeordneten Morde 
an dänischen Patrioten, u. a. an Kaj Münk, aus (Vergl. Dr. Best, S. 67) 

nach 1945: Tauchte nach einem Gerichtsverfahren 1948 in Kopenhagen in Westdeutschland 
unter 

Seibert, Willi 

vor 1945: SS-Standartenführer (Nr. 272375); NSDAP (Nr. 1886112); Stellvertretender Chef 
des Amtes III des RS HA; Leiter der Einsatzgruppe D in der Sowjetunion 

nach 1945: Zum Tode verurteilt, später begnadigt und 1955 entlassen 

Settels, Franz 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 353 365) im SD-Hauptamt; Gestapo; NSDAP (Nr. 4 189 
335) 

nach 1945: Leiter der Kriminalpolizei in Leverkusen 
Siemens, Karl-Heinz 

vor 1945: SS-Obersturmführer in der „Leibstandarte Adolf Hitler"; war an den berüchtigten 
Verbrechen dieser Einheit beteiligt 

nach 1945: Lebte zunächst unter dem Namen Dr. Kaiser in Westdeutschland; ist jetzt unter 
seinem richtigen Namen Oberregierungsrat der Abteilung III des Bundesamtes für 
Verfassungsschutz 

Siemers, Otto 

vor 1945: Hauptmann der Schutzpolizei und Adjutant beim Polizeipräsidenten im besetzten 
Posen (Poznan) 

nach 1945: Polizeioberrat und Leiter des Kommandos 1 der Führungsabteilung des 
Kommandos der Schutzpolizei in Hamburg 



Sinnhuber, Fritz 



117 



vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 393357) im Hauptamt Ordnungspolizei Berlin; SS- 
Gerichtsoffizier 

nach 1945: Stellvertretender Leiter der Polizeischule Schleswig-Holstein 
Six, Franz, Prof. Dr. 

vor 1945: SS-Oberführer (Nr. 107480) ; NSDAP seit 1930 (Nr. 245670); 1935 Chef des 
Amtes II im Sicherheitshauptamt des Reichsführers SS, später Amt VII des ESHA; 1941 
Leiter des „Vorkommandos Moskau" 

nach 1945: 1948 durch ein amerikanisches Militärgericht zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, 
1951 zu zehn Jahren begnadigt, kurz danach freigelassen; selbständiger Werbekaufmann in 
Westdeutschland; Agent des Bundesnachrichtendienstes 

Skorzeny, Otto 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 295979); NSDAP (Nr. 1083671); RSHA Amt VI; 
Leiter der Gruppe S; Kommandeur des „Sonderverbandes Oranienburg"; Chef einer 
Diversantengruppe an der Ostfront 

nach 1945: Inhaber eines Ingenieur-und Maklerbüros in Madrid; Begründer und Chef der 
nazistischen Geheimorganisation .Die Spinne" 

Staake, Hermann 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 337329); NSDAP seit 1. 9. 1932 (Nr. 1327266); 
Hauptmann der Schupo 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Stadie, Paul 

vor 1945: SS-Obersturmführer,- Oberleutnant der Schutzpolizei; während des Krieges als 
„Feldjäger" tätig 

nach 1945: Polizeihauptkommissar der Polizeidirektion Hamburg 
Steeger, Christian 

vor 1945: Gruppenführer im Polizeiregiment 27 und beim Hl. /Polizeiregiment 15 
nach 1945: Polizeiobermeister in Linz 
Steimle, Eugen Karl 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 272575); Mitarbeiter des Amtes IV/B (Gestapo) des 
RSHA; NSDAP (Nr. 1075555); Führer des SD-Leitabschnittes Stuttgart; 1941 Leiter des 
Einsatzkommandos 7a der Einsatzgruppe B; 1942 Leiter des Einsatzkommandos 4a der 
Einsatzgruppe C 



118 



nach 1945: Zum Tode verurteilt, 1951 begnadigt und kurz darauf entlassen 
Steiner, Felix Martin 

vor 1945: SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS (Nr. 253351); NSDAP 
(Nr. 4264295); Kommandeur von SS-Panzerdivisionen und -korps in der Sowjetunion 

nach 1945: Mitbegründer der SS-Organisation HIAG (inzwischen verstorben) 

Stieler, Adam 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo Liegnitz (Legnica) und eines Einsatzkom-mandos der 
Ordnungspolizei in Lublin 

nach 1945: Oberkreisdirektor und Leiter der Kreispolizeibehörde Monschau 
Stratmann, Johannes 

vor 1945: Hauptmann der Gendarmerie und Führer eines motorisierten 
Feldgendarmerietrupps in der Sowjetunion 

nach 1945: Polizeihauptkommissar im Landkreis Norden in Niedersachsen 
Streckenbach, Bruno 

vor 1945: SS-Gruppenführer (Nr. 14713) und Generalleutnant der Polizei; NSDAP 
(Nr. 489972); Chef des Amtes I des RSHA; Kommandeur der 19. Lettischen SS- 
Grenadierdivision, Kommandeur der 8. SS -Kavalleriedivision 

nach 1945: Für seine Verbrechen in der Sowjetunion zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt, 
als nichtamnestierter Kriegsverbrecher an die Bundesrepublik übergeben, dort auf freien Fu§ 
gesetzt; kaufmännischer Angestellter in Hamburg 

Strübing, Johann 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer im Amt IV (Gestapo) des RSHA; an Mißhandlungen und 
Folterungen antifaschistischer Häftlinge beteiligt 

nach 1945: Mitarbeiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz; eingesetzt als Spitzel gegen 
aufrechte westdeutsche Gewerkschafter 

Terree, Werner 

vor 1945: Leutnant der Schutzpolizei; 1944 Offizier im H./SS-Polizeiregiment 2 in Bialystok 
nach 1945: Polizeihauptkommissar; Leiter des Abschnittes Landkreis Osnabrück 
Tezlaff, Otto 

vor 1945: SS-Staffelanwärter; 1939 in die Stuttgarter Gestapo übernommen 



119 



nach 1945: Kriminalpolizeimeister bei der Landeskriminalbehörde in Niedersachsen 
Thümmler, Johannes, Dr. 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 323711); NSDAP (Nr. 1425547); Oberregierungsrat 
im RSHA; Leiter der Gestapo-Leitstellen Dresden, Chemnitz und Kattowitz (Katowice); 
Leiter des Einsatzkommandos 16 der Einsatzgruppe E in Südosteuropa 

nach 1945: Leitender Angestellter eines optischen Werkes in Oberkochen (Zeiß-Stiftung); 
Entlastungszeuge im Auschwitz-Prozeß 

Toyka, Rudolf, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat beim Reichsstatthalter in Posen (Poznan), Verbindungsmann zur 
Gestapo und zum SD; später Sicherheitsbeauftragter beim Generalgouverneur 

nach 1945: Im Bundesinnenministerium Stellvertreter des Leiters der Abteilung VI 
(Öffentliche Sicherheit); Leiter der Unterabteilung für Staats- und Verwaltungsrecht; in 
Prozessen gegen fortschrittliche Organisationen (KPD, VVN) als Vertreter des 
Bundesinnenministeriums aufgetreten; an der „Nacht- und Nebelaktion" gegen das 
westdeutsche Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" beteiligt; sollte auf Grund dessen am 
1.8.1964 von seinem Amt entbunden werden; avancierte statt dessen zum Stellvertreter des 
Leiters der Abteilung I; gehört jetzt als Leiter des Planungsstabes zur unmittelbaren 
Führungsspitze des BMdl; Ministerialdirigent 

Trimborn, Curt 

vor 1945: SS-Obersturmführer (Nr. 2558); NSDAP (Nr. 175815); als Leiter eines 
Sonderkommandos in Krasnodar an der Ermordung von 214 Zöglingen eines sowjetischen 
Kinderheimes beteiligt 

nach 1945: Lebt unbehelligt in Wuppertal 

Trossmann, Hans 

vor 1945: 1940 bis 1945 beim Reichskommissar für die Preisbildung; 1942 in der Ghetto- 
Verwaltung von Litzmannstadt (Lodz) tätig und für seine dortige Tätigkeit zum 
Oberregierungsrat befördert 

nach 1945: Seit 1947 führend in der CSU tätig; seit 1953 Direktor des westdeutschen 
Bundestages 

Ulrich, Fritz 

vor 1945:1933 Mitarbeiter der Gestapo; 1939 beim SD in Linz 

nach 1945: Verwaltungsleiter bei der Landeskriminalpolizei in Niedersachsen 



Unger, Walter 



120 

vor 1945: Ausbildungsoffizier im Polizeibataillon Recklinghausen, späteres Mordbataillon 
316; 1943 beim SS-Polizeiregiment Griese 

nach 1945: Polizeirat in Köln 

Volkmann, Heinz 

vor 1945: Leiter der Gestapo-Stelle Elbing 

nach 1945: Kriminaloberkommissar bei der politischen Polizei in Stuttgart 
Voss, Ludwig 

vor 1945: Bis 1939 SD in Magdeburg; gehörte später der geheimen Feldpolizei an 
nach 1945: Kriminalkommissar in Lüneburg 
Wachtendong, Walter 

vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeibeamter in Reckimghausen 
Wagner, Wilhelm 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; als Mitarbeiter der Gestapo-Stelle Oslo mitverantwortlich 
für die Verbrechen an 690 jüdischen Bürgern 

nach 1945: Lebt unbehelligt in Bonn 

Waldbillig, Hermann 

vor 1945: Leiter des Judendezernats in der Gestapo-Dienststelle Düsseldorf; 1930 NSDAP 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Köln 
Weber, Friedrich 

vor 1945: SS-Sturmbannführer im RSHA; 1933 NSDAP 

nach 1945: Kriminaldirektor im Innenministerium von Nordrhein- Westfalen 

Wehner, Bernhard, Dr. 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Kriminalkommissar im Amt V des RSHA; an der 
Tötung von sowjetischen Kriegsgefangenen im KZ Buchenwald beteiligt 

nach 1945: Leiter der Düsseldorfer Kriminalpolizei 

Weigold, Hermann 



121 



vor 1945: SS -Haupts turmführer beim SS- und Polizeigebietsführer in Holland 
nach 1945: Polizeikommissar in Stuttgart; seit Juli 1967 im Ruhestand 
Wendt, Erich 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Kompanieführer beim Polizei-Freiwilligenregiment 2 
nach 1945: Polizeihauptkommissar in Essen 
Wenzel, Erich 

vor 1945: Nahm 1942 als SS-Angehöriger an Judenerschießungen in Shitomir teil 
nach 1945: Kriminalsekretär in Essen 
Wenzky, Oskar, Dr. 

vor 1945: Kriminalkommissar beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD in Den 
Haag; erhielt persönliches Anerkennungsschreiben von Himmler 

nach 1945: Landeskriminaldirektor in Düsseldorf; Beauftragter für Kriminalistik an der 
Universität in Köln; Mitherausgeber der Zeitschrift „Die Polizei", die sich besonders für die 
Einführung der Notstandsgesetze einsetzt 

Wicke, Oswin 

vor 1945: Führer von SS-Einsatzkommandos 

nach 1945: In der Sowjetunion als Kriegsverbrecher verurteilt; Polizeirat bei der 
Landespolizeibehörde Hannover 

Wilhelm, Georg 

vor 1945: SS- und Gendarmerieunterführer; Mitglied der SA und der NSDAP seit 1929 
nach 1945: Polizeiobermeister in Kassel 
Winkelmann, Otto 

vor 1945: SS-Gruppenführer (Nr. 308238) und Generalleutnant der Polizei; NSDAP 

(Nr. 1373131); Leiter des Kommandoamtes des Hauptamtes Ordnungspolizei; Höherer SS- 

und Polizeiführer in Ungarn 

nach 1945: Ratsherr in Kiel; Vorsitzender der Vereinigung ehemaliger Polizeioffiziere; erhält 
eine Generalspension von über 1700 Mark monatlich 

Wittmann, Max 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 309825); NSDAP (Nr. 5063331); SS- und 
Polizeigebietsführer in Litzmannstadt (Lodz); Major der Schutzpolizei 



122 



nach 1945: Polizeioberrat in Hamburg 
Wohlauf, Julius 

vor 1945: SS-Hauptsturmführer und Kompaniechef in Krakau (Krakow); 1943 Il./SS- 
Polizeiregiment 7 Oslo 

nach 1945: Polizeihauptkommissar in Hamburg 
Wolff, Karl 

vor 1945: SS-Obergruppenführer (Nr. 14235) und General der Waffen-SS; NSDAP 

(Nr. 695131); „Chef Persönlicher Stab Reichsführer SS"; Höchster SS- und Polizeiführer in 

Italien; Verbindungsoffzier des Reichsführers SS zum „Führer" 

nach 1945: Bis 1962 Generalspensionär am Starnberger See; 1964 wegen der Ermordung von 
über 300000 Juden zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt 

Wolschina, Wilhelm 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Hauptmann der Gendarmerie; war unter anderem in 
Brunn (Brno) und Tabor tätig 

nach 1945: Polizeihauptkommissar und Leiter des Polizeikommissariats Offenbach 
Wurbs, Alfred 

vor 1945: SS-Offizier des SD; Angehöriger des Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei in 
Kristiansand/Norwegen; beteiligt an der Zusammenstellung von Transporten norwegischer 
Juden in die Vernichtungslager 

nach 1945: Wurde mit Wissen der Bundesregierung bis 1956 im Bundesamt für 
Verfassungsschutz unter Decknamen beschäftigt, arbeitet jetzt dort unter seinem richtigen 
Namen als Gruppenleiter in der Zentralabteilung V 

Zapf, Willi 

vor 1945: Angehöriger der SS-Bewachungsmannschaft im KZ Sachsenhausen und Auschwitz 
(Oswiecim) 

nach 1945: Sachbearbeiter im Verwaltungsamt der hessischen Landespolizei in Wiesbaden 
Zech-Nenntwich, Hans-Walter 
vor 1945: SS-Obersturmführer 

nach 1945: Wegen Beihilfe zum Mord an polnischen Juden im April 1964 zu vier Jahren 
Zuchthaus verurteilt 



Zietlow, Fritz 



123 



vor 1945: SS -Hauptsturmführer im Amt VI des RSHA; Schriftleiter und Regierungsrat im 
Propagandaministerium; NSDAP (Nr. 36519); SS (Nr. 6126) 

nach 1945: Schriftleiter und Korrespondent in Hamburg- Volksdorf 

Zillmann, Kurt 

vor 1945: Kriminalrat im Reichssicherheitshauptamt; besuchte die Führerschule des RSHA; 
dann Einsatz in Luxemburg; anschließend mit der Leitung der Kriminalpolizeistelle Trier 
betraut 

nach 1945: Oberregierungs- und Kriminalrat; Leiter der Abt. I 40 (Pol. Abt. Kripo) im 
Innenministerium Schleswig-Holstein; damit gleichzeitig Leiter des Landes-kriminalamtes 

Zirpins, Walter, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 342009); Kriminaldirektor im Amt IV (Gestapo) des 
RSHA; Einsatz bei der „Endlösung der Judenfrage" in Warschau und Litzmannstadt (Lodz) 

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Landeskriminalamtes von Niedersachsen 



Angehörige der Gestapo, des SD und der SS in der 

Westberliner Polizei 

Altmann, Johannes 

vor 1945: Kriminalsekretär im Amt IV A 3 des RSHA; 1933 NSDAP (Nr. 2579 426) 
nach 1945: Übt die gleiche Dienststellung als Kriminalsekretär aus 
Anton, Max 

vor 1945: 1933 Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Birr, Franz 



124 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Oberleutnant der Schutzpolizei und KompaniefTihrer der 
faschistischen Ordnungspolizei in Graudenz (Grudziadz) 

nach 1945: Polizeihauptkommissar 

Bosfeld, Walter 

vor 1945: SS-Obersturmführer (Nr. 254223); Adjutant beim SS- und Polizeiführer in 
Dnjepropetrowsk, später beim Polizei- Wachbataillon in Dänemark; Führer in der 1. SS- 
Totenkopf Standarte „Oberbayern" im KZ Dachau 

nach 1945: Zugführer im Einsatzkommando der Polizeiinspektion Westberlin-Steglitz ( Siehe 
Tafel 21 ) 

Burkhardt, Martin 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo-Leitstelle Berlin; 1943 bis 1945 in Norwegen 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Durek, Josef 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Polizeiangestellter 
Ebel, Rudolf 

vor 1945: Angehöriger der SS; Kriminaloberassistent bei der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Polizeiangestellter 
Emmersleben, Erich 

vor 1945: Seit 1938 bei der Staatspolizeileitstelle Berlin; Kriminaloberassistent 
nach 1945: Mitarbeiter der Westberliner Kriminalpolizei 
Gabriel, Kurt 

vor 1945: Polizeiassistent in der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Regierungsinspektor 
Gehrmann, Kurt 

vor 1945: Kommandeur des I./SS-Poli-zeiregiments 4; beteiligte sich u. a. an 
Judenverfolgungen 



125 



nach 1945: Vom sowjetischen Militärgericht zu 25 Jahren Freiheitsentzug verurteilt; 1955 
den Westberliner Behörden zur weiteren Strafverbüßung übergeben; dort jedoch als 
Kommissar in die Westberliner Polizei eingestellt 

Götsche, Ernst 

vor 1945: SS-Obersturmführer in einer SS-Polizeidivision 

nach 1945: Polizeihauptkommissar im Einsatzkommando in Westberlin-Charlottenburg 
Graurock, Wilhelm 

vor 1945: SS -Haupts turmfTihrer; beging Kriegsverbrechen in der Sowjetunion, in Kroatien 
und Dänemark 

nach 1945: Hauptinspektor beim Kommando der Westberliner Schutzpolizei 
Groß, Gerhard 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 422185); Kommandeur in der 4. SS- 
Polizeipanzergrenadierdivision ; 

nach 1945: Leiter der Verkehrsstaffel Nord 

Günther, Johannes 

vor 1945: Kriminal Oberassistent bei der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Haak, Wilhelm 

vor 1945: Kriminalsekretär im Amt IV/A 4 des RS HA 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Hartmann, Willi 

vor 1945: Kompaniechef und Bataillonskommandeur im SS-Polizeiregiment 15; Einsatz 
gegen Juden in der Sowjetunion; 1944 Leiter des II. Bataillons, das in Italien den SS- 
Einheiten des SS-Brigadeführers Zimmermann unterstand 

nach 1945: Polizeihauptkommissar der Westberliner Schutzpolizei 

Hayn, Wilhelm (früherer Name Wojtecki) 

vor 1945: 1937 bis 1945 Kriminalsekretär und SS -Untersturmführer im RSHA 
nach 1945: Kriminalobersekretär 



Helbing, Willi 



126 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo 
nach 1945: Polizeiinspektor 
Herden, August 

vor 1945: Polizeisekretär imAmtIV/E2 des RS HA 
nach 1945: Kriminalbeamter 
Heublein, Adolf 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo 
nach 1945: Kriminalkommissar 
Hild, Hermann 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer der Waffen-SS (Nr. 326677) 

nach 1945: Polizeikommissar der Polizeiinspektion Westberlin-Tempelhof 

Holzhäuser, Walter 

vor 1945: Angehöriger des RSHA und Kriminalassistent der Gestapo 
nach 1945: Kriminalobersekretär 
Huhn, Kurt 

vor 1945: 1943 Hauptmann und Kompaniechef des SS-Polizeiregiments 14; Adjutant beim 
Befehlshaber der Ordnungspolizei in Kroatien; beteiligt an Verbrechen gegen Polen, Juden 
und Jugoslawen 

nach 1945: Polizeioberrat; Gruppenkommandeur für den US-Sektor in Westberlin 
Jaeger, Augustinus 

vor 1945: SS-UntersturmfüTirer und Polizeiobersekretär der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Polizeiobersekretär 
Johanningmeier, Wilhelm 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer (Nr. 313901); Major der Schutzpolizei; Angehöriger der 
Feldgendarmerie; Kommandeur des Ill./Polizeiregiments 9 in der Sowjetunion; NSDAP 
(Nr. 1169368) 

nach 1945: Polizeikommissar; Reviervorsteher der Polizeiinspektion Westberlin-Tiergarten 
Jungnickel, Helmut 



127 



vor 1945: Polizeiobersekretär im Amt IV/C2 des RSHA; vorübergehend bei der Polizei in 
Litzmannstadt (Lodz) 

nach 1945: Polizeisekretär 

Kamptz, Immanuel von 

vor 1945: Freiwilliger der Waffen-SS; Hauptmann der Schutzpolizei 

nach 1945: Polizeikommissar, z b. V.Mann der Inspektion Westberlin-Kreuzberg 

Kania, Josef 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Kirsch, Georg 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer und Hauptmann der Schutzpolizei; Angehöriger der SS- 
Freiwilligen-Division „Prinz Eugen", die an Verbrechen gegen jugoslawische Bürger beteiligt 
war 

nach 1945: Kommandeur des Einsatzkommandos der Inspektion Wilmersdorf 
Kleist-Bornstedt, Artur von 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 340713); Major der Schutzpolizei, Stab des SS- 
Oberabschnitts Fulda- Werra 

nach 1945: Polizeikommissar, Leiter des Polizeireviers 122 
Kohlmorgen, Hans- Joachim 

vor 1945: SS-Obersturmführer; Leiter einer Gendarmeriehauptmannschaft; beteiligt an 
Massenerschießungen der Zivilbevölkerung in Mosyr und Umgebung (UdSSR) 

nach 1945: Polizeioberrat in der Inspektion Westberlin-Charlottenburg 

Kramer, Otto 

vor 1945: Angehöriger der SS, Einsatzkommando III Kroatien 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Krumholz, Kurt 

vor 1945: SS-Sturmbannführer (Nr. 493015); NSDAP (Nr. 4313349); Stabsführer beim 
Höheren SS- und Polizeiführer in Ungarn 

nach 1945: Leiter des Einsatzkommandos der Polizeiinspektion Westberlin-Charlottenburg 



128 

Mehl, Gerhard 

vor 1945: Kriminalsekretär bei der Gestapo; 1933 NSDAP 
nach 1945: Kriminalobersekretär bei der Kriminalpolizei 
Menzel, Hubert 1 

vor 1945: Angehöriger des Einsatzkommandos 8 
nach 1945: Polizeimeister in Westberlin-Spandau 
Nawrot, Hans 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo 
nach 1945: Kriminalbeamter 
Neumann, Kurt 

vor 1945: Angehöriger des SD und der Gestapo-Leistelle Berlin und Königsberg 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Paetzold, Erich 

vor 1945: Angehöriger des SS-Polizeiregiments 4; beteiligt am sogeannten Bandenkampf; 
Major der Schutzpolizei 

nach 1945: Angehöriger der Westberliner Polizei 
Paulie, Reinhold 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo 
nach 1945: Kriminaloberassistent 
Remer, Willi 

vor 1945: SS-Obersturmführer im Amt IV/C 4 des RSHA 
nach 1945: Polizeioberinspektor 
Rossbach, Hermann 

vor 1945: Angehöriger der 1. SS-Brigade 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Samuel, Hermann 



129 

vor 1945: Polizeiinspektor und SS -Haupts turmfTihrer im RSHA, Amt IV/C 1, zuletzt Amt 
IV/F 5; Stellvertretender Referatsleiter 

nach 1945: Polizeiinspektor 

Schild, Karl 

vor 1945: Angehöriger der Gestapo-Leitstelle Berlin; Kriminalsekretär 
nach 1945: Polizeisekretär 
Schitnkat, Hellmut 

vor 1945: Oberleutnant der Schutzpolizei und SS-Hauptsturmführer Nr. 46052) 
nach 1945: Polizeiinspektor 
Schulz, Karl 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer im Führerbegleitkommando 

nach 1945: Leiter des Einsatzkommandos der Inspektion Westberlin-Tiergarten 

Sommer, Ferdinand 

vor 1945: Kriminal Oberassistent im Amt IV/A 1 des RSHA 
nach 1945: Kriminalsekretär 
Sperber, Paul 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Angehöriger der Gestapo und des SD; NSDAP 
nach 1945: Kriminalrat, Leiter der Kriminalinspektion Westberlin- Wilmersdorf 
Stubbe, Erwin 

vor 1945: 1934 Eintritt in die Gestapo; zuletzt Polizeioberinspektor in der Gestapo-Stelle 
Berlin 

nach 1945: Polizeioberinspektor 
Togotzes, Werner 

vor 1945: SS- Hauptsturmführer; SD-Hauptamt 
nach 1945: Leiter der Kriminalgruppe Nord 
Uhden, Johannes (bis 1942 Urbanowicz) 



130 



vor 1945: SS -Hauptsturmführer (Nr. 323863); NSDAP (Nr. 5507790) seit 1.3.1938; er war 
Angehöriger der „Leibstandarte SS Adolf Hitler"; danach im Stab der Ordnungspolizei tätig; 
bis 1942 gehörte er verschiedenen SS-Polizeidivisionen an; 1943 wurde er Kommandeur 
eines SS-Panzerausbildungsbataillons; letzter Polizeidienstgrad: Hauptmann der Schupo 

nach 1945: Stellvertreter des Leiters der Schutzpolizei-Einsatzkommandos Westberlin- 
Tiergarten 

Wassenberg, Hans 

vor 1945: SS-Sturmbannführer im Amt IV/K 1 des RS HA (Nr. 280100); NSDAP 
(Nr. 1772317) 

nach 1945: Polizeibeamter 

Werner, Hans-Ulrich 

vor 1945: Bereits 1936 in der faschistischen Polizei; 1943 Hauptmann der Gendarmerie und 
Kompanieführer der berüchtigten Sondereinheit „Bürger"; diese war maßgeblich an der 
Austreibung und Massenvernichtung von Sowjetbürgern beteiligt; Ende 1944 bis Kriegsende 
1. Stabsoffizier beim SS- und Polizeiführer Oberitalien-Mitte; verantwortlich für die 
Ausarbeitung der Operationen der Gendarmerie- und Polizeikommandos gegen die 
Zivilbevölkerung 

nach 1945: Polizeioberrat; stellvertretender Leiter des Polizeiinstituts Hiltrup; jetzt 
Kommandeur der Westberliner Schutzpolizei; Mitherausgeber der Zeitschrift „Die Polizei" 

Wittek, Josef 

vor 1945: Kriminalassistent in der Gestapo-Leitstelle Berlin 
nach 1945: Kriminalassistent 



Die Auferstehung der Terrorjustiz 

• Bonns Recht fußt auf Nazi-Unrecht 

o Der Verfasser ist Bonns Ministerialdirektor 
o 80000 Todesurteile 

o Säuberung der Justiz - verbindliche Pflicht 



o DDR schuf Ordnung 

o Umfassende Rechtshilfe 

o Bonn schützt die Mörder 

o Lohn des Verbrechens 

o Hitlers Sonder gerichte als Vorbild 

o 200000 politische Verfahren 

o Das neue Strafgesetzbuch - ein Nazi-Gesetz 

o Diktatur-Spezialisten schufen Notstandsgesetze 

o KZ-Mörder und Gestapo-Spitzel erteilt Generalamnestie 

Sie fällten Bluturteile 

o Berthold. Wolfgang: Todesstrafe für ein Liebesverhältnis 

o Daily. Karl: Konstruierte Mordversuch 

o Dreher. Eduard: Schärfer als das Sondergericht 

o Felmy. Heimfried: Die Gestapo war ihm zu mild 

o Ganser. Josef: Todesstrafe, weil sie ein Kind beherbergte 

o Hoogen. Matthias: Durchhaltepolitiker des totalen Krieges 

o Hüpers. Franz: Todesstrafe wegen Verteidigung und Notwehr 

o Krebs. Heinrich: Todesstrafe für den, der die Wahrheit suchte 

o Liebau: Todesstrafe auf Verdacht 

o Meusel. Johannes: Todesstrafe, weil sie sich Eßwaren beschafften 

o Neidhard. Friedrich: Todesstrafe wegen patriotischer Haltung 

o Ottersbach. Karl-Heinz: Juden der Gestapo ausgeliefert 

o Rhode. Werner: Todesstrafe als „Abschreckung" 

o Schule. Erwin: Verurteilter Kriegsverbrecher wurde Bonner Nazi-.. Jäger" 

Ein feingesponnenes Netz 

o Der Oberlandesgerichtsbezirk Hamm 

o Terrorrichter amtieren in Dortmund. . . 

o ...in Bielefeld ... 

o ...in Bochum ... 

o ...in Münster ... 

o ...und in Hamm 

o Ein unheilvoller Verstoß 

Nazi-Juristen prägen die Bonner Justiz (Namenliste) 



Nazi-Juristen in Westberlin (Namenliste) 



132 



Bonns Recht fußt auf Nazi-Unrecht 

Auch die Justiz war eines der grausamen Terrorinstrumente des „Dritten Reiches". Sie half 
mit ihren Mitteln, der reaktionären faschistischen Unterdrückung im Innern und der 
aggressiven Politik nach außen den Weg zu ebnen. Nachdem die Nazi-Diktatur errichtet 
worden war, begann die Justiz mit der Verfolgung der Hitlergegner aller 
Bevölkerungsschichten und Weltanschauungen. Die in den Jahren 1933/34 erlassenen 
Verordnungen und Gesetze boten den NS-Juristen eine willkommene Handhabe, jeden 
Widerstand gegen die Tyrannei blutig zu unterdrücken. Es sei an solche Gesetzesmachwerke 
erinnert, wie 

• die „Verordnung gegen den Verrat am Deutschen Volk und hochverräterische 
Umtriebe" vom 28. Februar 1933, 

• die „Verordnung zur Beschleunigung des Verfahrens in Hochverrats- und 
Landesverratssachen" vom 18. März 1933, 

• die „Verordnung zur Abwehr heimtückischer Angriffe gegen die Regierung der 
nationalen Erhebung" vom 21. März 1933, 

• die „Verordnung über die Bildung von Sondergerichten" vom 21 . März 1933, 

• die „Verordnung über die Zuständigkeit der Sondergerichte" vom 6. Mai 1933, 

• das „Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe" vom 29. März 1933, 

• das „Gesetz zur Abwehr politischer Gewalttaten" vom 4. April 1933, 

• das „Gesetz zur Gewährleistung des Rechtsfriedens" vom 13. Oktober 1933, 

• das „Gesetz zur Änderung von Vorschriften des Strafrechts und Strafverfahrens" vom 
24. April 1934, 

• das „Heimtückegesetz" vom 20. Dezember 1934, 

• das „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der 
Sicherung und Besserung" vom 24. November 1933. 

DER VERFASSER IST BONNS MINISTERIALDIREKTOR 

Der Mann, der damals am Entstehen dieser Mordgesetze maßgeblich mitwirkte, 
Regierungsrat im Nazi- Justizministerium Dr. Josef Schafheutie, nutzt seine Erfahrungen heute 
als Ministerialdirektor im Bundesjustizministerium. Er kommentierte seine Machwerke 
triumphierend: „Die wichtigste Änderung ist die Verschärfung der Strafen. " (Die 
Strafgesetznovellen von 1933 und 1934, Berlin 1934, S. 137) 

Schafheutie sollte recht behalten: Abertausende deutscher Antifaschisten wurden auf Grund 
dieser Gesetze eingekerkert, in Konzentrationslager verschleppt, dem Henker übergeben oder 
in den Gestapo-Kellern zu Tode gefoltert. 

Mit Hilfe der „Verordnung über die Bildung von Sondergerichten" und des .Gesetzes zur 
Änderung von Vorschriften des Strafrechts und des Strafverfahrens" wurde in Deutschland in 
Form des berüchtigten Volksgerichtshofes und der Sondergerichte ein ganzes Netz von 
Ausnahmegerichten zur Terrorisierung der Bevölkerung geschaffen. 



133 



Schon vor bzw. sofort nach der Okkupation der Nachbarstaaten des faschistischen 
Deutschlands wurden neue Terrorgesetze gegen die deutsche Bevölkerung und gegen die 
unterdrückten Völker erlassen, die ausnahmslos den Vernichtungszielen der Nazis gegen 
Andersdenkende, gegen andere Völker und Rassen untergeordnet waren. Es waren solche 
Gesetze, wie 

• die „Volksschädlingsverordnung" vom 5. September 1939, 

• die „Kriegssonderstrafrechtsverordnung" vom 17. August 1938, 

• die „Gewaltverbrecherverordnung" vom 5. Dezember 1939, 

• die „Verordnung des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren gegen 
Sabotagehandlungen" vom 26. August 1939, 

• das „Gesetz zur Änderung von Vorschriften des allgemeinen Strafverfahrens, des 
Wehrstrafverfahrens und des Strafgesetzbuches" vom 16. September 1939, 

• die „Verordnung über die Strafrechtspflege gegen Polen und Juden" vom 
4. Dezember 1941, 

• die „Verordnung des Militärbefehlshabers in Belgien und Nordfrankreich" vom 
13. Juni 1940, 

• der „Erlaß über die Ausübung der Wehrmachtsgerichtsbarkeit in Dänemark gegen 
Personen nichtdeutscher Staatsangehörigkeit" vom 1. August 1940, 

• die „Verordnung über das Verbot der politischen Parteien in Norwegen" vom 
25. September 1940, 

• die „Verordnung über das Verbot der Betätigung zugunsten des norwegischen 
Königshauses" vom 7. Oktober 1940, 

• die „Verordnung des Reichskommissars der besetzten norwegischen Gebiete über den 
zivilen Ausnahmezustand" vom 31. Juli 1941, 

• der „Nacht- und Nebelerlaß" vom 7. Dezember 1942 usw. 

Diese Zwangs- und Terrorgesetze waren weitgehend „rechtliche" Grundlagen für die 
Tätigkeit der nazistischen Ausnahmegerichtsbarkeit: Diese bestand aus: 

• den Sondergerichten, die nach der „Verordnung über die Bildung der Sondergerichte" 
vom 21. März 1933 in jedem Oberlandesgerichtsbezirk Deutschlands geschaffen 
wurden, 

• dem „Volksgerichtshof, der - wie bereits erwähnt - auf der Grundlage der 
„Strafgesetznovellen" Schafheuties entstand, 

• den Kriegsgerichten, die durch Gesetz der Hitlerregierung vom 12. Mai 1933 wieder 
eingeführt wurden, 

• dem Reichskriegsgericht, oberstes Wehrmachtsgericht, das am 26. Juni 1936 seine 
Tätigkeit aufnahm, und den berüchtigten 

• „Standgerichten", die auf „Befehl des Führers" durch „Verordnung des 
Reichsjustizministers" während des Krieges aufgebaut wurden. 

Die Sondergerichte hatten das Ziel, zunächst alle Hitlergegner mundtot zu machen, um durch 
„Friedhofsruhe" im Innern die Aggression nach außen vorbereiten zu können. Die 
Angeklagten waren praktisch aller Rechte beraubt. 

Diesen Charakter der Sondergerichte bestätigte das Reichsgericht in einer Entscheidung vom 
9. November 1938 - Aktenzeichen 5 T 537/38 -, wo es heißt, daß die Sondergerichte „nicht 
nur ihrem Namen, sondern auch ihrem Wesen nach außerhalb der öffentlichen 
Gerichtsbarkeit stehende Gerichte " seien. 



134 



Wolfgang Idel, heute Landgerichtsdirektor in Krefeld, schrieb in seiner Dissertation „Die 
Sondergerichte für politische Strafsachen", Freiburg 1935, auf Seite 36, daß die Aufgabe 
dieser Gerichte darin bestehe, „die Gegner des 3. Reiches, hauptsächlich Kommunisten und 
Sozialdemokraten, vollständig auszurotten". 

Zu ähnlichen Schlußfolgerungen kamen in ihren Dissertationen Robert Fuchs, .Die 
Sondergerichtsbarkeit in Deutschland", Tübingen 1937, und Adolf Schlesinger, „Die 
Entwicklung der deutschen Gerichtsorganisation seit 1879", Jena 1938. 

Aus der Aufgabenstellung für diese Terrorgerichte geht hervor, daß die Richter und 
Staatsanwälte die bewährtesten und rücksichtslosesten Faschisten gewesen sind. 

Nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Nachbarstaaten wurden in fast allen 
okkupierten Ländern unter Mißachtung der Haager Landkriegsordnung Sondergerichte 
gebildet. Sie verwirklichten mit den Mitteln der „Rechtsprechung" die hitlerschen und 
himmlerschen Ausrottungsbefehle. 

Die grauenvollste Bilanz weisen die Nazi-Sondergerichte in Polen aus. Auf der Grundlage der 
berüchtigten Polen-Strafrechtsverordnung wurden Tausende polnische Bürger dem Schafott 
ausgeliefert, nur weil sie sich zu Polen bekannten, weil sie sich der Aushungerungspolitik 
widersetzten oder weil sie durch die globkeschen Volkslistenrichtlinien als „unwertes Leben" 
gestempelt wurden. 

Die Sondergerichte, die zunächst zur Aburteilung politischer „Delikte" geschaffen wurden, 
verhängten unter den Bedingungen des totalen Krieges in Deutschland sowie in den 
okkupierten Staaten wegen unbedeutender Verfehlungen, z.B. geringfügigen 
Lebensmitteldiebstahls, der in zivilisierten Ländern als Mundraub unbestraft bleibt, 
Todesstrafen. 

Der Volksgerichtshof wurde 1934 gebildet und war zunächst für Hoch- und 
Landesverratssachen zuständig. Der Aufbau des Volksgerichtshofes läßt klar erkennen, daß er 
ein wesentlicher Bestandteil der Sondergerichtsorganisation des faschistischen Staates war. 
Sichtbar zum Ausdruck kommt das darin, daß die Mitglieder des Volksgerichtshofes von 
Hitler persönlich ernannt wurden, und die übrigen Mitarbeiter des Volksgerichtshofes von 
dem Reichsminister der Justiz. Neben den Berufsrichtern waren in jedem Senat Vertreter der 
Nazi-Partei und der faschistischen Wehrmacht als „Fachrichter" zugegen. 

Der Volksgerichtshof wurde besonders berüchtigt unter dem Vorsitz des Blutjuristen Freisler 
und durch Verfahren gegen solche aufrechte Deutsche wie Lieselotte Hermann, Judith Auer, 
Werner Seelenbinder, Anton Saefkow, Franz Jacob, Hilde und Hans Coppi, Georg Schumann, 
Bernhard Bästlein, Adam Kuckhoff sowie den tschechoslowakischen Patrioten und 
Journalisten Julius Fucik. Auch die Verfahren gegen die Beteiligten des Offiziersaufstandes 
vom 20. Juli 1944 vor dem Volksgerichtshof lenkten das Augenmerk der Weltöffentlichkeit 
auf dieses oberste Blutgericht. 

Eine ähnliche Ausnahme Justiz wie die faschistischen Sondergerichte und der 
Volksgerichtshof war die Kriegsgerichtsbarkeit der Nazi- Wehrmacht. Sie wurde fast zu 
gleicher Zeit wie die Sondergerichte eingeführt. Als oberstes Wehrmachtsgericht fungierte ab 
26. Juni 1936 das Reichskriegsgericht. Die Wiedereinführung der Kriegsgerichte in 
Friedenszeiten beweist unter anderem, daß die Nazis vom ersten Tage ihrer Herrschaft im 
Jahre 1933 an einen Krieg gegen die europäischen Völker vorbereiteten; denn die 



135 



Kriegsgerichte wurden geschaffen, um den Aufbau der Angriffsarmee gegen alle 
„zersetzenden" Ideen der Demokratie und des Friedens abzusichern. Das wird noch dadurch 
unterstrichen, daß bereits am 17. August 1938 die „Verordnung über das militärische 
Strafverfahren im Kriege und bei besonderem Einsatz" und die berüchtigte „Verordnung über 
das Sonderstrafrecht im Kriege und bei besonderem Einsatz" erlassen wurden. 

Während des Krieges maßten sich die Kriegsgerichte Hitlers zudem in einigen okkupierten 
Staaten, wie Holland, Belgien, Frankreich, Norwegen und Dänemark, die Rolle von 
Sondergerichten gegen die Zivilbevölkerung an. Auch in der Tschechoslowakei und in Polen 
wüteten sie vor der Einrichtung der Sondergerichte gegen Zivilisten. 

80000 TODESURTEILE 

Dieses finsterste Kapitel deutscher Justizgeschichte leitete der damalige Staatssekretär des 
Nazi- Justizministeriums, Dr. Roland Freisler, am 24. Oktober 1939 auf einer Tagung der 
Sondergerichts-Vorsitzenden und Sachbearbeiter für Sondergerichts- Sachen im Nazi- 
Justizministerium mit diesen Worten ein: 

„Das Verfahren der Strafrechtspflege gestaltet er (der Gesetzgeber - d. Hrsg.) zu einem 
überlegen zu handhabenden Schwert in der Hand des Richters ... daneben gestattetet (der 
Gesetzgeber - d. Hrsg.), wo es irgend erforderlich ist, ein Hinausgehen über den allgemeinen, 
als angemessen angesehen gewesenen Strafrahmen, oft bis zur Todesstrafe... Der 
Gesetzgeber tut dies und tut es weiter. " Im selben Atemzuge kam er zu der Feststellung: 
„Entscheidend aber ist, daß die Strafrechtspflege es tut! Daß sie es will, ist 
selbstverständlich. Daß sie es tut, aber ist entscheidend. " 

Sie haben es getan. Sie haben ihre Aufgabe als „Standgerichte der inneren Front" - wie der 
Nazi- Justizminister Thierack die Sondergerichte in einem Schreiben vom 5. Juli 1943 an die 
Oberlandesgerichtspräsidenten und Generalstaatsanwälte nannte - mit höchster Präzision 
erfüllt. Ihre grauenvolle Bilanz nach unvollständig erhalten gebliebenen Statistiken: etwa 
50000 Todesurteile. Dazu kommen von den Kriegsgerichten über 25000 weitere Todesurteile. 
Darin sind die Urteile des Reichskriegsgerichtes nicht enthalten (Verurteilungen laut 
Wehrmachts-Kriminalstatistik des OKW HR b - III d und IV c für die Zeit vom 26. August 
1939 bis November/Dezember 1944 beim Heer und bis einschließlich II. Quartal 1944 bei der 
Luftwaffe und der Kriegsmarine). 

Da das Wüten der Kriegs- und Standgerichte in den letzten Kriegsmonaten seinen Höhepunkt 
erreichte, kann man mit Sicherheit die Zahl der Todesurteile der Kriegsgerichte - ohne 
Reichskriegsgericht - auf mindestens 30000 festsetzen. Damit beläuft sich die Gesamtzahl der 
Bluturteile auf mindestens 80000. 

Die Juristen, die mittelbar durch „Gesetzesschöpfungen" oder unmittelbar durch 
„Rechtsprechungen" an der nazistischen Ausnahmegerichtsbarkeit mitwirkten, sind also 
mitschuldig, 

daß die Hitlerdiktatur errichtet und 12 Jahre aufrechterhalten werden konnte; 

durch Aggression nach innen die Aggression nach außen vorbereitet werden konnte; 

das Okkupations-Regime Hitlers aufgebaut werden konnte und bis fünf Minuten nach zwölf 
bestehen blieb; 



136 



die im Nürnberger Juristen-Prozeß als verbrecherisch charakterisierten Gesetze entstanden 
und in die Tat umgesetzt wurden; 

in vielen Fällen sogar das unmenschliche Strafmaß der nazistischen Terrorgesetze 
überschritten wurde; 

Zehntausende um ihre Nation oder um ihr nacktes Leben Kämpfende hingemordet wurden. 

Sie standen ausnahmslos im Dienste des Unrechts und der Unmenschlichkeit, ob sie in 
Deutschland gegen Deutsche oder gegen Zwangsarbeiter urteilten, die ohnehin der bittersten 
Not ausgesetzt waren, oder ob sie an der Front gegen deutsche Soldaten bzw. in den 
okkupierten Staaten gegen die entrechtete, erniedrigte und ausgeplünderte Bevölkerung 
vorgingen. 

SÄUBERUNG DER JUSTIZ - VERBINDLICHE PFLICHT 

Im Nürnberger Juristen-Prozeß kam der USA-Gerichtshof zu dem Ergebnis: 

„Der Kern der Anklage in diesem Falle besteht ja gerade darin, daß die Gesetze, die Hitler- 
Erlasse und das drakonische, korrupte und verderbte nationalsozialistische Rechtssystem als 
solches in sich selbst Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellen 
und daß eine Teilnahme an dem Erlaß und der Durchführung dieser Gesetze verbrecherische 
Mittäterschaft bedeutet ... Die Beschuldigung, kurz gesagt, ist die der bewußten Teilnahme 
an einem über das ganze Land verbreiteten und von der Regierung organisierten System der 
Grausamkeit und der Ungerechtigkeit unter Verletzung der Kriegsgesetze und der Gesetze 
der Menschlichkeit, begangen im Namen des Rechts und der Autorität des Justizministeriums 
und mit Hilfe der Gerichte. Der Dolch des Mörders war unter der Robe des Juristen 
verborgen. " (Das Nürnberger Juristenurteil - Allgemeiner Teil, Hamburg 1948, S. 42) 

Deshalb verfügte der Alliierte Kontrollrat im Artikel IV seines Gesetzes N. 4 vom 
30. Oktober 1945 auf der Grundlage des Potsdamer Abkommens: 

„ Zwecks Durchführung der Umgestaltung des deutschen Gerichtswesens müssen alle 
früheren Mitglieder der Nazipartei, die sich aktiv für deren Tätigkeit eingesetzt haben, und 
alle anderen Personen, die an den Strafmethoden des Hitler-Regimes direkten Anteil hatten, 
ihres Amtes als Richter und Staatsanwalt enthoben werden und dürfen nicht zu solchen 
Ämtern zugelassen werden. " 

Auf der Grundlage des demokratischen Völkerrechts beschloß der Wirtschafts- und Sozialrat 
der UNO (ECOSOC) am 28. Juli 1965 folgende Resolution: 

„ 1. Alle Staaten werden aufgefordert, ihre Anstrengungen fortzusetzen, um zu sichern, daß in 
Übereinstimmung mit dem Völkerrecht und der nationalen Gesetzgebung die für 
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlichen Verbrecher 
aufgespürt, ergriffen und durch die zuständigen Gerichte angemessen bestraft werden. Zu 
diesem Zweck sollten sie zusammenarbeiten, insbesondere durch Zurverfügungstellung aller 
in ihrem Besitz befindlichen Dokumente über solche Verbrechen. 

2. Alle betreffenden Staaten, die der Konvention zur Verhütung und Bestrafung von 
Genocidverbrechen (Völkermord - d. Hrsg.) vom 9. Dezember 1948 noch nicht beigetreten 
sind, werden aufgefordert, dies sobald als möglich zu tun. " 



137 



DDR SCHUF ORDNUNG 

In der Deutschen Demokratischen Republik wurden diese Verpflichtungen erfüllt. Juristen, 
die aktive Mitglieder der NSDAP und an der Gesetzgebung oder Rechtsprechung des „Dritten 
Reiches" beteiligt waren, wurden 1945 fristlos aus dem Justizdienst entfernt. An ihre Stelle 
traten antifaschistische Juristen, Widerstandskämpfer, Arbeiter, Bauern, Angestellte. Es gibt 
in der DDR keinen Richter oder Staatsanwalt, der der NSDAP angehörte. 

Die Juristen, die an Terrorurteilen mitwirkten, wurden gerecht bestraft, wie der frühere 
Staatsanwalt beim Sondergericht Leipzig, Dr. Dr. Anger, der im Jahre 1945 nachweislich an 
einem Justizmord beteiligt war. Nachdem er in der DDR eine langjährige Zuchthausstrafe 
verbüßt hatte, wurde er in Westdeutschland willkommen geheißen und in Essen als 
Staatsanwalt eingesetzt. Selbst ein Blutjurist wie der frühere Beisitzer beim Sondergericht 
Posen (Poznan) Johannes Breier, dem es gelungen war, einige Jahre als Archivar in einem 
Betrieb unterzutauchen, entging seiner Strafe nicht. Als Dokumente über seine Mitwirkung an 
Todesurteilen aufgefunden wurden, verurteilte ihn das Bezirksgericht Schwerin zu acht Jahren 
Zuchthaus. 

Seine noch stärker belasteten Vorgesetzten beim Nazi- Sondergericht Posen, Bömmels und 
Hucklenbroich, dagegen wurden wohlbestallte Juristen in Westdeutschland, Bömmels als 
Senatspräsident in Saarbrücken und Hucklenbroich als Landgerichtsdirektor in Wuppertal. 
Heute erhalten sie hohe Ruhestandsbezüge; der Strafverfolgung wurden sie bis heute 
entzogen. Ihr Komplice, Dr. Jungmann, früher Staatsanwalt beim Sondergericht Posen, 
amtierte bis Ende 1967 als Staatsanwalt in Essen. 

Es war für die Justiz der DDR, die auf der Grundlage humanistischer deutscher 
Rechtstraditionen völlig neu aufgebaut wurde, eine Selbstverständlichkeit, alle Nazi- und 
Kriegsverbrechen zu ahnden und gerecht zu sühnen. 

UMFASSENDE RECHTSHILFE 

Die DDR hat es stets als ihr Recht und ihre Pflicht angesehen, auf die gefährliche 
Entwicklung in Westdeutschland hinzuweisen und eine konsequente Bewältigung der 
Vergangenheit zu fordern. In 1 13 Prozessen gegen Nazi- und Kriegsverbrecher in 
Westdeutschland leistete sie Rechtshilfe. Ungezählte Ermittlungsverfahren gab sie an 
westdeutsche Justizbehörden ab, z. B. allein der Kreis Bernburg im Jahre 1948 Verfahren 
gegen 78 Personen. Im Auschwitz-Prozeß in Frankfurt a. M., dem größten westdeutschen 
Nachkriegsprozeß gegen Nazi- und Kriegsverbrecher, war die DDR durch den Anwalt der 
Nebenkläger, Prof. Dr. Kaul, vertreten. 

Den westdeutschen Justizbehörden wurden weiterhin 1580 Todesurteile übermittelt, an denen 
in Westdeutschland tätige Juristen mitwirkten, sowie 4000 Dokumente über andere Nazi- und 
Kriegsverbrecher übergeben oder übersandt. 

Schließlich nannte die DDR seit 1955 auf zahlreichen Pressekonferenzen insgesamt 

1310 ehemalige Juristen der nazistischen Ausnahmegerichte, die in Westdeutschland wieder 

zu Amt und Würden kamen. 

Was geschah mit den belasteten Nazi- Juristen in Westdeutschland? 
Wurden sie aus ihren Ämtern entfernt? 



138 



Wurden sie gerecht bestraft? 

BONN SCHÜTZT DIE MÖRDER 

Entgegen den offiziellen Verlautbarungen des Bundesjustizministeriums sind heute in 
Westdeutschland noch über 800 Juristen der nazistischen Ausnahmegerichte tätig. Nicht einer 
der zum Teil mit über 100 Bluturteilen belasteten Nazi- Juristen wurde vor Gericht gestellt. 
Diese „Rechtsprecher", die ausnahmslos im Dienste der Unmenschlichkeit, des Unrechts und 
der Aggression standen, sind bis in die höchsten Positionen des westdeutschen Staats- und 
Justizapparates gelangt. 

Westdeutsche Gerichte stellten sogar die Ermittlungsverfahren ein, die auf Grund von 
Strafanzeigen gegen Nazi- Juristen eingeleitet worden waren. Selbst von Staaten der 
Antihitlerkoalition rechtskräftig verurteilte Nazi- und Kriegsverbrecher wurden in voller 
Kenntnis ihrer Vergangenheit in Bonner Dienste übernommen. So wurde z. B. Dr. Leonhard 
Drach 1956 als Staatsanwalt in Frankenthal eingesetzt und später zum Oberstaatsanwalt 
befördert, obwohl er als Nazi-Staatsanwalt an Stand- und Sondergerichten im okkupierten 
Luxemburg zahlreiche Bluturteile beantragt hatte, denen auch entsprochen worden war. In 
Luxemburg wurde Drach nach 1945 wegen seiner Verbrechen zu 20 und 15 Jahren Zuchthaus 
verurteilt. 

Der frühere Staatsanwalt beim Sondergericht in Luxemburg, Josef Wienecke - nach 1945 in 
Luxemburg in Abwesenheit (weil er von einem Urlaub auf „Ehrenwort" nicht zurückkehrte) 
zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt -, wurde 1953 Staatsanwalt in Koblenz. Später wurde er, 
obwohl auch seine Vergangenheit bekannt war, zum Ersten Staatsanwalt befördert. 

Auch dem nach der Befreiung Luxemburgs zu vier Jahren Gefängnis verurteilten ehemaligen 
Mitarbeiter der Nazi- Justizverwaltung Dr. Otto Bauknecht wurden in Westdeutschland 1956 
Amt und Würden - zunächst als Landgerichtspräsident in Kreuznach - verliehen. Bis Ende 
1967 hatte der Juristennachwuchs vor ihm als Präsident des Justizprüfungsamtes seine 
Befähigung für den westdeutschen Justizdienst in der 1. und 2. Staatsprüfung nachzuweisen. 

Sogar der Vorsitzende des Sondergerichts in Luxemburg Adolf Raderschall - in Abwesenheit 
zum Tode verurteilt - füngierte in Rheinland-Pfalz als Landgerichtsdirektor a.D. auf einer 
Amtsgerichtsrats-Planstelle und ist jetzt Alterspensionär mit Bezügen, die die seiner Opfer um 
ein mehrfaches übersteigen. Drach, Wienecke und Bauknecht sind bis heute trotz 
luxemburgischer Proteste noch nicht zur Verantwortung gezogen worden. (Angaben aus: Der 
Spiegel, Hamburg, 5. Mai 1965 und 3. Febr. 1965, und Die Welt, Hamburg, 15. Juli 1965) 

Der in der CSR zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte und als Nichtamnestierter der 
Bundesrepublik übergebene Blutrichter von Prag, Dr. Kurt Bellmann, wurde 
Landgerichtsdirektor in Hannover. Bellmann hatte an 1 10 nachgewiesenen Todesurteilen 
gegen tschechoslowakische Bürger mitgewirkt. Heute bezieht er als Lohn seiner Morde über 
2000 DM Monatspension. 

Welche Auswirkungen die Bonner Politik des Schutzes und der Förderung der Nazi- und 
Kriegsverbrecher hat und wie sich Bonn mit dem „Dritten Reich" identifiziert, spiegelt sich 
deutlich in der Familie Schlegelberger wider. 

Der Vater, Dr. Franz Schlegelberger, war 1941/42 amtierender Justizminister der 
Hitlerregierung. Während seiner Amtszeit und mit seiner Zustimmung töteten die 



139 



Justizorgane Tausende deutsche und ausländische Gegner des Hitlerkrieges. Juden, die von 
den Gerichten zu Gefängnis verurteilt worden waren, sind auf Anzeige Schlegelbergers 
hingerichtet worden. Der berüchtigte „Nacht- und Nebelerlaß", der die Einkerkerung aller 
Hitlergegner ohne Haftbefehl vorsah, wurde von ihm mit ausgearbeitet. In seine Amtszeit fällt 
die „Polen-Strafrechtsverordnung", die alle Sondergerichte anwies, für die geringsten 
Vergehen die Todesstrafe zu verhängen. Er persönlich machte den Vorschlag, die Halbjuden 
zu sterilisieren oder zu deportieren. 

Für seine Verbrechen wurde Schlegelberger im Nürnberger Juristen-Prozeß zu lebenslanger 
Haft verurteilt. Doch Bonn honoriert seine Blutschuld heute mit 1450 DM Monatspension. 

Sein Sohn Hartwig verurteilte als Oberstabsrichter der Nazi-Marine deutsche Soldaten zum 
Tode und nahm an ihrer Hinrichtung im Zuchthaus Brandenburg teil. ( Siehe Tafel 22 ) 

Heute sorgt Dr. Hartwig Schlegelberger als Innenminister Schleswig-Holsteins dafür, daß 
dieses Land ein Paradies für Kriegsverbrecher ist. Seine besondere Fürsorge gilt der 
Vorbereitung der Notstandsdiktatur. Anläßlich eines offiziellen Besuchs des dänischen 
Ministerpräsidenten Krag versuchte Hartwig Schlegelberger in Faschisten-Manier, diesem die 
Einbeziehung Dänemarks in seine Notstandspläne zu oktroyieren. Ministerpräsident Krag 
quittierte diesen Eingriff in die Souveränität seines Landes, indem er die Darlegungen 
Schlegelbergers „nicht zur Kenntnis nahm". (Süddeutsche Zeitung, Stuttgart, 26.727. Juni 
1965) 

Der zweite Sohn des führenden Blutjuristen Hitlerdeutschlands, Günther Schlegelberger, 
diente früher dem Ribbentropschen Außenministerium. Von der Erhard-Regierung wurde er 
ausgerechnet zum Botschafter in Saigon ernannt, wo er als offizieller Vertreter der 
Bundesrepublik einer der Drahtzieher für die Unterstützung und Ausweitung des barbarischen 
Invasionskrieges der USA war. 

LOHN DES VERBRECHENS 

Alle schwer belasteten Nazi- Juristen, die auf Grund der Enthüllungen der DDR, der CS SR, 
der Volksrepublik Polen, Frankreichs und der Proteste demokratischer Kräfte aus aller Welt 
ihre Versetzung in den Ruhestand beantragten, erhalten vom Tag ihres Ausscheidens an hohe 
Pensionen, die die Entschädigungen ihrer Opfer weit übertreffen. 

Durch §116 des westdeutschen Richtergesetzes vom 8. September 1961 wurde dieser Lohn 
des Verbrechens gesetzlich fixiert. Danach erhalten die Blutjuristen, die zurücktraten, die 
volle Pension, auch vor Erreichen ihrer Altersgrenze. Alle diejenigen, die ihren Machtbereich 
nicht freiwillig bis zum 30. Juni 1962 aufgaben, sollten auf Bundestagsbeschluß vom 14. Juni 
1961 ohne Pensionszahlung ihrer Ämter enthoben werden. Doch bis heute wurde kein Fall 
bekannt, in dem einer der schwer belasteten Nazi- Juristen unbelohnt und zwangsweise aus 
seiner Position entfernt worden wäre. Das heißt, in Bonn wurden selbst die eigenen milden 
Bestimmungen mißachtet, um die Mörder in Richterroben zu schützen. Folgende schwer 
belastete Juristen quittierten ihren Dienst und erhalten Pensionen in Höhe von 1300 bis 
2000 DM: 



Name des Juristen 



pensioniert Zahl der von 
der DDR bzw. 
CSSR 



140 



September 1961 44 



Bruchhaus, Dr. Mai 1961 

vor 1945: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 
nach 1945: Staatsanwalt in Wuppertal 

Bömmels, Dr. 
vor 1945: Landgerichtsdirektor beim Sondergericht 
Posen (Poznan) 

nach 1945: Senatspräsident beim Oberlandesgericht 
Saarbrücken 

Dannegger, Johannes, Dr. Mai 1961 29 

vor 1945: Landgerichtsrat beim Sondergericht Prag 
nach 1945: Oberamtsrichter in Wiedenbrück 

Fränkel, Wolfgang Juli 1962 50 

vor 1945: Stellvertretender Reichsanwalt beim 
Reichsgericht in Leipzig 
1962: Generalbundesanwalt 

Eisele, Walter, Dr. Juli 1962 32 

vor 1945: Amtsgerichtsrat und Senatsvorsitzender beim 
Sondergericht Prag; Kriegsverbrecherliste der CSR A- 
38/65 

nach 1945: Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart 

Heine Mai 1961 46 

vor 1945: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Prag 
nach 1945: Amtsgerichtsrat in Duisburg 

Hucklenbroich, Dr. März 1961 63 

vor 1945: Landgerichtsrat beim Sondergericht Posen 

(Poznan) 

nach 1945: Landgerichtsdirektor in Wuppertal 

Jaager August 1959 13 

vor 1945: Staatsanwalt beim Sondergericht Wien und 

Ankläger beim „Volksgerichtshof 

nach 1945: Erster Staatsanwalt beim Oberlandesgericht 

Schleswig 

Lenhardt, Dr. Juni 1960 24 

vor 1945: Landgerichtsdirektor, Ankläger beim 

„Volksgerichtshof 

nach 1945: Oberlandgerichtsrat in Neustadt a. d. 
Weinstraße 

Ludwig, Franz, Dr. März 1961 77 

vor 1945: Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Prag 
nach 1945: Staatsanwalt in Düsseldorf 

Michalowski März 1963 58 

vor 1945: Landgerichtsrat beim Sondergericht 
Bromberg (Bydgoszcz); Kriegsverbrecherliste von Polen 



nachgewiesenen 
Todesurteile 

33 



141 



HI/18 



nach 1945: Amtsgerichtsrat in Mönchengladbach 



Mohs, Dr. 

vor 1945: Landgerichtsrat beim Sondergericht 

Hohensalza (Jnowraclaw) 

nach 1945: Landgerichtsrat in Frankenthal 



Januar 1961 



81 



Reimers, Dr. 

vor 1945: Kammergerichtsrat, Richter beim 
Sondergericht Berlin und beim „Volksgerichtshof 
nach 1945: Landgerichtsrat in Ravensburg 



Januar 1963 



124 



Weiß, Klaus 

vor 1945: Landgerichtsdirektor beim Sondergericht 

Zichenau (Ciechanow) 

nach 1945: Landgerichtsrat in Oldenburg 



Mai 1962 



127 



Zeschau, von 

vor 1945: Landgerichtsrat, Ankläger beim 
„Volksgerichtshof 

nach 1945: Landgerichtsrat in Nürnberg 



Dezember 1962 18 



Zeynek, Wolf gang von, Dr. 



Dezember 1962 112 



vor 1945: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag 
nach 1945: Landgerichtsrat in Nürnberg 

Die Ermittlungsverfahren, die auf Grund von Strafanzeigen des Verbandes der 
antifaschistischen Widerstandskämpfer der CSSR oder westdeutscher Bürger eingeleitet 
werden mußten, stellten die westdeutschen Gerichte ein. Das geschah beispielsweise im Fall 
des ehemaligen Stellvertretenden Reichsanwalts Wolfgang Fränkel. Dieser Nazi- Jurist war 
1962 in Westdeutschland Generalbundesanwalt! 

Im Beschluß über die Einstellung des Ermittlungsverfahrens sagte das Oberlandesgericht 
Karlsruhe am 3. September 1964, „ es fehlt... an der Möglichkeit des Nachweises, der 
Beschuldigte habe während des Krieges ... die Gültigkeit der genannten Bestimmungen auch 
nur bezweifelt, geschweige denn ihre Ungültigkeit erkannt". Frankel, der von der DDR des 
50fachen Mordes überführt wurde, wird in diesem Beschluß „ Tatbestandsirrtum " zugebilligt, 
„der den Vorsatz ausschließt". 

Das heißt nichts anderes, als die Untaten der Mörder in der Robe gutzuheißen und das Nazi- 
Regime reinzuwaschen. 

Der Grund dieser ausgeklügelten Argumentation wird offensichtlich, wenn man die Rolle 
kennt, die diesen Dienern des Unrechts in Westdeutschland zugedacht wurde. Sie standen in 
der ersten Reihe beim Aufbau einer politischen Sonderjustiz, bei der Ausarbeitung neuer 
Willkürgesetze und schließlich bei der Vorbereitung einer Militärdiktatur. 



Am Aufbau der politischen Sonderjustiz Westdeutschlands nach dem Vorbild der nazistischen 
Sondergerichte war der ehemalige Richter am Reichsgericht, Chefrichter im okkupierten 
Dänemark und Generalrichter der Nazi- Wehrmacht, Dr. Ernst Kanter, maßgeblich beteiligt. 



HITLERS SONDERGERICHTE ALS VORBILD 



142 



Kanter waren von der DDR und von dänischen Bürgern und Dienststellen schwerste 
Verbrechen nachgewiesen worden. 

Von Bonn wurde er als oberster politischer Gesinnungsrichter, und zwar als Senatspräsident 
des 3. Strafsenats des Bundesgerichtshofes, eingesetzt. Hier durchleuchtete er die in seinem 
Bereich tätigen Nazi- Juristen. Am 26. November 1957 schrieb er z. B. an die „Deutsche 
Volkszeitung", Düsseldorf, es könne „ ohne weiteres festgestellt werden, daß Vorwürfe, die zu 
strafrechtlichen oder disziplinarischen Strafen Anlaß geben könnten, nicht begründet sind". 

Unter seiner Oberaufsicht entstand ein ganzes Netz politischer Sonderstrafkammern. So wie 
die Nazis in jedem Oberlandesgerichtsbezirk ein Sondergericht hatten, existiert in 
Westdeutschland jetzt in jedem Oberlandesgerichtsbezirk eine politische Sonderstrafkammer. 
Einer der berüchtigtsten Juristen dieser politischen Sonderstrafkammern war der Lüneburger 
Staatsanwalt Ottersbach, der sich seine „Lorbeeren" als Staatsanwalt beim Sondergericht 
Kattowitz (Katowice) holte. ( Siehe Tafel 23 ) 

200000 POLITISCHE VERFAHREN 

Die juristische Grundlage für die Wiedereinführung der politischen Gesinnungsjustiz ist das 
1. Strafrechtsänderungsgesetz (Blitzgesetz) vom 30. August 1951. Ausgearbeitet wurde dieses 
Gesetz von dem bereits genannten ehemaligen Regierungsrat im Nazi- Justizministerium und 
heutigen Ministerialdirektor im Bundes Justizministerium, Dr. Josef Schafheutie. Seine 
„Erfahrungen" schöpfte er aus seinen Terrorgesetzen von 1933/34, auf deren Grundlage der 
berüchtigte Volksgerichtshof und die Nazi-Sondergerichte entstanden, die Zehntausende 
Bürger fast aller europäischer Länder dem Henker auslieferten. 

Seit dem Inkrafttreten des Blitzgesetzes von Schafheutie im Jahre 1951 bis Ende 1961 wurden 
nach Angaben der 1 1 . Arbeitstagung des westdeutschen Amnestie-Ausschusses und der 
Verteidiger in politischen Strafsachen 200000 politische Verfahren durchgeführt, durch die 
500000 westdeutsche Bürger in Mitleidenschaft gezogen wurden. Seit Jahren fordern 
prominente Vertreter der CDU/CSU die Wiedereinführung der Todesstrafe für politische 
Taten. Der Vizepräsident des Bundestages Jaeger (CSU) verlangte dies bereits 1957 (Frau und 
Politik, Bonn, 15. Dezember 1957), und kein geringerer als der seinerzeitige Justizminister 
Schärfer (CSU) wollte die Todesstrafe für „Landesverrat" 1958 einführen. (Neue Ruhr- 
Zeitung, Essen, 14. Juni 1958) Auf einer Pressekonferenz am 25. Juni 1965 in Berlin enthüllte 
der 1 . Sekretär der Kommunistischen Partei Deutschlands, Max Reimann, die alarmierende 
Tatsache, daß die Bestrebungen der westdeutschen Notstandspolitiker beim Rechtsausschuß 
des Bundestages - der bei der Vorbereitung volksfeindlicher Gesetze stets eng mit Schafheutie 
zusammenarbeitete - schon bis zum Gesetzentwurf für die Wiedereinführung der Todesstrafe 
gediehen sind. 

DAS NEUE STRAFGESETZBUCH - EIN NAZI-GESETZ 

Schafheutie ist zugleich der Verantwortliche im Bundesjustizministerium für die 
Ausarbeitung des Strafgesetzbuch-Entwurfs, der eine Reihe von verschärfenden 
Strafbestimmungen z. B. für „Hoch- und Landesverrat" enthält, die zum Teil inhaltlich und 
wörtlich mit den von ihm selbst geprägten Formulierungen aus den Jahren 1933/34 
übereinstimmen. 



143 



Neben Schafheutie wirken bzw. wirkten in der „Großen Strafrechtskommission" 23 namhafte 
westdeutsche Juristen. 16 von ihnen hatten bereits während der nazistischen Gewaltherrschaft 
wichtige Justizfunktionen inne, unter ihnen 

• der ehemalige Senatspräsident des Bundesgerichtshofes, Dr. Kanter, 

• der Generalbundesanwalt von 1962, Fränkel, den die DDR des 50fachen Mordes 
überführte und der heute monatlich mindestens 2500 DM Pension bezieht, und 

• der frühere Sachbearbeiter für politische Strafsachen im Nazi- Justizministerium, Dr. 
Wilkerling, viele Jahre Ministerialdirigent im Justizministerium Niedersachsens. 

Mit dem neuen Strafgesetzbuch-Entwurf soll die politische Gesinnungsjustiz, soll das 
Vorgehen gegen Patrioten, Atomkriegs- und Notstandsgegner weiter verschärft werden. 
Darüber hinaus dient er unmittelbar den aggressiven Absichten Bonns. In der amtlichen 
Begründung zu §3 („Das deutsche Strafrecht gilt für Taten, die im Inland begangen werden") 
heißt es z. B.: 

„Das Inland umfaßt nach der gegenwärtigen völkerrechtlichen Lage außer den Gebieten, die 
zum räumlichen Geltungsbereich des Strafgesetzbuches (also der Bundesrepublik) gehören, 
auch solche, die außerhalb dieses Geltungsbereiches liegen. Dazu gehören die sowjetische 
Besatzungszone Deutschlands, der Sowjetsektor von Berlin und die übrigen Gebiete des 
deutschen Reiches in den Grenzen vom 31. Dezember 1937, die zur Zeit unter fremder 
Verwaltung stehen. " 

Im Entwurf heißt es weiter, daß ein Einführungsgesetz das Inkrafttreten der 
Strafbestimmungen für Taten regeln müsse, „ die auf deutschem Gebiet, aber außerhalb des 
räumlichen Geltungsbereichs des Strafgesetzbuches (also Bundesrepublik) begangen 
werden ". Es wird aber ausdrücklich betont: „Der Entwurf sieht jedoch davon ab, diese 
Grundsätze (für die Übergangszeit) in dem auf die Dauer bestimmten Strafgesetzbuch zu 
regeln. " 

Damit wird offen gesagt, welche Gebiete zu annektieren beabsichtigt sind. So steht das 
westdeutsche Strafgesetzbuch ganz im Dienst der Rüstungsmonopole und der 
Hitlergeneralität, deren einziges Ziel es ist, für die Niederlage im zweiten Weltkrieg 
Revanche zu nehmen. 

Welche Wirkung das Strafgesetzbuch schon vor seiner Verabschiedung hat, zeigte die 
Verhaftung des Chefredakteurs des Deutschlandsenders, Dr. Grasnick, Ende Juli 1962. Selbst 
Bundesanwalt Loesdau hatte zugeben müssen, daß sich Dr. Grasnick auf dem Territorium 
Westdeutschlands nichts zuschulden kommen ließ. Der Grund seiner Verhaftung bestünde 
allein in seinem Wirken in der DDR. 

DIKTATUR-SPEZIALISTEN SCHUFEN NOTSTANDSGESETZE 

Ebenso wie beim neuen Strafgesetzbuch - das als Bestandteil einer Notstandsordnung gedacht 
ist - standen Hitlers Diktatur-Spezialisten auch bei den Notstandsgesetzen Pate. 
Hauptverantwortlich für den Entwurf der Notstandsgesetze ist Bonns ehemaliger 
Innenminister und heutiger Landwirtschaftsminister Höcherl, der der Hitlerdiktatur als 
Staatsanwalt in Regensburg diente. 

Als bisheriger Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages - jetzt Wehrbeauftragter 
des Bundestages - drängte Matthias Hoogen (CDU/CSU), diese Diktaturgesetze so schnell 



144 



wie nur möglich unter Dach und Fach zu bringen. Hoogen war Kriegsgerichtsrat bei der Nazi- 
Luftwaffe und Oberstabsrichter bei der „Kurlandarmee". ( Siehe Tafel 24 ) Auch der in der 
DDR zu lebenslangem Zuchthaus verurteilte ehemalige Staatssekretär Adenauers, Dr. Hans 
Globke, wirkte an der Ausarbeitung der Notstandsgesetz -Entwürfe mit. Neben seinen 
ausgeklügelten Morddirektiven gegen die jüdische Bevölkerung machte sich Globke für die 
Nazis durch die Ausarbeitung des „Gesetzes zur Behebung der Not von Volk und Land" vom 
1. Juni 1933 (Hitlers Ermächtigungsgesetz für Preußen) „verdient". 

Ferner zählte auch der heutige Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung „Verfassung, 
Staatsrecht und Verwaltung" im Bonner Innenministerium, Dr. Rudolf Toyka, zu den 
Mitschöpfern der Notstandsgesetze. Während des zweiten Weltkrieges war Toyka 
Regierungsrat beim „Reichsstatthalter im Warthegau Posen" (Poznan), Verbindungsbeamter 
zur Gestapo und zum Sicherheitsdienst Himmlers. 

Zu den Notstandsexperten des Innenministeriums gehört auch Ministerialrat Rippich, der das 
Referat Verfassungsstreitigkeiten in der Unterabteilung IA leitet. Seine Erfahrungen für diese 
Tätigkeit holte er sich unter Himmler als SS-Führer; deshalb hielt er es nach 1945 auch für 
zweckdienlich, in Argentinien unterzutauchen. 1954 wurde er dann „auf Grund zuverlässiger 
Empfehlungen ... im Bundesministerium des Innern eingestellt", wie das „Hamburger Echo" 
vom 18. November 1958 mitteilte. 

Im Bonner Innenministerium sorgte er als Leiter des Sonderstabes „psychologische 
Verteidigung" für die Bekämpfung der demokratischen Volksbefragungsaktion gegen die 
Atombewaffnung der Bundeswehr. 

Das Notdienstgesetz arbeitete der bis 1962 als leitender Verwaltungsdirektor in der 
Bundesanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung des 
Bundesarbeitsministeriums tätige Dr. Stothfang aus. Unter Hitler holte er sich seine Sporen 
als Ministerialrat beim berüchtigten „Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz", 
Sauckel. Im Nürnberger Prozeß wurde Nazi-Gauleiter und SS-General Sauckel, der die 
Zwangsverschleppung Hunderttausender Bürger aus den okkupierten Staaten und ihren 
Einsatz als Sklavenarbeiter in Deutschland organisierte, zum Tode verurteilt. 

Wer diese Umstände kennt, den kann es nicht mehr verwundern, daß die Notstandsgesetze 
den Diktatur- und Zwangsarbeitsgesetzen Hitlers gleichkommen - nämlich Friedhofsruhe im 
Innern zu sichern, um die aggressiven außenpolitischen Ziele realisieren zu können. Von den 
Gesetzgebern des faschistischen Deutschlands, die heute genau wie damals den Interessen der 
aggressiven Rüstungsmonopole dienen, war nichts anderes zu erwarten. 

KZ-MÖRDER UND GESTAPO-SPITZEL ERTEILT GENERAL AMNESTIE 

Die Durchsetzung des westdeutschen Justizapparates mit Blutjuristen, seine Ausrichtung auf 
Bonns Aggressionspolitik und gegen politisch Andersdenkende ist eine der Ursachen, daß es 
keine echte Verfolgung von Nazi- und Kriegsverbrechen in Westdeutschland gibt. 

Es wurden zwar bis 1 . Januar 1964 insgesamt 12 457 Personen wegen NS-V erbrechen 
angeklagt. Aber nur 

5 234 von ihnen, das sind 42 Prozent, wurden verurteilt. 

3 872 Angeklagte, d. h. fast jeder dritte wurde freigesprochen. Die Verfahren gegen 



145 



2539 Personen wurden eingestellt. (Angaben aus: Die Verfolgung nationalsozialistischer 
Straftaten im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland seit 1945, Bonn 1964) 

Der Schutz der Nazi- und Kriegsverbrecher durch Bonn wird besonders augenscheinlich, 
wenn man das Strafmaß der Verurteilten betrachtet. Die westdeutsche Staatsanwältin 
Dr. Barbara Just-Dahlmann stellte fest: 

„Eine Mark pro Mord" oder „zehn Minuten Gefängnis pro angeklagten Mord". (Der Spiegel, 
Hamburg 1961, Nr. 51). Die sogenannten Schreibtischtäter, deren Federstrich mitunter 
Hunderttausende von Menschenleben auslöschte, wurden von vornherein von jeder 
Strafverfolgung ausgeschlossen. 

Die Bestrebungen Bonns, allen Kriegs- und Naziverbrechern Generalamnestie zu erteilen, 
sind so alt wie die Bundesrepublik selbst. Bereits 3 Monate nach ihrer Bildung wurde am 
1. Dezember 1949 ein Amnestiegesetz („Gesetz über die Gewährung von Straffreiheit") 
verabschiedet. Ihren Höhepunkt fanden diese Bestrebungen in dem „Gesetz über die 
Berechnung strafrechtlicher Verjährungsfristen", das am 13. April 1965 vom Vertrauensmann 
der Gestapo-Leitstelle Stettin (Szczecin) und KZ-Mörder von Leau, Bundespräsident Lübke, 
verkündet wurde. 

Danach werden die Verjährungsfristen für Nazi-Mord und Völkermord willkürlich auf den 
31. Dezember 1969 festgesetzt. Dieses Gesetz bricht mit allen Normen des Völkerrechts, das 
keine Verjährungsfristen für Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit, keine 
Verjährungsfristen für Kriegsverbrechen kennt. Es richtet sich gegen den in einer 
antifaschistischen Weltbewegung zum Ausdruck gebrachten Willen der Völker, alle Kriegs- 
und Naziverbrecher gerecht zu bestrafen. 

Ausgearbeitet wurde dieses völkerrechtswidrige Gesetz - einer Meldung der amerikanischen 
Presseagentur UPI vom 18. März 1965 zufolge - von dem bereits mehrfach genannten 
Gesetzgeber Hitlers, Dr. Josef Schafheutie. 



Sie fällten Bluturteile 

Berthold, Wolfgang 

TODESSTRAFE FÜR EIN LIEBESVERHÄLTNIS 



146 



heute: 

Senatspräsident beim Finanzgericht in Hannover. 

Der am 10. August 1911 geborene Paul Berkheim hatte sich jahrelang als 
Gelegenheitsarbeiter durchs Leben schlagen müssen. Für ihn als „Halbjuden" „ war es unter 
dem Regime der globkeschen Rassengesetze sehr schwer, eine feste Arbeitsstelle zu finden. 
Endlich, im Jahre 1941, gelang es ihm, der nach Globkes Namensrecht den zweiten 
Vornamen Israel tragen mußte, als Hausdiener und Aushilfskellner eine Anstellung zu 
bekommen. Doch kurze Zeit darauf wurde er wieder aus dem Arbeitsverhältnis gerissen - 
diesmal für immer. 

Paul Berkheim besaß eine „arische" Freundin. Nach dem „Blutschutzgesetz" Globkes war das 
ein Verbrechen, denn nach seinen Paragraphen 2 und 5 war der Verkehr zwischen Juden und 
„Ariern" unter Zuchthausstrafe gestellt. In seinem Kommentar zu §2 des „Blutschutzgesetzes" 
schrieb Globke sogar: „Sie (die Nürnberger Gesetze - d. Hrsg.) zwingen den Mischling, den 
Bastard, zum Aussterben. " 

Laut Urteil habe Paul Berkheim „ innerhalb eines Zeitraumes von weniger als 5 Jahren drei 
vorsätzliche Verbrechen begangen... Die Gesamtwürdigung der Tat ergibt, daß er ein 
gefährlicher Gewohnheitsverbrecher ist. " 

Eine ursprünglich vom Sondergericht Berlin verhängte Strafe von sieben Jahren Zuchthaus 
war dem Reichsgericht noch nicht hoch genug. Es wurde Nichtigkeitsbeschwerde eingelegt. 
Die Strafsache ging zur nochmaligen Verhandlung nach Berlin. 

In dieser zweiten Verhandlung, die am 9. April 1943 vor dem Sondergericht III Berlin 
stattfand, wirkte der damalige Staatsanwalt Dr. Wolfgang Berthold als Ankläger. Auf seinen 
Antrag wurde Berkheim „wegen Rassenschande in drei Fällen zum Tode... verurteilt" . 
(Aktenzeichen: Sond.III lDKLs 35/42 -783/42) Die Urteilsbegründung zeigt, wie gering das 
Leben eines jüdischen Bürgers von den Nazi- Juristen eingeschätzt wurde. Es heißt dazu unter 
anderem: „Die Rassenschande ist an und für sich schon ein Verbrechen..., das sich gegen 
den Bestand des deutschen Volkstums richtet..., wo sich das deutsche Volk im Kampf um 
seine vom Weltjudentum bedrohte ... Zukunft befindet ... Der Unwert seiner Persönlichkeit... 
läßt seine weitere Duldung ... als untragbar erscheinen. " 

Dieses Schandurteil wurde bereits vor vier Jahren vom Ausschuß für Deutsche Einheit in der 
Dokumentation „Belohnte Mörder" veröffentlicht. Inzwischen wurden noch weitere fünf 
Todesurteile aufgefunden, an denen Berthold mitwirkte. Dieser Mörder wurde 1966 sogar 
zum Senatspräsidenten beim Finanzgericht ernannt. ( Siehe Tafel 25 ) 

Daily, Karl 

KONSTRUIERTE MORDVERSUCH 

heute: 

Landgerichts dir ektor in Duisburg. 

Der heute in Duisburg lebende und zum Landgerichtsdirektor avancierte ehemalige Nazi- 
Richter Karl Daily verurteilte am 5. November 1941 vor dem Sondergericht in Bromberg 
(Bydgoszcz) den polnischen Staatsbürger Ignatz Lorenz wegen „Mordversuchs" zum Tode. 
(Aktenzeichen: 6 SD KLs. 46/41) 



147 



Wenige Tage nach dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen, während Teile der von den 
Nazis als 5. Kolonne mißbrauchten deutschen Minderheit im Hinterland der polnischen 
Truppen massenhaft Sabotageakte begingen, soll Lorenz angeblich auf einen verhafteten 
„Volksdeutschen" geschossen haben, der von einem polnischen Bahnschutzmann begleitet 
wurde. Nach seinen Aussagen dagegen hatte Lorenz, der den beiden durch Zufall begegnet 
war, einen Schuß in die Luft abgefeuert, als der Verhaftete floh. Weder das Gericht noch die 
sich widersprechenden Zeugen konnten das Gegenteil beweisen. Trotzdem konstruierte der 
damalige Nazi-Richter Daily daraus einen Mordversuch. Er sah es als „erwiesen" an, daß der 
Angeklagte aus einem „niedrigen Beweggrunde" einen „wehrlosen Deutschen", dessen 
Schandtaten in dem Urteil schamhaft verschwiegen werden, vernichten wollte. Zwei Jahre 
nach der angeblichen Tat verurteilte er ihn unter rückwirkender Anwendung der Nazi-Gesetze 
zum Tode. 

Den Gnadenerweis verweigerte Daily ebenfalls. Im ablehnenden Gnadenbericht des 
Oberstaatsanwalts vom 26. November 1941 mußte noch zugegeben werden: „Daß Lorenz auf 
einen flüchtenden Deutschen geschossen hat, konnte nicht festgestellt werden. Hingegen hat 
das Gericht als erwiesen angesehen, daß Lorenz auf den Verhafteten einen Schuß abgegeben 
hat... " 

Am 20. Januar 1942 wurde das Urteil durch den Scharfrichter vollstreckt. 

Daily hat nach bisher unvollständigen Angaben 23 polnische Staatsbürger zum Tode 
verurteilt. Auf Grund dieser Verbrechen gegen die Menschlichkeit wurde Daily von der 
polnischen Regierung auf die Kriegsverbrecherliste gesetzt. Von der DDR wurden 
Dokumente von Daily seit 1959 veröffentlicht. Der Sozialistische Studentenbund 
Westdeutschlands erstattete schon vor mehreren Jahren Strafanzeige gegen diesen Nazi- 
Juristen. Trotz der vielen belastenden Beweise stellte die Staatsanwaltschaft in Duisburg das 
gegen Daily eingeleitete Ermittlungsverfahren am 16. August 1962 (Aktenzeichen: 14 Js 
4p9/60) ein. Daily saß noch jahrelang in Amt und Würden und durfte „Recht" sprechen. 

Dreher, Eduard 

SCHÄRFER ALS DAS SONDERGERICHT 

heute: 

Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium Bonn. 

In der Verhandlung des Sondergerichts Innsbruck am 15. April 1942 beantragte Staatsanwalt 
Dr. Eduard Dreher gegen die österreichische Hausiererin Karoline Hauser die Todesstrafe. 
Frau Hauser hatte von einem Altstoffhändler Kleiderkarten gekauft, die dieser zum 
Einstampfen geben sollte. Dadurch konnte sie mit Kleidern und Wäschestücken, die seit der 
nazistischen Okkupation in Österreich zwangsbewirtschaftet wurden, frei handeln. Das 
Sondergericht folgte dem Antrag Drehers nicht. Es verurteilte Frau Hauser zu 15 Jahren 
Zuchthaus. 

Dreher genügte das nicht. Er wollte unter allen Umständen die Todesstrafe und beantragte die 
Nichtigkeitsbeschwerde. Das Reichsgericht hob daraufhin den Strafausspruch auf und verwies 
die Angelegenheit zur neuen Entscheidung nochmals an das Sondergericht Innsbruck. Am 
14. August 1942 beantragte Dreher erneut die Todesstrafe. Auch diesmal entsprach das 
Sondergericht nicht seinem Antrag und verfügte zum zweitenmal 15 Jahre Zuchthaus. Dreher 



148 



setzte jedoch die Unterbringung in einem „Arbeitshaus", d. h. in einem Konzentrationslager 
durch, was meist einem Todesurteil gleichbedeutend war. (Aktenzeichen: KLs. 37/42) 

Ein weiteres Opfer der „Rechtsauffassungen" Drehers ist der Gärtner Josef Kno flach. Gegen 
ihn erwirkte Dreher beim Sondergericht Innsbruck das Todesurteil, weil er ein Fahrrad 
unbefugt benutzt hatte und einige Lebensmittel entwendete, also Mundraub beging. 

Obwohl Drehers Name schon 1959 in der Dokumentation „Wir klagen an" genannt wurde, 
wovon das Bundesjustizministerium und alle wichtigen Justizinstitutionen Kenntnis erhielten, 
wurde Dreher dennoch kein Haar gekrümmt. Im Gegenteil. Nachdem zwei Beauftragte des 
Generalstaatsanwalts der DDR in Westdeutschland zwei Todesurteile übergeben hatten, an 
denen Dreher mitwirkte, avancierte er - gleichsam als Prämiierung für seine Verbrechen - 
vom Ministerialrat zum Ministerialdirigenten. 

Als Koordinierungsreferent und Berichterstatter der Großen Strafrechtskommission übt er 
maßgeblichen Einfluß auf den Strafgesetzbuchentwurf aus. So will er z.B. den Gegnern der 
Bonner Politik das Wahlrecht nehmen: 

„ Meines Erachtens geht das Grundgesetz davon aus, daß der Staatsbürger einerseits zwar 
abstimmen kann, wie er will, daß er andererseits jedoch so abstimmen soll, wie es nach 
seiner Auffassung für das Wohl des Staates am besten ist. Wenn ein Staatsbürger nun aber 
sozusagen einen Dolchstoß in den Rücken des Staates führt und damit zeigt, daß er gegen das 
Wohl der Gemeinschaft eingestellt ist, dürfte es durchaus sinnvoll sein, ihm das Wahlrecht zu 
nehmen. " (Protokoll der Großen Strafrechtskommission, Bd. X, S. 253) 

Bei der Beratung des „Landesverrates" forderte Dreher, im Grundtatbestand ein 
Gefährdungsdelikt genügen zu lassen: „An sich hätte ich keine Bedenken, im 
Grundtatbestand ein Gefährdungsdelikt genügen zu lassen... " (A. a. O., S. 210) Den Streik 
sieht Dreher als verbotenes „Mittel der Parlamentsnötigung" . (A. a. O., S. 261) 

Der Rechtsverdreher und Feind der Demokratie Dreher ist der Typ eines „erfahrenen Nazi- 
Juristen, auf den die Bonner Regierung im Interesse ihrer volksfeindlichen Politik nicht 
verzichten will. 

Felmy, Heimfried 

DIE GESTAPO WAR IHM ZU MILD 

heute: 

Staatsanwalt in Oldenburg. 

Weil er seine alte Mutter nicht verlassen wollte und außer ihr noch eine kranke Schwester 
ernähren mußte, bat der nicht vorbestrafte Tiefbauarbeiter Franz Koslowski, geboren am 
3. September 1912, die zuständigen Okkupationsbehörden der Nazis, ihn nicht nach 
Deutschland zu verschleppen. Vom Arbeitsamt war ihm versprochen worden, seine Bitte zu 
berücksichtigen. Er müsse aber bis zum nächsten Tag eine Bescheinigung über 
Vollbeschäftigung in der Umgebung vorlegen. Als er dieser Aufforderung nachkam, wurde er 
von einem Angestellten des Arbeitsamtes als arbeitsunwillig bezeichnet, am Kragen gepackt 
und der Polizei übergeben. Nach Aussagen der Beamten soll es zu einem Handgemenge 
zwischen beiden gekommen sein. 



149 



Der polnische Bürger wurde von der Gestapo einige Wochen in Haft gehalten, dann aber 
freigelassen, weil man dort laut Urteil den Fall „ als nicht sonderlich schwer " ansah. 

Dr. Heimfried Felmy, der Staatsanwalt beim Sondergericht Graudenz (Grudziads), war 
anderer Auffassung. Am 7. November 1941 berichtete er an das Nazi- Justizministerium: 
„Der Vorfall ist mir erst durch eine telefonische Mitteilung des Amtsrichters in Neumark (Dr. 
Babendreyer, heute Amtsgerichtsrat in Lippstadt - d. Hrsg.) am 16. Juni 1941 bekannt 
geworden, der die Behandlung der Angelegenheit durch die hiesige Staatspolizeileitstelle 
nicht für ausreichend hielt... Es ist mit einem Todesurteil zu rechnen. " 

In der Hauptverhandlung des Sondergerichts Graudenz vom 4. Dezember 1941 stellte Felmy 
den Antrag auf Todesstrafe gegen den unschuldigen polnischen Bürger. Das Gericht 
entsprach seinem Antrag. Daraufhin wurde Franz Koslowski am 28. Januar 1942 hingerichtet. 
( Siehe Tafel 23 ^1 

Felmy ist auf der Kriegsverbrecherliste der polnischen Regierung unter der Nummer 80/192 
verzeichnet. Seit Februar 1959 wurden vom Ausschuß für Deutsche Einheit 19 Todesurteile, 
an denen er mitwirkte, veröffentlicht. Doch bis heute sahen Bonn und das Niedersächsische 
Justizministerium darin keinen Grund, Felmy seines Amtes zu entheben und ihn gerecht zu 
bestrafen. Auch die Strafanzeige des 1 . Vorsitzenden der VVN Niedersachsens, Ludwig 
Landwehr, vom 2. Mai 1960 fand im Landesjustizministerium keine Beachtung. 

Ganser, Josef 

TODESSTRAFE, WEIL SIE EIN KIND BEHERBERGTE 

Bis April 1965: 

Senatspräsident beim Bundespatentgericht. 

„ Gegen das Urteil vom 30. Juli 1943 erhebe ich... außerordentlichen Einspruch! " So schrieb 
der Nazi- Jurist Dr. Josef Ganser am 4. Januar 1944, als er die Anfechtung eines Urteils 
begründete, das die Polin Anna Zwarycz freisprach. 

Anna Zwarycz hatte im Oktober 1942 ein 18 Monate altes jüdisches Kind aufgenommen, um 
es vor dem sicheren Tod in den nazistischen Gaskammern zu bewahren. Sie war in erster 
Instanz am 30. Juli 1943 freigesprochen worden, weil sie „ das Kind offen und für jedermann 
als jüdisches Kind erkenntlich bei sich gehabt" habe. Für Ganser, den Oberregierungsrat im 
Nazi- Justizministerium und Leiter der Abteilung III der Hauptabteilung Justiz im 
„Generalgouvernement", war die menschliche Tat von Anna Zwarycz ein todeswürdiges 
Verbrechen: 

„ ... Diese Vorschrift läßt unschwer erkennen, daß es darauf ankam, die Juden an bestimmte 
Orte zu binden und ihnen darüber hinaus die Möglichkeit zu nehmen, sich außerhalb dieser 
Orte aufzuhalten. Deshalb muß jede Erleichterung eines solchen Aufenthalts durch 
Gewährung von Unterkunft und Verpflegung ... als Unterschlupfgewährung ... angesehen 
werden ...Es wäre höchst unbillig, wenn derjenige, der in unverfrorener Weise öffentlich 
aufnimmt, straffrei ausgehen sollte, während derjenige, der dasselbe heimlich tut, dem Tode 
verfallen ist. Demnach kann im vorliegenden Falle nicht zweifelhaft sein, daß die Angeklagte 
dem jüdischen Kind Unterschlupf gewährt hat. " 



150 



Ganser erreichte sein unmenschliches Ziel. Frau Anna Zwarycz wurde am 3. März 1944 zum 
Tode verurteilt. ( Siehe Tafel 26 ) 

Auf Gansers „außerordentlichen Einspruch" wurde auch eine zweijährige Gefängnisstrafe 
gegen den polnischen Arzt Dr. Sigismund Walczynski aufgehoben und in eine Todesstrafe 
umgewandelt. Ganser schrieb: 

„Die gegen den Angeklagten Walczynski erkannte Gefängnisstrafe von zwei Jahren ist völlig 
unzureichend. Die an einer deutschen Frau vorgenommene Abtreibung stellt eine 
Beeinträchtigung der Lebenskraft des deutschen Volkes dar... Hier ist eine Strafe am Platze, 
die den gesetzlichen Strafrahmen voll ausschöpft... " 

Daraufhin wurde Dr. Walczynski am 9. Februar 1943 vom deutschen Obergericht Krakau 
(Krakow) als „Schädling am deutschen Volk" zum Tode verurteilt. 

In einem Interview mit der Münchner „Abendzeitung" legte Ganser ein erstes Teilgeständnis 
seiner Mordschuld ab. Im April 1965 mußte Ganser auf Grund der Enthüllungen der DDR 
pensioniert werden. Der Lohn für seine Verbrechen sind 2400 DM Monatspension. 

Hoogen, Matthias 

DURCHHALTEPOLITIKER DES TOTALEN KRIEGES 

heute: 

Wehrbeauftragter des Bundestages. 

Matthias Hoogen legte seine „Bewährungsprobe" für den Wehrbeauftragten-Posten als 
Kriegsgerichtsrat der faschistischen Luftwaffe und Oberstabsrichter bei der Kurlandarmee ab. 
Noch 1944 erteilte Hoogen im Sinne der hitlerschen Durchhaltepolitik Mordbefehle. So 
beantragte er am 24. April 1944 das Todesurteil gegen den deutschen Soldaten Felix Stolz, 
Vater von fünf Kindern. 

Stolz war es gelungen, vorübergehend aus einer der berüchtigten 
Feldstrafgefangenenabteilungen zu fliehen. 

Der ärztliche Gutachter stellte am 22. April 1944 fest: 

„ Da die genauen Umstände seiner Fahnenflucht noch gar nicht bekannt sind, läßt sich ein 
abschließendes Urteil über seinen Geisteszustand zur Zeit der Begehung der Tat nicht mit 
Sicherheit fällen ..." 

Trotzdem beantragte Hoogen schon zwei Tage später das Todesurteil wegen „Fahnenflucht". 

Auch die Gründe des Verteidigers, Oberleutnant Ostermann, verfehlten auf Hoogen jede 
Wirkung. Dieser legte seine Stellungnahme am 28. April 1944 noch einmal schriftlich zum 
Urteil nieder. Darin heißt es: 

„ Zudem ist zu berücksichtigen, daß sich St. längere Zeit vor seiner Tat in einer 
Strafgefangenenabteilung befand, wodurch er vermutlich auch infolge der beschränkten 
Ernährung (50% der Normalsätze) noch körperlich entkräftet war... Aus den angeführten 
Gründen scheint es angebracht, die Todesstrafe in eine Zuchthausstrafe umzuwandeln. " 



151 



Doch Felix Stolz wurde am 18. Juli 1944 nach dem Willen Hoogens und des heutigen 
Oberlandesgerichtsrates in Düsseldorf, Lefringhausen, der den Feuerbefehl erteilte, 
umgebracht. ( Siehe Tafel 24 ) 

Nach der Zerschlagung des Faschismus kam Hoogen in Westdeutschland schnell wieder zu 
Ehren. 1949 wurde er Bundestagsabgeordneter der CDU. 1956 war er führend an der 
Abwürgung einer Verfassungsbeschwerde gegen das Wehrpflichtgesetz beteiligt. 
Ausdrücklich begrüßte Hoogen das rechtswidrige KPD-Verbot und bekämpfte aktiv die 
Volksbefragung gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr im Jahre 1958. 

Als Vorsitzender des Rechtsausschusses des Bundestages erwarb sich Hoogen besondere 
„Verdienste" bei der Reinwaschung des korrupten ehemaligen Kriegsministers Strauß. 

Hoogen verhinderte in dieser Funktion auch die Säuberung der Justiz von Nazi-Blutrichtern. 
Er ließ keine Gelegenheit vorübergehen, um auf die Verabschiedung der Notstandsgesetze zu 
drängen. Nach seinem Willen sollten die Diktaturgesetze noch 1964 den Bundestag passieren. 

Im Dezember 1964 wurde Blutjurist Hoogen auf den Posten des Wehrbeauftragten im 
Bundestag gesetzt, um die Bundeswehr reif zu machen, die von ihm mit ausgearbeiteten 
Notstandsgesetze gegen die westdeutsche Bevölkerung zu praktizieren. 

Hüpers, Franz 

TODESSTRAFE WEGEN VERTEIDIGUNG UND NOTWEHR 

heute: 

Erster Staatsanwalt in Oldenburg. 

Als am 7. September 1939 - sieben Tage nach dem Überfall der Faschisten auf Polen - im 
damaligen Mönchsee und Dolenhain bekannt wurde, daß deutsche Fallschirmjäger in der 
Umgebung abgesetzt worden seien, versuchten sich mehrere Einwohner behelfsmäßig zu 
bewaffnen und die Heimat zu verteidigen. Sie durchsuchten das Gelände nach 
Fallschirmjägern und die Gehöfte der „Volksdeutschen" nach Warfen. Dabei nahmen sie zwei 
Personen fest und brachten sie zur Wache der polnischen Volkswehr. 

Es handelte sich dabei um einen legalen Akt der Verteidigung bzw. der Notwehr gegen die 
Aggressoren und wirklichen Landfriedensbrecher sowie die mit ihnen im Bunde stehende 
5. Kolonne. Dr. Franz Hüpers jedoch, Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Hohensalza 
(Inowraclaw), forderte gegen Eduard Beger, Stanislaw Koslowski und Jan Roszak am 
9. September 1941 wegen „schweren Landfriedensbruches" die Todesstrafe. Drei weitere 
polnische Bürger wurden wegen „einfachen Landfriedensbruches" zu 5 Jahren Gefängnis 
verurteilt. 

Die Verurteilung erfolgte gegen alle Rechtsprinzipien nach einem Gesetz, das zur Tatzeit für 
die Angeklagten keine Gültigkeit haben konnte. Hüpers nahm am 3. Oktober 1941 zur Frage 
einer Begnadigung Stellung. Im Faschistenjargon sagte er: „ ... ich halte eine Begnadigung 
nicht für tunlich. Bei den Verurteilten Beger, Koslowski und Roszak handelt es sich um 
gefährliche Rechtsbrecher für die daher in der Volksgemeinschaft kein Raum mehr sein 
darf." 



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Nach bisherigen Ermittlungen war Hüpers an 26 Mordbefehlen beteiligt. Die Schandtaten 
Hüpers sind Bonn durch Veröffentlichungen der DDR mindestens seit 1959 bekannt. Der 
1. Vorsitzende der VVN Niedersachsens, Ludwig Landwehr, erstattete im November 1961 
Strafanzeige gegen diesen Blutjuristen. Doch nicht Hüpers wurde bestraft, sondern Ludwig 
Landwehr im Juli 1962 verhaftet. 

Krebs, Heinrich 

TODESSTRAFE FÜR DEN, DER DIE WAHRHEIT SUCHTE 

heute: 

Richter am Bundessozialgericht. 

Bereits im Jahre 1961 wies der Ausschuß für Deutsche Einheit nach, daß der frühere 
Amtsgerichtsrat in Stuttgart, Sachgebiet Hochverrat, Dr. Heinrich Krebs, einer der 
Blutjuristen Hitlers war, die Todesurteile wegen Nichtigkeiten aussprachen. Als Beamter der 
Staatsanwaltschaft forderte Krebs am 26. Oktober 1943 vor dem Oberlandesgericht Stuttgart 
die Todesstrafe für den Arbeiter Heinrich Fehrentz aus Heidelberg. Fehrentz hatte die 
Wahrheit, die dem deutschen Volk von den Nazis vorenthalten wurde, gesucht und 
verschiedentlich ausländische Rundfunksender gehört. Über diese Nachrichten sprach er mit 
Bekannten. Das galt für Krebs als todeswürdiges Verbrechen. 

Die faschistische Ausnahmeverordnung zum Verbot des Abhörens ausländischer Sender sah 
für Verstöße in der Regel Freiheitsstrafen vor. Aber Krebs wandte diese Verordnung bei 
seiner Anklage nicht an. Er forderte die Verurteilung wegen „Wehrkraftzersetzung" auf 
Grund der berüchtigten Kriegssonderstrafrechtsverordnung und verlangte die Todesstrafe. 
Alle Milderungsmöglichkeiten ließ er unbeachtet. 

Das Todesurteil gegen Heinrich Fehrentz wurde vollstreckt. Im Urteil mußte zugegeben 
werden, daß er nichts als die Wahrheit gesagt hatte: „Er berichtete von den angeblichen 
Erfolgen der Russen an der Ostfront, erklärte, Rußland sei von Deutschland überfallen 
worden und wehre sich um seine Freiheit. " (Aktenzeichen: OJs 1 15/43) 

Krebs hätte nicht einmal nach den nazistischen Unrechtsgesetzen die Todesstrafe aussprechen 
müssen - aber er wollte Nazi-Gegner morden, die die Wahrheit sagten. ( Siehe Tafel 27 ) 

Liebau, Dr. 

TODESSTRAFE AUF VERDACHT 

heute: 

Oberamtsrichter in Seesen. 

In zahlreichen Fällen bekräftigte der ehemalige Sachbearbeiter für Sondergerichte im Nazi- 
Justizministerium und Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan) durch seine 
Unterschrift die Terrorurteile der Ausnahmegerichte. Vom 9. April 1943 stammt eine 
Stellungnahme Liebaus über zehn am 27. November 1942 zum Tode verurteilte 
tschechoslowakische Widerstandskämpfer. Ihnen war zur Last gelegt worden, daß sie 
Beziehungen zu den alliierten Mächten - Großbritannien und der Sowjetunion - unterhalten 
und diese über die Verhältnisse in ihrem Heimatland informiert hätten. Dazu schreibt Liebau: 



153 



„Das Urteil erscheint bedenkenfrei... Gegenüber diesem Sachverhalt ist es ohne 
entscheidende Bedeutung, daß objektiv kein Staatsgeheimnis verraten worden ist... 
Rücksichten auf Familie und Eltern sind gegenüber dem Ausmaß des öffentlichen Interesses 
nicht entscheidend. " 

Neun der tschechoslowakischen Bürger wurden daraufhin am 3. Mai 1943 hingerichtet. 
(Aktenzeichen: 12 J 184/42 g) 

Auch das Todesurteil gegen die 35jährige Franziska Angermeier, die wegen „Brandstiftung" 
angeklagt war - die Tat konnte ihr vom Sondergericht überhaupt nicht nachgewiesen werden - 
, ging durch die Hände Liebaus. In seiner Stellungnahme vom 16. April 1943 sagte er: „Die 
tatsächlichen und rechtlichen Feststellungen des Urteils sind bedenkenfrei. Die Verurteilte ist 
aus der Richtung des Tatortes kommend gesehen worden. " Liebau behauptete, sie sei deshalb 
überführt, und schreibt weiter: „ ... vor allem der Schutz des deutschen Volkes selbst... 
erfordert die Vollstreckung der Todesstrafe ". 

Daraufhin wurde Franziska Angermeier am 7. Mai 1943 dem Henker ausgeliefert. 
(Aktenzeichen: 1 KLs SO 1 1/43) 

Dieser schwer belastete Nazi- Jurist wurde vom Bonner Staat offiziell dazu berufen, seine 
frühere Tätigkeit lediglich mit veränderten Methoden fortzusetzen. Liebau wurde 
Oberstaatsanwalt an der politischen Sonderstrafkammer in Lüneburg. Seine Anklageschriften 
glichen im Wortlaut mitunter fast denen der faschistischen Sondergerichte. In einer 
Anklageschrift vom 4. August 1954 (Aktenzeichen: 2b JS 306/53) gegen zwei Jugendliche 
heißt es z. B.: „Es besteht hinreichender Verdacht, daß auch die beiden Angeschuldigten... 
nach dem Verbot der illegalen FDJ (Freie Deutsche Jugend - d. Hrsg.) als Mitglieder 
angehört haben. " 

Liebau wurde erst aus seinem Amt abberufen, als die demokratische Öffentlichkeit dies durch 
Proteste erzwang. Aber selbst dann wurde er lediglich versetzt, und zwar als Oberamtsrichter 
nach Seesen. Erst im August 1967 trat er in den Ruhestand. 

Meusel, Johannes 

TODESSTRAFE, WEIL SIE SICH ESSWAREN BESCHAFFTEN 

heute: 

Landgerichts dir ektor in Göttingen. 

Die Vettern Drahomir und Miroslaus Moldrzyk, 22 und 21 Jahre alt, tschechoslowakische 
Staatsbürger, wurden am 27. Mai 1944 vom Sondergericht Bielitz (Bielsko) wegen 
„Kriegswirtschaftsverbrechen" zum Tode verurteilt. Den Vorsitz hatte in dieser Verhandlung 
der Nazi-Richter Johannes Meusel, vor 1945 Landgerichtsdirektor bei den Sondergerichten 
Breslau (Wroclaw) und Bielitz. 

Angesichts der Hungerration für Tschechen hatten sich die jungen Männer über Mittelsleute 
Bezugscheine für bewirtschaftete Lebensmittel beschafft. Für den Nazi-Richter Meusel und 
seine Blutrichter-Kollegen war es von vornherein beschlossene Sache, beide „im Namen des 
deutschen Volkes" zum Tode zu verurteilen. 



154 



Der Bürgermeister der Gemeinde Dombrau wandte sich mit einem Schreiben an den 
Verteidiger der beiden Verurteilten: 

„ Völlig unverständlich verhält sich die hiesige Bevölkerung zu der Tatsache, daß die beiden 
Moldrzyks zur Todesstrafe verurteilt worden sind ... Ein Gnadengesuch wird von mir aus als 
Leiter der Gemeindeverwaltung Dombrau sowohl als auch schon aus dem hier herrschenden 
Volksempfinden gegen das harte Urteil befürwortet. " 

Am 16. Juni stellte sich der Oberreichsanwalt an die Seite Meusels und lehnte die Erhebung 
der Nichtigkeitsbeschwerde ab. 

Nach den bisherigen Ermittlungen war Meusel an 22 Todesurteilen beteiligt. 
Neidhard, Friedrich 

TODESSTRAFE WEGEN PATRIOTISCHER HALTUNG 

heute: 

Regierungsdirektor im Justizministerium von Baden-Württemberg. 

Wie „ernst" es der Bonner Regierung mit ihren Freundschaftsbezeugungen gegenüber dem 
französischen Volk ist, läßt sich am Fall Neidhard ablesen. Obwohl den zuständigen 
Regierungs- und Justizbehörden Westdeutschlands seit Jahren bekannt ist, daß Neidhard 
Mordbefehle gegen französische Bürger erteilte, wurde er - statt ihn des Amtes zu entheben - 
1959 sogar vom Oberregierungsrat zum Regierungsdirektor befördert. 

Besonderes Aufsehen erregte die Enthüllung der Strasbourger „Humanite d'Alsace et de 
Lorraine", die am 17. Februar 1963 berichtete: Durch den Urteilsspruch des Blutjuristen 
Neidhard am 17. Februar 1943 wurden 13 junge französische Wehrdienstgegner durch ein 
faschistisches Exekutionskommando in der Nähe des KZ Struthof ermordet. 

Auf die Fragen des Journalisten Hellmut Rieber, Karlsruhe, rechtfertigte Neidhard, der 
frühere Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Straßburg, dieses Blutbad noch in den 
Februartagen 1963: „Es ist ein ordentliches Gericht gewesen. Die Sache ist hier nachgeprüft. 
Es handelt sich um ein rechtskräftiges Urteil und meiner Erinnerung nach wegen Mord. " In 
Wirklichkeit hatten die jungen Franzosen versucht, in die Schweiz zu fliehen, weil sie sich 
nicht für Hitler gegen das eigene Volk mißbrauchen lassen wollten. 

Doch damit ist Neidhards Blutkonto bei weitem nicht erschöpft. Nach bisherigen 
Ermittlungen liegen von ihm fünf Todesurteile vor. Am 26. November 1943 verurteilte er 
unter ändern die beiden Elsässer Karl Ziller und Robert Eckert wegen angeblicher 

„ hochverräterischer Umtriebe, Vorbereitung zum Hochverrat, Feindbegünstigung, 
Beschimpfung des Reichs und Abhörens nichtdeutscher Sender" zum Tode. (Aktenzeichen: 
So KLs 193/43) 

Die beiden Verurteilten hatten dem Faschismus Widerstand geleistet. Ziller hatte sich als 
Elsässer in mehreren Aufrufen gegen die völkerrechtswidrige Einführung der allgemeinen 
Wehrpflicht im okkupierten Elsaß gewandt. Eckert hatte ebenfalls einen Aufruf gegen die 
Nazi-Herrschaft verfaßt. Neidhard sprach ihnen das Urteil wegen ihrer patriotischen, 
demokratischen und im Einklang mit dem Völkerrecht stehenden Haltung. Der Faschist 
schrieb in dem Urteil: „ Wer die Hand gegen das Reich zu erheben wagt, hat sein Leben 



155 



verwirkt... Auch wenn der entstandene Schaden in Wirklichkeit jedenfalls nicht sehr 
bedeutend war. Dies ändert nichts ..." ( Siehe Tafel 28 ) Ein Ermittlungsverfahren gegen 
Neidhard wurde am 28. Juni 1966 unter dem Aktenzeichen Is 1/62 vom Generalstaatsanwalt 
in Stuttgart eingestellt. 

Ottersbach, Karl-Heinz 

JUDEN DER GESTAPO AUSGELIEFERT 

Bis Frühjahr 1965: 
Staatsanwalt in Lüneburg. 

Karl-Heinz Ottersbach gehört zu jenen belasteten Nazi- Juristen, die wegen ihrer 
„Erfahrungen" wieder in den politischen Dienst der Adenauer- Justiz gestellt wurden. Als 
ehemaliger Staatsanwalt am Sondergericht Kattowitz (Katowice) machte er sich im Sinne der 
Nazis durch seine enge Zusammenarbeit mit der Gestapo besonders verdient. 

Am 26. April 1942 verfaßte Ottersbach eine Anklageschrift gegen die polnischen Bürger 
Jakob Horowitz, geboren 15. Mai 1896, aus Chrzanow, und die Witwe Reisla Gutfreund, 
geboren am 28. Dezember 1908, ebenfalls aus Chrzanow. Beide Bürger mußten auf Grund 
der globkeschen Rassengesetze den zweiten Vornamen Sara bzw. Israel tragen. 

Nach der faschistischen Okkupation war ihnen die Existenz geraubt worden. Um sich den 
Lebensunterhalt verdienen zu können, betrieben sie ihren Textilhandel notdürftig in ihrer 
Wohnung weiter. Da Juden in Polen so gut wie keine Lebensmittel zugeteilt erhielten - 1941 
bekamen sie nur 184 Kalorien je Tag, das ist weniger als zwei Brötchen -, tauschten sie 
Textilien gegen Nahrungsmittel. 

Ottersbach forderte deshalb Einziehung der noch verbliebenen kaum nennenswerten Habe 
und sechs bzw. drei Jahre verschärftes Straflager, was für die jüdischen Menschen den 
sicheren Tod bedeutete. Der Antrag Ottersbachs gegen Horowitz wurde durch Urteil des 
Sondergerichts Kattowitz am 10. September 1942 bestätigt. Doch der Unmensch Ottersbach 
begnügte sich nicht einmal damit. Eigenhändig schrieb er die Auslieferung des polnischen 
Bürgers Horowitz an die „Staatspolizeileitstelle" Kattowitz aus. Über Frau Gutfreund befindet 
sich in den Akten lediglich ein Vermerk, daß sie am 15. April 1942 von der Gestapo ins KZ 
Auschwitz gebracht wurde. Daß auch das Ottersbachs Werk war, geht aus seinem 
Aktenvermerk vom 10. August 1942 hervor, in dem es heißt: 

„Gegen die Gutfreund werde ich die Anklage in der Hauptverhandlung nicht verlesen." 

Gegen unschuldigen Polen Todesstrafe beantragt 

Am 9. Juli 1942 stand der Schuhmacher Vinzent Furmann, geboren am 31. März 1903, vor 
dem Sondergericht Kattowitz (Katowice). Ihm wurde Waffenbesitz zur Last gelegt. Während 
der Vernehmungen hatte Furmann seine Unschuld beteuert. Dann wurde er derart 
zusammengeschlagen, daß er sogar beim Fotografieren gestützt werden mußte. Während 
eines solchen „Verhörs" wurde ein Geständnis von ihm erpreßt, das jeglicher Grundlage 
entbehrte. Selbst das Sondergerichtsurteil mußte das zugeben: 

„Durch die Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung konnte der Angeklagte nicht überführt 
werden. Der Zeuge Kriminalsekretär Polaczek hat bestätigt, daß der Angeklagte vom 



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Kalfaktor geschlagen worden ist. Die damals abgelegten Geständnisse des Angeklagten 
konnten daher dem Urteil nicht zugrunde gelegt werden." 

Ottersbach aber beantragte in der Hauptverhandlung des Sondergerichts am 9. Juli 1942 
trotzdem die Todesstrafe. Er wollte auf jeden Fall die Ermordung des unschuldigen 
Menschen. Als selbst das faschistische Sondergericht auf Freispruch erkennen mußte, stellte 
Ottersbach den Antrag, Vinzent Furmann der Gestapo auszuliefern. Da dieser Willkürakt 
Ottersbachs zu offensichtlich war, sah sich sogar das Sondergericht Kattowitz, das sonst 
skrupellos Todesurteile fällte, gezwungen, auch diesen Antrag abzulehnen. 

Bar jeden menschlichen Gefühls 

„Hiermit wende ich mich, ein dreizehnjähriges Kind, mit flehender Bitte um Freilassung 
meiner einzigen lieben Mutter. Wir sind 7 ganz kleine Kinder, mein kleines Brüderchen ist 
erst drei Monate alt, ich bin ratlos, denn ich habe kein Geld und bin zu klein, die sechs 
Geschwister allein zu betreuen . . . Ich bin schon selbst krank. Wir sind Waisen ohne Vater 
und Mutter, denn Vater ist schon seit langen Monaten von uns weg, wir wissen nichts von 
ihm." 

Diese Worte schrieb die Tochter von Helene Michon, geboren am 22. Juni 1907, und von 
Roman Michon am 16. Juni 1942 in einem Gnadengesuch nieder, das der Staatsanwaltschaft, 
also Ottersbach, zugeleitet wurde. Beide Elternteile waren inhaftiert; die Mutter - bis dahin 
unbestraft -, weil sie gestohlenes Geflügel gekauft hatte, um ihre Familie durchzubringen. 

Die polnische Bevölkerung erhielt jahrelang nur ein Drittel der Hungerrationen der deutschen 
Bevölkerung von 1945. Über den Vater geht aus der Akte weiteres nicht hervor. 

Ottersbach beantragte in der Hauptverhandlung am 29. Mai 1942 gegen Helene Michon zehn 
Jahre verschärftes Straflager, dem kaum ein Mensch lebend entkam. Ausgesprochen wurde 
vom Sondergericht eine Strafe von vier Jahren verschärftes Straflager. Auch dieses Opfer 
Ottersbachs wurde am 16. Dezember 1942 in das KZ Auschwitz gebracht. Unter dem 
3. Mai 1943 teilte die Gestapo dem Oberstaatsanwalt des Sondergerichts Kattowitz 
(Kattowice) mit, daß Frau Michon im KZ Auschwitz, „verstorben" ist. 

Ottersbach hatte es in der Hand, die Mutter der sieben Kinder zu retten. Aber er beschwor die 
furchtbare Tragödie für diese polnische Familie herauf. 

Darüber hinaus beantragte Ottersbach nach bisherigen Ermittlungen noch folgende 
Todesurteile: 

am 19. Mai 1942 gegen Eduard Rodak, geboren am 22. Mai 1916, weil er an der 
Schwarzschlachtung einer Kuh teilgenommen hatte; 

am 23. Juli 1942 gegen Bronslawa Ciecielska, geboren am 5. August 1896, und gegen Ottilie 
Wojcikiewicz, geboren am 8. Februar 1907, weil sie als Bäckereiinhaber an die notleidende 
Bevölkerung Brot verkauft und die Verkäufe durch gefälschte Brotmarken zu decken versucht 
hatten. 

Die beiden zuletzt Genannten wurden am 14. August 1942 hingerichtet. ( Siehe Tafel 23 ) 



157 



Trotz dieses Schuldkontos wurde Ottersbach wieder in den westdeutschen Justizapparat 
eingestellt. Mehr noch, er wurde beauftragt, an der politischen Sonderstrafkammer gegen 
Friedenskämpfer und aufrechte Demokraten zu Gericht zu sitzen. 

Der Oberlandesgerichtspräsident i. R. Dr. Richard Schmid, Stuttgart, sagte über Ottersbach: 
„Dieser Fall ist der übelste und der, der am wenigsten Zweifel oder Entschuldigungen 
aufkommen läßt. Meines Erachtens hätte die niedersächsische Justizverwaltung die 
Anstellung von Staatsanwalt Ottersbach ... sofort widerrufen oder anfechten müssen. " (Stern, 
Hamburg, 7. Juni 1964) 

Ottersbach knüpfte unmittelbar an seine Sondergerichtstätigkeit an. Das gab er unumwunden 
in der rechtswidrigen Hauptverhandlung gegen den DDR-Bürger Paul Butschek am 13. Mai 
1960 zu, indem er äußerte: 

„Aus Ihrer Inhaftierung in den Jahren 1933 bis 1945 haben Sie nichts gelernt." 

Ottersbach erklärte weiter, man müsse gegen Herrn Butschek, den er als „unverbesserlichen 
kommunistischen Funktionär" bezeichnete, ein Exempel statuieren, und beantragte acht 
Monate Gefängnis. Butschek hatte Gespräche mit DGB-Kollegen geführt! 

Am 14. Juni 1961 forderte Ottersbach 51 Monate Gefängnis gegen die westdeutschen Bürger 
Richard Brennig, Landrat a. D., und Heinz Hilke, Journalist, weil sie in der „Gemeinschaft 
zur Wahrung demokratischer Rechte" mitgearbeitet hatten. In einer siebenstündigen 
Anklagerede propagierte der Blutrichter die atomare Aufrüstung der Bundeswehr; eine Politik 
der Verhandlungen bezeichnete er als witzlos. 

Über vier Jahre mußten die DDR und demokratisch gesinnte Bürger Westdeutschlands darum 
kämpfen, daß Ottersbach aus seiner Funktion entfernt wurde. Der ehemalige niedersächsische 
Justizminister, von Nottbeck, der selbst zur 5. Kolonne Hitlers im damaligen Estland gehörte 
und nach dem Überfall auf Polen die Hitlerpolitik auf wirtschaftlichem Gebiet in Posen 
(Poznan) durchpeitschte, stellte sich immer wieder schützend vor den Blutjuristen. Erst im 
Frühjahr 1965 zog er Ottersbach aus der Schußlinie. Aber nichts wurde bisher getan, ihn 
gerichtlich zur Verantwortung zu ziehen. Im Gegenteil: Er erhält eine hohe Pension. 

Ottersbach, der polnische Bürger ermorden ließ, kann in Westdeutschland auf ein neues 
Schuldkonto zurückblicken: Er wirkte nach zur Zeit noch unvollständigen Feststellungen an 
der Verurteilung von 21 Patrioten - vorwiegend Frauen, die in der Arbeitsgemeinschaft 
„Frohe Ferien für alle Kinder" mitarbeiteten - mit, denen insgesamt 19 Jahre Gefängnis 
auferlegt wurden. 

Rhode, Werner 

TODESSTRAFE ALS „ABSCHRECKUNG" 

heute: 

Regierungsdirektor im Justizministerium Schleswig-Holsteins. 

Der tschechische Hilfsarbeiter Josef Tyburec war - so sagte das Urteil des Sondergerichts 
Prag vom 26. Januar 1945 - „als Weichensteller eingeübt" worden. Auf Antrag des 
Staatsanwalts beim Sondergericht Prag, Werner Rhode, erging das Todesurteil, weil der 
Angeklagte angeblich „vorsätzlich einen Zusammenstoß herbeigeführt und dadurch Sabotage 



158 



getrieben " hätte. Bei diesem Unfall war niemand verletzt worden. Trotzdem behauptete das 
Gericht, dieser Zusammenstoß könne nur mit der Höchststrafe gesühnt werden. Das Gericht 
gab also zu, daß es selbst nach den Nazi-Gesetzen die Möglichkeit hatte, auf eine geringere 
Strafe zu erkennen. Als Begründung für die Todesstrafe wurde ein „Abschreckungsbedürfnis" 
konstruiert und zynisch hinzugesetzt: „ ...auch wenn die persönlichen Verhältnisse des 
Angeklagten und sein leichter Schwachsinn berücksichtigt werden ". 

Vor fünf Jahren haben der Verband der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der CS SR 
und der Sozialistische Studentenbund Westdeutschlands gegen Rhode Strafantrag gestellt. 
Rhode ist auf der Kriegsverbrecherliste der Regierung der CSSR unter der Nummer A 38/88 
verzeichnet. Anfang August 1962 erklärte ein Sprecher des Landesjustizministeriums von 
Schleswig-Holstein ausdrücklich, daß die Willkürurteile Rhodes bekannt seien. Zynisch 
bemerkte der Sprecher, daß seine Behörde aber nicht daran denke, Rhode zur Verantwortung 
zu ziehen. 

110 Todesurteile wurden bisher aufgefunden, die Rhode beantragte. Trotzdem stellte die 

Staatsanwaltschaft Kiel das gegen Rhode eingeleitete Ermittlungsverfahren am 

8. Dezember 1960 (Aktenzeichen: 2 Js 840/59) ein. Rhodes „Erfahrungen" als Anwalt des 

Todes sollen in den Dienst des neuen Strafgesetzbuches und der Notstandsdiktatur gestellt 

werden. 

Schüle, Erwin 

VERURTEILTER KRIEGSVERBRECHER 
WURDE BONNER NAZI-„JÄGER" 

heute: 

Bis 31. August 1966 Leiter der Ludwigsburger Zentralstelle zur Aufklärung 
nationalsozialistischer Gewaltverbrechen, danach Oberstaatsanwalt in Stuttgart. 
„Im Jahre 1933 trat ich der SA bei und bin seit 1935 Parteigenosse ", das schrieb Erwin 
Schule eigenhändig in seinem Lebenslauf am 3. September 1943 „im Felde". 

Welche Rolle er dort spielte, geht daraus hervor, daß er in der Sowjetunion als 
Kriegsverbrecher zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt wurde. Schule gehörte seit März 1943 
als Ordonnanzoffizier der Abteilung IC des Divisionsstabes der 215. Infanteriedivision an, die 
vor Leningrad die „Politik der verbrannten Erde" und der Aushungerung der 
Zivilbevölkerung praktizierte. Unmittelbar vor Kriegsende befehligte er noch eine der 
berüchtigten Sonderstrafkompanien, und zwar die der 253. Infanteriedivision. 

Die Vergangenheit des heutigen Oberstaatsanwalts diente Bonn als Empfehlung, ihn als 
Verantwortlichen für die mit großem Propagandaaufwand gebildete Zentralstelle zur 
Aufklärung der Naziverbrechen einzusetzen. Ihm war von vornherein die Rolle zugedacht, die 
von Bonn seit Bestehen der Bundesrepublik systematisch betriebene Politik des Schutzes der 
Nazi- und Kriegsverbrecher unter dem Deckmantel der Zentralstelle fortzusetzen. In der Tat 
wurde auch seit Bestehen der Zentralstelle z.B. nicht einer der Schreibtischmörder vor Gericht 
gestellt, deren Federstrich mitunter den Tod Tausender und Zehntausender Menschen 
bedeutete. 

Nachdem die Bonner Regierung am 5. November 1964 im Widerspruch zum Willen der 
Völker und zum Völkerrecht beschlossen hatte, die Nazi- und Kriegsverbrechen im Mai 1965 
verjähren zu lassen, sprach sich auch Schule für die Verjährung aus. 



159 



Das „Spandauer Volksblatt", Westberlin, vom 16. Februar 1965 schrieb zum Fall Schule: 

„Nun wäre nichts dagegen einzuwenden, wenn Herr Schule als Sachbearbeiter eines 
Grundbuchamtes, auch in gehobener Amtsstellung, der Bundesrepublik seine wertvollen 
Dienste widmete. Auch als Eisenbahn- oder Postreferent würde niemand seiner Karriere 
Hindernisse in den Weg legen. Aber daß die Bundesregierung ausgerechnet den früheren SA- 
Mann und NSDAP-Kämpen Schule zur Aufklärung von Naziverbrechen nach Warschau 
entsendet, ist einfach mehr als eine unerträgliche Mißachtung der Gefühle aller von den Nazis 
barbarisch versklavten Völker. Ist denn wirklich niemand mehr an verantwortungsvoller 
Stelle fähig, Geschmacklosigkeit von Unerträglichkeit zu distanzieren?" ( Siehe Tafel 29 ) 



Ein feingesponnenes Netz 

Es bedarf wohl keiner Beispiele mehr, um zu beweisen, daß der Bonner Staat mit wenig 
veränderten Methoden die Terrorjustiz des „Dritten Reiches" fortsetzt. Nur eines sei noch 
gezeigt: Wie funktionssicher das Netz der Nazi- Juristen in Westdeutschland gespannt und wie 
gut die Rollen dabei verteilt wurden. 

DER OBERLANDESGERICHTSBEZIRK HAMM 

Einer der 1 8 Oberlandesgerichtsbezirke der Bundesrepublik ist Hamm. Nach dem Handbuch 
der Justiz 1964 über „Die Träger und Organe der rechtsprechenden Gewalt in der 
Bundesrepublik Deutschland", Seite 126, umfaßt dieser Bezirk des Oberlandesgerichts die 
Regierungsbezirke Arnsberg, Detmold und Münster sowie vom Regierungsbezirk Düsseldorf 
die Städte Essen und Kettwig. In ihnen befinden sich 10 Landgerichte, und zwar in Arnsberg, 
Bielefeld, Bochum, Detmold, Dortmund, Essen, Hagen, Münster, Paderborn, Siegen. Die 
Justiz dieses Bezirkes trägt die Verantwortung für 8323259 Menschen. 

TERRORRICHTER AMTIEREN IN DORTMUND ... 

In Dortmund sitzt in der Strafverfolgungsbehörde Oberstaatsanwalt Pippert, früher Erster 
Staatsanwalt beim Sondergericht Wien. Als Sachbearbeiter im Nazi- Justizministerium 
befürwortete er das Todesurteil gegen die nach Deutschland zwangsverschleppten 
griechischen Staatsbürger Nicolaus Mourtzeas und Johann Saridakis. In seiner Stellungnahme 
vom 15. November 1944 erklärte er unter anderem: „Das Urteil ist bedenkenfrei. Die 
Verurteilten haben in skrupelloser Weise das Gastrecht(!),das sie in Deutschland genossen, 
mißbraucht... " (AZ: 6 S KLs 65/44, 802) 

Neben Pippert amtiert als Erster Staatsanwalt der frühere Ankläger beim Sondergericht Essen, 
Otto-Wolf gang Schultze. Hinzukommen der Landgerichtsdirektor Dr. Rudolf Becker, 
ehemaliger Oberkriegsgerichtsrat der Wehrmachtskommandantur Berlin, ferner der frühere 
Kriegsgerichtsrat Walter Philippi sowie der frühere Oberamtsrichter Fähndrich vom 
Sondergericht Kattowitz (Katowice). Fähndrich verurteilte beispielsweise am 3. Dezember 
1942 fünf polnische Bürger in einem Verfahren nach der „Polen-Strafrechtsverordnung" zum 
Tode. Am 27. Oktober 1944 sprach dieser Nazi-Richter das gleiche Urteil gegen die Polen 
Wilhelm und Johann Wieczorek wegen sogenannter Vorbereitung zum Hochverrat. 



160 



Auch der Amtsgerichtsrat Bruntsch - früher Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Freiberg und 
Referent für Hochverratssachen im Nazi- Justizministerium - amtiert in dieser Stadt. 

...IN BIELEFELD... 

In Bielefeld, das nur ein Viertel soviel Einwohner hat wie Dortmund, sieht das Bild der 
„gereinigten Justiz" noch übler aus. Der dortige Oberstaatsanwalt Depenbrock war schon zur 
Zeit Hitlers Ankläger beim Sondergericht der gleichen Stadt. Der Erste Staatsanwalt 
Bellwinkel war sogar Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof. Bellwinkel hat unter anderem 
das Todesurteil gegen den Erfurter Kammermusiker Ernst Fink erwirkt. Der Grund: Fink 
hatte zwei Bilder des „Führers" zerschnitten. 

Der Erste Staatsanwalt Dr. Josef Glunz war Staatsanwalt beim Sondergericht Essen. Sein 
ranggleicher Kollege Hagmann und Staatsanwalt Hans Köhne waren Ankläger in 
„Rassenschandesachen" in Dortmund. Landgerichtsdirektor Huber gewann seine Erfahrung 
als Landgerichtsrat beim Sondergericht Dortmund, Landgerichtsdirektor Dr. Keil als 
Kriegsgerichtsrat, Landgerichtsdirektor Dr. Kuhlmann als Oberfeldrichter, Oberamtsrichter 
Strümpler als Oberlandesgerichtsrat beim Sondergericht Bielefeld, Amtsgerichtsrat 
Oldenburg in gleicher Position beim Sondergericht Prenzlau. Am 26. November 1943 
verurteilte Oldenburg den Landarbeiter Friedrich Wilhelm Bartelt zum Tode, weil er sich 
nach einem Fliegerangriff ein paar Sachen im Werte von etwa 15 RM angeeignet hatte. 

Von den Bielefelder Landgerichtsräten, Oberamtsrichtern und Amtsgerichtsräten, die ihrem 
„Führer" bei Kriegs- und Sondergerichten gedient haben, sei an dieser Stelle noch 
Landgerichtsrat Dr. Regis erwähnt: Er steht auf der internationalen Kriegsverbrecherliste 
(Nr. 40/142). Selbst das berüchtigte Gefangenenlager Oberems und die Haftanstalt Bielefeld 
werden von einem ehemaligen Oberfeldrichter, Regierungsdirektor Dr. Bernd Holl, geleitet. 

...IN BOCHUM... 

Auch Bochum gehört zum Oberlandesgerichtsbezirk Hamm. Diese Kohle- und Eisen-Stadt ist 
halb so groß wie Dortmund; aber es sitzen hier noch mehr ehemalige Kriegs- und 
Sonderrichter als in Dortmund. Auf den Posten des Leiters des Strafgefängnisses und der 
Untersuchungshaftanstalt wurde ein Mann geschoben, der als Erster Staatsanwalt für 
politische Straf Sachen in der tschechisch-böhmischen Bezirksstadt Leitmeritz (Litomerice) 
für die faschistischen Okkupanten tätig war, Oberregierungsrat Heinz Esser. 

Der Oberstaatsanwalt Dr. Hüntemann war ebenfalls in der Kriegszeit Staatsanwalt für 
politische Strafsachen, und zwar beim Oberlandesgericht Hamm. Sein Kollege, 
Oberstaatsanwalt Schäper, war Ankläger beim Sondergericht Brunn (Brno). Vier Todesurteile 
„wegen Feindbegünstigung" - also wegen Begünstigung von Tschechen durch Tschechen! - 
erwirkte er allein am 23. Februar 1944. Staatsanwalt Sernau war bereits Staatanwalt beim 
Sondergericht Dortmund, der Landgerichtsdirektor Dr. Boes Landgerichtsrat beim 
Sondergericht Essen, die Landgerichtsdirektoren Hänert und Dr. Witzig waren 
Kriegsgerichtsräte. Durch Hänerts Richtspruch wurde noch am ö.März 1945 Gerhad Wagner 
erschossen. Hänert hatte ihn zwei Tage vorher „wegen Feigheit" zum Tode verurteilt. 
Oberamtsrichter Schmiedeberg war Staatsanwalt beim Sondergericht Stettin (Szczecin) und 
Amtsgerichtsrat Wallis Oberstabsrichter der 8. Division Oppeln (Opole). 



...IN MÜNSTER... 



161 



Werfen wir noch einen Blick auf eine weitere Stadt des Oberlandesgerichtsbezirks Hamm, auf 
Münster. Der dortige Landgerichtsdirektor Bödding war im Hitlerstaat Landgerichtsrat beim 
Sondergericht Bielefeld und Landgerichtsdirektor Dr. Verspohl Oberstabsrichter der 
12. Luftwaffen-Felddivision. Auf dem Schuldkonto Verspohls stehen die Todesurteile gegen 
den tschechoslowakischen Staatsbürger Albert Michek und den Elsässer Heinrich Stenger, die 
völkerrechtswidrig in die faschistische Wehrmacht gepreßt worden waren. Oberstaatsanwalt 
Duhme war Ankläger beim Sondergericht Bielefeld, Oberverwaltungsgerichtsrat Hönneckes 
Kriegsgerichtsrat, Sozialgerichtsrat Dr. Kieler Oberamtsrichter beim Sondergericht Oppeln 
(Opole) und Oberstaatsanwalt Dr. Knippenberg Ankläger beim Sondergericht Dortmund. 

Der Erste Staatsanwalt Niemer, Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Roesler und 
Oberverwaltungsgerichtsrat Dr. Wildt waren Spezialisten für politische Strafsachen; Niemer 
als Erster Staatsanwalt in Hamm, dem Sitz des Oberlandesgerichts, Roesler als 
Oberlandesgerichtsrat in Posen (Poznan), Wildt als Staatsanwalt in Kassel. 

Der Staatsanwalt Rosendahl hat als Ankläger beim Sondergericht Thorn (Torun) und der 
Erste Staatsanwalt Schwarze beim Sondergericht Halle eine ganze Reihe von Todesurteilen 
erwirkt. Die Personalakten von Schwarze sagen unter anderem aus, daß er im Kriege vom 
Wehrdienst „freigestellt" war „zur Erfüllung kriegswichtiger Aufgaben". Er wurde am 1. Mai 
1933 Mitglied der NSDAP, ging in die SA, wurde förderndes Mitglied der SS, Rechtsberater 
im Sturmbann 1/174, Geschäftsführer beim Kreisgericht der NSDAP, Kreisstellenleiter für 
Propaganda und Schulung, Kammervorsitzender des Kreisparteigerichts usw. 

Dr. Diderichs, ebenfalls Staatsanwalt in Münster, verurteilte als Oberstabsrichter der 
8. Panzerdivision noch in den letzten Kriegswochen den jungen Elsässer Peter Schröder zum 
Tode, der sich durch die Hand geschossen hatte, um sich dem weiteren sinnlosen Kriegsdienst 
zu entziehen. Im Urteil des Standgerichts der 8. Panzerdivision stellt Diderichs fest: „Er will 
als Lothringer nicht für die deutsche Sache kämpfen ..." Auch der erst 20 Jahre alte Schütze 
Werner Grieser wurde noch am 19. März 1945 auf Befehl Diderichs ermordet. 

...UND IN HAMM 

Richtungweisend und verbindlich für die Spruchpraxis der Land- und Amtsgerichte ist die 
Rechtsprechung der Oberlandesgerichte. Das für Dortmund, Bielefeld, Bochum und Münster 
zuständige Oberlandesgericht befindet sich in Hamm. 

In Hamm sitzen gleich vier Oberstaatsanwälte in Amt und Würden, die aus der faschistischen 
Strafjustiz hervorgegangen sind. Sie alle hätten nach den Kontrollratsgesetzen entlassen 
werden müssen. Oberstaatsanwalt Dr. Göke war während des Krieges Ankläger beim 
Sondergericht Bielefeld, die übrigen drei wüteten bei Sondergerichten hinter der „Ostfront": 
Stähler in Danzig (Gdansk), Wälzholz und der Leitende Oberstaatsanwalt Dr. Gugler in 
Breslau (Wroclaw). 

Bisher sind über 30 Todesurteile aufgefunden worden, die auf Antrag Stählers ausgesprochen 
wurden, darunter eine ganze Reihe gegen Frauen. Noch im letzten Kriegsjahr erwirkte er an 
einem einzigen Tag sechs Todesurteile „wegen Beihilfe zur Fahnenflucht". Auch unter diesen 
Verurteilten befand sich eine Frau. Viele Angeklagte stempelte er wegen geringer Vergehen 
zu „Volksschädlingen" und lieferte sie dem Henker aus. 

Zu den leitenden Anklagevertretern in Hamm gesellen sich solche Richter des 
Oberlandesgerichts wie die Senatspräsidenten Laube, ehemals Staatsanwalt für politische 



162 



Todesurteilssachen im Nazi- Justizministerium, und Dr. Rein, schon zur Hitlerzeit 
Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Dortmund. Dazu kommen: Oberlandesgerichtspräsident 
Dr. Rempe - früher Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium; Senatspräsident Josef 
Schwarze - früher Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium; die Oberlandesgerichtsräte 
Boenicke -früher in der Abteilung für politische Strafsachen im Nazi- Justizministerium -, 
Lindemann - früher Landgerichtsrat beim Sondergericht Dortmund, und Helmut John - früher 
Kriegsgerichtsrat der 20. Panzerdivision und andere. 

Verständlich ist, daß diese leitenden Nazi- Juristen jede Gelegenheit benutzen, um ihre alten 
Komplicen wieder in Stellungen zu bringen, in denen sie ihren Einfluß möglichst ungehindert 
ausüben können. Das geschah auch im Fall des ehemaligen Oberstabsrichters Dr. Siegfried 
Wehdeking, Richter der 999er Strafgefangenenbrigade. Wehdeking, so heißt es in seinen 
Personalakten, gab sich „unendliche Mühe..., die Flüchtigen zu fassen". Diesem Kriegsrichter 
wurde ein Posten zugeschanzt, der ihm die Möglichkeit gibt, im gleichen Sinne, wenn auch in 
anderem Gewände, zu wirken: als Strafanstaltspfarrer im Gefängnis von Werl. Und Werl 
gehört ebenfalls zum Oberlandesgerichtsbezirk Hamm. Der ehemalige Oberstaatsanwalt beim 
Sondergericht Graudenz (Grudziadz), Dr. Theodor Grünau, ist heute Regierungsdirektor im 
Strafvollzugsamt Hamm. Im Dezember 1941 lehnte Grünau die Begnadigung des zum Tode 
verurteilten polnischen Tiefbauarbeiters Franz Koslowski ab. Koslowski hatte die 
faschistischen Okkupationsbehörden gebeten, ihn nicht nach Deutschland zur Zwangsarbeit 
zu verschleppen, weil er seine alte Mutter und kranke Schwester ernähren mußte. 

Im vergangenen Jahr sind noch weitere ehemalige Sonder- und Kriegsrichter im 
Oberlandesgerichtsbezirk Hamm festgestellt worden. Ihre Namen wurden in der 
Dokumentation des Nationalrates der Nationalen Front des demokratischen Deutschland 
„Bonn sanktioniert Kriegsverbrechen" im November 1964 veröffentlicht. Bedarf es noch 
eines Beweises, daß es in den anderen Oberlandesgerichtsbezirken Westdeutschlands ähnlich 
aussieht? 

EIN UNHEILVOLLER VERSTOSS 

Der bürgerliche englische Journalist Sefton Delmer schätzte diese gefährliche Entwicklung im 
„Daily Expreß" vom 17. September 1957 folgendermaßen ein: 

„Von all den Verstößen gegen die alliierten Pläne, die Dr. Adenauer in den acht Jahren, die er 
bereits an der Macht ist, sanktioniert hat, ist nach meiner Meinung diese Wiedereinsetzung 
der Terrorrichter Hitlers am unheilvollsten. Denn es besteht die ständige Gefahr, daß diese 
Männer, die einst Steigbügelhalter gewesen sind, bereit sein werden, abermals 
Steigbügelhalter zu sein!" 

Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), Wien, kam 1965 zu der 
Schlußfolgerung: 

„Die Tatsache, daß fast zwanzig Jahre nach der Kapitulation des , Dritten Reiches' das 
Problem der Naziverbrechen noch immer nicht in befriedigender Weise gelöst worden ist, daß 
es die zwischenstaatlichen Beziehungen vergütet und eine Bedrohung der Zukunft darstellt, 
rührt daher, daß die Deutsche Bundesrepublik sich weigert, die Grundsätze ihres Strafrechtes 
und dessen praktische Anwendung den Prinzipien anzupassen, die sowohl vom 
Internationalen Recht als auch durch die Jurisdiktion aller zivilisierten Länder allgemein 
anerkannt werden." 



163 



Es ist unbestritten: Der Bonner Staat hielt zu jeder Zeit und in jeder Beziehung seine Hände 
schützend über die Mörder in den Richterroben. 



Liste belasteter Nazi-Juristen im Dienste des Bonner Staates. 

Abbott, Josef, geb. 28.7.1913 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Danzig (Gdansk) 

heute: Erster Staatsanwalt in Koblenz 

Ahlborn, Alfred, geb. 20.12.1906 

früher: Landgerichtsrat im Nazi- Justizministerium 

heute: Amtsgerichtsrat in Badwaldsee 

Aichinger, Rudolf, geb. 13.9.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 6. Panzerarmee; Oberfeldrichter z.V. des Chefs des 
Heeresjustizamtes 

heute: Rechtsanwalt in Weißenburg 

Albani, Theodor, geb. 3.10.1906 

früher: Oberstabsrichter 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Detmold 

Albrecht, Paul, geb. 12.2.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Duisburg 
heute: Amtsgerichtsrat in Mönchengladbach 
Albrecht, Rudolf, Dr., geb. 5.2.1903 



164 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur der rückwärtigen Gebiete 540; 
Oberfeldrichter beim AOK 17 

heute: Rechtsanwalt in München 

Althanns, Moritz, Dr., geb. 19.11.1907 

früher: Staatsanwalt in Leipa (Ceska Lipa) 

heute: Landgerichtsdirektor in Bamberg 

Altherr, Anton, geb. 26.1.1909 

früher: Staatsanwalt in Zweibrücken; 1933 SS; SD, Einsatzgruppe D 
heute: Erster Staatsanwalt in Kaiserslautern 
Amedick, Ewald, Dr., geb. 3.2.1907 

früher: Landgerichtsrat in Dortmund; beteiligt an „Rassenschande"-Urteilen 

heute: Landgerichtsdirektor in Paderborn 

Anger, Erich, Dr. Dr., geb. 1.7.1902 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Leipzig 

heute: Erster Staatsanwalt in Essen 

Ankenbrand, Otto, Dr., geb. 19.2.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Nürnberg-Fürth 

heute: Amtsgerichtsrat in Erlangen 

Arland, Friedrich, geb. 22.8.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag 

heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg 

Arndt, Hans-Dietrich, geb. 22.10.1909 

früher: Landgerichtsrat in Mainz; Ermittlungsrichter des „Volksgerichtshofes" 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Koblenz 
Arndt, Karl, Prof. Dr., geb. 27.2.1904 

früher: Kammergerichtsrat; Stellvertretender Gruppenleiter beim „Reichsprotektor" in 
Prag; 1933 SS 



165 

heute: Oberlandesgerichtspräsident in Bremen; Chef des „Wiedergutmachungssenats" 
in Bremen, Mitglied der internationalen Kommission für „Wiedergutmachung" in 
Koblenz 

Arnold, Heinrich, Dr., geb. 1.11.1908 

früher: Fliegender Armeerichter, Oberstabsrichter AOK 6 beim Militärbefehlshaber in 
Frankreich und AOK 14 

heute: Rechtsanwalt in Memmingen 

Augat, Kurt, geb. 11.8.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 710. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsrat in Kiel 

Aumüller, Gustav, Dr., geb. 27.10.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 5. Gebirgsdivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Würzburg 

Axt, Otto, geb. 11.2.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 182. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Darmstadt 
Babendreyer, Dr., geb. 6.4.1910 

früher: Amtsrichter in Neumark, denunzierte den polnischen Tiefbauarbeiter Franz 
Koslowski (Siehe Seite 130) 

heute: Amtsgerichtsrat in Lippstadt 

Bähr, Karl, Dr., geb. 16.9.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Celle und Hannover 
heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 
Baitinger, Gustav, geb. 13.9.1908 

früher: Staatsanwalt in Stuttgart; 1931 NSDAP; Gaustellenleiter im Gaurechtsamt der 
NSDAP 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Ulm 
Bakenhus, Heinz, geb. 10.5.1904 



166 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 393 

heute: Landgerichtsdirektor in Oldenburg 

Bändel, Robert, Dr., geb. 18.2.1908 

früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 

heute: Oberamtsrichter in Kehl 

Barbier, Erich, geb. 17.12.1908 

früher: Heeresrichter bei der 46. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Frankenthal 

Baring, Eberhard, geb. 23.6.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 96. Infanteriedivision 

heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht in Celle 

Bartz, Hans, Dr., geb. 1.7.1901 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Frankenthal 

heute: Oberstaatsanwalt in Hamburg 

Bauknecht, Otto, Dr., geb. 29.11.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Luxemburg 

heute: 1949 in Luxemburg zu vier Jahren Gefängnis verurteilt; Präsident des 
Justizprüfungsamtes in Mainz 

Baumgartl, Anton, geb. 30.4.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Silberk, 1931 Mitbegründer der 
Grenzlandjugend der DNP, SS-Sturmbannführer, SS-Richter in Warschau 

heute: Amtsgerichtsrat in Regensburg 

Bäumler, Josef, Dr., geb. 7.2.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Nürnberg 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Amberg 

Becker, Heinrich, Dr., geb. 15.9.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Köln, 1944 Den Haag 



167 

heute: Landgerichtspräsident in Bonn 
Becker, Rudolf, Dr., geb. 28.10.1903 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Wehrmachtskommandantur Berlin 
heute: Landgerichtsdirektor in Dortmund 
Beer, Herbert, Dr., geb. 8.12.1909 

früher: Amtsgerichtsrat in Pilsen (Plzn), Rechtsberater der NSDAP 

heute: Oberamtsrichter in Arolsen 

Behne, Heinrich, geb. 12.11.1907 

früher: Amtsgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht Essen 

Behr, Bernhard, Dr., geb. 7.7.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Behrendt, Herbert, Dr., geb. 4.10.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Magdeburg 

heute: Amtsgerichtsrat in Gütersloh 

Beinhorn, Hans-Joachim, geb. 12.5.1910 

früher: Oberkriegsgerichtsrat der Kommandantur Berlin 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Braunschweig 

Beismann, Ernst, Dr., geb. 7.9.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 159., 166. und 328. Division 
heute: Landgerichtsrat in Paderborn 
Bellebaum, Dr., geb. 9.11.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Oberstaatsanwalt in Duisburg 
Bellwinkel, geb. 1.9.1904 



168 

früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 
heute: Erster Staatsanwalt in Bielefeld 
Benker, Hans, geb. 11.4.1907 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Nürnberg 
heute: Landgerichtsrat in Schweinfurt 
Berger, Hugo, Dr., geb. 24.9.1897 

früher: Kriegsgerichtsrat - Feldkommandantur 238. und 408. Division 
heute: Bundesrichter des 1. Senats des Bundesverfassungsgerichtes 
Bergmann, Leo, geb. 22.7.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Berlin, Fritz, geb. 31.5.1914 

früher: Geheime Feldpolizei 

heute: Amtsgerichtsrat in Bad Mergentheim 

Berner, Ludwig, geb. 1.10.1912 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht I Prag 

heute: Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof 

Bernzen, Alfons, Dr., geb. 24.7.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Staatsanwalt in Lübeck; 1964 versetzt in den Bundesdienst 

Berthold, Wolfgang, Dr., geb. 13.6.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Senatspräsident beim Finanzgericht in Hannover 

Bertram, Wilhelm, geb. 28.8.1907 

früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium 

heute: Ministerialrat im Bundesjustizministerium 



169 

Bessler, Johann, Dr., geb. 29.6.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bamberg 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Bamberg 

Beßler, Otto, geb. 2.7.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bromberg (Bydgoszcz) 

heute: Amtsgerichtsrat in Herford 

Beyer, Gerhard, Dr., geb. 17.5.1903 

früher: Oberlandesgerichtsrat in Naumburg (1941) 

heute: Oberlandesgerichtsrat Frankfurt a, M. 

Beyer, Paul, Dr., geb. 20.11.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 178. Infanteriedivision Liegnitz (Legnica) 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Nürnberg 

Beyling, Günter, geb. 2.6.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht in Linz 

heute: Staatsanwalt in Hamburg 

Blanck, Walter, geb. 17.6.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 413. Division 

heute: Amtsgerichtsrat in Traunstein 

Blohm, Friedrich, geb. 26.5.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hannover 

heute: Oberstaatsanwalt in Hannover 

Blumenhagen, Otto, geb. 27.8.1907 

früher: Marine-Oberkriegsgerichtsrat Sicherung/Ostsee 

heute: Landgerichtsdirektor in Oldenburg 

Bock, Hans, Dr., geb. 7.2.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 



170 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 
Bock, Werner, geb. 11.9.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Sankt Polten 

heute: Amtsgerichtsrat in Oldenburg 

Bockhorn, Fritz, geb. 6.10.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Amtsgerichtsrat in Kiel 

Bockisch, Willi, geb. 3.8.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur der 1. Flakdivision 

heute: Landgerichtsrat in Kiel 

Bödding, Heinrich, geb. 10.10.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bielefeld 

heute: Landgerichtsdirektor in Münster 

Bogenrieder, Alfons, Dr., geb. 3.10.1900 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Ministerialrat im Justizministerium Baden-Württemberg 

Böhm, Edgar, Dr., geb. 18.1.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Leitmeritz (Litomerice) 

heute: Amtsgerichtsrat in Eschwege 

Boehr, Günther, Dr., geb. 5.12.1900 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 346. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsrat in Hannover (inzwischen verstorben) 

Bolley, Dr., geb. 27.3.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hagen und Dortmund 
heute: Staatsanwalt in Essen 
Böllinghaus, Friedrich, geb. 26.3.1909 



171 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Luftgau II, Warschau 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf 
Bollmann, Alfred, geb. 9. 9.1905 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Feldgericht des Führers der Seeluftstreitkräfte 
West 

heute: Erster Oberstaatsanwalt in Lüneburg 
Boenicke, Heinz, geb. 18. 8.1907 

früher: Amtsgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III, politische Strafsachen 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamm 

Bonnekamp, Carl, Dr., geb. 25. 9.1913 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Düsseldorf 

heute: Oberstaatsanwalt in Düsseldorf 

Bonnemann, Josef, Dr., geb. 10.3.1900 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Koblenz 

bis Juli 1965: Verwaltungsgerichtsdirektor bei der Bundesdisziplinarkammer in 
Frankfurt a.M. 

Bordfeld, Ferdinand, Dr., geb. 3.2.1908 
früher: Kriegsgerichtsrat bei der 306. Infanteriedivision 
heute: Oberamtsrichter in Königswinter 
Borgmann, Eberhard, geb. 17.3.1911 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 399 
heute: Staatsanwalt in Osnabrück 
Börner, geb. 24.11.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a. M. 

heute: Oberamtsrichter in Hochheim 

Boes, Walter, Dr., geb. 13.2.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Essen 



172 

heute: Landgerichtsdirektor in Bochum 

Böttger, Georg, Dr., geb.7.7.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Jena 

heute: Amtsgerichtsrat in Nienburg 

Brandstetter, Elmar, Dr., geb. 16.4.1908 

früher: Oberfeldricher - Oberkommando des Heeres 

heute: Bundesanwalt beim Wehrdienstsenat am Bundesdisziplinarhof München 

Brandt, Walter, geb. 1.7.1908 

früher: Oberkriegsgerichtsrat; NSDAP, SS, SA 

heute: Amtsgerichtsrat in Hameln 

Brem, Walter, geb. 13.12.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Nürnberg-Fürth 
bis August 1965: Landgerichtsdirektor in Fürth 
Bretzfeld, Heinz 

früher: Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe bei der Vollstreckungsabteilung der 
Feldgerichte des Kommandierenden Generals und Befehlshabers im Luftgau III, Berlin- 
Charlottenburg 

heute: Rechtsanwalt in Rotenburg/Fulda 
Brinz, Arnold, geb. 19.6.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Feldkommandantur 1019 
heute: Amtsgerichtsrat in Miesbach 
Brunsch, geb. 29.4.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Könitz (Chojnice) und Bromberg 
(Bydgoszcz) 

heute: Amtsgerichtsrat in Krefeld 
Bruntsch, geb. 3.3.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Freiberg und Referent für 
Hochverratssachen im Nazi-Justizministerium 



173 

heute: Amtsgerichtsrat in Dortmund 

Buchholz, Herbert, geb. 23.11.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 156. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Trier 

Buck, Roland, geb.18.6.1903 

früher: Marine-Oberstabsrichter Sicherung/Ostsee 
heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg 
Bücklein, Georg, geb. 23.2.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht III München 
heute: Oberlandesgerichtsrat in München 
Buhl, Hans, Dr., geb. 14.1.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Danzig (Gdansk) 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Ansbach 
Bühler, Hanns, geb. 16.5.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Stuttgart 
bis August 1965: Landgerichtsdirektor in Heilbronn 
Bujnoch, Leo, Dr., geb. 19.5.1907 

früher: Staatsanwalt beim Landgericht in Troppau (Opava); Kriegsverbrecherliste der 
CSRA- 6/206 

heute: Oberamtsrichter in Kempten 
Bülow, Arthur, Prof. Dr., geb. 17.11.1901 

früher: Ministerialrat im Nazi-Justizministerium; schon 1933 Teilnehmer am 
„Reichsparteitag" 

heute: Staatssekretär im Bundesjustizministerium 

Bülow, Hennecke von, Dr., geb. 23.4.1908 

früher: Oberstabsrichter bei der 32. und 72. Infanteriedivision 

heute: Regierungsrat in der Strafanstalt Kassel-Wehlheiden 



174 

Büngener, Claus, Dr., geb. 19.4.1911 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Freiberg 

heute: Amtsgerichtsrat in Detmold 

Burchardt, Wolf gang, geb. 9.6.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Düsseldorf 

heute: Oberstaatsanwalt in Düsseldorf 

Bürger, Hans, Dr., geb. 20.9.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Linz 

heute: Staatsanwalt in Wuppertal 

Buri, Eugen, geb. 4.11.1911 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III 
heute: Verwaltungsgerichtspräsident in Sigmaringen 
Busch, Herbert, Dr., geb. 19.6.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Oberlandesgericht Dresden, Senat für Hochverratssachen 

bis Juli 1965: Senatspräsident in Neustadt a. d. Weinstraße und Mitglied des 
Verfassungsgerichtshofes von Rheinland/Pfalz 

Bussert, Rudolf, Dr., geb. 22.9.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 462. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Bielefeld 

Butz, Hans, geb. 6.1.1905 

früher: 1933 NSDAP; Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Danzig (Gdansk); 
Sachbearbeiter für „Rassen- und Familienkunde" in Kulmsee 

heute: Amtsgerichtsrat in Goslar 

Carmine, Erich, Dr., geb. 24.8.1906 

früher: Landgerichtsrat in Krumlow (Cesky Krumlov); Ermittlungsrichter des 
„Volksgerichtshofes" 

heute: Amtsgerichtsrat in Nürnberg 



175 

Carstensen, Otto, Dr., geb. 11.4.1904 

früher: Amtsgerichtsrat in Ratzeburg; 1931 NSDAP, Gauhauptstellenleiter; Leiter des 
Amtes für Rechtspolitik; stellvertretender Gaurechtsamtsleiter und stellvertretender 
Gauführer 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Schleswig 
Chaluppa, Johannes, geb. 29.10.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Arbeitsgerichtsrat in Köln 
Christ, Wolfgang, Dr., geb. 18.7.1900 

früher: Korpsrichter des Chefs der Militärverwaltung Frankreich 
heute: Staatsanwalt in Braunschweig 
Clauditz, Rudolf, geb. 20.1.1899 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 461. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtsdirektor in Hildesheim 
Claussen, Kai, geb. 1.4.1910 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Hamburg 

Clemens, Hermann, Dr., geb. 27.1.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der 182. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Annweiler 

Collani, Hans-Joachim von, geb. 13.3.1909 

früher: Marine-Kriegsgerichtsrat, Minensuchverbände Ost 

heute: Landgerichtsrat in Lüneburg 

Collet, Josef, geb. 23.7.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Saarbrücken 
heute: Landgerichtsdirektor in Saarbrücken 
Coenen, Hans- Wolf, Dr., geb. 5.11.1907 



176 

früher: Oberfeldrichter bei der 16. und 31. Infanteriedivision 
heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht Stuttgart 
Cordier, Franz, geb. 30.7.1905 
früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kassel 

heute: Oberstaatsanwalt in Frankfurt a.M.; Leiter der Amtsanwaltschaft 
Cünnen, Wilhelm, geb. 12.11.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht in Zichenau (Ciechanow) 
heute: Staatsanwalt in Köln 
Czesla, Richard, geb. 1.12.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 

heute: Amtsgerichtsrat in Pinneberg 

Dallinger, Wilhelm, Dr., geb. Juli 1908 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 

Daily, Karl, geb. 14.9.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bromberg (Bydgoszcz) 
heute: Landgerichtsdirektor in Duisburg 
Damman, Marcus, geb. 8.3.1914 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamburg 
Dassler, Gerhard, Dr., geb. 8.11.1905 

früher: Landgerichtsrat und Ankläger beim Sondergericht Dresden 
heute: Landgerichtsrat in Karlsruhe 
Däubler, Helmut, geb. 21.1.1904 

früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium Abt. VII 
heute: Senatspräsident in Stuttgart 



177 

Dede, Christian, geb. 26.8.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Weimar und beim „Volksgerichtshof 

heute: Landgerichtsdirektor in Hannover 

Dehns, Eduard, geb. 8.8.1908 

früher: Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe 

heute: Amtsgerichtsrat in Ahrensburg 

Depenbrock, Heinrich, geb. 17.12.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bielefeld 

heute: Oberstaatsanwalt in Bielefeld 

Derks, Hermann, Dr., geb. 25.8.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Würzburg 

heute: Landgerichtsdirektor in Augsburg und zum Ständigen Vertreter des 
Landgerichtspräsidenten bestellt 

Dettmer, Helmut, Dr., geb. 9.11.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 180. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Cuxhaven 

Dewitz, Egmont, von, geb. 18.10.1907 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Luftgau III, Berlin 

heute: Amtsgerichtsrat in Köln 

Diderichs, Alexander, Dr., geb. 17.3.1906 

früher: Oberstabsrichter bei der 8. Panzerdivision 

heute: Staatsanwalt in Münster 

Dietrich, Hans, Dr., geb. 31.5.1900 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Berlin 

bis August 1965: Amtsgerichtsrat in Frankfurt a. M. 

Dinkelacker, Hellut, geb. 30.11.1906 



178 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Regierungsdirektor im Justizministerium Baden- Württemberg 

Dittrich, Martin, geb. 2.8.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 
heute: Amtsgerichtsrat in Gießen 
Dobisch, Rudolf, Dr., geb. 4.8.1904 

früher: Regierungsrat in Königinhof (Dvür Krälove) Mitglied der SdP; 1938 SA- 
Hauptsturmführer 

heute: Verwaltungsgerichtsrat in Münster 

Döge, Hans, Dr., geb. 29.3.1913 

früher: Oberstabsrichter beim 23. Armeekorps 

heute: Regierungsdirektor beim Bundesdisziplinarhof 

Döllen, August von, geb. 17.8.1899 

früher: Oberstabsrichter bei der 180. Division Bremen 

heute: Landgerichtsdirektor in Oldenburg 

Dölves, Heinrich, geb. 28.4.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Oberamtsrichter in Wuppertal 

Doms, Wilhelm, Dr., geb. 4.6.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 36. Infanteriedivision und bei der Kommandantur von 
Groß-Paris, Abt. B 

heute: Staatsanwalt in Freiburg/Br. 

Dorer, Karl, geb. 1.6.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart 
heute: Oberstaatsanwalt in Stuttgart 
Doerr, Karl, Dr., geb. 3.11.1902 

früher: Oberamtsrichter beim Sondergericht Darmstadt 



179 

heute: Landgerichtsdirektor in Darmstadt 
Dossmann, Georg, Dr., geb. 6.12.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Straßburg (Strasbourg) 
heute: Landgerichtsrat in Mannheim 
Drach, Leonhard, Dr., geb. 9.3.1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht in Luxemburg; 1949 dort zu 35 Jahren 
Zuchthaus verurteilt 

heute: Oberstaatsanwalt in Frankenthal 

Dreher, Eduard, Dr., geb. April 1907 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Innsbruck 

heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 

Drews, Richard, Dr., geb. 29.3.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Dresden 

heute: Landgerichtsrat in Hagen 

Drinkuth, Dr., geb. 5.1.1897 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der Konmmandantur Berlin 
heute: Rechtsanwalt in Bad Pyrmont 
Duhme, geb. 4.3.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bielefeld 
heute: Oberstaatsanwalt in Münster 
Dümler, Ludwig, geb. 4.3.1909 

früher: Oberregierungsrat im Nazi-Justizministerium; NSDAP-Ortsgruppen- und 
Kreisamtsleiter 

heute: Amtsgerichtsrat in Hassfurt 

Dürwanger, Georg Karl, geb. 23.12.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Brunn (Brno) 

heute: Amtsgerichtsrat in Nürnberg 



180 

Dyckmanns, Franz, geb. 13.6.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Kaiserslautern 

heute: Oberamtsrichter in Kaiserslautern 

Ebersberg, Heinrich, geb. 30.7.1911 

früher: Erster Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium 

heute: Ministerialrat im Bundesjustizministerium 

Ebmeyer, Gottfried, geb. 29.12.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bielefeld 

heute: Oberamtsrichter in Bielefeld 

Eckardt, Erich, Dr., geb. 16.7.1900 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Kommandantur von Groß-Paris; NSDAP, SS, 
usw. 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamburg 

Eckert, Herbert, Dr., geb. 15.10.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 432. Infanteriedivision 

heute: Oberstaatsanwalt in Oldenburg 

Eder, Hugo, Dr., geb. 18.4.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München und Wien 
heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 
Ehlers, Ernst, geb. 16.10.1909 

früher: 1938 im RSHA (Sicherheitspolizei); 1940 Leiter der Staatspolizeistelle in 
Liegnitz (Legnica); 1941 Beauftragter des Chefs der Sicherheitspolizei für Belgien und 
Nordfrankreich 

heute: Verwaltungsgerichtsrat beim Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht 
Eickhoff, Karl, Dr., geb. 14.2.1907 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Oberkommando des Heeres 
heute: Ministerialrat im Justizministerium Nordrhein-Westfalen 



181 

Eigenwillig, Georg, geb. 18.8.1909 
früher: Oberfeldrichter OKH; SS 

heute: Ministerialrat im Bundesministerium für Verteidigung 
Eisenberg, Paul, geb. 28.12.1909 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 433. und 463. Infanteriedivision Frankfurt a 
heute: Amtsgerichtsrat in Lippstadt 
Eisenblätter, Helmut, geb. 5.2.1905 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim 9. AOK, 1., 87. und 173. Division 

heute: Erster Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 

Elsenheimer, Georg, geb. Mai 1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bamberg 

heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 

Enkhaus, Rudolf, geb. 14.6.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 168. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtsrat in Bückeburg 
Erbel, Otto, geb. 31.5.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 
heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 
Esser, Heinz, geb. 20.1.1904 

früher: Erster Staatsanwalt in Leitmeritz (Litomerice) für politische Strafsachen 

heute: Regierungsdirektor; Leiter des Strafgefängnisses und der 
Untersuchungshaftanstalt Bochum 

Fähndrich, Hans-Karl, geb. 23.1.1901 

früher: Oberamtsrichter beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Amtsgerichtsrat in Dortmund-Horde 
Fangmann, Arnold, Dr., geb. 30.3.1901 



182 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 570 und des OKH 

heute: Landgerichtspräsident in Oldenburg 

Fedder, Julius, Dr., geb. 27.2.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Felmy, Heimfried, Dr., geb. 16.10.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Thorn (Torun) und Graudenz (Grudziadz) ; 
polnische Kriegsverbrecherliste Nr. 80/192 

heute: Staatsanwalt in Oldenburg 

Filter, geb. 30.9.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat beim General der Luftwaffe in Nord-Norwegen 
heute: Amtsgerichtsrat in Lübeck 
Fink, Ludwig, geb. 2.9.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 407. Infanteriedivision 
heute: Erster Staatsanwalt in Kempten 
Fleischmann, Rudolf, Dr., geb. 3.8.1903 
früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 
heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 
Fließbach, Wilhelm, Dr., geb. 4.12.1901 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Oberkommando der Wehrmacht 
heute: Bundesrichter beim Bundesfinanzhof 
Foge, Wilhelm, Dr., geb. 17.8.1906 

früher: Staatsanwalt in der Rechtsabteilung des Generalkommissariats in Minsk 

heute: Erster Staatsanwalt in Kaiserslautern 

Franheim, Otto, Dr., geb. 12.9.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 



183 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 
Francke, Fritz, geb. 11.8.1911 

früher: SS-Unterscharführer; Rechtsberater im SS-Sturm 11/36; Amtsgerichtsrat in 
Danzig (Gdansk) 

heute: Landgerichtsrat in Nürnberg-Fürth 
Frankenberg, Johannes, geb. 7.1.1906 

früher: Landgerichtsrat in Berlin und Ermittlungsrichter beim „Volksgerichtshof; 
beteiligt an „Rassenschande"-Urteilen 

heute: Oberamtsrichter in Münnerstadt 

Franz, Eugen, Dr., geb. 25.12.1905 

früher: Oberkriegsgerichtsrat, Oberfeldrichter der 19. Panzerdivision 
heute: Landgerichtsrat in Lübeck 
Fraustein, W., Dr., geb. 17.7.1901 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Posen (Poznan) 

heute: Erster Staatsanwalt in Koblenz 

Freyberg, Walter von, Dr., geb. 2. 5.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dresden 

heute: Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 

Fricke, Andreas, Dr., geb. 10.11.1903 

früher: Amtsgerichtsrat in Lobenstein; Ermittlungsrichter beim „Volksgerichtshof 
heute: Landgerichtsrat in Braunschweig 
Friedrichs, Hans, Dr., geb. 19.1.1910 

früher: Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Prag; 1. Mai 1935 NSDAP 
heute: Oberstaatsanwalt in Köln 
Fröhlich, Hans, Dr., geb. 18. 6.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München, Kriegsgerichtsrat bei der 433. 
Division 



184 

heute: Oberstaatsanwalt in München 

Frühbrodt, Hermann, geb.28. 8.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 401. Infanteriedivision 

heute: Staatsanwalt in Göttingen 

Füll, Werner, geb.6. 3.1914 

früher: Staatsanalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht München 
heute: Oberlandesgerichtsrat in München 
Fürsen, J. N., geb. 13.5.1908 

früher: Amtsgerichtsrat und Ankläger beim Sondergericht Kiel 

heute: Landgerichtsdirektor in Kiel 

Fürstenhagen, Heinz-Otto, Dr., geb. 30.4.1905 

früher: Marine-Oberstabsrichter bei der 9. Sicherungsdivision 

heute: Senatspräsident in Hamburg 

Fuxius, Albert, Dr., geb. 25.7.1907 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Feldkommandantur 812 

heute: Oberamtsrichter in Köln 

Ganser, Josef, Dr., geb. 17.8.1901 

früher: Oberregierungsrat im Nazi-Justizministerium 

bis April 1945: Senatspräsident beim Bundespatentgericht; dann pensioniert 

Gärtner, Hermann, geb. 7.3.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Essen 

heute: Staatsanwalt in Essen 

Gatzsche, Alfred, geb. 1.12.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 465. Infanteriedivision 
heute: Oberamtsrichter in Hanau 
Gauger, Wilhelm, Dr., geb. 16.9.1904 



185 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Oberstaatsanwalt in Tübingen 

Geiger, Willi, Prof. Dr., geb. 22.5.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bamberg 

heute: Richter beim Bundesverfassungsgericht 

Geis, Walter, geb. 28.3.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat Kommandantur der Ersatz-Truppe 2-XVII, Linz 
heute: Erster Staatsanwalt in Gießen 
Geppert, Johann, geb.10.7.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Leitmeritz (Litomerice) 

heute: Amtsgerichtsrat in Aachen 

Gerard, Martin, Dr., geb. 11.8.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Mannheim 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Karlsruhe 

Gerits, Engelbert, Dr., geb. 19.12.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Köln 

heute: Landgerichtsdirektor in Köln 

Gerlach, Bodo, Dr., geb. 13.2.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Oldenburg 

heute: Erster Oberstaatsanwalt in Oldenburg 

Geyer, Franz, Dr., geb. 23.3.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 15. und 260. Infanteriedivision 

heute: Obersozialgerichtsrat in Nürnberg 

Gichtel, Hermann, Dr., geb. 12.1.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht in München 

heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 



186 

Giese, Kurt, geb. 16.10.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 13. Luftwaffen-Felddivision 
heute: Landgerichtsrat in Lübeck 
Giesecke, Hans-Werner, Dr., geb. 3.6.1907 
früher: Oberfeldrichter, LXVIII AK Griechenland 
heute: Landgerichtsdirektor in Frankfurt a. M. 
Gille, Wolfgang, Dr., geb. 8.11.1901 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 154. und 444. Infanteriedivision 

heute: Bundesrichter beim Bundesverwaltungsgericht 

Glasenapp, Günther von, geb. 11.10.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der Kommandantur Berlin 

heute: Staatsanwalt in Detmold 

Gleine, Wilhelm, geb. 8.9.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Brunn (Brno) 
heute: Amtsgerichtsrat in Stuttgart 
Gloge, Walter, Dr., geb. 18.8.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Brescia 1. 1016 in Italien 
heute: Amtsgerichtsrat in Braunsdrweig 
Glund, Bruno, geb. 13.5.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 

heute: Landgerichtsdirektor in Kempten 

Glunz, Josef, Dr., geb. 4.6.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Essen 

heute: Regierungsdirektor, Vertreter des Polizeipräsidenten von Recklinghausen 

Göke, Karl, Dr., geb. 27.6.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bielefeld 



187 

heute: Oberstaatsanwalt in Hamm 
Gonnermann, Mannfred, Dr., geb. 27.9.1905 

früher: Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Kassel (Hochverratssachen) 
heute: Erster Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 
Gonnermann, Otto, Dr., geb. 15.2.1908 

früher: 1935 Mitarbeiter der Gestapo; Leiter des Polizeiverwaltungsreferates bei der 
Regierung in Bromberg (Bydgoszcz); 1943 Landrat in Bydgoszcz 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Darmstadt 

Goose, Helmut, geb. 19.6.1908 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Danzig (Gdansk) 
heute: Amtsgerichtsrat in Gifhorn 
Gosewisch, Hans, geb. 17.5.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kaiisch (Kalisz) 
heute: Landgerichtsdirektor in Braunschweig 
Gösser, Hellmut, geb. 14.10.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan) 
heute: Amtsgerichtsrat in Düsseldorf 
Graf, Ludwig, Dr., geb. 17.2.1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht München 
heute: Senatspräsident beim Obersten Landesgericht in München 
Gramm, Hans, Dr., geb. 3.5.1906 

früher: Ministerialrat im Nazi-Justizministerium; förderndes Mitglied der SS 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Hamburg, 1. Vorsitzender des 
Hamburgischen Richtervereins 

Gräser, Hans, Dr., geb. 10.10.1910 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Heidelberg 



188 

Greger, Hubertus, geb. 4.9.1907 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 8. Jägerdivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Kassel 

Grendel, Wilhelm, Dr., geb. 14.12.1902 

früher: Oberlandesgerichtsrat beim „Volksgerichtshof 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 

Griffel, Anton, Dr., geb. 21.4.1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Bamberg 
heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 
Gröger, Karl, geb. 20.4.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 

heute: Erster Staatsanwalt in Memmingen 

Grosch, Walter, Dr., geb. 6.3.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Mainz 

heute: Landgerichtsrat in Frankenthal 

Groskopff, Herbert, geb. 29.12.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 190. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Oldenburg 

Grotewold, Heinrich, geb. 28.9.1900 

früher: Oberstabsrichter bei der 180., 190. und 84. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Soltau 
Groth, Erich, Dr., geb. 12.3.1904 

früher: Staatsanwalt für Hochverratssachen beim Oberlandesgericht Hamburg 
heute: Staatsanwalt in Hamburg 
Grüb, Josef, Dr., geb. 18.5.1902 

früher: Erster Staatsanwalt für politische Strafsachen in Nürnberg 



189 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht München 

Gruhl, Gerhard, geb. 11.5.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Amtsgerichtsrat in Lübeck 

Grünau, Theodor, Dr., geb. 22.12.1902 

früher: Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Celle 

heute: Regierungsdirektor im Strafvollzugsamt Hamm 

Grunert, Friedrich, geb. 12.10.1912 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 4. Panzerdivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Kiel 

Grußdorf, Joachim, geb. 31.5.1907 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 143. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Göttingen 

Gugler, Heinrich, Dr., geb. 26.8.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 
heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Hamm 
Guntermann, Franz, Dr., geb. 20.1.1908 

früher: Staatsanwalt in München und Vollstreckungsleiter bei Hinrichtungen 
heute: Landgerichtsrat in München 
Günther, Karl, geb. 4.3.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg 

heute: Landgerichtsrat in Hamburg 

Güntner, Hans, Dr., geb. 23.4.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Eger (Cheb) 

heute: Landesarbeitsgerichtsdirektor in Tübingen 

Haase, Johannes, Dr., geb. 1.5.1908 



190 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Zichenau (Ciechanow) 
heute: Staatsanwalt in Hildesheim 
Habben, Herbert, geb. 30.3.1909 

früher: Oberfeldrichter bei der 6. Infanteriedivision Bielefeld 

heute: Staatsanwalt in Hannover 

Hachmeister, Karl, Dr., geb. 8.1.1912 

früher: SS-Führer und SS-Richter 

heute: Amtsgerichtsrat in Wolfsburg 

Häfele, Karl, Dr., geb. 28.11.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a.M. 

heute: Landgerichtsdirektor in Frankfurt a.M. 

Haferkorn, Alfred, Dr., geb. 28.4.1903 

früher: Oberlandesgerichtsrat beim Sondergericht Dresden 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Korbach 

Hagedorn, Richard, geb. 12.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht in Brunn (Brno), Oberkriegsgerichtsrat bei 
der 83. Infanteriedivision 

heute: Oberstaatsanwalt in Hamburg 

Hagemann, Heinz, Dr., geb. 9.10.1904 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Celle 

heute: Oberstaatsanwalt in Verden 

Hagemeister, Heinrich, geb. 1.2.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei einem Armeeoberkommando 

heute: Landgerichtsdirektor in Itzehoe 

Hagenbeck, Werner, Dr., geb. 29.3.1903 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der Feldkommandantur 606 



191 

heute: Amtsgerichtsrat in Düsseldorf 
Hagens, Hans von, Dr., geb. 10.12.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der Wehrmachtskommandantur Berlin und bei der 257. 
und 169. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsrat in Verden/ Aller 

Hagmann, Heinrich, geb.21. 6.1907 

früher: Assessor und Ankläger bei der I. Großen Strafkammer Dortmund; er war auch 
beteiligt an „Rassenschande"-Urteilen 

heute: Erster Staatsanwalt in Bielefeld 

Haidinger, Oskar, Dr., geb. 29. 3.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 

heute: Senatspräsident beim Bundesgerichtshof 

Haller, Walter, Dr., geb. 5. 1. 1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Waiblingen 

Hamaekers, Clemens, Dr., geb. 28.11.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 

heute: Staatsanwalt in Wuppertal 

Hammer, Hermann, Dr., geb. 28.8.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 
heute: Oberamtsrichter in Stadthagen 
Hänert, Berthold, geb. 5.8.1901 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 14. und 174. Division 
heute: Landgerichtsdirektor in Bochum 
Härder, Erwin, Dr., geb. 8.11.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg und Warschau 
heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 



192 

Härder, Herbert, Dr., geb. 28.1.1907 

früher: Oberstabsrichter bei der 11. Division Allenstein (Olsztyn) 
heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg 
Hardraht, Günter, Dr., geb. 17.10.1909 
früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium 
heute: Bundesrichter beim Bundesverwaltungsgericht 
Härlin, Ernst, Dr., geb. 5.1.1901 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 15. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtsdirektor in Stuttgart 
Harms, Adolf, geb. 2.3.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Oldenburg 
heute: Landgerichtsdirektor in Oldenburg 
Harms, Alfred, Dr., geb. 4.9.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 19. Luftwaffen-Felddivision 

heute: Senatspräsident in Celle 

Hartinger, Josef, geb. 14.9.1893 

früher: Kriegsgerichtsrat, Höheres Kommando LX 

heute: Staatssekretär im Bayrischen Justizministerium 

Hartke, Ernst, geb. 12.7.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Groß-Paris 

heute: Oberamtsrichter in Wetter a. d. Ruhr 

Hartmeyer, Wilhelm, Dr., geb. 18.5.1912 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Essen 

heute: Landgerichtsdirektor in Essen 

Heerhaber, Wilhelm, geb. 23.1.1903 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der Wehrmachtskommandantur Berlin 



193 

heute: Oberamtsrichter in Tecklenburg 
Hegener, Wilhelm, geb. 31.12.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim „Volksgerichtshof (Hochverrat) 

heute: Amtsgerichtsrat in Salzkotten 

Heinemann, Friedrich, Dr., geb. 9.6.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 371. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Kassel 

Heinke, Erhard, geb. 13.3.1913 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 
heute: Landgerichtsdirektor in Nürnberg-Fürth 
Heinrichs, Fritz, geb. 13.5.1904 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Mainz 
heute: Erster Staatsanwalt in Darmstadt 
Henke, Alfred, geb. 13.10.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 190. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Osnabrück 

Hennecke, Kurt, geb. 12.7.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag 

heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht Celle 

Hennig, Martin, Dr., geb. 1.8.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Leipzig 

heute: Amtsgerichtsrat in Plettenberg 

Hensel, Ernst, geb. 22.12.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 9. Panzerdivision 

heute: Staatsanwalt in Braunschweig 

Henseling, Jakob, Dr., geb. 10.1.1913 



194 

früher: Amtsgerichtsrat beim Oberlandesgericht Kassel (politische Strafsachen) 
heute: Landgerichtsdirektor in Kassel 
Herbert, Karl, geb. 28.2.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Aachen 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Koblenz 
Hergt, Albert, Dr., geb. 13.1.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a. M. 

heute: Amtsgerichtsrat in Wiesbaden 

Herrnreiter, Ferdinand, Dr., geb. 8.3.1907 

früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 

heute: Landgeriditsdirektor in Augsburg 

Herting, Hans, Dr., geb. 25.7.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dessau 

heute: Staatsanwalt in Koblenz 

Herzing, Wilhelm, geb. 6.1.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Würzburg 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Bad Neustadt /Saale 

Herzog, Josef, Dr., geb. April 1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Prag 
heute: Ministerialrat im Bundesjustizministerium 
Herzog, Siegmund, Dr., geb. 24.5.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Militär-Bezirk B/SW Frankreich und bei der 
Feldkommandantur Lissa (Leszno) 

heute: Amtsgerichtsrat in Osnabrück 

Hey, Hubert, geb. 10.6.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Oberkommando der Wehrmacht 



195 

heute: Leitender Ministerialrat im Justizministerium Nordrhein-Westfalen 
Heyde, Waldemar, geb. 12.6.1908 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 404. Division Dresden und der 171. Division; V- 
Mann der Gestapo 

heute: Landgerichtsdirektor in Stuttgart 

Heyer, Kurt, Dr., geb. 7.6.1908 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Staatsanwalt in Braunschweig 

Heyne, Heinz, geb. 7. 5.1903 

früher: Richter beim Sondergericht Radom 

heute: Senatsrat beim Bundespatentgericht 

Hezel, Friedrich, Dr., geb. 12.2.1912 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart 

Hildebrand, Heinz, geb. 4.7.1903 

früher: Erster Staatsanwalt für politische Strafsachen in Lübeck 

heute: Oberstaatsanwalt in Lübeck 

Hildebrandt, Hans-Ulrich, Dr., geb. 7.1.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 

heute: Amtsgerichtsrat in Castrop-Rauxel 

Hille, Fritz, geb. 4. 3.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hannover 
heute: Oberstaatsanwalt in Detmold 
Hillenkamp, Ulrich, geb. 5.4.1912 
früher: Oberstabsrichter beim AOK 17 
heute: Rechtsanwalt in Viersen 



196 

Hillmann, Arno, Dr., geb. 29.11.1909 

früher: Oberfeldrichter beim Oberkommando des Heeres 

heute: Oberstaatsanwalt in Stuttgart 

Hillrichs, geb. 21.5.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Oldenburg 

heute: Landgerichtsrat in Osnabrück 

Hirmer, Hans, Dr., geb. 31.1.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München 

heute: Amtsgerichtsrat in München 

Hirschbrich, Georg, geb. 18. 9.1902 

früher: Feldkriegsgerichtsrat beim Oberkommando des Heeres/HR 
heute: Oberamtsrichter in Freising 
Hodes, Fritz, Dr., geb. 6 2.1908 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 26. und 36. Infanteriedivision, Mitarbeiter der Nazi- 
Zeitschrift für Wehrrecht 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Frankfurt a. M. 

Höfer, Gerhard, Dr., geb. 26.8.1901 

früher: Feldkriegsgerichtsrat beim Oberbaustab 17 

heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 

Höffler, Siegfried, Dr., geb. 16.2.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Erster Staatsanwalt in Bremen 

Hoffmann, Walter, geb. 3. 6.1909 

früher: Oberstabsrichter bei der 34. Division Koblenz 

heute: Staatsanwalt in Mainz 

Hoffrichter, Otto, geb. 1.6.1906 



197 

früher: Oberstabsrichter bei der 246. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtsdirektor in Waldshut 
Höher, Konrad, Dr., geb. 9.5.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Aachen und beim „Volksgerichtshof 

heute: Staatsanwalt in Köln 

Höhn, Rudolf, Dr., geb. 13.10.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Würzburg 

heute: Landgerichtsrat in Würzburg 

Holl, Bernd, Dr., geb. 20.12.1907 

früher: Oberfeldrichter beim Oberkommando des Heeres 

heute: Regierungsdirektor Gefangenenlager Oberems und Haftanstalt Bielefeld 

Holstein, Heinz, geb. 2.4.1913 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht in Jena 
heute: Landgerichtsrat in Stuttgart 
Holtzheimer, Dr., geb. 8.2.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Herzberg/Harz 
Holz, Waldemar, Dr., geb. 5.11.1904 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bielitz (Bielsko) 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Geislingen 
Holzki, Alfred, geb. 27.11.1911 

früher: Kriegsgerichtsrat der 11. und 12. Division Allenstein (Olsztyn) 

heute: Amtsgerichtsrat in Kronach 

Hönneckes, Heinrich, Dr., geb. 31.5.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 20. Division Hamburg 

heute: Oberverwaltungsgerichtsrat in Münster 



198 

Hoof, Rudolf, Dr., geb. 12.4.1899 
früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 
heute: Ministerialrat im Hessischen Justizministerium 
Hoogen, Matthias, geb. 25. 6.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat d. Lw. und Oberstabsrichter bei der Kurlandarmee 
heute: Wehrbeauftragter des Bundestages 
Hornig, Erich, geb. 20.12.1901 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. VI 

heute: Ministerialdirigent im Justizministerium Nieder Sachsen 

Hübener, Ulrich, geb. 15.12.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Schwerin 

heute: Landgerichtsrat in Hamburg 

Huber, Ulrich, geb. 7. 5.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Dortmund 
heute: Landgerichtsdirektor in Bielefeld 
Hubernagel, Wilhelm, geb. 8. 2.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Radom und Leitmeritz (Litomerice) 

heute: Oberstaatsanwalt in Düsseldorf 

Hückstädt, Hermann, Dr., geb. 31.1.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Landgerichtsdirektor in Kiel 

Hülle, Werner, Dr., geb. 30. 4.1903 

früher: Oberstrichter beim Oberkommando der Wehrmacht 
heute: Oberlandesgerichtspräsident in Oldenburg 
Humbert, Jürgen, Dr., geb. 7.1.1908 



199 

früher: Staatsanwalt bei den Sondergerichten Frankfurt a. O., Litzmannstadt (Lodz) 
und Berlin 

heute: Staatsanwalt in Lübeck 
Hunger, Horst, geb. 4.5.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 463. Infanteriedivision 
heute: Bundesrichter beim Bundessozialgericht 
Hüntemann, Dr., geb. 3.1.1904 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht Hamm 
heute: Oberstaatsanwalt in Bochum 
Hüpers, Franz, Dr., geb. 29.10.1904 

früher: Staatsanwalt bei den Sondergerichten Hohensalza (Inowroclaw) und Beuthen 
(Bytom) 

heute: Erster Staatsanwalt in Oldenburg 

Hußlein, Otto, Dr., geb. 25.10.1905 

früher: Richter eines Feldgerichts in Dänemark 

heute: Landgerichtspräsident in Deggendorf 

Huyke, Wilhelm, Dr., geb. 5.9.1900 

früher: Oberstabsrichter, Fester Platz Borrissow 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Oldenburg 

Indra, Rudolf, Dr., geb. 10.3.1901 

früher: Amtsgerichtsrat in Freiwaldau (Fryvaldov), Ermittlungsrichter des 
„Volksgerichtshofes" 

heute: Landgerichtsrat in Gießen 

Itzen, Alwin, geb. 4.5.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Oldenburg 
heute: Amtsgerichtsrat in Wilhelmshaven 
Jacobs, Werner, Dr., geb. 19.5.1907 



200 

früher: Oberstabsrichter bei der 52. und 428. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Karlsruhe 
Jaeger, Helmut, geb. 20.6.1901 

früher: Staatsanwaltschaftsrat beim „Volksgerichtshof 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 

Jagow, Clemens von, geb. 14.2.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Landgerichtspräsident in Lübeck 

Jahn, Günter, Dr., geb. 7.9.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 397 und beim AOK 11 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Lüneburg 
Jakob, Hermann, geb. 4.10.1906 

früher: 15. Juli 1932 SS-Oberscharführer; Rechtsberater einer SS-Standarte; 
Staatsanwalt in Ingolstadt 

heute: Landgerichtsrat in Augsburg 

Jakubassa, Paul, Dr., geb. 15.2.1900 

früher: Oberfeldrichter bei der 5. Panzerdivision und der 432. Division 
bis Juli 1965: Verwaltungsgerichtsdirektor in Arnsberg 
Jancke, Helmut, geb. 27. 6.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan) 

heute: Amtsgerichtsrat in Herford (inzwischen verstorben) 

Janischowsky, Ewald, Dr., geb. 13.8.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Oppeln (Opole) 

heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 

Japes, Dr., geb. 10.1.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Essen 



201 

heute: Oberstaatsanwalt in Siegen 

Jarzina, Ludwig, geb. 11. 2.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht I Berlin 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Hechingen 

Jenniches, August, geb. 7. 9.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Nürnberg 

heute: Landgerichtsdirektor in Nürnberg-Fürth 

Jeremias, Hans-Georg, Dr., geb. 13.2.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat, Kommando rückwärtige Dienste 584 

heute: Senatspräsident in Celle und Mitglied des Staatsgerichtshofes Niedersachsen 

Jessenberger, Ernst, Dr., geb. 13.12.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Zichenau (Ciechanow) 
heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Neustadt a. d. Weinstraße 
John, Helmut, geb. 7.5.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 582 und der 20. 
Panzerdivision 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamm 
Johnn, Felix von, geb. 27.6.1903 
früher: Marine-Oberkriegsgerichtsrat 
heute: Landessozialgerichtsrat in Schleswig 
Juncker, Heinz, geb. 3.2.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan) 
heute: Amtsgerichtsrat in Diez 
Jung, Hans, geb. 11. 7.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Brunn (Brno) 
heute: Staatsanwalt in Siegen 



202 

Jung, Herbert, Dr., geb. 22.5.1903 

früher: Oberlandesgerichtsrat beim Sondergericht Kassel 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Frankfurt a. M. 

Junghanns-Konopka, Herbert, Dr., geb. 20. 6.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht I Posen (Poznan) 

heute: Amtsgerichtsrat in Ballingen 

Jungmann, Franz, Dr., geb. 21.5.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Posen (Poznan) 

heute: Staatsanwalt in Essen 

Jürgens, Ulrich, geb. 15. 7.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 174. Division Hannover 
heute: Amtsgerichtsrat in Lüdenscheid 
Kammer, Erich, Dr., geb. 9. 6.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht für Lothringen in Sulzbach 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Saarbrücken 
Kannengießer, Heinz, geb. 9.10.1907 
früher: Marine-Oberkriegsgerichtsrat 
heute: Amtsgerichtsrat in Bremerhaven 
Karow, Karl, geb. 13. 8.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Berlin 

heute: Erster Staatsanwalt in Hanau 

Karpen, Werner, Dr., geb. 2.10.1905, früher Karpinski 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Danzig (Gdansk) 

heute: Oberstaatsanwalt in Hagen 

Karrasch, Günter, geb. 16.11.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 8. und 14. Division 



203 

heute: Amtsgerichtsrat in Ober hausen 

Kaulbach, Günter, geb. 26. 5.1904 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Senatspräsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe und Mitglied des 1. Senats des 
Obersten Rückerstattungsgerichts in Rastatt 

Kaune, Bernhard, Dr., geb. 12.10.1906 

früher: Oberfeldrichter der 1. Panzerdivision und Kommandantur Groß-Paris 
heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht Stuttgart 
Kayser, Alexander, geb. 16. 4.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Oberkommando der Wehrmacht - WR 
heute: Senatspräsident in Celle 
Keidel, Theodor, geb. 9.12.1902 

früher: Oberstaatsanwalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht in 
München I 

heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 

Keisel, Heinrich, geb. 24. 9.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Oberstaatsanwalt in München 

Keller, Otfried, geb. 28. 4.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 26. Division Köln 

heute: Landgerichtspräsident in Marburg 

Kemper, Heinz, Dr., geb. 22. 9.1913 

früher: Richter beim Sondergericht Aachen 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Koblenz, Kammer Trier 

Keppel, Otto, geb. 1.12.1908 

früher: Oberfeldrichter bei der 12., 32. und 218. Infanteriedivision und beim 
Feldkriegsgericht des Armee-Oberkommandos 19 



204 

heute: Staatsanwalt in Darmstadt 
Kessel, Franz, geb. 21. 8.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Köln 
Kettnacker, Hans, geb. 17. 7.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 465. Infanteriedivision 

heute: Oberamtsrichter in Stuttgart 

Keutgen, Hans, Dr., geb. 12. 6.1912 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 

heute: Landgerichtsdirektor in Aachen 

Keyser, Werner, Dr., geb. 26. 5.1904 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht Dresden 
heute: Erster Staatsanwalt in Kassel 
Kieckbusch, Günther, geb. 6.11.1909 

früher: Hauptsturmführer der Waffen-SS; Anklagevertreter und Vorsitzender bei 
einem SS- und Polizeigericht; Sachbearbeiter in Strafvollstreckungs- und Gnadensachen 
beim Hauptamt SS-Gericht 

heute: Justizrat in Philippsburg 

Kieler, Herbert, Dr., geb. 18.1.1905 

früher: Oberamtsrichter beim Sondergericht Oppeln (Opole) 
heute: Sozialgerichtsrat in Münster 
Kinnen, Peter, geb. 28.5.1902 

früher: Oberstabsrichter bei der 102. und 526. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Solingen 
Klein, Karl, geb. 27.8.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 156. Infanteriedivision 
heute: Bundesrichter beim Bundesverwaltungsgericht 



205 

Kleinknecht, Otto, geb. 12.6.1901 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Oberamtsrichter in Marbach 

Kleiß, Bruno, geb. 8.2.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Oberstaatsanwalt in Oldenburg 

Klemp, Max, Dr., geb. 7.12.1897 

früher: Oberkriegsgerichtsrat; Kommandeur des Versorgungsbezirks Mitte und der 
Sicherungsdivision 285 

heute: Landgerichtsrat in Stade 

Klenner, Willibald, geb. 19. 6.1908 

früher: Oberstabsrichter in Norwegen 

heute: Landgerichtsdirektor in Stuttgart 

Klier, Walter, Dr., geb. 17. 7.1908 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Leitmeritz (Litomerice) und Prag 

heute: Amtsgerichtsrat in Eegensburg 

Knackstedt, Karl, geb. 11.1.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 158. Division 

heute: Vizepräsident beim OLG Braunschweig 

Knippenberg, Dr., geb. 13. 4.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dortmund 

heute: Oberstaatsanwalt in Münster 

Knobloch, Gottfried, geb. 17.10.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Erster Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 
Knop, Walter, geb. 17. 8.1906 



206 

früher: Oberlandesgerichtsrat in Braunschweig; 1926 NSDAP; Mitglied des Reichstages 
des „Dritten Reiches"; Oberstes Parteigericht 

heute: Amtsgerichtsrat in Seesen 

Knossalla, Arnold, Dr., geb. 5. 8.1902 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 
heute: Landgerichtsdirektor in Wiesbaden 
Kobel, Otto, geb. 13. 6.1912 

früher: Oberstabsrichter bei der 156. Infanteriedivision und 158. Reservedivision 
heute: Landgerichtsrat in Hamburg 
Koebel, Ulrich, Dr., geb. 19.6.1901 

früher: Amtsgerichtsrat, Senat für Hochverratssachen Stuttgart 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Stuttgart 
Koch, Adalbert, geb. 14.10.1910 

früher: Oberstabsrichter bei der 61. und 141. Infanteriedivision und 9. AOK 
heute: Rechtsanwalt in Bünde/Westfalen 
Köhne, Hans, geb. 18.10.1902 

früher: Staatsanwalt in Dortmund; beteiligt an Willkürurteilen gegen Juden 
heute: Staatsanwalt in Bielefeld 
Kolb, Karl, Dr., geb. 12.1.1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Kaiisch (Kalisz) 
heute: Oberstaatsanwalt in Würzburg 
König, Fritz, geb. 27. 8.1905 

früher: Oberstabsrichter bei der 173. und 271. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Braunschweig 
Kori, Manfred, geb. 24.1.1906 

früher: Amtsgerichtsrat und Ankläger beim Sondergericht in Leoben 



207 

heute: Landgerichtsrat in Nürnberg 
Kornhuber, Helmut, Dr., geb. 15.10.1900 

früher: Landgerichtsdirektor beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Schleswig 
Kräh, Bernhard, geb. 9. 7.1912 

früher: Gerichtsoffizier beim Standgericht der Artillerie Abt. 75 

heute: Landgerichtsrat in Bonn 

Kraemer, Leo, Dr., geb. 18. 9.1901 

früher: Staatanwalt beim „Volksgerichtshof 

heute: Oberstaatsanwalt in Köln 

Krapp, Philipp, Dr., geb. 7. 8.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Mährisch-Ostrau (Moravska Ostrava) 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Bamberg 
Kraus, Josef, Dr., geb. 13.1.1917 

früher: Referendar im Sicherheitsdienst - Leitabschnitt Prag 
heute: Landgerichtsrat in Regensburg 
Krebs, Heinrich, Dr., geb. 6.1.1910 

früher: Amtsgerichtsrat beim Senat für Hochverratssachen Stuttgart 
heute: Bundesrichter beim Bundessozialgericht 
Krekel, Adolf 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Rechtsanwalt in Köln-Klettenberg 
Kreß, Gustav, Dr., geb. 17.9.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 413. Infanteriedivision 
heute: Oberamtsrichter in Schwabach 
Kristl, Karl, Dr., geb. 1.7.1910 



208 

früher: Gerichtsassessor in der politischen Strafkammer beim Landgericht Eger (Cheb) 

heute: Landgerichtsdirektor in Nürnberg-Fürth 

Krohn, Hans-Martin, geb. 18.1.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 190. Division 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Schleswig 

Krüger, Ulrich, geb. 24.12.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Frankfurt a.M. 

heute: Oberstaatsanwalt in Frankfurt a. M.; Ständiger Vertreter des 
Generalstaatsanwaltes 

Krüger, Walter, geb. 23.11.1905 

früher: Oberfeldrichter bei der 1. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Lübeck 

Kruss, Jakob, Dr., geb. 12.8.1902 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III, politische Strafsachen 
heute: Landgerichtsdirektor in Krefeld 
Kubasch, Theodor, geb. 9.7.1902 

früher: Oberlandesgerichtsrat in Luxemburg; Hauptstellenverwalter im Gaurechtsamt 
Moselland 

heute: Oberamtsrichter in Rheinbach 

Kuhlmann, Fritz, Dr., geb. 5.11.1905 

früher: Oberfeldrichter bei der 6. Division Bielefeld 

heute: Landgerichtsdirektor in Bielefeld 

Kuhn, Horst, geb. 16.1.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 

heute: Erster Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 

Kühn, Fritz, Dr., geb. 13. 3.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Nürnberg 



209 

heute: Oberstaatsanwalt in Nürnberg-Fürth 
Kühn, Max, geb. 10. 9.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Köln 

heute: Landgerichtsdirektor in Köln 

Kuhnert, Alfred, geb. 4. 5.1910 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 

heute: Oberstaatsanwalt in Essen 

Kühr, Erich, geb. 8. 8.1910 

früher: Oberstabsrichter bei der Grenzkommandantur Wedel 

heute: Staatsanwalt in Gießen 

Kulemann, Johannes, Dr., geb. 7. 2.1899 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Feldkommandantur 560 

heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg 

Kümmel, Fritz, geb. 5. 6.1908 

früher: Oberstabsrichter bei der 227. Infanteriedivision 

heute: Staatsanwalt in Mönchengladbach 

Kummer, Georg, geb. 4. 8.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Hagen 

heute: Amtsgerichtsrat in Bielefeld 

Künnecke, Erich, geb. 18. 2.1906 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 190. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Lüneburg 
Kurze, Paul, geb. 14.11.1901 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium; Werwolf; SA-Sturmführer 
heute: Sozialgerichtsrat in Braunschweig 
Küster, Wilhelm, geb. 26.1.1901 



210 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 
heute: Amtsgerichtsrat in Düren 
Kutschmann, Hans Werner, Dr. 10.1.1908 

früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium, Abt. III, politische Strafsachen 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 

Lampen, Gregor, Dr., geb. 22.12.1905 

früher: Heeresrichter bei der 82. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Lingen 

Landwehr, Wilhelm, geb. 1. 7.1903 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 5. Panzerdivision 

heute: Erster Staatsanwalt in Hannover 

Lange, Hans-Ulrich, geb. 27. 2.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Troppau (Opava) 
heute: Bundesrichter beim Bundesverwaltungsgericht 
Last, Hans, geb. 29. 4. 1909 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 670 
heute: Amtsgerichtsrat in Ansbach 
Laube, geb. 5. 5.1908 

früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium, Abt. IV, politische Strafsachen 
heute: Senatspräsident in Hamm 
Laudes, Josef, geb. 15. 4.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Wuppertal 
heute: Amtsgerichtsrat in Solingen 
Lay, Hans Werner, geb. 1. 2.1906 

früher: Erster Staatsanwalt in Mannheim; Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 
Obersturmführer 



211 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Karlsruhe 
Lefringhausen, Paul, geb. 8.10.1900 
früher: Kriegsgerichtsrat beim Feldluftgau XXVI 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Düsseldorf 
Lehnhoff, Günther, geb. 31. 7.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Danzig (Gdansk) 

heute: Oberstaatsanwalt in Düsseldorf 

Leick, Waldemar, geb. 25.1.1900 

früher: Referent beim Gen.-Kdo. Ukraine 

heute: Vizepräsident beim Oberverwaltungsgericht in Schleswig-Holstein 
Leiterer, Richard, Dr., geb. 8. 2.1902 

früher: Leiter der Gestapo-Leitstelle Magdeburg; SS-Obersturmbannführer im 
Sicherheitsdienst der Reichsleitung der NSDAP 

heute: Verwaltungsgerichtsrat beim Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht 
Lenski, Konrad, Dr., geb. 13. 6.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Reichskriegsgericht und Feldkriegsgericht 6 

heute: Landgerichtsdirektor in Lüneburg 

Lerch, Christoph, Dr., geb. 2.3.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 464. Infanteriedivision 

heute: Oberamtsrichter in Duderstadt 

Littmann, Eberhard, Dr., geb. 22. 7.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht in Prag 

heute: Bundesrichter beim Bundesfinanzhof in München 

Liebau, Dr., geb. 15.11.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan), Sachbearbeiter für 
Sondergerichte im Nazi-Justizministerium 

heute: Oberamtsrichter in Seesen 



212 

Liebich, Johannes, geb. 5. 8.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Staatsanwalt in Kaiserslautern 
Lind, Helmut, Dr., geb. 1.12.1913 

früher: Oberstabsrichter beim AOK 14; 4. Gebirgsdivision, SA 
heute: Obersozialgerichtsrat in Gießen 
Lindemann, geb. 23. 6.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Dortmund 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamm 
Lindscheid, geb. 7.12.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Dortmund 
heute: Amtsgerichtsrat in Hagen 
Linsenhoff, Karl, geb. 22. 9.1901 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei dem Panzerarmee-Oberkommando 4 
heute: Landgerichtsrat in Oldenburg 
Lipps, Herbert, Dr., geb. 30. 7.1911 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Posen (Poznan) 
heute: Amtsgerichtsrat in Weiden 
Littek, Richard, geb. 5.11.1901 

früher: Oberstabsrichter bei der 291. Infanteriedivision, Oberkommando des 
Heeres/HR 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Hamburg 

Löde, Helmut, Dr., geb. 14. 9.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dessau 

heute: Staatsanwalt in Hannover 

Lohner, Otto, Dr., geb. 23.7.1912 



213 

früher: Oberstabsrichter, Sonderaufträge (Lothringen und Luxemburg, 
Strafgefangenenlager Papenburg, Brigade 999 u. a.) 

heute: Rechtsanwalt in Mayen 

Lohrey, Heinrich, geb. 13.9.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Mannheim 
heute: Landgerichtsdirektor in Mannheim 
Löllke, Ernst, geb. 10.7.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Rostock, Posen (Poznan), Metz und 
Saarbrücken 

heute: Staatsanwalt in Hamburg 
Looft, Walter, geb. 14.11.1905 

früher: 1938-1940 Mitarbeiter des „Reichskommissars" in Wien; 1941 Mitarbeiter des 
„Reichsstatthalters" in Posen (Poznan); 1943 Mitarbeiter der Privatkanzlei Hitlers. 
NSDAP seit 1928 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor beim Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht 

Lorenz, Hans-Helmut, Dr., geb. 18.4.1913 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Berlin 

heute: Rechtsanwalt in Hamburg- Wandsbek 

Lorenzen, Dr., geb. 14. 2.1909 

früher: Amtsgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Schleswig 
Lörtz, Johann, geb. 23. 3.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 344. Infanteriedivision 
heute: Senatspräsident in Karlsruhe 
Lösch, Kurt, Dr., geb. 12. 2.1905 

früher: Amtsgerichtsrat und Ankläger beim Sondergericht Weimar 
heute: Amtsgerichtsrat in Zeven 
Lösch, Alwin, geb. 12. 2.1904 



214 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 339. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Offenbach 
Löscher, Otto, Dr., geb. 15. 6.1910 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 

Lüders, Hans, Dr., geb. 27. 3.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Braunschweig 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Braunschweig 

Ludolph, Alfred, Dr., geb. 21. 4.1904 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Danzig (Gdansk) 
heute: Staatsanwalt in Braunschweig 
Ludwig, Heinz, geb. 12.11.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht II Hohensalza (Inowroclaw) 

heute: Amtsgerichtsrat in Stuttgart-Bad Cannstatt 

Lüning, Richard, geb. 18. 9.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Celle 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 

Luther, Dr., geb. 26. 2.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a. M. 
heute: Landgerichtsrat in Limburg 
Mahlke, Karl, geb. 5. 4.1899 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 85. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Ratzeburg 

Maisenhälder, Alois, Dr., geb. 18. 8.1910 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart 



215 

Malessa, Johannes, geb. 25.5.1911 

früher: Oberstabsrichter bei der 76. Infanteriedivision 

heute: Landessozialgerichtsrat in Schleswig 

Manchot, Karl, Dr., geb. 25.3.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Landgerichtsdirektor in München 

Martens, Hans-Hermann, Dr., geb. 24.2.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Division z. b. V. 411 

heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht Celle 

Martens, Jakob, geb. 7.5.1905 

früher: 1932 NSDAP; Vorsitzender eines NSDAP-Kreisgerichts; Ortsgruppenleiter der 
NSDAP; 1938 Hilfsreferent im Nazi-Innenministerium; 1940 Kriegsverwaltungsrat 
beim OKH in Holland 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor beim Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht 

Martens, Kurt, geb. 3. 4.1910 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Landgerichtsdirektor in Kiel 

Martin, Curt, geb. 6. 2.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Jena und Weimar; Staatsanwalt beim 
Sondergericht in Prag; NSDAP-Blockleiter 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Bitburg 

Marx, Gerhard, Dr., geb. 16.12.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Aachen 

heute: Amstgerichtsdirektor in Eschweiler 

Mäth, Albert, geb. 23. 5.1911 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Zichenau (Ciechanow) 
heute: Amtsgerichtsrat in Kiel 



216 

Mattern, Friedrich, Dr., geb. 6.11.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Brunn (Brno) 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 

Matthiessen, Heinrich, geb. 10.12.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Posen (Poznan) 

heute: Staatsanwalt in Kiel 

Mayer, Josef, Dr., geb. 25.6.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Nürnberg 

heute: Landgerichtsdirektor in Nürnberg-Fürth 

Mayer, Karl Bernhard, geb. 25.8.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Darmstadt 

heute: Staatsanwalt in Gießen 

Meier-Branecke, Hans, Dr., geb. 4.7.1900 

früher: Oberkriegsgerichtsrat, Oberstrichter beim OKH 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Braunschweig 

Meinardus, Dr., geb. 28. 5.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Koblenz 

heute: Erster Staatsanwalt in Trier 

Meiser, Fritz, geb. 1.1.1914 

früher: Marinehilfsrichter 

heute: Senatspräsident in München 

Meilwitz, Artur, geb. 19.2.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Naumburg 
heute: Bundesrichter beim Bundessozialgericht 
Mende, Gerhard, geb. 20.6.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 



217 

heute: Landgerichtsdirektor in Arnsberg 

Menger, Georg, Dr., geb. 12.8.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 413. Infanteriedivision 

heute: Oberamtsrichter in Mellrichstadt 

Mennecke, Karl, geb. 1.1.1901 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Zweibrücken 
heute: Landgerichtsrat in Landau 
Merz, Helmut, Dr., geb. 10.9.1911 

früher: Staatsanwalt in Landau/Pfalz; SS-Hauptsturmführer 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Neustadt a. d. Weinstraße 
Metten, A., Dr., geb. 16.4.1902 

früher: Reichsanwalt für politische Strafsachen beim Reichsgericht 
heute: Oberstaatsanwalt in Essen 
Metz, Wilhelm, Dr., geb. 22.12.1908 

früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium, Abt. III, Politische Strafsachen 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Neustadt a. d. Weinstraße 
Meusel, Gotthold, Dr., geb. 23.4.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat, Landgerichtsdirektor beim Sondergericht Berlin 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Nürnberg 
Meusel, Johannes, geb. 30. 7.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) und Berlin 
heute: Landgerichtsdirektor in Göttingen 
Mewes, Günther, Dr., geb. 6.12.1908 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 2. und 29. Panzerdivision 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Marburg 
Mey, Werner, geb. 20.12.1908 



218 

früher: Kriegsgerichtsrat, Oberstabsrichter beim Oberkommando des Heeres Süd 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Bremen 

Meyer, Friedrich, geb. 17.8.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Erfurt 

heute: Oberstaatsanwalt in Münster 

Meyer, Hans, geb. 25. 5.1904 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 444. Sicherungsdivision; 1932 Mitglied der 
NSDAP, Politischer Leiter 

heute: Landgerichtsdirektor in Braunschweig 

Meyer-Hentschel, Gerhard, Dr., geb. 9. 9.1911 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Division 409 

heute: Präsident des Oberverwaltungsgerichts in Koblenz und Mitglied des 
Verfassungsgerichtshofes Rheinland-Pfalz 

Meynen, Hermann, geb. 21.8.1898 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Schleswig 

Mezger, Hans-Robert, Dr., geb. 22.7.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 152., 293. und 370. Infanteriedivision; 
Oberstabsrichter bei der Wehrmachtskommandantur Berlin 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 

Misera, Alfons, Dr., geb. 6.12.1900 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Obersozialgerichtsrat in Augsburg 

Mittelbach, Hans, Dr., geb. 19.9.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Köln 

Möhl, Wolfgang, Dr., geb. 23.5.1905 



219 

früher: Landgerichtsdirektor beim Sondergericht Leslau (Wloclawek) 
heute: Oberstaatsanwalt beim Obersten Landesgericht in München 
Mohns, Gerhard, geb. 7.6.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin und Frankfurt/Oder 
heute: Oberstaatsanwalt in Celle 
Moeker, Alex, Dr., geb. 30.10.1908 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Kattowitz (Katowice) 
heute: Staatsanwalt in Mönchengladbach 
Mollenhauer, Werner, geb. 14. 9.1905 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Landgerichtsrat in Hannover 
Möller, Wilhelm, geb. 19. 8.1904 

früher: Oberfeldrichter beim Panzer- AOK I in Südfrankreich; Partisanenbekämpfung 

heute: Oberamtsrichter in Oldenburg 

Morschbach, Josef, Dr., geb. 3. 5.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Köln 

heute: Oberstaatsanwalt in Mainz 

Mugler, Hans, Dr., geb. 3.11.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 320. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtspräsident in München 
Mühlenfels, Willy von, geb. 27.9.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Mannheim und Karlsruhe 

heute: Landgerichtspräsident in Baden-Baden 

Mühlhaus, Hermann, Dr., geb. 8.3.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 264. Infanteriedivision 

heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 



220 

Müller, Hanswerner, Dr., geb. 7.7.1899 
früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 
heute: Bundesrichter beim Bundesverwaltungsgericht, Berlin 
Müller, Helmut, Dr., geb. 18.12.1906 

früher: 1939-1942 Oberregierungsrat; zuletzt ständiger Vertreter des Polizeipräsidenten 
in Danzig (Gdansk); 1942 SS-Sturmbannführer; Polizeipräsident in Gdingen (Gdynia) 

heute: Verwaltungsgerichtsrat beim Schleswig-Holsteinischen Verwaltungsgericht 

Müller, Kurt, geb. 19.8.1905 

früher: Oberstabsrichter bei der 6., 196., 70., 463. und 172. Division, Kommandantur 
Berlin 

heute: Landgerichtsdirektor in Hagen 

Müller, Robert, geb. 26. 5.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Freiburg 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Freiburg 

Müller, Walter, Dr., geb. 21.10.1901 

früher: Oberstkriegsgerichtsrat in Frankreich 

heute: Landgerichtsdirektor in Stuttgart 

Münich, Alfred, Dr., geb. 2. 9.1906 

früher: Feldkriegsgerichtsrat; seit 1933 Mitglied der NSDAP; 1937 beim 
„Volksgerichtshof; an vielen Urteilen gegen Antifaschisten mitbeteiligt 

heute: Senatspräsident am Oberlandesgericht in München 

Münstermann, Wolfgang, Dr., geb. 18.11.1898 

früher: Vorsitzender des Sondergerichts Berlin und Posen (Poznan); Richter beim 
„Volksgerichtshof 

heute: Rechtsanwalt in Celle 

Müntinga, Helmut, Dr., geb. 4.8.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Oberamtsrichter in Bad Seegeberg 



221 

Munzinger, Werner, Dr., geb. 9.8.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Mannheim 

heute: Regierungspräsident von Nordbaden 

Nagel, Hellmuth, Dr., geb. 28.5.1906 

früher: Oberfeldrichter bei der 62. Infanteriedivision 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 

Nappe, Walter, Dr., geb. 26.11.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Amtsgericht in Kiel 
Nebel, Dr., geb. 20.9.1904 

früher: Oberfeldrichter bei der Kommandantur Mailand (Milano) 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Düsseldorf 
Neidhard, Friedrich, geb. 7.9.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Straßburg (Strasbourg) 

heute: Regierungsdirektor im Justizministerium Baden- Württemberg 

Neilessen, Wilhelm, Dr., geb. 28.11.1900 

früher: Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Bielitz (Bielsko) 

heute: Oberstaatsanwalt in Aachen 

Neuberger, Erich, geb. 8. 2.1910 

früher: Amtsgerichtsrat in Bromberg (Bydgoszcz); SS-Sturmbannführer, Hauptamt SS- 
Gericht 

heute: Erster Staatsanwalt in Saarbrücken 
Neumaier, Alois, Dr., geb. 17.6.1901 
früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München 
heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 
Neuroth, Hans-Heinrich, geb. 19.11.1908 



222 

früher: Oberfeldrichter bei der Kommandantur Berlin; Armeerichter beim Panzer- 
AOK 3 und Saarland 

heute: Amtsgerichtsrat in Schlüchtern 

Nickels, Peter, Dr., geb. 17.3.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Hamburg 

Niemer, geb. 30.1.1902 

früher: Erster Staatsanwalt für politische Strafsachen in Hamm 

heute: Erster Staatsanwalt in Münster (inzwischen verstorben) 

Niese, Hans, geb. 18. 4.1911 

früher: Kriegsrichter bei der 30. Division Lübeck 

heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Krefeld 

Nieuhoff, geb. 5.10.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hannover 

heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 

Nissen, Rolf, geb. 19.6.1911 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Nix, Josef, geb. 30. 4.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Division 409 

heute: Senatspräsident in Koblenz 

Noack, geb. 12.10.1898 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 
heute: Amtsgerichtsrat in Schleswig 
Normann, Hans-Henning von, geb. 23.2.1903 

früher: Ministerialrat beim „Reichsmarschall" und Beauftragten für den 
„Vier jahresplan", Göring; Leiter des Referats 2, u. a. „Judensachen" 



223 

heute: Bundesanwalt beim Bundesverwaltungsgericht 
Nössler, Kuno, Dr., geb. 27.10.1904 

früher: Oberstabsrichter beim Zentralgericht des Heeres Berlin-Charlottenburg 

heute: Oberamtsrichter in Aachen 

Nürnberger, Rudolf, Dr., geb. 7.7.1912 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Magdeburg 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Arnsberg 

Nüsslein, Andreas, Dr., geb. 5.3.1909 

früher: Staatsanwalt in Brunn (Brno) ; Kriegsverbrecherliste Nr. A - 6/316 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Coburg 
Nentwig, Georg, geb. 12.11.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Gericht der 28. Division in Breslau (Wroclaw) 
heute: Senatspräsident beim Landessozialgericht in München 
Oberländer, Alexander, Dr., geb. 17.5.1906 

früher: Militärverwaltungsoberrat; Gauhauptstellenleiter Thüringen 
heute: Verwaltungsgerichtsrat in Hannover (inzwischen verstorben) 
Ocker, Hermann, geb. 17.7.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 71. Infanteriedivision 
heute: Landgerichtsdirektor in Hildesheim 
Ohm, K, Dr., geb. 4. 5.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Hannover 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 
Oldenburg, Fritz, geb. 4.1.1901 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Prenzlau 
heute: Amtsgerichtsrat in Bielefeld 
Oligmüller, geb. 15. 5.1912 



224 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Essen 

heute: Landgerichtsdirektor in Essen 

Oellrich, Walter, Dr., geb. 3.3.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Oppe, Wilfried, Dr., geb. 2.9.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Oppeln (Opole) 

heute: Oberstaatsanwalt in Duisburg 

Oppenheuser, Walter, geb. 15.12.1904 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 173. Division 

heute: Landessozialgerichtsrat beim Landessozialgericht Saarland 

Ortmann, Hans, geb. 10.4.1903 

früher: Oberstabsrichter bei der 526. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Duisburg 
Orzechowski, Wolfgang, Dr., geb. 16.6.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) und beim Volksgerichtshof 
II. Senat 

heute: Oberstaatsanwalt in Köln 

Oeser, Richard, Dr., geb. 15.10.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Oberstaatsanwalt in München II 

Ostermeier, Robert, Dr., geb. 29.5.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Nürnberg-Fürth 

heute: Landgerichtsdirektor in Nürnberg-Fürth 

Oesterreich, Hans, geb. 20.10.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 



225 

heute: Erster Staatsanwalt in Kassel 
Otter, Dr., geb. 7.1.1903 

früher: Heeresrichter bei der Standort-Kommandantur 192 
heute: Landgerichtsdirektor in Hannover 
Ottersbach, Karl-Heinz, geb. 10.6.1912 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
bis Frühjahr 1965: Staatsanwalt in Lüneburg 
Passauer, Hans, geb. 25. 5.1909 

früher: Oberstabsrichter bei der 12. Division Schwerin 

heute: Staatsanwalt in Itzehoe 

Päth, Gerd, Dr., geb. 23. 8.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg 

heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg 

Pecher, Otto, Dr., geb. 29.4.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Cottbus 

heute: Bundesrichter beim Bundesarbeitsgericht 

Petersen, Harro, Dr., geb. 22.4.1912 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Kattowitz (Katowice) 

heute: Landgerichtsdirektor in Flensburg 

Petzke, Hans, Dr., geb. 30.7.1901 

früher: Oberkriegsgerichtsrat 

heute: Oberstaatsanwalt in Nürnberg-Fürth 

Pfenningsdorf, geb. 27.4.1908 

früher: Amtsgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Sondergerichtssachen Ostgebiete 
heute: Landgerichtsrat in Bonn 
Pfleiderer, geb. 2. 2.1912 



226 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag und Brunn (Brno) 
heute: Oberstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Gelle 
Philippi, Walter, geb. 8.12.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat, Oberstabsrichter der 176. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Dortmund 
Pichon, Lothar, geb. 5.2.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a. O. 
heute: Landgerichtsrat in Osnabrück 
Piesker, Joachim, geb. 24.5.1904 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Celle und Hannover 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 
Pingel, geb. 18.5.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kiel 
heute: Staatsanwalt in Kiel 
Pippert, geb. 24. 5.1904 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Wien 
heute: Oberstaatsanwalt in Dortmund 
Plock, Gerhard, Dr., geb. 17.2.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der 52., 166. Infanteriedivision und der 20. Panzerdivision 
Panzer- AOK 3 

heute: Rechtsanwalt und Notar in Dillenburg 
Plönnies, Rudolf, Dr., geb. 8.9.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Brunn (Brno) 
heute: Amtsgerichtsrat in Itzehoe 
Pohlmann, Gert, geb. 3.10.1901 

früher: Landgerichtsrat in Berlin; 14. Mai 1923 NSDAP (Nr. 9664); Goldenes 
Ehrenzeichen der NSDAP; Kreisschulungsleiter 



227 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Stuttgart 

Pöhlmann, Heinrich, geb. 31.8.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Saarbrücken 

heute: Landgerichtsdirektor in Bayreuth 

Poos, Dr., geb. 13.1.1904 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Celle 
heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 
Poppelbaum, Helmut, geb. 22.10.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Oberkommando des Heeres und bei der 6. Division 
Bielefeld 

heute: Landgerichtsdirektor in Lüneburg 

Poersch, Lothar, Dr., geb. 14.10.1906 

früher: Oberfeldrichter bei der 24. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Selb 

Pöschla, Heinrich, Dr., geb. 25.3.1900 

früher: Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe 

heute: Erster Staatsanwalt in Wuppertal 

Preiser, Friedrich, Dr., geb. 23.8.1898 

früher: Landgerichtsdirektor im Nazi-Justizministerium, Abt. IV, Ref.-Leiter für 
politische Strafsachen 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Braunschweig 
Priedigkeit, Georg, geb. 29.3.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Schneidemühl (Pila) 
heute: Arbeitsgerichtsrat in Hagen 
Pröhl, geb. 14.10.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Magdeburg 
heute: Landgerichtsrat in Frankfurt a. M. 



228 

Prüfer, Hans, geb. 5.11.1903 

früher: Amtsgerichtsrat und Ankläger beim Sondergericht Freiburg 
heute: Ober justizrat in Mülheim 
Quack, Rudolf, geb. 7.7.1910 

früher: Oberstabsrichter bei der 17., 18. und 213. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Gießen 

Raab, Alois, Dr., geb. 5.1.1910 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Prag 

heute: Landgerichtsrat in Kleve 

Raabe, Kurd, geb. 19.6.1898 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 209. Infanteriedivision 

bis August 1965: Oberamtsrichter in Uslar 

Rabenau, Reinhard von, geb. 12.3.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der 3. und 17. Panzerdivision 

heute: Landgerichtsrat in Düsseldorf 

Raeder, Rudolf, geb. 13.8.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Düsseldorf 

heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Köln 

Rahn, Dietrich, Dr., geb. 14.4.1914 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 463. Infanteriedivision 

heute: Oberstaatsanwalt in Frankfurt a. M. 

Rai, Franz, Dr., geb. 3. 8.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in München 

Randebrock, Erich, geb. 22.1.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Landgericht Essen (,,Rassenschande"-Sachen) 



229 

heute: Landgerichtsdirektor in Koblenz 
Raschik, Friedrich, Dr., geb. 30.3.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Mährisch-Schönberg (Sumperk) 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Frankfurt a. M. 
Rathmayer, Otto, geb. 15.12.1905 

früher: Amtsgerichtsrat; Ankläger beim „Volksgerichtshof 
heute: Landgerichtsrat in Landshut 
Rathske, geb. 16.9.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Düsseldorf 
heute: Staatsanwalt in Koblenz 
Rausch, Heinz, Dr., geb. 14.9.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Magdeburg 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Celle 

Rebmann, Gustav, Dr., geb. 13. 5.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Oberstaatsanwalt in Düsseldorf 

Reckmann, Hans, Dr., geb. 21.6.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 526. Infanteriedivision 

heute: Oberamtsrichter in Goch 

Regis, Reinhold, Dr., geb. 6.1.1903 

früher: Oberlandesgerichtsrat in Jena, Standrichter 

heute: Landgerichtsrat in Bielefeld 

Rehbock, Johannes, Dr., geb. 2. 9.1898 

früher: Kammergerichtsrat beim Sondergericht Berlin 

heute: Landgerichtsdirektor in Kiel 

Reichelt, Dr., geb. 20.1.1904 



230 

früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 

heute: Erster Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Koblenz 

Reil, Theodor, geb. 20.6.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 404. Infanteriedivision 

heute: Landessozialgerichtsrat in Stuttgart (inzwischen verstorben) 

Rein, Arthur, Dr., geb. 6.8.1901 

früher: Oberstaatsanwalt beim Sondergericht Dortmund 
heute: Senatspräsident in Hamm 
Reiners, Friedrich, Dr., geb. 25.3.1904 

früher: Heeresrichter beim Zentralgericht des Heeres Berlin-Charlottenburg 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamburg 
Rempe, Heinrich, Dr., geb. 24.4.1902 

früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III 
heute: Oberlandesgerichtspräsident in Hamm 
Renatus, Heinrich, geb. 21.10.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat und Oberstabsrichter bei der 464. Infanteriedivision 

heute: Landessozialgerichtsrat in München 

Retsch, Georg, geb. 2.2.1901 

früher: Oberstabsrichter bei der 1. Panzerdivision 

heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 

Reubold, Hans, Dr., geb. 29. 9.1900 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Landgerichtspräsident in Nürnberg-Fürth 

Reusch, Werner, Dr., geb. 23.10.1902 

früher: Oberstrichter beim Oberkommando des Heeres 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Frankfurt a. M. 



231 

Reuter, Rudolf, Dr., geb. 12. 6.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag; Kriegsverbrecherliste der CSR Nr. A 
38-87 

heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Wuppertal 

Rheinen, Fritz, Dr., geb. 14.6.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 176. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Duisburg 

Rhode, Werner, geb. 1.2.1913 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag; Kriegsverbrecherliste der CSR Nr. A 
38-88 

heute: Regierungsdirektor im Justizministerium Schleswig-Holstein 
Richert, geb. 18.12.1898 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Elbing (Elblag) 
heute: Amtsgerichtsrat in Flensburg 
Rieder, Karl, geb. 11.3.1903 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Wehrmachtskommandantur Berlin 

heute: Landgerichtspräsident in Zweibrücken ( Siehe Tafel 22 ) 

Riemann, Kurt, geb. 17.7.1913 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Landgerichtspräsident in Bückeburg 

Riepenhausen, Ernst, geb. 23.8.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Leslau (Wloclawek); polnische 
Kriegsverbrecherliste 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Bamberg 

Rietmeyer, Otto, Dr., geb. 10.1.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Köln 

heute: Oberamtsrichter in Lindlar 



232 

Rimelin, Renatus, Dr., geb. 12.4.1909 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stuttgart 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart 

Rittinger, Josef, Dr., geb. 10.3.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 17. Armee, Passau 

heute: Oberamtsrichter in Eichstätt 

Rochlitz, Viktor, Dr., geb. 16.3.1914 

früher: Gerichtsassessor; Ankläger beim Sondergericht Straßburg (Strasbourg) 

heute: Landgerichtsrat in Heidelberg (inzwischen verstorben) 

Rodominski, Herbert, geb. 15.11.1912 

früher: Richter beim Sondergericht Hamburg 

heute: Amtsgerichtsrat in Hamburg-Harburg 

Rogalla, Hans, geb. 24.2.1901 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 

heute: Erster Staatsanwalt in Verden 

Rogge, Hans, geb. 15.8.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Landgerichtsdirektor in Flensburg 

Roggenkamp, Kurt, Dr., geb. 31.10.1906 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 384. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Hamburg-Blankenese 

Romatzeck, Wilhelm, geb. 18.12.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Amtsgerichtsrat in Königshofen im Grabfeld (inzwischen verstorben) 
Roemer, Walter, geb. 27. 8.1902 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht München 



233 

heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 

Römer, Josef, geb. 29. 3.1914 

früher: Ankläger beim Sondergericht Wuppertal 

heute: Ministerialrat im Justizministerium Nordrhein-Westfalen 

Ronke, Maximilian, Prof. Dr., geb. 27.11.1904 

früher: Oberlandesgerichtsrat beim Sondergericht Prag 

heute: Landgerichtsdirektor in Würzburg 

Rosendahl, geb. 7.4.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Thorn (Torun) 
heute: Staatsanwalt in Münster 
Roesler, Karl, Dr., geb. 18.6.1903 

früher: Oberlandesgerichtsrat für politische Strafsachen in Posen (Poznan) 
heute: Oberverwaltungsgerichtsrat in Münster 
Ross, geb. 31.5.1908 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Amtsgerichtsrat in Düsseldorf 

Rössiger, geb. 19.10.1911 

früher: Divisionsrichter 

heute: Oberamtsrichter in Vlotho 

Rostock, Heinrich, geb. 22.7.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 409. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Eschwege 
Rothe, Gerhard, Dr., geb. 29.8.1906 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Naumburg und beim Reichskommissar für 
die besetzten niederländischen Gebiete (1941) 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 



234 

Ruff, Wilhelm, geb. 11.9.1912 

früher:: Oberstabsrichter bei der 9. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Stuttgart 

Ruepprecht, Hans-Ulrich Freiherr von, Dr., geb. 9.7.1911 

früher: Landgerichtsrat in Ravensburg; Ermittlungsrichter des „Volksgerichtshofes" 
heute: Oberlandesgerichtsrat in Stuttgart 
Saage, Erwin, Dr., geb. 7.7.1907 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 
heute: Ministerialdirektor im Bundesjustizministerium 
Sand, Hermann, geb. 1.7.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München 
heute: Oberlandesgerichtsrat in München 
Sandrock, Konrad, Dr., geb. 18.2.1902 

früher: Landgerichtsrat und Staatsanwalt für politische Strafsachen beim Reichsgericht 
heute: Oberlandesgerichtsrat Frankfurt a.M. 
Sauer, Valentin, geb. 27.12.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 409. Infanteriedivision \ 
heute: Landgerichtsdirektor in Marburg 
Sauter, Philipp, geb. 6.7.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 362. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Mannheim 

Schade, Hans, Dr. Dr., geb. 10.9.1901 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Senatspräsident beim Bundespatentgericht 

Schäfer, Karl, Dr., geb. 11.12.1899 

früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium, Abt. III 



235 

heute: Senatspräsident in Frankfurt a. M. 
Schafheutle, Josef, Dr., geb. 17.3.1904 
früher: Landgerichtsdirektor im Nazi-Justizministerium 
heute: Ministerialdirektor im Bundesjustizministerium 
Schäper, Theodor, geb. 6.11.1901 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Brunn (Brno) 
heute: Oberstaatsanwalt in Bochum 
Schattenberg, Ulrich, Dr., geb. 11.2.1906 

früher: Marine-Oberstkriegsgerichtsrat; nach eigenen Angaben an Fahrten der 
faschistischen Kriegsmarine nach Spanien teilgenommen, um die Faschisten mit 
Waffen, Munition und Lebensmitteln zu versorgen 

heute: Erster Staatsanwalt in Lübeck 

Schauergans, geb. 15.12.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 
heute: Amtsgerichtsrat in Aachen 
Scheer, Willy, geb. 29.11.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 213. Sicherungsdivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Celle 
Scherer, Werner, Dr., geb. 4.1.1908 
früher: Kriegsgerichtsrat OKW 

heute: Senatspräsident beim Bundesverwaltungsgericht 

Schicht, Wolfgang, Dr., geb. 10.10.1908 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Erster Staatsanwalt in Stuttgart 

Schiedt, Robert, Dr., geb. 1. 9.1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht München 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 



236 

Schiffner, geb. 23.7.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Elbing (Elblag) 
heute: Staatsanwalt in Lüneburg 
Schikowsky, Dr., geb. 16.9.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Amtsgerichtsrat in Feine 
Schiigen, Walter, geb. 28.6.1900 

früher: Oberlandesgerichtsrat in politischen Strafsachen in Kattowitz (Katowice) 
heute: Bundesrichter beim Bundesarbeitsgericht 
Schlaefke, Wilhelm, geb. 2.3.1902 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 12. Infanteriedivision 
heute: Staatsanwalt in Hamburg 
Schlegelberger, Hartwig, Dr., geb. 9.11.1913 
früher: Marine-Oberstabsrichter 

heute: Innenminister in Schleswig-Holstein ( Siehe Tafel 22 ) 
Schlichting, Erich, Dr., geb. 12.5.1897 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Reichskriegsgericht und bei der 
Standortkommandantur in Sofia 

bis August 1965: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Schleswig 
Schlinke, Kurt., geb. 19.12.1899 

früher: Amtsgerichtsrat in Zörbig, Gerichtsoffizier des Wehrmachts-Gefängnisses 
Torgau 

heute: Amtsgerichtsrat in Hildesheim 
Schlüter, Erich, Dr., geb. 29.5.1903 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Oberkommando des Heeres/HR 
heute: Landgerichtspräsident in Ansbach 
Schmidt, Kurt, geb. 23.9.1904 



237 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Hohensalza (Inowraclaw) 
heute: Amtsgerichtsrat in Hoya 
Schmiedeberg, Heinz, geb. 9.10.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 
heute: Oberamtsrichter in Bochum 
Schmitt, Josef, Dr., geb. 22. 8.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 672 
heute: Amtsgerichtsrat in Dachau 
Schmitt, Walter, geb. 13.7.1905 

früher: Armeerichter der 1. Gebirgsdivision München, der 7. und 467. Division 
München, der Armee-Abt. Lanz, der Kommandantur Berlin in der Heeresgruppe E 
XXII AK 

heute: Rechtsanwalt in Landau/Pfalz 

Schmitt- Winter, Albert, geb. 23.2.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Oberstaatsanwalt in Saarbrücken 

Schmilz, Erich, Dr., geb. 25.7.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 467. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in München 

Schmole, Dr., geb. 29.6.1900 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Dresden 

heute: Landgerichtsrat in Hannover 

Schöllgen, Theodor, Dr., geb. 10. 8.1901 

früher: Oberamtsrichter beim Sondergericht Wuppertal 

heute: Landgerichtsdirektor in Mönchengladbach 

Scholz, Heinrich, geb. 22.9.1904 



238 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Königsberg (Kaliningrad) XXVI 
AK 

heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Hamburg 

Schoene, Josef, geb. 9.1.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Essen 

heute: Landgerichtsdirektor in Essen 

Schoengarth, Hans-Otto, Dr., geb. 29.8.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 

heute: Amtsgerichtsrat in Hagen 

Schoppmann, Dr., geb. 17.10.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Elbing (Elblag) 
heute: Landgerichtsdirektor in Bremen 
Schorn, Joachim, geb. 9.8.1903 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 201. Sicherungsdivision und der 5. Panzerdivision 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Osnabrück 

Schräder, Karl-Heinrich, geb. 27.10.1909 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Essen 

heute: Oberamtsrichter in Plettenberg 

Schreiber, Georg, geb. 19.3.1898 

früher: Landgerichtsdirektor in Berlin; 1. Dezember 1932 NSDAP; Vorsitzender des 
Kreisparteigerichtes ; Marine-Kriegsgerichts rat 

heute: Amtsgerichtsrat in Kiel 

Schreiber, Theodor, geb. 22.12.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 173. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsrat in Passau 

Schreitmüller, Adolf, Dr., geb. 8.11.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Stuttgart und beim „Volksgerichtshof 



239 

heute: Landgerichtsdirektor in Stuttgart 
Schroiff, geb. 10.8.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 
heute: Erster Oberstaatsanwalt in Stade 
Schubert, Franz, Dr., geb. 4.10.1910 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Troppau (Opava) 

heute: Landgerichtsrat in Traunstein 

Schubert, Johannes, Dr., geb. 18.8.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 408. Division 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Gifhorn 

Schubert, Johannes, geb. 13. 8.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Oppeln (Opole) 

heute: Oberstaatsanwalt in Karlsruhe 

Schubert, Wolfgang, geb. 1. 8.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Amtsgerichtsrat in Friesoythe 
Schüle, Erwin, geb. 2. 7.1913 

früher: Ordonnanzoffizier IC der ID 215; Führer der Sonderstrafkompanie ID 253; in 
der Sowjetunion zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt 

heute: Oberstaatsanwalt in Stuttgart; vorher Leiter der Zentralstelle zur Aufklärung 
nationalsozialistischer Verbrechen 

Schultz, Johannes, geb. 24.11.1902 

früher: Landgerichtsrat in Berlin; Ministerialrat im Nazi-Finanzministerium; SA- 
Oberscharführer, Sturm 31/9 

heute: Ministerialdirigent im Justizministerium Nieder Sachsen 
Schultze, Otto- Wolfgang, geb. 10.1.1905 
früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Essen 



240 

heute: Erster Staatsanwalt in Dortmund 
Schulze, Friedrich, geb. 11.2.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Halle/Saale 

heute: Amtsgerichtsrat in Gronau (inzwischen verstorben) 

Schumacher, Franz, Dr., geb. 28.6.1907 

früher: Oberfeldrichter bei der 34. Division Koblenz 

heute: Oberstaatsanwalt in Limburg 

Schürmann, Wolfgang, geb. 18.8.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der 153. Division Potsdam und der 75. Infanteriedivision 
heute: Staatsanwalt in Hildesheim 
Schutte, Eberhard, Dr., geb. 22.6.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 

bis August 1965: Amtsgerichtsrat in Wuppertal 

Schwaller, Karl von, Dr., geb. 5.10.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Brunn (Brno) 

heute: Amtsgerichtsrat in Augsburg 

Schwarze, Johannes, geb. 25.10.1902 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Halle/Saale 

heute: Erster Staatsanwalt in Münster 

Schwarze, Josef, geb. 20.11.1910 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Hamm 

Schwedes, Franz, Dr., geb. 4. 6.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Feldkommandantur 520 

heute: Amtsgerichtsrat in Kassel 

Schweichel, Heinrich, Dr., geb. 23.8.1906 



241 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 95. Infanteriedivision 
heute: Oberstaatsanwalt in Köln 
Schweling, Otto, geb. 4. 3.1904 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Luftwaffengericht und Amtsrichter in Italien 
heute: Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof 
Seibert, Claus, Dr., geb. 4.6.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 463. Infanteriedivision 

heute: Bundesrichter beim Bundesgerichtshof 

Seiffert, Werner, Dr., geb. 8.10.1902 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Stuttgart 

Seither, Karl, Dr., geb. 29.1.1901 

früher: Erster Staatsanwalt in Regensburg und Beisitzer eines Standgerichtes 
heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 
Semmler, Jakob, geb. 10.1.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Frankenthal 
heute: Oberstaatsanwalt in Zweibrücken 
Sernau, geb. 2.1.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dortmund 
heute: Staatsanwalt in Bochum 
Seydewitz, von, geb. 20.6.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Petrikau 
heute: Landgerichtsrat in Hannover 
Siebers, Werner, geb. 21.11.1907 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 5. Panzerdivision Oppeln (Opole) und 177. 
Division Brunn (Brno) 



242 

heute: Staatsanwalt in Braunschweig 

Siedenburg, Walter, geb. 2.9.1900 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Oldenburg 

heute: Landgerichtsrat in Oldenburg 

Sielaff, Dr., geb. 10.6.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Mainz 

heute: Amtsgerichtsrat in Ludwigshafen 

Sinn, Heinrich, Dr., geb. 18.12.1903 

früher: Oberstabsrichter bei der 329. Infanteriedivision 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Stuttgart 

Skok, Herbert, Dr., geb. 18.11.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg und beim „Volksgerichtshof 
heute: Oberstaatsanwalt in Hamburg 
Sommer, Karl, geb. 12.11.1903 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 

heute: Erster Staatsanwalt in Düsseldorf 

Sosna, Viktor, geb. 2.11.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Graz 

heute: Staatsanwalt in Oldenburg 

Spehr, geb. 28. 2.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Düsseldorf 
heute: Landgerichtsrat in Düsseldorf (inzwischen verstorben) 
Spies, Gebhard, geb. 2.6.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Braunschweig 
heute: Landgerichtsrat in Braunschweig 
Spillner, Herbert, Dr., geb. 7.9.1909 



243 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Dresden 
heute: Sozialgerichtsdirektor in Lübeck 
Splett, Bruno, geb. 18.8.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat der Luftwaffe, Luftgau Norwegen 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in Köln 

Splettstösser, Erich, Dr., geb. 10.3.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Prag 

heute: Staatsanwalt in Hannover 

Spreckelsen, Heinrich von, Dr., geb. 31.12.1905 

früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Ministerialdirigent im Bundesjustizministerium 

Springorum, geb. 5.11.1915 

früher: Gerichtsassessor beim Sondergericht Thorn (Torun) 
heute: Amtsgerichtsrat in Kusel 
Staat, Dr., geb. 10.9.1907 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht Hamm 
heute: Leitender Oberstaatsanwalt in Arnsberg 
Stähler, Fritz, geb. 1.1.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Danzig (Gdansk) 

heute: Oberstaatsanwalt in Hamm 

Stamp, Wolfgang, geb. 21.12.1910 

früher: Mitglied eines Standgerichtes 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamburg 

Stangl, Walter, Dr., geb. 21.5.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Eger (Cheb) und Leitmeritz (Litomerice) 
heute: Staatsanwalt in Bamberg 



244 

Stanglmair, Herrmann, Dr., geb. 29.5.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 169. Infanteriedivision 

heute: Oberstlandesgerichtsrat in München 

Stanke, Georg, geb. 6.8.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 
heute: Amtsgerichtsrat in Baden-Baden 
Starck, von, geb. 12.10.1904 

früher: Landgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 
heute: Landgerichtsdirektor in Kiel 
Staud, Hans, Dr., geb. 19.5.1900 

früher: Oberkriegsgerichtsrat beim Oberkommando des Heeres/HR 
bis August 1965: Senatspräsident Frankfurt a. M. 
Steckel, Kurt, geb. 17.7.1901 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
bis Juli 1965: Landgerichtsdirektor in Hamburg 
Steffen, Erich, Dr., geb. 20.5.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Düsseldorf 

heute: Landgerichtsdirektor in Düsseldorf 

Steffen, Hermann, geb. 23.10.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat, XII. AK 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Bünde 

Stein, vom, geb. 9.5.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Düsseldorf 
heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Düsseldorf 
Steiner, Hans, Dr., geb. 20.10.1900 
früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Berlin 



245 

heute: Amtsgerichtsrat in Düsseldorf 
Steinke, Max, geb. 7.10.1910 
früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Singen 
Steinle, Kurt, Dr., geb. 1.3.1914 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht München 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 

Steinmayr, Hans, Dr., geb. 16.1.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Bamberg 

heute: Landgerichtsrat in Schweinfurt 

Stephan, Heinz, geb. 3.6.1913 

früher: Oberstabsrichter bei der 408. und 28. Division Breslau (Wroclaw) 
heute: Landgerichtsrat in München 
Stöhr, Karl, geb. 22. 2.1905 

früher: Regierungsrat in Butzbach; 1933 bis 1937 SA-Oberscharführer, Sturm 4/29; 
danach SS 

heute: Regierungsdirektor an der Strafanstalt Nürnberg 
Stolting II, Hermann, geb. März 1911 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bromberg (Bydgoszcz) 

heute: Rechtsanwalt in Frankfurt a. M. 

Stölzel, Ulrich, geb. 2.12.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kassel 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht Frankfurt a. M. 

Stoppel, Adolf-Friedrich, Dr., geb. 30.10.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat beim Luftgau II Warschau 

heute: Amtsgerichtsrat in Witten 



246 

Stransky, Maximilian, Dr., geb. 15.9.1910 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Troppau (Opava); 
Kriegsverbrecherliste der CSR Nr. A-6/365 

heute: Landgerichtsrat in Kempten 

Streller, Karl, geb. 28.10.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Brunn (Brno) 

heute: Landgerichtsrat in Rottweil 

Strödter, Dr., geb. 27.5.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Linz 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Wetzlar 

Strohbach, Rudolf, Dr., geb. 6.1.1913 

früher: Heeresrichter bei der 96., 170. und 391. Infanteriedivision 
heute: Rechtsanwalt in Bremerhaven 
Stromsky, geb. 21.12.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 210. Infanteriedivision 
heute: Oberamtsrichter in Oelde 
Strümpler, geb. 2.10.1901 

früher: Oberlandesgerichtsrat beim Sondergericht Bielefeld 
heute: Oberamtsrichter in Bielefeld 
Stuhldreer, Kunibert, geb. 14.7.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) 

heute: Amtsgerichtsrat in Landshut 

Stumpf, Hermann, Dr., geb. 9.10.1912 

früher: Gerichtsassessor im Nazi-Justizministerium, Abt III 

heute: Senatspräsident beim Bundesarbeitsgericht (inzwischen verstorben) 

Stumpf, Richard, geb. 4.2.1907 



247 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 
heute: Erster Staatsanwalt in Nürnberg (inzwischen verstorben) 
Suckow, Harald, geb. 16.5.1903 

früher: Feldkriegsgerichtsrat beim Panzerarmee-Oberkommando 4 
heute: Amtsgerichtsrat in Dillingen/Donau 
Susemihl, geb. 19.10.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hannover 
heute: Erster Staatsanwalt in Aurich 
Szogs, Gerhard, geb. 8.7.1908 

früher: Oberstabsrichter bei der 3. Division Frankfurt a. O., Feldkommandantur 530 
heute: Staatsanwalt in Hannover 
Tacke, Erich, geb. 27.5.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Frankfurt a. M. 
heute: Erster Staatsanwalt in Frankfurt a. M. 
Talpa, Friedrich, Dr., geb. 14.1.1904 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Troppau (Opava) 
heute: Oberstaatsanwalt in Uhu 
Tank, Ernst, geb. 17.4.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Eger (Cheb) 
heute: Regierungsdirektor in Kiel, Strafgefängnis 
Tennigkeit, geb. 27.6.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Königsberg (Kaliningrad) 
heute: Staatsanwalt in Essen 
Teufl, Max, Dr., geb. 10.2.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Zweibrücken 
heute: Landgerichtspräsident in Koblenz 



248 

Thamm, Ernst, geb. 27.3.1904 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Kiel 

heute: Oberstaatsanwalt in Kiel 

Thierbach, Ernst, geb. 19.1.1902 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Berlin 

heute: Senatspräsident in Düsseldorf 

Thomashoff, geb. 7.2.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Düsseldorf 

heute: Landgerichtsdirektor in Düsseldorf 

Thomsen, Willy, geb. 20.9.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Kiel 

heute: Senatspräsident in Schleswig 

Thurmayr, Alois, Dr., geb. 22.1.1909 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht München 

heute: Amtsgerichtsrat in Starnberg 

Tiedtke, Dr., geb. 3.6.1908 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Berlin 
heute: Landgerichtsrat in Arnsberg 
Tillmann, geb. 16.4.1905 

früher: Staatsanwalt und Vollstreckungsleiter beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 

heute: Erster Staatsanwalt in Kleve 

Timmermann, Wennemar, geb. 6.7.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Celle 

heute: Landgerichtsdirektor in Hannover 

Töpfer, Karl, Dr., geb. 13.8.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Schneidemühl (Pila) 



249 

heute: Amtsgerichtsrat in Gladbeck 

Trabert, Rudolf, Dr., geb. 21.1.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München 

heute: Oberstaatsanwalt beim Oberlandesgericht München 

Tramm, Willy, Dr., geb. 11.2.1901 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen im Nazi-Justizministerium 
heute: Amtsgerichtspräsident in Düsseldorf 
Traub, Kurt, geb. 26.6.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 
heute: Oberstaatsanwalt in Stuttgart 
Treichel, Werner, geb. 15.8.1908 

früher: Feldkriegsgerichtsrat bei der 265. Infanterie-Division 

heute: Oberamtsrichter in Schwarzenbeck 

Trepte, Martin, Dr., geb. 30.7.1912 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Leipzig 

heute: Landgerichtsrat in Koblenz 

Troost, Sigismund, Dr., geb. 23.9.1911 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Sozialgerichtsrat in Duisburg 

Tschofen, Franz, geb. 22.10.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat, Kommandantur Litzmannstadt (Lodz) 
heute: Amtsgerichtsrat in Traunstein 
Uhlig, geb. 26.2.1909 

früher: Staatsanwalt bei den Sondergerichten in Freiberg und Königsberg 
(Kaliningrad) 

heute: Staatsanwalt in Düsseldorf 



250 

Uhse, Dirk, geb. 24.6.1907 

früher: Oberstabsrichter bei der 3. Division Frankfurt a.O. 

heute: Amtsgerichtsrat in Kassel 

Ullrich, Hans, Dr., geb. 17.9.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Weimar 

heute: Landgerichtsrat in Mosbach 

Verres, Paul, geb. 26.4.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Frankfurt a. M. 
heute: Erster Staatsanwalt in Wiesbaden 
Verspohl, Dr., geb. 22.7.1908 

früher: Oberstabsrichter bei der 12. Luftwarffen-Felddivision 
heute: Landgerichtsdirektor in Münster 
Viergutz, Hans- Werner, geb. 18.7.1908 

früher: Oberstabsrichter bei der 28. Division Breslau (Wroclaw) 
heute: Erster Staatsanwalt in Ravensburg 
Viertel, Lothar, geb. 28.5.1910 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 409. Infanteriedivision 
heute: Amtsgerichtsrat in Fulda 
Vogel, Hans, geb. 23.6.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Hamburg 

heute: Oberstaatsanwalt in Hamburg 

Vogel, Hermann, Dr., geb. 2.2.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Hamburg 

heute: Oberlandesgerichtsrat in Hamburg 

Voigt, Erich, Dr., geb. 12.11.1902 



251 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Kommandantur Berlin und beim Oberkommando 
des Heeres 

heute: Amtsgerichtsrat in Hannover 
Voithenberg, Voith von, Dr., geb. 29.8.1904 
früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bamberg 
heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Bayreuth 
Vollmar, Franz, geb. 8.3.1906 

früher: Staatsanwalt im Nazi-Justizministerium, Abt. III 
heute: Oberamtsrichter in Sinsheim 
Vollrath, Dr., geb. 9.10.1907 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Dresden 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Bad Salzuflen 
Vornbäumen, H. A., Dr., geb. 23.6.1903 

früher: Staatsanwalt beim Oberlandesgericht Kassel (politische Strafsachen) 
heute: Oberstaatsanwalt in Frankfurt a. M. 
Vornweg, geb. 5.11.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bielefeld 

heute: Oberamtsrichter in Meschede 

Wagner, Hans-Hein, Dr., geb. 31.3.1909 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 4. und 413. Panzerdivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Aachen 

Wagner, Walter, Dr., geb. 31.7.1901 

früher: Oberstaatsanwalt beim Generalstaatsanwalt Posen (Poznan) 
heute: Bundesanwalt beim Bundesgerichtshof 
Wahl, Ernst, geb. 29.11.1902 

früher: Richter beim Sondergericht H Breslau (Wroclaw) 



252 

heute: Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt a. M. 
Wallis, Gerhard, geb. 25.12.1906 

früher: Oberstabsrichter bei der 8. Division Oppeln (Opole) 
heute: Amtsgerichtsrat in Bochum 
Walter, geb. 3.3.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kaiisch (Kalisz) 
heute: Landgerichtsrat in Mainz 
Walther, Wolfgang, geb. 7.5.1908 

früher: Staatsanwalt in Erfurt; Hauptamt SS-Gericht; SS-Sturmbannführer 
heute: Regierungsdirektor im Justizministerium von Baden- Württemberg 
Wälzholz, Ulrich, geb. 27.10.1903 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Breslau (Wroclaw) und Erfurt 
heute: Oberstaatsanwalt in Hamm 
Weber, Erich, Dr., geb. 9.4.1901 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Düsseldorf 
heute: Landgerichtsrat in Duisburg 
Weber, Kurt, geb. 29.10.1907 

früher: Richter in Frankreich, an Exekutionen im Elsaß teilgenommen 

heute: Landgerichtsdirektor in Karlsruhe 

Weber, Walter, Dr., geb. 31.10.1902 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 409. Infanteriedivision 

heute: Amtsgerichtsrat in Parsberg 

Webermeier, Herbert, geb. 4.1.1906 

früher: Staatsanwalt in Wuppertal, SS-Untersturmführer im Stab 11/20 
heute: Staatsanwalt in Dortmund 
Wegert, Kurt, Dr., geb. 15.9.1907 



253 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 4. Panzerarmee 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 

Wehdeking, Siegfried, Dr., geb. 18.8.1913 

früher: Oberstabsrichter, u.a. bei der Strafbrigade 999 

heute: Strafanstaltspfarrer in Werl 

Wehner, Martin, geb. 10.11.1906 

früher: Oberstabsrichter bei der 17. Division Nürnberg 
heute: Amtsgerichtsrat in München 
Wehrmeister, Alfred, geb. 15.10.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Stettin (Szczecin) 

heute: Amtsgerichtsrat in Moers 

Weiden, von der, Dr., geb. 21.11.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Aachen 

heute: Amtsgerichtsrat in Aachen 

Weinelt, Wilhelm, Dr., geb. 2.6.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Prag 

heute: Amtsgerichtsrat in Nürnberg 

Weinerth, Kurt, Dr. Dr., geb. 19.2.1902 

früher: Oberkriegsgerichtsrat 

heute: Verwaltungsgerichtspräsident in Neustadt a. d. Weinstraße 
Weise, geb. 15.2.1905 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen beim Oberlandesgericht Dresden 

heute: Staatsanwalt in Duisburg 

Weissenberger, Heribert, geb. 10.2.1905 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Bayreuth 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Forchheim 



254 

Weitnauer, Dr., geb. Juli 1910 

früher: Amtsgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 

heute: Ministerialrat im Bundesjustizministerium 

Weitzel, Philipp, geb. 26. 8.1908 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen Kassel 

heute: Oberstaatsanwalt in Marburg 

Wendel, Wilhelm, geb. 26. 3.1904 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Flakbrigade VIII 

heute: Senatspräsident beim Oberlandesgericht in München 

Wendik, Walter, geb. 9. 3.1904 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Zichenau (Ciechanow) 
heute: Amtsgerichtsrat in Eschershausen 
Wenzel, Friedrich-Karl, Dr., geb. 4.2.1912 

früher: Staatsanwalt bei den Sondergerichten Hannover und Celle 
heute: Staatsanwalt in Göttingen 
Wenzel, Kurt, geb. 24.10.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a. O. 
heute: Amtsgerichtsrat in Westerland (inzwischen verstorben) 
Werber, Karl, geb. 18.10.1913 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Magdeburg 
heute: Amtsgerichtsrat in Gifhorn 
Werner, Berthold, Dr., geb. 20.8.1898 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 71., 182., 28. und 433. Division und 
Landgerichtsdirektor beim Sondergericht Wien 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Siegen 

Werther, Friedrich, Dr., geb. 13.8.1903 



255 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 174. Division; Oberstabsrichter bei der 
Oberfeldkommandantur 

heute: Landgerichtsrat in Düsseldorf 

Westerburg, Hans, Dr., geb. 7.4.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bielefeld 

heute: Erster Staatsanwalt in Arnsberg 

Wettengel, Alfred, Dr., geb. 22.3.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Eger (Cheb) 

bis Juni 1965: Amtsgerichtsrat in Heilbronn 

Wickmann, geb. 12.12.1901 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Aachen 

heute: Oberstaatsanwalt in Aachen 

Widera, geb. 16. 2.1905 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht in Breslau (Wroclaw) 

heute: Staatsanwalt in Braunschweig 

Wiedemann, Viktor, Dr., geb. 16.10.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der Oberfeldkommandantur 379 

heute: Oberstaatsanwalt in München 

Wienecke, Josef, geb. 8. 8.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Luxemburg; dort 1949 zu zehn Jahren 
Zwangsarbeit verurteilt 

heute: Erster Staatsanwalt ha Koblenz 

Wildt, Hans, Dr., geb. 14.7.1908 

früher: Staatsanwalt für politische Strafsachen in Kassel 
heute: Oberverwaltungsgerichtsrat in Münster 
Wilkerling, Joachim, Dr., geb. 5.9.1900 
früher: Oberlandesgerichtsrat im Nazi-Justizministerium 



256 

heute: Ministerialdirigent im Justizministerium Nieder Sachsen 

Will, Hermann, Dr., geb. 23. 8.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat 

heute: Landgerichtsdirektor in Landshut 

Will, Heinz, Dr., geb. 1.1.1910 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Rostock 
heute: Amtsgerichtsrat in Rheinberg 
Willecke, geb. 10.6.1910 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Wien 
heute: Staatsanwalt in Kassel 
Willer, Herbert, geb. 10.11.1904 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Frankfurt a.M. 
heute: Amtsgerichtsdirektor in Frankfurt a. M. 
Wimmer, Eberhard, Dr., geb. 27.6.1903 

früher: Oberamtsrichter in Pulsnitz; SS-Oberscharführer, Sturmbannschulungsleiter 
1/84 

heute: Amtsgerichtsrat beim Amtsgericht Wuppertal (inzwischen verstorben) 

Winckhler, Hugo, Dr., geb. 28.8.1913 

früher: Amtsgerichtsrat in München; SS-Scharführer 

heute: Oberlandesgerichtsrat in München 

Wintermann, Kurt 

früher: Amtsgerichtsrat bzw. Amtsgerichtsdirektor beim Sondergericht Oldenburg 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Delmenhorst 

Witzig, Konrad, Dr., geb. 20.4.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 106. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Bochum 



257 

Wodtke, geb. 22.12.1908 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 30. Infanteriedivision und beim 
Reichskriegsgericht Berlin 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Siegen 

Wohnsdorf, Hans, geb. 28.2.1905 

früher: Kriegsgerichtsrat bei der 214. und 408. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsrat in Hechingen 

Woldt, Heinz, Dr., geb. 3.11.1909 

früher: Oberstabsrichter bei der 20. Infanteriedivision 

heute: Landgerichtsdirektor in Hamburg 

Wolff, Paul, geb. 9.12.1905 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Oppeln (Opole) 

heute: Amtsgerichtsrat in Paderborn 

Wolfrum, Georg Erdmann, Dr., geb. 20.9.1907 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Kattowitz (Katowice) 

heute: Landgerichtdirektor in Aachen 

Woll, Albert, geb. 16.8.1906 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Mannheim 

heute: Generalstaatsanwalt beim Oberlandesgericht Karlsruhe 

Wollschläger, geb. 8.8.1909 

früher: Assessor beim Sondergericht Schwerin 

heute: Amtsgerichtssrat in Siegen 

Wonhas, Paul, Dr., geb. 6.9.1906 

früher: Feldkriegsgerichtsrat, FP.-Nr. 16 688 

heute: Landgerichtsdirektor in München 

Wöstmann, Dr., geb. 26.12.1896 



258 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der 191. Division 
heute: Landgerichtsdirektor in Hildesheim 
Wroblewski, Herbert, Dr., geb. 28.3.1908 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz) 
heute: Oberverwaltungsgerichtsrat in Lüneburg 
Wulkow, geb. 1.7.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Reichenberg (Liberec) 

heute: Oberstaatsanwalt in Zweibrücken 

Wünschmann, Walter, Dr., geb. 7.1.1912 

früher: Oberstabsrichter bei der 2. Panzerdivision 

heute: Oberregierungsrat beim Bundesverwaltungsgericht 

Zain, Dr., geb. 21. 2.1904 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht Koblenz 
heute: Landgerichtsdirektor in Köln 
Zaske, Dr., geb. 12.1.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Elbing (Elblag) 
heute: Amtsgerichtsrat in Northeim 
Zaum, Hermann, Dr., geb. 9. 8.1903 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Weimar, Breslau (Wroclaw) und Erfurt 

heute: Amtsgerichtsdirektor in Dinslaken 

Zbikowski, Dr., geb. 21. 3.1902 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Koblenz 

heute: Erster Staatsanwalt in Bad Kreuznach 

Zellmann, Walter, Dr., geb. 19.4.1905 

früher: Gerichtsoffizier bei der Wehrmacht, Kommandantur Berlin 
heute: Oberverwaltungsgerichtsrat in Münster ( Siehe Tafel 22 ) 



259 

Zienicke, Hans- Albrecht, Dr., geb. 21.2.1906 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Bielitz (Bielsko) 

heute: Verwaltungsgerichtsdirektor in Düsseldorf 

Zimmer, Johannes, geb. 2.12.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht I Dresden 

heute: Amtsgerichtsrat in Tübingen 

Zimmerath, geb. 16.8.1908 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Aachen 

heute: Erster Staatsanwalt in Bonn 

Zoller, Max, geb. 21.2.1903 

früher: Landgerichtsrat beim Sondergericht München 
heute: Oberlandesgerichtsrat in München 



Liste belasteter Nazi- Juristen im Justizapparat des besonderen Gebietes Westberlin. 

Creifelds, Carl, Dr., geb. 3.4.1907 

früher: Kammergerichtsrat im Nazi- Justizministerium 

bis Juli 1965: Senatsrat für Justiz 

Fäder, Bernhard, geb. 7.11.1902 

früher: Amtsgerichtsrat beim Sondergericht Litzmannstadt (Lodz), Kiew und Kaiisch 
(Kalisz) 



260 

heute: Oberamtsrichter in Tempelhof-Kreuzberg 
Höfer, Gerhard, geb. 6.2.1911 
früher: Kriegsgerichtsrat 388. FA-Div. 
heute: Landgerichtsrat 
Hübner, Fritz, geb. 21. 5.1900 

früher: Oberkriegsgerichtsrat bei der Wehrmachtskommandantur Berlin 

bis Juli 1965: Landgerichtsdirektor 

Imme, Arnold, geb. 12.1.1907 

früher: Staatsanwalt beim Sondergericht Berlin 

heute: Oberstaatsanwalt beim Kammergericht 

Kolb, Erich, geb. 25.12.1902 

früher: Erster Staatsanwalt beim Sondergericht Kaiisch (Kalisz) 

heute: Regierungsdirektor; Leiter der Strafanstalt Tegel 

Kurtze, Helmut, geb. 7.7.1907 

früher: Landgerichtsrat im Nazi- Justizministerium 

heute: Landgerichtsdirektor 

Lell, Heinz Günter, Dr., geb. 1.8.1904 

früher: Staatsanwalt beim „Volksgerichtshof 

heute: Oberstaatsanwalt 

Manske, Erich, geb. 31.8.1906 

früher: Amtsgerichtsrat .für politische Strafsachen im Nazi- Justizministerium 
heute: Landgerichtsdirektor 
Rosga, Ernst, geb. 21. 3.1901 

früher: Kriegsgerichtsrat, Oberfeldkommandantur 548 
heute: Kammergerichtsrat 
Schuppenies, Günter, Dr., geb. 9.6.1908 



261 

früher: Oberstabsrichter beim Kommando des Heeres, Ersatztruppe IX 
heute: Amtsgerichtsrat 



Hitlers Generalstab kommandiert die 
Bonner Armee 

• Generalstab - Aggressionsinstrument des deutschen Imperialismus 

o Geheime Aufrüstung unter Friedensbeteuerungen 

o Die ..Blitzkriegsstrategie" 

o Der SS den Weg nach Auschwitz. Lidice und Oradour geebnet 

o In Nürnberg angeklagt - heute wieder dabei 

o ..Osterfahrungen" werden ausgewertet 

o Das getarnte Kriegsministerium 

o Führende Position in der NATO 

• Hitlergenerale gingen - Hitleroffiziere kamen 

o Trettner. Heinz: Ein Kriegsverbrecher an der Spitze der Bundeswehr 

o Kielmansegg. Johann Adolf Graf von: Ein nazistischer Aggressionsoffizier 

befehligt NATO-Verbände 

o Heusinger. Adolf: Vom Chefplaner Hitlers zum Chefplaner Adenauers 

o Speidel. Hans: Kriegsverbrecher und Militärberater der Bonner Regierung 

o Rogge. Bernhard: Kaperkapitän und Soldatenmörder 

o Gericke. Walter: Trettner-Komplice baute die Bonner Fallschirmtruppe auf 

o Maiziere. Ulrich de: Vertrauensperson im Führerbunker 

o Panitzki. Werner: Der Luttkriegsexperte 

o Zenker. Karl- Adolf: Mit Hitler gegen Norwegen. Dänemark und Holland 

o Maeder. Hellmuth: Abgeurteilter Kriegsverbrecher 

o Übelhack. Friedrich: Verbrannte Norwegens Erde 

o Gerlach. Heinrich: Preist die faschistische Diktatur 

o Thilo. Karl- Wilhelm: Wütete auf dem Balkan 

o Trautloft. Johannes: Militarist aus Berufung 

o Wichmann. Heinz: Im ..Reichskommissariat Ostland" bewährt 

• Hitlergeneralstäbler in den Führungsstellen der Bundeswehr (Namenliste) 



262 



Generalstab - Aggressionsinstrument des deutschen 

Imperialismus 

Der preußisch-deutsche Generalstab hat seit jeher eine unheilvolle Rolle bei der Planung und 
Entfesselung von Aggressionskriegen des deutschen Imperialismus gespielt. Es war also nur 
folgerichtig, daß das reaktionäre Offizierskorps bereits vor 1933 der Hitlerclique seine 
Sympathien entgegenbrachte, die Republik untergrub und die Nazi-Bewegung teilweise offen 
unterstützte. 

Die Generalität stimmte der Errichtung der faschistischen Diktatur weitgehend zu, weil die 
Ziele Hitlers ihren eigenen Zielen entsprachen: Wiederaufrüstung und Vorbereitung eines 
neuen Aggressionskrieges, um Revanche für die Niederlage im ersten Weltkrieg zu nehmen. 

Bereits vier Tage nach dem Machtantritt der Faschisten, Anfang Februar 1933, ließen sich die 
Führer von Heer und Marine durch Hitler versichern, daß seine Regierung bereit sei, die 
aggressiven Pläne des Generalstabes und seiner rüstungsindustriellen Auftraggeber zu 
erfüllen. Als Dank für diese Zusicherung stellte sich der Generalstab nach der sogenannten 
Rohm-Äffaire im Jahre 1934 vorbehaltlos hinter Hitler. 

Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg erklärte: 

„ Sollte die Reichsregierung allein nicht imstande sein, eine völlige Beruhigung der 
gespannten Lage herbeizuführen, würde der Präsident (Hindenburg - d. Hrsg.) den 
Belagerungszustand verhängen und die Kontrolle der Staatsgeschäfte der Armee 
übertragen. " (J. W. Wheeler-Bennet, Die Nemesis der Macht, - Die Deutsche Armee in der 
Politik 1918-45, Drosle-Verlag, Düsseldorf 1954) 

Der Generalstab unterstützte auch die aggressive Außenpolitik der Faschisten. Als 
Deutschland 1933 aus dem Völkerbund austrat und die Abrüstungskonferenz demonstrativ 
verließ, traf der Generalstab Maßnahmen, um diesen Schritt zu sichern. So hieß es in einer 
Weisung Blombergs vom 25. Oktober 1933: 

„Die weitere Entwicklung der durch Deutschlands Austrittserklärung aus dem Völkerbund 
und sein Verlassen der Abrüstungskonferenz geschaffenen außenpolitischen Lage kann dazu 
führen, daß Sanktionsmaßnahmen gegen Deutschland zur Anwendung gelangen. . . Die 
Reichsregierung ist gewillt, jedem feindlichen Vorgehen ohne Rücksicht auf militärische 
Erfolgsaussicht örtlich bewaffneten Widerstand entgegenzusetzen." (IMT, Bd. XXXIV, S. 
488) 



GEHEIME AUFRÜSTUNG UNTER FRIEDENS-BETEUERUNGEN 



263 



In ihren Zielen und Methoden stimmten also die Rüstungsmonopole, die Hitlerclique und der 
Generalstab überein. Dementsprechend übernahm es der Generalstab, die Reichswehr zu einer 
modern ausgerüsteten Massenarmee für die geplanten Aggressionen aufzubauen. Bereits am 
4. April 1933 hatte das Reichskabinett auf Initiative des Generalstabs beschlossen, einen 
„Reichsverteidigungsrat" zu bilden. Am 22. Mai 1933 fand die Gründungssitzung statt. Sie 
wurde vom Generalstab organisiert und von seinen Vertretern, an der Spitze der Chef des 
Generalstabes, Generalleutnant Adam, und der Chef der Heeres-Organisationsabteilung, der 
damalige Oberst Keitel, geleitet. Daß dieser sogenannte Reichsverteidigungsrat der direkten 
Vorbereitung eines neuen Aggressionskrieges diente, geht aus der Begründung hervor, die 
Keitel im Auftrag des Generalstabes gab. Er erklärte: 

„Der Krieg (1914-1918 -d. Hrsg.) hat hinreichend gezeigt, daß die Zusammenarbeit vor dem 
Kriege mit den einzelnen Reichsressorts nicht eng genug war. Die Folgen sind nicht 
ausgeblieben . . . Die Nachteile des zurückliegenden Systems liegen in der 
Nebeneinanderarbeit der einzelnen Reichsressorts auf dem Gebiet der RV 
(Reichsverteidigung). Zur Vermeidung dieser Fehler ist eine Zentralstelle geschaffen, die 
schon in der Friedenszeit im weitesten Sinne die Fragen der RV bearbeitet." (IMT, 
Bd. XXXVI, Dok. 172-EC, S. 22) 

Die Schlußfolgerung aus der Niederlage im ersten Weltkrieg bestand also für den Generalstab 
Hitlerdeutschlands darin, noch intensiver aufzurüsten und den gesamten Staatsapparat 
zielstrebiger in den Dienst der Vorbereitung des Revanchekrieges zu stellen. 

Während die Hitlerregierung und ihre Diplomaten bei jeder Gelegenheit vom Frieden, von 
Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und Abrüstung sprachen, verstärkte der Generalstab 
planmäßig die Aufrüstung. Die gesamte deutsche Wirtschaft wurde schon im Frieden auf die 
Bedürfnisse der zukünftigen Kriegführung umgestellt. Damit erreichte der Generalstab, daß 
den kriegslüsternen deutschen Imperialisten die zahlenmäßig stärkste und am besten 
ausgerüstete Armee der kapitalistischen Welt zur Verfügung stand und die Rüstungsprofite 
rapide anstiegen. 

DIE „BLITZKRIEGSSTRATEGIE" 

Die militärisch-strategische Konzeption des Generalstabes wurde auf den „Blitzkrieg" 
umgestellt. Die Grundlage dafür war die am 2. Mai 1935 von Kriegsminister Blomberg 
herausgegebene Weisung: 

„Das Unternehmen muß nach Ausgabe des Stichwortes , Schulung durchführen' schlagartig 
als Überfall zur Ausführung gelangen. Zeit für die Mobilmachung der beteiligten Kräfte ist 
nicht vorhanden, ihre Verwendung muß in Friedenszusammensetzung und -ausrüstung 
erfolgen ..." (IMT, Bd. XXXIV, Dok. 139-C, S. 485) 

Diese „Blitzkriegsstrategie" wurde im zweiten Weltkrieg in die Tat umgesetzt. 

Vom Generalstab stammten die strategischen Ideen und die detaillierten Pläne zur Okkupation 
Polens (Fall Weiß), Norwegens und Dänemarks (Fall Weserübung), Frankreichs, Hollands 
und Belgiens (Fall Gelb), zur miltärischen Besetzung Griechenlands und Jugoslawiens (Fall 
Marita) und für den Überfall auf die Sowjetunion (Fall Barbarossa). 

An der Ausarbeitung dieser Pläne war unter anderem der damalige 1 . Generalstabsoffizier und 
spätere Chef der Operationsabteilung des Heeres, Adolf Heusinger, maßgeblich beteiligt. 



264 



DER SS DEN WEG NACH AUSCHWITZ, LIDICE UND ORADOUR 
GEEBNET 

Der deutsche Generalstab war aber nicht nur der passive Befehlsempfänger und Planentwerfer 
Hitlers, sondern überzeugter Verfechter und Vollstrecker der Pläne des deutschen 
Imperialismus zur Eroberung der Weltherrschaft und zur kolonialen Unterjochung und 
Ausrottung anderer Länder und Völker. 

Skrupellos beteiligte sich der Generalstab bei der Organisierung und Inszenierung jener 
Provokationen und völkerrechtswidrigen Machenschaften, mit denen die Faschisten ihre 
Überfälle vorbereiteten und begannen. 

Der deutsche Generalstab beteiligte sich nach Beginn der Überfälle aktiv an Verbrechen 
gegen die Menschlichkeit und trat das Völker- und Kriegsrecht mit Füßen. Mit seiner Hilfe 
und vielfach unter seiner direkten Leitung wurden zahlreiche Völker ihrer nationalen 
Souveränität beraubt und wurde mit ihrer physischen Ausrottung begonnen. 

Der deutsche Generalstab machte sich die faschistische Rassentheorie völlig zu eigen und 
beteiligte sich an der Ausrottung der Juden. 

Mit allem Völker- und internationalem Kriegsrecht hohnsprechenden Befehlen und 
Anordnungen organisierte der Generalstab den Massenmord an Hunderttausenden 
sowjetischen Kriegsgefangenen. Aber auch zahlreiche belgische, holländische, jugoslawische, 
griechische, norwegische, französische, britische und amerikanische Kriegsgefangene wurden 
bestialisch mißhandelt und umgebracht. 

Ohne die Planung, Organisierung und Durchführung der faschistischen Überfälle auf die 
Völker Europas durch den deutschen Generalstab und sein enges Zusammenwirken mit der 
verbrecherischen SS hätte es nicht die millionenfachen Morde von Auschwitz, nicht die 
bestialischen Verbrechen von Oradour und Lidice gegeben. 

IN NÜRNBERG ANGEKLAGT - HEUTE WIEDER DABEI 

Nach der Niederlage Hitlerdeutschlands bekräftigten die führenden Politiker der 
Antihitlerkoalition ihre schon während des Krieges getroffene Vereinbarung, den deutschen 
Militarismus auszurotten und die Grundlagen seiner Macht für immer zu zerstören. Das 
Potsdamer Abkommen enthält hierüber klare und eindeutige Bestimmungen. 

In den Nürnberger Prozessen wurden die Verbrechen des Generalstabes und des 
Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) eindeutig nachgewiesen. Das sind insbesondere: 

• die Vorbereitung und Verwirklichung des zweiten Weltkrieges sowie zahlreicher 
Aggressionen und Überfälle auf andere Völker; 

• die brutale Verletzung aller Normen des Völkerrechts und der Menschlichkeit im 
Verlaufe des Krieges; 

• die aktive Rolle des OKW und der faschistischen Wehrmacht bei der barbarischen 
Unterdrückung der Völker in den besetzten Gebieten; 

• die grobe Verletzung aller internationalen Abmachungen über die Behandlung von 
Kriegsgefangenen; 

• die aktive Mithilfe bei der Ausplünderung der zeitweise okkupierten Gebiete und bei 
der Zwangsdeportation von Millionen Arbeitssklaven; 



265 



• die enge Zusammenarbeit mit SS, SD, Gestapo und anderen verbrecherischen 
Organisationen. 

Auf dem Boden der DDR wurde - getreu den Zielen der Antihitlerkoalition und dem 
Potsdamer Abkommen - der deutsche Imperialismus und Militarismus, die Geißel des 
deutschen und anderer Völker, mit der Wurzel beseitigt. Jedem Drang nach Eroberungen, 
nach dem Territorium anderer Völker wurde damit der Boden entzogen, Revanchismus gilt 
als Verbrechen. 

Kriegs- und Naziverbrecher wurden entmachtet und bestraft. In der DDR gibt es keine Fabrik, 
kein Werk, kein Büro und kein Stück Boden, die den Interessen der Kriegs- und 
Rüstungsgewinnler dienen. 

Frieden, sozialer und kultureller Fortschritt, internationale Zusammenarbeit und 
Völkerverständigung sind die Grundlagen der Staatsdoktrin der DDR. 

Den anderen deutschen Staat, die sogenannte Bundesrepublik Deutschland - ins Leben 
gerufen und entwickelt mit Hilfe der Imperialisten der Westmächte -, beherrschen 
Rüstungsmonopole, Militaristen und Chauvinisten. Dieser Staat ist die Fortsetzung des 
Hitlerstaates. 

Der Nachfolger des faschistischen Generalstabes, der Führungsstab der Bundeswehr, hat in 
seiner „Vorwärtsstrategie" kaltblütig einen Atombombenkrieg einkalkuliert. Die 
Hitlergenerale und die von ihrem Geist erfüllten Offiziere, die die westdeutsche Armee 
beherrschen, greifen nach nuklearen Massenvernichtungsmitteln und haben den 
verbrecherischen Plan ausgeheckt, einen Atomminengürtel quer durch Deutschland zu legen. 

Der westdeutsche Imperialismus hat eine der stärksten Armeen des kapitalistischen Lagers 
aufgestellt. Der Geist dieser Armee ist der revanchelüsterne Geist der großen Konzerne, der 
ehemaligen Wehrwirtschaftsführer Hitlers, der Hitlergenerale und Hitleroffiziere, die die 
Bundeswehr erziehen und leiten und die westdeutsche Jugend vergiften. In Westdeutschland 
wurde die Vergangenheit nicht bewältigt, sondern das Potsdamer Abkommen systematisch 
gebrochen. 

„OSTERFAHRUNGEN" WERDEN AUSGEWERTET 

Unmittelbar nach der Kapitulation der Hitlerwehrmacht nahmen die amerikanischen 
Besatzungsbehörden den ehemaligen Chef des Generalstabes der Nazi- Wehrmacht, 
Generaloberst Franz Halder, in ihren Sold. An der Spitze von 120 ehemaligen 
Hitlergeneralen, darunter Guderian, Manteuffel, Schwerin und andere, wertete er die 
militärischen Erfahrungen der Raubzüge Hitlers aus und erarbeitete bereits damals die 
Remilitarisierungspläne der späteren Bundesrepublik. 

Hitlergeneral von Choltitz berichtete über das Lager Allendorf, in dem er bis 1947 tätig war: 
„Hier befand sich ein Kreis von Generalen und Stabsoffizieren, die im Auftrage der 
Historical-Division Kriegsgeschichte schrieben ... Wir hatten eigenes Kartenmaterial zur 
Verfügung, das durch das der amerikanischen Stabe ergänzt wurde ...Im ganzen waren in 
dem Lager 300 Offiziere. " (Dietrich von Choltitz, Soldat unter Soldaten, Europa- Verlag, 
Konstanz-Zürich-Wien 1951, S. 283 f.) 



266 



Die faschistischen Generalstäbler benutzten ihre Tätigkeit für die USA, um ungestört eigene 
Pläne auszuarbeiten. Nach der Bildung des westdeutschen Separatstaates wurden die Experten 
dieser Generalstabsclique zu offiziellen Beratern der Bonner Regierung. 

DAS GETARNTE KRIEGSMINISTERIUM 

Als Zentralstelle zur Durchsetzung der Remilitarisierungspläne wurde das „Amt Blank" 
gebildet. In diesem getarnten Kriegsministerium besetzten die Experten des faschistischen 
Generalstabes vom ersten Tage an die Schlüsselpositionen. Neben General Speidel gehörte 
vor allem der Chef der Operationsabteilung des Heeres, General Heusinger, zu den engsten 
und einflußreichsten Generalstäblern Adenauers. Sie scharten einen Kreis von Militärs um 
sich, der in der illegalen Aufrüstung allseitige Erfahrungen besaß. Darunter befanden sich 

• General der Panzertruppen Hans Röttiger, 

• General der Flieger Josef Kammhuber, 

• Vizeadmiral Friedrich Rüge, 

• Generalleutnant Max Pemsel 

• sowie die Hitlergenerale Harlinghausen, Freiherr von Lüttwitz, Reinhardt, Rogge, 
Schimpf und andere. 

Diese Militaristen nahmen ohne Ausnahme an jener entscheidenden Tagung des 
Generalstabes teil, in der das Grundsatzdokument für die künftige Wiederaufrüstung 
Westdeutschlands in allen Einzelheiten festgelegt wurde. Der heutige Befehlshaber der 
NATO-Landstreitkräfte Europa-Mitte, Generalleutnant Graf von Kielmansegg, berichtete 
darüber in einem Vortrag an der Offiziersschule Sonthofen, einer früheren Nazi-Ordensburg: 

„Als die Möglichkeit eines echten deutschen militärischen Beitrages immer sichtbarer wurde, 
wurde es nötig, hierzu rechtzeitig und vor Beginn irgendwelcher Verhandlungen eine eigene 
deutsche Konzeption zu finden. Es ist nicht so, wie man selbst heute immer wieder lesen 
kann, daß die Bundesrepublik ohne Konzeption in die Dinge hineingegangen ist." 

Schon 1950 wurde auf Adenauers Initiative die Remilitarisierung nach den Plänen der schwer 
belasteten Hitlergenerale vorangetrieben. Mit der Aufnahme Westdeutschlands in die 
aggressive NATO im Jahre 1955 begannen die alten Kriegsverbrecher-Generale, ihre bis in 
alle Einzelheiten ausgearbeiteten Pläne zum Aufbau einer millionenstarken Aggressionsarmee 
zu verwirklichen. 

Bereits am 16. Juni 1951 schrieb die britische Zeitung „Daily Express": „Der deutsche 
Generalstab, die unbarmherzig wirkende Maschine, die 100 Jahre lang der Planentwerter 
eines europäischen Krieges war, ist wieder da. Der deutsche Generalstabsmeisterplan ist nur 
wenigen alliierten Kreisen bekannt. Die Franzosen, mit ihrer Erinnerung an drei deutsche 
Invasionen in 70 Jahren, sind alarmiert. " 

FÜHRENDE POSITION IN DER NATO 

Der Prozeß des Aufbaues der Bonner Wehrmacht, der jetzt im wesentlichen abgeschlossen ist, 
wurde in allen entscheidenden Teilen von ehemaligen Generalstäblern Hitlers vorangetrieben. 
Dies trifft sowohl auf die Führungsspitze der Bonner Armee, als auch auf die 
Kommandostellen in den unteren Einheiten und im Befehlsbereich der „Territorialen 
Verteidigung" zu. 



267 



Hitlers und Adenauers Generalstäbler schufen die personellen Voraussetzungen zum Aufbau 
einer neuen Armee, indem sie die faschistischen Generalstäbler wieder an einen Tisch 
brachten. Sie organisierten und bewaffneten diese Armee. Und nicht nur das. Unter dem 
Deckmantel der Integration verstanden sie es, nicht die Bundeswehr der NATO, sondern die 
NATO der Bundeswehr einzuverleiben. Sie benutzten ihre ökonomische und militärische 
Stärke, auf ihre NATO-Partner Druck auszuüben, errichteten in anderen Staaten zahlreiche 
militärische Stützpunkte und besetzten wichtige Kommandostellen in der NATO. 

Die westdeutsche Bundesrepublik hat sich neben den USA zur stärksten Militärmacht der 
NATO entwickelt. Immer offener fordert Bonn nunmehr die Verfügungsgewalt über 
Atomwaffen, um die NATO-Partner in ihre militärischen Abenteuer für die Verwirklichung 
ihrer Revanchepläne hineinziehen zu können. Diesem Ziel dient die „Vorwärtsstrategie", die 
Bonns Generalstäbler auf der NATO-Ratstagung in Ottawa 1963 durchsetzten, ebenso wie der 
sich daraus ergebende Plan, an den Grenzen der DDR und der CSSR einen Atomminengürtel 
anzulegen, der am 15. Dezember 1964 von dem Hitlergeneral Trettner auf der Pariser NATO- 
Ratstagung vorgelegt wurde. 

Die „Vorwärtsstrategie" entspricht am weitestgehenden den Zielen der Bonner Militaristen: 
Ihre Kernstücke sind der aggressive Aufmarsch der Truppen der Bundeswehr- und NATO- 
Verbände unmittelbar an den Staatsgrenzen der DDR und der CSSR sowie die Propagierung 
und Vorbereitung des „verdeckten Krieges". Entgegen den NATO-Festlegungen fordert die 
Bundeswehrführung die Übergabe der Kernsprengköpfe an die Kommandeure bis zur Brigade 
und den frühzeitigen - möglichst sofortigen - Einsatz taktischer Kernwaffen und 
Kernsprengminen im Kriegsfalle. 

Um ihre Verbündeten noch fester an sich zu ketten, greifen die Bonner Militaristen nach 
weiteren Kommandostellen in der NATO. Sie verfolgen dabei nicht zuletzt das Ziel, 
wesentlichen Einfluß auf die NATO-Strategie und die Entscheidungsbefugnis über den 
Einsatz von Atomwaffen zu gewinnen. Das gesamte militärische Potential der NATO soll den 
abenteuerlichen Plänen der extremen Kreise Westdeutschlands nutzbar gemacht werden. 

Mit dem steigenden militärischen Gewicht der Bundeswehr in der NATO erhöhte sich auch 
die Anzahl der westdeutschen Generale und Offiziere in den NATO-Führungsstäben und 
-Kommandostellen. Anfang 1964 waren 21 Generale, 53 Oberste und 242 Stabsoffiziere und 
Hauptleute in NATO-Stäben tätig. Heute verfechten über tausend westdeutsche Militärs, unter 
ihnen 30 Generale, die Bonner Atomkriegskonzeption in der NATO. 



268 



Hitlergenerale gingen - Hitleroffiziere kamen 

Die Bundeswehrführung, d.h. der Generalstab der westdeutschen Armee, wurde in den letzten 
Jahren „verjüngt". Nachdem der weltweite Protest eine Reihe der „alten" Generale zum 
Rücktritt zwang, traten sie in den „Ruhestand" und beziehen hohe Staatspensionen. Das 
bedeutet jedoch keineswegs, daß sie darauf verzichtet hätten, die Revanchepolitik zu 
beeinflussen. Im Gegenteil! Sie wirken nach wie vor als Berater der Bundesregierung oder der 
Länder sowie als Präsidenten der größten militärischen Verbände, z.B. Speidel, Rüge, 
Kammhuber, Matzky. 

Die in den Ruhestand versetzten Militärs wurden durch die von ihnen ausgebildete und 
erzogene „neue Führung" der Bundeswehr ersetzt. Es handelt sich auch bei ihnen durchweg 
um Generalstäbler und Truppenkommandeure Hitlers, die ihre Ausbildung im faschistischen 
Generalstab oder auf Offiziersschulen erhielten und sich während des faschistischen 
Aggressionskrieges besonders auszeichneten und deshalb Karriere machten. 

Von gegenwärtig 189 Generalen und Admiralen der Bundeswehr sind über die Hälfte 
ehemalige Generalstabsoffiziere der Hitlerwehrmacht; auch die übrigen waren ohne 
Ausnahme Offiziere der faschistischen Wehrmacht. Alle Generale der Bundeswehr waren 
direkt oder indirekt an der Vorbereitung und Durchführung von Aggressionen beteiligt. Unter 
den heutigen Generalen und Admiralen der Bundeswehr befindet sich kein einziger, der gegen 
den Hitlerstaat gekämpft hat. Im Gegenteil. Für ihre Treuebekenntnisse wurde ein großer Teil 
noch in den Jahren 1944/45 mit hohen Generalstabs- oder Kommandostellen betraut. Sechs 
dieser Militärs wurden wegen Kriegsverbrechen zu langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt, 
unter ihnen Maeder, Herzog, Rosenthal und Karpinski. 

Ähnlich ist die Vergangenheit des Offizierskorps der Bundeswehr bis hinunter zu den 
Hauptleuten. Und schließlich erhielt die Masse der Leutnante und Oberleutnante ihre 
Ausbildung nach 1955 an den von Hitleroffizieren geleiteten Offiziersschulen. 

Alle westdeutschen Generale waren Hitleroffiziere - die Generale der Nationalen Volksarmee 
der DDR dagegen aktive Kämpfer gegen den Hitlerfaschismus. Mehr noch: Die Mehrzahl von 
ihnen bewies ihre Treue zur Arbeiterklasse im Kampf zur Verteidigung der spanischen 
Republik, in den faschistischen Konzentrationslagern und Zuchthäusern. 

Trettner, Heinz 

EIN KRIEGSVERBRECHER AN DER SPITZE DER BUNDESWEHR 

Nach den Generalen Heusinger und Foertsch steht mit dem ehemaligen Hitlergeneral Heinz 
Trettner erneut ein überführter Kriegsverbrecher an der Spitze der Bonner Bundeswehr. 

Trettner ist einer jener rücksichtslosen Durchhalteoffiziere und Lieblinge Hitlers, die vor 
keinem Verbrechen zurückschreckten und dafür hoch dekoriert wurden. Seine Karriere - 
Trettner stieg im Verlauf von nur sieben Jahren vom Hauptmann bis zum Generalleutnant auf 
- ist nur mit der einiger SS-Günstlinge Himmlers zu vergleichen. 



Der Mörder von Guernica 



269 



Trettner gehörte zu den ersten Freiwilligen der faschistischen „Legion Condor", die Hitler 
unter Bruch des Völkerrechts General Franco zur Unterstützung des Militärputsches gegen die 
junge spanische Republik schickte. Zunächst kam er als Adjutant in den Stab des 
Befehlshabers der „Legion Condor", Generalmajor Sperrle. Ab März 1937 war er 
Staffelkapitän in der Kampfgruppe 88, die am 31. März bzw. 26. April 1937 die friedlichen 
baskischen Landstädte Durango und Guernica bombardierten. Diese barbarischen Angriffe 
waren der Beginn des faschistischen Luftterrors gegen die Zivilbevölkerung, der später gegen 
Warschau, Rotterdam und Coventry fortgeführt wurde. Das Ergebnis dieses Luftterrors waren 
rauchende Trümmer und ermordete Zivilisten - in Durango 248, darunter 14 Nonnen und ein 
Priester, in Guernica 1654 Tote und 889 Verwundete. 

Über die Vernichtung des bekannten Wallfahrtsortes Guernica berichtete Mathieu Corman in 
seinem Buch „Salud Camerada - cinq mois sur le front d'Espagne" (Edition Tribord, Paris 
1937). Corman besuchte mit den Korrespondenten Steer („Times") und Holmes („Reuter") 
diese Stadt und klagte am Schluß seines Berichtes an: „Die tiefliängenden Wolken haben die 
Farbe all des Blutes angenommen, die ewig gegen Mola, Franco, Göring und all die anderen 
zeugen wird. Gegen die, die dieses fürchterliche Massaker befohlen haben, gegen diejenigen, 
die es ausgeführt haben, gegen diejenigen, die es von lerne guthießen!" 

Der Zerstörer von Rotterdam 

Anfang 1938 setzte Trettner seine Generalstabsausbildung an der Luftkriegsakademie Gatow 
fort und wurde 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 7. Flieger(Fallschirmjäger-)Divison. Das war 
jene Elitedivision Görings, die zur Lösung von Spezialaufgaben innerhalb der 
Blitzkriegsstrategie der Faschisten bestimmt war. Trettner arbeitete dafür die Pläne aus. 

Der erste Großeinsatz erfolgte am 10. Mai 1940 beim völkerrechtswidrigen Überfall auf die 
Niederlande, Belgien und Luxemburg unter dem Befehl des Generals Student und seines 
Stabschefs, Major i.G. Trettner. ( Siehe Tafel 31 ) 

Am Nachmittag des 13. Mai forderte der Stab des Luftlandekorps für den nächsten Tag einen 
Angriff starker Bomberverbände auf Rotterdam. Der Verbindungsoffizier des 
Kampfgeschwaders 54 erhielt am Abend des gleichen Tages vom Stab Trettners eine Karte 
mit den Zielen, die durch „Bombenteppiche vernichtet werden sollten ". ( Siehe Tafel 32 ) 

Nachdem die Bombardierung Rotterdams angekündigt worden war, entschloß sich der 
Stadtkommandant, im Interesse der schutzlosen Bevölkerung und der historischen Bauwerke 
der alten Stadt Kapitulationsverhandlungen aufzunehmen. Sie begannen am 14. Mai 1940, 
10.30 Uhr. Für die Dauer dieser Verhandlungen war Waffenruhe vereinbart worden. Trettner 
war über diese Vorgänge genauestens informiert, da sein Kommandeur, General Student, an 
den Kapitulationsverhandlungen teilnahm. Ungeachtet dessen begann um 15.00 Uhr 
„planmäßig", wie mit Trettner vereinbart und abgesprochen, die Bombardierung Rotterdams. 
„Mitten in diese Waffenruhe hinein schlug der deutsche Bombenangriff wie ein gewaltiges, 
vernichtendes Gewitter." (R. Böhmler, Fallschirmjäger, Verlag Hans-Hennig Podzun, Bad 
Nauheim 1961) 

874 Menschen wurden getötet, über 2000 verwundet, über 78000 obdachlos; 24978 
Wohnungen, 1329 Werkstätten, 2320 Läden, 31 Fabriken, 10 Krankenanstalten, 24 Kirchen, 
62 Schulen und Hunderte andere öffentliche und private Gebäude lagen in Trümmer. 



270 



Damit ließ Trettner erstmalig in großem Ausmaß praktizieren, was er selbst als Angehöriger 
der „Legion Condor" in Spanien geübt hatte. Er bestand seine Bewährungsprobe und wurde, 
da er „ den Einsatz der Truppe mustergültig vorbereitete, im persönlichen Einsatz bei der 
abgesetzten Truppe die Führungsunterlagen beschaffte, und die Verbindung aufrechterhielt" , 
von Hitler auf Vorschlag Görings mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. 

Nunmehr plante und organisierte Trettner weitere Einsätze der Fallschirmjäger. So gegen 
Großbritannien, Kreta, Malta, die Sowjetunion und, nach dem Sturz der Mussolini-Regierung, 
gegen Rom, Monte Rotondo und Gran Sasso. 

Der Totengräber von Florenz 

Am 22. Januar 1944 landeten die Alliierten bei Anzio-Nettuno südlich von Rom. Dorthin 
wurde die von Trettner im November 1943 aufgestellte und befehligte 
4. Fallschinnjägerdivision verlegt. Nach ihrer Niederlage hinterließen die faschistischen 
Truppen auf Befehl Trettners eine tote Zone zerstörter Dörfer und Städte, darunter Frosinone, 
Itri, Fondi, Velletri, Gaeta, Tivoli, Capua und Littoria. Horst Zabel aus Dessau, ehemaliger 
Angehöriger der 4. Fallschirmjägerdivision erklärte dazu: 

„Der Rückzug vollzog sich von Ardea aus über Albano, Rom, Bracchiano, Orvieta, 
Montepulciano, Perugia, Florenz, Futa-Paß, Bologna und Castel St. Pietro ... Beim Rückzug 
durch Rom wurde diese Stadt wegen Partisanentätigkeit 48 Stunden zur Plünderung 
freigegeben... Auf dem weiteren Rückzugsweg wurden alle strategisch wichtigen und für die 
Versorgung der Bevölkerung bedeutsamen Objekte, z. B. Wasserwerke, Elektrizitätswerke 
usw., in einer Tiefe von 20 km zur Hauptkampflinie gesprengt. Desweiteren mußte die 
Zivilbevölkerung in einer Tiefe von 5 km ohne wesentliche Mitnahme von Nahrungsmitteln 
das Gebiet verlassen und sich auf größere Städte zurückziehen ...In Ausübung dieser Befehle 
kam es im Bereich der 4. Fallschirmjägerdivision, deren Kommandeur Generalmajor 
Trettner war, zu vielen Verbrechen. " 

Mitte Juli 1944 übernahm die 4. Fallschirmjägerdivision den Abschnitt Florenz. Über diese 
Zeit vermerkte der konservative Florentiner Rechtsanwalt Gastano Casoni in seinem 
Tagebuch: 

„Sonnabend, 22. Juli: Die deutschen Streitkräfte in Florenz bestehen jetzt aus Linientruppen, 
d. h. aus Fallschirmjägern und Sprengkommandos. Die Fallschirmjäger haben einen noch 
schlimmeren Ruf als die SS. Sie betragen sich in der Tat wie Menschen, die drauf und dran 
sind, das Feld zu räumen, und nun soviel Beute wie möglich mitgehen lassen wollen, eine 
große Spur von Zerstörung und Trauer hinterlassend." 

Obwohl Florenz von Hitler selbst zur „Offenen Stadt" erklärt worden war, begannen Ende 
Juli unter dem Oberbefehl Trettners umfangreiche Sprengvorbereitungen und 
Zerstörungsmaßnahmen. Wohnviertel mit einer Bevölkerung von 50000 Menschen mußten 
innerhalb von 24 Stunden geräumt werden. 

In der Nacht vom 3. zum 4. August 1944 wurden fünf Brücken und viele der schönsten 
Bauwerke, darunter das Machiavelli-Haus, die Türme von Girolami-Gheradini und Parte 
Guelfa, das Accianiuoli-Palais sowie weltberühmte Kirchen gesprengt. Das 
Vernichtungswerk ging nach der Räumung der Stadt weiter. Der ehemalige Angehörige der 
4. Fallschirmjägerdivision Leutelt aus Wernigerode berichtete, „daß auf den Höhen nördlich 



271 



von Florenz Artillerieeinheiten der 4. Fallschirmjäger-Division in Stellung gegangen waren 
und wiederholt Feuerüberfälle auf Florenz durchführten ". 

Charakteristisch für das Wüten der Fallschirmjäger Trettners in der Umgebung von Florenz 
sind die Massaker in der kleinen Stadt Fiesole. Von den 2000 Einwohnern lieffi Trettner etwa 
500 zusammentreiben und zu Schanzarbeiten in der „Gotenlinie" deportieren. Viele 
Einwohner wurden ermordet. Pasquale Pucci beispielsweise wurde nur deshalb erschossen, 
weil er ein englisches Wörterbuch besaß. Ein ähnliches Verbrechen geschah an drei 
Carabinieri, die ihr Quartier verlassen hatten, um nicht zu Repressalien gegen die eigene 
Bevölkerung herangezogen zu werden. Obwohl sie den italienischen Behörden unterstanden, 
wurden sie in der Nacht zum 12. August 1944 auf Befehl des Divisionsstabes Trettners 
erschossen. 

Die Verbrechen in und um Florenz wurden im Herbst 1944 im Raum Bologna gemeinsam mit 
SS- und Polizeiverbänden bei „Säuberungsaktionen" gegen Partisanen fortgesetzt. 

Trettner war inzwischen mit dem Eichenlaub dekoriert und zum Generalleutnant befördert 
worden. Am 1. Mai 1945 bot das Oberkommando der deutschen Heeresgruppe Italien die 
Kapitulation an. Doch Trettner, der faschistische Durchhaltegeneral, setzte den sinnlosen 
Kampf auf eigene Faust fort. Noch vier Tage lang jagte er zahlreiche deutsche Soldaten, 
italienische Zivilisten und Angehörige der alliierten Streitkräfte in den Tod. 

Er greift nach Atomwaffen 

Dieser Kriegsverbrecher steht heute an der Spitze der westdeutschen Bundeswehr, deren 
Grundkonzeption die „Vorwärtsstrategie" ist. Um sie durchzusetzen, greift Trettner nach 
Atomwaffen, sei es in Form einer NATO- Atommacht oder eines Atomminengürtels. Diesen 
verbrecherischen Plan legte Trettner Mitte Dezember 1964 der NATO-Ratstagung in Paris 
vor. „UPI" berichtete am 18. Dezember 1964: 

„Aus militärischen Kreisen wurde bekannt, die atomaren Minen sollten . . . einen atomaren 
Frühalarm auslösen. Sie würden so in das von der NATO gebilligte Konzept der 
Vorwärtsstrategie passen." 

Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" schrieb am 22. Dezember 1964: 

„Der Plan ist nicht allein von dem Generalinspekteur der Bundeswehr entwerten worden. Man 
kann gleichwohl von einem Trettner-Plan sprechen, weil der Generalinspekteur 
verantwortlich zeichnet." 

Und der „Vorwärts" erklärte am 23. Dezember 1964: 

„Offenbar ist dieser Vorschlag in dem Bestreben geboren worden, eine neue Version für das 
Streben der Bundeswehrführung nach atomarer Verfügungsgewalt zu entwickeln." 

Atomwaffen in den Händen eines so skrupellosen und kriegswütigen Hitlergenerals, dessen 
militärische Karriere bewies, daß ihm Völker- und Menschenrecht nichts gelten, - das ist nicht 
nur eine Gefahr für den Frieden in Deutschland und Europa, das ist eine Weltgefahr. 

Kielmansegg, JohannAdolf, Graf von 



272 



EIN NAZISTISCHER AGGRESSIONSOFFIZIER BEFEHLIGT NATO- 
VERBÄNDE 

Nach dem Kriegsverbrecher Speidel steht heute mit General Johann Adolf Graf von 
Kielmansegg ein Offizier an der Spitze der NATO-Landstreitkräfte Europa-Mitte, der sich an 
den Hitlerüberfällen führend beteiligte. 

Von Kielmansegg ging durch die Schule des faschistischen Generalstabes. Als 
3. Generalstabsoffizier (Ic) - Abwehr - der 1. Panzerdivision nahm er am Überfall auf Polen, 
als 2. Generalstabsoffizier (Ib) - Nachschub - der gleichen Division gegen Frankreich teil. 
Später wurde er 1. Generalstabsoffizier (Ia) - Operation - der 6. Panzerdivision, kam in die 
Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres unter Kriegsverbrecher Heusinger und 
übernahm schließlich als Oberst das Panzergrenadierregiment 111. 

Über den ersten Teil seiner Karriere schrieb von Kielmansegg mehrere Abhandlungen, von 
denen sein im Jahre 1941 im Verlag „Die Wehrmacht" herausgegebenes Buch „Panzer 
zwischen Warschau und Atlantik" eine umfassende Charakteristik seiner faschistischen 
Gesinnung ist. ( Siehe Tafel 33 ) 

Fanatischer „Blitzkrieger" 

Auf den ersten Seiten seines Machwerks offenbart er, daß er „dreizehn Jahre hindurch nichts 
anderes getan hatte, als das Kriegshandwerk zu lernen und die Erscheinungsformen des 
Krieges theoretisch zu studieren . Nun brannte er darauf, daß es endlich losginge: „ Wir 
hielten den Atem an, als wir des Führers letztes Angebot an Polen hörten ... Und wir wären 
keine deutschen Soldaten gewesen, wenn wir nicht gewünscht hätten, daß Polen nicht 
annähme. " 

Dann war es soweit: 

„Ich zünde mir eine Zigarette an - wenn sie verlischt, wird Krieg sein. Noch zwei Minuten, 
und der Krieg beginnt. Sonderbares und erregendes Gefühl, einen geschichtlichen 
Augenblick, dessen Tragweite gar nicht abzusehen ist, so bewußt, so unmittelbar zu erleben! 
4.45 Uhr! . . . Der Krieg hat begonnen! . . . Aber dieser Krieg würde ja auch anders werden als 
der Weltkrieg. Nicht nur im Ausgang, daran gab es keinen Zweitel, auch sonst." 

Nach der Okkupation Polens bedauerte von Kielmansegg, daß vor den weiteren Aggressionen 
eine Kampfpause eingelegt wurde: „ Wir hätten am liebsten gleich ,weiter gesiegt ' ... " 

Als neun Monate später die faschistische Kriegsmaschine im Westen in Bewegung gesetzt 
wurde, frohlockte er: „Deutsches soldatisches Können und Organisation hatten es wirklich 
dahin gebracht, daß nur auf den berühmten Knopf gedrückt zu werden brauchte, und es ging 
los. " 

Nachdem die faschistischen Aggressionsarmeen am Nordkap, am Kanal und an der Biskaya 
standen, brannte er darauf, unbedingt bei der „Erringung des Endsieges" dabeizusein. 

„Wir können melden, daß wir den Auftrag, den die Geschichte, Deutschland und der Führer 
uns gestellt haben, durchführten bis zum letzten, und wir können melden, daß wir bereit sind, 
genau so den Auftrag durchzuführen, der als einziger noch zwischen uns und der Freiheit 
steht, die Vernichtung Englands." 



273 



„Über Gräber vorwärts!" 

Tod und Vernichtung, brennende Städte und Dörfer markierten den Weg der in Polen 
eingefallenen Armeen. Das Vernichtungswerk war so gründlich, „ daß man auch bei 
schnellem Durchfahren glaubte, versengt zu werden ". Hand in Hand damit begann der Terror 
der faschistischen Okkupanten gegen die Zivilbevölkerung. „In diesem Dort Polichno führten 
wir übrigens zum erstenmal ein Verfahren zur unmittelbaren Sicherung der Nachtruhe durch, 
was dann später zur Regel wurde und sich sehr bewährt hat. Sämtliche Dorfbewohner, die 
zurückgeblieben waren, wurden in einem großen Hof zusammengetrieben und für die Nacht 
eingesperrt... " 

Von Kielmansegg rekelte sich im Amtssessel des früheren polnischen Staatspräsidenten und 
triumphierte: 

„Ich saß auf dem Stuhl des Oberhauptes eines Staates, den wir nicht nur einfach militärisch 
besiegt hatten, sondern der durch unseren Sieg ausgelöscht war aus der Geschichte, entgegen 
deren Sinn er, künstlich ins Leben gerufen, zwanzig Jahre lang versucht hatte, zu 
existieren..." 

Als es gegen Luxemburg, Belgien, die Niederlande und Frankreich „ endlich losging", jubelte 
er über die Bombardierung von Sedan: 

„Vier Stunden dauerte dieses großartige, überwältigende Schauspiel... Ein wunderbares Bild 
entwickelt sich vor unseren Augen. An dem brennenden Avancon vorbei, auf dem noch das 
Feuer der deutschen Artillerie liegt, walzen die Panzer jeden Widerstand vor sich nieder ..." 

Von Kielmanseggs Devise lautete: „ , Über Gräber vorwärts! ' In diesem Augenblick können 
wir uns mit berechtigtem Stolz und in tiefer Freude sagen, daß wir im Begriff sind, dieses 
Wort in einem wunderbaren Sinn wahrzumachen. " Im Siegestaumel des faschistischen 
Aggressors triumphierte Kielmansegg nach der Kapitulation des „Erbfeindes Frankreich": 
„Keine zehn Jahre war es her, daß noch die Trikolore auf dem Ehrenbreitstein flatterte. Daß 
es seit dem Tag, wo sie dort niederging, nur zehn Jahre weniger zehn Tage sein würden, wo 
Frankreich zerschmettert und besiegt den Waffenstillstand des Jahres 1940 im Walde von 
Compiegne unterzeichnen würde, das ahnte allerdings keiner von uns an diesem 11. Mai. " 

Vom Rassenwahn getrieben 

Rassenwahn und Herrenmenschentum ziehen sich wie ein roter Faden durch das Machwerk 
des Grafen Kielmansegg. So schrieb er im „Stürmer"- Jargon auf Seite 61 über eine polnische 
Ortschaft: „ Die Häuser starrten vor Schmutz, die Luft war kaum zu atmen. Erklärlich wurde 
das, wenn man die fast durchweg jüdischen Einwohner sah. " 

In Frankreich, meinte er, herrsche „eine Atmosphäre der Verwahrlosung und der 
Verkommenheit" . Es mache den „Eindruck eines stehengebliebenen Volkes " und sei ein 
„ leeres Land". Deshalb: „ ,Raum ohne Volk' - Frankreich... , Volk ohne Raum ' - 
Deutschland. " 

Das Rezept zur Änderung dieses Zustandes gab Kielmansegg auf den Seiten 246/47, als er die 
Besetzung der französischen Stadt Beifort beschrieb: „Am Nachmittag endlich ist das Hotel 
de Ballon ... selbst in unserer Hand und wird damit nach 22 Jahren und diesmal 
unwiderruflich wieder zum deutschen ,Belchen'. " 



274 



Als „osterfahrener Panzerspezialist" im Generalstab 

Als 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 6. Panzerdivision der Heeresgruppe Nord brach von 
Kielmansegg in die Sowjetunion ein. Sein Ziel war die rasche Eroberung von Leningrad. 
Nach dem Scheitern dieses Planes entwarf er den Divisionsbefehl Nr. 50 vom 
18. September 1941, in dem es demagogisch heißt: „Das Schicksal Petersburgs ist besiegelt 
und nur noch eine Frage der Zeit. " Die Losung sei: „Für Führer und Vaterland alles daran 
zu setzen, bis die endgültige Entscheidung errungen und Deutschlands Zukunft gesichert ist. " 

Anfang 1944 wurde von Kielmansegg auf Grund seiner „Osterfahrungen" als 
2. Generalstabsoffizier in die Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres geholt, deren 
Chef der Kriegsverbrecher Heusinger war. Dort wertete er die „Lagemeldungen" aus, stellte 
sie zu Gesamtberichten zusammen und gab sie „als Anleitung zum Handeln" an die 
Heeresgruppen heraus. 

In einigen durch von Kielmansegg unterzeichneten „Geheimen Kommandosachen" ( Siehe 
auch Tafel 34 ) heißt es: 

„Stand 3.4.44, 12.00 Uhr 

I. Frankreich 

... 80 Einwohner erschossen, 20 festgenommen... Mehrere Lager und Häuser zerstört, 
24 Terroristen erschossen, 107 festgenommen. " (IMT, Dok. NO. NOKW - 1557 CONT'D, 
S. 17) 

„Stand 4.4.44,12.00 Uhr 
I. Frankreich 

Fortsetzung Säuberungsunternehmen Department Dordogne, mehrere Lager und Häuser 
zerstört, 19 Terroristen erschossen. Beute an Kfz. und Waffen. " (A. a. O., S. 19) 

„Stand 12. 2. 44, 06.00 Uhr... 

b) Serbien: 

Im Banat Sühneerschienen von 40 Kommunisten. " (A. a. O., S. 34) 

„I. Frankreich, Stand 13.7.44, 06.00 Uhr ... 

A.O.K. 1:18 Terroristen erschossen, umfangreiche Beute ... 

A.O.K. 19: ... 15 Terroristen erschossen ... 

Mil. Befh. F. .-156 Terroristen erschossen. " (A. a. O., S. 37 f.) 



Sein erstes Gebot: „Vorwärtsstrategie" 



275 



Unter Heusinger und Speidel war von Kielmansegg einer der ersten militärischen Berater 
Adenauers und maßgeblich am Aufbau der Bonner Aggressionsarmee beteiligt. Für ihn ist die 
„Vorwärtsstrategie" ebenso wie das Atommachtstreben erstes Gebot. 

Bereits am 6. Januar 1955 schrieb er in einem Leitartikel der „Welt": „ Wer die Verteidigung 
der Bundesrepublik bejaht, muß fordern, daß diese an der Zonengrenze, und zwar operativ 
wirksam beginnt. " 

Heute befiehlt dieser faschistische Aggressionsoffizier über alle NATO-Landstreitkräfte 
zwischen Hamburg und den Alpen. Neben westdeutschen, niederländischen, belgischen, 
britischen, amerikanischen und kanadischen Soldaten sind es Angehörige des großen 
französischen Volkes, das vor 25 Jahren durch den Chauvinisten und Rassenfanatiker von 
Kielmansegg in gemeinster Weise beleidigt und entwürdigt wurde. 

Heusinger, Adolf 

VOM CHEFPLANER HITLERS ZUM CHEFPLANER ADENAUERS 

Als Fahnenjunker trat Heusinger 1915 in das Kaiserliche Heer ein und nahm am Krieg gegen 
Frankreich teil. Nach dem ersten Weltkrieg wurde er in die Reichswehr übernommen und 
erwarb als Oberleutnant in den Lehrgängen für „Führergehilfen" der illegalen 
Kriegsakademie die Spezialkenntnisse für seine spätere Tätigkeit im Generalstab. 1929 kam 
er in das Reichswehrministerium. 

Im „Führungsstab der Heeresleitung", Tarnbezeichnung des verbotenen Generalstabes, half er 
mit, den deutschen Imperialisten wieder eine schlagkräftige Armee in die Hände zu geben. 

Mit der Machtergreifung der Hitlerfaschisten begann Heusingers Karriere. Von 1935 bis 1937 
sammelte er als Generalstabschef der 1 1 . Division „Erfahrungen in der Truppenführung" und 
wurde danach zum 1 . Generalstabsoffizier der Operationsabteilung des Oberkommandos des 
Heeres berufen. 

Von nun an plante und bestimmte er alle militärischen Operationen der faschistischen 
Wehrmacht mit und erwarb sich das besondere Vertrauen Hitlers. 1940 wurde er Chef der 
Operationsabteilung des Generalstabes des Oberkommandos des Heeres und 1943 
stellvertretender Chef des Generalstabes des Heeres. 

Während seiner Tätigkeit im Generalstab des Heeres entstanden - größtenteils bereits im 
Frieden - unter aktiver Mitwirkung Heusingers und anderer die Aggressionspläne gegen die 
Tschechoslowakei, Polen, Norwegen und Dänemark, gegen Holland, Belgien, Luxemburg 
und Frankreich, gegen Griechenland und Jugoslawien, Afrika, Sowjetunion, Ägypten, Italien, 
Ungarn, Rumänien, England, Schweiz, Portugal und Spanien. 

Auf Grund dieser Überfallpläne wurden unter Heusingers Leitung in vielen „Geheimen 
Kommandosachen" die verschiedenen Angriffsoperationen des faschistischen Heeres bis ins 
einzelne festgelegt. 

So wurden zum Beispiel in der „Geheimen Kommandosache" Nr. 4402/39 der 
Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres vom 7. Oktober 1939 Vorbereitungen zum 
Einfall in Holland und Belgien getroffen. In dem von Heusinger unterzeichneten Dokument 
heißt es: 



276 



„Gleichzeitig hat Heeresgruppe B entsprechend besonderer Anweisung alle Vorbereitungen 
zu sofortigem Einrücken in holländisches und belgisches Gebiet zu treffen, falls die politische 
Lage es erfordert. Den Befehl zum Einrücken gibt OKH. Bis dahin ist jede Grenzverletzung 
holländischen oder belgischen Gebiets peinlichst zu vermeiden." 

Die Praktiken der faschistischen Kriegführung unterstützte Heusinger auch bei der 
Vorbereitung des Überfalls auf Jugoslawien, der den Decknamen „Marita" trug. In einer 
„Geheimen Kommandosache" vom 27. März 1941 über eine Lagebesprechung zu 
Jugoslawien, an der Heusinger teilnahm, heißt es: 

„Führer ist entschlossen, ohne mögliche Loyalitätserklärungen... alle Vorbereitungen zu 
treffen, um Jugoslawien militärisch und als Staatsgebilde zu zerschlagen. . . Es kommt darauf 
an, daß so schnell wie möglich gehandelt wird . . . Politisch ist es besonders wichtig, daß der 
Schlag gegen Jugoslawien mit unerbittlicher Härte geführt und die militärische Zerschlagung 
in einem Blitzunternehmen durchgeführt wird. . . In diesem Zusammenhang muß der Beginn 
der Barbarossa-Unternehmung bis zu 4 Wochen verschoben werden." (H. A. Jacobsen, 1939- 
1945, Der zweite Weltkrieg in Chronik und Dokumenten, Wehr und Wissen, 
Verlagsgesellschaft Darmstadt 1959, S. 202) 

Heusinger plante aber nicht nur die Überfälle der Faschisten, sondern leitete unmittelbar auch 
den Einsatz der faschistischen Wehrmacht gegen unschuldige Frauen, Kinder und Greise in 
den Überfallenen Ländern im Rahmen der „Bandenbekämpfung'" und bei der Anwendung der 
„Taktik der verbrannten Erde". 

So ließ die Operationsabteilung des Heeres, deren Chef Heusinger war, als „Vergeltung" für 
einen am 28. August 1942 erfolgten Angriff sowjetischer Partisanen gegen die 
Eisenbahnstation Slawnoje und die dort stationierte Garnison der faschistischen Polizei und 
Gestapo über 100 Geiseln, darunter Frauen, Greise, Kinder und Jugendliche, ermorden. In 
dem Telegramm Nr. 1 1 027/42 ss der Operationsabteilung des Heeres an das Oberkommando 
der Heeresgruppe Mitte heißt es: 

„Der Führer fordert Vergeltungsmaßnahmen mit Anwendung schärfster 
Abschreckungsmaßnahmen wegen des Überfalls der Partisanen auf Slawnoje. Über die 
getroffenen Maßnahmen ist zu berichten." 

Heusinger, Mitwisser des Sprengstoff- Attentats auf Hitler, wurde nicht etwa wie alle anderen 
auch nur entfernt Beteiligten erschossen oder dem Henker ausgeliefert, sondern nach seiner 
kurzen Haft von Hitler persönlich empfangen und rehabilitiert. Über eine von Heusinger 
während seiner Haftzeit verfaßte „Denkschrift" äußerte Hitler: 

„Ich habe Ihre Denkschrift aus der Haft studiert. Ich danke Ihnen dafür." (A. Heusinger, 
Befehl im Widerstreit, Tübingen, S. 236) 

In dieser Denkschrift für den „Endsieg" empfahl Heusinger, als neues Kanonenfutter die 15- 
und 16jährigen sowie alle älteren Jahrgänge bis zu 60 Jahren einzuziehen. Ende September 
1944 wurde Heusinger „rehabilitiert" - Mitte Oktober 1944 befahl Hitler die Aufstellung des 
Volkssturmes. 

Während seiner „Kriegsgefangenschaft" war Heusinger ständiger Ratgeber der 
kriegshistorischen Abteilung der US-Armee, wertete „Erfahrungen" aus und bereitete sich so 
für zukünftige Aufgaben vor. 



277 



Nach seiner Entlassung wurde aus dem Günstling Hitlers der Günstling Adenauers. 
Zusammen mit Speidel wurde Heusinger dessen Berater in militärischen Fragen. So wie 
Heusinger einst für Hitler unentbehrlich war, wurde er es nunmehr auch für Adenauer. 

1950 wurde er offizieller Berater der Bundesregierung für „Sicherheitsfragen" und 
„Angestellter" der „Dienststelle Blank", dem illegalen Kriegsministerium. Hier plante er den 
Aufbau der neuen Wehrmacht und nahm an allen wichtigen Beratungen teil. 1952 wurde 
Heusinger Chef der Militärabteilung im „Amt Blank". 

„Die harten Jahre im , Amt Blank' - Jahre selbstloser, umstrittener, Ungewisser Warte- und 
Vorbereitungsarbeit -, die an alle Beteiligten große Anforderungen stellten -, wurden 
schließlich, nachdem die Deutschland-Verträge eine neue Form der Sicherheitspolitik auf 
nationaler Basis innerhalb der NATO ermöglichen, 1955 belohnt durch den Neuaufbau 
deutscher Streitkräfte, an dem Heusinger und Speidel führenden Anteil nahmen." (Das neue 
Journal, 26. Februar 1958) 

Im November 1955 übernahm Heusinger den Ständigen Vorsitz im Militärischen Führungsrat 
der Bundeswehr und wurde am 1. März 1957 ihr erster Generalinspekteur. Vom 1. April 1961 
bis 29. März 1964 war dieser ehemalige stellvertretende Heeres-Generalstabschef Hitlers 
Vorsitzender des „Ständigen Militärausschusses der NATO" in Washington und damit 
praktisch deren Generalstabschef. Damit hatten die westdeutschen Imperialisten drei Jahre 
lang eine der wichtigsten Stellen der NATO besetzt, in der Heusinger entscheidenden Einfluß 
auf die strategische Konzeption der NATO ausübte, den Griff der Bonner Hitlergenerale nach 
Atomwaffen vorbereitete und in steigendem Maße westdeutsche Generale auf einflußreiche 
NATO-Posten lancieren half. 

Wie der Kriegsverbrecher Speidel trat auch sein Komplice Heusinger nach seiner 
Pensionierung nicht in den Ruhestand. Die führende Partei der westdeutschen Monopole, die 
CDU/CSU, machte ihn zu ihrem militärischen Berater. In dieser Position erarbeitet Heusinger 
heute unter Adenauer, Erhard und Barzel wieder die Pläne zur totalen Militarisierung, wie er 
es sogar während seiner „Haftzeit" für Hitler tat. Verwirklichung der atomaren 
„Vorwärtsstrategie", Drängen nach Atomwaffen, Massenmobilisierung und Notstandsgesetze 
sind untrennbar mit seinem Wirken verbunden. Der Kriegsverbrecher Heusinger war und ist d 
e r militärische Exponent und einer der Hauptverfechter der aggressiven, volksfeindlichen 
Politik des Bonner Staates. 

Speidel, Hans 

KRIEGSVERBRECHER UND MILITÄRBERATER DER BONNER 
REGIERUNG 

Dr. Hans Speidel steht seit 1914 im Dienste des deutschen Militarismus. Nach dem ersten 
Weltkrieg trat er zur Reichswehr über, wurde als „Führergehilfe" (Generalstabsoffizier) 
ausgebildet und 1930 als Hauptmann in das Frankreich-Referat der 3. Abteilung des illegalen 
Generalstabes übernommen. Mit der Machtergreifung Hitlers im Jahre 1933 kam Speidel als 
Gehilfe des Militärattaches zur deutschen Botschaft nach Paris und organisierte dort die 
Spionage gegen Frankreich. Anschließend wurde er Leiter der Abteilung „Fremde Heere 
West" im Generalstab des Heeres, in der er die militärischen Unterlagen für den Überfall auf 
die westeuropäischen Länder beschaffte, auswertete und die entsprechenden Pläne mit 
ausarbeitete. An der Vorbereitung und Durchführung des Überfalls auf Frankreich war 
Speidel als 1 . Generalstabsoffizier des IX. Armeekorps bzw. der Heeresgruppe B unmittelbar 



278 



beteiligt. Am 14. Juni 1940 wurde er Chef des Generalstabes beim Militärbefehlshaber in 
Paris und am 1. August 1940 Chef des Generalstabes beim Militärbefehlshaber in Frankreich. 
Als solcher ist er mitschuldig an der Errichtung des grausamen Terrorregimes in Frankreich 
und an zahlreichen Verbrechen an der französischen Zivilbevölkerung. Die Ergebnisse dieser 
verbrecherischen Tätigkeit faßte Speidel in seinen Meldungen über „Stimmung und innere 
Sicherheit" zusammen, in denen er über die barbarischen „Sühnemaßnahmen" unter seiner 
Aufsicht gegen die französische Zivilbevölkerung berichtete. 

So heißt es in seinem am 28. Februar 1942 verfaßten Lagebericht an den Kriegsverbrecher 
Keitel: 

„Folgende Sühnemaßnahmen wurden in der Berichtszeit befohlen: 100 Kommunisten und 
Juden wurden nach Compiegne zwecks Deportation nach dem Osten überführt. 

In Rouen wurden umfangreiche Razzien auf Kommunisten und Juden durchgeführt, die zu 
zahlreichen Verhaftungen führten. In Zusammenhang mit den Maßnahmen ... wurde für das 
gesamte besetzte Gebiet die Überführung von 1 000 Kommunisten und Juden in deutsche Halt 
angeordnet. Diese sind zur Deportation nach dem Osten bereitgestellt. " 

Im März 1942 kam Speidel zunächst als Chef des Generalstabes des V. Armeekorps und 
später als Chef des Generalstabes der 8. Armee nach der Sowjetunion. Dort setzte er seine 
Verbrechen in großem Ausmaß fort. Er gehörte mit zu den Hauptplanern und Vollstreckern 
der „Taktik der verbrannten Erde", die in seinem Bereich in der grausamsten Weise 
verwirklicht wurde. Ganze Landschaften wurden von der faschistischen Wehrmacht in tote 
Zonen verwandelt. 

Im April 1944 tauchte der inzwischen zum Generalleutnant beförderte und für seine 
Verbrechen in der Sowjetunion mit dem Ritterkreuz dekorierte Speidel wieder in Frankreich 
auf. Diesmal als Chef des Generalstabes der von Rommel geführten Heeresgruppe B. Hier 
wollte er seine beim Rückzug der geschlagenen Hitlerarmeen in der Sowjetunion 
gesammelten „Erfahrungen" erneut praktizieren. So gab er im August 1944 ohne Skrupel den 
Befehl weiter, wonach Paris in ein Trümmerfeld verwandelt werden sollte. Daß dieser Befehl 
später nicht ausgeführt wurde, ist nicht Speidels Verdienst. 

Im Zusammenhang mit dem 20. Juli 1944 wurde Generalfeldmarschall Rommel von den 
Nazis zum Selbstmord getrieben. Sein Stabschef und Vertrauter Speidel blieb ungeschoren. 

Nach 1945 ließ sich Speidel in Süddeutschland als „Geschichtsforscher" nieder, bis Adenauer 
ihn und seinen Komplicen Heusinger im Jahre 1950 zu seinen militärischen Beratern 
ernannte. 

Speidel wurde westdeutscher „Sachverständiger" bei den Verhandlungen über einen 
„Sicherheitsbeitrag Westdeutschlands" und Chefdelegierter bei den EVG- Verhandlungen. 
Nach dem Scheitern dieses Projekts durch das Veto der französischen Nationalversammlung 
war Speidel einer der Hauptverfechter der Aufnahme Westdeutschlands in den aggressiven 
NATO-Pakt und einer der militärischen Verhandlungsführer. 

Nachdem Westdeutschland Mitglied der NATO geworden war und das Kriegsministerium 
offiziell gebildet wurde, wurde Speidel Leiter der „Abteilung Streitkräfte". Bereits dort und 
unmittelbar danach als Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte Europa-Mitte setzte Speidel 



279 



alles daran, die Konzeption des wiedererstandenen faschistischen Generalstabes und dessen 
Einflußmöglichkeiten in der NATO durchzusetzen und zu erweitern. 

Aus dem Anlaß der Pensionierung Speidels am 31. März 1964 bestätigte das 
Militaristenorgan „Wehrkunde", München, Heft 4/1964: 

„Ihm ist es zu danken, daß sich die Verteidigungsvorstellungen bei SHAPE im Laufe der 
Jahre entscheidend wandelten, um schließlich zur Formung der Vorwärtsstrategie zu führen, 
die das Gesamtgebiet der Bundesrepublik in das Konzept einer nachhaltigen Verteidigung 
einbezieht." 

Die Pensionierung bedeutete für Speidel jedoch nicht die Versetzung in den Ruhestand. 
Nachdem Speidel die atomare „Vorwärtsstrategie" bei der NATO durchgesetzt hat, ist er 
nunmehr „Sonderberater der Bundesregierung in NATO-Fragen" und einer der 
Hauptdrahtzieher bei dem Griff der Bonner Militaristen nach Atomwaffen, zur Durchsetzung 
der totalen Kriegsvorbereitung und der Errichtung der Notstandsdiktatur. Sein Einfluß ist 
nicht kleiner, sondern größer geworden. 

Rogge, Bernhard 

KAPERKAPITÄN UND SOLDATENMÖRDER 

heute: 

Militärberater in Schleswig-Holstein. 

Nachdem Rogge von 1915 bis 1917 in der kaiserlichen Marine am ersten Weltkrieg 
teilgenommen hatte, trat er 1920 in die Reichsmarine ein und wurde Spezialist für die 
Erziehung der Seeoffiziere. So war er Ausbildungsleiter auf dem Segelschulschiff „Niobe" 
und übernahm 1930 das Kommando als Kadettenausbildungsoffizier auf dem Kreuzer 
„Emden". Danach wurde er militärischer Referent bei der Inspektion des Bildungswesens in 
Kiel und Kommandant der Segelschulschiffe „Gorch Fock" und „Albert Leo Schlageter". 

Bei Beginn des faschistischen Raubkrieges war er als Kapitän zur See Kommandant des 
Hilfskreuzers „Atlantis", mit dem er fast zwei Jahre auf allen Weltmeeren ohne jede 
Rücksicht auf die Regeln des Seekriegsrechts Piratenstreifzüge durchführte. Unter den 
verschiedensten Tarnungen und sogar unter fremden Flaggen versenkte und kaperte Rogge 
mit seinem Hilfskreuzer insgesamt 22 Handelsschiffe. Von Hitler erhielt er dafür das 
Ritterkreuz und das Eichenlaub. 

In den Jahren 1942/44 war Rogge Chef des Stabes bzw. Inspekteur des Bildungswesens der 
Marine. Als die in den baltischen Sowjetrepubliken vernichtend geschlagenen faschistischen 
Truppen zurückfluteten, wurde Rogge als Vizeadmiral zum Befehlshaber des 
Ausbildungsverbandes der Flotte ernannt, der als „Kampfgruppe Rogge" in der Ostsee 
eingesetzt wurde. Mit seinem Flaggschiff, dem schweren Kreuzer „Prinz Eugen", beschoß er 
rücksichtslos die baltischen und ostpreußischen Städte. Diese Einsätze vergrößerten und 
verlängerten das sinnlose Blutvergießen der deutschen Soldaten und die Leiden der 
gepeinigten Bevölkerung in diesen Gebieten. 

Als die Reste des Kriegsschiffsverbandes Rogge in Schleswig-Holstein angekommen waren, 
die Auflösung der Wehrmacht große Ausmaße annahm und die faschistische Führung bereits 
bedingungslos kapituliert hatte, bestätigte Rogge als „Gerichtsherr" noch am 6. bzw. 10. Mai 



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1945 mindestens vier Mordurteile gegen deutsche Marineangehörige. So wurden die 
Hauptgefreiten Willi Albrecht, Karl-Heinz Freudenthal und Günther Källander am 6. Mai 
1945 zum Tode verurteilt und hingerichtet. 

Am 11. Mai 1945, also drei Tage nach der Kapitulation, wurde der Gefreite Christian Lüß im 
Hauptquartier des Hitlernachfolgers und Kriegsverbrechers Dönitz in Flensburg-Mürwik 
erschossen, weil der Soldat sich „aufsässig geäußert" habe. 

Obwohl sich die Angehörigen der Gemordeten ständig um die Aufklärung des Schicksals der 
Soldaten bemühten, schwieg Rogge 20 Jahre lang und gab sich als Biedermann. 

Nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft wurde er durch den damaligen 
Oberpräsidenten von Schleswig-Holstein, den CDU-Politiker und Adenauer-Freund Theodor 
Steltzer, mit Zustimmung der britischen Militärregierung kommissarischer Landrat des 
Landkreises Schleswig. Bald jedoch hielt er es für angebracht, zunächst aus dem öffentlichen 
Leben zu verschwinden und in der westdeutschen Industrie unterzutauchen, bis er 1957 als 
Konteradmiral in der Bundeswehr eingestellt wurde. 

Rogge war bis zu seiner Pensionierung im März 1962 Befehlshaber im Wehrbereich I für 
Schleswig-Holstein und Hamburg. Seit dieser Zeit fungiert er als Berater für „zivile 
Verteidigungsfragen" der Landesregierung Schleswig-Holstein. 

Gericke, Walter 

TRETTNER-KOMPLICE BAUTE DIE BONNER FALLSCHIRMTRUPPE 
AUF 

bis 31. März 1965 

Kommandeur der 1. Luftlandedivision der Bundeswehr. 

Gerickes militärische Karriere begann im Jahre 1929 auf der erzreaktionären preußischen 
Polizeischule in Brandenburg. Als Angehöriger des aus der faschistischen Polizeiabteilung 
Wecke entstandenen „Regiments General Göring" wurde der damalige Oberleutnant Gericke 
1935 Luftwaffenoffizier und einer der ersten Ausbilder und Kommandeure der göringschen 
Fallschirmtruppe. Seine Hauptsorge bis zum Ausbruch des zweiten Weltkrieges war: „Ja, 
wenn es doch wirklich einmal Ernst würde! " (W. Gericke, Fallschirmjäger hier und da. 
Schützen- Verlag, Berlin 1941, S. 46) 

Nach der Teilnahme am Überfall der faschistischen Truppen auf Polen erfolgte sein erster 
Fallschirmeinsatz bei der Besetzung Dänemarks, für den Hitlers getreuer Stabsoffizier 
Trettner die Pläne ausarbeitete. Mit Trettner fiel er in Holland ein. Als Bataillonskommandeur 
im Fallschirmjägersturmregiment landete er auf Kreta. Kein Dokument könnte besser die 
verbrecherische und menschenverachtende Einstellung dieses Erzfaschisten zeigen, als seine 
eigene Schilderung des Überfalls auf die Mittelmeerinsel: 

„Warte, Du Schwein! Und am Weinberg erwischen sie ihn. Eine geballte Ladung fliegt. 
Qualm und Eisensplitter wirbeln hoch empor. Erledigt. . . Wie doch die Jäger die Gesichter 
unter den flachen Helmen hassen! Und sie feuern hinein, was das Zeug hält. . . Eine Matratze 
,ohne' habe ich auch, nur kein Bettlaken, also muß die blauweiße Griechenflagge, die in 
einem Regal gefunden wird, dazu herhalten. . ." (W. Gericke, Von Malemes bis Chania, 
Verlag Die Wehrmacht, Berlin 1943, S. 52 ff.) 



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Nach längerem Einsatz in der Sowjetunion kam er nach Italien und löste dort in enger 
Zusammenarbeit mit dem Kriegsverbrecher Trettner „Sonderaufgaben" bei der Vernichtung 
italienischer Freiheitskämpfer. Als Kommandeur einer Sonderkampfgruppe versuchte er 
vergeblich, den vom faschistischen Deutschland abgefallenen italienischen Generalstab 
gefangenzunehmen. 

Mehrmals wurde Gericke für spezielle Ausbildungsaufgaben eingesetzt; so als 
Ausbildungsleiter an der Fallschirmjägerschule Stendal, Lehrgangsleiter für Kompanie- und 
Bataillonsführer an der Erdkampfschule der Luftwaffe in Mourmelon und La Courtine 
(Frankreich) und als Leiter der Führerschule beim I. Fallschirmjägerkorps in Verona. 

Gericke führte jeden Auftrag der faschistischen Führung ohne Skrupel aus. Wegen seines 
eigenen Ruhmes trieb er zuletzt als Oberst und Kommandeur der 1 1 . Fallschirmjägerdivision 
am Niederrhein Soldaten und Zivilisten in den Tod. Dafür erhielt er von Hitler höchste 
faschistische Orden. 

Die totale Niederlage des deutschen Faschismus und Militarismus waren für Gericke kein 
Grund, seiner faschistischen Gesinnung zu entsagen. 1955 setzte er seine in der Nazi-Zeit 
begonnene Buchserie zur Verherrlichung der faschistischen Fallschirmtruppe unter dem Titel 
„Da gibt es kein Zurück" fort. 

Ebenso emsig widmete er sich als „Textilkaufmann" besonders der Sammlung ehemaliger 
Fallschirmjäger. Als Schriftleiter des Mitteilungsblattes der Fallschirmjägervereinigung „Der 
deutsche Fallschirmjäger" sorgte er für die Verbreitung militaristischen Gedankengutes, bis er 
als einer der ersten Fallschirmjägeroffiziere der ehemaligen Hitlerwehrmacht in die 
Bundeswehr eintrat. 

In Anerkennung seiner rücksichtslosen Kampfesweise und faschistischen Abrichtemethoden 
wurde Gericke zum Kommandeur der Luftlandeschule der Bundeswehr ernannt und bildete, 
wie unter Hitler, Fallschirmjäger aus. Als Generalmajor und Kommandeur der 1. 
Luftlandedivision wurde er am 31. März 1965 in den „einstweiligen Ruhestand" versetzt. 

Maiziere, Ulrich de 

VERTRAUENSPERSON IM FÜHRERBUNKER 

heute: 

Inspekteur des Bonner Heeres, Generalleutnant. 

Ulrich de Maiziere ist ein Offizier, der durch die Schule des faschistischen Generalstabs ging. 
Nachdem er als Regimentsadjutant am Überfall auf Polen teilgenommen hatte, kam er zur 
Generalstabsausbildung an die Kriegsschule Dresden. Danach wurde er 1 . Ordonnanzoffizier 
im Stab der Heeresgruppe C und beim Einfall in die Sowjetunion 2. Generalstabsoffizier (Ib) 
der 18. Infanteriedivision (mot). 

Seine ersten „Osterfahrungen" wertete de Maiziere in den Jahren 1942/43 als Referent in der 
Organisationsabteilung des Generalstabes des Heeres unter Leitung des späteren 
Bundeswehrgenerals Müller-Hillebrand aus. Ab 1. Mai 1943 begann er, als 
1. Generalstabsoffizier (Ia) der 10. Panzergrenadierdivision den sich abzeichnenden 
Zusammenbruch der Heeresgruppe Süd in der Ukraine und in Rumänien aufhalten zu helfen. 



282 



De Maiziere genoß das besondere Vertrauen Hitlers und der faschistischen 
Wehrmachtsführung. Er wurde noch im Februar 1945 in den „Führerbunker" geholt. Dort 
berichtete er als Oberstleutnant i.G. und 1 . Generalstabsoffizier (Ia) der Operationsabteilung 
des Generalstabes des Heeres regelmäßig vor Hitler über die Lage und sorgte für die 
Arbeitsfähigkeit dieses eingeschlossenen „Befehlsstandes" Hitlers, Bormanns und Goebbels. 

So berichtete er am Abend des 23. März 1945: 

„Es ist jetzt schon so, daß weite Teile, soweit die Anlage oben noch nicht wieder instand 
gesetzt ist, unten arbeiten. Zum Beispiel General Krebs, der Chef der Operationsabteilung, 
arbeitet an sich unten. Für den Apparat, der jetzt da ist, geht es also, auch wenn die Gebäude 
über der Erde zerstört sind." (H. Heiber, Lagebesprechungen im Führerhauptquartier, 
Deutscher Taschenbuchverlag GmbH, München 1964) 

Als die Zerschlagung der letzten Widerstandsnester in Berlin durch die Sowjetarmee ihrem 
Ende entgegenging, wurde de Maiziere zu Hitlernachfolger Dönitz geschickt, der sich in 
Schleswig-Holstein befand. Dort sollte er als 1 . Generalstabsoffizier (Ia) der Einsatzabteilung 
Heer die Operationsabteilung des Generalstabes in Gang halten und das Intrigenspiel des 
Kriegsverbrechers Dönitz auf Separatabsprachen mit den Alliierten unterstützen. 

Nach der totalen Niederlage des Faschismus und seiner Kriegsmaschine gehörte de Maiziere 
mit zu den ersten Hitleroffizieren, die die Kriegsverbrecher Heusinger und Speidel zum 
Aufbau einer neuen Aggressionsarmee in das „Amt Blank", das illegale Kriegsministerium, 
holten. Dort ist de Maiziere von Anfang an einer der eifrigsten Verfechter der Bonner 
„Vorwärtsstrategie", der Atombewaffnung und der Notstandsgesetze. 

In der „Wehrwissenschaftlichen Rundschau", Westberlin-Frankfurt a. M., Heft 3/1964, 
schrieb er, „ daß die in Verwirklichung stehende , Vorwärtsverteidigung ' vorwiegend einem 
ständigen deutschen Drängen zu verdanken sei... Die Forderung, auf Planung und Auslösung 
des A-Waffeneinsatzes Einfluß zu erhalten, ist ein weiterer wichtiger Schritt in dieser 
Richtung (die Verwirklichung der Vorwärtsstrategie - d. Hrsg.) ..." 

Panitzki, Werner 

DER LUFTKRIEGSEXPERTE 

heute: 

Chef der Bonner Luftwaffe, Generalleutnant. 

Werner Panitzki gehörte zu den Operationsspezialisten der Nazi-Luftwaffe und war einer der 
Vertrauten des Kriegsverbrechers Göring. Nach dem Besuch der Luftkriegsakademie wurde 
er 1. Generalstabsoffizier der Luftflotte 1 unter dem Kriegsverbrecher Kesselring. Als 
Staffelkapitän im „Edelweißgeschwader" nahm Panitzki an den Raubzügen gegen Norwegen, 
Frankreich und an den Terrorangriffen gegen England teil. 

1942/43 plante Panitzki als 1. Generalstabsoffizier die Einsätze der Luftflotte 3 und ist damit 
mitverantwortlich für die barbarische Bombardierung britischer Städte. Ab Herbst 1944 holte 
Göring Panitzki als 1. Generalstabsoffizier der Operationsabteilung in seinen Generalstab. 



283 



In amerikanischer Kriegsgefangenschaft, einem „Speziallager für höhere Offiziere", befaßte 
er sich mit der Auswertung „kriegsgeschichtlicher Erfahrungen" und arbeitete an Plänen für 
die Remilitarisierung Westdeutschlands. 

1952 wurde er von der Adenauer-Regierung in das „Amt Blank" berufen. Als Leiter der 
Planungsgruppe der Luftwaffe sowie als Mitglied des Bonner militärischen Führungsstabes 
baute er den neuen westdeutschen Luftwaffenstab auf. 1957 war Panitzki unter 
Kriegsverbrecher General Heusinger Chef des Stabes im Führungsstab der Bundeswehr. 
Heute ist er als Inspekteur der Bonner Luftwaffe einer der gefährlichsten Scharfmacher in der 
Bundeswehrführung, die seit Jahren nach Atomwaffen strebt. 

Im September 1964 forderte Panitzki erneut weitreichende Atomraketen für die Bundeswehr, 
denn „ohne eine an Zahl und Reichweite ausreichende Rakete könne die (west-) deutsche 
Luftwaffe auf die Dauer nicht die ihr von der NATO gestellte Aufgabe erfüllen ". (Frankfurter 
Allgemeine Zeitung, Frankfurt a.M., 19. September 1964) 

Zenker, Karl-Adolf 

MIT HITLER GEGEN NORWEGEN, DÄNEMARK UND HOLLAND 

heute: 

Inspekteur der Bonner Kriegsmarine, Vizeadmiral. 

Karl-Adolf Zenker ist der dritte Admiral in den Generationen der Zenker, die im Dienste des 
deutschen Imperialismus standen, dessen militärische Raubzüge planten und an ihrer 
Durchführung entscheidenden Anteil hatten. Der Großvater war kaiserlicher Admiral und 
Flaggoffizier; der Vater Chef der Marineleitung der Reichswehr und damit Vorgänger des 
Kriegsverbrechers Raeder. 

Von 1939 bis 1941 war Karl-Adolf Zenker 3. Admiralstabsoffizier im Stab der Marine- 
Gruppenkommandos West bzw. Nord und arbeitete dort an den Plänen für die Überfälle auf 
Dänemark, Norwegen und die Niederlande, insbesondere für die Minenkriegführung in der 
Nordsee, mit. Nach verschiedenen Bordkommandos kam Zenker im Januar 1944 als Referent 
in die Operationsabteilung der Seekriegsleitung und war dort einer der treuesten Gefolgsleute 
Hitlers, Raeders und Dönitz'. 

Im Juli 1951 wurde Zenker im „Amt Blank" Marine-Referent bzw. Kommissarischer Leiter 
der Marineabteilung und hat in dieser Position die Pläne zum Aufbau der Bonner 
Kriegsmarine ausgearbeitet und durchgeführt. Diese Planung ist unmittelbar auf eine 
Aggression im Ostseeraum ausgerichtet. Bereits im Jahre 1954 schrieb Zenker: „Ist auch die 
Ostsee ein Randmeer, so führt sie doch weit in den Raum eines möglichen Gegners hinein 
und bildet für ihn eine offene Flanke, an der er verletzlich bleibt. " (Bulletin der 
Bundesregierung, Bonn, 11. Februar 1954) 

Nicht nur in der Zielsetzung, sondern auch in seinem Geist ist Zenker der alte faschistische 
Aggressionsoffizier geblieben. Das bewies er bei der ersten Rekrutenverpflichtung der 
Bundesmarine am 16. Januar 1956 in Wilhelmshaven, als er die Kriegsverbrecher Dönitz und 
Raeder zu Vorbildern für die Bonner Marine erklärte. Zenker sagte: 

„Jeder von uns alten Marineleuten, die unter der Führung der beiden Großadmirale Dienst 
getan haben, weiß, daß . . . kein Makel an der Person unserer ehemaligen Oberbefehlshaber 



284 



ist. . . Es hat sich für mich und alle meine Mitarbeiter in Bonn zuerst und ausschließlich die 
Frage erhoben, ob wir unsere Arbeit aufnehmen dürfen, solange unsere ehemaligen 
Oberbefehlshaber in Haft gehalten werden. Nur unter dem deutschen Gesichtspunkt der 
lebensnotwendigen Aufgabe der Verteidigung der gemeinsamen Freiheit kann man vertreten, 
daß wir uns über das Schicksal unserer alten Kameraden hinweggesetzt haben ... In der 
Kenntnis des Charakters unserer alten Oberbefehlshaber, die immer die Pflichterfüllung und 
die Aufgabe vor die Person gestellt haben, war ich mir sicher, daß auch sie diese Haltung 
billigen würden. Ich habe die Freude gehabt, daß Großadmiral Raeder mir diese Einstellung 
nach seiner Freilassung bestätigt hat." (Leinen los, Nr. 2, Bremen, Februar 1956, S. 228) 

Zenker verherrlicht damit nicht nur die Kriegsverbrecher Raeder und Dönitz, sondern holte 
sich von seinem Vorbild Raeder faktisch nachträglich die Erlaubnis zum Eintritt in die 
Bundeswehr - von jenem Raeder, der anläßlich einer Gedenkfeier für Hindenburg und 
Ludendorff in den ersten Jahren des „Dritten Reiches" erklärte: 

„Das deutsche Volk hat den aus dem Geiste des deutschen Frontsoldaten geborenen 
Nationalsozialismus zu seiner Weltanschauung gemacht und folgt den Symbolen seiner 
Wiedergeburt mit ebenso heißer Liebe wie fanatischer Leidenschaft. Es hat den 
Nationalsozialismus erlebt und nicht, wie so viele hilflose Kritiker draußen glauben, erlitten. 
Darum die klare und schonungslose Kampfansage an den Bolschewismus und an das 
internationale Judentum, deren völkervernichtendes Treiben wir zur Genüge am eigenen 
Volkskörper zu spüren bekommen haben." (Blätter für deutsche und internationale Politik, 
Heft 6, Köln, 20. Juni 1958) 

Und in gleicher Richtung hetzte Dönitz am 12. Mai 1944: 

„Was wäre aus unserer Heimat heute, wenn der Führer uns nicht im Nationalsozialismus 
geeint hätte! Zerrissen in Parteien, durchsetzt von dem auflösenden Gift des Judentums und 
diesem zugänglich, da die Abwehr unserer jetzigen kompromißlosen Weltanschauung fehlte, 
wären wir längst der Belastung dieses Krieges erlegen und der erbarmungslosen Vernichtung 
unserer Gegner ausgesetzt worden." (Ebenda.) 

Maeder, Hellmuth 

ABGEURTEILTER KRIEGSVERBRECHER 

heute: 

Leiter des Truppenamtes des Heeres, Generalmajor. 

Hellmuth Maeder, Hitlergeneral und Kommandeur der Elitedivision „Großdeutschland", 
wurde als Kriegsverbrecher abgeurteilt. Als Ordonnanzoffizier der 34. Infanteriedivision 
beteiligte er sich am Überfall auf Polen und als Bataillons-, Regiments- und 
Divisionskommandeur auf die Sowjetunion. Unter seinem Kommando standen zeitweilig 
litauische SS-Freiwilligenverbände. Als „Kampfkommandant" von Schaulen wurde er von 
Hitler mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz dekoriert und zum Generalmajor befördert. Dann 
versuchte er als Kommandeur der Panzergrenadierdivision „Großdeutschland" die Tage des 
Faschismus zu verlängern. 

Maeder ist für unzählige Verbrechen der von ihm befehligten Einheiten verantwortlich und 

wurde dafür zu 25 Jahren Haft verurteilt. Als Bataillonskommandeur in der 

297. Infanteriedivision nahm er in den Jahren 1941/42 an Greueltaten gegen sowjetische 



285 



Bürger teil. Wider alles Kriegs-, Völker- und Menschenrecht wütete das von Maeder 
befehligte Bataillon besonders in den ersten Monaten nach dem Überfall in den von den 
faschistischen Truppen zeitweise okkupierten Gebieten. Einige Beispiele beweisen, mit 
welcher Brutalität und Grausamkeit das geschah. So raubten Ende Oktober 1941 die Soldaten 
des Bataillons Maeder den Bewohnern des Dorfes Wwedenko, Rayon Tschuguew, Hab und 
Gut. Später verschleppten Angehörige des Bataillons Maeder 20 sowjetische Einwohner nach 
Deutschland. Im November 1941 wurde die Bürgerin Tarussina bestialisch geschlagen und 
schließlich ermordet, da sie sich gegen eine Vergewaltigung wehrte. Der Bürger Michnew 
wurde mißhandelt, weil er versucht hatte, Widerstand gegen die Plünderungen zu leisten. 

Maeders Soldaten verhafteten auch den Bewohner des Dorfes Wwedenko, Pastuchow. Er 
wurde verdächtigt, der Kommunistischen Partei anzugehören. 13 Tage hielt man ihn in einem 
kalten Raum gefangen und mißhandelte ihn. Am 14. Tag setzte man ihn auf einen 
glühendheißen Ofen. Dann führten die Faschisten ihn, an den Händen gefesselt, durchs Dorf. 
Auch im Dorf Gawrilowka des Tschuguewer Rayons wurden die Einwohner von den 
Angehörigen des Bataillons Maeder geplündert. 

Dieser Kriegsverbrecher wurde nach seiner vorzeitigen Übergabe an die westdeutschen 
Behörden in die Bundeswehr eingestellt und leitet seit 1960 eine der wichtigsten 
Befehlsstellen des Bonner Heeres. 

Übelhack, Friedrich 

VERBRANNTE NORWEGENS ERDE 

heute: 

Befehlshaber der ausschließlich unter westdeutschem Befehl stehenden „ Territorialarmee ", 
Generalleutnant. 

Als Generalstabsoffizier der faschistischen Gebirgstruppe war Friedrich Übelhack an fast 
allen Aggressionen der Wehrmacht, angefangen vom Überfall auf Polen bis zum Einfall in die 
Sowjetunion, führend beteiligt. 

Am 10. Dezember 1941 kam er als 1. Generalstabsoffizier (Ia) zum XXXV. (Gebügs-) 
Armeekorps nach Nordfinnland und wurde später Ia der 20. (Gebirgs-)Armee bzw. beim 
„Wehrmachtsbefehlshaber Norwegen". Dort plante er nach dem Ausscheiden Finnlands aus 
dem faschistischen Block besonders die „Absetzbewegungen „Birke" und „Nordlicht". Das 
war der von langer Hand vorbereitete Rückzug aus Nordfinnland und Nordnorwegen und 
hatte für diese Gebiete barbarische Zerstörungen zur Folge. 

Am 21. Oktober 1944 wurden unter anderem das Nickelwerk und die Siedlung Kolosjoki 
sowie die Stadt Rovaniemi völlig zerstört und auch in Petsamo „ die erforderlichen 
Zerstörungen durchgeführt" . 

Der ehemalige Befehlshaber der 20. Armee, der abgeurteilte Kriegsverbrecher Rendulic, 
berichtete, daß seine Soldaten und Offiziere aus dem Gebiet nördlich des Lyngenfjords die 
Bevölkerung (etwa 40000 Menschen) nach Süden evakuierten und dort den Organen des 
faschistischen Reichskommissars Terboven übergaben. 



286 



Im „freigemachten Gebiet" wurden alle Unterkünfte und Verkehrseinrichtungen, die Straßen, 
Brücken, Schiffe und Hafeneinrichtungen sowie ganze Städte, darunter Hammerfest, völlig 
zerstört. 

Nach diesen Zerstörungen wurde Übelhack noch am 1. Januar 1945 zum Oberst i.G. befördert 
und zum 1 . Generalstabsoffizier des Wehrmachtsbefehlshabers in Norwegen ernannt. Zu 
seinen Aufgaben gehörte auch die Unterdrückung der norwegischen Widerstandsbewegung. 

Seit dem 1. Mai 1956 ist Übelhack in der Bundeswehr und bekleidet seit dem 1. April 1964 
eine Schlüsselstellung bei der totalen Militarisierung Westdeutschlands. 

Er gehört ebenso wie der Kriegsverbrecher Trettner zur Clique ehemaliger Generalstäbler, die 
schon im zweiten Weltkrieg Planer des Todes und der „verbrannten Erde" waren. 

Gerlach, Heinrich 

PREIST DIE FASCHISTISCHE DIKTATUR 

heute: 

Befehlshaber der Bonner Flotte, Vizeadmiral. 

Vor Beginn des faschistischen Raubkrieges war Heinrich Gerlach Mitarbeiter im Stab des 
Oberkommandos der Kriegsmarine unter der Leitung des Kriegsverbrechers Raeder. Als 
2. Admiralstabsoffizier im Stab des Führers der Torpedoboote bzw. der Zerstörer war Gerlach 
danach an der Vorbereitung und Durchführung der Marineoperationen bei den Überfällen auf 
Polen, Dänemark, Norwegen und Frankreich beteiligt. Während der Operation 
„Weserübung", Überfall auf die nordischen Staaten, tat er sich besonders bei der 
faschistischen Besetzung Narviks hervor. 

Danach wurde Gerlach 1 . Admiralstabsoffizier der Operationsabteilung der Seekriegsleitung 
und arbeitete dort von Juni 1941 bis Dezember 1943 in entscheidender Position die Pläne zur 
weiteren Seekriegführung der Faschisten aus. Nach verschiedenen Flottenkommandos wurde 
Gerlach als Kapitän zur See zu Kriegsverbrecher Dönitz geholt und noch im Mai 1945 zum 
Chef des Stabes beim Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ernannt. 

Im Mai 1951 veröffentlichte Gerlach unter dem Titel „Über die ethischen Grundlagen einer 
neuen Wehrmacht" eine Denkschrift, in der er das faschistische Führerprinzip verherrlicht 
und seine nazistische Gesinnung offen kundgibt. Er schreibt: „Alle Gewalt geht vom Volke 
aus - das bedeutet in der Praxis nicht etwa, daß die einzelnen Bürger in den öffentlichen 
Dingen einen unmittelbaren Einfluß ausüben. Die Masse der kleinen Leute ist überhaupt 
nicht fähig, sich ein eigenes Urteil zu bilden und selbständig zu handeln. Sie will regiert 
werden. " 

Und das sind Gerlachs „Lehren": 

„Wie aber soll nun dieses neue Deutschland aussehen, für das es sich lohnt, zu leben und zu 
sterben? Selbstverständlich muß und soll das neue Gebäude auf den Fundamenten der 
Vergangenheit errichtet werden, ein Grundsatz, der nirgends so sehr zu betonen ist wie gerade 
beim Neuaufbau einer Wehrmacht . . . Wenn wir aus diesen Erfahrungen Nutzen ziehen 
wollen, ist es zunächst einmal notwendig, den Nationalsozialismus und das ganze Geschehen 
um das dritte Reich als ein Stück unserer deutschen Geschichte anzuerkennen. Ich mache gar 



287 



keinen Hehl daraus, daß für mich nicht alles, was aus der Zeit des dritten Reiches herrührt, 
darum verwerflicher Irrtum ist. . ." 

Und das sind seine „Schlußfolgerungen": 

„Bei allen Fehlern, die gemacht wurden, war doch vieles so vorbildlich, so sehr den 
Bedingungen der Zeit wie dem Charakter des Volkes angemessen, daß man es mit als gute 
Zukunft nehmen kann. Alle diese Mängel haben meines Erachtens ihre entscheidende 
Ursache darin, daß Adolf Hitler sich leider nicht auf die alte Führungsschicht unseres Volkes 
stützte. . . Man stelle sich einmal vor: Die ersten tausend Anhänger eines Parteiführers vom 
Format eines Hitlers überwiegend aus den Kreisen des guten alten Bürgertums, der Kirche, 
des Offizierskorps! Ich bin überzeugt, mit einer solchen Partei und diesen Alten Kämpfern 
hätte unsere Geschichte einen völlig anderen Verlauf genommen." 

Dieser Faschist befiehlt heute die Bonner Flotte. 
Thilo, Karl-Wilh. 

WÜTETE AUF DEM BALKAN 

heute: 

Kommandeur der 1. Gebirgsdivision, Generalmajor. 

Der Hitleroberst und ehemalige Chef der Operationsabteilung beim Führungsstab Süd, Karl- 
Wilhelm Thilo, wütete besonders grausam auf dem Balkan. Der Weg seiner Einheit war von 
Brutalität und Terror, von massenhaften Erschießungen einheimischer und völlig 
unschuldiger Zivilisten gekennzeichnet. 

Im April 1943 traf die 1. Gebirgsdivision von Bulgarien kommend in Jugoslawien ein. Bereits 
am 8. April erging der Befehl über die „Sühnemaßnahmen gegen Aufständische" an alle 
Einheiten der Division. Dieser Befehl ist unterzeichnet vom Divisionskommandeur, 
Generalleutnant Stettner, und dem 1. Generalstabsoffizier Thilo. 

ImBefehl heißt es: 

„/. Wer 

a) bei Kampßiandlungen mit der Waffe in der Hand 

b) als Helfer von Aufständischen oder 

c) bei Sabotageakten 

betroffen wird, ist grundsätzlich an Ort und Stelle zu erschienen oder zu erhängen. 

Führer, pol. Kommissare und Kuriere sind Div./Ic zuzuführen und werden nach Vernehmung 
erschossen ... 

5. b) Sühnequoten: 



288 



Für einen getöteten Deutschen oder Bulgaren fallen 50 Sühnegefangene. 

Für einen verwundeten Deutschen oder Bulgaren fallen 25 Sühnegefangene. 

Für eine getötete, sonst geschützte Person fallen 10 Sühnegefangene. 

Für eine verwundete, sonst geschützte Person fallen 5 Sühnegefangene. 

Für jeden Anschlag gegen geschützte Objekte fallen je nach Schwere des Falles bis zu 1000 
Sühnegefangene ... " (NG, Fall VII, Bd. 4, Dok. NOKW-978) 

Über Geisel-Erschießungen und das Niederbrennen ganzer Ortschaften geben die von Thilo 
abgezeichneten Berichte der „Marschgruppe Salminger" Aufschlug ( Siehe Tafel 31 . NG, Fall 
VII, Bd. 4, Dok. NOKW- 1032) 

Thilo zeichnete darüber hinaus auch für die Erschießung italienischer Offiziere 
verantwortlich, wie es aus einem seiner Berichte an das XXII. Armeekorps vom 9. Oktober 
1943 eindeutig hervorgeht. ( Siehe Tafel 34 . NG, Fall VII, Bd. 6, S. 1901) 

Thilo kennt auch heute keine Skrupel und rühmt sich seiner Verbrechen: 

„Die Verschärfung des Partisanenkrieges macht es dringend erforderlich, in das Wespennest 
Montenegro hineinzustoßen und die Kernverbände des wachsenden kommunistischen 
Volksheeres in den Wurzeln zu vernichten. Die Regimenter der Edelweiß-Division 
durchziehen das westlich Niv gelegene Kopaonik-Gebirge, um ihre Ausgangsräume für die 
Operation , Schwarz', das Ibartal bei Novi Pazar und Mitrovica zu erreichen. Wo es vereinzelt 
zu Zusammenstößen mit Aufständischen kommt, wird der Widerstand nach Jägerart im 
schnellen Zupacken gebrochen." (H. Lanz, Gebirgsjäger - Die 1. Gebirgsjäger-Division 
1935/1945, Bad Nauheim 1954, S. 245) 

Trautloft, Johannes 

MILITARIST AUS BERUFUNG 

heute: 

Kommandierender General der Luftwaffen-Gruppe Süd, Generalleutnant. 

Johannes Trautloft gehörte zu den ersten sechs Jagdfliegern, die Hitler im Juli 1936 zur 
Unterstützung der Franco-Faschisten und zur Erprobung seiner neuen Mordwaffen nach 
Spanien schickte. Als „Freiwilliger" der „Legion Condor" ließ er seine 
Maschinengewehrsalven auf wehrlose spanische Bürger, darunter Frauen und Greise, 
niederhageln. Er flog Jagdschutz für faschistische Bombengeschwader. Von den Flugplätzen 
Tablada und Sevilla stiegen damals die Maschinen auf, die mit ihren Bomben die Stadt 
Badajoz in Trümmer legten. Über einen dieser Einsätze, den Trautloft am 15. September 1936 
über der Talavera-Front flog, schrieb er in seinem Buch „Als Jagdflieger in Spanien" auf Seite 
91 im Landsknechts- Jargon: 

„Wir dürfen kämpfen, und das genügt, das befriedigt uns vollauf. Hier, scheint's, sind uralte 
Instinkte, die lange verschüttet gewesen, die Instinkte des Jägers plötzlich wieder 
durchgebrochen. Wir haben zurückgefunden zu den Anfängen der Menschlichkeit, eine 



289 



Verheißung, daß die Zeit unserer weißen Rasse noch lange nicht um ist. Wie spießig ist das 
Gezeter, wir seien in die Barbarei zurückgefallen." 

Den barbarischen Angriff auf das Dörfchen Olalla in der Provinz Toledo verherrlicht er mit 
den Worten: 

„Im Tiefflug jagen wir unsere MG-Garben in den Feind, sehen, wie Lastkraftwagen, jäh des 
Führers beraubt, seitwärts sausen und sich überschlagen. Menschen kriechen hervor, viele 
torkeln, fallen, bleiben liegen . . . Wohl nichts vermag den Soldaten tiefer zu befriedigen, als 
der Anblick einer kopflosen, panischen Flucht des Feindes. . . Vor dem Rückflug nach Caceres 
trinken wir noch etliche , Helle', mit ziemlichem Schwung fliegen wir dann nach Hause." (A. 
a. O., S. 75 f.) 

Auch am Angriff auf Getafe am 30. Oktober 1936, bei dem Hunderte Spanier getötet wurden, 
waren deutsche Piloten beteiligt. Zwei Drittel der Ortschaft wurden völlig zerstört, darunter 
das Krankenhaus und die Schule. Unter den wehrlosen Opfern dieses Bombardements 
befanden sich 63 Kinder. Sie wurden von den Trümmern ihrer getroffenen Schule erschlagen 
oder auf dem Schulhof zerfetzt. Dieses Verbrechen ist als „Kindermord von Getafe" in der 
Welt gebrandmarkt worden. 

Voller Begeisterung schrieb Trautloft in sein Tagebuch: „Die Arbeit, die hier geleistet wurde, 
ist gewaltig. " 

Einen weiteren Beweis dafür, daß Trautloft ein Erzfaschist ist, lieferte er auf Seite 215 seines 
Machwerkes: 

„20. Januar - Reichsgründungsfeier. Um 10 Uhr traten wir an. Der Kommandeur hält eine 
längere Ansprache, umreißt klar die Ereignisse seit der Machtübernahme und erinnert daran, 
daß wir auch hier unsere Pflicht zu erfüllen haben. Anschließend hören wir im großen Saal 
des Schlosses die Führerrede, hören die Heilrufe, die sie auslöst, und fallen kräftig ein: 
, Deutschland, Deutschland über alles...'" 

Als sein Einsatz in Spanien beendet war, stellt er bedauernd fest: 

,„Der Abschied vom Kriege fällt mir doch schwer', brummele ich vor mich hin. Wie seltsam! 
Ich soll heimwärtsfliegen, als ob der Krieg hier nicht weiterginge, als ob er zu Ende sei. Der 
Soldat in mir bäumt sich auf, ein bitteres Gefühl steigt hoch. Nur mit Mühe zwinge ich es 
nieder." (A. a. O., S. 243) 

Zur Belohnung dieser unmenschlichen Tätigkeit erhielt Trautloft von Göring das 
Spanienkreuz in Gold und wurde Lehrer und Lehrgangsleiter an der faschistischen 
Jagdfliegerschule in Bad Aibling. Als Staffelkapitän nahm er am Überfall auf Polen und als 
Gruppenkommandeur im Jagdgeschwader 5 1 an der Aggression gegen Frankreich teil. Von 
1940 bis 1943 war er Major und Kommandeur des Jagdgeschwaders 54. Für seine Einsätze 
beim Überfall auf die Sowjetunion erhielt er bereits am 27. Juli 1941 von Hitler das 
Ritterkreuz. Inspizient Ost der Jagdflieger, Inspizient der Tagjagdverbände, Kommandeur der 
4. Flieger-(Schul-)division waren Stationen der weiteren Karriere Trautlofts, der inzwischen 
zum Oberst befördert worden war. 

Nach 1945 widmete sich dieser Militarist dem Aufbau neuer militaristischer Organisationen. 
Als einer der Organisatoren der ersten internen Tagung der Traditionsgemeinschaft der 



290 



„Legion Condor" erklärte er 1956 auf der Burg Klopp in Bingen: „Das Wirken der ,Legion 
Condor ' in Spanien muß der bundesdeutschen Jugend als Vorbild dienen. " 

Wichmann, Heinz 

IM „REICHSKOMMISSARIAT OSTLAND" BEWÄHRT 

heute: 

Oberster Personalchef der Bundeswehr, Ministerialdirektor. 

Heinz Wichmann war lange Zeit nicht nur der höchste Chef der Bundeswehrverwaltung in 
Schleswig-Holstein, dem Eldorado der Nazi- und Kriegsverbrecher, sondern als aktiver 
Hitlerfaschist enger Vertrauter des jetzigen Bonner Kriegsministers von Kassel. Das 
„Taschenbuch für Wehrfragen 1960/1961" verschweigt bewußt wichtige Tatsachen und 
enthält lediglich folgende Angaben über seinen Werdegang vor 1945: 

„1931 bis 1934 Richterund Staatsanwalt. Seit 1939 im Außendienst des 
Reichswirtschaftsministeriums (Wehrwirtschaft) in Hamburg und Kiel. 1942 als 
Oberregierungsrat stellv. Leiter des Landwirtschaftsamtes Schleswig-Holstein. Von 1942 bis 
Kriegsende Angehöriger der Wehrmacht, verwundet, zuletzt Leutnant und stellv. 
Batterieführer." 

Tatsache aber ist, wie aus dem Vorschlag zur Ernennung zum Oberregierungsrat am 
21. April 1942 hervorgeht, daß Wichmann am 2. November 1933 der NSDAP beitrat 
(Mitglieds-Nr. 2726400) und demNSRB als Zellenobma angehörte. Am 1. August 1940 ging 
er als Persönlicher Referent des Reichskommissars in das „Reichskommissariat Ostland" nach 
Riga. 

Zu den Aufgaben des „Reichskommissariats Ostland" gehörte unter anderem die 
Durchführung von Repressalien gegen die Bevölkerung, die Ausarbeitung von geheimen 
„Richtlinien für die Behandlung von Juden im Gebiet des Reichskommissars Ostland" in 
enger Zusammenarbeit mit der Sicherheitspolizei." Am 20. November 1941 berichtete der 
„Generalkommissar in Riga", Abt. IIa, dem „Reichskommissar Ostland": „Das flache Land 
im ganzen Generalkommissariat Lettland ist judenfrei. " ( Siehe Tafel 41 . Lettisches 
Zentralarchiv Riga, Bestand: Reichskommissar Ostland) 

Der damalige Persönliche Referent, Heinz Wichmann, hatte nicht nur genaue Kenntnis von 
den in diesem Gebiet begangenen Verbrechen, sondern war als enger Mitarbeiter des 
„Reichskommissars" Lohse an der Vorbereitung und Durchführung der Judenvernichtung und 
anderer Verbrechen unmittelbar beteiligt. Was Dr. Globke als Bürokrat des Todes in 
Gesetzen, Verordnungen und Kommentaren niederlegte, praktizierte Wichmann während 
seines Einsatzes im „Reichskommissariat Ostland". ( Siehe Tafel 35 . Lettisches Zentralarchiv 
Riga, Bestand: Reichskommissar Ostland) 



291 



Hitlergeneralstäbler in den Führungsstellen der 

Bundeswehr 

Die meisten der in der folgenden Liste genannten Generale der Bundeswehr bekleideten im 
faschistischen Generalstab einflußreiche Stellungen oder waren als Kommandeure von 
„Elite"-Verbänden führend an den Aggressionen des deutschen Imperialismus beteiligt. In 
Bonn bereiten sie auf entscheidenden Posten neue Aggressionen vor. 

Aldinger, Hermann 

vor 1945: Oberleutnant; Kommandeur der ersten schweren Flakbatterie der faschistischen 
„Legion Condor"; an der Niederschlagung des Befreiungskampfes des spanischen Volkes und 
an der Ermordung wehrloser Frauen und Kinder beteiligt; zuletzt Oberst und Kommandeur 
eines Flakregiments 

nach 1945: Generalmajor; General der Kampfverbände und Inspizient der fliegenden 
Verbände im Luftwaffenamt 

Baer, Bern von 

vor 1945: Oberst LG., Chef des Generalstabes des Fallschirmpanzerkorps „Hermann 
Göririg"; im Januar 1944 mit dem Ritterkreuz, im Februar 1945 mit dem Eichenlaub dekoriert 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Kommandierender General des III. Korps 

Baudissin, Wolf Graf von 

vor 1945: Major LG.; 3. Generalstabsoffizier (Ic) des „Deutschen Afrikakorps" 

nach 1945: Generalleutnant; Stellvertretender Chef des Stabes und Leiter der Abteilung 
Planung und Führung des NATO-Hauptquartiers Europa (SHAPE); seit 1951 im „Amt 
Blank" tätig 

Bennecke, Jürgen 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Stabes beim Befehlshaber der Operativen Zone „Adriatisches 
Küstenland"; beteiligt an den Überfällen auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion 

nach 1945: Generalmajor; ab 1. April 1968 Oberbefehlshaber NATO-Mitte 

Berger, Oskar Alfred 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Generalstabes des XXIV. Panzerkorps; beteiligt am 
Raubkrieg gegen die Sowjetunion, abgeurteilter Kriegsverbrecher 



292 



nach 1945: Brigadegeneral; Chef des Stabes und Stellvertretender Amtschef des 
Truppenamtes des Heeres 

Biesterfeld, Horst 

vor 1945: Fregattenkapitän; Abteilungschef in der Amtsgruppe Technisches 
Nachrichtenwesen des Oberkommandos der Marine; beteiligt am Überfall auf Norwegen 

nach 1945: Flottillenadmiral; Leiter einer Unterabteilung des Führungsstabes der 
Bundeswehr 

Birnbacher, Carl-Heinz 

vor 1945: Korvettenkapitän; Kommandant der 1. Schnellbootflottille; Zerstörerkommandant; 
erhielt am 17. Juni 1940 von Hitler das Ritterkreuz 

nach 1945: Flottillenadmiral; Befehlshaber Seestreitkräfte Nordsee 

Burchardt, Heinz 

vor 1945: Oberstleutnant; Adjutant beim Chef des Heeresnachrichtenwesens im 
Oberkommando des Heeres; beteiligt an den Überfällen auf Dänemark, Frankreich und die 
Sowjetunion 

nach 1945: Brigadegeneral 
Butler, Peter von 

vor 1945: Oberst LG.; Gruppenleiter in der Operationsabteilung des Generalstabes des 
Heeres; vor allem an den Aggressionen gegen Polen und die Sowjetunion beteiligt 

nach 1945: Generalleutnant; Nachfolger Baudissins bei der NATO 

Canstein, Rabahn Freiherr von 

vor 1945: Oberst i.G. 

nach 1945: Brigadegeneral; westdeutscher militärischer Vertreter beim Hauptquartier der US- 
Armee in Europa 

Carganico, Walter 

vor 1945: Major i.G.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) des LXXXVI. Armeekorps 
nach 1945: Generalmajor; Kommandeur der 3. Panzergrenadierdivision 
Drews, Werner 

vor 1945: Oberstleutnant i.G.; Chef des Stabes eines Panzerkorps 

nach 1945: Generalmajor; Leiter der Abteilung Grundsatzfragen und Planung bei der NATO 



293 



Ebeling, Werner 

vor 1945: Oberstleutnant; Kommandeur des Grenadierregiments 154; erhielt das Ritterkreuz 
und Eichenlaub 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 16 
Eckert, Dietmar 

vor 1945: Abwehroffizier einer Infanteriedivision der Heeresgruppe Nord bzw. Kurland; 
abgeurteilter Kriegsverbrecher 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Heeresoffiziersschule II 
Enneccerus, Walter 

vor 1945: Oberstleutnant; als Gruppenkommandeur im Sturzkampfgeschwader 2 erhielt er 
bereits am 21. Juli 1940 das Ritterkreuz 

nach 1945: Brigadegeneral; Chef des Stabes des Luftwaffenamtes 
Erdmann, Heinrich 

vor 1945: Korvettenkapitän; Chef des Stabes beim Führer der Schnellboote 
nach 1945: Konteradmiral; Stellvertretender Stabschef im NATO-Hauptquartier 
Erhardt, Wolfgang 

vor 1945: Korvettenkapitän; 1. Offizier des Hilfskreuzers „Michel"; Leiter der 
Marinestützpunkte in Malaya und des Stützpunktes Singapore 

nach 1945: Flottillenadmiral; Kommandeur der Schulschiffe 

Ferber, Ernst 

vor 1945: Oberst LG.; Gruppenleiter (Chef-Gruppe) in der Organisationsabteilung des 
Oberkommandos des Heeres 

nach 1945: Generalmajor; Direktor der Planungsgruppe der Standing-Group der NATO und 
Chef des Stabes; wurde bereits 1951 in das „Amt Blank" eingestellt 

Fischer, Kurt 

vor 1945: Major LG.; Generalstabsoffizier bei der Flakartillerie 

nach 1945: Brigadegeneral; Inspizient der Fliegerabwehrtruppen im Luftwaffenamt 

Foertsch, Friedrich 



294 



vor 1945: Generalleutnant; Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Kurland; an den 
Überfällen auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion beteiligt; mit dem Ritterkreuz 
dekoriert; abgeurteilter Kriegsverbrecher 

nach 1945: General; bis Ende 1963 Generalinspekteur und Chef des Führungsstabes der 
Bundeswehr 

Freiwald, Kurt 

vor 1945: Kapitän zur See; Adjutant des Oberbefehlshabers der Marine, des 
Kriegsverbrechers Raeder; Kommandant des U-Bootes 181 

nach 1945: Flottillenadmiral; Kommandeur der Flottenbasis 

Freyer, Joachim 

vor 1945: Oberst i.G. im Stab des Generalinspekteurs der Panzertruppen (Guderian), als Chef 
des Generalstabes des XL Armeekorps; 1944 von Hitler mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet 

nach 1945: Generalmajor; Inspizient der technischen Truppe im Truppenamt des Heeres; war 
seit 1951 im „Amt Blank" 

Freytag, Bernd Baron von Loringhoven 

vor 1945: Major i.G.; Adjutant des letzten Generalstabschefs des Heeres, General Krebs 
nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 19 
Gaedcke, Heinrich 

vor 1945: Generalmajor; Chef des Generalstabes von Panzerkorps, Armeekorps und 
Armeeoberkommandos; an den Überfällen auf Frankreich und die Sowjetunion beteiligt; 
Ritterkreuzträger 

nach 1945: Generalleutnant; bis 31. März 1965 Kommandierender General des III. Korps 
Gartmayr, Georg 

vor 1945: Oberst i.G.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 6. Gebirgsdivision; anschließend 
Verwendung im Oberkommando des Heeres; war an allen Aggressionen der faschistischen 
Wehrmacht beteiligt 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Leiter der Abt. Luft- und Sonderoperationen des 
NATO-Hauptquartiers Europa (SHAPE) 

Gaudecker, Gerlach von 

vor 1945: Oberst; Kommandeur des Panzergrenadierregiments 33; erhielt am 15. August 
1944 das Ritterkreuz 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur des TV-Stabes Koblenz 



295 



Gerber, Kurt 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) des LVIII. Armeekorps; vorher 
Verwendung im Oberkommando des Heeres 

nach 1945: Generalmajor; Kommandeur der 10. Panzergrenadierdivision, gehörte dem „Amt 
Blank" seit 1951 an 

Gericke, Walter 

vor 1945: Oberst; Kommandeur der 11. Fallschirmjägerdivision; bekam am 20. September 
1944 das Eichenlaub 

nach 1945: Generalmajor; bis 31. März 1965Kommandeur der 1. Luftlandedivision; 
einstweiliger Ruhestand 

Gerlach, Heinrich 

vor 1945: Kapitän zur See; als Admiralstabsoffizier an der Vorbereitung und Durchführung 
der Überfälle auf die nordischen Länder beteiligt; im Mai 1945 Chef des Stabes des 
Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, des Kriegsverbrechers Dönitz 

nach 1945: Vizeadmiral; Befehlshaber der Flotte 

Gieser, Kurt 

vor 1945: Oberst; Kommandeur der „Volkswerferbrigade 17"; Deutsches Kreuz in Gold; 
nahm an den Raubzügen gegen Polen, Frankreich, Italien und die Sowjetunion teil 

nach 1945: Brigadegeneral; bis31. März 1965 Stellvertretender Kommandeur der 
1 . Luftlandedivision 

Greiner, Hans 

vor 1945: Oberst; Chef des Generalstabes des Generalkommandos Bünau; an den Überfällen 
auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion beteiligt; Deutsches Kreuz in Gold 

nach 1945: Brigadegeneral; Stellvertretender Kommandeur der 1. Gebirgsdivision 

Groeben, Peter von der 

vor 1945: Generalmajor; 1. General-Stabsoffizier (Ia) der Heeresgruppe Mitte; an den 
Raubzügen gegen Polen, Frankreich und die Sowjetunion beteiligt 

nach 1945: Generalleutnant; bis31.März 1964 Stellvertretender Befehlshaber desNATO- 
Kommandos Ostseeausgänge 

Guderian, Heinz 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; 1. Generalstabsoffizier der 116. Panzerdivision; bekam am 25. 
Oktober 1944 das Ritterkreuz 



296 

nach 1945: Brigadegeneral; Inspizient der Panzertruppe im Truppenamt 
Haag, Werner 

vor 1945: Oberst, Adjutant der 8. Armee 

nach 1945: Generalmajor, Leiter der Personalabteilung im Bonner Kriegsministerium 
Harlinghausen, Martin 

vor 1945: Generalleutnant; Kommandierender General des II. Fliegerkorps; für seine 
rücksichtslose Luftkriegführung gegen Frankreich und England mit höchsten faschistischen 
Auszeichnungen bedacht 

nach 1945: Generalleutnant; bis 31. Dezember 1961 Kommandierender General der 
Luftwaffengruppe Nord in Münster 

Härtel, Johannes 

vor 1945: Oberst LG.; Stabsoffizier beim Chef des Transportwesens im Oberkommando des 
Heeres 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Kommandierender General des I. Korps 
Heck, Walter 

vor 1945: Korvettenkapitän; Referent im Presseamt des Oberkommandos der Marine; Lehrer 
an der Marineschule Mürwik 

nach 1945: Flottillenadmiral; Unterabteilungsleiter Logistik im Bonner Kriegsministerium 
Hempel, Adolf, Dr. 

vor 1945: Major LG.; Quartiermeister eines Flakkorps; am 18. Januar 1943 mit dem 
Ritterkreuz dekoriert 

nach 1945: Generalmajor; Chef des Luftwaffenamtes 
Henning, Werner 

vor 1945: Abteilungschef im Oberkommando der Luftwaffe; nahm als Staffelkapitän an 
Terrorangriffen gegen England teil 

nach 1945: Brigadegeneral; Chef des Materialamtes der Bundeswehr 
Hepp, Leo 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Stabes beim Chef des Heeresnachrichtenwesens im 
Oberkommando des Heeres 

nach 1945: Generalleutnant; Kommandierender General des II. Korps 



297 



Herrmann, Paul 

vor 1945: Generalmajor; Chef des Generalstabes der 16. Armee; beteiligt am Überfall auf 
Frankreich und die Sowjetunion 

nach 1945: Generalmajor; bis 20. September 1961 Befehlshaber im Wehrbereich IV; jetzt 
Militärberater der Landesregierung Hessen 

Herzog, Karl 

vor 1945: Oberst; Kommandeur der Pioniersturmbrigade; wegen Beteiligung an der 
Ermordung polnischer Bürger in Warschau als Kriegsverbrecher verurteilt; Träger des 
Ritterkreuzes 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Kommandierender General des II. Korps 
Heß, Wilhelm 

vor 1945: Oberst LG.; Oberquartiermeister der 20. Gebirgsarmee in Finnland und 
Skandinavien 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber im Wehrbereich VI 
Hetz, Karl 

vor 1945: Korvettenkapitän; 2. Admiralstabsoffizier beim Führer der Zerstörer 
nach 1945: Vizeadmiral; Befehlshaber der Flotte 
Heusinger, Adolf 

vor 1945: Generalleutnant; Chef der Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres; 
Kriegsverbrecher 

nach 1945: General; bis 29. März 1964 Vorsitzender des Ständigen Militärausschusses der 
NATO in Washington; jetzt Militärberater der CDU 

Hinkelbein, Claus 

vor 1945: Oberstleutnant; Chef des Generalstabes des Feldluftgaukommandos XIV; beteiligt 
an den Überfällen auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion; erhielt am 19. Juni 1940 das 
Ritterkreuz 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Schule für innere Führung der Bundeswehr 
Hobe, Cord von 

vor 1945: Oberst LG.; Führer der 79. Volksgrenadier- bzw. der 212. Division im SS- 
Armeekorps Simon; als Durchhalteoffizier kurz vor der Kapitulation mit dem Ritterkreuz 
dekoriert 



298 



nach 1945: Generalleutnant; Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte in Jütlandund 
Schleswig-Holstein (COMLANDJUT) 

Hoffmann, Werner-Eugen 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; Oberquartiermeister der Luftflotte Italien, später der 
„Luftflotte Reich" 

nach 1945: Generalleutnant; Stellvertretender Befehlshaber im Hauptquartier B ALT AP 
Hozzel, Paul Werner 

vor 1945: Oberstleutnant; Kommodore des Sturzkampfgeschwaders 1; 1. Generalstabsoffizier 
(Ia) der Luftflotte 1; erhielt am 14. April 1943 das Eichenlaub; abgeurteilter Kriegsverbrecher 

nach 1945: Brigadegeneral; Chef des Stabes Luftstreitkräfte (AIRBALTAP) 

Hrabak, Dietrich-Adolf 

vor 1945: Oberst; Kommandeur des Jagdgeschwaders 54; einer der ersten deutschen 
Jagdflieger, die Hitler mit dem Ritterkreuz dekorierte (21. Oktober 1940); erhielt das 
Eichenlaub am 25. November 1943 

nach 1945: Brigadegeneral; General der Kampfverbände im Luftwaffenamt 
Jeschonnek, Gert 

vor 1945: Korvettenkapitän; Admiralstabsoffizier der Operationsabteilung der 
Seekriegsleitung 

nach 1945: Vizeadmiral; Inspekteur der Marine 
Jordan, Paul 

vor 1945: Oberstleutnant i.G.; Chef des Generalstabes des V. Armeekorps; nahm am Überfall 
auf Polen und die Sowjetunion teil 

nach 1945: Generalmajor; General der Kampftruppen im Truppenamt des Heeres 
Kammhuber, Josef 

vor 1945: General der Flieger; an der Vorbereitung und Durchführung der Überfälle Nazi- 
Deutschlands beteiligt; engster Vertrauter Hitlers und Görings. Unter seinem Befehl wurde 
1940 die deutsche Stadt Freiburg im Breisgau bombardiert - er lieferte damit den Vorwand 
zur Eröffnung des totalen Luftkrieges 

nach 1945: General; bis 30. September 1962 Inspekteur und Chef des Führungsstabes der 
Luftwaffe 

Karpinski, Peter 



299 



vor 1945: Major LG.; in verschiedenen Generalstabsstellungen tätig; abgeurteilter 
Kriegsverbrecher 

nach 1945: Generalmajor; Leiter der westdeutschen Delegation beim französischen 
Hauptquartier; vorher Referent und Adjutant der ehemaligen Generalinspekteure, der 
Kriegsverbrecher Heusinger und Foertsch 

Keilig, Friedrich Wolfgang 

vor 1945: Major LG.; Generalstabsoffizier (Id) der Heeresgruppe F (Südost); 
1. Generalstabsoffizier (Ia) der 6. Panzerdivision 

nach 1945: Brigadegeneral; Leiter der Unterabteilung VIII (Militärische Planung) im 
Führungsstab der Bundeswehr; 1951 bis 1955 Referent in der Hauptgeschäftsstelle des 
„Verbandes deutscher Soldaten"; jetzt Vorsitzender des „Deutschen Bundeswehrverbandes" 

Kemnade, Friedrich 

vor 1945: Korvettenkapitän; Referent in der Seekriegsleitung des Oberkommandos der 
Marine; erhielt am 27. Mai 1943 das Eichenlaub 

nach 1945: Flottillenadmiral; Befehlshaber im Bereich AFNORTH- Wehrbereich I 
Kielmannsegg, Johann Adolf Graf von 

vor 1945: Oberst LG.; verbissener Militarist und Gefolgsmann Hitlers 
nach 1945: General; Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte Europa-Mitte 
Klemm, Helmut 

vor 1945: Fregattenkapitän; Referent im Oberkommando der Marine 

nach 1945: Flottillenadmiral; Kommandeur der Logistikschule der Bundeswehr 

Kleyser, Karl 

vor 1945: Oberst LG.; Generalstabsoffizier der Operationsabteilung Heer im 
Wehrmachtsführungsstab. Seine Beförderung zum Oberst erfolgte noch am 20. April 1945 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber Wehrbereich II in Hannover 

Köstlin, Wolfgang 

vor 1945: Major LG.; Generalstabsoffizier der Operationsabteilung des Generalstabes des 
Heeres; Mitarbeiter bei Heusinger und von Kielmansegg 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandierender General III. Korps 

Krantz, Hans-Ulrich 



300 



vor 1945: Oberst LG.; Chef des Stabes der Inspektion für das Erziehungs- und 
Bildungswesen im Generalstab des Heeres; nahm an den Überfällen auf Polen, Frankreich 
und die Sowjetunion teil nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Kommandierender 
General des I. Korps 

Kretschmer, Otto 

vor 1945: Fregattenkapitän; berüchtigter U-Boot-Kommandant der faschistischen Marine; 
Träger höchster faschistischer Auszeichnungen 

nach 1945: Flottillenadmiral; Chef des Stabes der NATO-Seestreitkräfte Ostsee 
Kuhlmey, Kurt 

vor 1945: Oberst; Kommodore des Schlachtgeschwaders 3; erhielt am 15. Juli 1942 das 
Ritterkreuz 

nach 1945: Generalmajor; Kommandeur des Luftwaffentransportkommandos im 
Luftwaffenamt 

Kuhnke, Günther 

vor 1945: Korvettenkapitän; Chef der 33. U-Boot-Flottille; erhielt am 19. September 1940 
das Ritterkreuz 

nach 1945: Flottillenadmiral; bis Mai 1965 Stellvertretender Befehlshaber der Flotte; Chef 
des Marineamtes 

Kuntzen, Gustav-Adolf 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; Generalstabsoffizier einer Heeresgruppe 

nach 1945: Generalleutnant; Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr 

Laegeler, Hellmuth 

vor 1945: Generalmajor; unter Himmler Chef des Stabes des Ersatzheeres; an den Überfällen 
auf Polen und die Sowjetunion beteiligt 

nach 1945: Generalmajor, bis 31. März 1962 Kommandeur der Führungsakademie der 
Bundeswehr; jetzt Berater der Landesregierung Baden- Württemberg 

Lechler, Otto 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; fand in verschiedenen Generalstabsstellungen Verwendung 
und nahm an den Überfällen auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion teil 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber im Wehrbereich V 

Lemm, Heinz-Georg 



301 



vor 1945: Oberstleutnant; Kommandeur des 27. Füsilierregiments; Träger höchster 
faschistischer Auszeichnungen und des Goldenen HJ-Ehrenzeichens; am Überfall auf Polen, 
Frankreich und die Sowjetunion beteiligt 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Heeresoffiziersschule III 
Looschen, Hans 

vor 1945: Fregattenkapitän; Verbands ingenieur im Stab des Führers der U-Boot-Ausbildung 
nach 1945: Flottillenadmiral; Kommandeur des Kommandos Schiffstechnik 
Lorch, Anton 

vor 1945: Oberst; Kommandeur des Gebirgsjägerregiments 144; am Überfall auf Polen und 
die Sowjetunion beteiligt; erhielt am 15. Juni 1944 das Ritterkreuz 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Kampftruppenschule I 

Lueder, Hans-Georg 

vor 1945: Oberst; Referent und Verbindungsoffizier beim Inspekteur der Panzertruppen im 
Oberkommando des Heeres; Adjutant der 6. Armee 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Heeresoffiziersschule I 

Lüttwitz, Smilo Freiherr von 

vor 1945: General der Panzertruppen; Führer der 9. Armee; für seine Beteiligung am 
faschistischen Aggressionskrieg von Hitler mit höchsten Kriegsauszeichnungen bedacht 

nach 1945: Generalleutnant; bis Januar 1961 Kommandierender General des III. Korps 

Maeder, Hellmuth 

vor 1945: Generalmajor; von Hitler mit höchsten faschistischen Auszeichnungen dekoriert; 
abgeurteilter Kriegsverbrecher 

nach 1945: Generalmajor; Leiter des Truppenamtes des Heeres 
Mahlke, Helmuth 

vor 1945: Oberstleutnant i. G,; Kommandeur eines Stuka-Geschwaders; erhielt am 16. Juli 
1941 das Ritterkreuz 

nach 1945: Generalmajor; Kommandierender General Luftwaffengruppe Nord 
de Maiziere, Ulrich 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; als Heusingers Mitarbeiter in der Operationsabteilung des 
Generalstabes des Heeres maßgeblich an der Ausarbeitung der Kriegspläne Hitlers beteiligt 



302 



nach 1945: Generalleutnant; ab 25.8.1966 Generalinspekteur der Bundeswehr 
Markert, Arthur 

vor 1945: Oberst LG.; 1. Generalstabsoffizier des Stabes bei der I. Italienischen Armee; an 
Kriegsverbrechen auf dem Balkan beteiligt 

nach 1945: Generalmajor; bis 1. Oktober 1964 Stellvertretender Kommandierender General 
des III. Korps 

Matzky, Gerhard 

vor 1945: General der Infanterie; Kommandeur des XXVI. Armee-Korps; für rücksichtslose 
Kampfführung in der Sowjetunion mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet 

nach 1945: Generalleutnant; bis 29. Februar 1960 Kommandierender General des I. Korps; 
jetzt Präsident des „Verbandes deutscher Soldaten" 

Meier- Welcker, Hans, Dr. 

vor 1945: Oberstleutnant i.G.; Chef des Generalstabes des XXXI. Armeekorps; Deutsches 
Kreuz in Gold 

nach 1945: Brigadegeneral; bis 30. September 1964 Chef des Militärgeschichtlichen 
Forschungsamtes der Bundeswehr 

Meyer-Detring, Wilhelm 

vor 1945: Oberst i.G.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) der Operationsabteilung Heer im 
Wehrmachtsführungsstab des Oberkommandos der Wehrmacht 

nach 1945: Generalleutnant; Kommandierender General des I. Korps 

Molinari, Karl-Theodor 

vor 1945: Oberstleutnant; Kommandeur der I. Abteilung des Panzerregiments 36; am 
15. November 1944 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet 

nach 1945: bis Juni 1963 Vorsitzender des „Deutschen Bundeswehrverbandes"; 
Generalmajor; Kommandeur der 7. Panzergrenadierdivision 

Moll, Josef 

vor 1945: Oberst i.G.; 1. Generalstabsoffizier der Heeresgruppe C 
nach 1945: Generalleutnant; Inspekteur des Heeres 
Möller-Döling, Joachim 

vor 1945: Oberst i.G.; Chef des Generalstabes des LXXII. Armeekorps; Oberquartiermeister 
der Heeresgruppe A 



303 



nach 1945: Brigadegeneral im Truppenamt des Heeres 
Müller, Christian 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Generalstabes der 4. Panzerarmee; beteiligt am Überfall auf 
die Sowjetunion 

nach 1945: Generalmajor; bis 30. September 1964 Befehlshaber im Wehrbereich II; jetzt 
Berater für „Wehrfragen" der niedersächsischen Landesregierung 

Müller-Hillebrand, Burkhardt 

vor 1945: Generalmajor; als Chef der Organisationsabteilung des Generalstabes des Heeres 
an der Planung der Aggressionen der Hitlerwehrmacht und an deren Durchführung als 
Generalstabschef von Panzerkorps und Panzerarmeen beteiligt 

nach 1945: Generalleutnant; bis 31. März 1965 Stellvertretender Stabschef für Planung und 
Grundsatzfragen im NATO-Hauptquartier Europa (SHAPE) 

Neuss, Helmut 

vor 1945: Fregattenkapitän; Admiralstabsoffizier der Operationsabteilung der, 
Seekriegsleitung 

nach 1945: Flottillenadmiral; Westdeutscher Bevollmächtigter im NATO-Bereich Nord- 
Europa (AFNORTH) 

Obermaier, Albrecht 

vor 1945: Korvettenkapitän; Führungsstabsoffizier in der Marine-Operationsabteilung des 
Wehrmachtsführungsstabes 

nach 1945: Konteradmiral; Chef des Stabes der Abteilung Streitkräfte 
Panitzki, Werner 

vor 1945: Oberst LG.; als Stabsoffizier bei dem Kriegsverbrecher Kesselring am Überfall auf 
Polen und an Terrorangriffen gegen englische, französische und norwegische Städte beteiligt 

nach 1945: Generalleutnant; Inspekteur und Chef des Führungsstabes der Luftwaffe 

Pape, Günther 

vor 1945: Generalmajor; Kommandeur der Panzerdivision „Feldherrnhalle"; für seinen 
rücksichtslosen Einsatz in der Sowjetunion von Hitler mit dem Eichenlaub dekoriert 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber im Wehrbereich III 

Pemsel, Max- Josef 



304 



vor 1945: Generalleutnant; Chef des Generalstabes des XVIII. Gebirgsarmeekorps; beteiligt 
an Kriegsverbrechen in Jugoslawien 

nach 1945: Generalleutnant; bis 19. September 1961 Kommandierender General des II. 
Korps 

Philipp, Ernst 

vor 1945: Oberst; Panzeroffizier im Stab der 8. Armee bzw. der Heeresgruppe Süd; erhielt 
am 30. September 1944 das Eichenlaub 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Kampftruppenschule II 
Plato, Anton-Detlef von 

vor 1945: Oberst i.G.; Chef des Generalstabes des IV. Panzerkorps; erhielt am 19. August 
1944 das Ritterkreuz 

nach 1945: Generalmajor; Kommandeur der Territorialen Verteidigung 
Pöschl, Franz 

vor 1945: Major; Kommandeur des Gebirgsjägerregiments 143; am 6. März 1944 mit dem 
Ritterkreuz dekoriert; an den Überfällen auf Griechenland, die Sowjetunion und Italien 
beteiligt 

nach 1945: Stellvertretender Kommandeur der 1. Luftlandedivision; Generalmajor 
Poser, Günter 

vor 1945: Kapitänleutnant; Kommandant des U-Bootes 202 

nach 1945: Flottillenadmiral; Unterabteilungsleiter im Führungsstab der Bundeswehr 
Prilipp, Wilhelm 

vor 1945: Oberstleutnant; Gruppenleiter Ib beim General der Artillerie im Oberkommando 
des Heeres 

nach 1945: Brigadegeneral; Artillerie-Kommandeur des III. Korps 
Reidel, Herbert 

vor 1945: Oberstleutnant i.G.; Stellvertretender Gruppenleiter für Führungsvorschriften der 
Panzertruppen in der Ausbildungsabteilung des Generalstabes des Heeres 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Kommandierender General II. Korps 

Reinhardt, Hellmuth 



305 



vor 1945: Generalmajor; als Chef des Generalstabes beim Wehrmachtsbefehlshaber 
Dänemark mitverantwortlich für die brutale Unterdrückung der dänischen Bevölkerung 

nach 1945: Generalmajor; bis 30. September 1962 Befehlshaber im Wehrbereich V; jetzt 
Studienleiter der Evangelischen Akademie in Bad Boll und ab 18. Juni 1965 Vorsitzender der 
„Gesellschaft für Wehrkunde" 

Reischauer, Peter 

vor 1945: Korvettenkapitän; Referent in der Seekriegsleitung des Oberkommandos der 
Kriegsmarine 

nach 1945: Flottillenadmiral; Stellvertretender Leiter der Abteilung Logistik im NATO- 
Abschnittskommando Europa-Nord 

Rogge, Bernhard 

vor 1945: Vizeadmiral; Inspekteur des Bildungswesens der Marine; berüchtigter 
Kaperkapitän und Soldatenmörder; am 12. März 1942 mit dem Eichenlaub dekoriert 

nach 1945: Konteradmiral; bis31. März 1962 Befehlshaber im Wehrbereich I; jetzt Berater 
für „Zivile Verteidigung" bei der Landesregierung Schleswig-Holstein und dem Hamburger 
Senat 

Rosenthal, Wilfried von 

vor 1945: Oberst i.G.; Chef des Generalstabes des X. Armeekorps, das der 18. Armee 
(Kriegsverbrecher Foertsch) in Lettland und Kurland unterstand; abgeurteilter 
Kriegsverbrecher 

nach 1945: Brigadegeneral; Stellvertretender Stabschef für Operation der NATO- 
Armeegruppe Mitte (CENTAG) 

Rösing, Hans-Rudolf 

vor 1945: Kapitän zur See; Führer der U-Boote West; das Ritterkreuz erhielt er am 29. 
August 1940 

nach 1945: Konteradmiral; Befehlshaber im Wehrbereich I 
Rüge, Friedrich 

vor 1945: Vizeadmiral; Chef des Amtes für Kriegsschiffbau; einer der Mitarbeiter des 
Kriegsverbrechers Kesselring in Italien; beteiligt an den Überfällen auf Polen, Holland, 
Belgien, Frankreich und Dänemark; als „Befehlshaber der Sicherung West" mit dem 
Ritterkreuz dekoriert 

nach 1945: Vizeadmiral; bis August 1961 Inspekteur und Chef des Führungsstabes der 
Marine; jetzt Vorsitzender des „Verbandes der Reservisten der Bundeswehr"; bis 17. Juni 
1965 Vorsitzender der „Gesellschaft für Wehrkunde" 



306 



Schäfer, Heinrich 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) der Heeresgruppe Süd; Deutsches 
Kreuz in Gold 

nach 1945: Brigadegeneral; Inspizient für Erziehung und Bildung im Truppenamt des Heeres 
Schimpf, Richard, Dipl.-Ing. 

vor 1945: Generalleutnant; Kommandeur der 3. Fallschirmjägerdivision; an fast allen 
Überfällen der faschistischen Wehrmacht führend beteiligt; mit dem Ritterkreuz 
ausgezeichnet 

nach 1945: Generalmajor; bis 26. Juni 1962 Befehlshaber im Wehrbereich III 
Schlichting, Friedrich Carl 

vor 1945: Major LG.; Freiwilliger der „Legion Condor"; Gruppenkommandeur im 
Kampfgeschwader 27; an Terrorangriffen gegen England 1940 beteiligt 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Inspekteur der Luftwaffe 

Schnez, Albert 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Transportwesens der Heeresgruppe Süd (Italien); 
nach 1945: Generalleutnant; Kommandierender General des III. Korps 
Schultze, Hellmut 

vor 1945: Oberst LG.; Chef des Generalstabes des XI Armeekorps 

nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Stabschef für Aufklärung der NATO-Streitkräfte 
Europa-Mitte (AFCENT) 

Schwatlo-Gesterding, Joachim 

vor 1945: Generalmajor; Chef des Generalstabes der 17. Armee; beteiligt an den Überfällen 
auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion; abgeurteilter Kriegsverbrecher 

nach 1945: Generalleutnant; bis 31. März 1964 Befehlshaber des „Kommandos der 
Territorialen Verteidigung" 

Selmayr, Josef 

vor 1945: Oberst LG.; 1. Generalstabsoffizier der Heeresgruppe F (Südosteuropa); beteiligt 
an Kriegsverbrechen 

nach 1945: Brigadegeneral; bis 31. März 1964 Leiter des „Amtes für Sicherheit der 
Bundeswehr" (MAD) 



307 

Sieber, Peter Wilhelm 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; Unterabteilungsleiter im Oberkommando der Luftwaffe 
nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber im Wehrbereich III Düsseldorf 
Sonnek, Hubert 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; 1. Generalstabsoffizier des XXXXIX. Gebirgskorps 
nach 1945: Generalmajor; Stellvertretender Inspekteur des Heeres 
Speidel, Hans, Dr. 

vor 1945: Generalleutnant; Chef des Generalstabes der Heeresgruppe B; Kriegsverbrecher 

nach 1945: General; bis 31. März 1964 Befehlshaber der NATO-Landstreitkräfte Europa- 
Mitte; jetzt Militärberater der Bonner Regierung 

Steinhoff, Johannes 

vor 1945: Oberst; Kommodore des Jagdgeschwaders 77; für seine Teilnahme an der 
verbrecherischen Luftkriegführung von Hitler mit den höchsten faschistischen Orden 
dekoriert 

nach 1945: Generalleutnant; seit 1966 Inspekteur der Luftwaffe 
Streib, Werner 

vor 1945: Oberstleutnant; Kommodore eines Nachtjagdgeschwaders; erhielt höchste 
faschistische Orden 

nach 1945: Brigadegeneral; Kommandeur der Flieger-Division Süd 
Tempelhoff, Hans-Georg von 

vor 1945: Oberst LG.; 1. Generalstabsoffizier der Heeresgruppe B; Kommandeur der 28. 
Jägerdivision; an den Überfällen auf Polen, Frankreich und die Sowjetunion beteiligt; 
Deutsches Kreuz in Gold 

nach 1945: Generalmajor; Kommandeur der 3. Panzerdivision 
Thilo, Karl- Wilhelm 

vor 1945: Oberst LG.; an Verbrechen gegen die Patrioten Jugoslawiens, Albaniens und 
Griechenlands beteiligt 

nach 1945: Generalleutnant; Kommandierender General II. Korps 
Trautloft, Johannes 



308 



vor 1945: Oberst; als Angehöriger der „Legion Condor" 1936 mitverantwortlich an dem 
Mord von spanischen Frauen und Kindern; am 27. Juni 1942 mit dem Ritterkreuz 
ausgezeichnet 

nach 1945: Generalleutnant; Kommandierender General der Luftwaffengruppe Süd 
Trettner, Heinz 

vor 1945: Generalleutnant; für seine Beteiligung an den faschistischen Überfällen auf 
Holland und Belgien mit höchsten Kriegsorden dekoriert; Kriegsverbrecher 

nach 1945: General; Generalinspekteur und Chef des Führungsstabes der Bundeswehr 

Übelhack, Friedrich 

vor 1945: Oberst LG.; als 1. General-Stabsoffizier (Ia) an fast allen faschistischen Überfällen, 
besonders an der Unterdrückung des norwegischen Volkes beteiligt 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber des „Kommandos der Territorialen Verteidigung" 
Vangerow, Kurt von 

vor 1945: Major LG.; Gruppenleiter im Stab des Generals der Artillerie im Oberkommando 
des Heeres 

nach 1945: Brigadegeneral; Artilleriekommandeur des II. Korps 

Varnbüler, Ulrich Freiherr von und zu Hemmingen 

vor 1945: Oberst LG.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) der 2. Panzerarmee 

nach 1945: Brigadegeneral 

Wagenknecht, Willi 

vor 1945: Oberstleutnant; Abteilungschef im Personalamt des Reichsluftfahrtministeriums 

nach 1945: Brigadegeneral; Unterabteilungsleiter in der Abteilung Personal im Bonner 
Kriegsministerium 

Wätjen, Rudolf 

vor 1945: Oberstleutnant; Gruppenleiter in der Inspektion der Panzertruppe im 
Oberkommando des Heeres; erhielt am 18. April 1943 das Ritterkreuz 

nach 1945: Brigadegeneral; Stellvertretender Kommandeur der 5. Panzerdivision 

Wegener, Edward 

vor 1945: Kapitän zur See; 1. Führungsstabsoffizier im Flottenkommando; Spezialist für 
Seekriegsoperationen 



309 



nach 1945: Vizeadmiral; bis 31. März 1965 Befehlshaber der NATO-Streitkräfte Ostsee; 
CDU-Bundestagskandidat 1965 

Wessel, Gerhard 

vor 1945: Oberstleutnant LG.; Gruppenleiter I der Abteilung „Fremde Heere Ost" im 
Generalstab des Heeres; leitender Abwehroffizier der faschistischen Wehrmacht 

nach 1945: Generalleutnant, westdeutscher Vertreter beim Militärausschuß NATO in 
Washington/USA; Vertrauensmann des Leiters des Bundesnachrichtendienstes des Nazi- 
Generals Gehlen; ab 1. 5. 1968 Leiter des Bundesnachrichtendienstes 

Wichmann, Heinz 

vor 1945: Persönlicher Referent des ehemaligen Reichskommissars im Reichskommissariat 
Ostland, des Kriegsverbrechers Lohse, in Riga; an der Vorbereitung und Durchführung der 
Judenvernichtung unmittelbar beteiligt 

nach 1945: Ministerialdirigent; Leiter der Abteilung Haushalt im Bonner Kriegsministerium 
Wilcke, Hennig 

vor 1945: Oberstleutnant, LG.; 1. Generalstabsoffizier (Ia) des Fliegerführers Atlantik; 
Lehrgangsleiter an der Luftkriegsakademie; Deutsches Kreuz in Gold 

nach 1945: Generalmajor; Befehlshaber im Wehrbereich II 

Zawadzki, Wolf von 

vor 1945: Oberst LG.; 1. Generalstabsoffizier beim Chef der Militärmission in Bulgarien; 
mitverantwortlich für die Unterdrückung des bulgarischen Volkes; wirkte maßgeblich an der 
Verfolgung aller fortschrittlichen Kräfte mit 

nach 1945: Brigadegeneral; Chef des Stabes der NATO-Landstreitkräfte Jütland/ Schleswig- 
Holstein 

Zenker, Karl- Adolf 

vor 1945: Fregattenkapitän; Kommandant von Zerstörern; an der Planung der Überfälle auf 
Dänemark, Norwegen und die Niederlande beteiligt 

nach 1945: Vizeadmiral; Inspekteur und Chef des Führungsstabes der Marine 



310 



Diplomaten Ribbentrops im Auswärtigen 
Dienst Bonns 

• Das faschistische Auswärtige Amt - Instrument imperialistischer Eroberungspolitik 

o Sie weiten den Krieg aus. . . 

o . . . und teilen die Welt auf 

o An der „Endlösung der Judenfrage" mitgewirkt 

o Vorbereitung der Wannsee-Konferenz 

o Mit Eichmann Hand in Hand 

o Intrigenspiel um 7000 jüdische Kinder 

o Todeslisten ausgefertigt 

o Gestapo-Terror war ihnen zu mild 

o „Zweckdienlich" und „vertrauensvoll" 

o Rücksichtslose Plünderer 

• Die Stützen der aggressiven Bonner Außenpolitik 

o 520 Nazi-Diplomaten im Auswärtigen Amt 
o Gestapo-Mitarbeiter leiten die Ostabteilung 

• Sie besetzen Bonns Auslandsvertretungen 

o Mohr, E.-Günther: Nazi-Propagandist und Spion 

o Schwarzmann. Hans: Vertrauensperson Ribbentrops 

o Nüßlein. Franz: Günstling von Bormann und Heydrich 

o Melchers. Wilhelm: Spezialist für 5. Kolonnen 

o Schütter. Oskar: Mitorganisator der Aggression gegen Dänemark 

o Ferring. Franz: Goebbels-Prahlhans übelster Sorte 

o Grewe. Wilhelm: „Ostforscher" und „Neuordnungstheoretiker" 

o Etzdorf. Hasso von: Komplice der Waffen-SS 

• Ribbentrop-Diplomaten im Auswärtigen Dienst (Namenliste) 



Das faschistische Auswärtige Amt - Instrument 
imperialistischer Eroberungspolitik 



311 



Zur Führungsclique des faschistischen Deutschlands, die sich in höchstem Maße der 
Verbrechen gegen den Frieden, das Völkerrecht und die Menschlichkeit schuldig machte, 
gehörten auch die Diplomaten des Auswärtigen Amtes unter Leitung von Nazi-Außenminister 
Joachim von Ribbentrop. 

Ribbentrop wurde in Nürnberg vom Internationalen Militärtribunal zum Tode verurteilt und 
hingerichtet. Acht weitere prominente Nazi-Diplomaten - hauptsächlich Staatssekretäre und 
Unterstaatssekretäre wie Weizsäcker, Woermann, Ritter, Keppler und andere - wurden 
1948/49 im sogenannten Wilhelmstraßen-Prozeß vor ein amerikanisches Militärgericht 
gestellt und abgeurteilt. (Es handelt sich um einen der 12 Nachfolgeprozesse des Nürnberger 
Prozesses.) 

Die übrigen führenden Mitarbeiter Ribbentrops, die 1945 größtenteils Zuflucht in den von den 
Westmächten besetzten Gebieten Deutschlands gesucht hatten, blieben im Bonner Staat nicht 
nur unbehelligt, sondern nahmen dort im Auswärtigen Amt wieder entscheidende Funktionen 
ein. 

Der Wilhelmstraßen-Prozeß deckte die verbrecherische Rolle des Auswärtigen Amtes auf und 
wies die maßgebliche Beteiligung seiner Beamten an Verbrechen der vielfältigsten Art nach. 
Neben dem Reichssicherheitshauptamt (RSHA) und der Wehrmacht mit dem OKW als 
Führungsorgan war das Auswärtige Amt jene Einrichtung, durch die die wichtigsten 
Aggressionen und Verbrechen des Nazi-Reiches geplant und vorbereitet wurden. Es war ein 
entscheidendes Instrument imperialistischer Eroberungspolitik. Seine Beamten wirkten als 
Schlüsselfiguren bei der Ausarbeitung und Durchsetzung der aggressiven Pläne. Es ist kein 
Fall bekannt geworden, in dem das Auswärtige Amt oder auch nur Gruppen von Beamten 
Verbrechen verhindert hätten. 

Das Internationale Militärtribunal in Nürnberg definierte als verbrecherische Aggressionen 
die Überfälle auf: Österreich am 12. März 1938, die Tschechoslowakei am 1. Oktober 1938 
und 15. März 1939, Polen am 1. September 1939, Großbritannien und Frankreich am 
3. September 1939, Dänemark und Norwegen am 9. April 1940, Belgien, Niederlande und 
Luxemburg am 10. Mai 1940, Jugoslawien und Griechenland am 6. April 1941, die UdSSR 
am 22. Juni 1941, die USA am 1 1. Dezember 1941. (NG, Fall XI, Bd. CCXLI, S. 27624) 

An einer Stelle des Urteils im Wilhelmstraßen-Prozeß heißt es: 

„ Wir halten jeden, der Angriffskriege und Einfalle plant, vorbereitet, beginnt und durchführt, 
und jeden, der wissentlich, bewußt und schuldhaft an solchen Handlungen teilnimmt, für 
einen Völkerrechtsverbrecher, der für seine Handlungen vor Gericht gestellt, verurteilt und 
bestraft werden muß. " (NG, Fall XI, Bd. CCXLI, S. 2 7 622) 

Diese Charakteristik trifft für nahezu alle Diplomaten des Auswärtigen Amtes Ribbentrops 
zu. Denn beinahe jeder Mitarbeiter war an der Vorbereitung und Verwirklichung der 
Aggressionspläne beteiligt. Besonders folgenschwer war die Aktivität der Nazi-Diplomaten 
bei der Inszenierung des zweiten Weltkrieges. Hauptsächlich im Amt Ribbentrop wurden die 
Erpressungs- und Fälschungsmanöver ausgeheckt, mit denen der faschistische Überfall auf 
Polen eingeleitet wurde. Dazu gehörte vor allem die Maxime, nach außen hin die Parolen vom 
„Selbstbestimmungsrecht" und von der „völkischen Gemeinschaft" zu vertreten, in 
Wirklichkeit aber nach dem Überfall auf die Tschechoslowakei den Überfall auf Polen 
vorzubereiten und so den zweiten Weltkrieg auszulösen. Ähnlich verhielt es sich mit allen 



312 



anderen Überfällen und Aggressionen, die ohne das Wirken der Völkerrechtsverbrecher aus 
der Wilhelmstraße undenkbar gewesen wären. 

Darüber hinaus führten das Auswärtige Amt, seine Botschaften und Abteilungen spezielle 
Handlungen zur Ausweitung des zweiten Weltkrieges aus. Es gab Versuche, den Kreis der 
kriegführenden Staaten zu erweitern und die wenigen neutralen Staaten in den Krieg zu 
ziehen. Die Hitlerdiplomaten mischten sich in die Neutralität dieser Staaten ein und 
versuchten, sie für die Kriegführung Hitlerdeutschlands zu mißbrauchen. 

SIE WEITEN DEN KRIEG AUS... 

Charakteristisch dafür war z.B. die Planung und direkte Vorbereitung der Eroberung des 
Vorderen Orients. Die Pläne zum militärischen Einmarsch in dieses Gebiet wurden vom 
Auswärtigen Amt Ende 1941/Anfang 1942 forciert. Damals hielt die faschistische Wehrmacht 
ganz Europa besetzt. Die nazistische Führung gab sich noch der Illusion hin, die Sowjetunion 
niederwerfen zu können. Zu diesem Zeitpunkt wurden zwei Sonderstäbe gebildet: Der vom 
OKW organisierte „Sonderstab F" unter Leitung des Generals Felmy, der in Griechenland 
militärische Kader auf den Wüstenkrieg in Vorderasien vorbereitete, und der „Sonderstab von 
Grobba" beim Auswärtigen Amt. Ihm oblag die politische und organisatorische Vorbereitung 
der Besetzung dieser Gebiete. Er wählte die vorgesehenen „Herrscher" dieser Staaten aus, 
schuf Kontakte zu „geeigneten Kreisen" und organisierte eine 5. Kolonne. Über die Aufgaben 
dieses „Stabes" unter Leitung des Gesandten von Grobba heißt es in einer geheimen Notiz 
vom 6. November 1941 aus dem Ribbentrop-Amt: 

„Seine Aufgabe ist die politische Vorbereitung des deutschen Vormarsches in den arabischen 
Raum und nach erfolgtem Einmarsch die Durchführung der deutschen Politik an Ort und 
Stelle nach den vom Auswärtigen Amt gegebenen Weisungen." (Dokumentations-Zentrum 
der staatlichen Archivverwaltung der DDR, Nr. 368142) 

Noch deutlicher wurden diese Aufgaben in einer Aufzeichnung des damaligen 
Unterstaatssekretärs Woermann vom 6. November 1941 genannt: 

„Dabei werden die dauernde Ausschaltung Englands aus dem vorderasiatischen Raum und 
die dauernde Sicherung deutschen Einflusses auf die dortigen Erdölvorkommen die 
Hauptziele sein. " Und an anderer Stelle: „Die Frage der Auswahl der Herrscher und der 
sonstigen Führerpersönlichkeiten wird dabei eine besondere Rolle spielen. " 

Der „Sonderstab von Grobba" war also das Instrument des Auswärtigen Amtes, mit dessen 
Hilfe das englisch-französische Kolonialregime in den arabischen Staaten in ein zweifelsohne 
noch brutaleres, faschistisches Regime verwandelt werden sollte. In einem Dokument sind 
unter anderm die „politischen Mitarbeiter" dieses Stabes verzeichnet: 

„Der Stab des Bevollmächtigten des Auswärtigen Amtes für die arabischen Länder 
(Gesandter Dr. Grobba). 

a) Politische Mitarbeiter: 

Gesandtschaftsrat Dr. Granow, z.Zt. Verbindungsmann zum Stab Felmy in Athen (war mit 
mir in Bagdad, spricht arabisch); Leg.-Sekr. Mirow, z. Zt. beim Sonderverband 280 in 
Laurion (Griechenland), (war in Jerusalem); Vizekonsul Dr. Seydel, z. Zt. beim Konsulat in 



313 



Tetuan, (war mit mir in Bagdad, spricht arabisch) ..." Und an anderer Stelle steht der Name 
Kurt Munzel. 

Alle hier Genannten spielten und spielen eine maßgebliche Rolle im diplomatischen Dienst 
der Bundesrepublik: Dr. Granow war bis zu seinem Ausscheiden im Jahre 1963 
Sonderbotschafter bei den Außenministern Brentano und Schröder. Der damalige 
Legationssekretär Mirow war bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen 
Bonn und den arabischen Staaten Legationsrat I. Klasse an der westdeutschen Botschaft in 
Bagdad, und Dr. Seydel Legationsrat I. Klasse in der Westabteilung des Auswärtigen Amtes 
(Nordafrika). Dr. Munzel war als Botschafter der Bundesrepublik in Kongo (Leopoldville) 
und dann im Libanon tätig (ebenfalls bis zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen). 

...UND TEILEN DIE WELT AUF 

Ähnliche Pläne wie die zur Besetzung der arabischen Staaten wurden vom faschistischen 
Auswärtigen Amt zusammen mit dem „Reichskolonialbund" unter Leitung Ritter von Epps 
und teilweise mit dem OKW auch zur kolonialen Neuaufteilung Afrikas und Asiens 
entwickelt. So existiert ein Plan, wonach außer den ehemaligen deutschen Kolonien auch 
Französisch- und Belgisch-Kongo, Uganda, Nigeria, Kenia und Sansibar zu deutschen 
Kolonien werden sollten. (Vgl., Von Ribbentrop bis Adenauer, Berlin 1961) 

Gemeinsam mit Beamten des Auswärtigen Amtes legte der Gauleiter z.b.V. (!) Korswand 
Anfang Juni 1940 in einer Denkschrift nieder, daß zwei deutsche Hauptkolonialgebiete 
geschaffen werden müßten: in Zentralafrika und im Fernen Osten. In dieser Denkschrift heißt 
es unter anderm: 

„Marokko wird spanisch, Spanien kommt dann so - außer Fernando Po, Rio Muni-Gebiet etc. 
- zu einem größeren zusammenhängenden Kolonialbesitz, vom spanisch gewordenen 
Gibraltar bis zum Rio de Oro-Gebiet. Algier nebst einem Teil des Sahara-Gebiets verbleibt 
(außer den französischen Kolonien in Indien, der Südsee, in West-Indien und Südamerika) 
den Franzosen. Frankreich hat dafür aber (außer Korsika und Savoyen in Europa) Tunis und 
Djibuti an Italien abzutreten, desgl. Senegambien, den französischen Kongo sowie alle bisher 
französischen Kolonien der Guineaküste sowie die Maskaren an Deutschland und seine 
Schutzstaaten. 

England verliert, abgesehen von Gibraltar (an Spanien) die Inseln Cypern, Malta, Kreta und 
Perim (an Italien), sämtlichen afrikanischen Kolonialbesitz. Es gibt ab: 

1 . Den nördlichen Teil des ehemaligen englischen Sudan, Britisch-Somali-Land und evtl. 
auch noch Aden an Italien. 

2. Das Gebiet der ehemals südafrikanischen Union an einen zukünftig von England 
absolut unabhängigen Burenstaat. 

3. Den gesamten Rest - das wären also Gambia, Sierra Leone, Goldküste, Nigeria, den 
südlichen Teil des Sudans, selbstverständlich die Deutschland geraubten ehemals 
deutschen Kolonien, Kenia, Uganda nebst den vorgelagerten Inseln Zansibar und 
Pemba, Syschellen und Ameranten, an Deutschland und seine Schutzstaaten. 

Ägypten mit der Suezkanalzone wird, als an sich selbständiger Staat, in der gleichen Weise 
unter italienischen Schutz gestellt, wie es bisher unter englischem Schutz gestanden hat... 



314 



Auch ein Stück des ehemals belgischen Kongo, und zwar der östlich an Deutsch-Ostafrika 
und Nord-Rhodesien anstoßende Teil mit dem Katanga-Kup fergebiet müßte, abgesehen aus 
den später näher zu erörternden wirtschaftlichen Gründen, auch schon aus anderen 
Erwägungen heraus zur deutschen Hauptkolonie kommen... 

Dadurch, daß Holland wohl gleichfalls zu den Staaten gehören wird, die zukünftig in 
irgendeiner Form unter deutschen Schutz gestellt werden, ergibt sich, daß im Raum 
derjenigen Asien und Australien vorgelagerten Inseln die früher entweder zu Deutschland 
oder zu den Niederlanden gehört hatten, sich ein neues zweites sehr wertvolles 
Hauptkolonialgebiet zu unserer und unserer Schutzstaaten Verfügung darbietet, das man 
vielleicht zusammenlassend mit dem Sammelnamen des , kolonialen Inselbesitzes ' bezeichnen 
könnte. " (Dokumentationszentrum der staatlichen Archivverwaltung der DDR, Nr. 368 510) 

Verschiedene Abteilungen des Auswärtigen Amtes waren auch federführend an der Schaffung 
eines sogenannten Kolonialministeriums beteiligt. Das Auswärtige Amt und seine Beamten 
zeigten also eine bemerkenswerte Initiative, den zweiten Weltkrieg auszuweiten, weitere 
Völker in den Krieg hineinzuziehen und Programme zu entwickeln, wie die Welt unter der 
Führung des deutschen Imperialismus aufzuteilen sei. 

AN DER „ENDLÖSUNG DER JUDENFRAGE" MITGEWIRKT 

Auch an der Ermordung von Millionen Juden waren die Diplomaten der Wilhelmstraße 
maßgeblich beteiligt. Über ihre Mitverantwortung an diesen Verbrechen wird im Urteil des 
Wilhelmstraßen-Prozesses gesagt: 

„Es gibt für niemand eine Entschuldigung oder Rechtfertigung, der an den Maßnahmen 
bewußt und zustimmend teilgenommen hat, aus denen diese abstoßenden und schauderhaften 
Verbrechen im einzelnen bestanden, und es ist gleichgültig, ob er sie veranlaßt oder 
ausgeführt hat, oder nur Beihilfe geleistet oder sie der Welt gegenüber gerechtfertigt oder den 
Tätern Hilfe und Unterstützung gewährt hat" (NG, Fall XI, Bd. CCXLII, S. 27827) 

Das Auswärtige Amt unter Ribbentrop spielte bei der Organisierung, Planung und 
Verschleierung dieser Verbrechen eine verhängnisvolle Rolle. In der Anfangsperiode der 
Judenverfolgung, etwa 1938 bis 1940, als es hauptsächlich um die Enteignung, Ausweisung 
und Beseitigung der in Deutschland lebenden Juden ging, prüfte das Auswärtige Amt mit der 
Gestapo und dem SD, zu welchem geeigneten Zeitpunkt auch die in Deutschland lebenden 
Juden ausländischer Staatsangehörigkeit verfolgt werden könnten. Ferner hatte das 
Auswärtige Amt die Aufgabe, den Antisemitismus im Ausland zu fördern und die Greueltaten 
der Faschisten zu verschleiern. Damit sollten die Wahrheit über den Terror gegen die Juden 
verschwiegen und der wachsende Haß gegen den Faschismus eingedämmt werden. 

Typisch für die Arbeit des Auswärtigen Amtes in dieser Zeit sind vor allem zwei Dokumente. 
Das eine ist das Memorandum Wiehls, des damaligen Leiters der Wirtschaftspolitischen 
Abteilung des Auswärtigen Amtes, vom 25. Januar 1939. Es beschäftigte sich mit den 
Enteignungsmaßnahmen gegen die Juden und wurde allen Gesandtschaften und Konsulaten 
zugestellt. Das andere Dokument ist die Denkschrift des Legationsrates Schumburg vom 
„Sonderreferat Deutschland", ebenfalls vom 25. Januar 1939. Sie heißt „Die Judenfrage als 
Faktor der Außenpolitik im Jahre 1938" und wurde gleichfalls allen diplomatischen 
Vertretungen des faschistischen Deutschlands übermittelt. Das Auswärtige Amt setzte sich in 
der Schumburg-Denkschrift für eine solch „radikale Lösung der Judenfrage" ein, daß sie 
selbst dem Reichssicherheitshauptamt „verfrüht" erschien. ( Siehe Tafel 35 ) 



315 



VORBEREITUNG DER WANNSEE-KONFERENZ 

Neben dem Reichssicherheitshauptamt wirkte das Auswärtige Amt auch entscheidend bei der 
Planung und Verwirklichung der „Endlösung der Judenfrage" mit. Es spielte schon bei der 
Vorbereitung der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 eine maßgebliche Rolle. 

Ende 1941 entwarf die Deutschland- Abteilung in einer Notiz die „ Vorstellungen des 
Auswärtigen Amtes zur totalen Lösung der Judentrage " für eine Konferenz mit Heydrich. Am 
4. Dezember 1941 entwickelte der Leiter des Sonderreferats „Deutschland", Luther, das 
bekannte Acht-Punkte-Programm, das auf der Wannsee-Konferenz eine Rolle spielte. In 
diesem Programm wurde unter anderem gefordert, die Juden der verschiedensten 
Nationalitäten aus Deutschland sowie aus den verschiedensten europäischen Ländern 
abzuschieben und zu vernichten. Punkt 8 dieses Programms lautete: „Durchführung dieser 
Maßnahmen wie bisher im guten Einvernehmen mit dem Geheimen Staatspolizeiamt." 
(Dokumentations-Zentrum der staatlichen Archivverwaltung der DDR, Nr. 42550) 

Wenig später, am 23. Dezember 1941, entstand in der Rechtsabteilung des Auswärtigen 
Amtes - ebenfalls zur Vorbereitung der Wannsee-Konferenz - ein Gutachten. Es schlug unter 
anderem den Weg des zweiseitigen Abkommens mit jenen Staaten vor, aus denen die Juden 
deportiert werden sollten. Dieser Weg wurde auch beschritten. Heydrich, der als Chef der 
Sicherheitspolizei und des SD auf der Wannsee-Konferenz das Programm der „Endlösung" 
darlegte, wies auf die neuen Aufgaben der Diplomaten der Wilhelmstraße hin: 

„Im Zuge dieser Endlösung der europäischen Judentrage kamen ungefähr 1 1 Millionen Juden 
in Betracht, von denen nur 131800 in dem ursprünglichen Reichsgebiet lebten, 43700 in 
Österreich und 74200 in dem Protektorat Böhmen und Mähren. 

Unter richtiger Leitung sollten im Zuge der Endlösung die Juden in geeigneter Weise im 
Osten zum Arbeitseinsatz kommen, und zwar in großen Arbeitskolonnen und unter Trennung 
der Geschlechter. Es werde zweifellos ein Großteil von ihnen durch natürliche Verminderung 
ausfallen; die Überlebenden müßten entsprechend behandelt werden, da sie bei Freilassung 
als Keimzelle eines neuen jüdischen Aufbaus anzusprechen seien. 

Weiterhin sei beabsichtigt, daß das Auswärtige Amt sich mit den zuständigen Referenten der 
Sicherheitspolizei und des SD wegen der Behandlung der Endlösung in den deutschbesetzten 
und beeinflußten europäischen Gebieten in Verbindung setzen sollte. Heydrich erwähnte 
weiterhin, daß das Problem in der Slowakei und in Kroatien keine großen Schwierigkeiten 
mehr bereite, Rumänien habe ebenfalls einen Judenbeauftragten eingesetzt, zur Regelung der 
Frage in Ungarn sei es jedoch erforderlich, in Zeitkürze einen Berater für Judenfragen der 
ungarischen Regierung aufzuoktroyieren. Heydrich erörterte dann das Problem der 
Judenfrage in Italien und Frankreich. " (NG, Fall XI, Bd. CCXLII, S. 27842) 

Die Diplomaten des Auswärtigen Amtes hatten also die Aufgabe, die Zustimmung der 
„verbündeten" bzw. der Vasallenstaaten dazu zu erzwingen - z. B. Ungarns, Rumäniens, der 
Slowakei -, daß die SS-Kommandos Eichmanns die in diesen Staaten lebenden Juden 
deportieren und liquidieren konnten. Ähnlich hatte das Auswärtige Amt in den besetzten 
Gebieten vorzugehen. Die Diplomaten Ribbentrops sollten die Voraussetzungen schaffen, daß 
die Gestapo die „Endlösung der Judenfrage" in den verschiedenen europäischen Staaten in 
Angriff nehmen konnte. Ohne die Tätigkeit der Diplomaten Ribbentrops wäre das 
verbrecherische Wüten der SS-Deportations- und Vernichtungskommandos in diesem 
Ausmaße unmöglich gewesen. 



316 



Und wenn die Nazi-Diplomaten bei der „Endlösung" nach außen hin oft nicht so augenfällig 
in Erscheinung traten wie die Kommandos Eichmanns, dann nicht, weil sie etwa weniger 
Verantwortung trugen, sondern weil ihnen im Rahmen der Arbeitsteilung mit der Gestapo 
einfach andere Aufgaben zufielen. 

MIT EICHMANN HAND IN HAND 

In der Praxis sah die Zusammenarbeit zwischen Gestapo und Diplomaten oft so aus, daß 
Eichmann und die Gestapo vor Deportationen das „Einverständnis" des Auswärtigen Amtes 
einholten. So schrieb Eichmann am 9. März 1942 an das Auswärtige Amt, daß die Absicht 
bestände, 1000 französische und staatenlose Juden, die 1941 in Frankreich verhaftet worden 
waren, nach Auschwitz zu transportieren. Er fragte, ob es dagegen Bedenken gäbe. Am 
1 1 . März schrieb das Reichssicherheitshauptamt erneut an das Ribbentrop-Amt, daß weitere 
5000 französische Juden mit diesem Transport nach Auschwitz gebracht werden sollten. 
Sowohl die Botschaft in Paris, als auch das Auswärtige Amt hatten, wie aus dem 
Antwortschreiben vom 20. März hervorgeht, „nicht die geringsten Bedenken". 

Viele Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes hatten bei der „Endlösung" fest umrissene 
Aufgaben. Dr. Ernst-Günther Mohr z. B. war als einer der engsten Mitarbeiter des Gesandten 
Bene an den Vernichtungsaktionen gegen die in Holland lebenden Juden beteiligt. (Mohr ist 
heute Botschafter der Bundesrepublik in Argentinien.) 

In Ungarn hatte es die Regierung bis 1944 verstanden, die Deportation der Juden zu 
verhindern. Daraufhin setzte der Gesandte Veesenmayr im Auftrage des Auswärtigen Amtes - 
er hatte in einem Sonderbericht entsprechende Vorschläge gemacht - im März 1944 eine neue 
ungarische Regierung ein. Sie gab den deutschen Forderungen nach. Die Zusammenarbeit des 
Auswärtigen Amtes und des Reichssicherheitshauptamtes war dann außerordentlich eng. SS- 
Gruppenführer Winkelmann, der Beauftragte Himmlers für die Liquidierung der ungarischen 
Juden, wurde Veesenmayr unterstellt. Und Eichmann, der die Zwangsdeportationen von 
Budapest aus zum Teil selbst leitete, setzte sich dafür ein, daß der damalige Konsulatssekretär 
I. Klasse, Hezinger - er war zeitweise an der deutschen Botschaft in Budapest tätig -, nicht 
anderweitig versetzt wurde. Hezinger sei für die Deportationsaufgaben „unentbehrlich". Von 
den etwa 400000 ungarischen Juden wurden in wenigen Monaten etwa 200000 ermordet. An 
dieser Stelle sei vermerkt, daß auch Hezinger in den diplomatischen Dienst Bonns eintrat. 
1957 war er z. B. Konsulatssekretär im Auswärtigen Amt. 

In vielen Fällen verhinderten die Ribbentrop-Diplomaten, daß sich Juden vor dem Terror 
retteten. Ende 1943 besetzte Hitlers Wehrmacht das bis dahin den Italienern unterstellte 
Gebiet Frankreichs. Eichmann erfuhr, daß sich 15000 Juden in den Bergen des Fürstentums 
Monaco versteckt hielten. Daraufhin erteilte das Auswärtige Amt seinem Konsul von Monaco 
am 23. September 1943 den Auftrag, diese Juden unbedingt ausfindig zu machen und der 
Sicherheitspolizei Zutritt zu diesem Gebiet zu verschaffen. 

Als es im September 1943 einer größeren Gruppe griechischer Juden aus Saloniki gelang, die 
italienische Demarkationslinie zu überschreiten, tat auch hier das Auswärtige Amt alles, um 
sie der SS auszuliefern. 

Es ist eine grobe Verfälschung der historischen Wahrheit, wenn einige Diplomaten des 
Auswärtigen Amtes nach dem Kriege behaupteten, die Judenverfolgung sei ausschließlich 
Sache des Sonderreferats „Deutschland" unter Luther, später unter Rademacher, und der 
sogenannten SA-Gesandten gewesen - so wurden die als SA-Führer in den diplomatischen 



317 



Dienst übernommenen Gesandten Killinger (Bukarest), Ludin (Bratislava), Kasche (Kroatien) 
und Beckerle (Sofia) bezeichnet. 

Mit der „Endlösung der Judenfrage" waren fast alle Abteilungen und Diplomaten des Amtes 
Ribbentrop betraut: 

im Auswärtigen Amt die Abteilung „Deutschland" unter Luther, später unter Rademacher (sie 
entwickelte sich nach der Wannsee-Konferenz aus dem Sonderreferat „Deutschland"); 

die Gruppe Inland II unter Wagner und von Thadden; 

die Informationsstelle XIV („Antijüdische Aktion"), die von Schleier geleitet wurde, mit 
Granow und später mit Hezinger als Generalsekretär, und zu der auch Mitarbeiter der 
Handels-, Kultur- und Rundfunkpolitischen sowie der Presseabteilung gehörten; 

die Länderreferenten im Büro Ribbentrops, z. B. Dr. Strack, vorher Dr. Schwarzmann für 
Frankreich, und die Länderreferate der Politischen Abteilung, z. B. Dr. Heinburg, später Dr. 
Werkmeister für Südosteuropa, Dr. Grundherr für Skandinavien usw. Alle hier Genannten 
stellten ihre Erfahrungen nach 1945 in den Dienst des Bonner Auswärtigen Amtes: Dr. Strack 
ist noch heute als Vortragender Legationsrat I. Klasse tätig, Dr. Schwarzmann leitet die 
„Außenstelle Berlin". Sowohl Heinburg, Grundherr als auch Werkmeister waren jahrelang in 
führenden Positionen des Bonner Auswärtigen Amtes eingesetzt - Werkmeister bis vor 
kurzem als Botschafter in Schweden -, obwohl die DDR seit vielen Jahren dokumentarisches 
Beweismaterial über sie veröffentlicht hat. Seit sie aus Altersgründen ausgeschieden sind, 
beziehen sie hohe Pensionen. 

Ferner seien die Gesandten, ihre Vertreter, das leitende Gesandtschaftspersonal, die 
Volkstums- bzw. Judenreferenten genannt, die der Gruppe Inland II unterstanden, die Polizei- 
Attaches, die teilweise, z. B. in Bukarest, gleichzeitig Judenreferenten waren, sowie die 
Kulturreferenten, die eng mit den Judenreferenten zusammenarbeiteten und sie in deren 
Abwesenheit vertraten. 

Darüber hinaus wurden den einzelnen Abteilungen und Mitarbeitern die verschiedensten 
Aufgaben bei der „Endlösung" übertragen. Beispielsweise bereiteten die Gruppe Inland II, die 
Informationsstelle XIV und die Kulturpolitische Abteilung die berüchtigte Konferenz von 
Krummhübel vor. Sie wurde am 3. und 4. April 1944 vom Reichssicherheitshauptamt und 
vom Auswärtigen Amt gemeinsam mit allen Judenreferenten der Botschaften durchgeführt. 
Es sprachen Legationsrat von Thadden (Gruppe Inland II) und SS -Hauptsturmführer Dr. 
Ballensiefen vom Reichssicherheitshauptamt über den „Stand der antijüdischen 
Exekutivmaßnahmen". Das dritte Hauptreferat hielt der Leiter der Kulturpolitischen 
Abteilung, Gesandter und SS -Brigadeführer Dr. Six. Teilnehmer waren unter anderem auch 
die Vertreter der Handelspolitischen, der Rundfunkpolitischen, der Kulturpolitischen und der 
Presseabteilung. 

Die Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes erarbeitete für die Wannsee-Konferenz nicht nur 
ein Gutachten über die „besten" Möglichkeiten für die „Endlösung", sondern griff auch in 
anderen Fällen ein. Als z. B. eine Zeitlang die routinemäßigen Mitteilungen über den Tod 
holländischer Juden in deutschen Konzentrationslagern in auffälliger Zahl nach Holland 
geschickt wurden und Schweden als Schutzmacht Hollands protestierte sowie auf eine 
Prüfung drängte, befaßte sich die Rechtsabteilung mit diesem „Fall" und suchte Auswege. Sie 



318 



wurden schließlich darin gefunden, daß man auf Vorschlag der Rechtsabteilung gar keine 
Mitteilungen mehr abschickte. Daraufhin hörten die schwedischen Proteste auch auf. 

Ähnlich war es mit der Handels- bzw. Wirtschaftspolitischen Abteilung des Auswärtigen 
Amtes. Hier befaßte man sich ständig mit der Regelung der Vermögensfragen der deportierten 
und hingerichteten ausländischen Juden. 

INTRIGENSPIEL UM 7000 JÜDISCHE KINDER 

Schließlich gab es wichtige Probleme, die den jeweiligen Abteilungen zumindest bekannt 
waren oder gemeinsam gelöst wurden. Das war in einem abscheulichen Intrigenspiel mit dem 
Leben von 7000 rumänischen Judenkindern der Fall. 

Auf Grund eines englischen Angebotes - und mit Zustimmung der Rumänen - sollten die 
Kinder die Erlaubnis zur Auswanderung erhalten. Um dieses Angebot zu vereiteln und 
trotzdem propagandistisch für sich zu nutzen, arbeiteten über viele Wochen hinweg die 
Gruppe Inland II, die Politische, Kulturpolitische, Rundfunkpolitische, Presse- und 
Rechtsabteilung auf das engste zusammen. Ihr Ziel war, eine geeignete provokatorische 
Antwort zu finden. Gemeinsam mit von Thadden, Wagner, Killinger und Eichmann waren an 
diesem Vorgang beteiligt: Heinburg als Länderreferent der Politischen Abteilung, Henke und 
von Erdmannsdorf als Verantwortliche der Politischen Abteilung, Albrecht von der 
Rechtsabteilung, von Mirbach als Persönlicher Referent des Staatssekretärs von Steengracht, 
Rühle von der Rundfunkpolitischen Abteilung und Sonnleithner vom Büro Ribbentrops. (Von 
Mirbach ist seit Jahren Sonderbotschafter des Bundesaußenministers Schröder und soll in 
naher Zukunft als Botschafter in Indien eingesetzt werden!) Es handelt sich um jenen 
Vorgang, von dem im Urteil des Wilhelmstraßen-Prozesses gesagt wird: 

„ ... das Auswärtige Amt und sein Staatssekretär hatten hier endlich einmal Gelegenheit, zum 
Guten und nicht zum Bösen zu raten -, hier hätte daraufhingewiesen werden können, daß es 
zur Verbesserung der außenpolitischen Beziehungen Deutschlands und zur Wiederherstellung 
seines Ansehens in der Welt beitragen würde, wenn man duldete, daß wenigstens Kinder vor 
der Vernichtung bewahrt würden. Doch alle vom Außenamt unternommenen Schritte, alle 
seine Ratschläge hatten das Ziel, die Bemühungen angesehener neutraler und feindlicher 
Länder zunichte zu machen, die die Kindlein zu sich kommen lassen wollten; das Werk der 
guten Samariter sollte vereitelt, ihr Angebot in nationalsozialistische Propaganda verdreht 
werden. " (NG, Fall XI, Bd. CCXLIII, S. 27893) 

TODESLISTEN AUSGEFERTIGT 

Eine Kette weiterer Verbrechen begingen Ribbentrop-Diplomaten bei der Ausübung der 
Gewaltherrschaft über die verschiedensten Völker Europas, besonders in den zeitweilig 
okkupierten Gebieten. Im System des Terrors hatten das Auswärtige Amt, seine Organe und 
Beamten festumrissene Aufgaben. Vor allem oblag es ihnen, jede patriotische, demokratische 
Regung, jeden Widerstand gegen die faschistische Gewaltherrschaft zu unterdrücken. Auch 
dabei arbeiteten die sogenannten Bevollmächtigten des Reiches, die Vertreter des 
Auswärtigen Amtes (VAA) bei den verschiedensten Behörden, z. B. bei der „Regierung des 
Generalgouvernements", mit den Befehlshabern der Sicherheitspolizei und des SD, den 
Kommandos der Gestapo und den Militärbefehlshabern eng zusammen. 

Ein bestimmter Personenkreis im Auswärtigen Amt wurde regelmäßig über die Massenmorde 
der berüchtigten SD-Einsatzkommandos informiert. Die Listen mit den Namen Tausender, die 



319 



verhaftet, in Konzentrationslager geworfen oder ermordet wurden, fertigten meist Gestapo, 
SD und die faschistischen Diplomaten gemeinsam aus. Schließlich wurden die Diplomaten 
auch über die Ergebnisse solcher Aktionen genau informiert. Dutzende von Mordlisten gingen 
durch ihre Hände und wurden an das Büro Ribbentrop und die zuständigen Länderreferate 
weitergeleitet. ( Siehe Tafel 36 ) 

GESTAPO-TERROR WAR IHNEN ZU MILD 

Vielfach gehörten die Mitarbeiter des Auswärtigen Amtes zu den Scharfmachern. So schrieb 
der damalige Konsul in Algerien, Auer (bis 1964 westdeutscher Botschafter in Ceylon), als 
„persönliche Stellungnahme" Ende 1942 an die Wilhelmstraße: 

„Der militärische Sieg über Frankreich müßte noch vervollständigt werden in moralischer 
Niederwerfung der Franzosen im besetzten Gebiet. Erst durch solche Zwangsmaßnahmen 
würde der deutschfeindlichen Einstellung. . . die Angst zugesellt werden, der 
Besiegtenstandpunkt bei den französischen Behörden erzwungen werden und damit erst der 
notwendige Respekt gegenüber Forderungen und Anweisungen der deutschen Behörden. . . 
erreicht werden." (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 61 134) 

Zu dem Zeitpunkt, da der Zusammenbruch Hitlerdeutschlands für jeden sichtbar wurde und 
die Völker in den befreiten Gebieten Verräter vor ordentliche Gerichte stellten, bemühten sich 
die Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes unter Albrecht und die Politische Abteilung 
einschließlich der Länderreferate, noch in deutscher Haft befindliche Patrioten aus den 
okkupierten Ländern hinrichten zu lassen. Durch diese Repressalien sollten Gerichtsverfahren 
gegen profaschistische Kollaborateure und Kriegsverbrecher verhindert werden. 

Am 22. Dezember 1944 forderte die Abteilung Pol II in einem von Steengracht 
unterzeichneten Schnellbrief an das Reichssicherheitshauptamt und andere faschistische 
Stellen, Verfahren gegen gaullistische Häftlinge, „ die mit schwerer Strafe enden müßten ", 
einzuleiten und Begnadigungen, die bei einigen Todesurteilen gegen französische Patrioten 
ausgesprochen worden waren, rückgängig zu machen. ( Siehe Tafel 37 ) 

„ZWECKDIENLICH" UND „VERTRAUENSVOLL" 

Von den weiteren Formen und Methoden, zu denen sich - wie es in einer Aufzeichnung der 
Abteilung „Deutschland" vom 8. August 1940 heißt - „ eine zweckdienliche, enge und 
vertrauensvolle Zusammenarbeit " zwischen den Diplomaten des Ribbentrop-Amtes, der 
Gestapo und dem SD entwickelte, können nur einige wesentliche genannt werden: 

Ganze Kompanien von SS-Offizieren wurden zeitweise mit „Spezialaufträgen" - meist für die 
Spionage- und Sabotagetätigkeit und zum Aufbau der 5. Kolonne - in den außenpolitischen 
Apparat eingebaut. In einer Geheimen Reichssache des Amtes VI des 
Reichssicherheitshauptamtes vom 6. August 1943 an das Auswärtige Amt heißt es, daß die 
„Entwicklung" den „verstärkten Einbau von Mitarbeitern" des RSHA bei den diplomatischen 
Vertretungen vor allem in den „heute noch neutralen Ländern" erfordert. Weiter wurde im 
einzelnen festgelegt, unter welchen diplomatischen Tarnbezeichnungen die SD-Leute an den 
verschiedenen Auslandsvertretungen, z. B. in Bern, Genf, Mailand, wirken sollten. Unter 
anderen waren SS-Sturmbannführer Elling für die Botschaft am Vatikan und SS- 
Sturmbannführer Dr. Haas für den Quirinal vorgesehen. 



320 



SS-Offiziere wurden als Wissenschaftliche Hilfsarbeiter (WHA) in den Diplomatischen 
Dienst übernommen. Ein großer Teil von ihnen erhielt nach Erfüllung ihrer Spezialaufträge 
ständige Aufgaben und damit meist auch die geläufigen diplomatischen Rangbezeichnungen. 
Meist wurden die SS-Offiziere entsprechend ihrer „Verdienste" Legationssekretäre oder 
Legationsräte. 

Viele Ribbentrop-Diplomaten gaben dem SD bzw. der Gestapo direkt Berichte. Täglich 
erreichten die Poststelle in der Wilhelmstraße Briefe der verschiedensten Diplomaten für den 
„Chef der Sipo und des SD", z. B. vom damaligen Konsul in Apenrade (Dänemark), Lanwer. 

Heute ist Lanwer Botschaftsrat an der westdeutschen Vertretung bei der OECD. 

Bei zahlreichen diplomatischen Vertretungen wurden sogenannte Polizei- Attaches 
eingerichtet. Es handelte sich um besonders „erprobte" Beauftragte des 
Reichssicherheitshauptamtes, die sowohl Himmler als auch dem Missionschef bzw. dem 
Auswärtigen Amt unterstellt waren. Es existieren noch ganze Listen von SS-Offizieren, die 
als Polizei-Attaches tätig waren, und in denen unter anderem solche berüchtigten 
Judenmörder wie SS-Sturmbannführer Adolf Hoffmann sowie die SS -Hauptsturmführer 
Dannecker, Wisliceny und Richter als „Diplomaten" aufgeführt sind. 

Bei vielen Aktionen kam es - über den Rahmen einer engen Zusammenarbeit zwischen dem 
faschistischen Außenministerium und der SS-Führung hinaus - zu institutionellen und 
organisatorischen Verflechtungen. So übernahm der Leiter des Amtes VII im 
Reichssicherheitshauptamt, SS-Brigadeführer Dr. Six, im Jahre 1943 im Range eines 
Gesandten die Leitung der Kulturpolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt. Sie war - wie 
bereits oben angeführt - 1944 federführend an der Konferenz von Krummhübel beteiligt. 

RÜCKSICHTSLOSE PLÜNDERER 

Auch bei der Ausplünderung der unterdrückten Völker und der Ausbeutung von 
Zwangsarbeitern spielten die Diplomaten Ribbentrops eine wesentliche, in vielen Fällen sogar 
entscheidende Rolle. Sie schufen mit die Voraussetzungen für diese Verbrechen, leiteten 
entsprechende Maßnahmen ein oder förderten sie zumindest. 

Der Handelspolitische Ausschuß (HPA), die zentrale und leitende interministerielle Instanz 
der Nazis zur systematischen Ausplünderung der Völker - darunter in den letzten zwei 
Kriegsjahren auch des „verbündeten" Italien -, wurde von Nazi-Diplomaten geleitet: vom 
Leiter der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Wiehl, und seinem Vertreter 
Clodius. An den Sitzungen dieses HPA nahmen zeitweise solche Ribbentrop-Diplomaten teil 
wie Eberl (heute Botschafter Bonns in Uruguay), Schütter (heute Botschafter Bonns in 
Griechenland, bis dahin Beauftragter für Vertragsverhandlungen in der Abteilung 
Handelspolitik des westdeutschen Auswärtigen Amtes), Junker (heute Botschafter Bonns in 
Südafrika) und Schwarzmann der jetzige Leiter der Protokollabteilung des Bonner 
Auswärtigen Amtes). ( Siehe Tafel 39 ) 

Die Leitung der Delegation für Wirtschaftsfragen bei der deutschen 

Waffenstillstandskommission, die eine besondere Rolle bei der Ausplünderung Frankreichs 
spielte, lag in den Händen des Beauftragten des Auswärtigen Amtes, Hans-Richard Hemmen, 
und anderer Nazi-Diplomaten. Zahlreiche Nazi-Diplomaten arbeiteten darüber hinaus in 
direktem Auftrag deutscher Monopole, um ihnen einen möglichst großen Teil der Beute zu 
sichern. 



321 



Eine Fülle dokumentarischen Materials weist eindeutig nach, daß die Diplomaten der 
Wilhelmstraße bei der Planung, Vorbereitung und Verwirklichung der imperialistischen 
Macht- und Eroberungspolitik eine unheilvolle Rolle spielten. Der Rechtfertigungsversuch, 
nur die von der SS und der SA beauftragten Diplomaten der „Deutschlandabteilung" des 
Auswärtigen Amtes und die „SA-Gesandten" hätten die „Schmutzarbeit" gemacht, hält der 
Wirklichkeit in keinem Falle stand. Fast alle Abteilungen, Auslandsvertretungen und 
Diplomaten des Auswärtigen Amtes in der Wilhelmstraße sind entweder direkt als Urheber 
oder zumindest als Begünstiger der Verbrechen des Hitlerregimes verantwortlich. 

Erschwerend fällt ins Gewicht, daß die Diplomaten Ribbentrops - in krassem Gegensatz zu 
ihren abgesprochenen, zurechtgezimmerten Aussagen vor dem Nürnberger Gerichtshof - zu 
den bestinformierten Beamten des faschistischen Systems zählten. Sie waren durchaus in der 
Lage, die ganze Tragweite ihres verbrecherischen Wirkens zu überblicken, so wie das auch im 
Wilhelmstraßen-Prozeß festgestellt wurde. Dort heißt es im Hinblick auf die angeklagten 
Ribbentrop-Diplomaten: Sie sind „erfahren in der Auswertung des politischen Geschehens 
und in der Ermittlung der Beweggründe für die Maßnahmen von Parteien, Beamten und 
ganzen Völkern; sie sind Meister in der Kunst, zwischen den Zeilen anscheinend harmloser, 
in gemäßigter Sprache gehaltener Schrittstücke zu lesen und aus ihnen die durch den 
Wortlaut verschleierte wirkliche Bedeutung zu erkennen. " (NG, Fall XI, Bd. CCXLII, S. 
27829) 

Die Ribbentrop-Diplomaten wurden so in vollem Umfang der ihnen zugedachten Rolle 
gerecht. Sie machten das Amt in der Wilhelmstraße zu einem Instrument der faschistischen 
Führung, das jederzeit bereit war, verbrecherische Programme und Aktionen zu planen und 
durchzuführen, und das darüber hinaus zur besseren Verwirklichung der Weltherrschaftsziele 
des deutschen Imperialismus neue Wege suchte und fand. 



Die Stützen der aggressiven Bonner Außenpolitik 

Entgegen der einmütigen Forderung der Völker und der Urteile von Nürnberg wurden die 
Nazi- und Kriegsverbrecher, zu denen die Diplomaten der Wilhelmstraße gehörten, in 
Westdeutschland nicht zur Verantwortung gezogen. Mehr noch - in dem Maße, in dem 
Imperialismus und Militarismus wiedererstarkten und ihre Politik darauf ausrichteten, die 
Ergebnisse des zweiten Weltkrieges rückgängig zu machen und einen neuen Angriffskrieg 
vorzubereiten, wurden die ehemaligen Nazi-Diplomaten wieder im Auswärtigen Dienst der 
Bundesrepublik verwendet. Sie übernahmen nach und nach die entscheidenden 
außenpolitischen Funktionen. So ist es zu dem gefährlichen und zugleich grotesken Zustand 
gekommen, daß ehemalige Nazi-Diplomaten als Vertreter der Bundesrepublik in solchen 
Ländern agieren, deren Eroberung, Unterdrückung und Ausplünderung sie einst mitplanten 
und verwirklichten. 

In der Deutschen Demokratischen Republik wurde kein einziger Nazi-Diplomat in den Dienst 
des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR aufgenommen. Diese Institution 
wird von konsequenten Antifaschisten und Demokraten geleitet. Mehrfach warnte die DDR 



322 



vor der Wiederverwendung von Ribbentrop-Diplomaten im außenpolitischen Dienst der 
Bonner Regierung. Im März 1959 legte der Ausschuß für Deutsche Einheit Tatsachenmaterial 
über die faschistische Vergangenheit von über 80 führenden westdeutschen Diplomaten vor. 
Im September 1961 wies das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR in der 
Dokumentation „Von Ribbentrop bis Adenauer" die Wiederverwendung von über 180 Nazi- 
Diplomaten im Auswärtigen Dienst Bonns nach und belegte diese ungeheuerliche Tatsache 
mit einer Fülle dokumentarischen Materials. 

520 NAZI-DIPLOMATEN IM AUSWÄRTIGEN AMT 

Doch anstatt die Mitschuldigen an den Naziverbrechen aus dem Staatsdienst zu entfernen und 
gerecht zu bestrafen, wurden die Experten des Kriegsverbrechers Ribbentrop immer 
zielstrebiger in die entscheidenden Funktionen der Bonner außenpolitischen Institutionen 
geschoben. In dem bisher erschlossenen Archivgut befinden sich Unterlagen über die 
Tätigkeit von mehr als 520 ehemaligen Nazi-Diplomaten und anderer getreuer Beamten des 
faschistischen Staatsapparates, die wieder führende Positionen im Bonner Auswärtigen Amt 
innehaben. In den Spitzenfunktionen, als Abteilungs- oder Referatsleiter bzw. als deren 
Vertreter, sind mehr als 30 ehemalige Ribbentrop-Diplomaten oder andere führende Nazis 
tätig. 

Einer der einflußreichsten Leute im Bonner Auswärtigen Amt ist der ehemalige SA- 
Rottenführer und heutige Staatssekretär Rolf Lahr. Lahr, seit April 1933 Mitglied der Nazi- 
Partei, spielte von 1934 bis Kriegsende als Regierungsrat im faschistischen 
Reichswirtschaftministerium (Abt. V, Referat 7, Italien, Türkei) eine unrühmliche Rolle bei 
der Ausbeutung solcher sogenannter verbündeter Staaten, wie Ungarn und Italien, für die NS- 
Kriegsproduktion. Zusammen mit der Handelspolitischen Abteilung des Ribbentrop-Amtes 
zwang er beispielsweise 1941/42 unter räuberischen Zahlungsbedingungen die Ungarische 
Regierung zu kriegswichtigen Bauxitlieferungen an das Nazi-Reich (Deutsches Zentralarchiv 
Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 67916). Später gehörte er zu dem Gremium von 
Nazi-Experten, die für den Fall der geplanten Unterwerfung und Kolonisierung der arabischen 
Staaten die wirtschaftliche Ausplünderung des Irak mit vorbereiteten. So erwarb Lahr jene 
„Erfahrungen", die ihn heute zum Exponenten der neokolonialistischen „Entwicklungspolitik" 
Bonns machen. 

Zu ihnen gehört auch der bisherige Staatssekretär im Bundespräsidialamt und jetzige 
Botschafter in Rom, Dr. Hans Herwarth von Bittenfeld, Diplomat Ribbentrops bis 1941. 
Danach beteiligte er sich als Ausbilder und Aufsichtsoffizier der Wlassow- Armee an den 
Raubzügen in der Sowjetunion und den Greueltaten gegen sowjetische Armeeangehörige. 
Nach 1945 zunächst Regierungsdirektor in der Bayerischen Staatskanzlei, gehörte er ab 1950 
als Ministerialdirigent im Bonner Auswärtigen Amt zu jenen Drahtziehern, die die Besetzung 
der leitenden Posten dieses Amtes mit Nazi-Diplomaten organisierten. 

Unter den leitenden Diplomaten des Bonner Auswärtigen Amtes befindet sich z. B. von 
Mirbach, ursprünglich Sonderbotschafter bei Bundesaußenminister Schröder, inzwischen 
Botschafter in Indien. Er war der persönliche Referent des im Wilhelmstraßen-Prozeß 
verurteilten Staatssekretärs von Steengracht und ist für zahllose Verbrechen 
mitverantwortlich. Sein Vorgänger - als „Botschafter z.b.V." des Bundesministers - war 
Granow, unter Ribbentrop die rechte Hand des Gesandten von Grobba bei der Vorbereitung 
der Aggression gegen die arabischen Staaten und zeitweise auch Generalsekretär der 
Informationsstelle XIV. („Antijüdische Aktion"). 1964 ging er in den Ruhestand. 



323 



GESTAPO-MITARBEITER LEITEN DIE OSTABTEILUNG 

Franz Krapf, der ehemalige Leiter der Ostabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes und 
jetzige Botschafter in Tokio, gehörte zu den Ribbentrop-Diplomaten, die besonders eng mit 
dem SD zusammenarbeiteten. Er war SS-Untersturmführer. In einem Aktenvermerk eines 
SD-Beauftragten über den Ausbau der sogenannten Reichsbahnwerbezentrale und deren 
„Niederlassung" in Japan - eine Tarnbezeichnung für die Zentrale des SD zur Spionage und 
zur Durchführung von „Sonderaufgaben" in Japan - heißt es über Krapf: 

„Der Unterzeichnete wurde am 24.3.1941 zu einer Besprechung zwischen SS-Stubaf. Finke, 
SS-O'Stuf. Winter, Leiter der Reichsbahnwerbezentrale, und Dr. Jörn Leo, Leiter der 
Niederlassung der Reichsbahnwerbezentrale Tokyo, hinzugezogen... Es ist beabsichtigt, daß 
Dr. Leo mit der Zusammenfassung des Nachrichtennetzes in Japan beauftragt wird. . . Mit 
folgenden Personen wird Dr. Leo in Verbindung treten: SS -Untersturmführer Franz Krapf, 
Attache an der Deutschen Botschaft in Japan. K. wurde als ehrenamtlicher Mitarbeiter der 
ehemaligen Zentralabteilung III/l seinerzeit SS-Stubaf. von Vietinghoff-Scheel namhaft 
gemacht, bisher jedoch nicht zur Mitarbeit herangezogen. Da sich beim hiesigen Referat keine 
Personalakten befanden, wurde der Referent VI C 3 erst jetzt auf ihn aufmerksam. Krapf wird 
von hier aus brieflich über die Kurierpost verständigt werden." 

Zu den Diplomaten, die die „Versetzung" Krapfs nach Tokio in die Wege leiteten, gehörte der 
damalige Legationssekretär und Verantwortliche für die nazistische Ostasienpropaganda in 
der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes (P VIII), Hilmar Basier. Er schrieb am 27. April 
1940 an Krapf: „ Sehr verehrter, lieber Herr Krapf. In zwei Zeilen will ich Ihnen nur 
mitteilen, daß unser Plan mit Ihnen nach Tokio geglückt zu sein scheint. Mir wurde es gestern 
telefonisch von Kempe, zunächst privat, als Absicht der Personalabteilung mitgeteilt. Meinen 
allerherzlichsten Glückwunsch! Lassen Sie diese Angelegenheit aber unter uns bleiben! 
Botschafter Ott hat von mir Kenntnis erhalten. Heil Hitler Uhr gez. Baßler. " 

Heute ist Baßler ebenfalls eine Schlüsselfigur in der Politischen Abteilung des Bonner 
Auswärtigen Amtes, und zwar als Leiter des Ostasienreferates. Vor 1945 gehörte er wie Krapf 
zum Kreis der Vertrauten des SD und des Amtes IV (Gestapo) im Reichssicherheitshauptamt. 
Mit zahlreichen Anfragen und Aufträgen wandte sich die Gestapo an ihn. Das geschah auch 
im Dezember 1940. Das Reichssicherheitshauptamt, Amt IV, B 4a, brauchte damals seine 
Meinung für Unternehmen in China. In anderen Fällen vermittelte Baßler den Kontakt zum 
Reichssicherheitshauptamt: 

„Ref. P VIII Berlin, den 3. August 1943 

Baßler 

Notiz! 

Wegen Frl. Lee kann zur Zeit kein Bescheid gegeben werden, da wegen der allgemeinen 
Luftschutzmaßnahmen Akten und Unterlagen irgendwo herumschwirren. Der Sachbearbeiter 
dafür ist Polizeihauptmann Kettenhofer im Reichssicherheitshauptamt, Berlin-Steglitz, 
Wrangelstraße 6/7. Es empfiehlt sich, daß Sie sich direkt an ihn, unter dem Stichwort 
, Schutzhaftsache Lee' wenden. Hiermit Herrn von Studnitz. " 

Baßler gehörte auch zu jenen Fanatikern, die den Überfall auf die UdSSR begeistert 
begrüßten. Selbst als sich die militärische Niederlage Hitlerdeutschlands bereits abzeichnete, 



324 



faselte er noch von der „Entschlossenheit", vom „Durchstehen" usw. Am 9. Oktober 1941 
schrieb er in einem Brief an den Grafen von Mirbach, den damaligen Presseattache an der 
Deutschen Botschaft in Japan: 

„Ende dieser Woche werde ich eine Frontreise nach Rußland machen, worüber ich mich 
besonders freue. Hier in der Heimat haben unsere gewaltigen militärischen Erfolge besonders 
nachhaltig gewirkt, und ich kann nur sagen, daß die Geschlossenheit und Einheitlichkeit in 
der Auffassung über den weiteren Verlauf des Krieges wie die Gewißheit über den Endsieg 
noch nie so deutlich und klar wie gerade jetzt war." 

An seinen ehemaligen engsten Mitarbeiter Breuer, Botschaftsrat an der Bonner Botschaft in 
Madrid, der inzwischen - ebenfalls auf Betreiben Baßlers - als Mitarbeiter Mirbachs nach 
Tokio versetzt worden war, schrieb er am 25. November 1942: 

„Die Stimmung ist bei uns absolut entschlossen. Jeder Mensch weiß, daß der Endkampf hart 
werden wird, daß wir ihn aber unbedingt durchstehen müssen, koste es, was es wolle. Die 
innere Situation Deutschlands wird von den Alliierten, besonders Amerikanern, völlig falsch 
beurteilt. Ein innerer Zusammenbruch ist ganz undenkbar." (Deutsches Zentralarchiv 
Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 58320) 

In diesem Brief bestätigt Baßler an anderer Stelle, daß er genau wußte, was es mit der 
sogenannten „Reichsbahnwerbezentrale" in Wirklichkeit auf sich hatte: „Die Filme habe ich 
selbst nicht gesehen, hoffe aber, daß sie Ihnen Freude bereiten werden. Einige sind von der 
Reichsbahnwerbezentrale. " (Ebenda) 

In einer weiteren Schlüsselfunktion der Politischen Abteilung des Bonner Auswärtigen 
Amtes, als Leiter des Referates „Naher Osten", fungierte jahrelang einer jener Diplomaten, 
die zu den Experten auf dem Gebiet der Goebbels-Propaganda zählten - Hans Schirmer, 
inzwischen westdeutscher Botschafter in Australien. Schirmer begann seine Tätigkeit im 
Auswärtigen Amt im Jahre 1939. Er war dann bis Ende 1942 Vorgänger Kiesingers als 
stellvertretender Leiter der Rundfunkpolitischen Abteilung des Ribbentrop-Ministeriums und 
gehörte zu jenem Personenkreis, der die Propaganda- und Hetzaktionen der Nazi-Führung 
über den Rundfunk in alle Länder der Welt leitete und inszenierte. Schirmer fungierte dabei, 
wie später Kiesinger, als rechte Hand des SS-Oberführers Rühle beim Ausbau der 
Rundfunkpolitischen Abteilung zu einer Zentrale der ideologischen Diversion. 

Mit dem Legationsrat I. Klasse, Dr. Bock, und dem Vortragenden Legationsrat I. Klasse, 
Krafft von Dellmensingen (Referat „Polen, CSSR, Jugoslawien, Ungarn" usw.), gehören 
weitere ehemalige aktive Nazi-Diplomaten zu den führenden, die „Ostpolitik" 
Westdeutschlands bestimmenden Kadern und zu den Vertrauten Krapfs. 

Bereits am Beispiel dieser Abteilung wird deutlich, daß die ehemaligen Nazi-Diplomaten die 
bestimmende Kraft im Bonner Auswärtigen Amt darstellen. Selbst die früheren Beziehungen 
zwischen den einzelnen Beamten, vor allem der SS- und SD-Beauftragten im Ribbentrop- 
Amt, blieben teilweise unverändert. 



325 



Sie besetzen Bonns Auslandsvertretungen 

Noch deutlicher wird der bestimmende Einfluß der Ribbentrop-Diplomaten, wenn man die 
Besetzung der Auslandsvertretungen der Bundesrepublik untersucht. Nicht weniger als 60 
Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter (und der ihnen gleichgestellten Leiter 
einiger diplomatischer Missionen bei zwischenstaatlichen Vereinigungen) sind ehemalige 
Nazi-Diplomaten. 

15 der 25 Auslandsvertretungen der Bundesrepublik in Asien werden von Außerordentlichen 
und Bevollmächtigten Botschaftern geleitet, die sich im Dienst des Hitlerregimes bewährten, 
darunter Dr. Luitpold Werz, Botschafter in Indonesien, Ferring, Botschafter in Südkorea, Dr. 
Böhling, Botschafter in Malaysia, Dr. Munzel, bisher Botschafter im Libanon, und der 
ehemalige SS-Untersturmführer Dr. Schmidt-Horix, bisher Botschafter im Irak und 
inzwischen Sonderbotschafter in Bonn. Bei der westdeutschen Botschaft in Indien sind neben 
dem Botschaftsrat Lüders auch die Leiter der wichtigsten Generalkonsulate - Dr. Heinrich 
Köhler in Bombay und Elgar von Randow in Kalkutta - ehemalige Ribbentrop-Diplomaten. 

Von den 21 Auslandsvertretungen in Lateinamerika werden 16 von ehemaligen Nazi- 
Diplomaten als Außerordentliche und Bevollmächtigte Botschafter geleitet. Darunter befindet 
sich ein solch eingefleischter Antisemit wie der Botschafter in Argentinien, Dr. Ernst-Günther 
Mohr, und der Botschafter in Peru, Dr. Northe. 1940 denunzierte Northe die Schwiegertochter 
eines deutschen Diplomaten wegen „antinazistischer" Äußerungen in einer schriftlichen Notiz 
an den dortigen NSDAP-Ortsgruppenleiter Wobser, der heute ebenfalls als Diplomat im 
Dienste Bonns steht. Der langjährige Bonner Botschafter in Brasilien, Dr. Seelos, betrieb 
1939 als Konsul in Lemberg Spionage zur Vorbereitung des zweiten Weltkrieges. Dabei 
wirkte er mit dem damaligen Leiter des Geheimdienst-Referates im Auswärtigen Amt, 
Heyden-Rynsch, eng zusammen. Der heutige Botschafter Bonns in Chile, Dr. von Nostitz, 
war eine Zeitlang Vertreter von Heyden-Rynsch im Ribbentrop-Amt. Der ehemalige SS- 
Obersturmführer Dr. Georg Vogel ist Botschafter in Venezuela. Dr. Günter Motz, ein Mann, 
nach dessen Ansicht nur „Bekenner des Nationalsozialismus" Beamte sein dürften und der 
selbst im faschistischen Reichsinnenministerium tätig war, ist heute Botschafter in Bolivien. 

In Afrika sind - nach bisherigen Feststellungen - 10 ehemalige Nazi-Diplomaten tätig. Selbst 
seine Repräsentanten bei zwischen- bzw. überstaatlichen Organisationen wählte Bonn aus 
dem Kreis der ehemaligen Ribbentrop-Diplomaten, z. B. Sigismund von Braun bei der UNO, 
Dr. Rupprecht von Keller beim UNO-Europa-Büro, Dr. Grewe (vor 1945 aktiver „Ost- 
Forscher") und Dr. Sahm bei der NATO. 

Zieht man außer den Botschaftern auch das leitende Botschaftspersonal in Betracht - die 
Stellvertretenden Leiter der Botschaften, die wichtigsten Attaches, die Ersten 
Botschaftssekretäre -, so ergibt sich, daß über 40 weitere Auslandsvertretungen der 
westdeutschen Bundesrepublik mit ehemaligen NS-Diplomaten an leitender Stelle besetzt 
sind. Insgesamt bleibt von den annähernd 120 Auslandsvertretungen Westdeutschlands kaum 
ein Dutzend, das nicht unter dem bestimmenden Einfluß von Nazi-Diplomaten steht. 



326 



Mohr, E.-Günther 

NAZI-PROPAGANDIST UND SPION 

heute: 

Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter in Argentinien. 

Während seiner Tätigkeit als Legationssekretär im Bereich der Gesandtschaft Peking war Dr. 
E.-Günther Mohr einer der „politischen Leiter" der NSDAP-Ortsgruppe Peping. Hier wirkte 
er außerordentlich aktiv als Nazi-Propagandist und bei der Verbreitung antijüdischer 
Machwerke. Einige Jahre später, als Gesandtschaftsrat in Den Haag (Holland), beteiligte er 
sich mit seinem Vorgesetzten, dem Gesandten Bene, an den Judendeportationen. Bei einer 
Aktion wurden 600 Juden in Konzentrationslager verschleppt. Nur wenige von ihnen 
überlebten. (SJeheTafeUO) 

Mohr leistete auch Spionagearbeit, besonders zu jener Zeit (1943), als er beim Konsulat in 
Tanger tätig war. Es handelt sich hier um die von Spanien besetzte „neutrale" Tanger-Zone, 
die nach der Vertreibung der Faschisten aus Nordafrika zum Zentrum der faschistischen 
Spionage- und Sabotagetätigkeit im westlichen Mittelmeerraum wurde. ( Siehe Tafel 40 ) 

Bei alledem verwundert es nicht, daß Mohr zu jenen Durchhaltepropagandisten gehörte, die 
noch wenige Wochen vor der Niederlage des Faschismus von „Abwehrerfolgen", 
vorgesehener „Gegenwehr großen Stils" usw. faselten. Mohr war zu jener Zeit zum Leiter des 
Sonderreferates Pol. IM im Auswärtigen Amt avanciert, war mit der Attache -Abteilung des 
OKW für den Einsatz von Militärattaches verantwortlich und verfaßte für sie auch die 
„Sprachregelungen" zur militärischen Lage. 

Schwarzmann, Hans 

VERTRAUENSPERSON RIBBENTROPS 

heute: 

Leiter der Protokollabteilung im Auswärtigen Amt. 

Dr. Hans Schwarzmann war bis 1942 als Legationssekretär im Büro Ribbentrop tätig. Er 
wirkte als Verbindungsmann zwischen Ribbentrop und dem berüchtigten Nazi-Botschafter in 
Paris, Abetz. In dieser Eigenschaft war er an Repressalien und Geiselerschießungen beteiligt, 
die damals die Faschisten in Frankreich inszenierten. 

Schwarzmann, der eng mit dem Reichssicherheitshauptamt zusammenwirkte, hatte seine 
Hände auch bei der Vorbereitung von Maßnahmen zur Deportation und Liquidierung in 
Frankreich lebender Juden im Spiel. In einem Arbeitsvorgang, der von Dr. Schwarzmann, 
Büro Reichsaußenminister Ribbentrop (RAM) geführt wurde, heißt es: 

„ 3. In der Frage der Gründung eines zentralen Judenamtes für Frankreich hat Darlan 
Bereitschaft gezeigt, die französische Regierung Trägerin einer solchen Einrichtung sein zu 
lassen, jedoch darauf aufmerksam gemacht, daß die Einstellung Marschall Petains zur 
Judenfrage große Schwankungen zeige ... Trotz dieser Einstellung Petains, die kein sehr 
aktives Wirken eines von Seiten der französischen Regierung gegründeten zentralen 
Judenamtes erwarten läßt, ist es empfehlenswert, die Gründung durch die französische 
Regierung vornehmen zu lassen. Das zentrale Judenamt erhält dadurch eine gesetzlich 



327 



gültige Grundlage, und es kann durch deutschen Einfluß im besetzten Gebiet derart aktiviert 
werden, daß das unbesetzte Gebiet gezwungen ist, sich den getroffenen Maßnahmen 
anzuschließen. " (NG, Fall XI, Bd. CCCXXIII, S. 139) 

Auch im Handelspolitischen Ausschuß des Auswärtigen Amtes spielte Schwarzmann als 
„Fachmann für französische Fragen" bei der Ausplünderung Frankreichs eine aktive Rolle. 
Das beweist unter anderem ein Sitzungsprotokoll vom 29. Juli 1941: 

„ WHA 806 Streng vertraulich! 

Im mündlichen und schriftlichen Verkehr mit Privaten soll der Handelspolitische Ausschuß 
nicht erwähnt und auf seine Entscheidung nicht Bezug genommen werden. 

Sitzung des Handelspolitischen Ausschusses am 29. Juli 1941 



Nr. 26 



Anwesend: 



Auswärtiges Amt: 



Ministerialdirektor Wiehl 



Vortr. Legationsrat Dumont 



Vortr. Legationsrat Sabath 



Legations sekr. Schwarzmann 



Beauftragter für den Vierjahresplan: 



Min. Dir. Gramsch 



Oberkommando der Wehrmacht 



Wehrmachtshaushalt: 



Min. Dir. Tischbein 



Oberstintendant Teichert 



Oberkommando der Wehrmacht 



Wi-Rü-Amt: 



Generalmajor Becker 



Oberkommando der Wehrmacht 



Wehrmachtsverwaltung: 



Regierungsrat Grams 



Reichswirtschaftsministerium: 



Min. Rat Schnitze-Schlutius 



Reg. Rat Dr. Joerges " 



In dieser Sitzung, an der auch Vertreter der Reichsbank und des Finanzministeriums 
teilnahmen, ging es unter anderem um den Raub des in Frankreich liegenden polnischen 
Goldes. 



328 



Nüßlein, Franz 

GÜNSTLING VON BORMANN UND HEYDRICH 

heute: 

Generalkonsul in Barcelona. 

Dr. Franz Nüßlein war einer der Nazi-Blutjuristen, die sich wegen ihrer Brutalität bei der 
Aburteilung tschechoslowakischer Patrioten der ganz besonderen Gunst des SD-Chefs 
Heydrich und des Nazi-Reichsleiters Bormann erfreuten. Nach der Okkupation der CSR 
sorgte er als Staatsanwalt erst in Brno, dann in Prag für zahlreiche Todesurteile gegen 
tschechoslowakische Bürger. Deshalb gehörte er schnell zu jenen faschistischen Blutjuristen, 
zu denen Heydrich als Stellvertretender Reichsprotektor besonderes Vertrauen hatte. 
Heydrich lobte sein „Verständnis für die Notwendigkeit einer entschlossenen Bekämpfung" 
aufrechter tschechoslowakischer Bürger. Unter Hinweis darauf sorgte Bormann durch 
persönliches Eingreifen vom Führerhauptquartier aus für die bevorzugte Beförderung 
Nüßleins zum Oberstaatsanwalt. (Von Ribbentrop bis Adenauer, Berlin 1961) 

Nüßlein war insgesamt an der Ermordung von über 900 tschechoslowakischen Patrioten 
beteiligt. 

In der CSR zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt, wurde er 1955 als nichtamnestierter 
Kriegsverbrecher der Bundesregierung übergeben. Seine „alten Freunde", die inzwischen 
wieder die Personalpolitik im Bonner Auswärtigen Amt bestimmten, sorgten für eine 
glänzende Karriere des Bormann-Heydrich-Günstlings: Er wurde als „Spätheimkehrer" 
behandelt und war vor seiner Berufung nach Spanien Referatsleiter in der Personalabteilung 
des Bundesaußenministeriums! 

Melchers, Wilhelm 

SPEZIALIST FÜR 5. KOLONNEN 

bis Ende 1964: 

Botschafter in Griechenland, seitdem Berater und Pensionär. 

Wilhelm Melchers war einer jener Ribbentrop-Diplomaten, die sich vor allem mit der „Ab- 
und Einsetzung" von Regierungen in den Staaten des Nahen und Mittleren Ostens 
beschäftigten. Als Leiter der Abteilung Pol VII („Vorderer Orient") befaßte er sich mit 
Plänen, die neutrale Regierung Afghanistans - dort existierte eine deutsche Gesandtschaft - zu 
stürzen und eine profaschistische Regierung einzusetzen: 

„Durchdruck Geheime Reichssache! 

Aufzeichnung 

1 . Unternehmen Afghanistan. 

Geplant ist, die derzeitige englandhörige Regierung Mohamed Haschim Khan zu stürzen und 
Amanullah wieder einzusetzen. 



Zweck: 



329 



Gewinnung einer Basis für Operationen jeder Art gegen Indien, Bindung englischer 
Streitkräfte, Unterstützung der Aufstandsbewegung in Waziristan. 

Durchführung: 

Ghulam Siddi Khan, der frühere Außenminister und engste Vertraute Amanullahs, 
entwickelten im Einvernehmen mit dem König folgenden Plan ... 

2. Unternehmen Tibet. 

Geplant ist, den SS-Hauptsturmführer Dr. Schäfer, der bereits dreimal in Tibet war und erst 
im Juli d. Js. von seiner letzten Forschungsreise zurückgekommen ist, mit einer kleinen 
Truppe von etwa 30 Mann und einer Waffenausrüstung für 1000 bis 2000 Mann nach Tibet zu 
entsenden. Dort soll er mit Hilfe seiner Verbindungen... " (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, 
Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 61179) 

Als Vertrauensperson des Reichssicherheitshauptamtes wirkte Melchers an der Bildung 
5. Kolonnen mit und half, die militärische Besetzung und politische Kolonisierung der 
arabischen Staaten vorzubereiten. In einem Dokument vom 16. September 1943 heißt es: 

„ Gestern besuchten mich nacheinander SS-Hauptsturmführer Schuback vom Amt VI des 
Reichssicherheitshauptamtes und Korvettenkapitän Schüler von Abwehr I. Beide Herren 
unterhielten sich mit mir über die Lage in Iran. Es ergab sich aus den Unterhaltungen, daß in 
Iran drei deutsche Aktionszentren gebildet wurden... " (A. a. O., Nr. 61138) 

In einem anderen Schreiben avisiert Melchers drei faschistische Agenten beim 
Generalkonsulat in Istanbul: 

Durchdruck als Konzept Berlin, den 2. Juni 1943 

schrift lb (KZ) 

: LR Melchers Geheime Reichssache 



PolVU 1033 gRE. 

Abschriftlich dem Deutschen Generalkonsulat in Istanbul mit Kurier! 
zur Kenntnis übersandt. 

Es handelt sich um 3 in Berlin lebende iranische Nationalisten, die für OKW, Abwehr II, tätig 
sind. Die Brüder Ghaschghai sind, wie Herr Hauptmann Leverkuehn mitteilt, dem 
Generalkonsulat bereits bekannt. 

Im Auftrag 

gez. Ref. Melchers " (Ebenda) 

(Der in diesem Schreiben genannte Leverkuehn zog nach Errichtung der Bundesrepublik als 
Abgeordneter der CDU in den Bundestag ein.) 



330 



Melchers war auch - zusammen mit dem „Sonderstab von Grobba" und dem „Sonderstab F" - 
einer der Initiatoren bei der Aufstellung des „Deutschen Orientkorps", jener von General 
Felmy auf die Eroberung des „arabischen Raumes" vorbereiteten Sondereinheit. ( Siehe 
Tafel 4P 

Wie Melchers über die Araber dachte, geht aus seiner Notiz für Woermann hervor. Darin 
beurteilt Melchers am 16. November 1942 die Lage in den arabischen Staaten: 

„Nicht genügend herausgebracht ist die politische Urteilslosigkeit der primitiven arabischen 
Masse, die als Bewohnerin einer sehr armen Wüstenheimat wie kaum ein anderes Volk neben 
vielen guten die uns abstoßenden Charaktereigenschaften der Verschlagenheit, der Habgier, 
des Hanges nach Reichtum und Schätzen (Tausend und eine Nacht) und der Sucht nach 
persönlichem Vorteil besitzt, weil Reichtum hier mehr als anderswo Macht bedeutet. In dieser 
Masse ist nicht viel Platz für eine blühende Vaterlandsliebe. Die Begriffe Patriotismus und 
Nationalismus sind europäische Importware. Es ist daher irreführend, zu behaupten, die 
arabischen Stämme seien von der Hoffnung auf eine Einigung aller arabischen Gebiete 
beseelt." (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 61 124) 

Nachfolger von Melchers als westdeutscher Botschafter in Griechenland wurde ein anderer 
Ribbentrop-Diplomat - Dr. Oskar Schütter. 

Schiitter, Oskar 

MITORGANISATOR DER AGGRESSION GEGEN DÄNEMARK 

heute: 

Außerordentlicher und Bevollmächtigter: Botschafter in Griechenland. 

Wenige Tage vor dem heimtückischen Überfall der Faschisten auf Dänemark führte 
Staatssekretär von Weizsäcker mit sieben besonders ausgewählten und vertrauenswürdigen 
Offizieren und Diplomaten eine streng geheime Besprechung durch. Es ging an diesem 
6. April 1940 um die letzten Vorarbeiten für die auf den 9. April 1940 festgesetzte Aggression 
gegen das neutrale Dänemark. Und neben Staatssekretär Gaus, Generalmajor Himer, 
Oberstleutnant i.G. Pohlmann, Oberstleutnant Boehme (vom OKW) sowie zwei anderen 
Beamten des Wilhelmstraßen- Amtes gehörte auch der damalige Legationssekretär Dr. Oskar 
Schütter zu diesem eng begrenzten, sorgfältig überprüften Teilnehmerkreis. Als er wenig 
später nach Kopenhagen fuhr, hatte er nicht nur die Uniform General Himers - der inzwischen 
als „Oberregierungsrat" in Kopenhagen weilte - im Kuriergepäck, sondern vor allem die 
Geheimaufträge der Nazi-Führung zur Vorbereitung der Aggression. 

Schütter, seit 1934 Mitglied der Nazi-Partei, enttäuschte das Vertrauen seiner faschistischen 
Vorgesetzten nicht. General Himer äußerte sich, daß „ das Unternehmen in jeder Hinsicht 
vorbildlich vorbereitet war. Die Geheimhaltung als Grundbedingung des Erfolges wurde 
vollkommen gewährleistet, die Kenntnis von dem Unternehmen war auf einen Personenkreis 
beschränkt, der unbedingt eingeweiht werden mußte. " (NG, Fall XI, Bd. CCCLXXIX, S. 
225f£) 

So wie bei diesem Völkerrechtsverbrechen „bewährte" sich der dann schnell zum 
Legationsrat beförderte Schütter auch weiterhin. Als Mitarbeiter der Abt. Pol II arbeitete er 
eng mit Schwarzmann und Abetz zusammen, vor allem bei der Verschärfung des 



331 



faschistischen Terrors in Frankreich, bei Geiselerschießungen usw. (Deutsches Zentralarchiv 
Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 61113, 147) 

Schütter war es auch, der zusammen mit dem Nazi-Gesandten in Sofia, Beckerle, dafür 
sorgte, daß der damalige französische Gesandte in Bulgarien, „Blondel, der mit einer Jüdin 
verheiratet " war, entfernt und „ durch eine zuverlässige deutschfreundliche Persönlichkeit " 
ersetzt wurde (A. a. O., Nr. 61 133, 115) 

Später, als Mitarbeiter der Handelspolitischen Abteilung des Ribbentrop-Amtes (für Italien), 
betrieb er - besonders auch im Rahmen des schon genannten Handelspolitischen Ausschusses 
- aktiv die wirtschaftliche Ausplünderung des „verbündeten" Italien. 

Gerade das war offensichtlich für die Bonner Regierung Grund genug. Schütter vor seiner 
Berufung nach Griechenland jahrelang als leitenden Beauftragten für Vertragsverhandlungen 
und Ministerialdirigenten in der Handelspolitischen Abteilung des Bundesaußenministeriums 
einzusetzen. 

Ferring, Franz 

GOEBBELS-PRAHLHANS ÜBELSTER SORTE 

heute: 

Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter in Südkorea. 

Zu den gelehrigsten Schülern des Kriegsverbrechers und Nazi-Propagandaministers gehörten 
die Mitarbeiter der Rundfunkpolitischen Abteilung des Ribbentrop-Amtes. Einer der 
großsprecherischsten von ihnen war der damalige Legationssekretär Dr. Franz Ferring. Er war 
seit 1941 als Ostasien-Referent in der Rundfunkpolitischen Abteilung tätig. Auf primitivste 
Art und Weise bemühte er sich, seinen Herrn und Lehrmeister zu überbieten, die 
ostasiatischen Völker gegen die Alliierten zu hetzen und das faschistische Mordregime zu 
verherrlichen. Einige Auszüge aus den von ihm verfaßten Rundfunkreden, die größtenteils in 
den Akten des faschistischen Auswärtigen Amtes erhalten blieben, zeigen, wes Geistes Kind 
Ferring ist. 

In einer Rede vom 8. Januar 1941 erklärte er: 

„Es scheint bei den Plutokraten und Imperialisten Britanniens durch die unaufhörlichen 
Schläge der deutschen Luftwaffe und Kriegsmarine eine Gedächtnisschwäche eingetreten zu 
sein, sonst könnten sie nicht dummdreist behaupten, sie wollten die Arbeiter befreien, in 
einem Moment, da einerseits die indischen Arbeiter die meisten Streiks durchführen, um sich 
von dem englischen Imperialismus zu befreien, und andererseits soziale Ideen und die 
Hochschätzung des Arbeiters gerade in Deutschland und Italien sehr gepflegt werden, und die 
Arbeiter hier im wahrsten Sinne des Wortes von der imperialistischen Unterdrückung befreit 
worden sind." 

Und am 6. Februar 1941 verkündete Ferring unter anderem: 

„Die schottischen Berge als letzte Zuflucht für die Engländer. Für die britische Plutokratie 
und ihr Weltreich hat die letzte Stunde geschlagen. 



332 



Jedem, der die Rede des Führers zum 8. Jahrestag der nationalsozialistischen Erhebung 
gehört hat, wird es klar sein, was das Jahr 1941 für die Briten bringen wird. Mögen die 
Briten in großsprecherischen Propagandareden, die einmal für das indische, das andere Mal 
für das amerikanische Volk gehalten werden, sagen, was sie wollen, die letzte Stunde für 
Britannien hat geschlagen. " 

In einer Rede vom 1. Februar 1941 machte Ferring Hitler zum „populärsten und 
machtvollsten Menschen der Welt"\ 

Und am 10. Februar 1941 erklärte Ferring unter anderem: 

„Als Antwort auf die epochemachende Rede des großen Führers des deutschen Volkes, Adolf 
Hitler, fühlte sich auch Churchill als Hauptsündiger des mit Kriegsverbrechen befleckten 
Regimes der Engländer veranlaßt, eine Gegenrede zu halten. Vergleicht man einerseits die 
großen staatsmännischen Aufgaben, die Adolf Hitler sich stellte, mit dem ängstlichen 
Gestottere Churchills, so kann man nicht umhin, etwa an einen Ringkampf in den Straßen 
Bombays zu denken, nach welchem der Geschlagene mit einer fürchterlichen 
Schimpfkanonade den verlorenen Kampf noch zu retten versucht. Churchill hat Angst. Er hat 
ausgesprochene Angst; denn der Verlauf des Krieges hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß 
weder propagandistische Rednerkünste noch unverschämte Lügen den Untergang Britanniens 
aufhalten können. 

Die neue Zeit mit ihrem revolutionären Drang überwältigt die satten und alt gewordenen 
Plutokratien, die immer noch glauben, die Entwicklung aufhalten zu können. Die neuen Ideen 
der Wirtschaft und Technik finden ihren Ausdruck in dem Aufstieg des deutschen Reiches 
unter Adolf Hitler." (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, 
Nr. 48007) 

Grewe, Wilhelm 

„OSTFORSCHER" UND „NEUORDNUNGSTHEORETIKER" 

heute: 

Botschafter der Bundesrepublik bei der NATO, Paris. 

Zu den Leuten, die das Gesicht des Bonner Auswärtigen Amtes wesentlich mitbestimmten 
und mitbestimmen, gehört Prof. Dr. Wilhelm Grewe. Vor 1945 gehörte Grewe zu den 
wichtigsten intellektuellen Urhebern und Vertretern der faschistischen Aggressions- und 
Gewaltpolitik. Als ständiger Mitarbeiter zahlreicher prominenter Nazi-Zeitschriften 
verherrlichte er hemmungslos die Völkerrechtsbrüche und Kriegsverbrechen der Nazis. 

So schrieb er in der „Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft" (Bd. 103): 

„Der Kampf geht jetzt nur noch darum, ob wir in ein , amerikanisches Jahrhundert' eintreten, 
in dem den Vereinigten Staaten die Lenkung der Welt zufällt - oder ob sich die von den 
Mächten des Dreier-Paktes verkörperte Neuordnung der Welt durchsetzt." 



Und 1940 forderte Grewe in der „Zeitschrift für Politik" (S. 233): 



333 



„Zerstörung aller Pariser Kirchen, Paläste, Theater, Hospitäler, Akademien, Konservatorien, 
Gerichtsgebäude, Hallen, Triumphbögen, Kolonaden, der Börse, der Bank, des Stadthauses 
und der Brücken als Folgerung .realistischen Denkens." 

Die systematische und rücksichtslose Verletzung aller Regeln des Völkerrechts „begründete" 
Grewe im September 1941 in den „Monatsschriften für Auswärtige Politik": 

„Dieser Krieg läßt sich in der Tat nicht mehr in die Kategorien des auf den nationalen 
Staatenkrieg zugeschnittenen überlieferten Kriegs- und Neutralitätsrechts einordnen." 

Und den verbrecherischen Überfall auf die UdSSR feierte er in der gleichen Zeitschrift (Jahrg. 
1941, S. 749) mit folgenden Worten: 

„Niemand wird behaupten wollen, daß die Entscheidung des 22. Juni nicht aus sehr realen 
Erwägungen erwachsen sei. Nach aller geschichtlichen Erfahrung pflegen große 
wellgeschichtliche Missionen, die nicht im Stadium der Utopie und der unverbindlichen 
Planung steckenbleiben, in solcher Weise ihren Anfang zu nehmen." 

Obwohl Grewes intellektuelle Urheberschaft an den Kriegs- und Naziverbrechen des 
Hitlerreiches durch die DDR mehrfach enthüllt wurde (zuletzt 1959 und 1961), gehört er seit 
1951 zu den profiliertesten Vertretern des Bonner Auswärtigen Dienstes. Von 1953 bis 1955 
leitete er die Rechtsabteilung, dann die Politische Abteilung des Bonner Auswärtigen Amtes. 
Anschließend, ab 1958, war er westdeutscher Botschafter in den USA, und seit 1964 ist er 
schließlich Vertreter Bonns bei der NATO in Paris. Können Ziele und Personalpolitik eines 
Amtes deutlicher entlarvt werden, als durch die Verwendung eines solchen Mannes in solchen 
Schlüsselfunktionen? 

Etzdorf, Hasso von 

KOMPLICE DER WAFFEN-SS 

heute: 

Bis vor kurzem Botschafter in Großbritannien, jetzt im Ruhestand. 

Hasso von Etzdorf war von Kriegsbeginn (September 1939) bis 1945 Vertreter des 
Auswärtigen Amtes (VAA) beim Oberkommando des Heeres. Über diese Verbindungsleute 
stellte der Gerichtshof im Wilhelmstraßen-Prozeß fest: 

„Die Aufgaben eines Verbindungsmannes zwischen zwei so wichtigen Regierungsstellen wie 
das AA und der Generalstab sind allgemein wohlbekannt. Zu diesen Aufgaben gehört die 
Pflicht, sich über die Ziele, Pläne und Arbeiten der Dienststelle zu unterrichten, der er 
zugeteilt ist, seinen Vorgesetzten in allen einschlägigen Fragen zu informieren und zu 
beraten, in seinem Auftrag mit den Amtsstellen, denen er zugeteilt ist, zu verhandeln, etwa 
auftauchende Schwierigkeiten zu bereinigen und in allen Punkten nach den von seinem Chef 
festgelegten Richtlinien zu handeln. Dies sind nicht die Aufgaben eines Laufjungen oder eines 
Boten, sie erfordern ein hohes Maß an Scharfblick, Fleiß, Intelligenz ...und Gewandtheit. " 
(NG, Fall XI, Bd. CCXLIV, S. 28038) 

Als Major, SA-Obersturmbannführer und Vortragender Legationsrat war von Etzdorf über 
alle Angriffspläne informiert und in sie einbezogen. Er kannte z. B. früher als der damalige 
Staatssekretär im Auswärtigen Amt, von Weizsäcker, den Fall „Barbarossa", den Plan für den 



334 



Überfall auf die Sowjetunion, und das „Unternehmen Marita", den Plan für den Überfall auf 
Jugoslawien. 

In krassem Gegensatz zu seinen Erklärungen vor dem Nürnberger Gerichtshof, er habe keinen 
Einfluß auf Befehlserlasse und Anweisungen gehabt (NG, Fall XI, Bd. XCV, S. 677 ff.) 
erwirkte er in zahlreichen Fällen Erlasse des Auswärtigen Amtes oder Befehle des OKH - 
beispielsweise einen Befehl zur Einsetzung von Vertretern des Auswärtigen Amtes bei den 
Armeen, die am Überfall auf Jugoslawien und an der Besetzung des Landes beteiligt waren. 

Von Etzdorf war auch mitverantwortlich für die Tätigkeit des Sonderkommandos der Waffen- 
SS unter Leitung des SS-Sturmbannführers von Künsberg. Im Auftrage des Auswärtigen 
Amtes raubte von Künsberg in den zeitweilig besetzten West- und Ostgebieten Archivgut und 
Kunstschätze. Er schrieb in einer „Geheimen Kommandosache" vom 7. Juli 1941: 

„Deshalb habe ich sofort nach Kenntnis der Schwierigkeiten, die einzelnen VAA's durch den 
genannten OKH-Befehl entstanden, den VAA beim OKH, Rittmeister v. Etzdorf, gebeten, 
den Erlaß eines Befehls zu erwirken, in dem die AOK's daraufhingewiesen werden, daß die 
Arbeitsgebiete und Zuständigkeiten der VAA's und der , Gruppe Künsberg' voneinander 
unabhängig sind, sowie daß die Tätigkeit der VAA's durch den genannten OKH-Befehl, der 
die Tätigkeit der , Gruppe Künsberg' regelt, nicht eingeschränkt wird. Darüber hinaus ist es 
jedoch im Interesse der von den VAA's und der , Gruppe Künsberg' gemeinsam ausgeübten 
Tätigkeit für das Auswärtige Amt notwendig, eine engere Zusammenarbeit zu schaffen, um 
zu gewährleisten, daß alles erreichbare Feindmaterial, das für das Amt von Interesse ist, erfaßt 
wird ..." 

In einer Notiz vom 26. August 1940, die durch von Etzdorf als VAA beim Oberbefehlshaber 
des Heeres gestempelt und abgezeichnet wurde, wird geschrieben: 

„Handsch. Kunstschätze 

Abetz hat Weisung vom RAM. fortzufahren, d. h. jüdischen und öffentlichen Kunstbesitz 
weiterhin ...zu erfassen. (Abtransport werde nur nach vorheriger Fühlungnahme mit OKH 
erfolgen.) Lammers Erlaß betreffe nicht Frankreich, wofür Abetz ausdr. Auftrag Führers 
habe. " (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Nürnberger Gericht, Nr. 090) Ein 
weiteres Dokument besagt: 

„Für Protokoll von Künsberg (Sonder empfang Gruppe Künsberg) 

Kunstschätze im Schloß Chambon sind sichergestellt. Umfang 410 Kisten, 139 sonstige 
Gemälde, 67 Ballen Tapisserien, 216 Stück Möbel. Verbringung der Gegenstände nach 
Berlin nur auf Grund einer schriftlichen Verfügung der Militärverwaltung in Frankreich 
möglich. Entsprechenden Antrag habe ich gestellt. Er wird beschleunigt behandelt. Für 
Abtransport sind unsere LKW ungeeignet. Bitte Fachunternehmen dort für Ausführung 
vorsehen. Nitsch " (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Nürnberger Gericht, 
Nr. 3662) 

Der Nazi-Diplomat von Etzdorf ging im Mai 1965 in den Ruhestand, aber nur, um seinen 
Platz einem anderen Mitarbeiter Ribbentrops freizumachen. Der Nazi-Diplomat Blankenborn, 
seit 1. Dezember 1936 Mitglied der NSDAP, bis 1943 an Auslandsvertretungen des 
faschistischen Auswärtigen Amtes in Athen, Washington und Bern, dann als Legationsrat in 



335 



der Politischen Abteilung Ribbentrops tätig, wurde Bonns Botschafter in Großbritannien. Ein 
weiteres Beispiel dafür, daß Bonn ohne Nazi-Diplomaten nicht mehr auskommt. 



Ribbentrop-Diplomaten im Auswärtigen Dienst 

Die folgende Liste nennt weitere Diplomaten Ribbentrops, die heute entscheidende 
Funktionen des Bonner Auswärtigen Amtes und seiner Auslandsvertretungen besetzen. 

Adt, Guido, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im Reichsluftfahrtministerium Görings 

nach 1945: Wirtschaftsreferent an der westdeutschen Botschaft in Teheran/Iran 

Albers, Karl, Dr. 

vor 1945: Attache beim berüchtigten Nazi-Mörder Frank, dem damaligen 
„Generalgouverneur" für Polen, in Krakau (Krakow); 1943 im Büro Ribbentrop tätig; 1933 
NSDAP (Nr. 1764477) 

nach 1945: Botschafter in Nicaragua 

Almsick, Wilhelm Helmuth von, Dr. 

vor 1945: Referent beim „Amt des Reichsstatthalters im Sudetengau ,,/CSR; 1943 bei einem 
Beschaffungskommando in Warschau/Polen 

nach 1945: Botschafter in der Dominikanischen Republik (1964); seit September 1966 in 
Guatemala 

Altenburg, Günter, Dr. 

vor 1945: Ministerialdirigent und Leiter der Informationsabteilung des Auswärtigen Amtes 
(1941); danach bis 1944 Gesandter und „Bevollmächtigter des Reiches" in Griechenland; 
1935 NSDAP 

nach 1945: Generalsekretär der „Deutschen Gruppe der Internationalen Handelskammer" 
Altendorf, Johann 

vor 1945: Legationssekretär an der Nazi-Botschaft in Tokio/Japan; 1935 NSDAP 
(Nr. 3604855) 



336 

nach 1945: Als Legationsrat I. Klasse und Wirtschaftsreferent an der Botschaft in Südafrika 
Arnim, Bernd von 

vor 1945: Vertreter der IG-Farben in Athen/Griechenland und Bukarest/Rumänien 
nach 1945: Wirtschaftsreferent der Bonner Botschaft in Wien/Österreich 
Auer, Theodor, Dr. 

vor 1945: Bis Kriegsausbruch Gesandtschaftsrat bei der faschistischen Botschaft in 
Paris/Frankreich, danach in Nordafrika; arbeitete eng mit dem faschistischen Spionageapparat 
zusammen; 1934 NSDAP (Nr. 33981 13) 

nach 1945: Bis 1964 Botschafter in Ceylon; aus Altersgründen im Ruhestand 
Aurich 

vor 1945: Mitarbeiter der Kulturpolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt 
nach 1945: Konsul in Genua/Italien; seit 1962 Kanzler in Apenrade/Dänemark 
Bargen, Werner von, Dr. 

vor 1945: Während der faschistischen Okkupation Vertreter des Auswärtigen Amtes beim 
Militärbefehlshaber in Belgien; 1944 Leiter des Referats Pol II im Auswärtigen Amt; 1933 
NSDAP (Nr. 2579492) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Bagdad/Irak; 1963 aus Altersgründen im Ruhestand 
Baßler, Hilmar 

vor 1945: Legationssekretär im Ribbentrop-Ministerium; Verantwortlicher für die nazistische 
Propaganda in Ostasien (Abteilung P VIII); Vertrauensmann der Gestapo und des SD 

nach 1945: Leiter des Ostasien-Referats in der Ostabteilung des Auswärtigen Amtes; seit 
April 1968 Legationsrat I. Klasse und Botschafter in Indonesien 

Baumer, Michael 

vor 1945: Konsulatssekretär am faschistischen Generalkonsulat in Barcelona/Spanien 

nach 1945: Kanzler an der westdeutschen Botschaft in Indien; seit 1967 Oberamtsrat im 
Auswärtigen Amt 

Betz, Eugen 

vor 1945: Bis 1945 Vizekonsul in Shanghai/China; 1938 NSDAP 
nach 1945: Generalkonsul in Chicago/USA 



337 



Beye, Ludwig, Dr. 

vor 1945: Referatsleiter im Auswärtigen Amt, Handelspolitische Abteilung (1942); 1944 
beim Leiter der Handelspolitischen Abteilung mit „Sonderaufträgen" tätig; 1935 NSDAP 
(Nr. 2531036) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Libyen (1964); aus Altersgründen im Ruhestand 
Bidder, Harn, Dr. 

vor 1945: Bis 1945 in China in verschiedenen Dienststellen der Nazi-Botschaft; 1941 
NSDAP 

nach 1945: Bonner Botschafter in Bangkok/Thailand; aus Altersgründen im Ruhestand 
Bismarck, Otto Fürst von 

vor 1945: Gesandter des .Dritten Reiches" in Rom/Italien (1940); bis 1944 im Auswärtigen 
Amt als Ministerialdirigent in der Informationsabteilung tätig 

nach 1945: 1963 Mitglied der Beratenden Versammlung des Europarates und der WEU; 
Mitglied des Kuratoriums der „Deutschen Stiftung für Entwicklungsländer" 

Bittenfeld, Hans-Herwarth von, Dr. 

vor 1945: Bis 1941 Gesandtschaftsrat bei der Botschaft in Moskau/UdSSR; danach in den 
besetzten Ostgebieten eingesetzt und beteiligt am Aufbau der berüchtigten Wlassow-Armee 

nach 1945: Bonner Botschafter in London/Großbritannien; 1963 Staatssekretär im 
Bundespräsidialamt; jetzt Botschafter in Rom/Italien 

Blankenhagen, Eberhard von 

vor 1945: Konsulatssekretär in der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes 

nach 1945: Kanzler der Bonner Handelsvertretung in Helsinki/Finnland (1963); seit 1966 an 
der Botschaft in Oslo/Norwegen 

Blankenborn, Herbert 

vor 1945: Leiter der Wirtschaftsabteilung bei der faschistischen Gesandtschaft in 
Bern/Schweiz (1943); Referatsleiter im Auswärtigen Amt, Politische Abteilung; 1936 
NSDAP (Nr. 6977147) 

nach 1945: Botschafter in Rom/Italien, seit 1965 in Großbritannien 
Bock, Hans 



vor 1945: Sendeleiter bei der Reichsrundfunkgesellschaft Goebbels 



338 

nach 1945: Pressereferent an der westdeutschen Botschaft in Bagdad/Irak; seit 1962 
Vortragender Legationsrat im Auswärtigen Amt 

Böhling, Horst, Dr. 

vor 1945: 1939-1945 bei der faschistischen Botschaft in China 
nach 1945: Jetzt Botschafter in Malaysia 
Böhme, Kurt 

vor 1945: Bis Kriegsausbruch beim faschistischen Konsulat in Boston/USA 

nach 1945: Vizekonsul in Kanada; seit 1966 Kanzler am Generalkonsulat in 
Nancy/Frankreich 

Boll, Emil 

vor 1945: 1943-1944 Konsul in Russe/ Bulgarien; 1934 NSDAP 

nach 1945: Legationsrat in der Handelspolitischen Abteilung des Bonner Auswärtigen Amtes 
Boitze, Erich, Dr. 

vor 1945: 1943-1945 Gesandter I. Klasse in Japan; 1937 Mitglied der NSDAP (Nr. 6017842) 
nach 1945: Botschafter in Kambodscha; aus Altersgründen im Ruhestand 
Bormann, Hans-Heinrich, Dr. 

vor 1945: Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter und Legationsrat in der Presseabteilung des 
Auswärtigen Amtes 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Bergen/Norwegen 
Bottier, Richard, Dr. 

vor 1945: 1942-1945 Legationsrat In der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen 
Amtes; ab 1933 Mitglied der NSDAP 

nach 1945: Botschafter in Rangun/Burma (1964) 

Braun, Otto 

vor 1945: 1935-1939 Leiter der Bukarester Zweigstelle der „Reichsbahnwerbezentrale für 
den deutschen Reiseverkehr" (Tarnbezeichnung für spezielle SD-Dienststellen im Ausland) 

nach 1945: Konsul; Leiter des Wahlkonsulats hl Livorno/Italien 

Braun, Sigismund Freiherr von 



339 

vor 1945: Vizekonsul in Addis Abeba/ Äthiopien, danach Nazi-Diplomat am Vatikan (bis 
1945) 

nach 1945: Jetziger Beobachter der Bonner Regierung bei den Vereinten Nationen in New 
York/USA 

Breer, Franz, Dr. 

vor 1945: Bis zum Oberfall auf die UdSSR Legationssekretär an der faschistischen Botschaft 
in Moskau/UdSSR 

nach 1945: Generalkonsul in San Franzisko/USA (1963); wurde dann als Botschaftsrat an die 
Botschaft der Bundesrepublik in London/Großbritannien versetzt 

Briest, Eckhardt 

vor 1945: Bis 1944 im Auswärtigen Amt als Legationssekretär in der Informationsstelle III 
nach 1945: Bonner Botschafter in Paraguay; seit Juni 1966 in Uruguay 
Broich-Oppert, Georg von, Dr. 

vor 1945: In der Zeit der Annexion Österreichs als Legationssekretär bei der faschistischen 
Botschaft; danach bis 1945 leitende Stellung bei IG-Farben 

nach 1945: Botschafter in Ankara/Türkei; aus Altersgründen im Ruhestand 

Brunhoff, Kurt 

vor 1945: Bis 1944 Gesandtschaftsrat in Budapest/Ungarn; 1934 NSDAP (Nr. 2870296) 
nach 1945: Bonner Generalkonsul in Sydney/Australien 
Bünger, Karl, Dr. 

vor 1945: Mit Privatdienstvertrag bei der faschistischen Botschaft in Shanghai/ China „zur 
Übernahme besonderer Aufgaben auf dem Gebiet der Propaganda" tätig; 1943 mit dem 
Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet 

nach 1945: Generalkonsul in Hongkong 

Clausen 

vor 1945: Konsulatssekretär in Kowno/ Litauen (1939); danach im Auswärtigen Amt im Büro 
des Botschafters Ritter (Verbindung zum OKW) tätig 

nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in der Südafrikanischen Union (1962) 
Curtius, Klaus 

vor 1945: In der Wirtschaftspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes tätig 



340 

nach 1945: Jetziger Bonner Generalkonsul in New York/USA 
Dellmensingen, Leopold Krafft von, Dr. 

vor 1945: Legationssekretär der Protokollabteilung des Auswärtigen Amtes; zuständig für 
Angelegenheiten der „Vertretung fremder Länder in den besetzten Gebieten" 

nach 1945: Referatsleiter in der Ostabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes; Vortragender 
Legationsrat I. Klasse 

Deter, Heinz 

vor 1945: Bis Kriegsende in China am faschistischen Generalkonsulat in Tientsin tätig 

nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in Colombo/Ceylon (1962); seit 1964 Amtsrat 
im Auswärtigen Amt 

Deubner, Otfried, Dr. 

vor 1945: Wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt (1943) 

nach 1945: 2. Sekretär der Bonner Botschaft in Karatschi/Pakistan (1964); seit 1966 Konsul 
I. Klasse in Bern 

Dietmar, Helmuth, Dr. 

vor 1945: Bis Kriegsende in Lissabon/Portugal Gesandtschaftsrat I. Klasse; 1939 NSDAP 
(Nr. 7054879) 

nach 1945: Generalkonsul in Bombay/ Indien; in den Ruhestand versetzt 
Dittmann, Herbert, Dr. 

vor 1945: Im Auswärtigen Amt als Legationsrat I. Klasse (1941); Generalkonsul in 
Izmir/Türkei (1943); 1937 NSDAP (Nr. 4789472) 

nach 1945: Botschafter in Tokio/Japan (inzwischen verstorben) 

Döring, Karl, Dr. 

vor 1945: Mitglied der Altherrenschaft „Hohenfier"; SS-Obersturmführer; beteiligt an den 
Überfällen auf Griechenland und die UdSSR 

nach 1945: Botschafter in Kamerun; seit 1966 Vortragender Legationsrat im Auswärtigen 
Amt 

Duchow, Willi 

vor 1945: Bis 1939 an der faschistischen Botschaft in Polen; Gesandtschaft in 
Kopenhagen/Dänemark 



341 

nach 1945: Kanzler der Bonner Botschaft im Sudan; seit 1966 in Stockholm/Schweden 
Dumke, Horst 

vor 1945: 1933 SS; beteiligt an den Überfällen auf Polen, Frankreich, Jugoslawien und die 
UdSSR; 1937 NSDAP 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt; Leiter der Abteilung II im 
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit 

Eberl, Otto, Dr. 

vor 1945: Leiter des Referats IV c der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes 
(1943/44) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Uruguay; inzwischen im Ruhestand 
Engelen, Gerhard 

vor 1945: Bis 1945 Kanzler am Konsulat Bergen/Norwegen 
nach 1945: Wieder am Konsulat in Bergen/Norwegen tätig 
Erlewein, Josef 

vor 1945: Bis 1941 Vizekonsul in Wladiwostok/UdSSR; danach bis Kriegsende an der 
faschistischen Botschaft in Nanking/ China 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Lilie/ Frankreich (1964) 

Etzdorf, Hasso von 

vor 1945: Vertreter des Auswärtigen Amtes beim Oberkommando des Heeres, Major und 
SA-Obersturmbannführer 

nach 1945: Bonner Botschafter in Großbritannien; seit Mai 1965 im Ruhestand; seit April 
1965 Mitglied des Beirates beim „Göttinger Arbeitskreis", einer Zentrale der westdeutschen 
revanchistischen Propaganda 

Fabian, Georg 

vor 1945: Bis zum Oberfall auf die UdSSR Konsulatssekretär in Kowno/Litauen 

nach 1945: Botschaftssekretär in Beirut/Libanon (1964); seit 1966 Kanzler am Konsulat in 
Porto/Portugal 

Federer, Georg, Dr. 

vor 1945: Bis Kriegsausbruch Legationssekretär an der faschistischen Botschaft in 
London/Großbritannien; danach Gesandtschaftsrat an der Gesandtschaft in Bern/ Schweiz 



342 



nach 1945: Bonner Botschafter in Kairo/V AR; seit Oktober 1967 Personalchef und 
Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt 

Felchner, Friedrich 

vor 1945: An der Botschaft in Sofia/Bulgarien tätig (1944); 1933 NSDAP 

nach 1945: 1948 in Bulgarien wegen Teilnahme an faschistischen Verbrechen zu 25 Jahren 
Zwangsarbeit verurteilt; Mitarbeiter in der Personal- und Verwaltungsabteilung des Bonner 
Auswärtigen Amtes (1961) 

Ferring, Franz 

vor 1945: In der Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes tätig; 
verantwortlicher Referent für Propaganda in Ostasien 

nach 1945: Jetziger Bonner Botschafter in Seoul/Süd-Korea 

Frank, Eugen 

vor 1945: Konsul des Auswärtigen Amtes (1940) 

nach 1945: Vertreter des westdeutschen Beobachters bei den Vereinten Nationen in New 
York/USA; Vortragender Legationsrat I. Klasse im Auswärtigen Amt (1963) 

Frank, Gottlob 

vor 1945: Beim faschistischen Konsulat in Bozen/Italien (1940) 
nach 1945: Bonner Botschaftskanzler in Ankara/Türkei (1962) 
Frauenrath, Karl 

vor 1945: Konsulatssekretär an den Dienststellen der faschistischen Botschaft in China 
nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in Dänemark 
Friedensburg, Ferdinand, Dr. 

vor 1945: Bewarb sich 1944 unter Berufung auf seine positive Einstellung zum Hitlerstaat 
um Aufnahme in den Justizdienst; NSKK-Scharführer 

nach 1945: Bonner Botschafter in Madagaskar (1962), anschließend in Caracas/Venezuela; 
seit 1965 ausgeschieden 

Galinsky, Wolfgang 

vor 1945: 1943-1944 Legationssekretär in Tokio/Japan 
nach 1945: Generalkonsul in Osaka/Japan 



343 



Gaerte, Felix, Dr. 

vor 1945: Angehöriger des SS-Sturms 1/80; während des Krieges SS-Untersturmführer im 
Reichssicherheitshauptamt; 1937 NSDAP (Nr. 4910278) 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Bombay/Indien (1962); seit September 1966 Generalkonsul in 
Melbourne/ Australien 

Gehner, Heinz 

vor 1945: Konsulatspraktikant in Krakau (Krakow); an der Vorbereitung des Überfalls auf 
Polen mitgewirkt 

nach 1945: Konsulatssekretär I. Klasse in Linz/Österreich (1962); seit Juni 1966 Kanzler I. 
Klasse am Konsulat in Aleppo/Syrien 

Geier, Hans-Joachim 

vor 1945: Bis zum Ausbruch des Krieges mit den USA Konsulatssekretär in New York/USA 

nach 1945: Botschaftskanzler in Montevideo/Uruguay (1962); seit Juni 1967 Oberamtsrat im 
Auswärtigen Amt 

Gellbach, Horst-Heinrich, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im faschistischen Staatsapparat; 1942 NSDAP (Nr. 8284777) 

nach 1945: Botschaftsrat in Stockholm/Schweden (1964); seit Juli 1966 Vortragender 
Legationsrat im Auswärtigen Amt 

Geuther, Fritz 

vor 1945: 1939 Konsulatssekretär in Bratislava/CSR 

nach 1945: In der Rechtsabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes (1960); seit 1966 Kanzler 
an der Botschaft in Mexiko 

Giffels, Hubert 

vor 1945: 1939-40 Konsulatssekretär I. Klasse am Konsulat in Bergen; wirkte an der 
Vorbereitung des faschistischen Überfalls auf Norwegen mit 

nach 1945: Kanzler am Bonner Konsulat in Lyon/Frankreich (1962) 

Gnodtke, Günther, Dr. 

vor 1945: 1937 im faschistischen Staatsapparat an der Durchführung der Rassengesetze 
mitgewirkt; 1933 SA 

nach 1945: Jetziger Botschafter in Nigeria 



344 



Grade, Hans 

vor 1945: 1939 an der faschistischen Botschaft in Rom/Italien tätig; 1937 SS (Nr. 310959) 
nach 1945: Vizekonsul in Kanada (1964); seit 1966 Kanzler an der Vertretung bei der EWG 
Graeff, Friedrich, Dr. 

vor 1945: Wirtschaftsleiter der .Landesgruppe Italien" der NSDAP; Generalkonsul in 
Toulouse/Frankreich (1944); 1933 NSDAP (Nr. 3391375) 

nach 1945: Ab 1959 bis zum Ausscheiden aus Altersgründen Generalkonsul in Genua/Italien 
(inzwischen verstorben) 

Graevenitz, Kurt Fritz von, Dr. 

vor 1945: Dienststelle des „Sonderbevollmächtigten" des Auswärtigen Amtes „für den 
Südosten" in Athen/Griechenland (1941); zuletzt Generalkonsul in Iskenderum/Türkei; ab 
1942 Mitglied der NSDAP (Nr. 8735191) 

nach 1945: Botschafter in Mexiko (1963); inzwischen Pensionsempfänger (1964) 
Gregor, Werner, Dr. 

vor 1945: Generalkonsul in Toulouse/ Frankreich (1943); 1936 NSDAP (Nr. 3726551) 
nach 1945: Bonner Botschafter in Tunesien (1961); aus Altersgründen im Ruhestand 
Grewe, Wilhelm, Prof. Dr. 

vor 1945: Staats- und Verwaltungsrechtler, Dozent an der Hochschule für Politik sowie an 
der Auslandswissenschaftlichen und Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität 
Berlin; während des Krieges mit Sonderaufträgen der Informationsabteilung des Auswärtigen 
Amtes betraut; 1933 NSDAP (Nr. 3125858) 

nach 1945: Botschafter; Leiter der westdeutschen Vertretung bei der NATO 
Groepper, Horst 

vor 1945: An der Botschaft in Moskau/UdSSR (1941); bis Kriegsende Leiter der Gruppe II in 
der Protokollabteilung des faschistischen Auswärtigen Amtes; 1933 NSDAP 

nach 1945: Botschafter in Moskau/UdSSR; seit 1966 in Ankara/Türkei 

Haeften, Gerrit von 

vor 1945: Generalkonsul in Basel/Schweiz (1943); 1937 Mitglied der NSDAP (Nr. 3918543) 

nach 1945: Ministerialdirektor und Leiter der Rechtsabteilung des Bonner Auswärtigen 
Amtes (1963); jetzt Ministerialdirektor a. D.; Vorsitzender der Europäischen Konferenz für 
Fernmeldeverbindungen durch Satelliten 



345 



Hallstein, Walter, Prof. Dr. 

vor 1945: Dozent und aktiver Nazi an den Universitäten Rostock und Frankfurt a.M.; 
Teilnehmer an den Rechtsverhandlungen, die zwischen Hitlerdeutschland und dem 
faschistischen Italien stattgefunden haben 

nach 1945: Präsident der Kommission der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 
Hardenberg, Bernhard Heinrich Ernst Günther Graf von 

vor 1945: 1939 Legationssekretär in Kowno/Litauen; danach an der Gesandtschaft in 
Bukarest/Rumänien; bis Kriegsende im Auswärtigen Amt tätig; 1933 NSDAP (Nr. 2587251) 

nach 1945: Botschafter in Costa Rica 

Hardenberg, Hans Karl Graf von, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium (1941); 1937 NSDAP 
(Nr. 4377465); SA-Rottenführer 

nach 1945: Konsul in Genf/Schweiz (1962); dann zum Ministerialdirigenten im Bonner 
Auswärtigen Amt ernannt 

Hauthal, Horst von, Dr. 

vor 1945: Seit 1940 Dienst im Auswärtigen Amt; 1937 NSDAP (Nr. 5062619) 

nach 1945: Erster Sekretär der Bonner Botschaft in Kairo/V AR (1964); seit 1964 
Vortragender Legationsrat im Auswärtigen Amt 

Hecker, Gottfried von, Dr. 

vor 1945: 1943 Personalabteilung, später Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes 
nach 1945: Legationsrat I. Klasse in der Rechtsabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes 
Hellenthal, Walter, Dr. 

vor 1945: Vertreter des Auswärtigen Amtes beim Armeeoberkommando 6 (1941); 
Legationsrat I. Klasse und Generalkonsul in Monaco (1943); 1933 NSDAP 

nach 1945: Bonner Botschaft in Libanon; aus Altersgründen im Ruhestand 

Henschel, Reinhard 

vor 1945: 1943-44 faschistische Gesandtschaft in Ankara/Türkei; 1937 Mitglied der NSDAP 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt (1963); seit 1966 als 
Sozialreferent an der Botschaft in Paris 

Hensel, Herbert, Dr. 



346 



vor 1945: 1943 Generalkonsul in Aarhus/Dänemark; 1933 Mitglied der NSDAP 
(Nr. 3286190) 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse und Stellvertretender Leiter eines Referats in der 
Westabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes (1962) 

Hess, Walter, Dr. 

vor 1945: Legationsrat und Leiter der Wirtschaftsabteilung der faschistischen Gesandtschaft 
in Sofia/Bulgarien (1943/44) 

nach 1945: Jetziger Botschafter in Marokko 

Heyden, Wilhelm Günther Hermann Detlef von 

vor 1945: Legationssekretär an der faschistischen Botschaft in Washington/USA (1941); 
1934 NSDAP 

nach 1945: Vortragender Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt 
Hezinger, Adolf 

vor 1945: 1942 nach Ausweisung aus dem Iran im Büro des Gesandten Ettel (Vorbereitung 
der Aggression gegen die arabischen Länder) tätig; wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz II. 
Klasse mit Schwertern ausgezeichnet; 1944 im Auswärtigen Amt Informationsabteilung (Inf. 
XIV - „Antijüdische Aktion"); Teilnehmer an der berüchtigten Krummhübel-Konferenz 

nach 1945: Wurde 1957 als Konsulatssekretär in das Bonner Auswärtige Amt übernommen 

Hilger, Gustav 

vor 1945: Leiter des Referats 13 („Rußland-Gremium") in der Politischen Abteilung des 
Auswärtigen Amtes; 1944 im Büro Ribbentrop; Verbindungsmann zum berüchtigten General 
Wlassow 

nach 1945: Von 1953 bis zur Versetzung in den Ruhestand „Berater für Ostfragen" im 
Bonner Auswärtigen Amt; (inzwischen verstorben) 

Hirsch, Karl, Dr. 

vor 1945: 1943 beim „Reichsstatthalter in Wien/Osterreich, Abt. 2 

nach 1945: Bonner Konsul in Izmir/Türkei; seit 1966 Generalkonsul in Basel/Schweiz 

Hirschberg, Erich 

vor 1945: Bis zum Oberfall auf Dänemark bei der faschistischen Gesandtschaft in 
Kopenhagen Konsulatssekretär 

nach 1945: Kanzler am Bonner Generalkonsulat in San Franzisco/USA 



347 



Hirschfeld, Hans Richard 

vor 1945: Seit 1941 Legationsrat in der Abteilung Deutschland des Auswärtigen Amtes 
(Verbindungsmann zu den Führungsorganen der Nazi-Partei und ihrer Gliederungen); 1936 
Mitglied der NSDAP (Nr. 3715319) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Island (1964); inzwischen in den Ruhestand getreten 
(1965) 

Hochmuth, Armin 

vor 1945: Konsulatssekretär an der faschistischen Botschaft in Rom/Italien 
nach 1945: Kanzler der Bonner Botschaft beim Vatikan 
Hoffmann, Christoph 

vor 1945: In der Dienststelle des Botschafters Prüfer („Arabisches Nachrichtenbüro") tätig 
(1945) 

nach 1945: Kanzler I. Klasse am Bonner Generalkonsulat in Wellington/Neuseeland (1958) 
Holleben, Ehrenfried 

vor 1945: Nazi- Jurist, zuletzt Staatsanwalt am Landgericht Potsdam; 1937 NSDAP 
(Nr. 5314946) 

nach 1945: Vortragender Legationsrat I. Kl. und stellvertretender Leiter der 
Protokollabteilung im Bonner Auswärtigen Amt; seit 1966 Botschafter in Rio de 
Janeiro/Brasilien 

Holleben, Werner, Dr. 

vor 1945: Referent in der Kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes 

nach 1945: Botschaftsrat in Luxemburg (1964); danach Leiter des Konsulats in 
Cleveland/USA 

Hoops, Walter, Dietrich, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in Peking/China (1943); 1933 NSDAP 
nach 1945: Konsul in Vancouver/Kanada 
Jericho, Rudolf 

vor 1945: Am Nazi-Konsulat in Mozambique 

nach 1945: Kanzler am Bonner Konsulat in Porto-Alegre/Brasilien (1962); seit 1964 
Oberamtsrat im Auswärtigen Amt 



348 

John, Herbert 

vor 1945: Konsulatssekretär in Polen und Belgien 

nach 1945: Kanzler am Bonner Generalkonsulat in Valparaiso/Chile (1962); seit 1966 
Amtsrat im Auswärtigen Amt 

Junker, Werner, Dr. 

vor 1945: Presseleiter der NSDAP -Auslandsorganisation in China; später beim 
„Sonderbevollmächtigten" des Auswärtigen Amtes „für den Südosten" in 
Belgrad/Jugoslawien (1944-45); 1935 NSDAP 

nach 1945: Jetziger Bonner Botschafter in der Südafrikanischen Union 
Karstien, Hans, Dr. 

vor 1945: Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Regierungsrat im Auswärtigen Amt; 1933 
NSDAP (Nr. 1596620) 

nach 1945: Vortragender Legationsrat am Bonner Auswärtigen Amt; Leiter des Referats 
Chiffrier- und Fernmeldewesen; (inzwischen verstorben) 

Kassler, Rolf, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in Kopenhagen/Dänemark (1944) 
nach 1945: Botschaftsrat I. Klasse im Bonner diplomatischen Dienst 
Keller, Rupprecht von, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter Unterstaatssekretär Woermanns im Auswärtigen Amt, einem der 
Vertrauten Ribbentrops; 1933 SA; NSDAP (Nr. 8012248) 

nach 1945: Westdeutscher Beobachter beim Europäischen Büro der Vereinten Nationen in 
Genf/Schweiz, 1964 zum Botschafter ernannt; seit 1966 Generalkonsul in Genf/Schweiz 

Kempff, Günther 

vor 1945: Protokollabteilung des Auswärtigen Amtes 
nach 1945: Bonner Generalkonsul in Helsinki/Finnland 
Klaiber, Manfred, Dr. 

vor 1945: Im Auftrage des Auswärtigen Amtes von 1943-1945 in Belgrad/Jugoslawien und 
Wien/Österreich tätig 

nach 1945: Jetziger Bonner Botschafter in Paris/Frankreich 
Knoop, Theodor von 



349 



vor 1945: Handelspolitische Abteilung des Auswärtigen Amtes (1944) 

nach 1945: Leiter der Wirtschaftsabteilung des Bonner Generalkonsulats in San 
Franzisco/USA; aus Altersgründen ausgeschieden 

Köhler, Heinrich, Dr. 

vor 1945: Leiter eines Referats der Kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes 
(1945) 

nach 1945: Bonner Generalkonsul in Bombay/Indien (1964); seit 1965 Botschafter in 
Neuseeland 

Krajewicz, Helmut 

vor 1945: Konsulatssekretär an den faschistischen Vertretungen in London/Großbritannien 
und Den Haag/Holland 

nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in Paris/Frankreich (1963); zwischenzeitlich an 
der Botschaft in Moskau/UdSSR, dort 1966 zur persona non grata erklärt 

Krapf, Franz 

vor 1945: 1940 bis Kriegsende Legationssekretär und Mitarbeiter der „Niederlassung der 
Reichsbahnwerbezentrale" (Auslandsdienststelle des SD) an der Botschaft in Tokio/Japan; 
Mitarbeiter der Abteilung III des Reichssicherheitshauptamtes; 1936 NSDAP,- SS- 
Untersturmführer 

nach 1945: Ministerialdirektor und Leiter der Ostabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes; 
seit 1966 Botschafter in Tokio/ Japan 

Krause-Wichmann, Georg, Dr. 

vor 1945: An der faschistischen Gesandtschaft in Sofia/Bulgarien (1944); 1933 NSDAP 
(Nr. 1547946) 

nach 1945: Generalkonsul in Genua/Italien (1964) 
Krebs, Herbert 

vor 1945: Bis Kriegsausbruch beim Konsulat in Brasilien 

nach 1945: Kanzler der Bonner Botschaft in Australien (1963); seit 1966 in 
Dj akarta/Indonesien 

Krebs, Kurt, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter des „Sonderbeauftragten für Wirtschaftsfragen" in Rumänien; an der 
wirtschaftlichen Ausplünderung des Landes beteiligt 

nach 1945: Landwirtschaftsreferent an der Bonner Botschaft in Paris/Frankreich 



350 



Krumdieck, Oskar 

vor 1945: Konsul am faschistischen Konsulat in Peru 

nach 1945: Konsul am westdeutschen Konsulat in Peru; seit 1966 Konsul am Wahlkonsulat 
in San Ramon 

Kuhle, Herbert, Dr. 

vor 1945: Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes (1943- 
44) 

nach 1945: Bonner Konsul in Kansas City/USA (1964); seit 1966 Konsul I. Klasse im 
Auswärtigen Amt 

Kutscher, Ernst, Dr. 

vor 1945: Im Jahre 1944 im Auswärtigen Amt in der Informationsstelle XIV („Antijüdische 
Aktion"); Teilnehmer an der Krummhübel-Konferenz; 1933 NSDAP 

nach 1945: Botschaftsrat an der Bonner Botschaft in Paris/Frankreich (1962); seit 1964 als 
Vortragender Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt tätig; seit 1966 
Botschaftsrat I. Klasse bei EWG und EAG, Brüssel/Belgien 

Lahr, Rolf 

vor 1945: 1934-1945 Referent und Regierungsrat im Reichswirtschaftsministerium; 
zwischenzeitlich Mitglied der Geschäftsführung der Reichsgruppe Industrie; 1933 NSDAP 
(Nr. 2637673) 

nach 1945: Staatssekretär im Auswärtigen Amt 
Lane, Alexander, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter Goebbels' im Nazi-Propagandaministerium; bis Kriegsende war er 
Rundfunkattache in Sofia/Bulgarien 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse; Referatsleiter im Bonner Auswärtigen Amt, 
Personalabteilung, 1964 zum Vortragenden Legationsrat 1. Klasse ernannt 

Lanwer, Ewald, Dr. 

vor 1945: Bis 1945 Konsul in Apenrade (Aabenraa)/Dänemark; verantwortlich für die 
Werbung „Volksdeutscher Freiwilliger" zur Waffen-SS und für die Bespitzelung dänischer 
Patrioten; seit 1933 Mitglied der NSDAP 

nach 1945: Im Bonner Auswärtigen Amt Referatsleiter in der Abteilung für 
Entwicklungspolitik (1963); seit 1966 Botschaftsrat I. Klasse an der westdeutschen 
Vertretung bei OECD, Paris 

Lehr, Bruno 



351 



vor 1945: Mitarbeiter Görings im faschistischen Reichsluftfahrtministerium; SS; 1941 
NSDAP (Nr. 8739967) 

nach 1945: Zweiter Sekretär der Bonner Botschaft in Tokio/Japan 
Lerchenfeld, Johannes Graf von, Dr. 

vor 1945: Vertrauensmann der IG-Farben in Berlin, Paris/Frankreich und Sofia/ Bulgarien 
nach 1945: Wirtschafsreferent an der Bonner Botschaft in Rom/Italien 
Linneborn, Kuno 

vor 1945: Gesandtschaft in Helsinki/Finnland; danach am Konsulat in Apenrade 
(Aabenraa)/Dänemark 

nach 1945: Im Bonner Auswärtigen Amt als Regierungsamtmann (1957) 
Luedde -Neurath, Kurt 

vor 1945: Legationssekretär an der Botschaft in Tokio/Japan; SA-Sturmführer; 1938 NSDAP 
(Nr. 4745122) 

nach 1945: Vortragender Legationsrat im Bonner Auswärtigen Amt (1963); Seit April 1968 
Botschafter in Neuseeland 

Lüders, Carl-Heinz 

vor 1945: Nazi- Jurist; Amtsgerichtsrat im Oberlandesgericht Hamburg 

nach 1945: Botschaftsrat in Indien (1964); seit 1966 Botschafter in Luxemburg 

Mackeben, Wilhelm 

vor 1945: Legationsrat in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes; zeitweilig z. b. 
V. beim Botschafter Ritter 

nach 1945: Bonner Botschafter in Lima/Peru bis zum Ausscheiden aus Altersgründen 
(inzwischen verstorben) 

Mahrmann, Hans 

vor 1945: Staatsanwalt am Landgericht Berlin; beteiligt an sogenannten 
Hochverratsprozessen 

nach 1945: Generalkonsul am Bonner Generalkonsulat in New Orleans; seit 1966 
Botschaftsrat I. Klasse in Ankara/Türkei 

Maltzan, Vollrath Freiherr von, Dr. 



352 



vor 1945: In der Handelspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes zuständig für 
„Wirtschafts- und Finanzfragen der besetzten Westgebiete" (1940); 

nach 1945: Bonner Botschafter in Paris/ Frankreich; aus gesundheitlichen Gründen 
ausgeschieden 

Mangold, Hans Joachim, Dr. 

vor 1945: Kriegsverwaltungsassessor des Besatzungsregimes in Paris/Frankreich; 1933 
NSDAP (Nr. 2307799) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Damaskus/Syrien (1964); seit 1966 Botschaftsrat I. Klasse 
in Genf/Schweiz 

Maenß, Hans Ivar 

vor 1945: Mitarbeiter im Auswärtigen Amt (1944) 

nach 1945: Stellvertretender Referatsleiter im Bonner Auswärtigen Amt (1964); seit 1966 
Referatsleiter in der Personalabteilung 

Marchtaler, Hans Ulrich, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat an der Botschaft in Tokio/Japan (1944) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Stockholm/Schweden (1961); inzwischen in den 
Ruhestand getreten 

Melchers, Wilhelm 

vor 1945: Leiter der Politischen Abteilung VII („Vorderer Orient"); organisierte und leitete 
dort in engster Zusammenarbeit - mit Gestapo und SD vor allem die Tätigkeit der 
„5. Kolonnen" 

nach 1945: Bis Ende 1964 Bonner Botschafter in Griechenland; seitdem „Berater" und 
Pensionsempfänger 

Merfels, Josef 

vor 1945: Konsul beim „Reichsbevollmächtigten" in Dänemark (1945); Landesgruppenleiter 
der NSDAP in Albanien; 1934 NSDAP (Nr. 3398422) 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Bordeaux/Frankreich (1963); aus Altersgründen im 
Ruhestand 

Metzger, Werner 

vor 1945: Konsulatssekretär in Madrid/ Spanien (1944) 

nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in Ecuador (1957); seit 1965 Amtsrat der 
Botschaft in Brüssel/Belgien 



353 



Mirbach, Dietrich Freiherr von 

vor 1945: 1943-1944 Persönlicher Referent des Staatssekretärs Steengracht im Auswärtigen 
Amt; 1933 NSDAP (Nr. 2731405) 

nach 1945: Botschafter z.b.V. im Bonner Auswärtigen Amt; seit Juni 1965 Botschafter in 
Indien 

Mirow, Eduard 

vor 1945: Verbindungsmann des „Stabes des Bevollmächtigten für die arabischen Länder" 
(Stab von Grobba), Sonderstab General Felmy (1942); 1945 Vizekonsul des Auswärtigen 
Amtes in Zürich/Schweiz; 1 93 1 NSDAP (Nr. 549764) 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse an der Bonner Botschaft in Bagdad/Irak; seit 1967 
Legationsrat I. Klasse im Auswärtigen Amt 

Mohr, Ernst Günther, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in Den Haag/Holland; mitverantwortlich für die Einleitung der 
Judendeportationen 1939 bis 1941; danach Konsul in Tanger/Marokko; Mitarbeiter des 
faschistischen Spionagedienstes; im Auswärtigen Amt Verbindungsreferent zum OKW 
(1945); Pressewart der NSDAP Ortsgruppe Peping/China,- 1935 NSDAP (Nr. 3500174) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Bolivien; seit 1965 in Buenos Aires/Argentinien 

Mohrmann, Anton, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat an der faschistischen Gesandtschaft in Sofia/Bulgarien (1944) 
nach 1945: Bonner Botschafter in Columbien (1962); aus Altersgründen im Ruhestand 
Moltmann, Gerhard, Dr. 

vor 1945: 1943-1944 an der faschistischen Gesandtschaft in Bern/Schweiz; NSDAP 
(Nr. 7005175) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Afghanistan 
Motz, Günther, Dr. 

vor 1945: Seit 1941 im faschistischen Reichsministerium des Innern 

nach 1945: Botschafter in Bolivien; sei; 1967 Vortragender Legationsrat im Auswärtigen 
Amt 



Mühlenhöver, Josef 

vor 1945: Mitarbeiter in der Rechtsabteilung des faschistischen Außenministeriums (1944) 



354 



nach 1945: Botschaftsrat an der westdeutschen Botschaft in Frankreich (1962); seit 1966 
Botschaftsrat I. Klasse in Wien/Österreich 

Mumm von Schwarzenstein, Bernd Eugen, Dr. 

vor 1945: Legationssekretär im Auswärtigen Amt 

nach 1945: Leiter der Bonner Handelsvertretung in Warschau/Polen (1965) 
Munzel, Kurt, Dr. 

vor 1945: Während des Krieges stellvertretender Leiter, dann Leiter des Orientreferats der 
Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes; Angehöriger des .Stabes des 
Bevollmächtigten für die arabischen Länder"; 1933 NSDAP (Nr. 1494847) 

nach 1945: Botschafter in Libanon bis Abbruch der diplomatischen Beziehungen, seitdem im 
Auswärtigen Amt 

Muschke, Kurt 

vor 1945: Kanzler an der faschistischen Botschaft in Sofia/Bulgarien (1942) 
nach 1945: Kanzler am Bonner Konsulat in Neapel/Italien 
Northe, Heinrich, Dr. 

vor 1945: 1939-1941 Legationsrat in den Dienststellen der Botschaft in China - Peking, 
Shanghai, Tientsin und Chungking; danach bis 1945 Vertreter des Auswärtigen Amtes in 
Saigon/Vietnam; 1935 NSDAP (Nr. 3504851), Schlichter der Landesgruppe China der 
NSDAP 

nach 1945: Seit Juli 1967 Botschafter beim Europarat Strasbourg 
Nostitz, Siegfried von 

vor 1945: Gesandtschaftsrat an der faschistischen Botschaft in Sofia/Bulgarien (1944); 1933 
NSDAP 

nach 1945: Generalkonsul in San Francisco/USA 
Nostitz-Drczewiecki, Gottfried von 

vor 1945: 1938-1940 im Auswärtigen Amt Stellvertreter des Leiters der Abt. Pol I M 
(Verbindungsstelle zum Spionagedienst des OKW); danach Legationsrat am Konsulat in 
Genf/Schweiz 

nach 1945: Bonner Botschafter in Chile 



Nüßlein, Franz, Dr. 



355 



vor 1945: Hat als Oberstaatsanwalt in Prag/CSR an Blut- und Terrorurteilen mitgewirkt 
(1942); 1937 NSDAP (Nr. 4628997) 

nach 1945: Generalkonsul in Barcelona/ Spanien 

Obermaier, Franz 

vor 1945: Presse-Attache in Sofia/Bulgarien (1940) 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Casablanca/Marokko; seit 1966 in Palermo/Italien 
Oehlandt, Herwarth 

vor 1945: Konsulatssekretär in Maastricht/Holland (1939) 

nach 1945: Im Bonner Auswärtigen Amt 1960 Regierungsamtmann; seit 1966 Kanzler an der 
Handelsvertretung in Helsinki/Finnland 

Ostermann von Roth, Ernst-Ludwig 

vor 1945: Vertreter des faschistischen Auswärtigen Amtes beim Armee-Oberkommando II; 
dann Gesandtschaftsrat an der Nazi-Gesandtschaft in Lissabon/Portugal (1944); 1937 NSDAP 
(Nr. 3810743), SS -Untersturmführer (Nr. 156496) 

nach 1945: Westdeutscher Botschafter in Kolumbien 

Overbeck, Karl Kuno 

vor 1945: Legationsrat in Budapest/Ungarn; SA 

nach 1945: Ministerialdirigent im Bonner Auswärtigen Amt (1963) 

Pamperrien, Rudolf, Dr. 

vor 1945: Leiter eines Referats der Handelspolitischen Abteilung im Auswärtigen Amt 
(1942) 

nach 1945: Botschafter in Ecuador (1957); aus Altersgründen in den Ruhestand getreten 
Pappenheim, Georg Graf von 

vor 1945: 1944 in der Politischen Abteilung, Referat Pol I M (Verbindungsstelle zum 
Spionagedienst des OKW) des Auswärtigen Amtes 

nach 1945: Botschafter in Ecuador 

Panhorst, Karl, Dr. 

vor 1945: Sekretär des Ausschusses für die „Aktion Ibero- und Mittelamerika"; 
Vertrauensmann der IG-Farben (1939) 



356 

nach 1945: Bonner Botschafter in Guatemala (1962); in den Ruhestand getreten 
Paulig, Richard 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes; 
mitverantwortlich für die Ausraubung Kroatiens/Jugoslawien (1944) 

nach 1945: Vortragender Legationsrat im Bonner Auswärtigen Amt (1961) 

Pfisterer, Friedrich, Dr. 

vor 1945: In der Wirtschaftspolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes 

nach 1945: Erster Sekretär der Bonner Botschaft in Brüssel/Belgien (1964); seit 1966 
Referatsleiter in der Personalabteilung im Auswärtigen Amt 

Pirch, Georg von, Dr. 

vor 1945: Ab 1939 Mitarbeiter im Auswärtigen Amt; 1932 Stahlhelm; 1934 SS-Anwärter 

nach 1945: Referent im Bonner Auswärtigen Amt (1964); seit 1966 Generalkonsul in 
Detroit/USA 

Przybill, Willi 

vor 1945: Ab 1936 Konsulatssekretär in Bratislava/CSR 

nach 1945: Kanzler beim Bonner Konsulat Graz/Österreich (1957) 

Quiring, Franz, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat beim faschistischen Generalkonsulat in Genf/Schweiz (1939); 
1933 NSDAP 

nach 1945: Bonner Gesandter in Kabul/ Afghanistan (1954) 
Rabes, Rudolf, Dr. 

vor 1945: Bis 1939 Legationssekretär an der faschistischen Botschaft in Rio de 
Janeiro/Brasilien 

nach 1945: Konsul I. Klasse inCuritiba/Brasilien (1964) 
Ramelow, Thomas 

vor 1945: Vizekonsul im Auswärtigen Amt (1942) 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Concepcion/Chile (1964) seit 1966 Botschafter in 
Tananarive/Madagaskar 

Randow, Elgar von 



357 



vor 1945: Bis 1945 Gesandtschaftsrat in China; war mit der Zentralen Leitung der 
faschistischen Propaganda-, Nachrichten- und Spionagetätigkeit beauftragt; erhielt das 
Kriegsverdienstkreuz II. Klasse mit Schwertern; 1925 Mitglied der NSDAP (Nr. 5189) 

nach 1945: Generalkonsul Bonns in Kalkutta/Indien 

Rathje, Otto 

vor 1945: Konsulatssekretär an der Nazi-Botschaft in Washington (1940) 
nach 1945: Kanzler an der westdeutschen Botschaft in Washington (1963) 
Reichert, Hans-Joachim Ritter von 

vor 1945: Gesandtschaftsrat beim faschistischen „Bevollmächtigten des Reiches" für Italien 
nach 1945: Bonner Botschafter in Honduras (1964) 
Reichhold, Walter, Dr. 

vor 1945: Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Personalabteilung des Auswärtigen Amtes 
(Sprachendienst); befaßte sich in starkem Maße mit Spionage (1943); 1944 in der Botschaft in 
Madrid/Spanien, beauftragt, eine Nebenstelle des Sprachendienstes einzurichten 

nach 1945: Botschafter in Ghana (1964); danach an die Botschaft in Ottawa/Kanada versetzt 

Rensinghoff, Wilhelm 

vor 1945: 1939 als Mitarbeiter der faschistischen Gesandtschaft übernommen; Agent des 
Geheimdienstes; Ortsgruppenleiter der NSDAP in Port Said/Ägypten 

nach 1945: Leiter des westdeutschen Wahlkonsulats in Puerto Mont/Chile; (inzwischen 
verstorben) 

Richter, Herbert, Dr. 

vor 1945: Bis 1945 faschistischer Generalkonsul in Tetuan/Marokko 
nach 1945: Botschafter Bonns in Algerien (1964) 
Richthofen, Oswald Freiherr von, Prof. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat an der Nazi-Gesandtschaft in Budapest/Ungarn 1944; 1932 
NSDAP (Nr. 1440443) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Khartum/Sudan (1964); seit 1967 in Singapur 
Ringelmann, Max, Dr. 

vor 1945: Während der faschistischen Besetzung Jugoslawiens Vertreter des Auswärtigen 
Amtes beim Militärbefehlshaber in Belgrad (1943); 1934 NSDAP 



358 

nach 1945: Generalkonsul in Salisbury (1964) 
Röhreke, Heinrich, Dr. 

vor 1945: 1944 Leiter des Nazi-Konsulats in Hankau/China; trat im Juli 1945 für die getarnte 
Fortfuhrung der NSDAP im Rahmen des „Deutschen Amts in China" ein; 1937 NSDAP; SA 

nach 1945: Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt; 1963 zum Vortragenden 
Legationsrat ernannt; seit 1967 Botschafter in Manila/Philippinen 

Rom, Horst von, Dr. 

vor 1945: Im faschistischen Reichsjustizdienst beschäftigt 

nach 1945: Bonner Konsul in Atlanta USA (1964); 1965 Botschafter in Bamako/Mali 
Ruoff, Herbert 

vor 1945: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Auswärtigen Amt; hat in Zusammenarbeit mit 
dem SD beim Austausch deutscher Zivilinternierter im Ausland gewirkt 

nach 1945: Stellvertreter des Bonner Botschafters in Australien (1962); Legationsrat I. Klasse 
im Auswärtigen Amt; seit 1968 Botschaftsrat in Canberra/Australien 

Rutkowski, Arthur 

vor 1945: Vor dem Krieg bei der faschistischen Gesandtschaft in Belgrad/Jugoslawien 
nach 1945: Wirtschaftsreferent in Wien/ Österreich (1961) 
Sachs, Hans Georg, Dr. 

vor 1945: Legationssekretär im Auswärtigen Amt (1941) 

nach 1945: Ministerialdirektor im Bonner Auswärtigen Amt; Leiter der Abteilung 8; seit Juni 
1965 Botschafter bei EWG und Euratom 

Schaffarczyk, Herbert, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter im Auswärtigen Amt (1939) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Lissabon/Portugal (1964) 

Schatten, Willi 

vor 1945: Bereitete an der faschistischen Botschaft in Warschau den Überfall auf Polen mit 
vor 

nach 1945: Regierungsobersekretär im Bonner Auswärtigen Amt (1956); später an der 
Botschaft in Moskau/UdSSR (1960) 



359 



Scherpenberg, Albert Hilger von, Dr. 

vor 1945: 1935-1945 im Auswärtigen Amt, Leiter des Referats 6 der Handelspolitischen 
Abteilung; verantwortlich für die kriegswirtschaftliche Ausplünderung Dänemarks und 
Norwegens 

nach 1945: Bonner Botschafter am Vatikan (1964); inzwischen in den Ruhestand getreten 
(1965) 

Scheske, Ulrich, Dr. 

vor 1945: Regierungsreferendar im faschistischen Staatsapparat (1942); 1933 SS 
(Nr. 216977) 

nach 1945: 1963 Vortragender Legationsrat I. Klasse in der Abteilung West 2 des Bonner 
Auswärtigen Amtes; seit 1967 Botschafter in Bangkok/Thailand 

Schilling, Karl, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im Auswärtigen Amt; 1937 SA 

nach 1945: Zweiter Botschaftssekretär in Tokio/Japan (1963); seit 1966 Legationsrat 
I. Klasse im Auswärtigen Amt 

Schirmer, Hans, Dr. 

vor 1945: Bis 1935 Gauhauptstellenleiter der Auslandsorganisation der NSDAP in 
London/Großbritannien, von 1935-1939 Mitarbeiter des Propaganda-Ministeriums unter 
Goebbels, seit 1939 im Auswärtigen Amt; 1940-1942 stellvertretender Leiter der 
Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, einer der Hauptverantwortlichen für 
den Auf- und Ausbau des Geheimsendernetzes des Spionagedienstes 

nach 1945: Vortragender Legationsrat I. Klasse in der Ost-Abteilung des Bonner 
Auswärtigen Amtes (1962); seit 1968 Botschafter in Canberra/ Australien 

Schiitter, Oskar 

vor 1945: Im Jahre 1944 Referent in der Handelspolitischen Abteilung des faschistischen 
Auswärtigen Amtes; aktiv an der Ausplünderung Norditaliens beteiligt; Mitglied der NSDAP 
seit 1934 (Nr. 3591227) 

nach 1945: Botschafter in Athen/Griechenland 
Schmidt, Rolf 

vor 1945: Konsulatssekretär am faschistischen Generalkonsulat in Antwerpen/ Belgien 
(1940) 

nach 1945: Kanzler im Generalkonsulat in Salisbury (1962) 



Schott, Wilhelm 



360 

vor 1945: Legationssekretär beim Nazi-Generalkonsulat in Zürich/Schweiz (1941); 1933 
NSDAP (Nr. 1890109); SA 

nach 1945: Legationsrat im Bonner Auswärtigen Amt (1960) 
Schubert, Konrad von 

vor 1945: Legationsrat I. Klasse im Auswärtigen Amt; 1933 NSDAP (Nr. 3281493) 
nach 1945: Westdeutscher Botschafter in Äthiopien (1964) 
Schürt, Hans 

vor 1945: Konsulatssekretär bei der faschistischen Gesandtschaft in Oslo/Norwegen 

nach 1945: Kanzler an der Bonner Botschaft in Bangkok/Thailand (1962); seit 1966 in 
Nairobi/Kenia 

Schürt, Nikolaus 

vor 1945: NS-Konsul in Potosi/Bolivien (1939) 
nach 1945: Bonner Konsul in Sucre/Bolivien (1964) 
Schwarzmann, Hans, Dr. 

vor 1945: Verbindungsmann zwischen Ribbentrop und dem Nazi-Botschafter in 
Paris/Frankreich, Abetz; seit 1942 in der Politischen Abteilung des Außenministeriums als 
Frankreich-Spezialist tätig 

nach 1945: Leiter der Westberliner Außenstelle des Bonner Auswärtigen Amtes; seit 1966 
Botschafter und Leiter der Protokollabteilung 

Schweinitz, Hans Ulrich von, Dr. 

vor 1945: NS-Vizekonsul in Iskenderum/Türkei (1943); 1933 NSDAP 

nach 1945: Bonner Botschafter in Thailand 1964); seit 1967 in Nairobi/Kenia 

Schwörbel, Herbert, Dr. 

vor 1945: 1942-1945 Presseattache beim „Reichsbevollmächtigten" in Griechenland 
nach 1945: Bonner Botschafter in Ceylon 
Seelos, Gebhard, Dr. 

vor 1945: Bereitete als Konsul in Lemberg (Lwow) den Überfall auf Polen mit vor und gab 
Spionageberichte an das Auswärtige Amt; danach als Gesandtschaftsrat nach 
Kopenhagen/Dänemark versetzt 



361 



nach 1945: Botschafter in Brasilien (1964) 
Seydel, Hans, Dr. 

vor 1945: Vizekonsul in Tetuan/Marokko (1942); bereitete als Mitarbeiter des „Stabes von 
Grobba" die militärische Besetzung der arabischen Staaten mit vor 

nach 1945: In der Abteilung West II des Bonner Auswärtigen Amtes (1963); seit 1966 
Botschafter in Tripolis/Libyen 

Siegfried, Herbert, Dr. 

vor 1945: Vortragender Legationsrat und Generalkonsul in Genf/Schweiz (1944); 1937 
NSDAP (Nr. 4009260) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Brüssel/Belgien (1964); aus Altersgründen im Ruhestand 
Simonis, Susanne, Dr. 

vor 1945: Bis 1945 an den faschistischen Botschaften in Tokio/Japan undNanking/China 

nach 1945: Legationsrätin in der Kulturabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes (1963); seit 
1966 Leiter des Konsulats in Vancouver/Kanada 

Solms-Braunfels, Prinz Alexander zu 

vor 1945: 1941 Legationssekretär an der faschistischen Botschaft in Bukarest/Rumänien; 
1937 NSDAP (Nr. 4255672) 

nach 1945: Botschafter in Salvador 

Sonnenhol, Gustav-Adolf, Dr. 

vor 1945: 1944 Vizekonsul in Genf/ Schweiz; 1931 NSDAP (Nr. 545961); 1930 SA; 
Untersturmführer der SS 

nach 1945: Stellvertretender Leiter der Bonner Vertretung bei der OECD in Paris/ Frankreich 
(1962); Botschaftsrat I. Klasse; seit 1964 Ministerialdirektor; Leiter der Abteilung Kanzler an 
der Bonner Bot I im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit; seit 1968 
Botschafter in Südafrika 

Spaeth, Josef 

vor 1945: Bereitete den faschistischen Oberfall auf Polen als Mitarbeiter am Generalkonsulat 
in Kattowitz (Katowice) mit vor 

nach 1945: Kanzler des Bonner Konsulats in Zagreb/Jugoslawien (1962); seit 1966 Amtsrat 
im Auswärtigen Amt 

Stahlberg, Gerhard, Dr. 



362 



vor 1945: Legationsrat im Auswärtigen Amt (1942); war in der Rechtsabteilung maßgeblich 
an der Durchsetzung der faschistischen Rassengesetze und der Ausarbeitung von 
Rechtfertigungen für die faschistische Raub- und Terrorpolitik beteiligt 

nach 1945: Generalkonsul in Montreal/ Kanada 

Starke, Gotthold, Dr. 

vor 1945: Leiter des Referats P 5 (UdSSR und Polen) in der Presseabteilung des Auswärtigen 
Amtes (1945); Chefredakteur der faschistischen Okkupantenzeitung „Deutsche Rundschau in 
Polen" 

nach 1945: Vortragender Legationsrat I. Klasse; 1962 ausgeschieden; seitdem zusammen mit 
dem Kriegsverbrecher Kohnert aktiv in der revanchistischen Landsmannschaft 
„Westpreußen" tätig 

Stechow, Johann Karl von 

vor 1945: Legationsrat in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes (1944) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Manila/Philippinen (1964); aus Altersgründen im 
Ruhestand 

Steinbach, Hans-Joachim 

vor 1945: Konsulatssekretär am faschistischen Generalkonsulat in Berlin (1944) 
nach 1945: Bonner Botschafter in Rwanda 
Stelzer, Gerhard, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat I. Klasse in Bukarest/Rumänien (1941); 1936 NSDAP 

nach 1945: Leiter des Generalkonsulats in Antwerpen/Belgien (1961); aus Altersgründen 
inzwischen im Ruhestand 

Steuer, Theo 

vor 1945: War Mitarbeiter des Kriegsverbrechers Abetz an der faschistischen Botschaft in 
Paris/Frankreich (1940) 

nach 1945: Kanzler am Bonner Konsulat in Cordoba/ Argentinien (1962); seit 1966 Amtsrat 
im Auswärtigen Amt 

Stolzmann, Paulus von 

vor 1945: Leiter der Verbindungsstelle des zum persönlichen Stab Ribbentrops gehörenden 
„Beauftragten für das Informationswesen" (1944); 1933 NSDAP (Nr. 3286389) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Luxemburg (1964); inzwischen im Ruhestand 



363 



Strachwitz, Rudolf Graf 

vor 1945: Seit 1939 Gesandtschaftsrat I. Klasse in den faschistischen Botschaften in 
Paris/Frankreich, Budapest/Ungarn und Barcelona/Spanien; 1936 NSDAP (Nr. 3771577) 

nach 1945: Bonner Botschafter beim Vatikan (1961); aus Altersgründen im Ruhestand 

Strack, Hans, Dr. 

vor 1945: In der Politischen Abteilung Leiter des Referats Pol II (1943); mitverantwortlich 
für Nazi- und Kriegsverbrechen in Frankreich (Judendeportationen, Geiselerschießungen); 
1943 Konsul in Klausenburg (Cluj)/Rumänien; 1936 NSDAP (Nr. 3752096); NSKK- 
Sturmführer 

nach 1945: Botschafter in Santiago de Chile (1964); aus Altersgründen inzwischen im 
Ruhestand 

Strecker, Hermann 

vor 1945: Konsulatssekretär und Mitarbeiter im „Rußlandkomitee" Ribbentrops (1941); 
NSDAP 

nach 1945: Regierungsamtmann in der Handelspolitischen Abteilung des Bonner 
Auswärtigen Amtes (1960) 

Strusch, Friedrich 

vor 1945: An der faschistischen Botschaft in Rom/Italien (1939) 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Windhuk/Südwestafrika (1964); seit 1967 in 
Kansas/City/USA 

Tannstein, Kurt, Dr. 

vor 1945: Legationssekretär an der faschistischen Botschaft am Vatikan (1941); 1933 
NSDAP (Nr. 2948420) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Tunesien 

Templin, Paul Heinz 

vor 1945: Bereitete als Mitarbeiter des faschistischen Generalkonsulats in Kattowitz 
(Katowice) den Überfall auf Polen mit vor 

nach 1945: Regierungsamtmann in der Kulturabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes 
(1959) 

Theussner, Hans- Joachim, Dr. 

vor 1945: Förderndes Mitglied der SS 



364 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Edinburgh/Großbritannien 
Thomsen, Henning, Dr. 

vor 1945: Nazi-Gesandtschaftsrat in Dublin/Irland (1943); SS -Rottenführer; NSDAP- 
Anwärter (1938) 

nach 1945: Vortragender Legationsrat I. Klasse im Bonner Auswärtigen Amt; Leiter des 
Referats Außenhandelsförderung (1962); seit 1965 Botschafter in Island 

Tichy, Alois, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat im Auswärtigen Amt (1945); 1937 NSDAP 
nach 1945: In der Politischen Abteilung des Bonner Auswärtigen Amtes 
Trützschler, Heinz Freiherr von Falkenstein, Dr. 

vor 1945: 1944 im Auswärtigen Amt, Stellvertreter des Referatsleiters Pol XII; danach 
Konsul in Genf/Schweiz; NSDAP (Nr. 8183952) 

nach 1945: Botschafter in Irland (1964) 

Ungern-Sternberg, Reinhold Freiherr von, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in Helsinki/Finnland (1944); 1933 NSDAP (Nr. 2594983); SA- 
Sturm 33 

nach 1945: Bis 1964 Bonner Botschafter im Iran; dann an der Botschaft in 
London/Großbritannien tätig; seit 1968 in Brüssel/Belgien 

Vetter, Oskar 

vor 1945: NS-Konsulatssekretär in der berüchtigten Abteilung Deutschland des Auswärtigen 
Amtes 

nach 1945: Kanzler am Generalkonsulat Johannesburg/Südafrika 
Vogel, Georg, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in der Rechtsabteilung des Auswärtigen Amtes (1944); 1937 
NSDAP; SS-Obersturmführer 

nach 1945: Bonner Botschafter in Venezuela (1964) 

Waldheim, Gottfried von 

vor 1945: Nazi-Gesandtschaftsrat in Spanien (1945) 

nach 1945: Generalkonsul in Valparaiso/Chile (1964); (inzwischen verstorben) 



365 



Walther, Gebhard von, Dr. 

vor 1945: Botschaftsrat an der faschistischen Botschaft in Ankara/Türkei (1943); 1939 
Anwärter der NSDAP 

nach 1945: Botschafter in Ankara/Türkei (1964); danach in Moskau/UdSSR; jetzt in den 
Ruhestand getreten 

Weber, Walter, Dr. 

vor 1945: 1943-1944 in der Politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Leiter des 
Referats Pol I; 1937 NSDAP 

nach 1945: Vor Federer 1964 Bonner Botschafter in der VAR 
Wehrstedt, Friedrieh- Wilhelm, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im faschistischen Staatsapparat 1938; 1933 NSDAP (Nr. 2151075) 

nach 1945: Inspekteur des Bonner Auswärtigen Amtes für diplomatische und konsularische 
Vertretungen im Ausland (1964); 1965 zum Botschafter ernannt 

Weiz, Gerhard, Dr. 

vor 1945: Gesandtschaftsrat in Buenos Aires/ Argentinien (1944); bewarb sich um Aufnahme 
in die SS und 1934 für den Dienst in der Gestapo; 1933 SA 

nach 1945: Generalkonsul in Sao Paolo/Brasilien 

Welck, Wolfgang Freiherr von 

vor 1945: 1943 Legationsrat I. Klasse im Büro des Botschafters Ritter (Verbindungsstelle 
zum OKW); 1935 NSDAP (Nr. 2549805) 

nach 1945: Bonner Botschafter in der Schweiz (1964) 

Wendland, Jork Alexander Freiherr von 

vor 1945: Nazi-Legationssekretär in Batavia/Indonesien (1941); 1933 NSDAP (Nr. 2948710) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Mauretanien und Senegal (1964); seit August 1965 in 
Gambia 

Werkmeister, Karl, Dr. 

vor 1945: 1940-1944 Gesandtschaftsrat I. Klasse in Ungarn 

nach 1945: Bonner Botschafter in Schweden (1963); inzwischen aus Altersgründen im 
Ruhestand 

Werthern, Charlotte Margot von 



366 

vor 1945: In der Informationsstelle des Auswärtigen Amtes (1944) 

nach 1945: Pressereferentin der Bonner Botschaft in Dakar/Senegal (1962) 

Werz, Luitpold, Dr. 

vor 1945: Vor dem Krieg an den Vertretungen in Barcelona/Spanien, Sydney/ Australien und 
Pretoria/Südafrika; danach dem Konsulat in Lourenco Marques/Mocambique zugeteilt; 1944 
als Konsul im Auswärtigen Amt tätig; NSDAP 1934 (Nr. 2873248) 

nach 1945: Ministerialdirigent im Auswärtigen Amt; Leiter der Kulturpolitischen Abteilung 
Wickert, Erwin, Dr. 

vor 1945: 1940-1941 Leiter der Rundfunkabteilung der faschistischen Botschaft in China; 
anschließend in Japan 

nach 1945: Referatsleiter in der Ostabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes (1964); seit 
1968 Gesandter an der Botschaft in London/Großbritannien 

Wobser, Herbert 

vor 1945: 1938-1941 NSDAP-Ortsgruppenleiter in Peking/China; 1941-1945 in 
Shanghai/China als Konsulatssekretär; 1934 NSDAP (Nr. 2873664) 

nach 1945: Amtsrat in der Handelspolitischen Abteilung des Bonner Auswärtigen Amtes 
(1961) 

Wollenweber, Karl-Gustav, Dr. 

vor 1945: Während des Krieges Mitarbeiter in der Personalabteilung und Rechtsabteilung des 
Auswärtigen Amtes; 1933 NSDAP (Nr. 3020707) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Malta 

Wolschke, Waldemar 

vor 1945: Vor Eintritt in das Auswärtige Amt als Polizeiinspektor tätig; 1945 
Konsulatssekretär in Lissabon/Portugal 

nach 1945: Kanzler am Bonner Konsulat in Liverpool/Großbritannien 
Wussow, Fritz 

vor 1945: Leiter des faschistischen Konsulats in Orsova/Rumänien 1940; 1934 NSDAP 
nach 1945: Konsul I. Klasse in Melbourne/Australien; inzwischen im Ruhestand 
Wüstenberg, Paul, Dr. 



367 



vor 1945: Oberregierungsrat im faschistischen Staatsapparat 1941; 1937 NSDAP 
(Nr. 5723204) 

nach 1945: Im Bonner Auswärtigen Dienst in Santiago de Chile (1957) 
Zapp, Karl-August, Dr. 

vor 1945: 1940 als Legationsrat beim „Reichskommissar für die besetzten Niederländischen 
Gebiete" an der Verwirklichung der faschistischen Okkupationspolitik beteiligt; 
Gesandtschaftsrat in Ankara/Türkei (1944); 1933 NSDAP (Nr. 2717559) 

nach 1945: Bonner Botschafter in Algerien; seit 1966 in Mexiko 

Zimmermann, Karl, Dr. 

vor 1945: Konsulatssekretär im Auswärtigen Amt (1940) 

nach 1945: Kanzler der Bonner Botschaft in Lissabon/Portugal (1962) 

Zimmermann, Walter, Dr. 

vor 1945: Nach 1942 in der Rundfunkpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, 1934 
NSDAP 

nach 1945: Bonner Botschafter in Peru (1961); aus Altersgründen inzwischen im Ruhestand 
Zinsser, Christian, Dr. 

vor 1945: Nazi-Botschaftsrat in der Mandschurei 1942; an der faschistischen Botschaft in 
Nanking/China 1944; 1927 NSDAP (Nr. 66421); 1928 SA Sturmbannführer 

nach 1945: Konsul I. Klasse in Porto/ Portugal 

Zintl, Ludwig 

vor 1945: Konsulatssekretär am faschistischen Konsulat in Szeged/Ungarn (1939) 
nach 1945: Kanzler der Bonner Botschaft in Tripolis/Libyen (1963) 



368 



Hitlers 5. Kolonne in Bonner Diensten 

• Revanchismus - offizielle Staatspolitik der Bundesrepublik 

o Führer der deutschen Minderheiten - Unterdrücker und Peiniger der Gastvölker 

o In der DDR: Für Revanchismus keine Basis 

o In Westdeutschland: Neue Namen - alte Ziele 

o 127 zentrale Revanchistenorganisationen 

o Vom Staat finanziert 

• 1945 Kriegsverbrecher -1965 Revanchistenführer 

o Lemmer. Ernst: Nazi-Spitzel und Goebbels- Journalist 

o Krüger. Hans: Ein Blutrichter Hitlers 

o Oberländer. Theodor: Henker von Lwow 

o Becher. Walter: Antisemitischer Journalist 

o Otto. Hans-Werner: Zum Osteinsatz berufen 

o Kohnert. Hans: Henker von Bydgoszcz 

o Ulitz. Otto: Organisierte das Verbrechen von Gleiwitz 

o Richthoten. Bolko von: Ein ehrloser Denunziant 

o Illing. Paul: SS-Terrorist s 

o Neuwirth. Hans: Arisierungsspezialist 

o Zoglmann. Siegfried: Dem „Führer" verschworen 

o Karmasin. Franz: Henker des slowakischen Volkes 

• Hitlers 5. Kolonne - Bonner Revanchistenführer (Namenliste) 



Revanchismus - offizielle Staatspolitik der Bundesrepublik 



Der deutsche Imperialismus fand sich nach dem ersten Weltkrieg mit dem durch seine Schuld 
verkleinerten Deutschland nicht ab. Sein Ziel war die Wiederherstellung der Grenzen von 
1914 und - von dieser Position ausgehend - die Eroberung der Weltherrschaft. Seine 



369 



Forderung, die bestehenden Grenzen zu verändern, und sein Schrei nach Revanche für die 
Niederlage bildeten wesentliche Bestandteile der Vorbereitung des zweiten Weltkrieges. 

Um das deutsche Volk und die deutschen Minderheiten in anderen Staaten revanchistisch zu 
beeinflussen und in die Wühlarbeit gegen die Nachbarvölker einzubeziehen, wurde ein 
System staatlicher, kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen geschaffen. Solche 
Institutionen waren unter andren der „Verein für das Deutschtum im Ausland" (VDA), das 
„Deutsche Auslandinstitut", Stuttgart, die „Deutsche Akademie", München, sowie viele 
Dutzend Vereinigungen der „Heimattreuen", wie die „Baltische Arbeitsgemeinschaft", der 
„Sudetendeutsche Heimatbund", die „Vereinigung der Heimattreuen Ost- und Westpreußen" 
usw. Ihre Ziele bestanden ausschließlich darin, ständig den Gedanken an die „Ostmission" 
Deutschlands wachzuhalten und die Notwendigkeit von Grenzveränderungen zu propagieren, 
um Millionen Deutsche für einen neuen Krieg reifzumachen. Die Nachbarvölker wurden 
systematisch als minderwertig diffamiert. 

FÜHRER DER DEUTSCHEN MINDERHEITEN - UNTERDRÜCKER UND 
PEINIGER DER GASTVÖLKER 

Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur erlebten diese Vereinigungen und 
Gemeinschaften eine wahre Hochkonjunktur. Ihre Tätigkeit wurde zentralisiert und 
einheitlich auf die Vorbereitung eines Aggressionskrieges ausgerichtet. Gleichzeitig 
entstanden mit staatlicher Unterstützung neue Organisationen wie der extrem faschistische 
„Bund Deutscher Osten", dessen damaliger „Reichsleiter", Theodor Oberländer, nach 1945 
„Vertri ebenenminister" in Westdeutschland wurde. Die Führer dieser Organisationen leiteten 
als aktive Mitglieder der Nazi-Partei die Wühltätigkeit gegen Deutschlands Nachbarvölker 
zur Vorbereitung des Aggressionskrieges. Nach dem Überfall waren sie Initiatoren und 
zuverlässige Werkzeuge der faschistischen Ausrottungspolitik. 

Zahlreiche Angehörige der in den Nachbarstaaten Deutschlands lebenden deutschen 
Minderheiten wurden durch diese Organisationen zu staatsfeindlicher Tätigkeit gegen ihre 
Gastvölker ausgenutzt. Ihre Aufgabe war es, Spionage zu treiben, die Verteidigungsfähigkeit 
des Gastvolkes zu untergraben und Anlässe für einen militärischen Überfall durch 
Hitlerdeutschland zu provozieren. Sie stellten Listen „deutschfeindlich gesinnter" Personen 
auf, teilten die Bevölkerung in „rassisch wertvolle" und „rassisch minderwertige" Teile und 
schufen damit eine Voraussetzung für die systematische Dezimierung und Ausrottung der 
Bevölkerung nach dem Überfall durch die faschistische Wehrmacht. 

Dokumente des faschistischen Auswärtigen Amtes und der SS zeigen, wie die Angehörigen 
der „Deutschen Vereinigung", einer faschistischen Organisation der deutschen Minderheit im 
polnischen Warthe-Gebiet, dazu benutzt wurden, durch Terrorakte einen Anlaß für den 
militärischen Überfall auf Polen zu schaffen. ( Siehe Tafel 42 . Deutsches Zentralarchiv 
Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 61 150) Selbst vor der Zerstörung von Kirchen, 
Schulen und Schwesternheimen schreckten die Revanchisten nicht zurück. Der Führer der in 
den Dokumenten genannten „Deutschen Vereinigung" war der SS-Oberführer und Henker 
Tausender Bürger von Bromberg (Bydgoszcz), Hans Kohnert. Er war langjähriger Sprecher 
der Landsmannschaft „Westpreußen" und ist führender Revanchistenfunktionär in 
Westdeutschland. 

Während der Besetzung der europäischen Länder durch das Hitlerregime spielten die 
faschistisch verhetzten Teile der deutschen Minderheiten die Rolle der Unterdrücker, 
Ausbeuter und Henker der Gastvölker. 



370 



IN DER DDR: FÜR REVANCHISMUS KEINE BASIS 

Im Potsdamer Abkommen wurden neue Grenzen in Europa festgelegt und 
Aussiedlungsmaßnahmen getroffen. Das Ziel war, ein für allemal die imperialistische 
Wühlarbeit in den Nachbarländern Deutschlands auszuschalten, diese Länder für die 
ungeheuren Verluste im Kriege zu entschädigen und stabile Grenzen zu schaffen, die nie 
wieder als Zange des deutschen Imperialismus gegen andere Länder ausgenutzt werden 
können. 

Große Teile der deutschen Minderheiten wurden nach Deutschland in die vier 
Besatzungszonen der Großmächte ausgesiedelt. 

In der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands wurde alles unternommen, um den von 
Hitler schmählich betrogenen Umsiedlern ihr schweres Los zu erleichtern, ihnen eine neue 
Existenz und eine gesicherte Perspektive zu geben Beispielsweise erhielten die ausgesiedelten 
Bauern Junkerland und gründeten mit Staatshilfe Neubauernhöfe. Ihnen wurde offen gesagt 
und geduldig erklärt, wer am Verlust ihrer Heimat die Schuld trägt, daß der deutsche 
Imperialismus durch seine Kriegs- und Vernichtungspolitik die ehemaligen Ostgebiete für 
immer verspielt hat. Die Umsiedler fanden in der DDR eine neue Heimat und wurden 
gleichberechtigte Bürger des deutschen Friedensstaates. Hier gibt es keine revanchistischen 
Organisationen oder Zeitungen. Im Gegenteil: Die Regierung der DDR erkannte in offiziellen 
Verträgen die bestehenden Grenzen an. Zu den Nachbarvölkern im Osten und Südosten 
Europas wurden erstmals in der deutschen Geschichte dauerhafte freundschaftliche und 
friedliche Beziehungen hergestellt. 

IN WESTDEUTSCHLAND: NEUE NAMEN - ALTE ZIELE 

Der in Westdeutschland wiedererstandene deutsche Imperialismus dagegen drängt zum dritten 
Male in diesem Jahrhundert auf eine Veränderung der Grenzen. Die Bundesrepublik ist der 
einzige Staat in Europa, der Forderungen auf fremdes Staatsgebiet, auf die „Grenzen von 
1937" erhebt. Die in Westdeutschland lebenden Umsiedler werden mißbraucht, um diese 
revanchistische Politik propagieren und durchführen zu helfen. 

Die westdeutsche Regierung hat es jahrelang bewußt unterlassen, die Umsiedler zügig und 
systematisch in das gesellschaftliche Leben einzugliedern und ihnen in der neuen Heimat 
einen festen Platz mit einer gesicherten Perspektive zu geben. Jahrelang lebten die Umsiedler 
in Barackenlagern und Notwohnungen. Auch heute, da sich die Masse der Umsiedler in 
Westdeutschland eingelebt hat, wird in ihnen unablässig die Illusion genährt, sie könnten 
eines Tages wieder in ihre ehemaligen Wohngebiete zurückkehren, die heute fremdes 
Staatsgebiet sind. 

Von der westdeutschen Regierung gefördert, wurden nach 1945 die alten 
Revanchistenverbände erneut gebildet. Sie begannen sofort mit ihrer unheilvollen Tätigkeit. 
Weil sich die alten faschistischen Revanchistenorganisationen jedoch zu sehr kompromittiert 
hatten, wurden deren Namen geändert. So wurde aus der „Deutschen Akademie" das 
„Goethe -Institut", München, aus dem „Deutschen Auslandinstitut" das „Institut für 
Auslandsbeziehungen", Stuttgart, aus den Heimatbünden wurden „Landsmannschaften", und 
aus dem faschistischen „Bund Deutscher Osten" wurde der „Bund der Vertriebenen". Zwei 
Dokumente aus dem Jahre 1938 und 1959 beweisen, daß sich die Ziele nicht geändert haben. 
( Siehe Tafel 43 . „Das Deutschtum im Sudetenraum", Gebietskarte des „Bundes Deutscher 
Osten", Landesgruppe Schlesien, aus dem Jahre 1938, und „Sudetendeutscher Turnerbrief') 



371 



127 ZENTRALE REVANCHISTENORGANISATIONEN 

Die Umsiedlerorganisationen, die heute in Westdeutschland bestehen, gehören zu jenem 
System staatlicher und nichtstaatlicher Einrichtungen, das zur Verwirklichung der 
revanchistischen Politik aufgebaut wurde. Es soll alle ehemaligen Umsiedler und darüber 
hinaus möglichst die ganze westdeutsche Bevölkerung für die Politik der Grenzrevision, der 
„Rückeroberung" verlorener Gebiete und für die Vorbereitung einer neuen Aggression 
gewinnen. Dieses System ist im wesentlichen nach folgenden Gesichtspunkten gegliedert: 

1 . Organisierung des Revanchismus durch Bundesregierung und Länderregierungen. Die 
wichtigsten staatlichen Behörden sind vor allem das „Bundesministerium für Vertriebene, 
Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte" (BMVt) mit dem „Bundesausgleichsamt", dem „Beirat" 
beim Minister und den sogenannten Flüchtlingslagern sowie das „Bundesministerium für 
Gesamtdeutsche Fragen" (BMG) mit seinen ungezählten, oft getarnten Organisationen 
(„Kuratorium unteilbares Deutschland", „Forschungsbeirat", usw.). 

Die Abteilung I im BMG ist für die Durchsetzung und Förderung des Revanchismus 
besonders verantwortlich. Ihre Aufgaben lauten nach offizieller Darstellung: 

„Angelegenheiten der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands und der deutschen 
Ostgebiete, Förderung des gesamtdeutschen Gedankens, Maßnahmen zur Wiederherstellung 
der Einheit Deutschlands (dabei ist die Einheit in den Grenzen von 1937 gemeint - d. Hrsg.) ". 
(Die Bundesrepublik, Teilausgabe Bund, Carl Heymanns Verlags KG, 1962/63, S. 266) 

Im BMVt zeichnen die Referate 1/3, II/2 und II/3 für folgende Aufgaben verantwortlich: 
„Referat 1/3; Beiräte, Verbände, Organisationen. Referat 11/2: ... Fragen der 
Wiedervereinigung und der Integration. Referat IZ/3: Kulturelle Angelegenheiten (§ 96 
BVFG), Ostkunde. " (A. a. O., S. 264) 

In den Vertretungen der Bundesländer in Bonn, wie auch in den Länderregierungen selbst, 
bestehen Dienststellen mit gleichen Arbeitsgebieten oder „Vertriebenenministerien". 

2. Organisierung nach den ehemaligen Wohngebieten der Umsiedler in über 30 
Landsmannschaften mit ihren Gliederungen und Interessengemeinschaften. 

3. Organisierung nach Berufs- und Fachgruppen, z. B. „Bauernverband der 
Vertriebenen e.V." 

4. Organisierung in Vereinen, die die theoretischen Grundlagen für die revanchistische 
Propaganda erarbeiten, z. B. „Nordostdeutscher Kulturrat e.V.". 

5. Organisierung nach religiösen und caritativen Gesichtspunkten, z. B. „Katholische 
Arbeitsstelle für Heimatvertriebene". 

6. Organisierung in Jugendorganisationen, z.B. „Deutsche Jugend des Ostens" (DJO), „Aktion 
Katholischer Landsmannschaftlicher Jugend" im „Bund der Katholischen Jugend". 

7. Organisierung in Gruppen und Arbeitskreisen der westdeutschen Parteien, z. B. „Union der 
Vertriebenen" in der CDU/CSU, „Exil-CDU". 

8. Organisierung in extrem rechtsradikalen Verbänden halbfaschistischen Charakters, z. B. 
„Aktion Oder-Neiße (AKON), die gleichzeitig versucht, die Einheitsfront aller ultrarechten 



372 



Kräfte in den verschiedenen „Vertriebenenorganisationen" aufzubauen, und „Rat der 
Ostdeutschen Landesvertretungen", der sich in seiner Wühlarbeit vor allem auf polnische und 
sowjetische Gebiete konzentriert. 

9. In den westdeutschen Parlamenten gibt es mehrere Ausschüsse, die sich mit der Förderung 
des Revanchismus beschäftigen. Allein im Bundestag sind es fünf Ausschüsse, z. B. der 
„Bundestagsausschuß für gesamtdeutsche und Berliner Fragen". 

10. Um die revanchistische Tätigkeit der verschiedenen Organisationen zu 
koordinieren/wurden drei Dachorganisationen geschaffen: 

a) „Bund der Vertriebenen - Vereinigte Landsmannschaften und Landesverbände" (BdV); 

b) „Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlinge" mit den „Vereinigten Landsmannschaften 
Mitteldeutschlands" (VLM); 

c) „Arbeitsgemeinschaft der West- und Überseevertriebenen". 

Der BdV hat die Aufgabe, die revanchistischen Aktionen gegen die östlichen und 
südöstlichen Nachbarn Deutschlands auszuarbeiten und zu koordinieren. Ihm sind 20 
Landsmannschaften angeschlossen. Er verfügt in allen Bundesländern und völkerrechtswidrig 
auch in dem besonderen Gebiet Westberlin über insgesamt 1 1 Landesverbände. Der 
„Gesamtverband der Sowjetzonenflüchtlinge" und die VLM konzentrieren sich mit ihren 
angeschlossenen fünf Landsmannschaften auf die Wühlarbeit und Hetze gegen die DDR. 

Gegenwärtig gibt es in Westdeutschland mindestens 127 zentrale 

Revanchistenorganisationen. Sie werden von der Bundesregierung unterstützt und gefördert 
und vertreten die territorialen Ansprüche des westdeutschen Imperialismus in verschiedenen 
Formen. In dieser Zahl sind die militaristischen, terroristischen und antisemitischen 
Organisationen sowie die neonazistischen Parteien nicht enthalten. 

VOM STAAT FINANZIERT 

Die Revanchistenorganisationen erhalten von der Bonner Regierung nicht nur jegliche ideelle 
und moralische, sondern auch großzügige finanzielle Hilfe. Der Gesamtetat des 
„Vertriebenenministeriums" stieg von 30 Millionen DM im Jahre 1955 auf 244 Millionen DM 
im Jahre 1963. Im Haushaltsjahr 1964 erhöhten sich allein die Zuschüsse für „Intensivierung 
der kulturellen Breitenarbeit" der Revanchistenorganisationen um 250000 DM gegenüber 
1963. 

Außerdem erhalten die Verbände von den Landesregierungen große Zuwendungen, wie das 
Beispiel des sozialdemokratisch regierten Bundeslandes Hessen zeigt. Dort wurden allein im 
Jahre 1964 für die „Heimatpolitik" 2,8 Millionen DM zur Verfügung gestellt, die sich aus 
folgenden Positionen zusammensetzen: 

„Im einzelnen stehen jetzt an Landesmitteln für die Förderung der Vertriebenenarbeit in 
Hessen folgende Summen zur Vertagung: 

1150000 Mark für zusätzliche Betreuungsmaßnahmen, 



373 

275000 Mark zur Förderung von Veranstaltungen der landsmannschaftlichen Gruppen und 
zur Stärkung des gesamtdeutschen Bewußtseins, 

370000 Mark für ostdeutsche Fragen innerhalb der Erwachsenenbildung, 
460000 Mark für das ostkundliche Kolleg, 

550000 Mark zur Förderung ost- und mitteldeutscher Patenschaften. " 
(Das Ostpreußenblatt, Hamburg, 27. Juni 1964) 



1945 Kriegsverbrecher - 1965 Revanchistenführer 

An der Spitze der westdeutschen Revanchistenverbände und -Ministerien stehen Personen, die 
sich schwerer Verbrechen gegen den Frieden und die Menschlichkeit schuldig machten. 

Als hohe SS-Offiziere und Führer der 5. Kolonne waren sie an der Vorbereitung und 
Entfesselung des zweiten Weltkrieges sowie an Verbrechen gegen Kriegsgefangene und die 
Zivilbevölkerung der von den Faschisten Überfallenen Staaten beteiligt. Der Sprecher und 
damit höchste Funktionär der heutigen Landsmannschaften „Oberschlesien" in 
Westdeutschland, Ulitz, war der Führer des „Deutschen Volksbundes für polnisch 
Oberschlesien", einer faschistischen Organisation der deutschen Minderheit in Polen. Ulitz 
und sein „Volksbund" beteiligten sich an der Vorbereitung des Überfalls auf den Sender 
Gleiwitz (Gliwice). Die Faschisten benutzten diese Provokation als Anlaß für den 
militärischen Überfall auf Polen und damit für die Entfesselung des zweiten Weltkrieges. Der 
bereits genannte langjährige Sprecher der Landsmannschaft „Westpreußen", Kohnert, ist als 
Führer der faschistischen „Deutschen Vereinigung" für die Ermordung Tausender polnischer 
Bürger in Bromberg (Bydgoszcz) verantwortlich. 

Als Beamte der faschistischen Besatzungsbehörden sind Revanchistenführer 
mitverantwortlich für die Ausplünderung, Unterdrückung und Ausrottung der Überfallenen 
Völker, wie beispielsweise der langjährige Ministerialrat und Referent im 
„Vertriebenenministerium", Dr. Werner Essen. Als Abteilungsleiter im faschistischen 
„Reichskommissariat Ostland" entschied er darüber, wer in den von den Faschisten besetzten 
Baltischen Sowjetrepubliken und der Belorussischen SSR als „rassisch minderwertig" galt. 
Für die Betroffenen bedeutete das meist den Marsch in ein Konzentrationslager und in den 
Tod. 

Als Beamte der faschistischen Behörden in Deutschland waren sie an der Verfolgung von 
Antifaschisten und jüdischen Bürgern beteiligt. So bemühte sich der ehemalige Nazi- 
Bürgermeister von Ribnitz, nach 1945 Staatssekretär im Niedersächsischen 
„Flüchtlingsministerium", Dr. Walter Wegner, 1936 mit allen Mitteln einen Pogrom gegen 
die in der Stadt ansässigen jüdischen Bürger zu organisieren. Er lieferte unter anderen den 
Bürger Michelsen der Gestapo aus. 



374 



Die Skala der Revanchistenführer in Westdeutschland reicht vom Nazi-Agenten über den 
faschistischen General bis zum fanatischen Nazi-Ideologen, vom Landrat bis zum Gestapo- 
Henker. Sie haben ihre Gesinnung keineswegs geändert. Ihr Kampf, den sie wieder im 
Interesse der Kriegs- und Eroberungsziele der Rüstungsmonopole führen, richtet sich gegen 
jede Verständigung, gegen alle Tendenzen einer realen Ostpolitik und gegen jegliche 
Entspannung. 

Seebohm, der 1967 verstorbene Sprecher der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" (SL) und 
Minister der Erhard-Regierung, erklärte: „ Wir sind an vorderster Front die Vorkämpfer für 
ein Abschütteln des bolschewistischen Kolonialismus über Osteuropa. " (Der Spiegel, 
Hamburg, 17. Mai 1961) Das hätte er wörtlich auch unter Hitler erklären können. 

Der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern der „Schlesischen Landsmannschaft", 
Rumbaur, forderte größere Aktivität gegen jeden Versuch einer internationalen Entspannung: 

„ Wir wollen nicht versäumen, aus der sich anbahnenden Entwicklung unsere Schlüsse zu 
ziehen. Sie können nur lauten: ... kein Nachgeben, keine Weichheit, kein Leisetreten. " (Der 
Schlesier, Recklinghausen, 7. November 1963) 

Und im „Sudetendeutschen Turnerbrief', Jahrgang 8, vom 1. August 1957, konnte man lesen: 
„ Wie gewisse Zeitungen heute Richtungen pflegen, die bemüht sind, die Wahrheit zu 
unterdrücken, beweisen Veröffentlichungen in der frankfurter Rundschau ' oder in der 
, Stuttgarter Zeitung ', die sich ausgerechnet den Sudetendeutschen Tag ausgesucht haben, um 
an Lidice zu erinnern. Diese Selbstbefleckung widert an... Wissen sie schließlich nicht, daß in 
Lidice nur Komplicen bezahlter Kreaturen bestraft wurden, die geholfen haben, Mörder zu 
verbergen? " ( Siehe auch Tafel 43 . Sudetendeutscher Turnerbrief, 1. April 1956, „Zwischen 
Verniggerung und Bolschewisierung". Dieses Blatt ist das Zentralorgan der 
„Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Turner und Turnerinnen", deren Vorsitzender der 
ehemalige SA-Führer Welwarski ist.) 

Lemmer, Ernst 

NAZISPITZEL UND GOEBBELS-JOURNALIST 

heute: 

Minister für „ Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte" bis November 1966; 
Beauftragter des Bundeskanzlers für Westberlin 

Lemmer bewährte sich während des Faschismus als zuverlässiger Diener des deutschen 
Imperialismus. (Vgl. Ernst Lemmer - Goebbels- Journalist, Nazi-Spitzel, Revancheminister, 
Nationalrat der Nationalen Front, Berlin 1964) 

Am 24. März 1933 stimmte Lemmer als Reichstagsabgeordneter der „Deutschen 
Demokratischen Partei" (später „Deutsche Staatspartei") dem Ermächtigungsgesetz Hitlers 
zu. Auch in seiner Eigenschaft als Generalsekretär des „Gewerkschaftsringes" unterstützte er 
die Hitlerdiktatur. Er schaltete diese Gewerkschaft mit der faschistischen Deutschen 
Arbeitsfront gleich. In einer Stellungnahme des Gewerkschaftsringes vom 14. März 1933 gab 
Lemmer folgende Loyalitätserklärung ab: 

„Die freiheitlich-nationalen Gewerkschaften sind deshalb gewillt, auch der jetzigen 
Regierung, die mit der verantwortlichen Staatsmacht das Schicksal des ganzen deutschen 



375 



Volkes zu gestalten hat, ihre Mitarbeit zur Verfügung zu stellen." (Deutsches Zentralarchiv 
Potsdam, Bestand: Reichsarbeitsministerium) 

Ein Höhepunkt der Gleichschaltung war die Anweisung Lemmers an alle Mitglieder des 
Gewerkschaftsringes, an der von den Faschisten zu einer chauvinistischen 
Machtdemonstration mißbrauchten 1 . Mai-Kundgebung vollzählig teilzunehmen. In einer der 
Presse übergebenen Erklärung schreibt Lemmer, während Tausende Antifaschisten bereits in 
Zuchthäusern und KZ gequält wurden: „Der Vorstand des Gewerkschaftsringes richtet an 
seine Verbände und Untergliederungen im Lande die Aufforderung, daß alle Mitglieder der 
freiheitlich-nationalen Arbeiter- und Angestellten-Verbände am Tage der deutschen Arbeit 
(1. Mai) an den Veranstaltungen im Bekenntnis zum sozialen und nationalen Staat sich 
beteiligen!" (Ebenda) 

Folgerichtig wurde Lemmer, der Hitler unterstützte, später zu einem Vertrauensmann der 
Nazis. Als Auslandsjournalist getarnt, denunzierte er demokratische Kollegen wie den 
Vertreter der „Berliner Börsenzeitung", Schwerdtfeger. Über diesen Fall gab Prof. Herbert 
Melzig am 3. März 1964 in der Berliner Zeitschrift „Wochenpost" eine Erklärung ab. Prof. 
Melzig war bis zu seiner Emigration im Jahre 1938 aushilfsweise bei der Presseabteilung der 
Reichsregierung bzw. der Abteilung IV des Propagandaministeriums als Übersetzer für 
orientalische Sprachen tätig. In der Erklärung heißt es: 

„Aus der damaligen Zeit ist mir auch bekannt, daß Lemmer den Nazis Denunziantendienste 
leistete. Lemmer gehörte zu den Spitzeln, die den Berliner Journalisten Schwerdtfeger 
denunzierten. Dieser hatte einer ausländischen Presseagentur von einer auf der sogenannten 
Reichspressekonferenz von Goebbels an die Presse vertraulich gegebenen Weisung Kenntnis 
gegeben, die das künftige barbarische Vorgehen der Nazis gegen die Juden betrat. 
Schwerdtfeger wollte dem Ausland ein Warnzeichen geben. Lemmer denunzierte 
Schwerdtfeger nicht direkt bei der Gestapo, sondern beim Chef der Presseabteilung der 
Reichsregierung, der dann die Verhaftung Schwerdtfegers veranlagte. Er erhielt 
lebenslängliche Haft. . ." 

Solche Denunziationen waren für Lemmer die beste Empfehlung, als er mit seiner 
Spionagetätigkeit beim Amt VI des Reichssicherheitshauptamtes (Auslandsspionage) unter 
Leitung des in Nürnberg verurteilten SS -Brigadeführers Walter Schellenberg begann. 

Seit 1934 arbeitete Lemmer als Auslandskorrespondent für mehrere ausländische Zeitungen, 
darunter „Neue Zürcher Zeitung", „Pester Lloyd", Berner „Bund" und „L'Intependance 
Beige". 

Im direkten Auftrag des Goebbels-Ministeriums schrieb Lemmer Artikel, die die 
Judenverfolgungen verniedlichen, rechtfertigen und im Ausland propagandistisch vorbereiten 
sollten. 

In einem 1936 in der Schweiz durchgeführten Prozeß gegen einen jüdischen Bürger kam die 
barbarische Behandlung der Juden in Deutschland zur Sprache. Dies löste im Ausland helle 
Empörung gegen die Judenpolitik der Nazis aus. 

Das Goebbels-Ministerium versuchte, diese Bewegung abzufangen, und beauftragte Lemmer, 
einen entsprechenden Artikel zu schreiben. Am 4. November 1936 erschien von Lemmer im 
Berner „Bund" ein Artikel, in dem den Juden die Schuld an ihrer unmenschlichen Behandlung 
und Vernichtung in Deutschland gegeben wurde. Am 2. November 1936 schickte Lemmer 



376 



den Artikel an Regierungsrat Diewerge, der in der Abteilung VII des Goebbels-Ministeriums 
„Judenreferent" für Frankreich, Belgien, Schweiz, Palästina und Ägypten war. In diesem 
Brief heißt es: 

„Ich nehme an, daß die endgültige Formulierung unseren Bedürfnissen entspricht, 
gleichzeitig aber so gehalten ist, daß sie in dem von mir bedienten liberalen Schweizer Blatt 
wirklich aufgenommen wird... 

Heil Hitler 

Ihr ergebener E. Lemmer" 

(Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Propaganda-Ministerium) 

In einem Schreiben vom 5. November 1936 berichtete Diewerge an Goebbels, daß Lemmer 
den Auftrag erfüllt habe. Zugleich veranlagte Diewerge den Nachdruck des betreffenden 
Artikels in der Nazi-Presse, der als Beweis für die Billigung der faschistischen Rassenpolitik 
durch das Ausland dienen sollte. Der Artikel fand auch den ungeteilten Beifall der deutschen 
Gesandtschaft in Bern, die am 13. November 1936 an Diewerge schrieb: 

„Der von Ihnen lancierte Artikel im Berner ,Bund' hat bisher außerordentlich gut gewirkt." 
(Ebenda) 

Nach der faschistischen Besetzung Belgiens raubten die Nazis die einflußreiche Brüsseler 
Zeitung „Le Soir" und unterstellten sie der deutschen Militärverwaltung. Lemmer wurde auf 
Betreiben des Auswärtigen Amtes und in Übereinstimmung mit dem Goebbels-Ministerium 
unter der Bezeichnung „Berliner Korrespondent" als offiziöser Verbreiter der Nazi- 
Propaganda auch für den „Le Soir" eingesetzt. Über den Charakter dieser Zeitung nach der 
faschistischer Besetzung gibt folgende Meldung Auskunft: 

„. . . eines der infamsten Blätter der Goebbels-Propaganda, hergestellt von gekauften 
Subjekten, fabriziert von Verrätern ihres eigenen Landes. Der Ton des Blattes war sklavisch 
prohitlerisch, skrupellos antienglisch und antiamerikanisch und in der Domäne des 
Antisemitismus vollkommen auf den Jargon des ignoblen Streicher eingestellt..." (Telegraf, 
Westberlin, 4. Januar 1941) 

In einem ADN-Interview erklärte der heutige stellvertretende Chefredakteur des Brüsseler 
„Le Soir", Desire Denuit: 

„Nicht einmal Goebbels hätte unter den damals gegebenen Bedingungen die Nazi-Propaganda 
in Belgien so gut zu betreiben vermocht wie Lemmer! ... Sie (die Nazis - d. Hrsg.) hatten in 
dem gerissenen Lemmer einen Mann, der in der entsprechenden gefälligen Form schreiben 
konnte, dessen Korrespondenz aber gerade deswegen um so gefährlichere Vergiftungsmittel 
waren. Lemmer hat Hitlers Spiel gespielt." (Allgemeiner Deutscher Nachrichtendienst, 7. 
März 1964) 

In mehr als 2000 Artikeln und Berichten für die ausländischen Zeitungen verherrlichte 
Lemmer die „Genialität" Hitlers, die faschistische Justiz, die Überfälle auf die C SR und Polen 
und die Ausrottungs- und Kriegspolitik des deutschen Imperialismus. 



377 



Einige Artikel aus Lemmers Feder im „Pester Lloyd" mögen zur Illustration genügen. Dort 
heißt es über den faschistischen Raubkrieg: 

„Mit beinahe atemloser Spannung folgt man der Darstellung der einzelner Phasen des 
bisherigen Krieges, der nach der Niederwerfung Polens, nach der von Hitler als einzigartige 
Tat der deutschen Kriegsgeschichte bezeichneten Besetzung des von den französisch- 
englischen Kriegsausweitungsplänen bedrohten skandinavischen Raumes schließlich auf den 
Schlachtfeldern Westeuropas einen unvorstellbaren, von der Welt in diesem Tempo und 
Ausmaß gewiß nicht erwarteten Triumph der deutschen Waffen auslöste." (Pester Llojd 
Budapest, 19. Juli 1940) 

„Die deutschen Angriffsoperationen haben in den letzten Tagen von allen Seiten am 
westlichen Wolga-Ufer so bedeutsame Fortschritte gemacht, daß die Lage der sowjetischen 
Verteidigung immer schwieriger, vielleicht schon hoffnungslos geworden ist. Mit der 
Einnahme wichtiger Höhenzüge im Süden und Norden von Stalingrad ist vermutlich die 
Entscheidung schon gefallen..." (A. a. O., 4. September 1942) 

Über den berüchtigten Präsidenten des Volksgerichtshofes und die Terrorurteile, namentlich 
gegen die Beteiligten am Attentat gegen Hitler, schreibt Lemmer: 

„Beide Persönlichkeiten (Thierack und Freisler - d. Hrsg.) repräsentieren die moderne 
Rechtsanschauung des Nationalsozialismus... Die Persönlichkeiten, die auf die leitenden 
Stellen berufen sind, stehen in dem Ruf, als Männer von großer Rechtserfahrung die 
erweiterte Aufgabe der Justiz des Reiches tatkräftig erfüllen zu können." (A. a. O., 25. August 
1942) 

„Der Attentatsversuch vom 20. Juli hat mit dem Urteilsspruch der Richter des 
Volksgerichtshofes eine schnelle Sühne gefunden. . . Wenn sich der Gerichtshof zu dieser 
drastischen Form der Exekution entschloß, so offenbar deshalb, weil die Verbrechen der 
Angeklagten als besonders schimpflich beurteilt werden..." (A. a. O., 10. August 1944) 

Zu Hitlers 50. Geburtstag heißt es in Lemmers Artikel: 

„Adolf Hitler - Zum 50. Geburtstag am 20. April 

Berlin, im April 1939 

(E.L.) Adolf Hitler ist in einem knappen Jahrzehnt für das Begreifen der Welt eine 
geschichtliche Gestalt geworden... Instinkt und Klugheit bestimmen den Weg des Politikers. 
Hitler schafft das Großdeutsche Reich, sichert seine totale Einheit im Innern und stärkt in 
beispielloser Weise die Macht nach außen ... " (A. a. O., 20. April 1939) 

Eng verbunden mit der Denunziation demokratischer Kollegen war die Tätigkeit Lemmers im 
„Verein der Auslandspresse" in Berlin zur Gleichschaltung der ausländischen Journalisten. 
Darüber gibt ein Geheimschreiben des faschistischen Auswärtigen Amtes, Ref. P. Z., 
Aufschluß. (Siehe Tafel 44 und 45, Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges 
Amt, Nr. 60526) 

Wie hoch die faschistischen Behörden die Tätigkeit Lemmers einschätzten, geht aus 
folgenden Tatsachen hervor: 



378 



Während von den faschistischen Machthabern das Abhören ausländischer Sender generell 
verboten war und Hunderte von Todesurteilen allein aus diesem Grunde verhängt worden 
sind, erhielt Lemmer eine entsprechende Genehmigung des Goebbels-Ministeriums. 

Als Vertrauensmann des faschistischen Außenministers Ribbentrop begleitete Lemmer im 
Jahre 1942 den japanischen Botschafter in Berlin, Oshima, auf dessen Reise durch 
Südosteuropa. Ziel dieser Reise war die stärkere Einbeziehung der Satellitenstaaten 
Deutschlands in die angeschlagene faschistische Kriegspolitik. Lemmer hatte die Aufgabe, 
diese Reise zu überwachen und vertrauliche Berichte an Nazi-Dienststellen zu geben. 
Goebbels schreibt darüber in seinem Tagebuch: 

„23. April 1942 (Donnerstag): Der frühere demokratische Reichstagsabgeordnete Lemmer, 
der jetzt als Auslandsjournalist in Berlin sitzt, hat mit Oshima eine Südostreise angetreten. Er 
gibt uns darüber einen ausführlichen Bericht, dem man entnehmen kann, daß sich Oshima 
außerordentlich tatkräftig für die Achsenpolitik eingesetzt hat." (Goebbels-Tagebücher, 
Atlantis- Verlag, Zürich 1948, S. 170) 

Lemmer wurde vom Ostministerium, vom Auswärtigen Amt und vom 
Propagandaministerium in jene besetzten Länder entsandt, in denen die Okkupanten 
besonders grausam wüteten. Entgegen seinen Behauptungen, daß er „in Ungnade gefallen" 
sei, erschien er noch 1944 der Nazi-Führung als der geeignete Mann, um in besonderem 
Auftrage nach Riga zu fahren und die zunehmende Empörung des Auslandes über die 
faschistischen Verbrechen zu beschwichtigen sowie die Ausrottungspolitik zu verherrlichen. 
(Siehe Tafel 44 und 45, Deutsches Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 26 
106; Lettisches Zentralarchiv Riga, Bestand: „Reichskommissariat Ostland)" 

Krüger, Hans 

EIN BLUTRICHTER HITLERS 

heute: 

Bis 1965 CDU-Bundestagsabgeordneter, Rechtsanwalt, Vorgänger Lemmers im Amt des 
„ Vertriebenenministers ". 

Der Vorgänger Lemmers als Minister für „Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte" 
war Dr. Hans Krüger. Er hatte sich im Auftrage der CDU als langjähriger BdV -Präsident mit 
der Durchsetzung des Revanchismus befaßt. Über den Einfluß, den dieser Mann hatte, 
schreibt die „Rheinische Post" (CDU): „Kaum eine Regierungserklärung wurde in den letzten 
Jahren von Bonn konzipiert, für die nicht der erste und bisher einzige BdV-Präsident Krüger 
im Kanzleramt, meist unbemerkt von der Öffentlichkeit, vorgesprochen und Wünsche 
geäußert hätte, die dann mehr - oder minderdeutlichen Niederschlag fanden. " (Rheinische 
Post, Düsseldorf, 18. November 1963) 

Schon nach dreimonatiger Amtszeit mußte Erhard seinen „Vertriebenenminister" jedoch auf 
Grund von Enthüllungen der DDR über die Nazi- Vergangenheit Krügers und seine Tätigkeit 
als Sonderrichter in Könitz (Chojnice/Polen) entlassen. (Vgl. Bonner Revanchistenallianz 
gegen Entspannung und Abrüstung, Nationalrat der Nationalen Front, Berlin 1963) 

Schon im Jahre 1923 hatte sich Krüger zu Hitler bekannt und nach eigenen Angaben im 
Lebenslauf am 9. November 1923 am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik 
teilgenommen. Sofort nach der Machtergreifung des Faschismus wurde er Mitglied der 



379 



NSDAP und ihrer Gliederungen, z. B. des NS-Rechtswahrerbundes, des NS-Studentenbundes 
und des Reichskolonialbundes sowie des VDA. Besonders aktiv beteiligte sich Krüger in der 
extrem faschistischen Oberländer-Organisation „Bund Deutscher Osten". 

Unmittelbar nach dem faschistischen Überfall auf Polen wurde Krüger NSDAP- 
Ortsgruppenleiter und Richter im okkupierten Könitz. Am 5. November 1940 wurde Krüger 
zum Oberamtsrichter beim Amtsgericht in Könitz ernannt. Der polnische Bürger Pabich sagte 
in einer offiziellen Vernehmung aus, daß bereits in den ersten Wochen von Krügers 
Amtstätigkeit „rund 2000 Polen aus Chojnice umgebracht wurden, die bis zu ihrer 
Ermordung in Krügers Amtsgerichtsgefängnis eingekerkert waren ". Krüger war „der Schreck 
des Gefängnisses", bezeugten die Überlebenden von Könitz. In den Zeugenaussagen heißt es 
weiter: „Nach jeder Visite durch Krüger im Gefängnis wurden die Inhaftierten sortiert und 
ein Teil von ihnen zur Hinrichtungsstätte in das , Tal des Todes ' gefahren, wo sie ermordet 
wurden. " 

Im Jahre 1942 wurde er als „Stellvertreter in erster Linie" an das neugebildete Sondergericht 
in Könitz berufen. Dort entwickelte er sich zu einem Spezialisten bei der Durchsetzung der 
faschistischen Ausrottungspolitik, der sechs Millionen polnische Bürger zum Opfer fielen. 
Vom Sondergericht wurden selbst für geringfügige Vergehen hohe Zuchthaus- und 
Todesstrafen verhängt. Nur solche „absolut zuverlässigen" Richter wie Krüger wurden als 
Sonderrichter berufen. 

Der polnische Staatsbürger Marian Bakowski erklärte vor dem polnischen Kreisstaatsanwalt: 

„Hans Krüger war einer derjenigen, die Urteile am Sondergericht fällten. Aus meiner 
Dolmetscherzeit kann ich mich genau an 5 Todesurteile gegen polnische Bürger erinnern, 
darunter gegen den polnischen Fähnrich Jeka." 

Diese Mitteilung über Krügers Tätigkeit am Sondergericht wurde von dem Zeugen Michel 
Znajdek ergänzt: 

„Hans Krüger erfreute sich keines guten Rufes. Man sagte von ihm, daß er bei der 
Urteilsfällung besonders scharf ist. Selbst deutsche Justizbeamte des Gerichtes Könitz, wie 
der Büroangestellte Plünner, der Oberinspektor Lange, der Justiz-Oberinspektor Pfeiffer und 
der Justizinspektor Lehmann, sagten, daß Krüger den Polen gegenüber besonders feindlich 
eingestellt ist. Sie selbst fürchteten ihn auch." 

Der Blut- und Sonderrichter Krüger wurde erst auf Grund des durch die exakten Enthüllungen 
der DDR und Volkspolens in der ganzen Welt ausgelösten Proteststurmes als Minister 
abgelöst. Seine politische Laufbahn als Nazi-Okkupationsrichter war in Bonn bereits bei 
seiner Ernennung bekannt. Schon am 25. November 1963 bot der Generalstaatsanwalt der 
DDR dem westdeutschen Bundeskanzler Erhard die Einsicht in Originalakten an, die einen 
seiner Minister als belasteten Nazi entlarvten. 

Nach wie vor sitzt Krüger jedoch in der CDU-Fraktion des westdeutschen Bundestages (seit 
1957!), tritt als Berater der Revanchistenverbände auf und betreibt unbehelligt seine 
Rechtsanwaltspraxis. 

Oberländer, Theodor 



HENKER VON LWOW 



380 



heute: 

Bis 1965 CDU-Bundestagsabgeordneter, einer der einflußreichsten Revanchepolitiker, von 
1953 bis 1960 - vor Krüger und Lemmer - „ Vertriebenenminister", bis 1965 Vorsitzender des 
Landesverbandes „ Oder-Neiße " der CDU. 

Prof. Theodor Oberländer war von 1953 bis 1960 „Vertriebenenminister". Obwohl die 
Bundesregierung spätestens seit dem Sommer 1959 wußte, daß sich Oberländer 
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht hat, blieb er 
im Amt. 

In einem öffentlichen Prozeß vor dem Obersten Gericht der DDR im Jahre 1960 wurde 
Oberländer wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in 
Abwesenheit zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt. Oberländer mußte trotz heftigen 
Widerstandes der Bundesregierung und der Revanchistenorganisationen vier Tage nach dem 
Urteil als Minister entlassen werden. (Vgl. Die Wahrheit über Oberländer, Ausschuß für 
deutsche Einheit, Berlin 1960) 

Am 9. November 1923 nahm Oberländer - wie der Blutrichter und sein Nachfolger im 
„Vertriebenenministerium", Krüger, - am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik teil. Die 
große Stunde Oberländers kam mit der faschistischen Machtergreifung. Er erklomm in 
rascher Folge die höchsten Parteiämter. Am 1. März 1933 wurde er Direktor des „Instituts für 
osteuropäische Wirtschaft" in Königsberg (Kaliningrad) und 1934, mit 29 Jahren, Professor. 
Er war Gau- Amtsleiter im Gaustab Ostpreußen, zunächst Landesgruppenleiter und schließlich 
auf persönlichen Wunsch des Kriegsverbrechers Heß Leiter des berüchtigten „Bundes 
Deutscher Osten" (BDO), ferner SA-Hauptsturmführer und Leiter des Landesverbandes 
Ostpreußen des VDA. 

In seiner Tätigkeit als „Reichsleiter" des BDO war Oberländer an führender Stelle an der 
theoretischen und praktischen Vorbereitung der Aggression gegen die östlichen Nachbarn 
Deutschlands beteiligt. Dabei widmete er sich besonders den deutschen Minderheiten im 
Ausland, denen er folgende Aufgabe stellte: 

„Der Deutsche war rassisch überlegen. . . Jede deutsche Volksgruppe kann draußen ... ein 
drittes Reich im kleinen sein und. . . das Judentum bekämpfen." (Kampfblatt für Erzieher, 
1939) 

Das Ergebnis dieses „Volkstumskampfes" sollte die Ausrottung der slawischen Völker sein: 

„Der Volkstumskampf ist unter dem Deckmantel des Friedens nichts anderes als die 
Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln. . . Ein Kampf, der sich auf Generationen hinzieht 
mit dem einzigen Ziel: Ausrottung!" (Der Neue Weg, 1936) 

Als die Kriegsvorbereitungen in ihr entscheidendes Stadium traten, wurde Oberländer als 
Spionage-Offizier in die Abteilung II der „Abwehr" beim Oberkommando der Wehrmacht 
(OKW) geholt. Diese Abteilung war eine Spionage- und Diversionszentrale des deutschen 
Faschismus. Sie warb ihre Agenten vor allem unter den deutschen Minderheiten im Ausland. 

Ab Mai 1939 stellte Oberländer seine Erfahrungen in den Dienst der Abwehrstelle des 
Wehrkreises VII in Breslau (Wroclaw). Mit Unterbrechungen blieb er dort bis zum 18. 
August 1939. Oberländer gehörte zum Kreis der Initiatoren und Organisatoren des fingierten 



381 



Überfalls auf den Sender Gleiwitz (Gliwice), der den Faschisten als Anlaß für den 
militärischen Überfall auf Polen diente. 

Nach der faschistischen Okkupation Polens stellte sich Oberländer an die Spitze der 
Ausrottungsfanatiker und forderte die restlose Vertreibung und Vernichtung des polnischen 
Volkes: 

„Die Eindeutschung in den Ostgebieten muß in jedem Falle eine restlose sein. Maßnahmen 
vollständiger Aus- und Umsiedlung mögen für die Betroffenen hart erscheinen - aber eine 
einmalige Härte ist besser als ein durch Generationen währender Kleinkampf. . . Aus diesem 
Grunde ist neben vielen anderen eine Assimilierung des Polentums abzulehnen." (Neues 
Bauerntum, April/Mai 1940) 

Vor dem Überfall auf die Sowjetunion begann Oberländer mit der Aufstellung, Ausbildung 
und politischen Führung einer speziellen Sabotage- und Diversionseinheit für Sondereinsätze 
der Abteilung „Abwehr II". Diese Sondereinheit war das Bataillon „Nachtigall". Es bestand 
aus ukrainischen Nationalisten und Faschisten sowie aus asozialen und kriminellen 
Elementen. Die Gruppe war für „Sonderaufgaben" - Sabotage, Diversion, Mordanschläge und 
Massenhinrichtungen in der Ukraine - vorgesehen. Sie sollte als erste Einheit in die 
Sowjetunion einfallen. 

Damit begann der fürchterlichste Abschnitt in Oberländers Laufbahn als „Ostexperte" und 
„Abwehr"-Offizier. Das Bataillon „Nachtigall" erreichte als erste Einheit der faschistischen 
Wehrmacht am 30. Juni 1941 die sowjetische Stadt Lwow (Lemberg) und blieb dort bis zum 
7. Juli 1941. Die Zahl der in den ersten sechs Tagen der faschistischen Besetzung durch das 
Bataillon „Nachtigall" ermordeten Frauen, Kinder und Greise wird auf 3000 bis 5000 
geschätzt. In Lwow begann Oberländer, seinen alten Plan zur Vernichtung der polnischen und 
sowjetischen Intelligenz zu verwirklichen. Unter den 3000 bis 5000 ermordeten Menschen 
befanden sich auch 34 hervorragende Vertreter des Geisteslebens. Ihre Namen waren vom 
„Institut für Deutsche Ostarbeit" in Krakau (Krakow) zusammen mit Oberländer bereits vor 
der Aggression gegen die Sowjetunion auf die Todesliste gesetzt worden. 

Doch nicht nur in Lwow beging die Einheit „Nachtigall" Massaker unter der sowjetischen 
Bevölkerung. Das von Oberländer geführte Bataillon richtete auch in den Städten Solotschew, 
Tarnopol, Prokurow, Shitomir und Winnica furchtbare Blutbäder unter der Zivilbevölkerung 
an. 

Nach kurzem Zwischenspiel als Leiter der Abteilung „Abwehr II" beim Oberbefehlshaber der 
Heeresgruppe Süd übernahm Oberländer im Herbst 1941 die Aufgabe, eine Sondereinheit zur 
Niederhaltung der sowjetischen Bevölkerung im okkupierten Gebiet und zur Bekämpfung der 
Partisanenbewegung aufzubauen. In diese Einheit preßte Oberländer kriegsgefangene 
Angehörige der kaukasischen Völker. Für diese Kriegsgefangenen gab es nur die eine Wahl: 
Hungertod im faschistischen Lager oder Eintritt in das Bataillon (später Regiment) 
„Bergmann". 

Die unter Oberländers Befehl stehende Sondertruppe „Bergmann" war von der 
Wehrmachtsführung zu Diversionsakten im sowjetischen Hinterland vorgesehen. In den 
Jahren 1942/43 war sie jedoch hauptsächlich an Vernichtungsaktionen gegen die 
Zivilbevölkerung und die Partisanenbewegung beteiligt. Alle diese Aktionen wurden „mit 
äußerster Härte" durchgeführt. Die Einsatzbefehle unterschrieb Oberländer. Wer sich von den 
Angehörigen dieses Regiments an den Verbrechen nicht beteiligen wollte, wurde erschossen. 



382 



So war es auch, als ein Teil des Regiments begann, sich zur Wehr zu setzen. Oberländer ließ 
sieben Angehörige der Einheit vor ein Kriegsgericht stellen und erschießen. Nach kurzem 
Einsatz auf dem Balkan „zeichnete" sich das von Oberländer organisierte und politisch 
geformte Regiment im Jahre 1944 bei der grausamen Niederschlagung des „Warschauer Auf 
Standes" aus. 

Gegen Ende des Krieges wurde Oberländer noch zum Major befördert und zum Leiter des 
Schulungslagers „Ostprop.-Abt. z. b. V." in Dabendorf bei Berlin berufen. In diesem Lager 
wurde die Armee des Verräter-Generals Wlassow ideologisch ausgerichtet. Vor den 
anrückenden sowjetischen Truppen floh Oberländer in die Tschechoslowakei, wo er in eine 
SS-Kriegsberichter-Standarte eintrat. Am 23. April 1945 begab er sich dann in amerikanische 
Gefangenschaft. 

Oberländer lebt heute nicht nur unbehelligt in Westdeutschland, sondern ist nach wie vor 
Abgeordneter der CDU im Bundestag und hat großen Einfluß auf die Politik der 
westdeutschen Revanchistenorganisationen, obwohl sogar die Bonner Justiz in einem 
vergeblichen Reinwaschungsversuch die Mordtaten des von ihm geführten Bataillons 
„Nachtigall" in Lwow bestätigen mußte. 

Die Einsetzung der schwerbelasteten Nazi- und Kriegsverbrecher Oberländer, Krüger und 
Lemmer als Minister ist bezeichnend für den Geist und die Aufgaben des Bonner 
„Vertriebenenministeriums". 

Becher, Walter 

ANTISEMITISCHER JOURNALIST 

heute: 

Sprecher der „Sudetendeutschen Landsmannschaft", in diesem Amt Nachfolger des 1967 
verstorbenen Seebohm. 

Mit der Wahl Dr. Walter Bechers zum Sprecher der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 
wurde einer der reaktionärsten Exponenten der westdeutschen Revanchepolitik und ein 
Intimus von Franz -Joseph Strauß höchster Funktionär der mit 380000 Mitgliedern größten 
westdeutschen Revanchistenorganisation. Zahlreiche Zeitungen des In- und Auslandes waren 
sich darin einig, daß Becher selbst seinen berüchtigten Vorgänger, Seebohm, in der 
Revanchehetze noch überbieten werde. So schreibt „Die Zeit": „Seebohm, das wird sich 
alsbald zeigen, war im Vergleich zu Becher nur ein ärgerlicher Sonntagsredner. " (Die Zeit, 
Hamburg, 2. Februar 1968) Bereits in seiner Antrittsrede bekräftigte er seinen extrem 
revanchistischen Standpunkt mit der Forderung an die westdeutsche Regierung, „ sich auf 
keinen Fall auf Erklärungen einzulassen, die von einer Annullierung des Münchener 
Abkommens aus dem Jahr 1938 sprächen ". (Süddeutsche Zeitung, München, 29. Januar 
1968) 

Am 1. November 1938 wurde Becher Mitglied der NSDAP (Mitgliedsnummer 6588113), 
nachdem er vorher Mitglied der Henlein-Partei (SdP) war. 

Nach der Okkupation des Sudetengebietes verbreitete Becher als Redakteur des Ressorts 
Kunst, Wissenschaft und Unterhaltung des Organs der NSDAP-Gauleitung Reichenberg 
(Liberec), „Die Zeit", den nazistischen Rassenwahn. So forderte er beispielsweise unter der 
Überschrift „Lieder, auf die wir verzichten ", daß alle Lieder, „deren Worte von Juden 



383 



stammen oder die von Juden vertont sind", nicht mehr gesungen werden sollen. (Die Zeit, 
Reichenberg, 17. November 1938) In einem anderen Artikel erklärte Becher, „daß die 
allgemeine Entjudung auch die erste Voraussetzung für den Neuaufbau des sudetendeutschen 
Kulturlebens ist. " (Die Zeit, Reichenberg, 9. November 1938) 

Über die in dem damals noch nicht okkupierten tschechoslowakischen Gebiet lebenden 
jüdischen Bürger schrieb Becher: 

„Allzu nachdrücklich hat die jüdische Hetzpresse das Schauermärchen vom , Trojanischen 
Pferd' aufgetischt, in dessen Bauch die gefährlichen Henleinovici auf den Untergang des 
tschechoslowakischen Staates lauerten. Dadurch erreichte sie es, daß die Tschechen blind 
wurden für das Jüdische Pferd', dessen Bauch schon lange die , geistigen Kämpen' Alljudas 
über den tschechischen Staat ausgespieen hatte; die Maffia- Juden, die unterirdisch am Aufbau 
des Beneschistischen Trugbildes mitgearbeitet hatten, waren entsprechend belohnt worden 
und saßen in uneinnehmbaren Positionen in der , Prager Presse'. Von dort ging auch die 
, Organisation' aus, die durch den jüdischen Gebieter der , deutschen Urania', Prof. Frankl, die 
, deutsche Sendung' Prag im Dienste Alljudas und unter der Lüge, staatserhaltend im 
tschechoslowakischen Sinne zu sein, gestaltet..." (Die Zeit, Reichenberg, 2. Januar 1939) 

Im Mai 1939, als die Juden des okkupierten Sudetengebietes bereits aus allen Stellungen in 
Wirtschaft, Politik und Kultur vertrieben worden waren und den Weg in die Ghettos und 
Konzentrationslager angetreten hatten, feierte Becher dieses Verbrechen: „Das Sudetenland 
ist Kulturland geworden. Erst die befreiende Tat des Führers hat unzählige schlummernde 
Kräfte aufgeweckt... Was unter der Patronanz einer volksfremden, von jüdischen Maklern 
beeinflußten Regierung bewußt totgeschwiegen wurde, kann sich heute dem allgemeinen 
Urteil stellen. " (Die Zeit, Reichenberg, 23. Mai 1939) 

Nach Ausbruch des Krieges war Becher in einer Propaganda-Kompanie als Kriegsberichter 
tätig. 

In Westdeutschland gehörte Becher zu den Gründungsmitgliedern des „Witikobundes", jener 
Untergliederung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft", in der sich die am meisten 
belasteten Sudeten-Nazi organisierten. Zeitweilig war er sogar Vorsitzender dieses Bundes. 

Von 1950 bis 1952 war er Mitglied des Bayrischen Landtages und Fraktionsvorsitzender der 
neonazistischen Partei GB/BHE. Als diese Partei nicht mehr in den Landtag gelangte, 
wechselte Becher zur CSU über und wurde 1965 Bundestagsabgeordneter. 

Seine ganze Tätigkeit nach 1945 zeigt, daß Becher noch immer zu den politischen Thesen 
steht, die er als Nazi- Journalist und Henlein- Anhänger vertrat. 

Otto, Hans- Werner 

ZUM OSTEINSATZ BERUFEN 

heute: 

Staatssekretär im Innenministerium in Schleswig-Holstein. 

Am 1. September 1938 kam der Altnazi Dr. Hans- Werner Otto (NSDAP seit 1. Januar 1932, 
Nr. 1 190423) an die Bezirkshauptmannschaft Innsbruck, um dort 

„Reichsverteidigungsangelegenheiten" (Notstandsfragen) und „Probleme der Angliederung 



384 



des Verwaltungsrechts" zu bearbeiten, das heißt die Annexion Österreichs juristisch zu 
untermauern. Ein Jahr später, am 21. Oktober 1939, wurde er Landrat in Feldkirch 
(Vorarlberg) und Kreisamtsleiter für Kommunalpolitik der dortigen NSDAP -Kreisleitung. Für 
seine Verdienste bei der Annexion Österreichs erhielt Otto im August 1939 die „Medaille zur 
Erinnerung an den 13. März 1938". 

Nach dem Überfall auf die Sowjetunion ließ sich Okkupationsspezialist Otto in die „neuen 
Ostgebiete" versetzen. Er wurde Anfang 1942 Gebietskommissar im faschistisch besetzten 
Nikolajew in der Ukraine und war unter anderem für die ökonomische Ausplünderung dieses 
Gebiets verantwortlich. 

Alle vom Gebietskommissar unterzeichneten Anordnungen für die Deportation von 
Sowjetbürgern zur Zwangsarbeit endeten mit der Drohung: 

„ Wer nicht erscheint und sich dadurch der Arbeitspflicht entzieht, wird... in besonders 
schwerwiegenden Fällen... zum Tode verurteilt. " (Ukrainska Dumka, 17. Juli 1943) 

Daß dies nicht nur eine leere Drohung war, zeigt die Bekanntmachung des 
Bezirkskommissars in Nikolajew vom 6. Juli 1943: 

„Am heutigen Tage wurden durch ein deutsches Sondergericht in der Stadt Nikolajew gemäß 
der Verordnung des Reichsministers für die besetzten Ostgebiete vom 17. Februar 1942 
wegen Schädigung des Wohls des deutschen Staates zum Tode verurteilt: (Es folgt eine Liste 
von zehn 18jährigen Sowjetbürgern.) Die vorgenannten Personen entzogen sich der 
Verrichtung ihrer obligatorischen Arbeit. . . durch die Flucht von ihrer Arbeitsstelle. . . Die 
Todesurteile wurden heute vollstreckt." (Nowij CAS, 21. Juli 1943) 

1945 wurde Ottos Karriere nicht unterbrochen. In Schleswig-Holstein zählt er zu den 
prominentesten Förderern der Revanchistenverbände (er war lange Zeit hoher Beamter, 
zuletzt Staatssekretär, im „Vertriebenenministerium" in Schleswig-Holstein) und 
neofaschistischen Kräfte. 

Kohnert, Hans 

HENKER VON BYDGOSZCZ 

heute: 

Mitglied im Bundesvorstand der „Landsmannschaft Westpreußen " und Hauptgeschäftsführer 
des Verbandes Deutscher Fleischwarenfabriken. 

Im Jahre 1935 wurde Dr. Hans Kohnert Vorsitzender der faschistischen Organisation der 
deutschen Minderheit im polnischen Warthe-Gebiet, „Deutsche Vereinigung". Seine 
Hauptmethoden zur Unterminierung des polnischen Staates waren neben der intensiven 
Spionagetätigkeit die faschistische Erziehung und militärische Ausbildung der Jugend sowie 
die Einbeziehung möglichst vieler Bürger der deutschen Minderheit in das Netz der 
5. Kolonne. Enge Beziehungen pflegte Kohnert mit Oberländer und der obersten SS-Führung, 
von der er auch das Geld für seine Wühltätigkeit erhielt. 

Im Jahre 1938 begann Kohnert mit dem Aufbau der SS in diesen Gebieten Polens. Die 
Organisation existierte unter der Bezeichnung „Selbstschutz" und wurde beim Überfall auf 
Polen gegen die polnische Armee und Bevölkerung eingesetzt. Der von Kohnert 



385 



kommandierte „Selbstschutz" ist für die Ermordung Tausender Bürger von Bromberg 
(Bydgoszcz) verantwortlich. An jenem verhängnisvollen 3. September 1939 ereignete sich in 
dieser Stadt, dem Sitz der Untergrundorganisation Kohnerts, folgendes: 

In den Morgenstunden eröffneten Kohnerts SS-Banden, die ihre Stunde gekommen sahen, aus 
Häusern und von Dächern ein heftiges Feuer auf die sich in das Landesinnere 
zurückziehenden polnischen Truppen. Der polnische Stadtkommandant erließ daraufhin den 
Befehl, die Stadt von den SS-Banditen zu säubern. Etwa 260 Meuchelmörder aus der 
faschistischen 5. Kolonne wurden aufgespürt und von der polnischen Armee hingerichtet. 
Diese von dem Faschisten Kohnert provozierten Ereignisse nahmen die SS und die Gestapo 
zum Vorwand, nach der Okkupation Polens allein in Bromberg 10500 Menschen - darunter 
ganze Schul- und Gymnasialklassen - zu ermorden. Weitere 13000 kamen bei der Deportation 
um. 

Für diese „Verdienste" wurde Kohnert 1939 zum SS-Oberführer befördert und als 
Landesbauernführer im damaligen Gau Netze- Wartheland eingesetzt. Hitler dekorierte ihn mit 
dem „Goldenen Ehrenzeichen der NSDAP". 

Ulitz, Otto 

ORGANISIERTE DAS VERBRECHEN VON GLEIWITZ 

heute: 

Sprecher der „Landsmannschaft Oberschlesien ". 

Seit 1921 war Otto Ulitz Leiter des „Deutschen Volksbundes für polnisch Oberschlesien". Die 
große Stunde dieses „Volksbundes" kam mit der Machtergreifung Hitlers. Von Ulitz extrem 
faschistisch orientiert, begannen die Schlägerkolonnen des „Volksbundes", besonders im 
Jahre 1939, immer häufiger blutige Zusammenstöße zu provozieren. Eine Welle faschistischer 
Provokationen ging durch das polnische Land. Das Ziel war, die politische Situation bis zum 
äußersten anzuspannen, um einen geeigneten Anlaß für den militärischen Überfall auf Polen 
zu schaffen. 

Ulitz war mit seiner als „Volksbund" getarnten 5. Kolonne zur Vorbereitung und 
Durchführung des fingierten Anschlages auf den Sender Gleiwitz (Gliwice) eingesetzt. In 
mehreren Besprechungen mit der obersten SS-Führung übernahm Ulitz für den Anschlag 
folgende Aufgaben: Er hatte die vom faschistischen Sicherheitsdienst ausgesuchten Leute, die 
sich unter Führung des SD-Mannes Naujocks nach Gleiwitz (Gliwice) begaben, zu beraten 
und ihnen genaue Ortskenntnisse zu vermitteln. Ferner half er einen polnisch sprechenden 
zuverlässigen „Volksdeutschen" auszuwählen, der Naujocks zur Verfügung gestellt wurde. 
Dieser Verbrecher hielt nach dem fingierten „Überfall" in polnischer Sprache eine Hetzrede 
im Gleiwitzer Sender. 

Am 31. August 1939 rollte das Unternehmen gegen den Sender Gleiwitz ab. Am nächsten 
Tag begann der militärische Überfall auf Polen und damit der zweite Weltkrieg. 

Ulitz wurde für seine vielfältigen Verdienste bei der Vorbereitung der Aggression zum 
Ministerialrat und Abteilungsleiter der Regierung in Kattowitz (Katowice) ernannt und erhielt 
am 18. Oktober 1939 das „Goldene Ehrenzeichen der NSDAP". 



Richthofen, Bolko von 



386 



EIN EHRLOSER DENUNZIANT 

heute: 

„Bundeswissenschaftsberater" und Mitglied im Vorstand der „Landsmannschaft Schlesien ". 

Freiherr Bolko von Richthofen gehörte zu den antisemitischen und revanchistischen 
Professoren Hitlers. In seinen pseudowissenschaftlichen Schriften versuchte er, die 
antisemitische Barbarei der Nazis und den Herrschaftsanspruch des deutschen Imperialismus, 
besonders gegenüber Osteuropa, zu begründen. Dazu einige Titel aus seiner Bibliographie: 
„Rasse und Volkstum in der bolschewistischen Wissenschaft", „Ursprung der Ostjuden und 
Chasaren", „Judentum und bolschewistische Kulturpolitik". 

Seine politische Laufbahn begann Richthofen in den reaktionären Freikorps und der 
„Schwarzen Reichswehr". Später führte ihn seine erzreaktionäre Einstellung in den 
faschistischen „Bund Deutscher Osten". 

Als Leiter der „Berufsvereinigung deutscher Vorgeschichtsforscher" denunzierte er den 
Wissenschaftler Prof. Wirth, der eine zur faschistischen Rassentheorie abweichende Meinung 
geäußert hatte und freundschaftlich mit jüdischen Bürgern verkehrte. Es gibt Dokumente in 
großer Zahl, die ein bezeichnendes Licht auf Richthofen, diesen fanatischen Verfechter der 
barbarischen Rassentheorie und -praxis des Faschismus werfen. In einem Brief vom 24. 
Januar 1934 schreibt er an Prof. Günther in Jena: 

„ Ich verstehe nicht, weshalb man Wirth aus menschlichen und taktischen Gründen schonen 
soll... Ihre Anregung einer Erklärung möglichst der Gesamtheit der völkischen 
Hochschullehrer gegen Wirth erscheint mir außerordentlich wertvoll, nur sollte sie nicht in 
milden, sondern meines Dafürhaltens in schneidend scharfen Worten gehalten sein. " (Siehe 
auch Tafel 47. Landeshauptarchiv Schwerin, Bestand: Ministerium für Unterricht, Nr. 1267) 

Prof. Wirth war nicht das einzige Opfer des Denunzianten Richthofen. Auch die 
Wissenschaftler Gesemann und Winkler wurden von ihm als „Juden- und 
bolschewistenfreundlich" den Nazi-Behörden gemeldet. 

Während des zweiten Weltkrieges arbeitete Richthofen als Referent und „Sonderbeauftragter" 
beim Oberkommando des Heeres (OKH), Abteilung „Fremde Heere Ost", im 
Spionageapparat des damaligen Generalleutnants und heutigen Präsidenten des 
Bundesnachrichtendienstes, Reinhard Gehlen. In einem Brief an die Universität Leipzig 
schrieb Richthofen am 16. Oktober 1944: 

„Meine Arbeitskraft habe ich inzwischen in der Hauptsache von hier aus der Wehrmacht und 
der Partei zu Schulungsvorträgen über den Bolschewismus zur Verfügung gestellt, um damit 
den Durchhaltewillen stärken zu helfen. " (Archiv der Universität Leipzig) 

Als Durchhaltefanatiker rühmte sich Richthofen auch in einem Artikel der „Leipziger Neueste 
Nachrichten". Dort heißt es unter anderem: 

„Die wissenden und verantwortungsbewußten Europäer kennen gegen die Hölle des 
Bolschewismus und seine plutokratischen Handlanger nur das kämpferische Durchhalten bis 
zum Letzten. Allein dadurch können unser Volk, Europa und die Welt gerettet werden." 
(Leipziger Neueste Nachrichten, 15. November 1944) 



387 



Richthofen ist heute der führende Ideologe der „Schlesischen Landsmannschaft". Darüber 
hinaus ist er einer der Organisatoren und Förderer der rechtsradikalen und halbfaschistischen 
„Aktion Oder-Neiße" (AKON). 

Im Jahre 1964 wurde er von Lübke mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse dekoriert. 
Illing, Paul 

SS-TERRORIST 

heute: 

Bundesgeschäftsführer der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" (SL), Sekretär der 
„Bundesversammlung" der SL, Mitglied des „Beirates" beim Lemmer-Ministerium. 

Schon am 1 . März 1923 trat Paul Illing in Wien der NSDAP bei und wurde dort Blockleiter. 
Zur gleichen Zeit wurde er Mitglied der SA. Im Auftrage der Nazi-Partei ging er in die CSR, 
um an der faschistischen Beeinflussung der deutschen Minderheit und der Wühlarbeit gegen 
den tschechoslowakischen Staat teilzunehmen. Illing organisierte dort den „Volkssport", eine 
faschistische Terrororganisation, die nach den Prinzipien der SS organisiert und gegen die 
tschechoslowakische Bevölkerung eingesetzt wurde. Als stellvertretender Landesführer dieser 
Organisation, die unter Leitung des späteren Nazi-Gauleiters und Kriegsverbrechers Hans 
Krebs stand, war er für die Provokationen verantwortlich, die seine Organisation inszenierte. 
In der bürgerlichen CSR wurde er deshalb wegen staatsfeindlicher Tätigkeit zu zwei Jahren 
und sieben Monaten Gefängnis verurteilt. 

Im Jahre 1938 holte ihn Himmler nach Deutschland. Von hier aus sollte Illing die Okkupation 
der CSR vorbereiten helfen. Er wurde als SS-Sturmbannführer und als Leiter zweier 
Abteilungen im Stab des SS-Oberabschnittes „Elbe" eingesetzt. Schon ein Jahr danach wurde 
er zum SS-Obersturmbannführer befördert. Über seine weitere Arbeit in der SS schreibt Illing 
in seinem Lebenslauf: 

„Am 15. 3.1939 wurde ich dem Reichsführer SS beim Einmarsch nach Prag als Führer und 
Dolmetsch zugeteilt. Anschließend baute ich als Leiter der SS-Annahmestelle des SS- 
Oberabschnittes ,Elbe' und als Standortführer von Prag die Schutzstaffel im nördlichen 
Protektorat auf. Vom Dezember 1939 an führte ich ehrenamtlich die 103. SS-Standarte in 
Aussig und bin seit Juni 1940 ehrenamtlicher Gau-Organisationsleiter in Reichenberg." 
(Zentrales Staatsarchiv der CS SR, Prag, Bestand: Reichsstatthalter Sudetenland) 

Illing wurde dann in einem der größten Kreise des Sudetengebietes, in Leitmeritz 
(Litomerice), zum Landrat berufen. Die Nazi-Partei verzichtete jedoch nicht auf ihn. Vom 
„Stellvertreter des Führers" wurde er zur NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec) berufen, 
wo er als Stabsleiter arbeitete. Für seine aktive Mitwirkung bei der Vorbereitung und 
Durchführung der Annexion der CSR und der Organisierung des SS-Terrors gegen die 
tschechische Bevölkerung erhielt Illing unter anderem den „Totenkopfring" und den 
„Ehrendegen des Reichsführers SS", das „Goldene Ehrenzeichen der NSDAP" und das 
Kriegsverdienstkreuz . 

Neuwirth, Hans 



ARISIERUNGSSPEZIALIST 



388 



heute: 

Mitglied des „ Sudetendeutschen Rates ", Vorsitzender des Rechtsausschusses und Mitglied 
des Presseausschusses und der „Bundeversammlung" der SL, Geschäftsführer der „ Union 
der Vertriebenen " in der CSU und Sekretär des „ Collegium Carolinum ", eines Zentrums der 
imperialistischen Ostforschung; hauptamtlich ist er im Auswärtigen Amt der Bonner 
Regierung tätig. 

Seit 1935 war Dr. Hans Neuwirth Abgeordneter der sudetendeutschen Nazi-Partei, seit 1936 
Mitglied der Hauptleitung und Mitglied des Rechtsamtes. Der Kriegsverbrecher Henlein 
bezeichnete Neuwirth als den „politischen Rechtsanwalt" seiner Partei. Die Gauleitung 
Reichenberg (Liberec) der NSDAP charakterisierte ihn wie folgt: „Da er vertraglich die 
Verpflichtung zur Führung von politischen Prozessen übernommen hatte, wurde ihm vom 
VDA ein fixes Gehalt von RM 1000,- gezahlt. In Nikolsburg habe er scharf gegen die 
Verjudung gerade des dortigen Bezirks Stellung genommen. " (Zentrales Staatsarchiv der 
CSSR, Prag, Bestand: Gauleitung Reichenberg) 

Nach der Annexion des Sudetengebietes durch die Hitlerfaschisten beschäftigte sich Neuwirth 
mit Plänen der Vernichtung des tschechischen Volkes. Seine Vorschläge zur faschistischen 
Ausrottungspolitik legte er in einem Memorandum vom 15. Oktober 1938 unter dem Titel 
„Bemerkungen zur tschechoslowakischen Frage" dem Auswärtigen Amt Ribbentrops vor. 
Dort heißt es: 

„Vordringlich ist die Klärung der Hauptfrage: was soll mit dem Reststaate geschehen? Zwei 
Möglichkeiten erscheinen gegeben: A) Man überlädt die Tschechen sich selbst, riegelt den 
Reststaat wirtschaftlich ab, übersteigert in Ausmaß und Tempo die wirtschaftlichen und 
sozialen Schrumpfungserscheinungen, befördert dadurch die Verselbständigungsbestrebungen 
der Slowaken und Ukrainer bis zur staatspolitischen Separation und nimmt endlich nicht zu 
vermeidende Unruhen auch sozialer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten zum Anlaß, um aus 
dem Titel der für das Reich unvermeidlichen Ordnungsherstellung rein machtmäßig die 
historischen Länder zu übernehmen und unter die direkte Hoheitsverwaltung des Reiches zu 
stellen. Nach der machtmäßigen Einverleibung der Gebiete der historischen Länder müßte 
jedenfalls eine reine obrigkeitliche Verwaltung eingerichtet werden, die ohne schärfste 
Anwendung polizeilicher Pressionsmittel mit dem Ziel persekutiver Verdrängung nicht 
auskommen könnten. Diese Politik ist grundsätzlich möglich, muß jedoch mit allen 
Konsequenzen und gegebenenfalls erbarmungslos gewollt werden..." (Zentrales Staatsarchiv 
der CSSR, Prag, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. D 497783ff.) 

Nach der faschistischen Okkupation auch der restlichen Gebiete der CSR wurde Neuwirth 
von dem berüchtigten Kriegsverbrecher Heydrich beauftragt, den jüdischen Petschek-Konzern 
zu liquidieren. Die vom SD gemeinsam mit Neuwirth vollzogene Arisierung dieses Konzerns 
führte zur Ermordung von 12 Angestellten. Die „arisierten" Petschek-Unternehmen wurden 
zum Teil dem faschistischen „Hermann-Göring-Konzern" einverleibt. Dabei hatte sich 
Neuwirth als ein besonders geeigneter Fachmann für den Raub jüdischen Vermögens 
erwiesen und wurde mit der „Reorganisation" eines weiteren Zweigunternehmens des 
Petschek-Konzerns, der „Montan- und Industrialwerke AG" im Falkenauer Gebiet, beauftragt. 
Nachdem Neuwirth alle jüdischen Teilhaber verdrängt und der Gestapo übergeben hatte, trat 
er als Mitglied in den Vorstand des „arisierten" Unternehmens ein. 

Zoglmann, Siegfried 



DEM „FÜHRER" VERSCHWOREN 



389 



heute: 

Leitender Funktionär der „ Sudetendeutschen Landsmannschaft " und parlamentarischer 
Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bonner Bundestag. 

Seit 1928 war Siegfried Zoglmann in der faschistischen Jugendbewegung und seit 1931 als 
Redakteur und Chefredakteur faschistischer Jugendzeitungen, wie „Jungdeutsches Volk", 
„Die Fanfare" und „Deutscher Ostraum", tätig. 1935 wurde er Bannführer. Kriegsverbrecher 
Schirach ernannte ihn zum Leiter der Verbindungsstelle im Presse- und Propagandaamt beim 
Reichs Jugendführer. Nach der Okkupation der CSR wurde Zoglmann als Hauptbannführer 
und später als Gebietsführer Chef der Befehlsstelle Böhmen und Mähren der HJ und 
Abteilungsleiter beim Kriegsverbrecher K. H. Frank, dem „Reichsprotektor" im faschistisch 
besetzten Prag. 

In dieser Eigenschaft nahm er an allen internen und „militärisch überwachten" 
Veranstaltungen teil. Zu diesem Kreis hatten unter anderen Zutritt: „Reichsprotektor" K. H. 
Frank, Oberbannführer Zoglmann, SS-Oberführer Stahlecker, führende Mitglieder der Nazi- 
Kreisleitung, zu der auch das heutige Vorstandsmitglied des „Witikobundes", der ehemalige 
Kreisleiter der NSDAP in Prag, Konstantin Höss, gehörte. 

Die von Zoglmann selbst oder zusammen mit anderen Nazi-Größen herausgegebenen 
Schriften zur „politischen Bildung" der HJ weisen ihn als einen fanatischen Anhänger des 
faschistischen Systems aus. In seinem Buch „Jugend erlebt Deutschland" schrieb er unter 
anderem: „ Deutschland lebt in den marschierenden Kolonnen der SA und im Gleichschritt 
der jungen Wehrmacht. " Und an anderer Stelle: „Ein Glaube ist es, der sie eint. Ein Wille, 
der sie beseelt. Eine Fahne, hinter der sie marschieren. Ein Führer, dem sie sich 
verschworen. " 

In einem Brief an den Kriegsverbrecher Frank vom 20. Januar 1940 bat Zoglmann um die 
Aufnahme in die SS mit einem seiner Position entsprechenden Dienstgrad. Er bezog sich 
dabei auf eine Unterredung mit Himmler, die er am 12. Januar 1940 in Berlin hatte. Zoglmann 
erhielt als Auszeichnung für seine Mitwirkung an der Okkupation der CSR das „Goldene 
Ehrenzeichen der HJ". Seit 1943 gehörte Zoglmann der Waffen-SS an. 

Karmasin, Franz 

HENKER DES SLOWAKISCHEN VOLKES 

heute: 

Geschäftsführer des „ Witikobundes ", der faschistischen Propagandazentrale der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft" , Mitglied im „Sudetendeutschen Rat" und Mitglied 
der Bundesversammlung" der von Becher geführten „Sudetendeutschen Landsmannschaft" . 

Unter den schwerbelasteten Nazi- und Kriegsverbrechern, die die „Sudetendeutsche 
Landsmannschaft" durchsetzen, ragt Franz Karmasin mit seinen grauenhaften Verbrechen 
gegen das slowakische Volk besonders hervor. Im Jahre 1926 ging er als Funktionär des 
extrem nationalistischen „Deutschen Kulturbundes" in die Slowakei, um die dort lebenden 
deutschen Minderheiten nationalistisch zu beeinflussen und sie in die staatsfeindliche 
Tätigkeit gegen die CSR einzubeziehen. Seit dieser Zeit war er auch mit dem 
Kriegsverbrecher Henlein befreundet, der ihn am 15. Oktober 1937 zu seinem Stellvertreter in 
der sudetendeutschen Nazi-Partei und zum Beauftragten für die Slowakei ernannte. Nachdem 
die deutschen Faschisten die CSR okkupiert hatten, gaben sie der Slowakei unter der 



390 



Herrschaft des Faschisten Tiso eine formale Selbständigkeit, um den Widerstandswillen des 
tschechoslowakischen Volkes zu spalten. Dieser formal selbständige slowakische Staat war 
aber nur ein nazistisches Protektorat. Als NS-Volksgruppenführer und Staatssekretär in der 
Tiso-Regierung hatte Karmasin die Aufgabe, die slowakischen Faschisten zu kontrollieren 
und darüber zu wachen, daß sie den Befehlen Hitlers nachkamen. 

Nach der Lostrennung der Slowakei von den tschechischen Gebieten organisierte Karmasin 
den SS-, SA- und Polizeiterror. 

Unter den ersten Opfern befanden sich 700 Angehörige der deutschen Minderheit, die, als 
asoziale Elemente abgestempelt, in die Vernichtungslager der SS transportiert wurden. In 
seinem Brief vom 28. Juli 1942 an Himmler schrieb Karmasin: 

„Reichsführer! 

Abermals sehe ich mich veranlagt. Ihnen, Reichsführer, für die neuerliche großzügige 
Hilfeleistung, die Sie uns durch die Ermöglichung der Aussiedlung asozialer Elemente 
gewährt haben, den herzlichsten Dank auszusprechen. Die Aktion, die von Seiten der 
Volksdeutschen Mittelstelle Pg. Lackmann und von meinem Amte Dr. Toth durchführte, hatte 
einen vollen Erfolg... Heil Hitler! Ihr Karmasin. " (Archiv des tschechoslowakischen 
Justizministeriums) 

Zur Durchführung solcher Aktionen und zur Ausrottung der slowakischen Bevölkerung schuf 
Karmasin die berüchtigte „Freiwillige Schutzstaffel" (FS), eine Terrororganisation, die sich in 
Aufbau, Aufgaben, Geist und Führung in nichts von der SS Himmlers unterschied. Um die 
Vernichtungspolitik vorzubereiten und die Bevölkerung in „rassisch Minderwertige" und 
„rassisch Wertvolle" einteilen zu können, forderte Karmasin den Chef des SS-Rasse- und 
Siedlungshauptamtes, SS-Gruppenführer Pancke, bei Himmler an. Im Bericht des SS- 
Gruppenführers vom 18. Juni 1940 heißt es über das Ergebnis dieses Einsatzes in der 
Slowakei: 

„Die Juden in der Slowakei erfreuen sich heute noch unbeschränkter Freiheit . . . Lediglich 
von der Volksgruppe, insbesondere der FS (Freiwillige Schutzstaffel) sind in den Städten, in 
denen sich eine größere Anzahl Deutscher befindet, durch Terrormaßnahmen Juden vertrieben 
worden oder ausgewandert. Nach Entfernung der Juden und Zigeuner, außerdem nach 
Ausschaltung der Magyare und Magyaronen - schätzungsweise 500000 Menschen -kann 
meiner Ansicht nach dieses Land wieder voll dem Deutschtum zurückgewonnen werden ..." 
(Ebenda) 

Nach dem Besuch des SS-Gruppenführers Pancke sah Karmasin die Zeit gekommen, das 
Versprechen zu erfüllen, das er und die slowakischen Faschisten Durcansky und Mach im 
Winter 1938/39 bei einer Unterredung mit Göring gegeben hatten: das jüdische Problem auf 
gleiche Art und Weise wie in Deutschland zu lösen. (IMT, Bd. III, S. 171) Die „Freiwillige 
Schutzstaffel" Karmasins hatte sich in antisemitischen Exzessen bereits bestens bewährt. Sie 
konnte jetzt zur Deportation der jüdischen Bevölkerung in die Vernichtungslager in großem 
Maßstab eingesetzt werden: 

„Freiwillige Schutzstaffel 



FS. -Sturmbann 1 



Preßburg, d. 28. Mai 1942 



391 



An das Innenministerium, Abt. XIV 
z.H. Dr. Vasko 

Unser Zeichen A/St Preßburg 
Abt. IV- AZ. 12 a 

In der Anlage überreiche ich Ihnen die Namenslisten der FS-Angehörigen, welche in der Zeit 
vom 7.-23. Mai d.J. als Polizeihilfsdienst bei der Sicherstellung jüdischen Eigentums 
Verwendung fanden. Ersuche, für dieselben die Vergütung des Lohnentganges erwirken zu 
wollen. 

Heil Hitler - Nastraz 

Der Adjutant d. Sturmbannes Asvany" 

(Zentrales Staatsarchiv der CSSR, Prag, Bestand: Deutsche Partei) 

Von den im Auftrag Karmasins deportierten slowakischen Juden wurden 60000 ermordet. 
Damit auch wirklich alle Juden in die Vernichtungslager deportiert werden konnten, drang 
Karmasin noch im Sommer 1944 darauf, alle Juden genauestens zu registrieren: 

„Der Führer d. Deutschen Volksgruppe 
in der Slowakei 

Dringend!! 

Preßburg am 2. 6. 1944 
Herrn 

Minister Alexander Mach 
Preßburg 

Sehr geehrter Herr Minister! 

Ich gestatte mir, Dich auf folgendes aufmerksam zu machen: Zur Durchführung der 
Verordnung über die pflichtgemäße Anmeldung und die Ausstellung von 
Bürgerlegitimationen werden Anmeldungsformulare vorbereitet. In diesen 
Anmeldungsformularen fehlt ausnahmsweise die Rubrik Religion, so daß die ganzen Juden 
die Möglichkeit haben, sich zu tarnen. Ich hielte es für dringend notwendig, nicht nur diese 
Rubrik einzuführen, sondern tunlichst auch die Frage zu stellen, zu welcher Religion sie sich 
vor dem Jahre 1938 bekannten, damit jeglicher Zweifel behoben wird. 

Heil Hitler! Nastraz! 

Karmasin " 

(Archiv des tschechoslowakischen Justizministeriums) 



392 



Der Lohn für die Unterdrückung und Ausrottung des tschechoslowakischen Volkes für 
Karmasin war unter anderem seine Beförderung zum SA-Brigadeführer und SS- 
Hauptsturmführer. 

Himmler, Frank und Henlein entzogen sich durch Selbstmord dem Gericht der Völker. Der 
Vollstrecker ihrer Politik in der Slowakei, Karmasin, verbarg sich nach 1945 zunächst unter 
dem Namen Dibak in Österreich und ging später nach Westdeutschland. Obwohl er auf der 
Kriegsverbrecherliste der CSSR steht, kann Karmasin in Westdeutschland seinen richtigen 
Namen wieder tragen, ohne Gefahr zu laufen, festgenommen und wegen seiner Verbrechen 
verurteilt zu werden. Und nicht nur das. Karmasin ist heute einer der einflußreichsten Männer 
in der „Sudetendeutschen Landsmannschaft". 



Hitlers 5. Kolonne-Bonner Revanchistenführer 

Ammerling, Rudolf 

vor 1945: SS-Führer beim Befehlshaber der Sicherheitspolizei in Prag 

nach 1945: Bezirksgeschäftsführer der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" (SL) 
Oberfranken; Kreisobmann der SL in Bayreuth und Mitglied des „Witikobundes" 

Asbach, Hans- Adolf 

vor 1945: 1933 NSDAP; NSDAP-Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront in Stettin 
(Szczecin); Kreishauptmann im besetzten Polen 

nach 1945: Bis 1957 Sozialminister in Schleswig-Holstein; Funktionär des EHE in 
Schleswig-Holstein; Mitglied des Parteipräsidiums GB/BHE; war lange Zeit Vorsitzender der 
„Pommerschen Landsmannschaft" 

Aschenbrenner, Viktor, Dr. 

vor 1945: Mitglied der Henlein-Partei, Sekretär des „Deutschen Kulturverbandes" und 1937 
Leiter der „Sudetendeutschen Stelle", beides Spionage-Tarnorganisationen; im Hitlerkrieg 
Gauwart der faschistischen Organisation „Kraft durch Freude" 

nach 1945: Regierungsrat der Hessischen Landesregierung; Mitglied der 
Bundesversammlung der „Sudetendeutschen. Landsmannschaft"; Vorsitzender des 
„Kulturausschusses" 

Babenzien, Friedrich 



393 



vor 1945: 1932 NSDAP; Redakteur des Mitteilungsblattes der NSDAP „Westhavelländische 
Tageszeitung"; NS-Kreispressewart 

nach 1945: Funktionär der „Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg" 
Bartl, Ernst 

vor 1945: Funktionär der NSDAP-Kreisleitung Eger; zweiter NS-Bürgermeister von Eger 
(Cheb) 

nach 1945: Herausgeber des Blattes „Der Egerländer"; im Führungsstab 
„Arbeitsgemeinschaft sudetendeutscher Turner" 

Becher, Walter, Dr. 

vor 1945: Journalist des NS-Gauorgans „Die Zeit" in Reichenberg (Liberec); an 
Judenverfolgung im Sudetengebiet beteiligt; PK-Kriegsberichterstatter 

nach 1945: Generalsekretär des „Sudetendeutschen Rates"; Referent für Öffentlichkeitsarbeit 
im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; ausgezeichnet mit Bayrischem 
Verdienstorden; CSU-Bundestagsabgeordneter; Sprecher der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft" 

Bierschenk, Theodor 

vor 1945: Mitverfasser einer Liste polnischer Journalisten aus Litzmannstadt (Lodz), die 
Anfang November 1939 von der Gestapo ermordet wurden 

nach 1945: Leiter der „Heimatauskunftsstelle Polen II" in Niedersachsen und Pressereferent 
der „Landsmannschaft Weichsel-Warthe" 

Böhm, Franz, Dr. 

vor 1945: Sekretär Henleins; Vorsitzender des Gaugerichtes der NSDAP-Gauleitung 
Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Vorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; Mitglied des BdV- 
Präsidiums 

Böhmert, Kurt 

vor 1945: NS-Amtsgerichtsrat; Vorsitzender des Kreisgerichtes der NSDAP Jüterbog- 
Luckenwalde 

nach 1945: Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der „Heimatkreisbetreuer" der 
„Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg" 

Böse, Ossi 

vor 1945: Führer der „Sudetendeutschen Jugend"; Gefolgsmann Henleins 



394 



nach 1945: Bundes Jugendführer der „Deutschen Jugend des Ostens" 
Bornemann, Felix 

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Znaim; seit 1938 Mitglied des faschistischen Reichstages 

nach 1945: „Heimatkreisbetreuer" aller in Westdeutschland lebenden ehemaligen Umsiedler 
aus dem Kreis Znaim 

Brand, Walter, Dr. 

vor 1945: Leiter der Kanzlei und außenpolitischer Experte Henleins; Vorstandsmitglied des 
faschistischen „Kameradschaftsbundes"; Generalreferent für den Göringschen Vierjahrplan 
im okkupierten Sudetenland; SA- Sturmführer 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes"; Referent für rechtliche Grundsatzfragen 
im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; Mitglied des 
„Sudetendeutschen Rates" 

Brehm, Fritz 

vor 1945: SS-Obersturmbannführer; hauptamtlicher SS-Führer beim „Reichskommissar für 
die Festigung des deutschen Volkstums"; Träger des „Totenkopfringes" und des .Goldenen 
Ehrenzeichens der NSDAP" 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes" und der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft" 

Breuer, Emil 

vor 1945: Ortsgruppenleiter der NSDAP in Reichenberg (Liberec); Mitorganisator des 
„Sudetendeutschen Freikorps" - der Henlein-SS; 1941 im Direktorium der Sparkasse in 
Litzmannstadt (Lodz); Kriegsverdienstkreuz 

nach 1945: Von einem Gericht der CSR verurteilt; Bundeswirtschaftsreferent im 
Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft 

Christ, Hans, Dr. 

vor 1945: Bannführer der Hitlerjugend in Ungarn 

nach 1945: Kulturreferent der „Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn"; Führer der 
Bundesgruppe der „Ungarn-Deutschen" 

David, Herbert, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter Henleins; Leiter des Rechtsamtes der NSDAP-Gauleitung Reichenberg 
(Liberec), seit 1938 Mitglied des faschistischen Reichstages; NS-Oberlandesgerichtspräsident 
in Leitmeritz (Litomerice); verantwortlich für das dortige Sondergericht; SS-Oberführer 



395 



nach 1945: Mitglied im Landesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" in 
Niedersachsen 

Delphendahl, Heinrich 

vor 1945: Redakteur der Nazi-Presse; NS-Bürgermeister von Gotha und Rudolstadt; 
Vorsitzender des Kreisgerichtes der NSDAP in Gotha; Mitglied der NSDAP (Nr. 195270) 

nach 1945: Vorsitzender der „Bundeslandsmannschaft Thüringen" 

Domabyl, Josef : 

vor 1945: Mitglied der NSDAP -Leitung im okkupierten Prag; führende Funktion in der 
Protektoratsverwaltung 

nach 1945: Regierungsdirektor bei der Landesregierung Schleswig-Holstein; Referent für 
Finanzen im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Eggert, Oskar, Dr. 

vor 1945: Verfasser von „Blut- und Bodenschriften" über Mecklenburg und Pommern; 
Heeresstudienrat bei der faschistischen Wehrmacht 

nach 1945: Mitbegründer und Sprecher der „Pommerschen Landsmannschaft"; Mitglied des 
Beirates beim „Vertriebenenministerium" 

Essen, Werner, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter im faschistischen Reichsinnenministerium; zusammen mit Globke an 
der Ausarbeitung und Durchführung der Rassengesetze beteiligt; 1941 im faschistischen 
Reichskommissariat „Ostland" Abteilungsleiter und maßgebender 
„Germanisierungsspezialist" 

nach 1945: Ministerialrat und Referatsleiter im Referat 1/5 des „Vertriebenenministeriums"; 
seit 1965 Ruhestand; Mitglied im „J.-G. -Herder-Forschungsrat", einem Zentrum der 
imperialistischen Ostforschung 

Föder, Kurt 

vor 1945: Verwaltungsoberinspektor in Klingenthal und Chef der Ortspolizei; lieferte 
Antifaschisten in die KZ; nach dem Überfall auf Polen Distriktgouverneur; 1932 NSDAP 

nach 1945: Regierungsoberinspektor im Referat HI/4 des „Vertriebenenministeriums" 

Foltinek, Lothar 

vor 1945: Redakteur des NS-Gauorgans „Die Zeit" in Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Bis 1967 Chefredakteur der „Sudetendeutschen Zeitung"; Mitglied im 
Bundesausschuß für Presse und Information der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 



396 



Frank, Ernst 

vor 1945: Kreishauptamtsleiter der NSDAP in Karlsbad (Karlovy Vary); Herausgeber 
faschistischer Zeitungen und Broschüren in der CSR; Bruder des Kriegsverbrechers K. H. 
Frank 

nach 1945: Redakteur der Zeitung „Wegweiser für Heimatvertriebene" und des 
„Sudetendeutschen Turnerbriefes"; Mitglied des „Witikobundes" 

Franke, Gotthard 

vor 1945: Landrat und Politischer Leiter der NSDAP in Groß-Kunetitz und Freiwaldau 
(Frywaldov)/CSR 

nach 1945: Minister für Wirtschaft und Verkehr in Hessen; Stellvertretender 
Bundesvorsitzender GB/BHE, Präsidiumsmitglied des „Witikobundes" 

Gaksch, Franz 

vor 1945: Verwaltungsführer im Umsiedlerkommando Graz der SS-Organisation 
„Volksdeutsche Mittelstelle" 

nach 1945: CSU-Landtagsabgeordneter und Verwaltungschef des Landtages Bayern; 
Vorsitzender der „Union der Vertriebenen" in der CSU 

Gille, Alfred, Dr. 

vor 1945: NS-Bürgermeister in Lotzen; Mitglied der NSDAP-Gauleitung Ostpreußen 

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft Ostpreußen" bis 1966; Landesvorsitzender des 
„Bundes der Vertriebenen" in Schleswig-Holstein; Stellvertretender Vorsitzender der 
neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei" 

Gödel, Johannes, Dr. 

vor 1945: Seit 1933 Angehöriger der SS; 1941 SS -Untersturmführer im SD 

nach 1945: Regierungsdirektor im Niedersächsischen „Vertriebenenministerium", Leiter der 
Zentralgruppe, Vorsitzender der „Landsmannschaft Schlesien", Gruppe Hannover 

Götz, Hermann, Dr. 

vor 1945: Mitarbeiter des faschistischen Geheimdienstes in der CSR, dafür mit der 
„Gedenkmedaille zum 1. Oktober 1938" ausgezeichnet 

nach 1945: Bundestagsabgeordneter der CDU; Mitglied im „Sudetendeutschen Rat" 
Goldschmidt, Georg, Dr. 

vor 1945: Führer der faschistischen 5. Kolonne in Ungarn und Chefredakteur mehrerer Nazi- 
Zeitungen; Antisemit und Rassenhetzer 



397 



nach 1945: Stellvertretender Referent II/5 des „Vertriebenenministeriums" 
Graebe, Horst 

vor 1945: Aktive Betätigung in der faschistischen 5. Kolonne in Polen, „Deutsche 
Vereinigung", Nazi- Amtsgerichtsrat im okkupierten Wrzesnia 

nach 1945: Ministerialrat und Leiter des Referates LI des „Vertriebenenministeriums" 
Groeben, Karl von der 

vor 1945: 1932 NSDAP; politischer Leiter; von 1936-1943 Landrat in Insterburg 
(Tschernjachowsk); 1943 in die faschistische Verwaltung in Lomscha versetzt 

nach 1945: Vorsitzender der Landesgruppe Rheinland-Pfalz der „Landsmannschaft 
Westpreußen"; bis 31. März 1964 Oberregierungsrat und Leiter der Abteilung V 
(Landesflüchtlingsverwaltung und Kriegsfolgenhilfen) im Sozialministerium Rheinland-Pfalz 

Guthsmuths, Willi, Dr. 

vor 1945: SA-Hauptsturmführer; SS-Sturmbannführer; Verwaltungsdirektor der 
„Sudetendeutschen Bergbau AG" in Brüx (Most) 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes"; Staatssekretär im Bayrischen 
Ministerium für Wirtschaft und Verkehr a.D.; ausgezeichnet mit dem Großen 
Bundesverdienstkreuz des Verdienstordens mit Schulterband 

Hacker, Gustav 

vor 1945: Gründer des „Bundes der deutschen Landjungen" in der CSR; führte als 
Spitzenakteur der SdP den „Bund der Landwirte" der Henlein-Partei zu. Mitarbeiter im 
Landwirtschaftsministerium im okkupierten Prag 

nach 1945: Hessischer Landwirtschaftsminister; Vorstandsmitglied des „Bauernverbandes 
der Vertriebenen"; Präsidiumsmitglied des „Witikobundes" 

Hamm, Franz 

vor 1945: Gehörte zu den Führern der 5. Kolonne in Jugoslawien; politischer Beauftragter der 
Nazi- Volksgruppenführung für den südslawischen Staat; leitete die Fraktion der NSDAP im 
ungarischen Parlament 

nach 1945: Leiter des Referats II/3 im „Vertriebenenministerium" 
Hanely, Ernst von 

vor 1945: Redakteur an dem Nazi-Gauorgan „Die Zeit" in Reichenberg (Liberec) 
nach 1945: Verlagsleiter der „Sudetendeutschen Zeitung" 



Härtig, Ernst 



398 



vor 1945: Aktives NSDAP-Mitglied (Nr. 858977); war schon 1932 Blockleiter in Gera-Ost 

nach 1945: Geschäftsführer der „Vereinigten Landsmannschaften Mitteldeutschlands"; 
Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen der „Landsmannschaft Thüringen" 

Hergl, Walter, Dr. 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer bei der Sicherheitspolizei in Prag 

nach 1945: Regierungsdirektor; Leiter des Ministerbüros und der Pressestelle im Bayrischen 
Arbeitsministerium (dieses Ministerium ist für die Förderung des Revanchismus in Bayern 
verantwortlich) 

Höller, Franz 

vor 1945: Gaupropagandaleiter der NSDAP in der Gauleitung Sudetenland; 1933 SS; Leiter 
des faschistischen Reichspropagandaamtes Sudetenland und der Landeskulturkammer 

nach 1945: Chefredakteur des Hessischen BdV-Organs „Wegweiser für Heimatvertriebene" 

Höss, Konstantin 

vor 1945: NSDAP -Kreisleiter im okkupierten Prag; Führer der faschistischen 
„Karpatendeutschen Partei"; Führer im „Sudetendeutschen Freikorps" - der Henlein-SS 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes" Geschäftsführer des „Verbandes 
heimatvertriebener Verleger e. V." -Dachorganisation für 350 revanchistische Zeitungen mit 
einer Gesamtauflage von etwa zwei Millionen 

Illing, Paul 

vor 1945: 1923 NSDAP; SA; führender Akteur der faschistischen 5. Kolonne in der CSR; 
organisierte den Aufbau der SS in den okkupierten Sudetengebieten; Landrat in Leitmeritz 
(Litomerice); Stabsleiter der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec); SS- 
Obersturmbannführer; mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP", „Totenkopfring" und 
„Ehrendegen des Reichsführers SS" dekoriert 

nach 1945: Bundesgeschäftsführer der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" und Sekretär 
der „Bundesversammlung"; Mitglied des Beirates beim „Vertriebenenministerium" 

Jahn, Hans-Edgar, Dr. 

vor 1945: HJ- und NSDAP-Führer; NS-Führungsoffizier 

nach 1945: Vorstandsmitglied der „Pommerschen Landsmannschaft"; Herausgeber 
militaristischer Schriften; Präsident der „Arbeitsgemeinschaft demokratischer Kreise" - einer 
antikommunistischen Hetzorganisation; CDU-Bundestagsabgeordneter 

Jahn, Rudolf, Dr. 

vor 1945: Gauhauptstellenleiter im Sudetenland; SA-Standartenführer 



399 



nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes"; Redakteur der „Blätter deutscher 
Gildenschaften" 

Jaschek, Felix, Dr. 

vor 1945: Propagandist der Henlein-Partei; ab 1938 Agent des faschistischen 
Nachrichtendienstes in der CSR; mitbeteiligt an Vorbereitung und Durchführung der 
Okkupation der CSR 

nach 1945: Rechtsanwalt in Bremen; Mitglied der Bundesversammlung der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Jungschaffer, Karl 

vor 1945: Führender Funktionär der Henlein-Partei; Redakteur des Nazi-Gauorgans „Die 
Zeit" in Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Verlagsleiter des „Vertriebenen- Anzeigers" und der Zeitschrift „Wehr und 
Heimat" 

Karmasin, Franz 

vor 1945: Seit 1926 führender Akteur der 5. Kolonne in der Slowakei; 1937 Stellvertreter 
Henleins; Staatssekretär unter der faschistischen Tiso-Regierung in der Slowakei und Nazi- 
Volksgruppenführer; SA-Brigadeführer, SS-Hauptsturmführer 

nach 1945: Geschäftsführer des „Witikobundes"; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates"; 
Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Keil, Theo 

vor 1945: SA-Standartenführer; Leiter des NS-Gauamtes für Erziehung der NSDAP- 
Gauleitung Reichenberg (Liberec); Hauptleitungsmitglied des „Deutschen Kulturverbandes" - 
einer 5. Kolonne in der CSR; Hauptleitungsmitglied des faschistischen „Bundes der 
Deutschen" 

nach 1945: Herausgeber des „Sudetendeutschen Erzieherbriefes"; führend in der Ostkunde 
tätig 

Kiesewetter, Anton 

vor 1945: Schatzmeister und Finanzexperte der Henlein-Partei; Direktor der „Kreditanstalten 
der Deutschen" in Reichenberg (Liberec); maßgeblich an der Ausplünderung der CSR 
beteiligt; Landesobmann der „Reichsgruppe Banken" im Sudetenland 

nach 1945: Wirtschaftsexperte und Mitglied der „Bundesversammlung" der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft"; Pensionär nach dem 131er Gesetz zur Versorgung von 
Nazi- Akteuren und NS-Verbrechern 

Kohnert, Hans, Dr. 



400 



vor 1945: Seit 1935 Vorsitzender der „Deutschen Vereinigung" - einer faschistischen 
Organisation der deutschen Minderheit in Polen; verantwortlich für Provokationen vom 
3. September 1939 (Bromberger Blutsonntag) in Bydgoszcz; SS-Oberführer; 
„Landesbauernführer" im „Reichsgau Warteland"; Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der 
NSDAP" 

nach 1945: Vorstandsmitglied der „Landsmannschaft Westpreußen" 
Köllner, Fritz, Dr. 

vor 1945: Enger Mitarbeiter Henleins; Organisationsleiter der sudetendeutschen Nazi-Partei; 
1938 Führer der Gruppe „Schlesien" des „Sudetendeutschen Freikorps" - der Henlein-SS; 
Stellvertretender Gauleiter der NSDAP im Sudetenland; SA-Brigadeführer; 
„Reichstreuhänder der Arbeit" für das okkupierte Sudetengebiet; verantwortlich für die 
Deportation tschechoslowakischer Bürger als Zwangsarbeiter in die faschistische 
Rüstungsindustrie; Träger des „Goldenen Ehrenzeichens der NSDAP" 

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates V/35 im Bayrischen 
Arbeitsministerium 

Kraft, Waldemar 

vor 1945: Führender Funktionär der in Polen wirkenden faschistischen 5. Kolonne; Präsident 
der Landwirtschaftskammer Posen (Poznan); Mitarbeiter im Reichssicherheitshauptamt und 
in der Treuhandverwaltung Ost; SS -Ehrenhaupts turmführer 

nach 1945: 1953-1956 Bundesminister; von 1953-1965 Mitglied des Bundestages; CDU- 
Ostexperte 

Kraus, Silverius 

vor 1945: Nazi-Amtsgerichtsrat beim Oberlandesgericht Kattowitz (Katowice), NSDAP- 
Blockleiter, Schulungsleiter und Hauptstellenleiter für Lehrwesen 

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates II/l des „Vertriebenenministeriums" 
Krautwig, Karl-Ludwig 

vor 1945: Oberkriegsgerichtsrat; Oberfeldrichter; er war aktives Mitglied der SA 

nach 1945: Staatssekretär im „Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen"; seit 1965 
„Bevollmächtigter" der Bundesregierung in Westberlin; Mitglied im Forschungsbeirat des 
„Gesamtdeutschen" Ministeriums 

Krüger, Hans, Dr. 

vor 1945: Teilnehmer am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik 1923; aktives Mitglied 
der Nazi-Partei und verschiedener Nazi-Organisationen; „Stellvertreter in erster Linie" beim 
Sondergericht im okkupierten Könitz (Chojnice); fällte mehrere Todesurteile gegen polnische 
Bürger; in den ersten Wochen seiner Tätigkeit wurden 2000 in Krügers Amtsgefängnis in 
Könitz eingekerkerte Polen ermordet 



401 



nach 1945: 1958-1963 Präsident des BdV; von Erhard 1963 als „Vertriebenen"-Minister ins 
Kabinett berufen; mußte auf Grund der DDR-Enthüllungen über seine Nazi- Vergangenheit 
schon nach drei Monaten wieder entlassen werden; CDU-Bundestagsabgeordneter bis 1965 

Lange, Heinz, Dr. 

vor 1945: HJ-Gebietsführer und aktives NSDAP-Mitglied im Sudetenland; Waffen-SS 

nach 1945: Vorsitzender des „Witikobundes"; Mitglied des „Sudetendeutschen Rates"; FD P- 
Abgeordneter im Landtag von Nordrhein- Wesfalen 

Lemmer, Ernst 

vor 1945: Stimmte als Reichstagsabgeordneter dem Ermächtigungsgesetz Hitlers zu; als 
Generalsekretär des „Gewerkschaftsringes" schaltete er diese Gewerkschaft mit der DAF 
gleich; denunzierte als Auslandsjournalist demokratische Kollegen; enge Zusammenarbeit mit 
Reichssicherheitshauptamt, Goebbels-Ministerium und Auswärtigem Amt; verherrlichte in 
mehr als 2000 Artikeln die Eroberungs- und Ausrottungspolitik des Faschismus; wurde mit 
Sonderaufträgen vom Goebbels-Ministerium und vom Auswärtigen Amt betraut 

nach 1945: Minister in der Adenauerund Erhard-Regierung; von 1963-1966 
„Vertriebenen"-Minister 

Leukert, Edmund 

vor 1945: Aktives Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei; Abteilungsleiter in der 
Gauwirtschaftskammer Sudetenland 

nach 1945: Vorsitzender des „Hauptausschusses für Flüchtlinge und Ausgewiesene" in 
Bayern 

Maier, Erich 

vor 1945: Redaktionschef des Nazi-Gau- Organs „Die Zeit" in Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Chefredakteur des „Vertriebenenanzeigers" und des „Deutschen Anzeigers"; 
Herausgeber der militaristischen Monatsschrift „Wehr und Heimat" 

Maurach, Bruno, Dr. 

vor 1945: 1931 NSDAP; 1933 SS; Oberregierungsrat und Leiter der Gruppe „Presse" im 
Goebbels-Ministerium 

nach 1945: Oberregierungsrat des „Vertriebenenministeriums"; seit 1965 im 
„gesamtdeutschen" Ministerium 

Menzel, Wilhelm 

vor 1945: Nazi-Pädagoge an der Hochschule für Lehrerbildung in Breslau (Wroclaw); 
Gauredner der NSDAP 



402 



nach 1945: Kulturreferent der „Landsmannschaft Schlesien"; Abgeordneter der 
„Schlesischen Landesversammlung" 

Metzner, Adolf 

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Dux (Duchov); Leiter der faschistischen Spionage gegen 
die CSR; Gaubevollmächtigter für Schulung in der DAF 

nach 1945: Präsidiumsmitglied der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Mühlen, Heinrich von zur, Dr. 

vor 1945: Regierungsrat im Auswärtigen Amt; enger Mitarbeiter des berüchtigten 
Geopolitikers und VDA-Präsidenten Karl Haushofer; mit „Sonderaufgaben" betraut, deshalb 
u. k. gestellt 

nach 1945: Mitarbeiter im Referat II/3 des „Vertriebenenministeriums" 
Müller- Wurll, Heinz 

vor 1945: SS-Offizier im SD des SS-Oberabschnittes Nord 

nach 1945: Landesgruppenvorsitzender der „Landsmannschaft Berlin-Mark-Brandenburg" 
Nehring, Walter 

vor 1945: Faschistischer Panzergeneral; gab beim Überfall auf die Sowjetunion den Befehl, 
keine Gefangenen zu machen; für barbarische Kriegführung von Hitler hoch dekoriert 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Landsmannschaft Westpreußen", 
Vorsitzender des „Rhein-Ruhr-Klubs" 

Neuwirth, Hans, Dr. 

vor 1945: Führender Akteur der sudetendeutschen Nazi-Partei; verteidigte als Rechtsanwalt 
faschistische Provokateure; entwarf Pläne zur völligen Vernichtung des tschechischen Volkes; 
„arisierte" jüdische Unternehmen und bereicherte sich persönlich daran 

nach 1945: Mitglied des „Sudetendeutschen Rates"; Vorsitzender des Rechtsausschusses und 
Mitglied des Presseausschusses der „Bundesversammlung" der „Sudeten-deutschen 
Landsmannschaft"; Geschäftsführer der „Union der Vertriebenen" in der CSU und Sekretär 
des „Collegium Carolinum" - eines Zentrums der imperialistischen Ostforschung 

Niffka, Georg 

vor 1945: Referent in der Regierung des faschistischen Generalgouvernements in Polen 

nach 1945: Aktives Mitglied der „Landsmannschaft Oberschlesien" des „Kuratoriums 
unteilbares Deutschland" - dem Propagandainstrument der Bonner Regierung zur Annexion 
der DDR; führendes Mitglied der neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei" 



403 



Oberländer, Theodor, Prof. Dr. 

vor 1945: Teilnehmer am Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik; nach 1933 steile 
Karriere als faschistischer Ostexperte. „Bundesleiter" des BDO; führender Ideologe der 
faschistischen 5. Kolonne, der Ostexpansion und der Ausrottungspolitik gegen die 
osteuropäischen Völker; als Führer von Sondereinheiten für Massenmorde in Lemberg 
(Lwow) und anderen sowjetischen Städten verantwortlich 

nach 1945: Von 1953-1960 „Vertriebenen"-Minister; vom Obersten Gericht der DDR wegen 
Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslangem Zuchthaus 
verurteilt; dadurch zum Rücktritt gezwungen; lebt unbehelligt in Westdeutschland; Mitglied 
der CDU-Fraktion des Bundestages bis 1965 

Ohmann, Franz, Dr. 

vor 1945: Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei und des „Freiwilligen-Schutzdienstes" - 
einer SS-Organisation Henleins; Mitarbeiter der Gestapo-Leitstelle Prag; dort war er zur 
Verfolgung von Antifaschisten und jüdischen Bürgern eingesetzt 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; 
Mitglied des „Sudetendeutschen Rates" und der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft" 

Otto, Egbert 

vor 1945: Nazi-Landesbauernführer; Mitglied des faschistischen Reichstages; Mitglied des 
„Reichsbauernrates"; Leiter der Hauptabteilung II im Verwaltungsamt des Reichsnährstandes; 
enger Mitarbeiter des Kriegsverbrechers Darre 

nach 1945: Geschäfts führendes Vorstandsmitglied der „Landsmannschaft Ostpreußen" 
Otto, Hans-Werner, Dr. 

vor 1945: 1932 NSDAP, Kreisamtsleiter; faschistischer Landrat in Österreich und in den 
besetzten Ostgebieten 

nach 1945: Staatssekretär im Innenministerium von Schleswig-Holstein 
Pfiuger, Karl, Dr. 

vor 1945: Mitglied der sudetendeutschen Nazi-Partei; NSDAP; SS; Mitarbeiter des 
faschistischen Geheimdienstes; an Vorbereitung und Durchführung der Okkupation der CSR 
beteiligt 

nach 1945: Stadtsyndikus in Regensburg; Mitglied der Bundesversammlung und des 
Präsidiums der .Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Pleite, Hans, Dr. 

vor 1945: SA; NSDAP; Oberstabsfrontführer der Organisation Todt - Einsatzgruppe 
Kyffhäuser 



404 



nach 1945: Zweiter Vorsitzender der „Bundeslandsmannschaft Thüringen" 
Pozorny, Reinhard 

vor 1945: Führendes Mitglied des tschechenfeindlichen „Deutschen Kulturverbandes"; 
Kulturfachmann in der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec); Stadtdirektor in Pilsen 
(Plzen); Gauredner der NSDAP, Gestapo-Spitzel 

nach 1945: Redakteur der „Sudetendeutschen Zeitung"; führendes Mitglied des 
„Kulturausschusses" der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Richthofen, Bolko Freiherr von, Prof. 

vor 1945: Faschistischer Prähistoriker; Antisemit; denunzierte mehrere Wissenschaftler bei 
Nazi-Behörden; Sonderbeauftragter im Spionagedienst beim Oberkommando des Heeres 
(OKH), Abteilung „Fremde Heere Ost"; Durchhaltefanatiker 

nach 1945: „Bundeswissenschaftsberater" der „Schlesischen Landsmannschaft" 

Samulski, Robert, Dr. 

vor 1945: Nazi-Rassen- und SS-Sippenforscher in Schlesien 

nach 1945: Führender Akteur der „Landsmannschaft Schlesien" in Nordrhein-Westfalen 
Sandner, Rudolf 

vor 1945: SA-Standartenführer; Hauptleitungsmitglied der Henlein-Partei; Gauamtsleiter für 
Presse; Gauleitungsmitglied der NSDAP Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes"; Bundesorganisationsleiter des BHE 
Schellhaus, Erich 

vor 1945: NS-Bürgermeister von Bad Salzbrunn (Szczawno Zdröj) 

nach 1945: Präsidiumsmitglied des „Bundes der Vertriebenen"; Sprecher der 
„Landsmannschaft Schlesien"; Minister in Niedersachsen a. D. 

Schlünder, Ernst, Dr. 

vor 1945: Obergebietsführer der Hitlerjugend; Hauptamtschef in der Reichs Jugendführung 

nach 1945: Vorstandsmitglied des „Witikobundes"; Oberregierungsrat und Persönlicher 
Referent des Hessischen Staatsministers Franke 

Schubert, Leo 

vor 1945: Eines der ersten Mitglieder der Nazi-Partei (Nr. 87); Mitglied des faschistischen 
Reichstages; SS-Standartenführer; für Verdienste bei der Vorbereitung der Annexion des 



405 



Sudetenlandes erhielt er u. a. den „Ehrendegen des ReichsfTihrers SS" und das „Goldene 
Ehrenzeichen der NSDAP" 

nach 1945: Landesvorsitzender der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" in Nordrhein- 
Westfalen 

Schulpig, Hans 

vor 1945:1929 NSDAP; 1931 SS; zuletzt SS-Standartenführer im SS-Personal-Hauptamt; 
Träger des „Totenkopfringes" und des .Ehrendegens des Reichsführers SS" 

nach 1945: Leitartikler des Zentralorgans der „Schlesischen Landsmannschaft", „Der 
Schlesier" 

Schwarz, Sepp 

vor 1945: Hauptstellenleiter im Schulungsamt der Gauleitung Sudetenland 
nach 1945: Vizepräsident der sudetendeutschen Bundesversammlung 
Sebekovsky, Wilhelm 

vor 1945: Mitbegründer der Henlein-Partei; SA-Brigadeführer; Regierungspräsident in 
Karlsbad (Karlovy Vary); Beisitzer am „Volksgerichtshof 

nach 1945: Gründungsmitglied des „Witikobundes"; Mitglied der Redaktion „Blätter 
deutscher Gildenschaften" (inzwischen verstorben) 

Seebohm, Hans-Christoph, Dr.-Ing. 

vor 1945: Beteiligt an der „Arisierung" jüdischer Bergbauunternehmen nach der Okkupation 
der CSR, erhielt führende Posten in den Vorständen mehrerer „entjudeter" Unternehmen 

nach 1945: Dienstältester Bundesminister; Sprecher der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft"; als ehemaliger Präsident der Industrie- und Handelskammer 
Braunschweig an Unterschlagungen von 70000 DM beteiligt (1967 verstorben) 

Seiboth, Frank (früher Franz) 

vor 1945: SS -Hauptsturmführer; Gauhauptstellenleiter; Gauschulungsleiter; HJ-Gebietsführer 
im Sudetenland; Mitglied der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: Mitglied des Bundesvorstandes der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; 
Vorsitzender der neonazistischen „Gesamtdeutschen Partei" 

Senteck, Rudolf 

vor 1945: Oberregierungsrat; SS-Unterscharführer; ab 1939 im Stab des SS-Rasse- und 
Siedlungshauptamtes 



406 



nach 1945: Ministerialdirigent; Leiter der Abteilung IV im „Vertriebenenministerium"; 
Mitglied im Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen" Ministeriums 

Smagon, Albert 

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Tschechisch-Teschen (Cesky Tesin); Gesandtschaftsrat 
in Preßburg (Bratislava); SS-Obersturmbannführer 

nach 1945: Verlagsleiter des „Ost-West-Kuriers"; Präsidiumsmitglied der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft" und des „Witikobundes" (inzwischen verstorben) 

Springorum, Walter 

vor 1945: Regierungspräsident in Kattowitz (Katowice); arbeitete eng mit dem 
Kommandanten des Vernichtungslagers Auschwitz, Höss, zusammen 

nach 1945: Aktives Mitglied der „Landsmannschaft Pommern"; Aufsichtsratsmitglied des 
Hoesch-Konzerns 

Staffen, Rudolf 

vor 1945: Sonderbevollmächtigter der Gestapo in Prag; engster Mitarbeiter Henleins; 
Mitglied der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec), Gauamtsleiter für Kriegsopfer 

nach 1945: Referent im Bundesvorstand der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 
(inzwischen verstorben) 

Stain, Walter 

vor 1945: Leiter der HJ im Sudetenland; Mitglied des „Sudetendeutschen Freikorps" - der 
Henlein-SS 

nach 1945: Viele Jahre Arbeitsminister in Bayern; Vorstandsmitglied der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft"; Spitzenakteur des „Witikobundes" 

Steinbichl, Wolfgang, Dr. 

vor 1945: Stellvertretender Pressechef im faschistischen Auswärtigen Amt 

nach 1945: Redakteur des „Wegweiser für Vertriebene"; Präsidiumsmitglied der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft" 

Sting, Heinz 

vor 1945: 1927 Bezirks- und Ortsgruppenleiter der NSDAP; 1933 leitender Beamter im 
preußischen Justizministerium; als Bürgermeister von Nordhausen verantwortlich für 
antisemitische Exzesse; ab 1939 Regierungsdirektor im Staatsministerium Braunschweig 

nach 1945: Leiter der Unterabteilung I/c beim Regierungspräsidenten in Hannover; 
Regierungsdirektor; Vorsitzender der „Landsmannschaft Provinz Sachsen und Anhalt"; 



407 



Vorstandsmitglied der „Vereinigten Landsmannschaften Mitteldeutschlands' (VLM); 
Vorsitzender der VLM-Landesgruppe Niedersachsen 

Studentkowski, Konrad, Dr. 

vor 1945: NSDAP-Gauhauptstellenleiter der Gau-Propagandaleitung Thüringen; erhielt 
höchste Auszeichnung der NSDAP-Gauleitung Thüringen 

nach 1945: Vorstandsmitglied und Kulturreferent der „Landsmannschaft Thüringen" 
Thedieck, Franz 

vor 1945: Oberregierungsrat in Köln; ließ im Juni 1933 mehrere Kölner Antifaschisten 
verhaften; Reichsverteidigungsreferent; faschistischer Sonderbeauftragter, Ehrennadel des 
VDA (Volksbund für das Deutschtum im Ausland); Medaille für besondere Verdienste beim 
Überfall auf Österreich; Generalreferent bei Hitlers Militärverwaltung in Brüssel 

nach 1945: 1946 wegen Fragebogenfälschung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; 1949 bis 
1963 Staatssekretär im „Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen"; Intendant des 
„Deutschlandfunk" 

Tins, Benno, Dr. 

vor 1945: NSDAP -Kreisleiter in Asch (As); an Judenverfolgungen im Sudetenland beteiligt 

nach 1945: Verleger des „Sudetendeutschen Turnerbriefes"; Herausgeber des „Ascher 
Rundbriefes"; Mitglied der Bundesversammlung der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; 
„Heimatkreisbetreuer" von Asch (As) 

Trischler, Josef, Dr. 

vor 1945: Führer der 5. Kolonne in Jugoslawien und Ungarn; Führer eines 
Sonderkommandos („Ordnungsgruppe" zur Terrorisierung und Vernichtung der Bevölkerung) 

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft der Deutschen aus Jugoslawien"; 
Präsidiumsmitglied des „Bundes der Vertriebenen" 

Ulitz, Otto 

vor 1945: Ab 1921 Leiter des „Deutschen Volksbundes" in polnisch Oberschlesien -einer 
faschistischen 5. Kolonne; zusammen mit der SS am fingierten Überfall auf den Sender 
Gleiwitz (Gliwice) beteiligt, dafür mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP" dekoriert und 
zum Ministerialrat in Kattowitz (Katowice) ernannt 

nach 1945: Sprecher der „Landsmannschaft Oberschlesien" 

Ventzki, Werner 

vor 1945: Gauamtsleiter der NSV, Oberbürgermeister von Litzmannstadt (Lodz); Träger des 
„Goldenen Parteiabzeichens der NSDAP"; verantwortlich für Deportationen von 55000 
jüdischen Bürgern 



408 



nach 1945: Vertreter des „Vertriebenenministeriums" in Westberlin; Oberregierungsrat 
Wegner, Walter, Dr. 

vor 1945: Funktionär der Nazi-Partei, faschistischer Bürgermeister von Ribnitz; Gestapo- 
Zutreiber 

nach 1945: Staatssekretär im Niedersächsischen „Flüchtlingsministerium" 
Welwarski, Wilhelm, Dr. 

vor 1945: Hoher SA-Führer und Stabsführer unter Henlein; Nazi-Gauturnführer im 
Sudetenland 

nach 1945: Vorsitzender der „Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Turner und 
Turnerinnen" 

Wenzel, Rudolf 

vor 1945: Persönlicher Referent des Kriegsverbrechers Henlein; ab 1935 Hauptleiter der 
sudetendeutschen Nazi-Partei; 1938 SS-Sturmbannführer und Mitglied des faschistischen 
Reichstages; für Verdienste bei der Unterdrückung des tschechoslowakischen Volkes wurde 
er 1940 Landrat im okkupierten Teplitz-Schönau (Teplice-Sanov); erhielt den 
„Totenkopfring" sowie den „Ehrendegen des Reichsführers SS" 

nach 1945: Mitarbeiter im Bundespresseausschuß der „Sudetendeutschen Landsmannschaft" 
Wietersheim, Hans- Joachim von, Dr. 

vor 1945: 1932-1935 hauptamtlich Persönlicher Referent des berüchtigten Chefs der Berliner 
SA, Ernst; zuletzt SA-Sturmbannführer; nach 1935 Mitarbeiter im IG-Farben-Konzern 

nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates 1/4 des „Vertriebenenministeriums" 

Willinger, Karl 

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP und Landrat in Waldenburg (Walbrzych) 
nach 1945: Abgeordneter der „Schlesischen Landesversammlung" 
Wohak, Heinz, Dr. 

vor 1945: SS-Sturmbannführer; von Himmler mit dem „Totenkopfring" ausgezeichnet 
nach 1945: Aktives Mitglied des „Witikobundes"; Redakteur des „Handelsblattes" 
Wolfrum, Gerhard, Dr. 

vor 1945: 1930 SA-Hauptsturmführer; im zweiten Weltkrieg SS-Obersturmführer im 
Sonderkommando R der SS-Behörde „Volksdeutsche Mittelstelle"; Publizist in den 
.Schulungsbriefen" des BDO 



409 



nach 1945: Oberregierungsrat und Leiter des Referates II/5 des „Vertriebenenministeriums" 
Wolff, Ludwig 

vor 1945: Kreisleiter der NSDAP in Litzmannstadt (Lodz); Mitglied des faschistischen 
Reichstages; Oberst der Gendarmerie; SS-Standartenführer im Hauptamt des 
„Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkstums"; für Unterdrückung und 
Vernichtung polnischer Menschen mit „Goldenem Ehrenzeichen der NSDAP" und 
„Totenkopfring" dekoriert 

nach 1945: Stellvertretender Vorsitzender der „Landsmannschaft Weichsel- Warthe" 
Zawadil, Walter, Dr. 

vor 1945: Organisator der 5. Kolonne in der CSR; Gaugeschäftsführer der 
Spionageorganisation „Verband der Auslandsdeutschen", Hauptstellenleiter im Gaugrenzamt; 
Abwehrbeauftragter der NSDAP 

nach 1945: Mitbegründer des „Witikobundes"; führend im juristischen Ausschuß der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft"; stellvertretender Landrat von Bayreuth 

Zippelius, Friedrich, Dr. 

vor 1945: Regierungspräsident und SA-Standartenführer; Mitglied der Gauleitung 
Reichenberg (Liberec); enge Beziehungen zu Henlein 

nach 1945: Funktionär im Witikobund; Regierungspräsident z. b. V. Düsseldorf 
Zoglmann, Siegfried 

vor 1945: Ab 1928 in der faschistischen Jugendbewegung führend tätig; Gebietsführer der 
HJ; Abteilungsleiter beim Kriegsverbrecher K. H. Frank im okkupierten Prag; 1943 Waffen- 
SS 

nach 1945: Leitender Funktionär der „Sudetendeutschen Landsmannschaft"; 
parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag 



410 



Geistige Väter des Völkermords 
vergiften wieder die Öffentlichkeit 

• „Theoretiker" des Nazi-Massenmordes - geistige Elite des Bonner Staates 

o Anbetung des „Führertums" 

o Terror wird „begründet" 

o Sie fordern Ausrottung „minderwertiger Rassen" 

o Antikommunismus als „geschichtliche Autgabe" 

o Der Krieg - für sie „Vater aller Dinge" 

o Sie handeln nach ihren Theorien 

o Das braune Gift der Goebbelspresse 

o Wo das Geistesleben erneuert wurde 

o Die alten Ideologen in Bonner Diensten 

• Sie prägen das geistige Gesicht des Bonner Staates 

o Gerstenmaier. Eugen: Nazi-Propagandist in geheimer Mission 

o Globke. Hans-Maria: Intellektueller Judenmörder 

o Eckardt. Felix von: Autor faschistischer Hetzfilme 

o Maunz. Theodor: Legalisierte den Gestapo-Terror 

o Pöllnitz. Götz von: Diebraune Magnifizenz 

o Rauch. Georg von: Aktiv in Hitlers 5. Kolonne 

o Wilhelm. Theodor: Ein Rassenhetzer 

o Redeker. Martin: Antisemit im Talar 

o Diehl. Günther: Brauner Regierungssprecher 

o Gehlen. Arnold: Verherrlicht den Marsch ins Massengrab 

o Mehnert. Klaus: Ribbentrops Propagandaspezialist 

o Raschhofer. Hermann: Die rechte Hand des Kriegsverbrechers Frank 

o Heydte. Friedrich August v. d.: Trieb deutsche Soldaten in den Tod 

o Seraphim. Peter-Heinz: Ein Schreibtischmörder 

o Höhn. Reinhard: SS-Führer und Kronjurist Himmlers 

• Neofaschismus in Millionenauflage 

o Verherrlicht Hitlers Raubzüge 

o Das Zentralorgan der Militaristen 

o Sprachrohr der SS 

o Kriegsverbrecher als Autoren 

o Nazi-Ideologie für die Jugend 

o Revancheforderungen als Verlagsprogramm 

o Von Nazisten geleitet 



• Braune Professoren und Nazi-Ideologen in der Bundesrepublik (Namenliste) 



411 



„Theoretiker" des Nazimassenmordes - geistige Elite des 

Bonner Staates 

Die Verbrechen des Faschismus waren nicht zuletzt auch deshalb möglich, weil sich ein Teil 
der deutschen Wissenschaftler und Erzieher zu Handlangern und Dienern der 
Monopolgewaltigen und ihres Hitlerregimes erniedrigte. Diese Vertreter einer schändlich 
vergewaltigten und mißbrauchten Wissenschaft in den Universitäten und Laboratorien, in den 
Instituten und Klassenzimmern schufen die theoretischen Grundlagen für den faschistischen 
Terror, für die Rassenlehre, für die Vernichtung ganzer Völkergruppen, für die 
Eroberungskriege und die bedingungslose Unterordnung unter den „Führerstaat". Darüber 
hinaus beteiligten sie sich maßgeblich an der Verwirklichung ihrer eigenen mörderischen 
Theorien. Vor allem belogen und betrogen sie - gemeinsam mit Nazi- Journalisten, -Buch- und 
-Filmautoren - die deutsche Jugend und erzogen diese zu willfährigen Werkzeugen des 
Faschismus. 

Die ideellen Stützen des Faschismus trugen damit einen großen Teil der Verantwortung für 
das Völkermorden, das über 50 Millionen Menschen das Leben kostete. 

ANBETUNG DES „FÜHRERTUMS" 

Die Faschisten und ihre Auftraggeber mußten bereits vor der Machtergreifung Hitlers, 
besonders aber danach, Theorien schaffen, die das Hitlerregime rechtfertigten. Eifrig war ein 
ganzer Stab von Pseudo-Wissenschaftlern damit beschäftigt. Unrecht, Terror, Willkür und 
schließlich Mord und Völkermord in „Recht", „Rechtsstaatlichkeit", „Ordnung", 
„Führertum", „wertes und unwertes Volkstum" usw. umzumünzen. Dieser 
„Rechtsauffassung" entstammen die Morddirektiven für die faschistischen Blutgerichte, die 
80000 Menschen zum Tode verurteilten, sowie für die SS, den SD und die Gestapo. Dieser 
„Rechtsauffassung" entstammt auch das faschistische „Recht" für die fabrikmäßige 
Massenvernichtung ganzer Volksteile. 

Skrupellos mißachteten die faschistischen Gelehrten die elementarsten Rechte des Volkes. Sie 
verherrlichten das „Führerprinzip", das Prinzip der Willkür, der Diktatur. Prof. Ernst Huber 
schrieb 1937: 

„Die völkische Einheit und Ganzheit aber verlangt, daß alle politische Gewalt in der Hand des 
einen Führers vereinigt ist. Der oberste Wille des Führers erscheint im Gesetz. Aber auch in 
allen Einzelverordnungen der Verwaltungen, und in allen Entscheidungen der Gerichte tritt 
uns der Wille des Führers entgegen. Alles politische Leben im Volk wird vom einheitlichen 
und umfassenden Führerwillen bestimmt." (Prof. E. Huber, Verfassung, Hanseatische 
Verlaganstalt, Hamburg 1937) 

Die „unbedingte Gefolgschaft" führte die deutsche Jugend zur fast willenlosen Unterordnung 
unter jede Befehlsgewalt, ganz gleich, welchen Inhalt s: hatte und in welcher Form sie sich 
äußerte. Die Ausschaltung des eigenen Denkens und der eigenen Verantwortung 



412 



„wissenschaftlich" zu begründen, gehör zu den folgenschwersten Verbrechen der geistigen 
Väter des Faschismus. 

TERROR WIRD „BEGRÜNDET" 

Die Nazi- Staatsrechtler begründeten den Polizei- und Gestapo-Terror: 

„Die Beschränkung auf die Gefahrenabwehr wird allmählich gesprengt werden durch die 
Erstreckung des polizeilichen Aufgabenkreises auf alle die Eingliederung eines einzelnen in 
eine Gemeinschaft durch Zwang erforderlichen Handlungen." (Prof. Th. Maunz, Deutsches 
Recht, 1935, S. 397) 

Sie forderten Bluturteile gegen Antifaschisten: 

„Es bedarf kraftvoller Führerpersönlichkeiten, die nicht Masseninstinkten folgen und 
Massensuggestionen unterliegen, sondern aus ihrer urwüchsige. Eigenart, in der sich die Art 
des Volkstums spiegelt, und aus ihrem Gewissen, das beim rechten Manne nur Ausdruck des 
Volksgewissens sein kann, sprechen." (Prof. E. Wolf, Archiv für Rechts- und 
Sozialphilosophie, Heft 3, 1935) 

Sie rechtfertigten die Unmenschlichkeit und arbeiteten die staatsrechtlichen Grundlagen des 
faschistischen Besatzungsregimes in den unterjochten Ländern aus: 

„Hier werden tiefgreifende Maßnahmen erwartet, z. T. sind sie schon in Kraft getreten: 
Zwangsunfruchtbarmachung, Entmannung erbkranker Triebtäter, Entziehung des 
Staatsbürgerrechts, Sicherheitsverwahrung (Konzentrationslager - d. Hrsg.)." (Ebenda) 

Ein anderer „Gelehrter" schrieb: 

„Wir müssen in den betreffenden Gebieten eine bewußt negative Bevölkerungspolitik 
betreiben . . . Man sollte die Einrichtung von Abtreibungsinstituten durchaus fördern. Die 
freiwillige Sterilisierung ist gleichfalls zu propagandieren. Die Säuglingssterblichkeit darf 
nicht bekämpft werden. Auch Aufklärung der Mütter über Säuglingstürsorge und 
Kinderkrankheiten dort nicht erfolgen." (Prof. K. Meyer, zitiert nach Neue Zeit, Moskau, 
Nr. 4,1960) 

SIE FORDERN AUSROTTUNG „MINDERWERTIGER RASSEN' 

Sechs Millionen jüdischen Menschen aus fast allen Ländern Europas brachte der Faschismus 
den Tod. Das polnische Volk verlor durch die faschistische Ausrottungspolitik sechs 
Millionen Bürger. Weitere Millionen wurden in der Sowjetunion erschossen, erschlagen, 
erhängt. 1939 lebten noch etwa 233000 Juden in Deutschland. Fast alle kamen bis 1945 in den 
Vernichtungslagern der Nazis ums Leben. 

Barbaren im Gewände der Wissenschaft begründeten die faschistische Rassenlehre. Sie 
zimmerten eine Theorie zusammen, die die „Überlegenheit der arischen Rasse" lehrte, die die 
Ausrottung „minderwertiger Rassen" wie „Juden und Slawen" als „Recht und Notwendigkeit" 
darstellten. Sie forderten die physische Vernichtung ganzer Völkergruppen und erzogen die 
deutsche Jugend in diesem Geiste zum Massenmord: 



413 



„Die überragende Führerrolle nordischer Völker, Stämme und Einzelmenschen in der 
Geschichte ist unbestritten. . . Unter diesem Gesichtswinkel sehen wir erst die ganze Größe der 
Zeit, die uns die Tore aufstört zu einem Reich mit weiten Führungsaufgaben und 
Führungsmöglichkeiten." So schrieb Prof. K. V. Müller (Das junge Deutschland, 1941) 

ANTIKOMMUNISMUS ALS „GESCHICHTLICHE AUFGABE" 

Diese barbarische Politik wie das gesamte aggressive Programm des Hitlerregimes wurden als 
„geschichtliche Aufgabe des deutschen Volkes" deklariert: 

„Der Nationalsozialismus hat in seiner auf dem Rassenprinzip aufgebauten Weltanschauung 
in der jüdisch-marxistischen Lehre den Bolschewismus als seinen grundsätzlichen Gegner 
erkannt, der von Rußland aus die Weltrevolution auf militärische oder ideologische Weise zu 
betreiben versucht und als erbittertster Feind aller deutschen und europäischen Kultur 
angesehen werden muß." (Prof. H. Ludat, Polens Stellung in Ost-Europa, in Geschichte und 
Gegenwart, 1939) 

In einem anderen Machwerk heißt es: „In dem weltweiten Ringen, welches das deutsche Volk, 
vereint mit dem geistesverwandten faschistischen Italien, um eine neue gerechte Ordnung des 
europäischen Raumes ... führt, in diesem Kampfe bildet das gewaltige Machtgefüge des 
Großdeutschen Reiches den festgeschmiedeten Kern. Dem Reiche aber wird in der künftigen 
Gemeinschaft der Völker unseres Erteiles eine führende Stellung zukommen, so wie es jetzt 
schon in weiten Gebieten die Verantwortung übernommen hat. " (Prof. U. Scheuner, 
Deutsches Recht, 22. und 29. August 1942) 

Von diesen Haßtiraden führte ein gerader Weg in die Konzentrationslager nach Auschwitz, 
Maidanek und Theresienstadt, in die Massengräber der Ukraine und der anderen vom 
Faschismus Überfallenen Länder. 

Gewissenlose Professoren und Ärzte, wie die Mediziner Kurt Blome, Reichsamtsleiter der 
NSDAP, Werner Heyde-Sawade, Werner Catel, Siegfried Ruff, Herta Oberhäuser und andere, 
tragen auch die volle Verantwortung für die Euthanasie-Morde und die verbrecherischen 
Versuche an KZ-Häftlingen. Über 100000 hilflose Menschen wurden von ihnen als 
„lebensunwert" erklärt und ermordet. 

Selbst Kinder verschonten die Barbaren nicht. Bemerkungen wie „Mongolenfalte" über den 
Augenwinkeln oder „schlechtmodellierte Ohren" genügten schon, um sie als „rassisch 
wertlose Geschöpfe" umzubringen. 

DER KRIEG - FÜR SIE „VATER ALLER DINGE" 

An den theoretischen und praktischen Grundlagen zur Vorbereitung des zweiten Weltkrieges 
zu arbeiten und die Unterdrückungs- und Vernichtungspolitik gegen die Überfallenen Völker 
mit durchzuführen, war die Hauptaufgabe der faschistischen Wissenschaft und ihrer Vertreter. 
Die Nazi-Ideologen lehrten: 

„Der Krieg ist das vornehmste Mittel zur Schaffung objektiver historischer Tatbestände. . ." 
(Prof. P. Jordan, Physikalisches Denken in der neuen Zeit, 1935) 

Und an anderer Stelle: „ Wir sind nicht gewillt, in der Verknüpfung wissenschaftlicher und 
militärischer Macht einen Mißbrauch zu sehen, nachdem militärische Macht ihre zwingende, 



414 



aufbauende Kraft im Schaffen eines neuen Europas erwiesen hat. " (Prof P. Jordan, Die 
Physik und das Geheimnis des organischen Lebens, Braunschweig 1941) 

„Der Krieg als der Vater aller Dinge " - das war das Programm dieser Verfechter der 
Hitlerdiktatur. Mit ihren Irrlehren halfen sie, das öffentliche Leben im faschistischen 
Deutschland zu militarisieren, die Aggressionssucht des deutschen Imperialismus 
„theoretisch" zu begründen und die Jugend für die Eroberungszüge des Faschismus reif zu 
machen: 

„Die führende Rolle in der (national-sozialistischen Erziehung des deutschen Volkes kommt 
jedoch der SA und dem Arbeitsdienst zu . . . Die Schule ist immer noch mit liberalen 
Erziehungszielen belastet. Im Gegensatz dazu erwachsen die SA und der Arbeitsdienst direkt 
aus dem Kampf der deutschen Jugend und jener Generation, die um eine Volkseinheitrang." 
(Prof. Th. Wilhelm, Soziale Erziehung in Deutschland, in: Internationale Zeitschrift für 
Erziehung, 1935) 

SIE HANDELN NACH IHREN THEORIEN 

Vor allem nach dem militärischen Überfall auf Deutschlands Nachbarvölker setzte ein Teil 
dieser Wissenschaftler die verbrecherischen Theorien als Beamte und Berater faschistischer 
Dienststellen in die Tat um. In Sondereinheiten und Sonderstäben der Wehrmacht, der SS, der 
Spionagedienste, der faschistischen Besatzungsbehörden oder in den Nazi-Ministerien 
beteiligten sie sich aktiv an der Unterdrückung, Ausplünderung und Ausrottung fremder 
Völker. 

Der Volkswirtschaftler Prof. Otto Schiller arbeitete die „Neue Agrarordnung", den Plan des 
Rosenberg-Ministeriums zur Vernichtung der sozialistischen Landwirtschaft in der 
Sowjetunion, aus; 

der Völkerrechtler Prof. Hermann Raschhofer wurde juristischer Berater bei der 
Ausrottungspolitik des Kriegsverbrechers K. H. Frank; 

der Ostforscher Prof. Bolko von Richthofen war als Sonderführer und Spionageoffizier 
verantwortlich für faschistische Verbrechen in Nowgorod und Staraja Russa in der 
Sowjetunion. 

Die Aufzählung könnte beliebig verlängert werden. Diese Pseudowissenschaftler sind nicht 
nur der ideellen Kriegsvorbereitung schuldig zu sprechen, sondern sie zeichnen auch für 
Verbrechen während des faschistischen Krieges verantwortlich. 

DAS BRAUNE GIFT DER GOEBBELSPRESSE 

Während die Nazi-Wissenschaftler die theoretischen Grundlagen des Faschismus schufen und 
den Terror rechtfertigten, verbreiteten die Zeitungen, Bücher und Filme das nazistische Gift 
unter der Bevölkerung. In Hunderttausenden Artikeln, Tausenden Büchern und Dutzenden 
Filmen wurden der sklavische Gehorsam, der Rassenhaß, der Antikommunismus, die 
Kriegsverherrlichung und die Durchhaltepolitik „volksverständlich" propagiert. 

Der Journalist Helmut Sündermann, ehemaliger SS-Obersturmbannführer, schrieb noch am 
22. Dezember 1944 im „Völkischen Beobachter": „Nur eine Weltlösung der Judenfrage kann 
der Menschheit die innere Ruhe wiedergeben ... Verbannt die Juden aus dem Kreise der 



415 



Nationen, und es wird Friede sein. " (Heute ist Sündermann Leiter des militaristischen 
Druffel- Verlages und Teilhaber des neofaschistischen Verlages „Nation Europa".) 

Schriftsteller, wie Hans Grimm mit seinem Buch „Volk ohne Raum", wie Erich Dwinger, 
Werner Beumelburg, Kurt Ziesel, Rudolf Krämer-Badoni, und Autoren, wie Felix von 
Eckardt, der unter anderem zu den Nazi-Filmen „Weiße Sklaven", „Kopf hoch, Johannes" 
und „Menschen im Sturm" die Drehbücher schrieb (alle Eckardt-Filme wurden von den 
alliierten Behörden verboten), vergifteten die Hirne der deutschen Bevölkerung, vor allem der 
Jugend. Sie machten das deutsche Volk zu einem willfährigen Werkzeug des Faschismus. 

WO DAS GEISTESLEBEN ERNEUERT WURDE 

Nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus bestand eine der wichtigsten Aufgaben darin, 
das geistige Leben zu reinigen, die theoretischen Wegbereiter und ideellen Helfer des 
Hitlerregimes aus ihren Positionen zu entfernen und das deutsche Volk im Geiste des 
Humanismus, der Demokratie und des Friedens zu erziehen. Das Potsdamer Abkommen 
bestimmte daher in seinen „Politischen Grundsätzen", Abschnitt 7: 

„Das Erziehungswesen in Deutschland muß so überwacht werden, daß die nazistischen und 
militaristischen Lehren völlig entfernt werden und eine erfolgreiche Entwicklung der 
demokratischen Ideen möglich gemacht wird." 

Auf dem Gebiet der DDR wurde diese Voraussetzung für eine Erneuerung des Geisteslebens 
geschaffen und mit aller Konsequenz vor allem das gesamte Bildungswesen entnazifiziert und 
demokratisiert. Allein aus dem Schuldienst wurden 1945/46 von 37000 Lehrern 22600 
ehemalige Mitglieder der NSDAP entlassen. An ihre Stelle traten Gelehrte und Lehrer, die 
sich ganz in den Dienst des Menschen stellten und die auch in der Nacht des Faschismus den 
Namen und die Ehre der deutschen Wissenschaft verteidigt hatten. Solche Wissenschaftler 
wie der Chemiker Prof. Dr. Correns, der heutige Präsident des Nationalrates der Nationalen 
Front des demokratischen Deutschland, oder der Mediziner Prof Dr. Brugsch waren und sind 
Vorbilder der in der DDR heranwachsenden akademischen Generationen. 

DIE ALTEN IDEOLOGEN IN BONNER DIENSTEN 

Im Widerspruch zu den Beschlüssen der Antihitlerkoalition prägen die gleichen Leute, die 
bereits zu den theoretischen Stützen des Faschismus zählten, das geistige Gesicht des Bonner 
Staates. Sie alle sitzen wieder in Amt und Würden, beherrschen die Bildung und Erziehung 
der Jugend und den Apparat der Massenbeeinflussung. 

Alle oben genannten und zitierten Nazi-Professoren, -Journalisten und -Autoren dürfen 
wiederum die westdeutsche Jugend in diesem Geiste erziehen, dürfen die Zeitungen und 
Bücher mit den gleichen Ideen füllen. Sie haben sich nicht gewandelt. Sie brauchten sich 
nicht zu ändern, weil der Bonner Staat der Rüstungsmonopole eine Politik betreibt, die 
wiederum Revanchismus, Antikommunismus, nationale Überheblichkeit und 
Kriegsvorbereitung zum Inhalt hat. 

Die schuldbeladenen Professoren Hitlers und die in ihrem Geiste erzogenen und handelnden 
Nachwuchswissenschaftler beherrschen die wissenschaftlichen Beratergremien der 
Bundesregierung, die auch die revanchistischen Pläne des Bonner Staates auf 
Wiederherstellung des faschistischen Reiches in den Grenzen von 1937 und 1939 ausarbeiten 
und ideologisch begründen. Ein solches Gremium ist beispielsweise der „Forschungsbeirat für 



416 



Fragen der Wiedervereinigung beim Bundesministerium für Gesamtdeutsche Fragen". Er soll 
alle Probleme lösen, die sich bei der geplanten Annexion der DDR durch den westdeutschen 
Imperialismus auf wirtschaftlichem Gebiet ergeben. Zu seinen führenden Mitgliedern gehören 
die Professoren Stadtmüller und Thalheim. 

Prof. Stadtmüller zählte im Faschismus als Direktor des Südosteuropa-Instituts in Leipzig und 
als Mitarbeiter am „Institut für deutsche Ostarbeit" in Krakau (Krakow) unter der Leitung des 
Kriegsverbrechers H. Frank zu den Nazi-Experten für Südosteuropa. Thalheim, heute 
Professor in Westberlin und darum völkerrechtswidrig Mitglied des westdeutschen 
Forschungsbeirates, war während des Faschismus Mitarbeiter des SD und seit 1936 Obmann 
der „Reichsarbeitsgemeinschaft für Raumforschung" an der Leipziger Handels-Hochschule, 
die die „Lebensraum- und Großraum-Theorien" des Faschismus „wissenschaftlich" 
begründete. 

An der Spitze des „Arbeitskreises für Ost- West-Fragen" beim Bonner Auswärtigen Amt steht 
Prof. Erich Kordt. Diesem Arbeitskreis obliegt die Ausarbeitung und scheinwissenschaftliche 
Verbrämung der Revanche -Politik der Bundesregierung gegen die östlichen und südöstlichen 
Völker Europas und gegen die Sowjetunion. Arbeitskreisleiter Kordt war während der Nazi- 
Zeit SS-Obersturmbannführer und Vertrauensmann Himmlers im Auswärtigen Amt. Von 
1938 bis 1940 leitete er dort als Chef das Ministerbüro des Kriegsverbrechers Ribbentrop. Er 
war maßgeblich an der Annexion der CSR beteiligt. 

Die weit über 100 heute in Westdeutschland existierenden neonazistischen und 
militaristischen Verlage werden fast ausschließlich von alten belasteten Faschisten geleitet. 
Sie überschütten den westdeutschen Zeitungs- und Büchermarkt mit einer Flut nazistischer 
und militaristischer Literatur, deren Grundtenor die Rechtfertigung des Hitlerkrieges und die 
Verherrlichung des Naziregimes ist. Jährlich werden 20 Millionen Groschenhefte, die Hitlers 
Schlachten des zweiten Weltkrieges in glühenden Farben schildern, an die westdeutsche 
Jugend verkauft. SS-Generale, Offiziere und Generale der Wehrmacht, die sich durch ihre 
barbarische Kriegführung besonders hervorgetan haben, und Mitglieder Goebbelsscher 
Propagandakompanien sind die Autoren. 

Durch die Wiederverwendung der belasteten faschistischen Wissenschaftler, Pädagogen, 
Journalisten und Autoren sind die westdeutschen Universitäten, das Erziehungswesen, Presse, 
Rundfunk und Fernsehen sowie große Teile der Literatur wieder zu Heimstätten eines 
gefährlichen Neonazismus geworden. Die Verantwortung dafür trägt allein die westdeutsche 
Regierung. 



Sie prägen das geistige Gesicht des Bonner Staates 

Gerstenmaier, Eugen 

NAZI-PROPAGANDIST IN GEHEIMER MISSION 



417 



heute: 

Präsident des westdeutschen Bundestages, Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche 
Deutschlands, Mitglied des Präsidiums der CDU, Präsident der Deutschen Afrika- 
Gesellschaft, Mitglied des Europarates. 

Schon lange vor der Errichtung der faschistischen Diktatur bekannte sich Dr. Eugen 
Gerstenmaier zur Nazi-Bewegung. Als Hitler im Jahre 1923 gegen die Weimarer Republik 
putschte, trat Gerstenmaier in die SA ein. Seit 1931 war er „Amtsleiter" in der Reichsführung 
der „Deutschen Studentenschaft" im „Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund". 
Gerstenmaier war einer der exponierten Verfechter des „Führergedankens" und des Nazismus 
in der evangelischen Kirche. 

Nach der Errichtung der faschistischen Diktatur erhoben sich im Ausland, nicht zuletzt unter 
der christlichen Bevölkerung, immer machtvoller die Stimmen des Protestes gegen die 
Vernichtungs- und Unterdrückungspolitik der Nazi-Führung. Der Theologe Gerstenmaier 
wurde in dieser Zeit zu einem wertvollen Propagandisten des Hitlerregimes. Er reiste, oft 
getarnt, in die skandinavischen und vor allem in die südosteuropäischen Länder. Dokumente 
aus der damaligen Zeit beweisen eindeutig, daß der Auftraggeber das faschistische 
Auswärtige Amt war und die Reisen der Nazi-Propaganda dienten. ( Siehe Tafel 48 . Deutsches 
Zentralarchiv Potsdam, Bestand: Auswärtiges Amt, Nr. 48 050/1) 

Als nach dem Überfall auf die Sowjetunion der Widerstandskampf der Völker auf dem 
Balkan immer stärker wurde, fuhr Gerstenmaier im Auftrage des faschistischen Auswärtigen 
Amtes in diese Gebiete, um mit Hilfe der Orthodoxen Kirche die Volksbewegung zu spalten 
und zu zerschlagen. In einem Bericht über diese Reise, die vom 2. bis zum 22. September 
1941 dauerte, schreibt Gerstenmaier: 

„Im Einvernehmen mit Herrn Gesandten Benzler schlage ich vor, möglichst rasch eine 
geeignete kirchliche Führung wieder herzustellen. Da der z.Zt. die Patriarchatsgeschäfte ohne 
Mandat verwaltende Metropolit Jossif mir als absolut deutschfeindlich dargestellt würde. . ., 
halte ich es . . . (für) geboten, mit Bischof Nikolai von Zica einen Versuch zu machen . . . und 
ihn für die antibolschewistische Propaganda und zur Unterstützung der Regierung Naditsch 
einzusetzen." (A. a. O., Nr. 31) 

Am Schluß dieses Berichtes heißt es: „ Größere propagandistische Aktionen scheinen mir bei 
einer Uberprüfung der Gesamtlage zunächst wieder in Bulgarien notwendig zu werden. Die 
antibolschewistische Propaganda muß dort intensiver durchgeführt werden, und zwar erneut 
über den bis in das letzte Dort reichenden Apparat der orthodoxen Kirche. Die Ansätze und 
Vorbereitungen dafür habe ich, soweit mir das in der kurzen Zeit noch möglich war, 
geschaffen. " (Ebenda) 

Eine andere Seite der Tätigkeit Gerstenmaiers war die Abfassung von faschistischen 
Propagandaschriften vor allem gegen Frankreich. So beteiligte er sich an der Schriftenreihe 
„Frankreich gegen die Zivilisation" unter einem Pseudonym. Das Heft Nr. 12 dieser Reihe 
schrieb Gerstenmaier unter dem Titel „Frankreichs Protestantismus im Kriege". Über diese 
Broschüre schreibt der Leiter des Kirchlichen Außenamtes, Bischof Heckel: 

„Aus amtlichen Rücksichten ist die Broschüre pseudonym erschienen. . . Auch in dieser 
Schrift beweist sich ebenso wie in seiner übrigen Arbeit das klare Urteil und der 
charaktervolle entschlossene Einsatz Gerstenmaiers für das Reich." (Spandauer Volksblatt, 
Westberlin, 20. November 1964) 



418 



Zu der Tätigkeit Gerstenmaiers für die Nazi-Führung gehört auch die Denunziation 
antifaschistischer Geistlicher, wie die des als Pionier der ökumenischen Bewegung bekannten 
Professors Siegmund Schultze. 

In dem Bericht über seine Skandinavienreise aus dem Jahre 1939 an das faschistische 
Auswärtige Amt schreibt Gerstenmaier: „Als eine Störung dieser zweifellos deutschfreundlich 
angelegten Arbeit muß die in Aussicht genommene, etwa dreimonatige Tätigkeit von Prof. 
Siegmund Schultze in Zürich betrachtet werden. Prof. S. Schultze ist für das kommende Jahr 
im Besitz der Olaus-Petri-Stiftung und hat in dieser Eigenschaft etwa drei Monate in Upsala 
zu tun... Bei der negativen Haltung des jetzigen Stipendiaten der O.-P. -Stiftung muß mit einer 
Erschwerung jeder sinnvollen deutschen Arbeit in Skandinavien gerechnet werden. Ich 
glaube darum... die vertrauliche Bitte aussprechen zu sollen, von Seiten des Reiches das zu 
veranlassen, was geschehen kann, um Prof. S. Schultze die Einreise in Schweden, ohne daß es 
auffällt, unmöglich zu machen... " 

Das Auswärtige Amt reagierte prompt. Am 30. November 1939 wies es die deutschen 
Vertretungen in Kopenhagen, Oslo, Stockholm, Bern und Zürich sowie in Genf an, Prof. S. 
Schultze in Zürich keinen Aus- oder Durchreisevermerk zu erteilen. 

Am 10. August 1942 wurde Dr. habil. Eugen Gerstenmaier als Konsistorialrat in das 
Kirchenbeamtenverhältnis auf Lebenszeit übernommen. Für die Dauer des Krieges wurde er 
u. k. gestellt. 

Clobke, Hans-Maria 

INTELLEKTUELLER JUDENMÖRDER 

heute: 

Bis Juli 1963 Staatssekretär im Bundeskanzleramt; auf Grund der durch die DDR 
veröffentlichten Dokumente und Beweismaterialien im Prozeß 1962 gegen Globke vor dem 
Obersten Gericht der DDR mußte er von dieser Funktion zurückgezogen werden; dennoch 
bezieht er eine hohe staatliche Pension und tritt als Sachverständiger und Entlastungszeuge 
in Prozessen gegen Kriegs- und Naziverbrecher auf. 

Vom ersten bis zum letzten Tage der Nazi-Herrschaft war Dr. Hans-Maria Globke Beamter 
des Reichsinnenministeriums. In dieser Eigenschaft verfaßte er eine große Anzahl von 
Gesetzen und Verordnungen, die zur Errichtung der nazistischen Diktatur führten, die die 
Ächtung und Aussonderung der jüdischen Bürger beinhalteten, und solche, die die 
„Germanisierung" oder Ausrottung der unterjochten Bevölkerung bezweckten. 

Am 24. März 1933 beschloß der Reichstag das Ermächtigungsgesetz, das der Hitlerregierung 
unbeschränkte Diktaturvollmachten einräumte. In Ergänzung dazu bereitete das Preußische 
Innenministerium das „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Land" vor. Verfasser 
dieses Diktaturgesetzes war Regierungsrat Globke. Aus seiner Feder stammten außerdem das 
Gesetz über die Auflösung des preußischen Staatsrates vom 10. Juli 1933 und das preußische 
Provinzialratsgesetz vom 17. Juni 1933, die alle parlamentarischen Körperschaften Preußens 
gleichschalteten. 

Als zuständiger Mitarbeiter im Reichsinnenministerium hat Globke fast das gesamte 
Gesetzes- und Verordnungswerk für die Verfolgung der Juden mitverfaßt. 



419 



Er gehört mit zu den Verfassern der Nürnberger Rassengesetze, die im Eichmann-Prozeß als 
die „Grundgesetze für die Endlösung der Judenfrage" bezeichnet wurden. 

Er ist derjenige, der die zwangsweise Kenntlichmachung der Juden mit den zusätzlichen 
Vornamen „Sara" und „Israel" erdachte und durch Gesetz einführte. 

Im Juli 1940 beauftragte Frick seinen damaligen Referenten für die besetzten Westgebiete, 
Dr. Globke, Bedingungen für einen Diktatfrieden für Frankreich auszuarbeiten. Darin forderte 
Globke unter anderem den Raub weiterer französischer Gebiete, die Deportation aller Juden 
und Zigeuner in die Vernichtungslager. 

Globke war an der Ausarbeitung der 1 1 . Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 
25. November 1941 beteiligt. Diese Verordnung schuf die gesetzliche Grundlage für die 
rücksichtslose Verfolgung und Vernichtung aller jüdischen Menschen. 

Innerhalb des Reichsinnenministeriums arbeitete Globke das nazistische 
Staatsangehörigkeitsrecht aus, das den Okkupationsbehörden die Richtlinien für die 
„Germanisierung" oder Ausrottung ganzer Volksgruppen lieferte. Er veranlagte, daß die 
Masse der Bürger der okkupierten Staaten zu „Schutzangehörigen" oder 
„Protektoratsangehörigen" degradiert wurde. Für Polen erfolgte dies durch die von Globke 
ausgearbeitete „Verordnung über die Deutsche Volksliste und die deutsche 
Staatsangehörigkeit in den eingegliederten Ostgebieten". Ähnliche Gesetze erarbeitete Globke 
für die Tschechoslowakei, Litauen, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Jugoslawien. 

Für seine Verdienste um die Durchsetzung der Ziele des Nazi-Staates wurde Globke mehrfach 
befördert und erhielt er hohe Orden und Auszeichnungen. 

In der Bundesrepublik konnte dieser Mann zum ranghöchsten und mächtigsten Beamten 
avancieren. Als graue Eminenz im Bundeskanzleramt hatte er seine Hand immer und überall 
dort im Spiele, wo gegen die demokratischen Freiheitsrechte vorgegangen wurde. Er lancierte 
mit Hilfe des 131er Gesetzes belastete Nazi-Beamte - seine Gesinnungsfreunde von einst - in 
höchste Positionen des Bonner Staates. 

Eckardt, Felix von 

AUTOR FASCHISTISCHER HETZFILME 

heute: 

Bevollmächtigter der Bundesregierung" in Westberlin bis Juni 1965, dann wegen seiner 
Tätigkeit als CDU-Kandidat für den Bundestag von dieser Funktion freigestellt; als 
Verantwortlicher für Pressearbeit ins Präsidium der CDU berufen. 

Unmittelbar nach Hitlers Machtantritt im Jahre 1933 wurde Felix von Eckardt Drehbuchautor 
für Spielfilme. Bis 1945 schrieb er 19 Drehbücher oder war ihr Mitautor. Im Jahre 1936 
wurde der antisowjetische Film „Weiße Sklaven" (Panzerkreuzer Sewastopol) aufgeführt. 
Über die Tendenz und den Charakter dieses Streifens, dessen Mitautor von Eckardt war, gibt 
folgende Rezension Auskunft: 

„Da krachen Schüsse, in der rasenden Garbe des Maschinengewehrs, das verhetzte Matrosen 
auf der Schanze in Stellung gebracht haben, brechen unbewaffnete Offiziere und wehrlose 
Frauen zusammen. Blitzschnell fegt der Mordterror der roten Revolte über Stadt und Hafen, 



420 



brutal und hemmungslos alles dahinschlachtend, was nur irgendwie verdächtig erscheint... 
Ein Film, der durch seine packende Gestaltung bis zum letzten Meter fesselt und der manchen 
Unbelehrbaren im In- und besonders im Ausland die Augen über die bolschewistische 
Weltpest öffnen dürfte." (Potsdamer Tageszeitung, 16.117. Januar 1937) 

Als der Überfall auf die Sowjetunion unmittelbar bevorstand, erschien der Film „Kopf hoch, 
Johannes". Er verherrlichte die faschistische Jugenderziehung und sollte Deutschlands Jugend 
für den Kampf gegen die Sowjetunion reif machen. Mitautor des Drehbuches war wiederum 
Felix von Eckardt. Bezeichnend für die Zielstellung dieses Filmes ist folgender Dialog: 

„Eine neue Zeit ist gekommen, für uns alle! Jeder muß bereit sein, einzustehen für Führer und 
Reich: Wenn einer von uns fallen sollt, der andere steht für zwei, denn jedem Kampier gibt 
ein Gott den Kameraden bei." (Goebbels- Journalisten in Bonner Diensten, Nationalrat der 
Nationalen Front, Berlin 1962) 

Ebenfalls im Jahre 1941 erschien der Film „Menschen im Sturm". Er behandelte das 
„Schicksal" der deutschen Minderheit in Jugoslawien und rechtfertigte den militärischen 
Überfall Hitlerdeutschlands als „Befreiung der Volksdeutschen". Zwei Stellen aus dem 
Textbuch mögen die Absicht der Autoren - unter anderen Felix von Eckardt - und 
Produzenten verdeutlichen: 

„Serben, das sind ja keine Menschen. Diese Hunde! ... Die Serben werden noch alle 
Deutschen wegschleppen. Sie werden noch alle umbringen. Warum? Danach tragen sie nicht, 
die Hunde!... Den Schmied haben sie auch schon erschossen .. „ (Ebenda) An anderer Stelle 
wird gefordert: „ Wir müssen in Europa alle Grenzen einreihen!" (Ebenda) 

Im Jahre 1942 erhielt Eckardt vom Goebbels-Ministerium für den Film „Die Entlassung", der 
die reaktionäre Politik Bismarcks verherrlichte und Hitler de facto als Vollstrecker des 
Bismarc kschen Erbes feierte, das Prädikat „Film der Nation". Im Jahre 1961 wurde dieser 
faschistische Streifen in Bonn wiederaufgeführt. 

Nach 1945 verboten die alliierten Behörden zunächst alle Filme von Eckardts. Die Karriere 
dieses Mannes konnte jedoch nicht unterbrochen werden. Nachdem er kurze Zelt als 
Chefredakteur des „Weser-Kurier" tätig war, ernannte ihn Adenauer 1952 zum Leiter des 
Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung im Range eines Staatssekretärs. 1955/56 
war er westdeutscher Beobachter bei der UNO, kehrte aber bald wieder ins Presse- und 
Informationsamt zurück. 1962 erhielt von Eckardt die höchste westdeutsche Auszeichnung: 
Das große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband. Nach dem Kanzlerwechsel im 
Jahre 1963 entsandte Erhard ihn in die Frontstadt Westberlin. Er versprach sich von diesem 
Nazi eine straffere Anleitung der illegal in Westberlin etablierten Bundesbehörden und eine 
bessere Überwachung des Westberliner Senats, um so die Grundlagen für verstärkte 
Provokationen gegen die DDR zu schaffen. 

Maunz, Theodor 

LEGALISIERTE DEN GESTAPO-TERROR 

heute: 

Lehrt seit 1952 öffentliches Recht an der Universität München, ist Mitglied im Vorstand des 
Instituts für Politik und öffentliches Recht; von 1957 bis 1964 Kultusminister in Bayern. 



421 



Während der Nazi-Zeit war Dr. Theodor Maunz Professor für öffentliches Recht in 
Freiburg/Br. In dieser Zeit entwickelte er sich zu einem führenden Vertreter des faschistischen 
Verwaltungs- und Polizeirechts. Im Jahre 1934 legte er ein Bekenntnis zum Nazi-Staat und 
zur faschistischen Rechtsauffassung ab. Er schrieb, „daß das neue Staatsdenken mit einem 
solchen Anspruch auf Ausschließlichkeit auftritt, daß es nicht sagt, das jeweilige 
Staatsdenken sei für die Ermessensentscheidung maßgebend, sondern nur das 
nationalsozialistische Staatsdenken ". (Neue Grundlagen des Verwaltungsrechts, Hamburg 
1934) 

Weiter heißt es: „Nicht der Staat setzt die Gesamtheit des Rechtes, sondern , die völkische 
Lebensordnung wächst aus Blut und Boden hervor. " (Ebenda) 

Im Jahre 1937 legte er dar: „Der Grundsatz der Rechtmäßigkeit der Verwaltung geht aber 
weiterhin von einem völlig neuen Gesetzesbegriff aus. Gesetz ist geformter Plan des Führers 
und damit Ausdruck der völkischen Lebensordnung. Der geformte Plan des Führers ist 
oberstes Rechtsgebot. " (Verwaltung, 1937) 

Maunz war einer jener führenden faschistischen Verwaltungsrechtler, die den 
„Rassegedanken" auf diesem Gebiet durchsetzten. Im Oktober 1936 fand in Berlin die 
Tagung des faschistischen Rechtswahrerbundes zum Thema „Das Judentum in der 
Rechtswissenschaft" statt. Maunz hielt dort eines der Hauptreferate mit dem Titel: „Das 
Judentum im Verwaltungsrecht". In einer Pressemeldung über diesen Vortrag heißt es: 

„Prof. Dr. Maunz . . . erläuterte . . . vor allem die verhängnisvolle Neigung jüdischer 
Verwaltungsrechtler zur liberalistischen Rechtsstaatsdoktrin. . . Die inhaltliche Entleerung der 
Verwaltungsrechtswissenschaft zeigte M. im einzelnen an den Lehren der bekanntesten 
jüdischen Theoretiker auf." (Deutsche Juristenzeitung, 1936, Sp. 1230) 

Besonders widmete sich Maunz der rechtlichen Stellung der faschistischen Polizei und 
Gestapo. 1935 schrieb er: „Die Beschränkung auf die Gefahrenabwehr wird allmählich 
gesprengt werden durch die Erstreckung des polizeilichen Aufgabenkreises auf alle die 
Eingliederung eines einzelnen in eine Gemeinschaft durch Zwang erforderlichen 
Handlungen. " (Deutsches Recht, 1935, S. 397) 

Zur Gestapo heißt es bei Maunz: „Eine gesetzliche Aufzählung der Mittel, die der politischen 
Polizei für ihre vorbeugende Tätigkeit zur Verfügung stehen, ist nicht erfolgt. Neben dem 
Auftrag, alle staatsgefährlichen Bestrebungen zu bekämpfen und ihnen zuvorzukommen, 
bedarf es keiner besonderen Ermächtigung, alle zu diesem Zweck erforderlichen Mittel 
anzuwenden ...für die politische Polizei des nationalsozialistischen Staates hat es keinen 
Sinn, in der bisherigen Weise Auftrag und Ermächtigung zu trennen. " (Verwaltung, 1932, S. 
253 f.) 

Im Jahre 1943 ließ sich Maunz über die „Schutzhaft" in den Konzentrationslagern aus: „Die 
geheime Staatspolizei hat ihrem Wesen nach die Aufgabe, alle staatsgefährdenden 
Bestrebungen zu erforschen und zu bekämpfen. Eines der Kampfmittel ist der Entzug der 
Freiheit... Gerichte können die Schutzhaftbefehle, ihre Erfordernisse und Wirkungen, ihren 
Inhalt und ihre Rechtmäßigkeit nicht zum Gegenstand ihrer Prüfung machen. " (Gestalt und 
Recht der Polizei, 1943) 

Weiter heißt es über die Rolle der Polizei: „Die deutsche Polizei ist nicht unvorbereitet in den 
Krieg eingetreten. Der Krieg und seine Erfordernisse haben vieles klar hervortreten lassen, 



422 



was in der Vorkriegszeit an polizeilicher Arbeit geleistet werden mußte und geleistet worden 
ist... Die Polizei ist nach der Machtergreifung zu einem überragenden Bestandteil des 
deutschen Staates aufgestiegen. " (Ebenda) 

Mit seinen Staats- und verwaltungsrechtlichen Arbeiten gehörte Maunz zu den maßgeblichen 
Stützen des faschistischen Systems in Deutschland. Nach 1945 hatte und hat er in 
Westdeutschland, vor allem in Bayern, größten Einfluß auf die Erziehung der jungen 
Generation. 

Am 9. Juli 1964 unterbreitete die Friedrich-Schiller-Universität Jena der Öffentlichkeit 
exaktes Beweismaterial über die faschistische Vergangenheit von Maunz. Nur einen Tag 
später mußte er seinen Rücktritt beantragen, zumal auch der Widerstand westdeutscher 
Friedenskräfte immer stärker geworden war. 

Pölnitz, Götz von 

DIE BRAUNE MAGNIFIZENZ 

heute: 

Im November 1964 berief die Bayrische Landesregierung den in Erlangen tätigen Historiker 
und Schriftsteller Prof. Dr. Götz Freiherr von Pölnitz zum Gründungsrektor der 
neuzugründenden Regensburger Universität. 

Im Jahre 1938 veröffentlichte Prof. Götz von Pölnitz die pseudobiographische Arbeit „Emir - 
das tapfere Leben des Freiherrn von Biberstein". Dieses Buch, das das Leben eines 
fanatischen Faschisten und SA-Schlägers im Stile eines Wild- West-Romans schildert, ist voll 
von Begriffen wie „unvermischte Rasse", „ostjüdisches Gewimmel", „Erhaltung der 
deutschen Art". Den Hitlerputsch gegen die Weimarer Republik nannte von Pölnitz einen 
„rechtsetzenden Akt" usw. Über die Weimarer Republik schrieb er in diesem Buch, daß „die 
junge Republik . . . von zugewanderten Juden und , volksbeauftragten' 
Kriegsdienstverweigerern" regiert werde. 

In einem Aufsatz aus dem Jahre 1940 für den Nazi-„Schulungsbrief ' rechtfertigte von Pölnitz 
den Überfall Hitlerdeutschlands auf den „Erbfeind" Frankreich damit, daß die eroberten 
Gebiete „ mit dem Recht des Blutes von den alten Franken auf die Deutschen " übergegangen 
seien. Am Ende dieses Artikels heißt es: „Das deutsche Volk steigt zu neuer Macht und 
Größe empor. Die uralte Sehnsucht der gesamtgermanischen Idee nähert sich im 
Großdeutschen Reich ihrer Erfüllung. " (Der Schulungsbrief - das zentrale Monatsblatt der 
NSDAP, 1940 - Herausgeber dieses Blattes war der Nazi-Kriegsverbrecher Robert Ley) 

1942 erschien ein Festband zur Geschichte der Münchner Universität. In dieser Schrift 
verherrlichte von Pölnitz - wie zwei Jahre zuvor in seinem „Emir. . ." - den faschistischen 
Putsch von 1923: 

„Dem Rufe des Führers versagte sich die Münchner Studentenschaft nicht, trat, dem Appell 
Hermann Görings folgend, in die Sturmabteilungen ein und nahm, seinem hinreißenden 
Beispiele nacheifernd, heißen Anteil an der nationalsozialistischen Erhebung von 1923. Erst 
brutale Gewalt konnte sie von ihrem stolzen und freiheitlichen Widerstande abbringen." 
(Denkmale und Dokumente zur Geschichte der Ludwig-Maximilians-Universität Ingolstadt - 
Landshut-München, 1942) 



423 



Die Unterordnung der Wissenschaft und ihrer Institutionen unter die Ziele des Faschismus 
feierte von Pölnitz mit den Worten: 

„Als eine in der Weltanschauung gefestigte, durch Forschung erprobte und mit der 
unübersehbar tortwirkenden Leistung der aus der Lehre hervorgegangenen Armee ihrer 
Schüler wahrhaft bewährte Kraft steht sie (die Münchner alma mater - d. Hrsg.) aufrecht, 
streitbar und treu wie vor Jahrhunderten im Kampf für Führer, Volk und Reich, um ein neues 
und besseres Europa." (Ebenda) 

Dieser Parteigänger Hitlers, der Antisemit und Franzosenhasser von Pölnitz, erscheint der 
CSU-Führung unter Nazi-Führungsoffizier Strauß als der geeignete Mann, an der neuen „Ost- 
Universität" Regensburg im Dienste der revanchistischen Bonner Politik gegen die östlichen 
Nachbarvölker zu wirken. 

Rauch, Georg von 

AKTIV IN HITLERS 5. KOLONNE 

heute: 

Mitglied des „ Wissenschaftlichen Prüfungsamtes für das Lehramt an höheren Schulen in 
Schleswig-Holstein " - dieser Ausschuß entscheidet über die Lehrbefähigung aller Lehrer für 
Oberschulen und Gymnasien dieses Bundeslandes; von Rauch ist ferner Direktor des 
Seminars für osteuropäische Geschichte und ordentlicher Professor an der Christian- 
Albrechts -Universität, Kiel, Mitglied des „Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrates", des 
„Baltischen Forschungsinstitutes " in Bonn, des „ Ostkollegs " der „Bundeszentrale für 
politische Bildung" und der „Baltischen Historischen Kommission ". 

Prof. Georg von Rauch stammt aus einer deutsch-baltischen Adelsfamilie. Von 1936 bis 1939 
war er Dozent am philosophisch-theologischen Luther-Institut an der Universität Dorpat. Er 
gehörte dort zu den „Ostforschern", die als faschistische 5. Kolonne wirkten. Von Rauch 
arbeitete an den Zeitungen „Jomsburg" und „Deutsches Archiv für Landes- und 
Volksforschung" mit. Sie wurden von der „Nord- und Ostdeutschen 

Forschungsgemeinschaft" herausgegeben - einem Zentrum des Kampfes gegen die östlichen 
Nachbarvölker Deutschlands. In den letzten Kriegsjahren stand die Forschungsgemeinschaft 
unter direkter Leitung des Reichssicherheitshauptamtes. Mit Artikeln wie „Eine Polemik zur 
Judenfrage in Kurland" (in: Jomsburg, 1941) und „Zur Judenfrage in Rußland" (in: Deutsche 
Post aus dem Osten, Nr. 11, 1941) unterstützte und rechtfertigte von Rauch die 
Judenvernichtung der deutschen Faschisten. 

Von 1943 bis 1945 war er Dozent an der „Reichsuniversität" in Posen (Poznan). Dort 
arbeitete von Rauch aktiv in der „Reichsstiftung für die deutsche Ostforschung" mit und 
setzte seine ganze Kraft zur Rechtfertigung des Vernichtungsfeldzuges gegen die Völker der 
Sowjetunion ein. In diesem Sinne schrieb er auch sein Buch „Die Universität Dorpat und das 
Eindringen der frühen Aufklärung in Livland 1690 bis 1710". Darin beschwört er mit 
„historischen" Argumenten eine russische Gefahr und den „kulturvernichtenden Charakter der 
russischen Nachbarschaft". 

In seinem Lebenslauf aus dem Jahre 1942 schrieb von Rauch: „Nachdem ich in den Jahren 
1928/29 im Reich an Versammlungen der NSDAP teilgenommen hatte, schloß ich mich 1933 
der nationalsozialistischen Bewegung in Estland an und habe mich am Aufbau der 
Ortsgruppe Dorpat beteiligt. Ich gehörte zur Kreisleitung Dorpat und war zeitweilig - noch 



424 



ehe die Bewegung legal arbeiten konnte - stellvertretender Kreisleiter in Dorpat... Als 
Parteianwärter habe ich mich 1939 am Aufbau der Parteiorganisation in Posen beteiligt und 
bin Presseamtsleiter einer Posener Ortsgruppe. Außerdem bin ich Mitglied des NS- 
Dozentenbundes und des NS- Altherrenbundes... " (Archiv der Universität Posen, Bestand: 
Reichsuniversität) 

Wilhelm, Theodor 

EIN RASSENHETZER 

heute: 

Mit Georg von Rauch gehört er zu den Mitgliedern des „ Wissenschaftlichen Prüfungsamtes 
für das Lehramt an höheren Schulen in Schleswig-Holstein "; Ordinarius und Direktor des 
Instituts für Pädagogik an der Kieler Universität. 

Ebenso wie Rauch trat Prof. Theodor Wilhelm in der Zeit des Faschismus als Antisemit und 
Rassenhetzer auf. So forderte er 1944, „Judentum und Freimaurerei gänzlich aus dem 
nationalen Leben auszusperren ... Die grundlegende Bedeutung dieser Tatsache für das 
europäische Geistesleben liegt auf der Hand. Sie wird noch dadurch unterstrichen, daß sich, 
je länger der Krieg dauert, um so unheimlicher der innere Zusammenhang zwischen dem 
jüdischen Weltbild und der vom Bolschewismus angestrebten Weltordnung offenbart. " (Die 
kulturelle Kraft Europas im Kriege, 1944) 

Der SA-Mann und Akteur der NSDAP Wilhelm wurde 1934 als Redakteur der 
„Internationalen Zeitschrift für Erziehung" eingesetzt, nachdem der Kölner Professor 
Friedrich Schneider wegen seiner demokratischen Gesinnung aus der Redaktion entfernt 
worden war. Wilhelm wurde vom neuen Herausgeber dieser Zeitschrift, Alfred Baeumler, in 
die Redaktion berufen. 

Baeumler war an der Berliner Universität Professor für politische Bildung und gleichzeitig 
„Reichsamtsleiter" beim „Beauftragten des Führers für die gesamte geistige und 
weltanschauliche Erziehung der NSDAP". Er war der Initiator der faschistischen 
Bücherverbrennung. Wilhelm rechtfertigte das Vertrauen, das „Reichsamtsleiter" Baeumler in 
ihn setzte, und trat als radikaler Verfechter der faschistischen Erziehungsziele in der 
Zeitschrift auf. Im Jahre 1935 erklärte er in einem Artikel: 

„Die führende Rolle in der (national-)sozialistischen Erziehung des deutschen Volkes kommt 
jedoch der SA und dem Arbeitsdienst zu. . . Die Schule ist immer noch mit liberalen 
Erziehungszielen belastet. Im Gegensatz dazu erwachsen die SA und der Arbeitsdienst direkt 
aus dem Kampf der deutschen Jugend und jener Generation, die um eine Volkseinheit rang." 
(Internationale Zeitschritt für Erziehung, 1935) 

Mit Artikeln wie „Ziele und Ergebnisse der nationalsozialistischen Erziehung" (1939) und 
„Rasse als Grundbegriff der Erziehungswissenschaft" beeinflußte er die faschistische und 
antisemitische Erziehung in den Schulen. 

Redeker, Martin 



ANTISEMIT IM TALAR 



425 



heute: 

Mit Georg von Rauch und Theodor Wilhelm ist er der dritte Nazi-Ideologe im 
„ Wissenschaftlichen Prüfungsamt für das Lehramt an höheren Schulen in Schleswig- 
Holstein "'; ferner Ordentlicher Professor und Prodekan der Theologischen Fakultät, 
Direktor des Theologischen Seminars und Direktor des Sozialethischen Instituts an der Kieler 
Universität. 

Der in Bielefeld geborene Martin Redeker zeichnete sich während der Nazi-Zeit als Antisemit 
im Talar des Priesters aus. Besonders bekannt wurde er durch seine Predigten im 
goebbelsschen Rundfunk, in denen er beispielsweise 1939 verkündete: 

„Was im Weltjudentum und im Materialismus an satanischer Kraft der Zersetzung sich 
zusammenballt, sehen wir allzu deutlich." (Rundfunkpredigten an der Universitätskirche Kiel, 
1939) 

Auch solche Schriften wie „Germanische Religion und der Religionsunterricht in der Schule" 
(1935) zeigen die geistige Haltung des „Theologen" Redeker als einen Ideologen des 
Hitlerregimes. Mit den Professoren von Rauch und Wilhelm übt er heute einen bestimmenden 
Einfluß auf den Lehrernachwuchs und damit auf das Bildungswesen Schleswig-Holsteins aus. 

Diehl, Günther 

BRAUNER REGIERUNGSSPRECHER 

heute: 

Staatssekretär, Leiter des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung; Sprecher der 
Bundesregierung. 

Seit 1939 war Diehl Verbindungsmann des Auswärtigen Amtes zum „Büro Concordia". 
Dieses Büro wurde vor allem für die psychologische Vorbereitung und Durchführung der 
Aggression Hitlerdeutschlands gegen Frankreich mit Hilfe der Rundfunkpropaganda 
geschaffen. Es unterstand sowohl dem Propaganda-Ministerium als auch dem Auswärtigen 
Amt. Die Propagandafeldzüge gegen das französische Volk und die Resistance wurden vor 
allem mit Geheimsendern durchgeführt, die, unter fremder Flagge sendend, Nazi-Propaganda 
betrieben. Das Projekt der Geheimsender wurde mit dem Kennwort „Concordia" bezeichnet. 
Ministerialdirigent Berndt vom Propaganda-Ministerium nannte als Aufgabe der 
Schwarzsender, vor und während des militärischen Überfalls, „ auf allen Lebensgebieten 
Verwirrung (zu) stiften ". (Deutsches Zentralarchiv, Potsdam, Bestand: Propaganda- 
Ministerium Nr. 827 S. 21 f.) 

Für den psychologischen Krieg gegen Frankreich wurden zwei Geheimsender mit dem 
Decknamen „Concordia West" und „Concordia Ost" geschaffen. 

Über die besonderen Aufgaben des Verbindungsmannes vom Auswärtigen Amt zum „Büro 
Concordia" heißt es in einem Schreiben des Auswärtigen Amtes vom 18. Dezember 1939 an 
das Propaganda-Ministerium: 

„Herr Diehl wird... an den täglichen Redaktionssitzungen teilnehmen und dafür Sorge 
tragen, daß vom Auswärtigen Amt geeignetes Material zur Verfügung gestellt wird und daß 
Überschneidungen und Ähnlichkeiten mit den offiziellen Nachrichten nach Tendenz und 
Themen vermieden werden. " (A.a.O., S. 124) 



426 



Auf der gleichen Seite werden dann der Schwarzsender und seine Aufgaben näher 
charakterisiert: 

1 .) Während es sich bei den amtlich gekennzeichneten Nachrichtendiensten um eine 
überredende Propaganda handelt, betreibt der Geheimsender eine offene zersetzende 
Propaganda". (Ebenda.) 

Zu den Themen, die diese Sender zu behandeln haben, heißt es an gleicher Stelle: 

,,b) England muß als Kriegshetzer und Kriegsinteressent und damit als Gegner des 
französischen Volksinteresses, unter Heranziehung sozialer Themen aller Art gekennzeichnet 
werden . . . 

d) Das zweifellos in Frankreich vorhandene Mitieid mit Polen ist mit der Feststellung zu 
bekämpfen, daß der moderne polnische Staat ein imperialistischer Raubstaat gewesen ist... " 
(A.a.O., S. 125) 

Nach der Besetzung Frankreichs war Diehl zunächst als Beauftragter der Abteilung Kultur 
des Auswärtigen Amtes in der „Einsatzstelle Brüssel" und anschließend bei der Zweigstelle 
Vichy der deutschen Botschaft in Paris tätig. Seine Aufgabe bestand nun im wesentlichen 
darin, die faschistischen Sender in Frankreich und Monaco anzuleiten. Diese Sender richteten 
sich in erster Linie gegen die französische Widerstandsbewegung. Das Ziel bestand darin, den 
Maquis vom Volke zu isolieren und den blutigen Terror der deutschen Besatzungsmacht zu 
rechtfertigen. Ab 1943 war „Pg" Diehl vorübergehend wieder in der Zentrale des Auswärtigen 
Amtes eingesetzt (NSDAP seit 1938). Danach kam er zur Dienststelle des Gesandtschaftsrates 
Struve. Dort war er für die Betreuung des vor dem französischen Volk geflohenen Faschisten 
Doriot und dessen Anhang verantwortlich. 

Mit der Ernennung Diehls zum Leiter des Presse- und Informationsamtes im November 1967 
wurde ein Nazi-Experte für psychologische Kriegführung und verbrecherische 
Diversionspropaganda Chef des staatlichen Zentrums der Meinungsmanipulation. Kanzler 
Kiesinger sicherte sich mit Diehl, einem ihm aus gemeinsamer Tätigkeit im Ribbentrop- 
Ministerium ergebenen Propagandisten, gleichzeitig auch die Kontrolle über Konrad Ahlers, 
den von der SPD in dieses Amt lancierten Stellvertreter Diehls; denn Diehl und Ahlers sind 
befreundet. 

Gehlen, Arnold 

VERHERRLICHT DEN MARSCH INS MASSENGRAB 

heute: 

Ordinarius für Soziologie an der Technischen Hochschule Aachen. 

Im Jahre 1934 wurde der zum Ordentlichen Professor ernannte Arnold Gehlen „Amtsleiter" 
der faschistischen Dozentenschaft an der Leipziger Universität. In seiner Antrittsvorlesung 
verherrlichte er die „ nationalsozialistische Bewegung, die diesem Volke neue Auftriebe des 
Lebens und neue Ordnungen seines Daseins gegeben hat". (Der Staat und die Philosophie, 
Leipzig, 1935) 

Das von Gehlen entwickelte philosophische System vom „Elan vital" - der Leidenschaft, das 
Leben aufs Spiel zu setzen - eignete sich vorzüglich zur Vorbereitung der deutschen Jugend 



427 



auf den Marsch in die Massengräber des zweiten Weltkrieges. In diesem Sinne forderte er die 
Soldaten der Hitlerwehrmacht 1940 auf, tapfer zu kämpfen und ihr Leben zu wagen: 

„Die Tapferkeit ist die erste der germanischen Tugenden, die Gefahr ist Lockung, und die 
anderen Tugenden, zumal Treue und Selbstbeherrschung sind nach ihr ausgerichtet." (Der 
Mensch. Seine Natur und Stellung in der Welt, Berlin 1940) 

Das Eroberungsziel des deutschen Imperialismus, für das die Soldaten tapfer kämpfen und mit 
Leidenschaft sterben sollten („Elan vital"), formulierte Gehlen im Jahre 1935 in seiner Schrift 
„Deutschtum und Christentum bei Fichte". Dort forderte er eine neue „ Weltepoche ... unter 
Führung der Deutschen ". 

Gehlens Hauptwerk der Nazi-Zeit, „Der Mensch", in dem er sein menschenverachtendes 
philosophisches System vom „Elan vital" darlegte, erschien 1950, 1955 und 1958 in nur 
unwesentlich veränderten Neuauflagen im Bonner Staat. 

Mehnert Klaus 

RIBBENTROPS PROPAGANDASPEZIALIST 

heute: 

Ordinarius und Direktor des Instituts für politische Wissenschaft an der Technischen 
Hochschule Aachen; Mitglied des „Beirates für Entwicklungshilfe " beim 
„Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit" , Chefredakteur der Zeitschriften 
der „Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde" (eine direkte Nachfolgeorganisation der 
„Deutschen Gesellschaft zum Studium Osteuropas") „Osteuropa", „Osteuropa-Recht" , 
„ Osteuropa-Naturwissenschaft ", „ Osteuropa-Wirtschaft ". 

Klaus Mehnert gehörte schon vor der Machtergreifung des Faschismus zu den anerkannten 
„Osteuropaexperten". Er war von 1931 bis 1933 Generalsekretär der „Deutschen Gesellschaft 
zum Studium Osteuropas" und Schriftleiter der Zeitschrift „Osteuropa". Bis zum Ende des 
Jahres 1933 arbeitete Mehnert eng mit dem Goebbels-Ministerium und dem faschistischen 
Auswärtigen Amt zusammen. 

Da Mehnert in einigen taktischen Fragen des Kampfes gegen den Sozialismus und vor allem 
gegen die Sowjetunion andere Auffassungen hatte, fiel er zeitweilig bei den faschistischen 
Machthabern in Ungnade. Doch bald wieder wurde er zu einem wertvollen Propagandisten 
des faschistischen Deutschlands. 

In einem Schreiben des faschistischen Auswärtigen Amtes vom 19. Februar 1942 heißt es: 
„Klaus Mehnert. . . ging im Zusammenhang mit den gegen ihn gerichteten Vorwürfen ins 
Ausland. Dort hat er in hohem Maße für uns gearbeitet." (Deutsches Zentralarchiv Potsdam, 
Bestand: Auswärtiges Amt Nr. 60 532) 

Mehnert arbeitete als Korrespondent für extrem faschistische Blätter wie „Angriff und 
„Braune Post". Im Jahre 1941 wurde er an die Botschaft Shanghai in die Informations- und 
Propaganda-Abteilung berufen. Auch die Gestapo wußte seine Arbeit für den deutschen 
Faschismus zu würdigen. Legationssekretär Baßler schrieb am 19. Februar 1942: „ Wie ich 
von der Abteilung Int. hörte, sind von der Geheimen Staatspolizei gegen seine Betätigung bei 
unserer Mission keine Bedenken erhoben worden. " (Ebenda) 



428 



Mehnert entwickelte sich mehr und mehr zu einem Vertrauensmann des faschistischen 
Auswärtigen Amtes im Fernen Osten. „Da der Zweck der Tätigkeit von Klaus Mehnert bei 
der Informationsabteilung darauf gerichtet war, der englischen und amerikanischen 
Propaganda entgegenzuarbeiten und für den deutschen Standpunkt zu werben, kann jetzt... 
eine so hochqualifizierte Kraft wie Klaus Mehnert zweckmäßiger eingesetzt werden. " 
(Ebenda) 

Als der kühne antifaschistische Kundschafter, der Vertreter der .Frankfurter Zeitung", Dr. 
Richard Sorge, in Japan verhaftet wurde, suchte die oberste Nazi-Führung einen zuverlässigen 
Nationalsozialisten für diesen Korrespondentenposten - er hieß Klaus Mehnert. Im April 1942 
wurde er im Einverständnis mit dem „Reichspressechef' und der besonderen Fürsprache des 
Auswärtigen Amtes zum Ostasienkorrespondenten der „Frankfurter Zeitung" ernannt und 
blieb gleichzeitig faschistischer Propagandaspezialist in der Shanghaier Vertretung des 
Ribbentropschen Auswärtigen Amtes. 

Für seine Verdienste als Vertrauensmann des faschistischen Auswärtigen Amtes und als 
Goebbels- Journalist wurde Mehnert noch am 5. März 1945 „auf Vorschlag des 
Reichsaußenministers" mit dem Kriegsverdienstkreuz dekoriert. 

Mehnert nutzt heute seine im Sold der Nazi-Führung gesammelten Erfahrungen besonders zur 
Unterstützung der neokolonialistischen Politik des westdeutschen Imperialismus in den 
jungen Nationalstaaten Asiens. 

Raschhofer, Hermann 

DIE RECHTE HAND DES KRIEGSVERBRECHERS FRANK 

heute: 

Stellvertretender Vorstand des Instituts für Völkerrecht und internationale Beziehungen der 
Universität Würzburg und Mitglied des Bremischen Staatsgerichtshofes; Leiter des „Rechts- 
und Staatswissenschaftlichen Arbeitskreises " im Collegium Carolinum - einem Zentrum der 
imperialistischen Ostforschung und eine Einrichtung der „ Sudetendeutschen 
Landsmannschaft. " 

Prof. Dr. Hermann Raschhofer war einer der engsten Mitarbeiter des „Staatsministers für 
Böhmen und Mähren und Reichsprotektors" K. H. Frank. Vielfältige Veröffentlichungen über 
Fragen des Nationalitätenrechts und der nationalen Minderheiten, vor allem in der CSR und in 
Osteuropa, mit denen Raschhof er seit Ende der zwanziger Jahre in Erscheinung trat, galten 
als beste Empfehlung für diese Tätigkeit. Damals wurde er zu einem der wichtigsten 
Propagandisten des Faschismus in Österreich und der Henlein-Bewegung im Sudetenland. 
Nach 1939 wurde er auf persönlichen Wunsch Franks an die Karls-Universität berufen und 
dort 1940 als Direktor des Instituts für Völkerrecht und Reichsrecht eingesetzt. 

Raschhofer bemühte sich, in seiner Arbeit für Frank die völkerrechtlichen Grundlagen zur 
Vernichtung des tschechoslowakischen Staates und für dessen endgültige Einverleibung in 
das faschistische Deutschland zu schaffen. Auch für die Regierung des Satellitenstaates 
Slowakei verfaßte er völkerrechtliche Arbeiten, unter anderem für „Staatspräsident" Tiso. 

Im August 1941 erhielt Raschhofer von seinem Duzfreund Frank folgende Beurteilung, die 
als Begründung für die Verleihung des Kriegsverdienstkreuzes geschrieben wurde: 



429 



„Raschhofer zeichnet sich als Völker- und Staatsrechtler durch eine umfangreiche 
publizistische Tätigkeit aus und hat wertvolle Beiträge nicht nur zur Auseinandersetzung mit 
der Feindpropaganda, sondern auch zur Bekämpfung der tschechoslowakischen Staats- und 
Geschichtsauffassung geliefert." (Zentrales Staatsarchiv der CSSR, Prag) 

In den Jahren 1942/43 gehörte Raschhofer der berüchtigten Einheit „Bergmann" an, die unter 
Führung Oberländers stand, mit dem Raschhofer seit längerer Zeit bekannt war. (Über 
Oberländer siehe Kapitel: Hitlers 5. Kolonne in Bonner Diensten). Diese Sondertruppe wurde 
zu Diversionsakten im sowjetischen Hinterland und zu Massenhinrichtungen der sowjetischen 
Zivilbevölkerung eingesetzt. 

1943 erhielt Raschhofer von Rosenberg den Auftrag, ein Studienmaterial über die bisherige 
Ostpolitik der faschistischen Besatzungsbehörden auszuarbeiten. In diesem Material ging 
Raschhofer davon aus, daß die Vergrößerung des „deutschen Lebensraumes" gesichert 
werden müßte. Um den Widerstand der unterjochten Völker abzufangen, empfahl Raschhofer 
demagogischere Methoden in der Besatzungspolitik. 

Anschließend wurde er von Frank zurückberufen, um eine Propagandakampagne anläßlich 
des 5. Jahrestages des Münchner Abkommens vorzubereiten. Die beiden nachfolgenden 
Dokumente zeigen, welche Bedeutung Raschhofer für die Spitzen des faschistischen 
Besatzungsregimes, den Reichsminister für die okkupierten Ostgebiete und Kriegsverbrecher, 
Rosenberg, und den Henker des tschechoslowakischen Volkes, K. H. Frank, hatte: 

„An Herrn 1. April 1943 

Professor Raschhofer 

Prag XII 
Schwerinstraße 9 

Lieber Raschhofer! 

Anbei übersende ich Dir einen Durchschlag meines Briefes an Reichsminister Rosenberg zur 
Kenntnisnahme. Ich hoffe, daß wir Erfolg haben. 

Im Kaiserhof zeigte mir Herr Hübel eine von Dir ausgearbeitete gedankliche Disposition 
über Fragen der Behandlung fremden Volkstums in Europa, die auf zwei 
Schreibmaschinenseiten niedergelegt war. Ich wäre Dir dankbar, wenn Du für mich 
persönlich eine Abschrift davon so rasch als möglich nach Prag senden würdest. 

Heil Hitler! 

Dein (Signum von Frank) " 
(Ebenda) 

„ SS-Gruppenführer 

St. S. 136/43 1. April 1943 

1.) An Herrn 



430 



Reichsminister Rosenberg 

BerlinW35 

Kurfürstenstraße 134 

Sehr verehrter Herr Reichsminister! 

Ihr Ministerium hat für den bei der hies. Deutschen Karls-Universität tätigen Professor Dr. 
Raschhofer einen Antrag auf Bewilligung von Arbeitsurlaub zur Bearbeitung rechtlicher 
Grundfragen der zwischenvölkischen Ordnung des besetzten Ostens eingereicht. Professor 
Raschhofer, der zu meinen langjährigen Mitarbeitern zählt, hat mir anläßlich seines Urlaubs 
die Ideen seiner Arbeit entwickelt. Die Arbeit wird unter anderem die 

nationalitätenrechtlichen Erfahrungen aus den böhmischen Ländern, für die Raschhofer auf 
Grund seiner bisherigen Tätigkeit als Experte gilt, verwerten und berührt durch die 
Problemstellung und die in Vorschlag gebrachte Lösung Fragen meines Arbeitsbereiches. Ich 
nehme deshalb die Gelegenheit wahr, um Ihnen, sehr verehrter Herr Reichsminister, mein 
besonderes Interesse an dem Zustandekommen des Arbeitsurlaubes zum Ausdruck zu bringen 
und Sie zu bitten, sich der Angelegenheit im Sinne einer raschen Entscheidung anzunehmen. 

Heil Hitler! 

Ihr sehr ergebener 

(Signum von Frank) " 

(Ebenda) 

1944 fuhr Raschhofer im Auftrag der berüchtigten Einsatzgruppe H des SD in die Slowakei, 
um Propagandamaterial für die Niederschlagung des Volksaufstandes vom 29. August 1944 
zu erarbeiten. Um eine Ausbreitung des Volksaufstandes auf die anderen Gebiete der CSR zu 
verhindern, gab Raschhofer die Empfehlung, der Slowakei eine formale Selbständigkeit zu 
geben und die prodeutschen und antisowjetischen Elemente zu stärken. 

Während SS-Gruppenführer und „Reichsprotektar" Frank nach der Zerschlagung des 
Faschismus vor Gericht gestellt und zum Tode verurteilt wurde, entging Raschhofer seiner 
gerechten Bestrafung. Ihm wurde in Westdeutschland die Möglichkeit gegeben, als 
Hochschullehrer zu wirken und getreu seiner Vergangenheit die juristische Begründung für 
das neue Eroberungsprogramm gegen unsere östlichen Nachbarvölker zu erarbeiten. 

Raschhofer hat einen großen Einfluß auf die „Sudetendeutsche Landsmannschaft". Die 
Führung dieser Revanchistenorganisation um den Bundesminister Seebohm und den 
Bundestagsabgeordneten und Präsidenten des „Bundes der Vertriebenen" Wenzel Jaksch 
fordert die Annexion tschechoslowakischen Staatsgebietes und ein „Großdeutsches Reich" in 
den Grenzen von 1939. Grundlage dieser Forderung sind nicht zuletzt die Irrlehren Raschhof 
ers. 

v. d. Heydte, Friedr.-Aug. 

TRIEB DEUTSCHE SOLDATEN IN DEN TOD 



431 



heute: 

Ordentlicher Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Würzburg. 

Bekannt wurde Friedrich-August von der Heydte als Initiator der Polizeiaktion gegen den 
„Spiegel". Am 1. Oktober 1962 erstattete der Strauß-Intimus von der Heydte „private" 
Strafanzeige gegen das westdeutsche Nachrichtenmagazin wegen „Verrats von 
Staatsgeheimnissen". Damit gab er den unmittelbaren Anstoß für die vom Bonner 
Kriegsministerium unter Leitung Strauß' durchgeführte „Nacht- und Nebelaktion" gegen 
diese Zeitschrift. Als Belohnung wurde von der Heydte am 22. Oktober 1962 als erster 
Reserveoffizier der Bundeswehr zum Brigadegeneral befördert. Im Mai 1965 mußte selbst der 
westdeutsche Bundesgerichtshof die völlige Haltlosigkeit der Anzeige von der Heydtes 
feststellen. 

Ein politischer Denunziant war von der Heydte schon während der Nazi-Zeit. Durch sein 
radikales faschistisches Auftreten machte er sich bei den Nazi-Behörden bemerkbar und 
spekulierte auf eine große Karriere. Er unterschrieb beispielsweise 1936 einen Brief an den 
Studienassessor Pulke und drohte ihm „andere Maßnahmen" für den Fall an, daß nicht in den 
nächsten Tagen das Zentralorgan der SS „Das Schwarze Korps" im Katholischen 
Studentenheim in Münster ausgelegt würde. 

Im Jahre 1937 meldete sich von der Heydte freiwillig zur faschistischen Wehrmacht. Als 
Leutnant nahm er am Überfall auf Frankreich teil. Für seine barbarische Kriegführung als 
Kommandeur einer Fallschirmjägereinheit erhielt er 1941 von Göring das Ritterkreuz und für 
seine Kriegsverbrechen in der Sowjetunion, besonders vor Leningrad, das „Deutsche Kreuz in 
Gold." 

Im Jahre 1944 kam für den inzwischen zum Oberstleutnant beförderten von der Heydte die 
große Stunde. Während der faschistischen Ardennenoffensive leitete von der Heydte den 
Sprungeinsatz der Fallschirmtruppen. Bei diesen Einsätzen kamen noch kurz vor Ende des 
Krieges Tausende deutscher Soldaten ums Leben. Er wurde von Hitler mit dem Eichenlaub 
zum Ritterkreuz dekoriert. Selbst der eingefleischte Militarist und heutige Leiter der 
„Kameradschaft Frankfurt" des „Bundes ehemaliger Fallschirmjäger", K. H. Wilhelms, 
bestätigte die militärische Sinnlosigkeit der Ardennenoffensive und die barbarische 
Truppenführung von der Heydtes: „ Obwohl er schon vorher klar erkennen mußte, daß dieser 
Einsatz eine Katastrophe werde, führte er den Befehl ohne Rücksicht durch... ". (Frankfurter 
Neue Presse, 21. September 1954) 

Von der Heydte, der deutsche Soldaten rücksichtslos in den Tod jagte, brachte sich selbst in 
Sicherheit. Obwohl es von der Heydte mehrfach geleugnet hat, geht aus den im Bayrischen 
Justizministerium liegenden Dokumenten eindeutig hervor, daß er eifriges und aktives 
Mitglied der SS war. 

Seraphim, Peter-Heinz 

EIN SCHREIBTISCHMÖRDER 

heute: 

Studienleiter an der „ Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie des Industriebezirkes Bochum "; 
führender Volkswirtschaftler in der „Schlesischen Landsmannschaft" . 



432 



Prof. Dr. Peter-Heinz Seraphim stammt aus einer Familie, die sich seit Generationen mit der 
„wissenschaftlichen" Begründung der Eroberungspolitik des deutschen Imperialismus 
beschäftigt. 

1937 wurde er in Königsberg Dozent und Stellvertretender Direktor des Instituts für 
osteuropäische Wirtschaft. Dieses Institut unterstand nominell der Königsberger Universität, 
betrieb in Wirklichkeit jedoch Spionage- und Wühltätigkeit in den osteuropäischen 
Nachbarstaaten. 1941 rief man Seraphim an die Universität Greifswald. 1943 wurde er 
geschäftsführender Direktor des auf seine Initiative gegründeten „Oder-Donau-Instituts". Das 
Institut hatte die Aufgabe, genaue Unterlagen über die Wirtschaft Südeuropas in Form 
„vertraulicher Berichte" zur besseren Versorgung der faschistischen Wehrmacht zu 
beschaffen. Mit einer großen Anzahl von Aufsätzen und Büchern unterstützte Seraphim die 
faschistische Rassentheorie. 1938 veröffentlichte er ein groß aufgemachtes antisemitisches 
Werk: „Das Judentum im osteuropäischen Raum". In diesem Buch nimmt er zur gesamten 
jüdischen Bevölkerung im osteuropäischen Teil der Sowjetunion, in Polen, Lettland, Litauen, 
Ungarn, Rumänien und in der CSR Stellung. Statistiken gaben darüber Auskunft, wie sich die 
jüdische Bevölkerung altersmäßig, sozial und beruflich zusammensetzte. In umfangreichem 
Kartenmaterial wurde der genaue „Standort" der Juden festgestellt. Seraphim lieferte damit 
detaillierte Unterlagen zur „Endlösung der Judenfrage". Mit diesem Buch hatte er sich als 
Experte für „jüdische Probleme" qualifiziert und hielt als einer der ersten am neugegründeten 
„Institut für deutsche Ostarbeit" in Krakau (Krakow) einen Vortrag über „Die Juden in 
Polen". Er beeinflußte wesentlich den Charakter dieses Instituts, dessen Präsident der 
Kriegsverbrecher Hans Frank war. Als 1941 das „Institut zur Erforschung der Judenfrage" 
von Alfred Rosenberg als Außenstelle der „Hohen Schule der NSDAP" in Frankfurt a. M. 
gegründet wurde, trug Seraphim als Korrespondierendes Mitglied dieses Instituts auf einer 
Arbeitstagung (26. bis 28. März 1941) seine Thesen zur Judenfrage vor. Hier prägte er den 
Begriff „jüdischer Volkstod" und bot drei Thesen zur Durchsetzung seiner Theorie an: 

1 . Die Dissimilierung ohne räumliche Ausgliederung aus dem Gastvolk. 

2. Die Ghettoisierung in einem Teil Europas. 

3. Ihre Entfernung aus Europa durch eine planmäßige Umsiedlungsaktion. Bei der 
Begründung seiner Thesen ging Seraphim von der wirtschaftlichen 

Überlegung aus, daß „in Osteuropa ... der Jude durch Rechtsprechung und 
Verwaltungsmaßnahmen in dem Tempo in den Städten durch Nichtjuden zu ersetzen sei, als 
qualifizierte Nichtjuden für diesen Einsatz zur Verfügung stehen" . (Weltkampf, 1941, 1/2, 
S. 44 f.) 

Alle diese Pläne gingen von der Überlegung aus, die Juden zu beseitigen, und leisteten ihrer 
physischen Vernichtung Vorschub. 

1941 arbeitete Seraphim als Oberkriegsverwaltungsrat der Rüstungsinspektion Ukraine an der 
„Endlösung der Judenfrage" mit. Zur gleichen Zeit war er Chefredakteur der Zeitschrift 
„Weltkampf ', dem zentralen Organ des Antisemitismus in Deutschland. 

Seraphim gehört wie Globke zu jenen Schreib tischmördern, die in Bonn straffrei ausgehen. 
Bis heute hat er sich noch nicht von seinen antisemitischen Theorien und Praktiken 
distanziert. In seiner Funktion als Studienleiter hat er maßgeblichen Einfluß auf die Erziehung 
der künftigen Beamten des Bonner Staates. 



433 



Höhn, Reinhard 

SS-FÜHRER UND KRONJURIST HIMMLERS 

heute: 

Geschäftsführender Präsident der „Akademie für Führungskräfte der Wirtschaft", Bad 
Harzburg, mit einem Jahresgehalt von 64000 DM; außerdem ist er Geschäftsführender 
Präsident der „Deutschen Volkswirtschaftlichen Gesellschaft e. V. " 

Während der Zeit des Faschismus war Prof. Dr. Reinhard Höhn einer der engsten Mitarbeiter 
des „Reichsführers SS" und Hauptkriegsverbrechers Himmler für staatsrechtliche Fragen. 

Im Oktober 1935 wurde Höhn Direktor des Instituts für Staats forschung der Universität 
Berlin und gleichzeitig bis 1938 Abteilungsleiter 2 der Hauptabteilung II des SD-Hauptamtes 
im berüchtigten Reichssicherheitshauptamt. In dieser Stellung zeichnete er für die totale 
Bespitzelung aller Bereiche des öffentlichen Lebens in Hitlerdeutschland verantwortlich. 

Über die Aufgaben des Instituts für Staatsforschung schreibt Höhn am 7. Juni 1939: „Mein 
Institut hat von maßgebenden Staats- und Parteistellen die Aufgabe erhalten, die praktische 
Rechtsgestaltung im NS-Staat von der wissenschaftlichen Seite näher zu unterstützen. " 
(Archiv der Humboldt-Universität Berlin) 

Die Erarbeitung staatsrechtlicher Grundlagen für das Okkupationsregime in den faschistisch 
besetzten Gebieten gehörte ebenfalls zum Aufgabenbereich dieses Instituts. Das geht aus 
einer Beurteilung Hohns über seinen Mitarbeiter Hofmann hervor, der vor dem Überfall auf 
die Sowjetunion ein „umfangreiches Gutachten über Organisation und Aufbauprobleme der 
Verwaltung der UdSSR" ausgearbeitet hatte. Dort heißt es: „Er (Hofmann - d. Hrsg.) konnte 
ausgezeichnete Lösungen der Wege und Probleme entwickeln, mit denen die deutsche 
Militär- und Zivilverwaltung nach der militärischen Besetzung zu rechnen hätte. " (Ebenda) 

Seit 1939 arbeitete dieses Institut fast ausschließlich für Himmler. In einem Schreiben der 
Reichsführung-SS heißt es: „Der Direktor des Instituts für Staatsforschung an der Universität 
Berlin und sein wissenschaftliches Personal sind zur Dienstleistung im Rahmen der 
wissenschaftlichen Aufgaben des Institutes für den Reichsführer-SS und Chef der deutschen 
Polizei während des Krieges beordert worden." (Ebenda) 

Aus einem Arbeitsbericht Hohns vom 22. Juni 1940 geht die große Bedeutung dieses Instituts 
für den faschistischen Terrorapparat hervor: 

„Auf Grund dieser Beorderung bearbeitet das Institut seit dem l. September 1939 eine Reihe 
vom Reichsminister des Innern und vom Chef der Sicherheitspolizei und des SD übertragener 
Aufgaben. Bisher sind zur Erledigung gelangt: 

l Entwurf eines Gesetzes mit ausführlicher Begründung, 

3 Entwürfe von Verordnungen mit ausführlicher Begründung, 

6 ausführliche Untersuchungen über den Aufbau der Staatsorganisation fremder Staaten, 
20 Berichte aus dem Arbeitsbereich des Chefs der Sicherheitspolizei auf dessen Anforderung, 



434 



16 Berichte aus dem Aufgabenbereich des Reichsführers SS, 

12 eingehende Berichte zu Einzeltragen der Kriegsverwaltung. " (Ebenda) 

Höhn war auch für den Initiator, Autor und Kommentator der Judengesetze, Stuckart, 
unentbehrlich. ( Siehe Tafel 48 ) 

In ungezählten Veröffentlichungen trat Höhn als faschistischer Staats- und 
Verwaltungsrechtler auf. So schrieb er über das Wesen des faschistischen Staates: „Es wird 
nicht mehr regiert, es wird geführt... In unserem Staat als Organ des Führers wird befohlen 
und gehorcht... Parlamentsbeschlüsse und Abstimmungen sind überholt, es werden 
Entscheidungen getagt und ausgeführt. " (Die Wandlung im staatsrechtlichen Denken, 
Hamburg 1934) 

Noch 1944 legte er seine Ansicht über den Eid auf den Führer dar: „Im Schwur auf den 
Führer kommt nicht nur der Gedanke zum Ausdruck, daß der Soldat ähnlich wie in der 
Monarchie einen Herrn besitzt, sondern die Verpflichtung auf die nationalsozialistische Idee, 
als deren Exponent der Führer dem Soldaten entgegentritt. Als politischer Willensträger 
seines Volkes schwört der Soldat dem Führer, militärisch diese Weltanschauung zu 
verteidigen... Der Eid auf den Führer verpflichtet nicht nur zu Lebzeiten des Führers, 
sondern über dessen Tod hinaus zu Treue und Gehorsam gegenüber der 
nationalsozialistischen Idee und damit gegenüber dem neuen von der Bewegung gestellten 
Führer. " (Das Reich, Berlin, 1. Oktober 1944) 

Höhn war Vorsitzender des Ausschusses für Polizeirecht an der von dem Kriegsverbrecher 
H. Frank gegründeten Akademie für Deutsches Recht. Für seine „Verdienste" machte Höhn 
auch als SS-Mann Karriere: Er war SS -Brigade-Führer, Träger des „Ehrendegens des 
Reichsführers SS" und wurde 1945 zum Generalleutnant der Waffen-SS ernannt. 



Neofaschismus in Millionenauflage 

Bei der ideologischen Beeinflussung der westdeutschen Bevölkerung gewinnen die 
neonazistischen und militaristischen Zeitschriften, Zeitungen, Bücher und Filme sowie die 
Sendungen des Rundfunks und Fernsehens immer größere Bedeutung. Wenn der heutige 
Bonner Innenminister Höcherl erklärt, der Einfluß der neofaschistischen Propaganda sei 
zurückgegangen, so ist das eine bewußte Irreführung der Öffentlichkeit. 

Der gefährliche Einfluß dieser Publikationsmittel läßt sich nicht allein an den Höhen der 
Auflagen einiger Verlage messen. Er ist vor allem in den Blättern solcher Monopole der 
„öffentlichen Meinungsbildung" wie des Springer-Konzerns, in den Programmen von Funk 
und Fernsehen sowie in der westdeutschen Filmproduktion deutlich sichtbar. Die 
westdeutschen Massenmedien haben sich die Theorien der Neonazisten längst zu eigen 
gemacht. Tagtäglich ist die westdeutsche Bevölkerung dieser Flut des Chauvinismus und 
Revanchismus ausgesetzt. 



435 



Die nachfolgenden Beispiele sind nur eine kleine Auswahl aus der Zahl von weit über 100 
militaristischen, faschistischen und revanchistischen Verlagen Westdeutschlands. 

Einige Verlage und Zeitschriften haben sich auf die Erhaltung und Verbreitung 
militaristischen und faschistischen Gedankengutes spezialisiert. 

VERHERRLICHT HITLERS RAUBZÜGE 

Im G. -Braun- Verlag, Karlsruhe, erscheint die Zeitschrift „Alte Kameraden". Sie ist das 
Zentralorgan von etwa 50 militaristischen Traditionsverbänden und neben der „Deutschen 
National-Zeitung und Soldaten-Zeitung" eines der meistgelesenen militaristischen Blätter in 
Westdeutschland. Verantwortlicher Redakteur dieser Zeitschrift ist der Oberst der Nazi- 
Wehrmacht, Rudolf Böhmler. Das SS-Organ „Der Freiwillige" bescheinigt ihm: „Rudolf 
Böhmler... ist uns als Freund und Verteidiger der Rechte der Soldaten der ehemaligen 
Waffen-SS seit langem wohlvertraut. " („Der Freiwillige", Osnabrück, Heft 1 1/1963) 

Die seit 13 Jahren erscheinende Zeitschrift mit ihrem Beiblatt „Der Deutsche Fallschirmjäger" 
stellt die Vernichtungsfeldzüge der faschistischen Wehrmacht und die Überfälle auf friedliche 
Völker als Beispiele soldatischer Zucht und Tugend dar und empfiehlt sie der Bundeswehr als 
Vorbild. 

„Kriegserlebnisse" dieser Art bilden den größten Teil des Verlagsprogrammes, z.B.: Egon 
Denzel, „Angriff am Wolchow" (Heft 1/60); E. A. Wichers, „Der Iwan kam über den 
Ilmensee" (Heft 6/60); Werner Haupt, „Die Uhren zeigten 3 Uhr 05. Die Heeresgruppe Nord 
am 22. Juni 1941" (Heft 6/61); G. Teschner, „Vormarsch nach Bessarabien" (Heft 1 1 und 
12/61). 

DAS ZENTRALORGAN DES MILITARISTEN 

Die „Deutsche National-Zeitung und Soldaten-Zeitung" (NZ) ist die größte militaristische und 
neonazistische Wochenzeitung in Westdeutschland. Herausgeber und Verleger ist der 
Neofaschist und Inhaber der „Deutschen Soldaten-Zeitung Verlags GmbH", Gerhard Frey. 
Gedruckt wird dieses Blatt in der Druckerei von Johann Evangelist Kapfinger, dem Intimus 
und Skandalkomplicen des gestürzten Kriegsministers Strauß. Die Zeitung ist zu einem 
Zentralorgan aller ultrarechten neonazistischen Kräfte in Westdeutschland geworden und 
diffamiert jede Regung für eine realistische Politik. So forderte der SS-Mann und 
Fallschirmjäger-Offizier der Nazi-Wehrmacht, von der Heydte, hohe Zuchthausstrafen für 
„Verzichtpolitiker", womit jene Kräfte gemeint sind, die normale Beziehungen mit den 
Nachbarvölkern im Osten und Südosten Europas anstreben. 

Mit besonderem Eifer setzt sich dieses Blatt für eine Generalamnestie für die Nazi- und 
Kriegsverbrecher ein. Der Hauptkriegsverbrecher und ehemalige „Stellvertreter des Führers", 
Heß, wird als „Gefangener des Friedens" bezeichnet. Unter der Schlagzeile „Die Justiz ist 
keine Hure" wird in Nr. 5/64 der Freispruch des SS-Sturmbannführers Erich Deppner, der 
unter anderem 65 sowjetische Kriegsgefangene ermorden ließ, als eine „Wende in den 
Kriegsverbrecherprozessen" gefeiert. 

Die NZ gibt zwei Beiblätter mit spezieller revanchistischer Zielstellung heraus: „Schlesische 
Rundschau" und „Der Sudetendeutsche". Neben dem immer stärker werdenden Einfluß, den 
dieses Blatt auf die Revanchistenorganisationen ausübt, ist auch ihr Leserkreis in der 
Bundeswehr angestiegen. 



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SPRACHROHR DER SS 

In Osnabrück erscheint seit 1955 das Zentralorgan der HIAG „Der Freiwillige" im 
gleichnamigen Verlag. Die HIAG ist die Organisation der ehemaligen Angehörigen der 
Waffen-SS. Führenden Einfluß auf die HIAG und deren Sprachrohr haben die SS-Generale 
Felix Steiner, Kurt Meyer, Paul Hausser und Herbert O. Gille. 

„Der Freiwillige" sieht seine vordringlichste Aufgabe darin, die Waffen-SS zu rehabilitieren 
und ihre Verbrechen gegen die Völker Europas zu rechtfertigen. Das Blatt feiert die Waffen- 
SS als „Elite-Truppe" des deutschen Faschismus und als Vorkämpfer einer 
antikommunistischen Vereinigung Europas unter der Herrschaft des deutschen Imperialismus: 

„In den soldatischen Gedenktafeln Europas wird der Name der Waffen-SS nicht ausgelöscht 
werden. " (Der Freiwillige, Osnabrück, Nr. 1 1/63) 

Neben der Rehabilitierung der Waffen-SS, die in der Bundesrepublik praktisch vollzogen ist, 
sieht „Der Freiwillige" seine Aufgabe im Kampf gegen die „alten Feinde", die 
Widerstandskämpfer ganz Europas: „Aber wenn man unsere Unruhe, unser Unbehagen über 
die doch noch zweifellos unvollendete Demokratie damit beantwortet, daß man die 
Aussprache unter uns als staatsgefährdend betrachtet, wenn man unseren Ehrendienst vor 
dem Ansturm kommunistischer Partisanenorganisationen als staatsgefährdend erklärt, dann 
ist die Gerechtigkeit und Freiheit der Demokratie aufs Spiel gesetzt, und Gott möge denen 
gnädig sein, die sich nicht gescheut haben, uns der WN und FIR (Organisationen der 
Widerstandskämpfer - d. Hrsg.) zum Fräße hinzuwerfen. " (A. a. O., Nr. 8/63) 

Die Henker von Lidice, Oradour, Malmedy und des Warschauer Ghettos in der Uniform der 
Waffen-SS bezeichnen sich als Vorkämpfer für Demokratie und Freiheit und nennen die 
Bundesrepublik „ihren" Staat. Bekannte Schriftsteller und Publizisten in Westdeutschland, 
wie Blöcker, Boll, Geissler, Grass und Kuby, sind Ziele der wütenden Hetze. Das Schaffen 
dieser Schriftsteller wurde als „fortschreitende literarische Verwahrlosung" bezeichnet. 
Weiter schreibt „Der Freiwillige": „Die Übereinstimmung von wirklichem Geist und 
wirklichen echten Führungsprinzipien einer Demokratie ist verlorengegangen. In solchen 
Zeiten gewinnen die Ratten an Macht und Raum. " (A. a. O., Nr. 9/61) 

KRIEGSVERBRECHER ALS AUTOREN 

Das Programm des Schild- Verlages wird zum größten Teil durch die Herausgabe von 
Büchern über die Waffen-SS und die faschistische Wehrmacht bestimmt. So erschienen in 
diesem Verlag, dessen Eigentümer der ehemalige NSDAP-Kreisleiter Damerau ist, unter 
anderen folgende Bücher: 

• von dem von den Alliierten zum Tode verurteilten und später begnadigten SS-General 
Kurt Meyer das Buch „Grenadiere"; 

• von SS-Hauptsturmführer und Gaupresseamtsleiter in Wien, Kernmayr, 1961 das 
Buch über den Raubzug des deutschen Faschismus in der Ukraine „Das goldene 
Feld"; 

• von dem Panzerinspizienten der Bundeswehr, Oskar Munzel, das aus dem Nachlaß des 
faschistischen Generals Guderian geschriebene Buch „Panzer marsch"; 

• von dem SS -Untersturmführer Greil 1958 „Die Wahrheit über Malmedy" und 1959 
„Die Lüge von Marzobotto". Beide Bücher dienten der Rechtfertigung der furchtbaren 
Blutbäder, die die Waffen-SS in diesen Orten angerichtet hatte. 



437 



Während Kriegsverbrecher rehabilitiert werden, diffamiert man die einsichtigen Kräfte und 
die Helden des Widerstandskampfes innerhalb der faschistischen Wehrmacht als Verräter. So 
erschien von Peter Straßner das Machwerk: „Verräter - ,Nationalkomitee Freies Deutschland' 
- Keimzelle der ,DDR"'. 

Seit 1953 erscheint im Schild-Verlag der „Deutsche Soldatenkalender", der sich vor allem an 
die Mitglieder der etwa 600 militaristischen Traditionsverbände und an die Soldaten und 
Reservisten der Bundeswehr wendet. Die Beiträge und „Geleitworte" dieses Kalenders 
werden fast ausschließlich von Generalen der faschistischen Wehrmacht geschrieben. So 
zeichnet für das „Geleitwort" der Ausgabe von 1963 der Hitlernachfolger und 
Hauptkriegsverbrecher Dönitz verantwortlich. 

NAZI-IDEOLOGIE FÜR DIE JUGEND 

Unter den westdeutschen Verlagen, die militaristisches und faschistisches Gedankengut 
besonders für die Jugend in Form von Groschenheften in großer Zahl und hoher Auflage 
verlegen, sei hier nur der Fabel- Verlag in Rastatt/Baden genannt. Mit 20 verschiedenen Serien 
und einer monatlichen Auflage von mehreren Millionen Exemplaren ist er der größte 
Groschenheftproduzent in Westdeutschland. 

Seit 1957 erscheinen die berüchtigten „Landser"-Heftserien: 

„Der Landser", der seit 1957 zunächst 14täglich, aber seit Oktober 1958 wöchentlich 
erscheint. Im März 1964 erreichte die Serie Heftnummer 310. 

„Der Landser-Großband", der später „Landser-Sonderband" genannt wurde. Von dieser Reihe 
gab es im März 1964 schon 136 Hefte. 

„Der Landser - Ritterkreuzträger erzählen", erscheint seit Sommer 1959 monatlich und zählte 
bis zum März 1964 137 Hefte. 

In den letzten Jahren erschienen im Fabel- Verlag außerdem Bücher, in denen der Krieg und 
der faschistische Militärapparat gepriesen werden. Autoren sind unter anderen der Nazi- 
Offizier Günther Fraschka sowie der Österreichische Faschistenführer und Kulturreferent des 
Reichspropagandaamtes, Graf Bossi-Fedrigotti. 

REVANCHEFORDERUNGEN ALS VERLAGSPROGRAMM 

Um die Gebietsansprüche der Bundesregierung und der „Landsmannschaften" zu 
propagieren, wurden besondere Verlage geschaffen. Die Forderung nach Wiederherstellung 
des „Großdeutschen Reiches" bestimmt den Inhalt ihres Verlagsprogramms. Solche Verlage 
sind unter anderen der Heimreiter- Verlag und der Klinger- Verlag. Der Leiter des Frankfurter 
Heimreiter- Verlages ist Ernst Frank, ein Bruder des als Hauptkriegsverbrecher verurteilten 
faschistischen „Reichsprotektors" von „Böhmen und Mähren". 

Ernst Frank war maßgeblich an der Vorbereitung der Annexion des Sudetengebietes beteiligt 
und erhielt dafür 1938 die „Sudetenmedaille". Nach der Annexion war er NS- 
Hauptschriftleiter und Kreishauptamtsleiter der Nazi-Partei. Ernst Frank entwickelte den 
Heimreiter- Verlag zum Sprachrohr der Propaganda-Zentrale der „Sudetendeutschen 
Landsmannschaft" und des „Witikobundes". 



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In diesem Verlag erscheinen unter anderm die „Beiträge des Witikobundes zu den Fragen der 
Zeit". Autoren sind solche belastete Nazis wie der NSDAP-Gauhauptstellenleiter der 
Gauleitung Reichenberg (Liberec), Seiboth, der heute unter dem Tarnmantel des 
Selbstbestimmungsrechts seine revanchistischen Gebietsforderungen stellt. Einen Teil des 
Verlagsprogramms nehmen auch solche revanchistischen Zeitungen ein wie der 
„Sudetendeutsche Turnerbrief', für dessen Inhalt der SA-Führer Welwarski verantwortlich 
zeichnet. Hergestellt wird dieses Blatt in der Druckerei des ehemaligen Nazi-Kreisleiters und 
Antisemiten Tins. 

Als Buch- Autoren treten vor allem der SA-Sturmbannführer und Nazi-Schriftsteller Rudolf 
Jahn (er veröffentlichte u. a. 1938 ein Buch über den Kriegsverbrecher Konrad Henlein) und 
Ernst Frank auf. Frank veröffentlichte unter anderm: „Heimat ohne Vaterland", einen 
Gegenwartsroman; „Leidenschaftliches Egerland"; „Grenzen der Freiheit", „Gedichte und 
Szenen". 

VON NAZISTEN GELEITET 

Zu den leitenden Männern des in München ansässigen Klinger- Verlages gehören die 
führenden Mitglieder der Sudetendeutschen Partei und später der NSDAP, Karl Jungschaffer 
und Erich Maier. Vor 1945 waren beide in der Verlagsleitung bzw. Redaktion des Gauorgans 
der NSDAP-Gauleitung Reichenberg (Liberec), „Die Zeit", tätig. In diesem Blatt schrieb 
Maier in einer Artikelserie: „ So besudelten Juden im Hintergrund die Ehre des deutschen 
Soldaten, so brachten sie es zustande, die Stimmung in der Heimat zu erschüttern und so die 
Voraussetzung für den Zusammenbruch zu schaffen. " (Die Zeit, Reichenberg, 1939) 

Daß Maier seine Gesinnung nicht geändert hat, zeigt ein Artikel in der vom Klinger- Verlag 
herausgegebenen Revanchistenzeitschrift „Vertriebenen-Anzeiger". Unter der Überschrift 
„Wie lange noch ,Kriegsverbrecher'-Prozesse?" forderte er am 1. September 1959 eine 
Generalamnestie für alle Nazi- und Kriegsverbrecher. 

Zu den Verlagsobjekten des Klinger- Verlages gehört auch die mit Bundesmitteln 
subventionierte Zeitschrift „Wehr und Heimat". Der faschistische Überfall auf Polen wird in 
dieser Zeitung, die vor allem für die Jugend herausgegeben wird, wie folgt beschrieben: „Am 
1. September 1939: Die Gewehre waren losgegangen, der Feldzug gegen Polen und damit 
der zweite Weltkrieg hatte begonnen ...Es sei hier noch vermerkt, daß von einem deutschen 
, Überfall' auf Polen nicht gesprochen werden kann... Führung und Truppe der Wehrmacht 
hatten in diesem Feldzug ihr Bestes geleistet, um ihn zu einem frühen, siegreichen Abschluß 
zu bringen. " (Wehr und Heimat, München, Nr. 9/1959) 

Die Gefährlichkeit dieser neonazistischen Beeinflussung ist nicht zu übersehen; die 
Auswirkungen im Denken der westdeutschen Bevölkerung sind heute schon erschreckend. 
Bereits 1958 warnte der SPD-Abgeordnete, Ulrich Lohmar, in einer Bundestagssitzung: 

„Dieser aggressive Nationalismus ist aus sich heraus... allein nicht zu erklären. Damit eng 
verbunden ist eine abendländische Kreuzzugsideologie ... " (H. Brüdigam, Der Schoß ist 
fruchtbar noch, Röderberg- Verlag, Frankfurt a. M.) 

Der Bonner Staat aber forciert diese Ideologie, weil sie seinen aggressiven Plänen dient. 



439 



Braune Professoren and Nazi-Ideologen in der 

Bundesrepublik 

Aubin, Hermann, Prof. Dr. 

vor 1945: Professor für mittelalterliche und neuere deutsche Geschichte und für Geschichte 
Osteuropas; Universitätsprofessor in Bonn, Gießen und Breslau (Wroclaw); gehörte zu den 
ideologischen Wegbereitern Hitlers; Mitarbeit im Vorstand der Nord- und Ostdeutschen 
Forschungsgemeinschaft, dem Zentrum des Kampfes gegen die östlichen Nachbarvölker 
Deutschlands 

nach 1945: Honorarprofessor in Freiburg/Br.; langjähriger Präsident des „Johann-Gottfried- 
Herder-Forschungsrates", einem Zentrum des westdeutschen Revanchismus; Aubin ist für die 
Spaltung des „Deutschen Historikerverbandes" verantwortlich 

Bartholomeyczik, Horst, Prof. Dr. 

vor 1945: Landgerichtsrat am Sondergericht Breslau (Wroclaw); SS-Obersturmbannführer 

nach 1945: Oberlandesgerichtsrat in Koblenz bis 1963; Professor für Wirtschaftsund 
Zivilprozeßrecht an der Universität Mainz 

Berber, Friedrich, Prof. Dr. 

vor 1945: Juristischer Berater des Kriegsverbrechers Ribbentrop; führender faschistischer 
Völkerrechtler; 1936-1944 stellvertretender Direktor des Instituts für auswärtige Politik, 
Hamburg; 1936 Mitglied der von H. Frank gegründeten extrem faschistischen „Akademie für 
Deutsches Recht"; umfangreiche publizistische Tätigkeit zur Konzipierung und 
Rechtfertigung der faschistischen Außenpolitik 

nach 1945: Seit 1954 Professor für Völkerrecht, öffentliches Recht und Rechtsphilosophie; 
Vorstandsmitglied des Instituts für Völkerrecht der Universität München 

Bertram, Georg, Prof. Dr. 

vor 1945: Leitendes Mitglied und später geschäftsführender Direktor des „Instituts zur 
Erforschung des jüdischen Einflusses auf das kirchliche Leben"; veröffentlichte eine Vielzahl 
antisemitischer Schriften; 1922-1946 Professor für Theologie an der Universität Gießen 

nach 1945: Lehrbeauftragter und Professor z. W. V. in Frankfurt a. M. 



440 



Boehm, Max Hildebert, Prof. Dr. 

vor 1945: Seit 1933 förderndes Mitglied der SS; Begründer der faschistischen „Volks- 
tumssoziologie" und „Grenzlandkunde"; führender Ideologe der faschistischen 5. Kolonne; ab 
1933 Lehrstuhlleiter an den Universitäten Berlin und Jena 

nach 1945: Langjähriger Leiter der .Ostdeutschen Akademie", Lüneburg, einem 
ideologischen Zentrum des Revanchismus; Präsident des revanchistischen „Nordostdeutschen 
Kulturwerkes" 

Bosch, Werner, Prof. Dr. 

vor 1945: 1942-1943 Wirtschaftsinspektion der faschistischen Heeresgruppe Mitte; beteiligt 
an der ökonomischen Ausplünderung sowjetischer Gebiete; 1943-1945 im Planungsamt des 
Kriegsverbrechers und Rüstungsministers Speer; als Hauptabteilungsleiter für die Deportation 
der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete als Zwangsarbeiter nach Deutschland und den 
Einsatz von Kriegsgefangenen in der faschistischen Rüstungsindustrie verantwortlich; 1934 
SS, zuletzt SS -Untersturmführer 

nach 1945: Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Mainz; Mitglied des 
Forscherkreises im Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen" Ministeriums 

Buntru, Alfred, Prof. Dr. 

vor 1945: Bis 1943 Rektor der Karls-Universität und bis 1945 Rektor der Technischen 
Hochschule in Prag; Vertrauter des Kriegsverbrechers Henlein; Antisemit; SS-Oberführer 

nach 1945: Professor an der Technischen Hochschule Aachen; aktiv in der 
„Sudetendeutschen Landsmannschaft" tätig 

Eckardt, Felix von 

vor 1945: Faschistischer Drehbuchautor; schrieb als Autor oder Mitautor 19 Drehbücher für 
Nazi-Filme 

nach 1945: Staatssekretär im Presse- und Informationsamt der Bonner Regierung; 
„Bevollmächtigter" der Erhard-Regierung in Westberlin; CDU-Bundestagsabgeordneter 

Gehlen, Arnold, Prof. Dr. 

vor 1945: 1934 Amtsleiter der faschistischen Dozentenschaft in Leipzig; verherrlichte als 
Philosoph die faschistische Diktatur und die Raubkriege des deutschen Imperialismus 

nach 1945: Ordinarius für Soziologie an der Technischen Hochschule Aachen 

Gerstenmaier, Eugen 

vor 1945: 1923 SA; ab 1931 Amtsleiter in der faschistischen Deutschen Studentenschaft; 
Exponent des „Führergedankens" in der evangelischen Kirche; unternahm im Auftrage des 
Auswärtigen Amtes mehrere Reisen in neutrale oder okkupierte Länder zur ideologischen 
Zerschlagung des antifaschistischen Widerstandskampfes; denunzierte den antifaschistischen 



441 



Gelehrten Prof. Siegmund Schultze bei Nazi-Behörden; 1942 als Beamter auf Lebenszeit 
ernannt und für die Dauer des Krieges u. k. gestellt 

nach 1945: Präsident des westdeutschen Bundestages 

Globke, Hans-Maria, Dr. 

vor 1945: Ministerialrat im Reichsinnenministerium, u.a. verantwortlich für 
Staatsangehörigkeits fragen und Fragen der besetzten Westgebiete; durch Ausarbeitung von 
Diktaturgesetzen an der Liquidierung der Weimarer Republik beteiligt; Mitautor der 
Rassengesetze, schuf damit die juristischen Grundlagen für die Vernichtung ganzer 
Volksteile; aktiv an der „Endlösung der Judenfrage" beteiligt 

nach 1945: Bis Juli 1963 als Staatssekretär im Bundeskanzleramt mächtigster Beamter des 
Bonner Staates; 1962 vom Obersten Gericht der DDR zu lebenslangem Zuchthaus verurteilt; 
auf Grund des vorgelegten Belastungsmaterials mußte er als Staatssekretär abberufen werden 

Grebe, Hans, Prof. Dr. 

vor 1945: Assistent und Schüler des berüchtigten „Rassenspezialisten" Verschuer in 
Frankfurt a.M. und am Kaiser- Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und 
Eugenik in Berlin; 1944 außerordentlicher Professor mit Lehrauftrag und Leiter des Instituts 
für Erbbiologie und Rassenhygiene an der Universität Rostock; einflußreicher Propagandist 
der Rassenirrlehren des Faschismus; Leiter der Abteilung Wissenschaft im „Hauptamt 
weltanschauliche Schulung" in der Reichsjugendführung; bildete HJ-Führer und NS- 
Führungsoffiziere in , erbbiologischen und rassenhygienischen" Fragen aus, arbeitete eng mit 
dem „Rassenpolitischen Amt" der NSDAP zusammen; an „Gutachtenuntersuchungen" im 
berüchtigten Eugen-Fischer-Institut in Berlin beteiligt 

nach 1945: Professor mit Lehrauftrag für Humangenetik an der Universität Marburg seit 
1952; bis 1961 Präsident des Deutschen Sportärztebundes 

Groß, Hermann, Prof. Dr. 

vor 1945: 1939-1945 Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Zweigstelle Wien des 
Giftgaskonzerns IG-Farben; erkundete die Möglichkeiten der wirtschaftlichen Ausplünderung 
der Staaten Südosteuropas; 1933 SA; 1936 Mitglied der faschistischen Deutschen Akademie 

nach 1945: Osteuropa-Experte auf wirtschaftlichem Gebiet; Professor für wirtschaftliche 
Staatswissenschaft an der Universität Kiel; seit 1962 Professor für Wirtschaft und 
Gesellschaft Südosteuropa und seit 1964 Vorstand des gleichnamigen Seminars an der 
Universität München 

Grundmann, Günther, Prof. Dr. 

vor 1945: Als führender faschistischer Kunsthistoriker am Raub polnischer 
Kunstgegenstände während des zweiten Weltkrieges beteiligt; trat mit antisemitischen 
Schriften hervor 

nach 1945: Präsident des „Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrates"; führender 
westdeutscher Kunsthistoriker; 1951 bis 1959 Mitglied der UNESCO-Kommission 



442 



„International-Comitee on Monuments Artistic and Historical Sites and Archaeological 
Excavations" in Paris; 1959 ausgezeichnet mit dem Großen Bundesverdienstkreuz des 
Verdienstordens der Bundesrepublik 

Heydte, Friedrich- August von der, Prof. 

vor 1945: 1937 freiwillig zur faschistischen Wehrmacht; Fallschirmjägeroffizier, letzter 
Dienstgrad Oberstleutnant; für barbarische Kriegführung mit „Ritterkreuz mit Eichenlaub" 
und „Deutschem Kreuz in Gold" dekoriert; SS 

nach 1945: Professor für Staats- und Völkerrecht an der Universität Würzburg 
Höhn, Reinhard, Prof. Dr. 

vor 1945: 1935 Direktor des Instituts für Staatsforschung an der Universität Berlin; 1935- 
1938 Leiter der Abteilung U/2 im SD-Hauptamt. Enger Mitarbeiter Himmlers auf 
staatsrechtlichem Gebiet; SS-Brigadeführer und Generalleutnant der Waffen-SS; von 
Himmler mit „Ehrendegen" ausgezeichnet 

nach 1945: Präsident der „Akademie der Führungskräfte der Wirtschaft", Bad Harzburg 
Hubrich, Georg 

vor 1945: Ministerialdirigent und Leiter der U-Abteilung I „Ost" im Reichsinnenministerium; 
Mitarbeiter Globkes und Stukkarts; Autor mehrerer Judengesetze; verantwortlich für Fragen 
der Besatzungsverwaltung in den okkupierten Ostgebieten, besonders im faschistisch 
besetzten Polen 

nach 1945: Geschäftsführer des „Nord- und Westdeutschen Rundfunkverbandes", Hamburg 
Jankuhn, Herbert, Prof. Dr. 

vor 1945: Faschistischer Professor für Ur- und Frühgeschichte in Rostock; SS- 
Obersturmbannführer im persönlichen Stab des „Reichsführers SS" Himmler; Träger des 
„Totenkopfringes" der SS 

nach 1945: Professor in Göttingen; Mitglied im „Johann-Gottfried-Herder-Forschungsrat" 
Jordan, Pascual, Prof. Dr. 

vor 1945: Professor für theoretische Physik in Rostock und Berlin; Kriegspropagandist; 
fanatischer Ideologe des faschistischen Systems 

nach 1945: Seit 1947 an der Universität Hamburg; 1957-1961 Mitglied der CDU-Fraktion 
des Bundestages, Verfechter eines Atomkrieges 

Keyser, Erich, Prof. Dr. 

vor 1945: Historiker und Staatsarchivrat in Danzig (Gdansk); Vertrauensmann der illegalen 
„Nord- und Ostdeutschen Forschungsgemeinschaft"; bereitete die Okkupation Danzigs und 
polnischer Gebiete durch den deutschen Faschismus mit vor 



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nach 1945: Direktor des „Johann-Gottfried-Herder-Instituts" von 1951-1959 
Kordt, Erich, Prof. Dr. 

vor 1945: 1938-1940 Leiter des Ministerbüros des Kriegsverbrechers und faschistischen 
Außenministers Ribbentrop; maßgeblich an der Vorbereitung der Okkupation der CSR 
beteiligt; Vertrauensmann Himmlers im Auswärtigen Amt; SS-Obersturmbannführer 

nach 1945: Professor für Geschichte der Diplomatie und Völkerrecht an der Universität Köln; 
Vorsitzender des Ausschusses für Ost- West-Fragen beim Bonner Auswärtigen Amt; Leiter 
des Ministerbüros beim Ministerpräsidenten von Nordrhein- Westfalen 

Köttgen, Arnold, Prof. Dr. 

vor 1945: Lehrtätigkeit an der Universität Greifswald. Seit 1939 Generalpolizeidezernent und 
Abwehrbeauftragter der Regierung Kattowitz (Katowice). Zum Regierungsbezirk Kattowitz 
gehörte das Vernichtungslager Auschwitz, dessen Kommandant Höss mit der Regierung 
Kattowitz eng zusammenarbeitete. Köttgen wurde vom Regierungspräsidenten Walter 
Springorum als unentbehrliche Schlüsselkraft für den Aufbau des polizeilichen 
Unterdrückungsapparates in den okkupierten polnischen Gebieten bezeichnet. In seinen 
verwaltungsrechtlichen Arbeiten verherrlichte er Hitler und das Führerprinzip im 
Verwaltungsrecht 

nach 1945: Professor für Staats- und Kirchenrecht an der Juristischen Fakultät der Universität 
Göttingen; Direktor des Juristischen Seminars; Mitglied des Justizprüfungsamtes beim 
Oberlandesgericht Oldenburg (1967 verstorben) 

Lemberg, Eugen, Prof. Dr. 

vor 1945: Führender Nazi-Pädagoge und „Grenzland-Spezialist" im sudetendeutschen 
Gebiet; Mitarbeit an verschiedenen Zeitschriften der Sudetendeutschen Partei; Mitglied des 
„Sudetendeutschen Freikorps", der Henlein-SS; Leiter der faschistischen 
Lehrerbildungsanstalt in Reichenberg (Liberec) 

nach 1945: In Westdeutschland führend auf dem Gebiet der revanchistischen Beeinflussung 
der Jugend im Schulunterricht tätig; zeitweilig Präsident des „Johann-Gottfried-Herder- 
Forschungsrates"; Mitherausgeber und Autor der Zeitschrift „Ostkunde im Unterricht" 

Leverenz, Bernhard 

vor 1945: Marineoberstabsrichter; 1933 NSDAP 

nach 1945: Justizminister und Stellvertretender Ministerpräsident in Schleswig-Holstein; seit 
1962 Präsidialmitglied des „Kuratoriums unteilbares Deutschland", dem 
Propagandainstrument der Bonner Regierung zur Annexion der DDR; Mitglied im 
Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen" Ministeriums 



Maunz, Theodor, Prof. Dr. 



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vor 1945: Professor für öffentliches Recht in Freiburg/Br.; führender faschistischer 
Verwaltungsrechtler; führte den „Rassengedanken" in das Verwaltungsrecht ein und 
rechtfertigte den faschistischen Vernichtungs- und Unterdrückungsapparat 

nach 1945: 1952 Professor für öffentliches Recht an der Universität München; 1954-1957 
Kultusminister in Bayern; mußte am 10. Juni 1964 zurücktreten, nachdem die DDR Material 
über seine Nazi-Vergangenheit veröffentlichte 

Maurach, Reinhart, Prof. Dr. 

vor 1945: Faschistischer Strafrechtler und Direktor des Instituts für osteuropäisches Recht an 
der Universität Königsberg (Kaliningrad); Abteilungsleiter im Osteuropa-Institut Breslau 
(Wroclaw); NS-Amtsgerichtsrat; trat mit antisemitischen Schriften hervor; veröffentlichte 
Beiträge im „Weltkampf ', dem zentralen Organ des Antisemitismus im faschistischen 
Deutschland; aktives NSDAP-Mitglied 

nach 1945: Professor und Vorstand des Instituts für Straf- und Strafprozeßrecht sowie für 
osteuropäisches Recht an der Universität München; Mitglied des „Johann-Gottfried-Herder- 
Forschungsrates" 

Mehnert, Klaus 

vor 1945: 1931-1933 Generalsekretär der „Deutschen Gesellschaft zum Studium 
Osteuropas", Auslandskorrespondent faschistischer Zeitungen; Propaganda-Experte der 
Vertretung des Auswärtigen Amtes in Shanghai/China 

nach 1945: Ordinarius und Direktor des Instituts für politische Wissenschaften an der 
Technischen Hochschule Aachen, Mitglied des „Beirates für Entwicklungshilfe" beim 
„Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit", Chefredakteur der Zeitschriften 
der „Deutschen Gesellschaft für Osteuropa-Kunde" 

Meimberg, Rudolf, Prof. Dr. 

vor 1945: Seit 1933 Lehrtätigkeit an der Universität Berlin und Technischen Hochschule 
Prag; Professor an der Hochschule für Politik; faschistischer Wirtschaftswissenschaftler; 
Mitarbeiter der „Reichsführung SS" 

nach 1945: Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mainz; Mitglied des 
Forscherkreises im Forschungsbeirat des „Gesamtdeutschen" Ministeriums 

Meissner, Boris, Prof. Dr. 

vor 1945: Beteiligt am „Volkstumskampf ' zur Unterminierung des estnischen Staates; 
Kreisamtsleiter der illegalen faschistischen Bewegung in Estland; aktives Mitglied der SA, 
nahm an einem Sonderlehrgang der Führerschule der obersten SA-Führung in Dresden teil; 
im zweiten Weltkrieg Sonderführer faschistischer estnischer Verbände; für Mittäterschaft an 
Verbrechen dieser Mordbrennereinheiten mit der „Tapferkeitsmedaille für Ostvölker in 
Silber" dekoriert; Durchhaltefanatiker 

nach 1945: Zeitweilig in der Ostabteilung des Bonner Auswärtigen Amtes; Mitglied des 
Direktoriums des Ostkollegs der „Bundeszentrale für politische Bildung"; Mitglied des 



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geschäftsführenden Ausschusses des Arbeitskreises für Ost- West-Fragen beim Bonner 
Auswärtigen Amt; Direktoriumsmitglied des „Bimdes-Instituts zur